John Sinclair 1126 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1126 E-Book

Jason Dark

0,0
1,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Duell in der Hölle (2. Teil).

Wir hatten die Spur der Roxy Irons nicht verloren. Aber sie war mit dem Feuer der Hölle getauft, kannte jeden Trick, und plötzlich standen zwei Freunde von uns im Mittelpunkt - Sarah Goldwyn und Jane Collins!

Im Haus der Horror-Oma sollte sich unser aller Schicksal entscheiden. Ganz besonders wichtig aber war für Roxy nur eine Person. In Jane, der ehemaligen Hexe, sah sie eine Schwester im Geiste. Und so kam es zwischen ihnen zum Duell in der Hölle.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 142

Veröffentlichungsjahr: 2015

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumDuell in der Hölle (2. Teil)Vorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Duell in der Hölle (2. Teil)

Wir hatten die Spur der Roxy Irons nicht verloren. Aber sie war mit dem Feuer der Hölle getauft, kannte jeden Trick, und plötzlich standen zwei Freunde von uns im Mittelpunkt – Sarah Goldwyn und Jane Collins!

Im Haus der Horror-Oma sollte sich unser aller Schicksal entscheiden. Ganz besonders wichtig aber war für Roxy nur eine Person. In Jane, der ehemaligen Hexe, sah sie eine Schwester im Geiste. Und so kam es zwischen ihnen zum Duell in der Hölle.

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-3859-8

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Duell in der Hölle (2. Teil)

Sarah Goldwyn saß in ihrem Wohnzimmer. Sie war steif wie eine Tote geworden. Das tragbare Telefon lag nicht mehr auf der Station, sondern auf ihrem Schoß. Vor einigen Minuten hatte sie es noch benutzt und mit John Sinclair telefoniert. Er würde handeln, das war sicher.

Doch ihre eigenen Gedanken drängte sie zurück. Es war nicht einmal eine Stunde vorbei, da hatte der Schrecken angefangen …

Erinnerungen.

Der Morgen hatte ziemlich grau und regnerisch begonnen, da war es besser, wenn man etwas länger schlief. Das hatten Jane Collins und Sarah Goldwyn auch so gehalten, und sie hatten auch nach dem Aufstehen länger gefrühstückt als gewöhnlich.

Nach diesem herrlichen Sommer kam ihnen beiden der Tag ziemlich bedrückend vor. Keine von ihnen spürte das Verlangen, das Haus zu verlassen und sich in den Trubel zu stürzen.

Jane war nach dem Frühstück in das Dachgeschoss gestiegen. Dort hatte sie sich an den Schreibtisch gesetzt, um ein paar Rechnungen zu schreiben. In der letzten Zeit hatte sie einige Jobs angenommen. Routine für eine Detektivin. Nichts Großes, nichts Spektakuläres, auch nichts, was viel Geld einbrachte, aber auch diese Arbeit musste gemacht werden.

Sarah war unten im Haus allein zurückgeblieben. Sie hatte den Frühstückstisch abgeräumt, das Geschirr in die Küche gebracht und es dort in die Spülmaschine gestellt.

Alles war so unspektakulär gewesen. Dieser Arbeit gingen unzählige Menschen jeden Morgen nach. Es war Routine, die kaum noch wahrgenommen wurde.

Sarah überlegte, ob es nicht mal wieder Zeit für einen Kinobesuch war. Einige neue Streifen liefen ja. Sie und Jane waren eben Kino-Fans, und es gab kaum einen Thriller, den sich die beiden Frauen nicht anschauten. Natürlich stand das Grusel-Genre ganz oben auf der Hitliste. Nicht grundlos wurde Sarah Goldwyn als die Horror-Oma bezeichnet, und die mehrfache Witwe war tatsächlich eine Frau, die sich auf diesem Gebiet hervorragend auskannte.

Hinzu kam, dass beide-Jane mehr als Sarah – immer wieder in gefährliche Fälle hineinstolperten, die oft sogar noch den Schrecken der Filme übertrafen. Das lag auch in der Freundschaft zu einem Mann namens John Sinclair begründet, einem Geisterjäger, der sich schon aus beruflichen Gründen um Dämonen und andere schwarzmagische Wesen kümmerte. Sarah und Sinclair wussten sehr gut, dass es diese Kreaturen gab. Oft genug waren sie nur knapp mit dem Leben davongekommen, wenn sie in solche Fälle hineingeraten waren.

