John Sinclair 1142 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1142 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Piraten-Terror.

Der letzte Fall hatte mich hart getroffen und war mir aufgrund seiner Intensität an die Nieren gegangen. Ich brauchte einfach Ruhe, um zu mir selbst zu finden. Deshalb ließ ich mich von Suko an die nahe Küste fahren, um für zwei Tage auszuspannen.

Leider geriet ich wieder einmal vom Regen in die Traufe. Denn gerade hier erlebten die Bewohner und ich den Piraten-Terror.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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EPUB
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Seitenzahl: 128

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumPiraten-TerrorVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Piraten-Terror

Der letzte Fall hatte mich hart getroffen und war mir aufgrund seiner Intensität an die Nieren gegangen. Ich brauchte einfach Ruhe, um zu mir selbst zu finden. Deshalb ließ ich mich von Suko an die nahe Küste fahren, um für zwei Tage auszuspannen.

Leider geriet ich wieder einmal vom Regen in die Traufe. Denn gerade hier erlebten die Bewohner und ich den Piraten-Terror.

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-3875-8

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Piraten-Terror

Noch immer schlugen die Wellen im gleichen Rhythmus gegen die Felsen wie zu Urzeiten.

Die einsame Frau stand auf der Klippe und schaute hinab in die Gischt, die immer wieder in die Luft geschleudert wurde. Plötzlich schrie sie.

Laut und klagend zugleich. Gegen das Tosen und über das Wasser hinweg. Bald, sehr bald schon würde er sie hören. Dann begann die Zeit des Terrors von vorn …

Vorsichtig wie eine Katze stieg Laura Watson die brüchigen Sprossen der Leiter hinab. Sie sollte eine Treppe sein, hatte man ihr gesagt, aber das war sie nicht. Die Tür oben hatte sie wieder zugezogen. So war auch der letzte Rest an Helligkeit verschwunden.

Weil sie sich mit beiden Händen festhalten musste, hatte sie die Stablampe in die rechte Tasche ihrer Jacke gesteckt. Laura wollte sie erst einschalten, wenn sie wieder festen Boden unter den Füßen spürte, und das dauerte noch drei Sprossen. Bei der Letzten hatte sie das Gefühl, die Treppe würde zusammenbrechen, aber sie hielt wider Erwarten.

Laura atmete auf, als sie die Leiter hinter sich hatte. Tief holte sie Luft, die nach feuchtem Lehm roch. Es war nicht kalt, es war nicht warm, und es war auch kein direkter Keller, wie man ihn von Häusern her kennt.

Er lag neben dem Haus. Zwar unter der Erde, aber auf dem normalen Niveau wellte sich noch ein Hügel hoch. Mit einer Eingangstür, die sie hatte öffnen müssen. Hügel und Keller waren mit dem in der Nähe stehenden Haus nicht verbunden, gehörten aber zusammen.

Laura wusste, dass sie hier richtig war. Sie hatte recherchiert und sich erst dann zu diesem Ausflug in die Dunkelheit entschlossen. Dass sie entdeckt werden würde, bezweifelte sie. Die Bewohner des Hauses waren angeblich in die Kirche gefahren, und so hatte sich die Gelegenheit ergeben.

Was sie tun wollte, das musste getan werden. Es durfte einfach nicht soweit kommen, dass gewisse Dinge wieder aufgewühlt wurden und für Menschen ein schlimmes Ende nahmen.

Auch als eine gewisse Zeit vergangen war, hatten sich ihre Augen noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt. Nur oberhalb der Leiter, wo sich die Tür befand, schimmerte noch etwas graues Licht durch.

Laura schaltete die Lampe ein. Ein heller Arm schnitt in die Finsternis hinein. Sein Lichtkegel traf eine Wand aus Lehm und wanderte von dort aus weiter nach links. Bevor sie etwas unternahm, wollte Laura dieses Versteck durchsuchen, und nach dem ersten schnellen Rundblick war sie enttäuscht. Sie hatte nicht das gefunden, was sie wollte. Wie ein Blitz war der Lichtkegel immer wieder über die hier lagernden Gegenstände gehuscht. Über Gerümpel, alte Kisten, verrostete Metallteile. Strandgut, das angeschwemmt worden und hier versteckt worden war. Vom Salzwasser zerfressene Bootsplanken, halb zerstörte Rettungsringe, Kleider, Geschirr, zwei Seesäcke, mit Schimmel auf der Oberfläche, eine alte Boje, zwei leere Koffer und noch einige andere Kleinigkeiten.

