John Sinclair 1150 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1150 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Die Dunklen Apostel (2. Teil).

In einer Woche geht das Abenteuer weiter. Noch immer steckten wir in der winterlichen Hölle des großen Landes, das einmal die UdSSR gewesen war. Aber wir hatten einen neuen Weg gefunden, um der Herkunft der See-Zombies auf die Spur zu kommen.

Es war eine Insel mitten im See. Vergessen, aber nicht verlassen, denn dort trafen wir nicht nur auf die lebenden Leichen, sondern auf Menschen, die sich von der Welt zurückgezogen hatten und sich die Dunklen Apostel nannten ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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EPUB
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Seitenzahl: 140

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumDie Dunklen Apostel (2. Teil)Vorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Die Dunklen Apostel (2. Teil)

In einer Woche geht das Abenteuer weiter. Noch immer steckten wir in der winterlichen Hölle des großen Landes, das einmal die UdSSR gewesen war. Aber wir hatten einen neuen Weg gefunden, um der Herkunft der See-Zombies auf die Spur zu kommen.

Es war eine Insel mitten im See. Vergessen, aber nicht verlassen, denn dort trafen wir nicht nur auf die lebenden Leichen, sondern auf Menschen, die sich von der Welt zurückgezogen hatten und sich die Dunklen Apostel nannten …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-3883-3

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Die Dunklen Apostel (2. Teil)

Ich hing über den lebenden Leichen wie ein Klöppel in der Glocke. Das Seil war fest um meinen Körper gespannt, und auch die Beretta hatte man mir abgenommen. So schaffte ich es nicht, aus meiner sonstigen Bewegungsfreiheit einen Vorteil zu ziehen.

In der runden Kirche war es düster und kalt, was mich nicht mehr sonderlich interessierte, denn mein Blick war nach unten gerichtet. Genau dort spielte sich das Geschehen ab.

Die lebenden Leichen hatten ihre Starre überwunden …

Karina Grischin und ich hatten die lebenden Leichen erlebt, als wir die Kirche betreten hatten. Anschließend waren wir von den Bewohnern, den Kuttenmännern, niedergeschlagen und überfallen worden. Nach dem Erwachen hatte ich mich in dieser verdammten Lage befunden, und von meiner Begleiterin war nichts mehr zu sehen gewesen. Ich konnte nur hoffen, dass ihr die Flucht gelungen war und sie nicht auch in einer derartigen Klemme steckte wie ich.

Ich hatte es geschafft, die Ruhe zu bewahren. Sogar etwas Galgenhumor spürte ich noch in mir. Aus mir, dem Menschen, war eine Banane geworden, die vom Baum gepflückt werden konnte, da brauchten sich die anderen nur zu recken.

Noch war es nicht so weit. Noch lagen die meisten der Gestalten, aber einige von ihnen hatten es schon geschafft, sich hochzustemmen, obwohl sie noch Schwierigkeiten hatten, auf die Füße zu gelangen. Sie waren einfach zu schwach und fielen auch manchmal wieder zurück. Aber sie wussten genau, wer sich da in ihrer Nähe befand. Jemand hing über ihnen wie die berühmte reife Frucht. Sie rochen mich. Sie würden mich abpflücken, an den Füßen packen und sich vielleicht sogar an mir hochziehen, falls sie es nicht schafften, mich zu Boden zu lassen.

Draußen war Tag, doch das Licht glich mehr einer trüben Farbe, die durch die hochstehenden Fenster sickerte und den grauen Schleier innerhalb dieser ungewöhnlichen Kirche ausbreitete. Sie selbst stand auf einer Insel inmitten eines großen, einsam gelegenen Sees in den Tiefen Russlands. Dorthin hatte mich Karina Grischins Alarmruf gelockt, denn ihr war zu Ohren gekommen, dass aus der Tiefe des Gewässers lebende Leichen ans Ufer gespült worden waren. Um sie hatte sich ein Mann namens Karel Kuzow gekümmert und die leblosen Körper in seinem Kamin verbrannt.1

Damit war der Fall natürlich nicht gelöst. Es musste einen Grund geben, weshalb die lebenden Leichen an Land gespült worden waren, und den wollten Karina und ich herausfinden.