Von Jane hörte sie nichts. Es war ziemlich still im Haus. Eine Ruhe, die Sarah irgendwie nicht gefiel. Sie stand in der Küche, schaltete das Radio ein, schaute aus dem Fenster auf die Straße und sah dort die Bäume, die noch ihr volles Laubkleid trugen. Die Blätter hatten den Regen abbekommen und glänzten nass, ebenso die Karosserien der zwischen ihnen geparkten Wagen.

Wer in einer der kleinen Straßen im Stadtteil Mayfair wohnt, der hat es selbst mitten in London gut. Diese Bewohner blieben vom großen Durchgangsverkehr verschont. Zudem gab es auch keine Geschäftsviertel in unmittelbarer Nähe, und deshalb glitt ihr Blick in eine ruhige Straße hinein.

Der Verkehr hielt sich in Grenzen. Ab und zu sah sie den Wagen des einen oder anderen Anwohners, das war es dann auch. Die Wolken lagen recht tief. Sie sahen schwer aus, und aus ihnen nieselte Sprühregen. Es war wirklich nicht zu verhehlen: der Sommer hatte sich zurückgezogen, nicht nur vom Datum her. Mitte September kam nun mal der Herbst. Lady Sarah dachte an den Nebel, der bald die Stadt bedecken würde. Da konnte man über ein Wetter wie dieses heute noch froh sein.

Eigentlich hatte die Horror-Oma immer eine Beschäftigung. Das bloße Herumstehen und aus dem Fenster schauen war sonst nicht ihre Art, aber an diesem Tag war es anders.

Hätte man sie gefragt, sie hätte selbst nicht sagen können, aus welchem Grund sie in der Küche blieb und durch das Fenster auf die Straße und den Bürgersteig schaute. Es mochte an ihrer inneren Unruhe liegen, dass sie so reagierte.

Sie hatte die Unruhe schon kurz nach dem Aufstehen festgestellt. Auch das gute Frühstück hatte nichts daran ändern können. Diese Unruhe blieb bestehen, sie war wie eine Triebfeder, und sie gab Sarah Goldwyn das unbestimmte Gefühl, dass bald etwas Unerwartetes passieren könnte.

Die Horror-Oma sah es als eine Vorahnung an, doch mit Jane Collins hatte sie nicht darüber gesprochen. Sie wollte die Freundin nicht beunruhigen, doch sie selbst stellte sich diesem Gefühl und wollte es auf keinen Fall unterdrücken.

Die Tage verliefen nicht gleich. Das wusste sie auch. Da war sie alt genug geworden. In jeder Minute und jeder Sekunde konnte es eine Überraschung geben. Da brauchte nur das Telefon zu klingeln. mit einer Nachricht, einem Anruf, konnte sich alles ändern.

Sarah blickte über den Vorgarten hinweg auf den Gehsteig, der ebenfalls feucht schimmerte. Die Straße war momentan leer. Es fuhr kein Wagen mehr vorbei. Die Bewohner waren zu ihren Arbeitsstellen gefahren und würden erst gegen Abend zurückkommen.

Der übliche Kreislauf eines normalen Tages. Kein Grund zur Unruhe, aber die blieb bei Sarah.

Dann sah sie den dunklen Wagen.

Es war ein Taxi.

Wegen des trüben Wetters hatte der Fahrer das Licht eingeschaltet. Der gelb-blasse Schein ließ die Tropfen funkeln. Der Wagen kam von der rechten Seite, er fuhr sehr langsam, ein Zeichen, dass Fahrer und auch Fahrgast etwas suchten.

Sarah konnte sich gut vorstellen, dass sie Besuch erhielt. Nein, nicht nur das. Sie wusste es. Ja, sie wusste, dass der Fahrgast zu ihr oder zu Jane wollte.

Und sie hatte recht.

Der Wagen stoppte vor ihrem Haus. Wegen der nicht sehr klaren Luft und wegen der Scheiben, war es für Sarah nicht möglich, genau zu erkennen, wer im Taxi saß und zahlte. Aber die Person stieg aus, und für einen moment weiteten sich die Augen der Horror-Oma.