Das Zeug taugte nicht einmal mehr für den Trödel, und Laura verstand nicht, wie man so etwas sammeln konnte. Allerdings gab es genügend Menschen, die den Strand abgingen und nach Treibgut suchten. Auch wenn sie mit dem Zeug nichts anfangen konnten, sie sammelten es einfach und errichteten so ein kleines Museum.

Das ganze Zeug war ihr egal, denn Laura kam es auf etwas Bestimmtes an. Auf einen besonderen Gegenstand, den sie jedoch nicht sah. Dabei hatte sie fest damit gerechnet, ihn zu finden. Um so größer war jetzt die Enttäuschung.

Sie blieb an einem freien Platz stehen und nagte gedankenverloren an ihrer Unterlippe. Sie wollte nicht umkehren, zumindest nicht so schnell.

Es war auch möglich, dass jemand das Fundstück bewusst versteckt hatte. Und hier gab es genügend Ecken, in denen es abgestellt sein konnte, verborgen von anderen Gegenständen.

Es war ungefähr eine Minute vergangen, als Laura die Lampe wieder einschaltete. Diesmal ging sie systematisch vor. In der Mitte des Kellers lag der Gang frei. Dort konnte sie sich normal bewegen, und sie nahm sich zunächst die Seite vor, die ihr gegenüberlag.

Es war der gleiche Krempel wie vorhin, doch sie räumte jetzt die Kisten von der Wand fort.

Sie sah die Wand, aber sie sah auch das, was hinter den Seesäcken verborgen gewesen war. Im ersten Moment wollte sie es nicht glauben. Zudem war sie so überrascht, dass die Hand, in der sie die Lampe hielt, zu zittern begann. Dann musste sie einfach lachen, denn dieses Lachen befreite.

Es war geschafft. Sie hatte den Gegenstand gefunden, auch wenn er noch nicht sichtbar vor ihren Augen stand und durch eine schützende Decke verhängt worden war.

Sie hatte es gefunden. Es konnte nichts anderes sein. Auch die Decke war nicht in der Lage, den viereckigen Umriss zu verbergen. Das musste einfach das Bild sein.

Mit einem Rucken zerrte sie die Decke ab. Der feuchte und deshalb schwer gewordene Stoff rutschte zur Seite und gab das Bild frei, das er verborgen hatte.

Das Bild war etwa einen Meter hoch und zwei Drittel davon breit. Der schlichte Holzrahmen schimmerte wie bleiches Gebein, und er umfasste das Motiv.

Plötzlich zitterte Laura. Gefühle überschwemmten die junge Frau. Sie hörte sich selbst heftig atmen, und sie spürte auch einen gewissen Druck im Kopf.

Es gab keinen Zweifel.

Er war es.

Colyn Dolphyn, der Pirat!

*

Und er war scheußlich wie ein Monster. Das Bild zeigte ihn als eine Gestalt, die sich gut und gerne in einem Zustand zwischen Leben und Tod befinden konnte. Er war aus dem Wasser aufgetaucht, das ihm noch bis zu den Hüften reichte. Er trug eine Jacke, auch ein Kopftuch, und darunter malte sich sein Gesicht ab, das nur aus Hautfetzen und Knochen bestand. In der linken Hand hielt der Pirat einen Gegenstand, der nicht genau zu identifizieren war, weil er zur Hälfte im Wasser steckte. Eine Augenklappe bedeckte das linke Auge. Die rechte Hand war nicht mehr vorhanden. An ihrer Stelle malte sich ein Haken ab. Er war mit einer Stahlmanschette am Armstumpf festgedreht.

Laura Watson schloss die Augen. Sie konnte einfach nicht mehr hinschauen und musste sich erholen. Obwohl es hier unten wahrhaftig nicht warm war, merkte sie, dass sich auf ihrer Haut Schweiß gebildet hatte. Es lag einzig und allein an der Aufregung, das Ziel erreicht zu haben.

Sie sprach das Bild an, und jedes Wort stieß sie zischend hervor. »Du wirst kein Unheil mehr anrichten, Colyn Dolphyn, du nicht mehr. Das schwöre ich dir. Deinetwegen werden keine Menschen mehr den Tod finden, obwohl du es dir so wünschst. Aber das ist vorbei. Ein für alle Mall.«

Plötzlich begann sie zu lachen. Und dieses Lachen schüttelte den Körper regelrecht durch.