Die Spur hatte uns zu dieser Insel im See geführt. Darauf stand ein Kloster, das von den Dunklen Aposteln bewohnt wurde. So jedenfalls waren sie bezeichnet worden.

Auch sie waren nicht eben Freunde. Sie hatten uns überfallen und mich schließlich in diese Lage gebracht, um möglicherweise die Zombies zu beruhigen.

Genaue Zusammenhänge kannte ich nicht. Alles hing noch zu sehr in der Schwebe. Es brachte mir auch nichts ein, wenn ich mir jetzt Gedanken um die nähere Zukunft machte. Für mich war wichtig, dass ich aus dieser lebensgefährlichen Klemme herauskam.

Auch eine zweite Gestalt hatte es jetzt geschafft, sich vom Boden zu erheben. Noch stand die Gestalt gebückt, doch mit einem gewissen Schwung brachte sie ihren Körper in die Höhe und drehte ihn auch, sodass ich ihn anschauen konnte.

Das Licht reichte aus, um die alte Wasserleiche zu sehen. Das heißt, eine normale Leiche war die Gestalt nicht, aber sie wirkte so, und sie hatte auch lange genug auf dem Grund des Sees gelegen. Da war keine normale Haut mehr zu sehen. Die andere schimmerte grünlich und war aufgedunsen. Das dünne Haar klebte auf dem Schädel, und die Augen wirkten wie Glasstücke. Die Kleidung klebte als feuchte Lumpen um den Körper, und das Gesicht sah aus wie ein blasser Schwamm.

Auch die restlichen lagen nicht mehr still. Etwas trieb sie an. Wahrscheinlich rochen sie die Beute, die über ihren Köpfen schwebte. Noch hatte ich Zeit, mich zu befreien, was allerdings verdammt schwer sein würde. Meine ersten Versuche waren allesamt misslungen. Es war unmöglich für mich, den Knoten auf meinem Rücken zu lösen; er war einfach zu dicht geschlungen.

Ein Zombie unternahm bereits Gehversuche. Er stolperte und hatte noch Schwierigkeiten, mit den eigenen Beinen fertig zu werden; sie wollten nicht so wie er. Der Rhythmus stimmte noch nicht, aber er fing sich immer besser.

Seine Artgenossen rollten sich über den Boden. Sie kämpften sich mühsam in die Höhe und stützten sich gegenseitig ab.

Schließlich standen drei von ihnen auf den Beinen. Die anderen waren noch zu schwach. Sie lagen zumeist auf dem Rücken und glotzten zu mir hoch.

Allmählich wurde es mir mulmig zu Mute. Ich fluchte über mein Schicksal, das ich mir irgendwie selbst eingebrockt hatte. Unter mir bewegten sich Geschöpfe, die weder normal denken, noch normal handeln konnten, aber sie folgten einem Instinkt.

Sie rissen die Arme hoch. Es geschah zur gleichen Zeit, als hätten sie einen Befehl bekommen. Wie ferngelenkte Figuren bewegten sie sich dann auf mich zu und hielten die Arme noch immer erhoben und die Hände ausgestreckt, denn so würden sie mich locker erreichen können. Dann konnten sie meine Knöchel umfassen und sich an mir hochziehen.

Einer machte den Anfang. Als er ging, schien er einen Stoß bekommen zu haben. Er änderte seine Richtung auch nicht. Ich war sein Ziel, und die bleichen Hände schnappten nach meinen Füßen. Sie hätten sie auch erwischt, aber ich war schneller als die Pranken. Bevor sie ihr Ziel fanden, zogich die Beine an, und die Hände griffen ins Leere. Zugleich torkelte der lebende Tote weiter und befand sich nun hinter meinem Rücken, was mir gar nicht passte.