Es war eine Frau!

Sie trug einen hellen Mantel, drehte sich jetzt dem Haus zu und blieb noch für eine Weile auf dem Gehsteig stehen, um einen Blick durch den Vorgarten auf die Fassade zu werfen, als wollte sie sich vergewissern, dass sie das richtige Ziel erreicht hatte.

Den Mantelkragen hatte sie hochgestellt. Der Regen nieselte auf ihre blonde und rote Haarfülle. Ihr Gesicht war noch immer nicht genau zu erkennen. Die Person war der Horror-Oma fremd, aber sie ging davon aus, dass sie ihr Ziel erreicht hatte.

Mit recht zügigen Schritten durchquerte sie den Vorgarten. In Sarahs Hirn überschlugen sich die Gedanken. Auch als die Frau näher an das Haus herangekommen war, blieb sie ihr unbekannt. Sarah nahm mittlerweile an, dass dieser Besuch nicht ihr galt, sondern Jane Collins. Es kamen hin und wieder Klienten zu ihr, um mit ihr über anstehend Aufgaben zu sprechen.

Sarah wunderte sich trotzdem. In der Regel teilte Jane Collins ihr mit, wenn sie Besuch erwartete. Das schien in diesem Fall nicht so gewesen zu sein.

Lady Sarah ging auf die Haustür zu. Ihre innere Spannung hatte noch zugenommen. Sie überlegte, ob sie nicht Jane herholen sollte. Dazu allerdings war es zu spät, denn die fremde Frau hatte die Haustür schon erreicht. Bevor sie klingeln konnte, öffnete Sarah.

Ein lächelndes Gesicht schaute sie an. Die Fremde war eine Person, die wusste, was sie wollte. Zumindest konnte man nach ihrem Auftreten darauf schließen. Sie war ziemlich groß, nicht mehr zu jung, und auch nicht gertenschlank. Eine wie sie setzte sich durch im Leben. Auch als sie lächelte, konnte sie den harten und leicht fordernden Ausdruck der blassen, grünlichen Augen nicht überdecken.

Sarah riss sich zusammen. Sie wollte sich die Spannung nicht anmerken lassen. »Guten Tag«, sagte sie und fuhr schnell fort. »Wie ich sehe, wollen Sie zu mir?«

»Ja … das schon, aber …«

»Oder zu Jane Collins?«

Die fremde Frau lächelte breit. »Das haben Sie genau erfasst, Mrs …«

»Ich heiße Sarah Goldwyn.«

»Mein Name ist Roxy Irons.« Sie streckte der Horror-Oma die Hand entgegen. »Freut mich.«

Sarah wollte nicht unhöflich sein und erwiderte den Händedruck der Fremden, der so gar nicht der einer Frau entsprach, denn er war recht hart und kräftig. Das Lächeln war nicht aus dem Gesicht verschwunden, aber es wirkte wie eingeklebt und kam der Horror-Oma sehr gezwungen vor.

»Wollen Sie nicht eintreten, bitte?«

»Gerne, danke. Das Wetter ist wirklich zu schlecht geworden, obwohl wir ja Regen gebrauchen können.«

»Da sagen Sie was.« Sarah trat zur Seite, um der Besucherin Platz zu schaffen. Sie trat auf der Matte ihre Schuhe ab, schaute sich kurz und prüfend um, wobei Lady Sarah auffiel, dass sie keine Handtasche bei sich trug. Für eine Frau eigentlich etwas ungewöhnlich. Auch die Blicke registrierte sie, und die ehemalige Vorahnung wuchs bei ihr zu Misstrauen an.

»Wollen Sie den Mantel nicht ablegen?« erkundigte sich Sarah. Er war nur locker zugeknöpft. Durch die Lücken schimmerte die grüne Farbe eines Kleides.

»Danke, später vielleicht.« Roxy schaute sich um. »Es ist ruhig hier. Komme ich ungelegen? Ist Jane Collins nicht hier?«

»Zu ihr wollen Sie?«

»Ja, wenn möglich.«

Normalerweise hätte die Horror-Oma nach Jane gerufen, das unterließ sie in diesem Fall, weil ihr die Klientin nicht sonderlich sympathisch war. Sie führte sie auch nicht tiefer in das Haus hinein, sondern blieb mit ihr im Flur stehen.

