John Sinclair 1120 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1120 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Grauen hinter Gittern.

Nein, das Satansgrab war nicht vergessen. Vor allen Dingen nicht die Kreatur, die Abe Douglas und ich getötet hatten. Damit waren wir zu unliebsamen Zeugen geworden und hatten uns eine mächtige Organisation zum Feind gemacht.

Mich entführte man vor dem Start aus dem Flugzeug und schaffte mich dorthin, wo ein Entkommen unmöglich und ich lebendig begraben war. Zusammen mit veränderten Menschen und irren Killern erlebte ich das Grauen hinter Gittern.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 140

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumGrauen hinter GitternVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Grauen hinter Gittern

Nein, das Satansgrab war nicht vergessen. Vor allen Dingen nicht die Kreatur, die Abe Douglas und ich getötet hatten. Damit waren wir zu unliebsamen Zeugen geworden und hatten uns eine mächtige Organisation zum Feind gemacht.

Mich entführte man vor dem Start aus dem Flugzeug und schaffte mich dorthin, wo ein Entkommen unmöglich und ich lebendig begraben war. Zusammen mit veränderten Menschen und irren Killern erlebte ich das Grauen hinter Gittern.

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-3853-6

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Grauen hinter Gittern

Die beiden Männer saßen sich in einem schlichten Büro gegenüber. Verhangene Scheiben filterten einen Teil des Außenlichts und ließen den Raum zu einer Insel werden, die irgendwo im Nirwana schwebte.

»Es ist nicht gut gelaufen«, sagte der Mann mit der randlosen Brille. Hinter den Gläsern waren kalte Eisaugen zu sehen.

»Ich weiß!« bestätigte der Zweite. »Er ist wirklich zu einem Problem geworden.«

»Wie tief steckt er in der Sache?« fragte der Brillenträger. »Zu tief, fürchte ich.«

Der Brillenträger schwieg. Es dauerte eine Weile, bis er wieder einen Laut von sich gab. Er war mit einem tiefen Seufzen verbunden. »Ich fürchte, wir müssen etwas tun, und zwar sehr schnell, mein Lieber.«

»Sie haben recht.«

Der Mann mit der Brille schüttelte den Kopf. Der Ton der Antwort hatte ihm nicht gefallen. »Was ist los mit Ihnen? Sie tun so, als wäre Ihnen die Suppe verhagelt.«

»Das ist sie nicht, aber mir ist auch nicht wohl bei der Sache. Ich habe Bedenken.«

»Warum?«

»Man kennt ihn. Er ist nicht irgendwer. Außerdem wurde er vom FBI angefordert.«

»Name?«

»Abe Douglas. Special Agent.«

Der Brillenträger winkte ab. »Ich werde das regeln. Für uns ist wichtig, dass dieser andere nicht redet. Wir können ihn natürlich nicht töten, zumindest nicht so locker. Aber es gibt andere Alternativen. Befindet sich nicht die Festung in unserem Besitz?«

»Zum Glück. Sie ist auch sehr wichtig. Einige der Probanden sind dort untergebracht.«

»Sehr gut. Auch normale Menschen?«

»Ja. Welche, die Schwierigkeiten machten.«

Der Brillenträger lächelte. »Dann ist ja alles in Ordnung. Sie sollten sich jetzt intensiv um das Problem Sinclair kümmern …«

*

Es gab das Satansgrab nicht mehr. Und es gab auch nicht das Wesen, das sich dort eingenistet hatte. Kein Teufel, wie man hätte meinen können, sondern ein Wesen, dessen Dasein oder Leben irgendwo zwischen Mensch und Affe gelegen hatte. Eine neue Spezies. Genmanipuliert. Verändert. Und doch aus dem Ruder gelaufen, denn es hatte sich zu einem mehrfachen Mörder entwickelt und eben nur sein Versteck auf einem Friedhof gefunden, wobei es noch von drei jungen Leuten unterstützt worden war, von denen einer nicht mehr lebte und die beiden restlichen ihr Abenteuer so schnell nicht vergessen würden.1

Abe Douglas und ich hatten die Mutation schließlich erledigen können, aber bei beiden von uns war keine Freude aufgekommen. Der G-man Douglas sah das Problem nicht allein auf die Staaten beschränkt, sondern global.