»Ich werde das tun, was getan werden muss, Colyn. Ich werde das Bild mitnehmen und verbrennen. So wie es schon andere vor mir getan haben. Du sollst nicht die Chance erhalten, wieder auf die Welt zurückzukehren, du nicht …«

Das Bild konnte ihr keine Antwort geben, und das war auch gut so. Oben am Rahmen fasste sie es an. Es war leicht, sie würde es gut transportieren können.

Laura drehte sich mit ihrer Beute auf der Stelle. Wie eine Diebin kam sie sich nicht vor. Sie war davon überzeugt, den Menschen einen Gefallen zu tun. Solange es dieses verdammte Bild noch gab, schwebten sie in Gefahr, auch wenn sie es nicht so recht glauben wollten oder nicht offen zugaben. Tief im Innern jedoch schwebte noch immer die Furcht vor dem Piraten, unter dessen Terror viele gelitten hatten.

Laura wollte den Keller so schnell wie möglich verlassen. Hier unten fühlte sie sich jetzt immer mehr wie in einem Gefängnis. Noch war nicht alles vorbei.

Es war nicht einfach, sich das Bild unter den linken Arm zu klemmen. Schon die Größe störte, doch es gab keine andere Möglichkeit. Die Lampe hatte sie wieder in die Seitentasche gesteckt und nicht ausgeschaltet. Der Schein wies jetzt gegen die Decke und hinterließ dort einen hellen Kreis.

Mit der rechten Hand hielt sie sich fest. Wieder bogen sich die alten Sprossen unter ihrem Gewicht, aber sie hielten. Zumindest die Ersten drei. Das machte ihr Mut. Sie kletterte weiter – und blieb auf der nächsten Sprosse stehen wie zu einer Figur aus Eis geworden.

Laura hatte etwas gehört!

Ein Geräusch, das außerhalb des seltsamen Kellers aufgeklungen war. Es konnte sein, dass jemand durch die Dünenlandschaft ging. Spaziergänger gab es bei jedem Wetter.

Das Geräusch verstummte. Leider nur für einen Moment, dann war es wieder da. Diesmal hörte es sich anders an. Laura kannte es und wusste, was es zu bedeuten hatte.

Jemand war an der Tür. Er hatte sie berührt, von außen über das Holz gekratzt.

Sie hielt den Atem an. Kalt rann es ihren Rücken hinab, und der Magen zog sich zusammen. Plötzlich war ihr klar, dass man sie entdecken würde.

Jemand zerrte die Tür auf. Licht fiel in den dunklen Keller hinein und blendete die Frau. Laura konnte zumindest so viel erkennen, dass es keine Lampe war, die geschwenkt wurde, sondern eine Laterne.

Sekunden später hörte sie die raue Stimme. »Geh wieder zurück …«

*

Laura kam sich wie festgefroren an der Leiter vor. Sie tat im ersten Augenblick nichts. Es war ihr auch nicht möglich, denn die raue Stimme hatte sie einfach zu sehr überrascht.

Über ihrem Kopf wurde noch immer die Laterne bewegt, und auch weiterhin huschten die hellen Lichtspeere über sie hinweg und verschwanden im Hintergrund des Kellers.

Sie war nicht in der Lage, ein Wort zu sagen. Ihre tiefere Haltung kam ihr wie eine Demütigung vor. Allmählich nahm die Angst zu. Die Stimme hatte sich angehört, als könnte der Mann alles andere verstehen, nur keinen Spaß.

»Hast du nicht gehört?«

»Ja, ja …«

»Dann geh auch. Und sei vorsichtig. Es ist mir egal, ob dir etwas passiert, aber nicht dem Bild. Es darf keinen Kratzer erhalten. Es ist zu wertvoll.«

»Ja, schon gut.« Sie konnte endlich wieder sprechen, aber die eigene Stimme kam ihr fremd vor.

Dann stieg sie die Sprossen wieder herab. Es waren nur wenige, doch ihr kam der Weg doppelt so lang vor. All ihre Pläne sah sie wegfliegen. Dabei hatte sie sich so große Mühe gegeben, und nun dies.

Wie im Traum nahm sie die Sprossen und fand wieder richtig zu sich selbst, als sie mit beiden Füßen den festen Boden berührte. Automatisch ging sie weiter zurück, um dem anderen Platz zu schaffen, der die Leiter locker hinter sich ließ.