»Jane Collins ist da. Soll ich sie rufen?«

Roxy Irons schaute nachdenklich auf das brombeerfarbene Kleid, das Sarah trug. »Nein, nicht sofort.«

Auch das wunderte Sarah. »Haben Sie sich eigentlich angemeldet und einen Termin vereinbart?«

»Nein.«

»Das ist normalerweise üblich bei uns.«

»Ich weiß, aber … na ja«, sie zuckte mit den Schultern. »Sie müssen verstehen, Mrs. Goldwyn, es kam bei mir alles sehr plötzlich, und ich brauche die Hilfe dieser Lady.«

»Das wird sich machen lassen. Kommen Sie!«

»Nur bestimme ich die Regeln!«

Als Sarah die Worte hörte, schrak sie zusammen. Sie störte sich nicht nur an dem Text, sie war auch überrascht, mit welcher Härte in der Stimme die fremde Frau gesprochen hatte, und für einen Moment rieselte es kalt ihren Rücken hinab.

»Habe ich Sie recht verstanden?«

»Ja, das haben Sie!«

»Welche Regeln?«

Roxy Irons lächelte. Dieses Lächeln wirkte wie ein Eis. Es klebte auf ihren Lippen. In ihren Augen spielte sich das Gegenteil dessen ab. Deutlich erkannte die Horror-Oma die Veränderung. Sie waren weder grün noch starr. In ihnen bewegte sich etwas. Ein zuckendes Feuer, das tatsächlich aus kleinen Flammen bestand.

Sarah dachte erst an eine Täuschung. Sie schloss auch für einen Moment die Augen, um sie schnell wieder zu öffnen, dann sah sie dieses Zucken erneut und wurde zugleich am rechten Handgelenk mit einem harten Griff gepackt.

Genau jetzt wurde ihr bewusst, da ihre Vorahnung sie nicht getrogen hatte. Mit dem Öffnen der Tür hatte sich Sarah Goldwyn eine Schlange in die Wohnung geholt. Die fremde Person war nicht als Klientin erschienen. Ihr Besuch glich mehr einem Überfall.

»Lassen Sie mich los, verdammt!«

Roxy lächelte. »Muss ich das?«

»Ja, ich will …«

»Aber ich will es nicht. Verstehen Sie? Ich will, dass Sie alles tun, was ich möchte. Wenn nicht, sind Sie tot.«

Sarah ließ sich nicht gern durch Drohungen einschüchtern. In diesem Fall musste sie es anders sehen. Es stimmte alles, was diese Roxy ihr gesagt hatte. Sie fühlte es, denn von der Person ging eine Kraft und eine Macht aus, der sie nichts entgegensetzen konnte.

Und dann war da noch das Feuer in den Augen. Kleine Flammen innerhalb der Pupillen, die dem Gesicht einen so schaurigen Ausdruck gaben. Sarah wurde noch immer festgehalten und jetzt auch herumgedreht. Sie wagte nicht, sich zu wehren, und Roxy zog die ältere Lady hinter sich hier bis zur Treppe.

Beide blieben dort stehen.

»Ist die Collins oben?«

Sarah hätte gern erwidert, dass Jane nicht da war, aber sie hatte sich schon vorher verraten, und es konnte verdammt gefährlich sein, eine Person wie Roxy anzulügen, das spürte sie. Deshalb nickte sie und flüsterte: »Ja, Jane ist oben in ihrem Zimmer.«

»Dann lassen Sie uns gehen. Aber nach meinen Regeln, Sarah. Sollten Sie versuchen, Jane Collins zu warnen, werden Sie im Höllenfeuer verbrennen. Das habe ich nicht nur einfach so dahingesagt, das entspricht den Tatsachen. Und sie wären auch nicht die erste Person, der das passieren würde.« Sarah Goldwyn verfiel nicht in Panik. Sie blieb recht cool und fragte nur: »Was wollen Sie?«

»Keine Sorge, Sie werden es früh genug erfahren.« Sarah wurde losgelassen, und Roxy trat einen Schritt zurück. Sie drehte Sarah dabei die Handflächen entgegen. »Schauen Sie genau hin!«

Die Horror-Oma tat es wie unter einem Zwang, obwohl sie wusste, dass sie jetzt etwas Unheimliches und vielleicht auch Schreckliches erleben würde.