»Überall arbeiten sie daran. Ob heimlich oder unheimlich, John!« erklärte er mir.

Er hatte es sich nicht nehmen lassen, mich zum Flughafen zu bringen. Ich war noch einen Tag und eine Nacht in New York geblieben. Hatte zwischendurch natürlich mit London telefoniert und einen Bericht abgegeben, der von meinem Chef, Sir James, recht verstört aufgenommen worden war. Dass die Dinge so laufen würden, daran hätte er nicht gedacht. Jedenfalls war er auf meinen mündlichen Bericht sehr gespannt.

Bis zum Start der Maschine hatten wir noch Zeit. Die vertrieben wir uns in einem Coffee Shop. Wir tranken Kaffee, aßen Kleingebäck dazu und brauchten nicht einmal leise zu sprechen, weil das Stimmengewirr um uns herum laut genug war.

»Ich sage dir was, John, es ist nicht das Ende, es ist der Anfang. Und ich bin abgestoppt worden. Man hat sich quer gestellt. Ich habe versucht, an Hintergründe zu gelangen. Nichts ist mir gelungen.«

»Wer hat das getan?«

Der FBI-Agent zuckte mit den Schultern. »Das kann ich dir nicht sagen. Ich weiß es nicht.« Dann deutete er gegen die Decke. »Da oben haben sie dicht gemacht. Ich bin außen vor. Hat man mir zu verstehen gegeben, Finger weg von gewissen Dingen.«

»Deine Chefs haben gemauert?«

»Genau.« Er grinste bissig. »Und das bestimmt nicht freiwillig, Alter. Da stecken andere dahinter.«

»Hast du einen Verdacht?«

Er prustete beim Ausatmen. »Verdacht? Was nutzt das schon? Das können viele sein. Verdammt viele sogar. Typen, die das Sagen haben und nach außen hin nicht in Erscheinung treten. Die eigentlich viel mächtiger als der Präsident sind und dabei eine verschworene Clique bilden. Die, die lauschen, die sich Informationen zuschieben, natürlich an anderen Organisationen vorbei, und die dann noch vorgeben, an die Sicherheit des Landes zu denken.« Er lächelte kantig. »Tja, mein lieber John, so ist das eben.«

»Sicherheit«, wiederholte ich.

»Genau.«

»Die National Security Agency? Die NSA?«

Abes Augen glänzten. »Ich sage nichts, John. Aber ich schüttle auch nicht den Kopf.«

»Ist schon klar«, stöhnte ich auf. »Ich kenne die verdammte Truppe. Leider hatte ich mit denen schon zu tun. Damals ging es um eine UFO-Sache. Meiner Ansicht nach sind die Leute nicht besser als Killer. Sie haben nur andere Auftraggeber.«

»Die verdammt mächtig sind. Das habe ich erlebt. Nachdem wir die Mutation gekillt haben, ging nichts mehr. Mich hat man aus dem Verkehr gezogen, aber das weißt du selbst. Nachhaken war nicht drin. Wir haben ihn nicht mehr zu Gesicht bekommen. Er wurde abtransportiert und ist verschwunden. Weg damit.«

»Sie werden ihn verbrannt haben.«

»Erst nach einer Obduktion. Da gebe ich dir schon recht. Wie dem auch sei, es ist nicht mehr unser Problem.«

»Und das ärgert dich!«

Er blickte mich starr an. »Nicht nur das. Es frustriert mich. Es macht mich fertig. Ich komme mir wie abgestellt vor. Hier, du hast deine Pflicht und Schuldigkeit getan, und damit hat es sich. So und nicht anders sind die Dinge gelaufen. Wieder einmal an uns vorbei.«

»Was willst du unternehmen?«

Abe Douglas lachte mich an. »Unternehmen? John, ich bitte dich. Nichts, gar nichts. Das ist nicht möglich. Ich bin draußen. Ich darf mich wieder um meinen Job kümmern. Das andere ist vorbei, wenn auch nicht vergessen. Ich bin ein kleines Licht. Die großen Strahler sind andere, darauf kannst du dich verlassen. Sie sorgen für das richtige Licht in ihren Etagen.«