Er hielt eine alte Sturmlaterne in der Hand, die bei jeder Bewegung hin und her schwankte und ihr gelbes Licht wie helle Scherbenstücke in den dunklen Keller schickte.

Vor der Leiter blieb der Mann stehen. Er streckte die Hand mit der Laterne zur Seite und gab den Blick auf sich so frei.

Laura Watson überlegte, ob sie den Mann schon einmal gesehen hatte. Vielleicht war er ihr in einer der Kneipen aufgefallen, die sich besucht hatte, um Informationen zu sammeln. Er hob sich auch nicht von den anderen Bewohnern des Küstenstrichs ab. Er gehörte zu den knorrigen Typen, die hier lebten und es gewohnt waren, Wind und Wetter zu trotzen. Der Mann war schon älter. Recht groß und auch sehr dürr. Sein Gesicht war ziemlich eingefallen. Die untere Hälfte war von einem Feld aus grauen Bartstoppeln bedeckt. Auf seinem Kopf saß eine flache Mütze mit Schirm. Die Augen lagen tief in den Höhlen, und sein Gesicht hatte etwas Totenkopfähnliches. Er trug eine dreiviertellange Jacke, eine Hose aus diesem Stoff und Stiefel. Er kam noch näher und schwenkte die Lampe, wobei er auch in die Ecken leuchtete und sich umschaute.

Keiner von ihnen sprach. Der Mann wollte es wohl nicht, und Laura traute sich nicht.

Er versperrte ihr den Weg zur Leiter. Schon jetzt stellte sie sich die Frage, wie sie aus dieser Falle herauskommen sollte.

Die Laterne schwenkte aus. Das Quietschen der kleinen Kette, an der sie noch hing, wurde leiser, und Laura wusste, dass sie dem Mann bald Rede und Antwort stehen musste.

Sie schaffte es, ihre Angst zu unterdrücken und versuchte, so gelassen wie möglich zu wirken. Das Bild hielt sie fest. Es stand mit der Unterseite auf dem Boden.

Der Fremde starrte sie an. Er kniff die Augen etwas zusammen, bevor er seine erste Frage stellte. »Wer bist du?«

»Laura Watson. Wie heißen sie?« Antwort und Frage hatte sie in einem patzigen Tonfall gestellt. Der Typ sollte wissen, dass sie sich nicht einfach überfahren ließ, aber sie erhielt von ihm zunächst keine Antwort.

Er blickte sich um. Leckte über seine Lippen. Starrte sie weiterhin an. »Du wolltest stehlen, nicht?«

»Nein!«

»Und das Bild?«

»Es ist kein Stehlen!«

Der Mann lachte glucksend. »Gehört es etwa dir? Warum bist du in einen fremden Keller eingestiegen und hast es mitgenommen? Es gehört dir nicht, du bist fremd hier, und dieses Bild gehört mir. Verstehst du das?«

»Ja, ist alles klar. Ich muss es trotzdem mitnehmen. Es geht hier nicht um mich, sondern um Colyn Dolphyn, den verdammten Piraten. Ich weiß, dass er vielen Menschen hier an der Küste gut bekannt ist. Er ist ein Tyrann. Er ist ein Verfluchter, aber er ist nicht unbedingt tot. Er kehrt immer mal zurück, und damit das nicht geschieht, muss ich sein Bild haben. Das ist alles.«

»Sehr schlau, kleine Laura, aber nicht schlau genug!«, flüsterte der Mann. »Du wirst es jetzt wieder an den Ort zurückstellen, von dem du es weggenommen hast. Ist das klar?«

»Ja, alles klar. Und dann?«

»Stell es weg!«

Laura zögerte. Sie wusste nicht, in welch einem Verhältnis dieser Mann zu den Untaten des Piraten stand. War er ein Verbündeter oder hatte er einfach nur Angst vor dem Fluch? Wenn ja, dann hätte er sie nicht daran hindern sollen, das Bild aus dem Keller zu holen. Wahrscheinlich wollte er nur, dass es blieb, und damit würde das Unheil seinen Lauf nehmen.

»Ich wiederhole mich nicht gern. Stell es wieder hin und decke es ab!«

Laura versuchte es noch einmal. »Sie … Sie wissen nicht, was Sie damit tun.«

»O doch, das weiß ich sehr gut, meine Liebe. Bei mir ist alles klar, denn ich kenne die Regeln.«

»Ich auch.«

»Hinstellen!«