Die knappen Bewegungen der Finger hatten ausgereicht. Plötzlich tanzten Flammen auf den Handflächen. Woher sie gekommen waren, konnte Sarah nicht sagen. Wahrscheinlich waren sie aus den Händen gesprungen, und sie benutzten die Handflächen wie Dochte, denn sie blieben darauf oder darüber liegen.

Sarah wich zurück, bis sie die Wand am Rücken spürte. Es war Feuer, aber es war kein normales Feuer. Es gab keine Wärme ab. Sie sah auch keinen Rauch. Das alles gehörte nicht dazu, und trotzdem brannten die Flammen. Sie waren von der Farbe her gelb, doch in ihrem Innern malte sich ein tiefroter Kern ab, als wäre er so etwas wie ihre Seele.

Die Horror-Oma hatte schon zu viel erlebt, um in Panik zu verfallen. Sie verbarg die Furcht und schaute den Schattenlichtern nach, die über die fremde Person hinwegtanzten und sich auch den Wänden abmalten.

»Schauen Sie gut hin, Sarah, sehr gut. Es ist kein normales Feuer, doch ich besitze die Macht, um es zu beherrschen. Ich kann es leiten, ich kann es führen!« flüsterte Roxy, um ihre Stimme in den folgenden Sekunden zu steigern. »Und ich kann dem Feuer Befehle geben, kraft meiner Gedanken.«

Es war nicht einfach nur dahingesagt worden. Vor den staunenden Augen der Horror-Oma lösten sich die Flammen von den Handflächen der Frau und machten sich plötzlich selbstständig. Sie drehten sich zusammen, verwandelten ihr Aussehen in Kugeln und huschten als solche durch den schmalen Flur.

Sie tickten gegen die Decke und gegen die Haustür. Sie wurden wieder zurückgeschleudert, berührten den Boden, schleiften über ihn hinweg, drehten sich wie Spiralen um den Körper der Lady Sarah, ohne ihn oder die Kleidung zu verbrennen.

Wenige Augenblicke später hatten sie wieder ihre ursprüngliche Ausgangspunkte eingenommen und tanzten auf den Handflächen der Roxy Irons.

»Haben Sie alles gesehen, Sarah?«

»Ja, habe ich.« Die Antwort war nur ein Flüstern.

Roxy lächelte. »Ich kann Ihnen versprechen, dass diese Feuerzungen nicht immer so harmlos sind. Sie können auch anders.«

»Ich weiß.« Sarah hatte Mühe, zu sprechen.

»Nur zur Information. Es gibt einige Menschen, die schon mit ihnen Bekanntschaft gemacht haben. Nur werden die Ihnen nichts mehr darüber sagen können, denn sie leben nicht mehr. Sie sind zu einer Beute des Feuers geworden.«

Sarah hatte sich wieder gefangen. Sie stand noch immer an der Wand, die Hände auf den Rücken gelegt. Unter ihrer Haut spürte sie die Tapete, die jetzt etwas feucht durch den Schweiß wurde, den Sarah produzierte. Sie war keine Frau ohne Furcht, auch wenn sie schon viel Schreckliches erlebt hatte.

»Es ist aber kein normales Feuer – oder?«

»Nein, da haben Sie recht.«

»Was denn?«

»Ich mache das wahr, was Menschen sich vorstellen und manchmal auch wünschen«, erklärte Roxy lächelnd. »Feuer ohne Wärme. Flammen ohne Rauch. Da gibt es nur eines, was man …«

»Höllenfeuer?« Es hatte einfach heraus gemusst. Deshalb hatte Sarah die Frau auch nicht zu Ende sprechen lassen, und Roxy gab es mit einem Nicken zu.

»Ich beherrsche es«, erklärte sie dann. »Ich bin in der Lage, dieses Feuer zu führen. Das haben Sie gesehen, Sarah. Die Flammen sind ein Teil von mir. Ich kann sie entstehen und verschwinden lassen, und ich kann durch sie auch töten.«

»Was wollen Sie hier?« keuchte Sarah die Besucherin an.