Ich lächelte ihn an. »Nimm es nicht so tragisch, Abe. Vielleicht ist es ganz gut, wenn wir nicht tiefer hineinriechen.«

»Meinst du das wirklich so?«

»Ja …«

»Das glaube ich dir nicht, John. Du kochst innerlich. Du bist doch auch so ein Gerechtigkeitstyp, der alles richten will. Man lacht dich aus. Wir sind nicht stromlinienförmig genug. Aber gewisse Leute brauchen eben den Mainstream.«

»Die NSA?«

»Genau die. Nur nichts fragen, nur nichts hinterfragen. Die haben schon ihre Matrix.«

»Hör auf. So schlimm ist es nicht.«

»Nein, aber das kann so kommen. Wer kontrolliert sie denn? Sie kontrollieren sich selbst, und sie verfügen dabei über wahnsinnige Geldmittel. Zudem haben sie ihr Netz über die ganze Welt gespannt. Internet, Telefon, Fax, irgendwo hören sie immer mit, und das kotzt mich an, John, echt.«

Er schüttelte den Kopf, und sein Gesicht zeigte dabei einen verbissenen Ausdruck. Ich dachte ja ähnlich wie er. Nur hatte ich mit derartigen Problemen noch nicht so viel zu tun gehabt. Um meine Fälle kümmerte sich nicht die NSA. Da waren wir doch mehr oder weniger auf uns allein gestellt, was ich gut fand.

Unsere Tassen waren längst leer. Als Abe nach einer Weile den Kopf hob, grinste er wieder so jungenhaft, wie ich es von ihm gewohnt war. »Nimm es nicht so tragisch, John. Die Dinge werden sich auch wieder richten. Davon bin ich überzeugt.«

Das Thema war erledigt. Wir sprachen über andere Dinge. Ich erzählte von London und den Freunden dort, und dann wurde auch mein Flug aufgerufen.

Abe Douglas brachte mich noch bis zur Kontrolle. Mit meiner Waffe ging alles klar, und dann fiel mir auf, dass einer der Uniformierten nach rechts hin nickte, wo ein Mann stand, der eine schwarze Hose und ein helles Jackett trug.

Ich behielt das Bild, drehte mich noch einmal um, aber da war der Mann verschwunden. Ich sah nur einen winkenden Abe Douglas, der sich dann wegdrehte und ging.

Dass er wenig später von zwei Männern gestoppt wurde, entging mir …

*

Ich hatte meinen Platz im Flieger eingenommen und es mir so bequem wie möglich gemacht. New York lag noch immer unter einer Glocke aus Hitze. Da kam mir die leichte Kühle schon sehr gelegen. Allerdings hatte ich meine Beretta beim Piloten abgeben müssen, und das wiederum hatte mir nicht so besonders gefallen. Ich wusste zwar, dass der Pilot der absolute Chef war, vergleichbar mit dem Kapitän auf einem Schiff, doch ohne Waffe fühlte ich mich unsicher. Gerade in diesem Fall. Einen konkreten Grund dafür konnte ich nicht angeben.

Es konnte natürlich an dem letzten Fall liegen. Das Satansgrab war kein Grab des Teufels gewesen, sondern das Versteck eines genmanipulierten Wesens.

Wir hatten es zerstören können, aber das war leider nicht das Ende gewesen. Vielleicht war es uns gelungen, einen Fuß zwischen die Tür zu stellen, ohne sie jedoch weiter aufschieben zu können. Es würde uns auch nicht gelingen. Dafür trugen andere Sorge. Leute, die sich im Hintergrund hielten, die überall lauerten, die möglicherweise sogar Fäden zogen und dafür sorgten, dass gewisse Dinge der Öffentlichkeit verborgen blieben.

Offiziell wurden Forschungen, die sich am Rande der Legalität bewegten, immer abgestritten. Daran allerdings glaubte niemand mehr. Im geheimen machte man weiter und möglicherweise auch mit staatlicher Billigung, denn ich hatte nicht vergessen, dass Abe Douglas den Namen NSA erwähnt hatte. Diese Organisation war so verdammt mächtig. Sie streckte ihre Fühler wie eine riesige Krake nach überall aus. Niemand konnte diesen Leuten entrinnen, wenn sie es nicht wollten. Sie gaben nur Informationen frei, wenn sie es für richtig hielten. Ansonsten kochten sie ihre eigene Suppe.

Ich wusste nicht, ob ich mich darüber freuen sollte, wieder nach London zu fliegen. Auf der einen Seite schon, auf der anderen war meine Neugierde längst nicht gebremst worden. Dieser genmanipulierte Affe konnte durchaus ein Anfang sein. Da hätten mich schon die Hintergründe interessiert, doch man würde abblocken. Jedenfalls würde ich von London aus versuchen, gewisse Recherchen einzuleiten, auch wenn ich nicht viel Hoffnung auf einen Erfolg sah.

Ich hatte keinen Platz am Fenster bekommen und saß am Gang. Die Maschine würde voll werden. Die meisten Passagiere saßen schon. Nur noch wenige Nachzügler trafen ein. Zumeist Geschäftsleute, die in London zu tun hatten.

Ich hatte mir vorgenommen, mich zu entspannen. Die Beine lang zu machen. Etwas Schlaf zu suchen. Die Gedanken wegtauchen zu lassen. Mit mir ganz allein bleiben. Versuchen, mich wieder auf den Job in London zu konzentrieren. Aber es ging nicht. Ich stand plötzlich wie unter einem gewaltigen innerlichen Druck. Da spielte bei mir das vegetative Nervensystem nicht mit.

Auf irgendeine Art und Weise fühlte ich mich überdreht. Ich nahm die Umgebung mehr als deutlich wahr und achtete dabei auf jedes Geräusch, auf jede Bewegung. Zwar fühlte ich mich nicht wie in einer Falle, aber ich verglich mich schon mit einem Menschen, der im Flugzeug saß und unter Flugangst litt.

Für mich war das kein normaler Flieger mehr. Ein Gefängnis, aus dem ich nicht herauskam. Eine mit zahlreichen Menschen besetzte Zelle, die leicht explodieren konnte.

Ich hasste mich selbst aufgrund dieser Gedanken. Andererseits wurde ich sie auch nicht los. Sie rotierten durch meinen Kopf. Alles nahm ich wie durch eine Brille mit scharfen Gläsern wahr.

Neben mir saß ein dicker Mann, der das Jackett seines gelben Anzugs abgestreift hatte. Auch er schwitzte. Nasse Flecken malten sich auf dem weißen Hemd ab. Immer öfter wischte er mit einem Tuch durch sein Gesicht und schnalzte manchmal. Er räusperte sich auch, atmete schwer und sprach mit sich selbst. Alles Dinge, die meine Nervosität zusätzlich steigerten.

Schon jetzt hatte die Maschine Verspätung. Wir hätten schon längst zur Startbahn rollen müssen. Statt dessen standen wir noch da wie festgebacken.

Auch die anderen Passagiere merkten, dass etwas nicht stimmte. Ich entnahm es ihren geflüsterten Unterhaltungen. Hin und wieder fing ich einige Wortfetzen auf, die ich allerdings rasch wieder vergaß.

Bis mich mein Nachbar ansprach. »Hören Sie, wir hätten schon längst starten müssen, aber …«

»Ich kenne den Grund nicht.«

»Ja, das dachte ich mir. War auch nur eine Frage. Ich habe nämlich einen dringenden Termin in London.«

»Der Pilot holt die Verspätung sicherlich auf.«

»Ja, das kann auch sein.«

Ich schloss die Augen und hoffte, dass es mein Nachbar sah. Für ein längeres Gespräch mit ihm hatte ich keine Lust. Leider musste ich ihn bis zur Landung ertragen.

Trotz der geschlossenen Augen spürte ich, dass jemand auf mich zukam. Ich wurde noch nicht angesprochen. Es war einfach nur das Gefühl, und als ich die Augen wieder öffnete, da stand die dunkelhäutige Flugbegleiterin vor mir, die so nett lächeln konnte.

»Pardon, Sir, aber ich muss Sie leider stören.«

»Tun Sie das.«

»Sie sind Mr. Sinclair?«

»Ja.«

»Darf ich Sie bitten, mit ins Cockpit zu kommen? Der Kapitän möchte Sie kurz sprechen.«

»Kann er mir das nicht hier sagen?«

»Ich denke nicht.«

»Na ja, wenn Sie meinen.« Ich zuckte die Achseln und schnallte mich los. Die Stewardess stand vor mir und lächelte. Andere Passagiere schauten zu. Ihren Blicken entnahm ich, dass sie mich für das Übel der Startverzögerung hielten, aber das interessierte mich nicht sonderlich.

Ich stand auf und ging hinter der Flugbegleiterin her. Natürlich war ich gespannt darauf, was gerade der Kapitän von mir wollte. Ich hatte ihn nicht einmal beim Einsteigen gesehen, und ich rechnete damit, dass er ebenfalls seine Anordnungen bekommen hatte. Vielleicht war meinem Freund Abe Douglas noch etwas eingefallen, das er mir unbedingt mitteilen wollte. Aber das schlechte Gefühl in mir hatte sich schon verstärkt, und das Misstrauen hatte sich längst in mir festgesetzt.

Die Flugbegleiterin gab mir den Weg zum Cockpit frei. Sie lächelt auch jetzt. Allerdings kam mir ihr Lächeln leicht verkrampft vor. Möglicherweise bildete ich es mir auch nur ein.

Wie jedes Cockpit war auch dieses recht klein. Mein Blick aber fiel nicht nur auf den Piloten oder den Copiloten. Viel wichtiger waren die beiden Männer, die sich dort ebenfalls aufhielten. Sie sagten nichts, sie sahen aber auch nicht harmlos aus, und plötzlich fühlte ich mich umzingelt, denn ich sah einen Mann im hellen Jackett und dunkler Hose, den ich bei der Kontrolle vor dem Einstieg in die Maschine entdeckt hatte. Ich erinnerte mich, dass einer der Uniformierten ihm zugenickt hatte. Für mich war dieser Typ nicht koscher.

Der Chefpilot übernahm trotzdem das Sagen. Er fühlte sich nicht wohl in seiner Haut, das war ihm anzusehen.

»Bitte, was ist der Grund meines Hierseins?« fragte ich.

»Entschuldigen Sie, Mr. Sinclair, aber die beiden Herren möchten etwas von Ihnen.«

»Danke.« Ich schaute sie an.

»Sie werden New York nicht verlassen«, sagte der Mann im hellen Jackett.

Mit etwas ähnlichem hatte ich gerechnet, zeigte mich aber trotzdem überrascht. »Können Sie mir einen Grund nennen, warum Sie mich nicht starten lassen?«

»Wir werden Ihnen alles erklären.«

»Sie wissen, wer ich bin?«

»Natürlich.«

»Darf ich fragen, wer Sie sind?«

»Es wird sich alles klären.«

Nichts würde sich klären, das wusste ich. Und ich wusste auch, dass diese beiden Typen nicht zu Abes Kollegen gehörten. Also kein FBI. Dafür eine andere Organisation.

NSA – National Security Agency. Für mich gab es keine andere Lösung, und ich konnte nicht sagen, dass mir dieses Wissen gefallen hätte, weil ich schon verdammt schlechte Erfahrungen mit dieser Gruppe gemacht hatte.

»Können wir das nicht hier erledigen?« fragte ich.

»Nein, es dauert länger.«

»Dann startet die Maschine ohne mich?«

»Sie haben es erfasst, Mr. Sinclair.«

Der zweite Mann trug einen dunklen Anzug. Er stand einfach nur da und schaute. Bei seinem breiten Mund glänzten die Lippen. Schweiß und Speichel hatten dort eine Schicht hinterlassen. Sein Haar war blond und sehr kurz geschnitten. Das war einer, den man auch in einen Wrestling-Ring stellen konnte.