Dann war der Zweite schon da. Als er zugriff, trat ich zu. Ich hatte die Beine nur kurz angezogen und sie dann im richtigen Moment nach unten gestoßen.

Die Gestalt war ziemlich groß. Mein Glück, ihr Pech. Die Absätze der Schuhe erwischten den Kopf. Sie schleuderten die Gestalt zur Seite, und ich lachte auf, als sie am Boden landete.

Durch die Bewegungen schwang ich jetzt hin und her wie ein Klöppel in der Glocke. Die Beine pendelten über die Köpfe der Zombies hinweg. Es lag jetzt keiner mehr am Boden. Sie waren auf mich fixiert. Es sah alles andere als gut aus, als sie ihre Arme hoben und immer wieder versuchten, nach meinen Füßen zu fassen, um sich wie Kletten an mich zu hängen.

Nicht alle schafften es. Die meisten waren zu klein. Ihre Hände wischten unter meinen Füßen hinweg. Sie fassten immer ins Leere, aber es kam auch zu Berührungen. Nur schwang ich zu stark hin und her, als dass die Gestalten es geschafft hätten, mich zu halten.

Allerdings hatte ich den Ersten nicht vergessen, der hinter mir abgetaucht war. Er war groß genug, und auch ein Zweiter riss vor mir die Arme hoch.

Ich pendelte genau auf ihn zu. Konnte nichts machen und spreizte dann die Beine.

Das war im letzten Augenblick geschehen. Zwischen meinen Beinen hindurch fassten die Hände ins Leere. Beim Zurückschwingen erwischte ich den Kopf noch mit einem Tritt. Der Zombie wurde zur Seite gedreht, prallte gegen einen Artgenossen, und beide fielen zu Boden.

So würde dieses verfluchte Spiel weitergehen. Freiwillig ergab ich mich nicht. Es stellte sich nur die Frage, wie lange ich es schaffte, dies durchzuhalten.

Zur Ruhe kam ich nicht mehr.

Ich musste immer wieder treten, und es prallten immer wieder die Hände gegen meine Beine oder Füße. Zum Glück rutschten die Finger ab, zu einem richtigen Griff waren sie noch nicht gekommen.

Die Zombies hatten mir gegenüber einen Vorteil. Ich würde irgendwann erschöpft sein, sie aber nicht. Sie waren wie Maschinen. Sie brauchten keine Erholung, keine Ruhe. Sie würden erst aufhören, wenn es mich als lebenden Menschen nicht mehr gab.

Wieder fassten zwei Klauen zu. Ich hatte sie nicht gesehen. Mein Albtraum war leider wahr geworden, denn hinter mir hielt sich der größte Zombie versteckt.

Der hatte mich jetzt im Griff!

Mit beiden Händen umfasste er meine Knöchel. Die Finger waren wie Klammern, die ich nicht lösen konnte. Ich pendelte auch nicht, denn die Gestalt hielt mich eisern fest. Der Druck um meinen Körper verstärkte sich, und zum ersten Mal stieg Panik in mir hoch. Mir war plötzlich klar, dass ich mich aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnte. Die Gestalt hing an mir wie ein schweres Gewicht, und ich wusste auch, dass es nicht die Einzige bleiben würde.

Ich konnte nicht direkt nach hinten schauen. Dennoch senkte ich meinen Kopf und schielte an meiner rechten Seite vorbei. Der Zombie war nur sehr schwach zu erkennen. Ich sah zwei nackte Füße und darüber den Ansatz der Beine.

Es half kein Strampeln mehr. Ich bekam die Beine einfach nicht hoch. Zudem hielt der Untote meine Knöchel eisern fest.

Auch andere hatten mitbekommen, in welcher Lage ich mich befand. Für sie war es optimal. Ich konnte mich nicht mehr bewegen, so würden sie besser an mich herankommen. Die kleineren Gestalten schafften es noch immer nicht, aber die größeren hängten sich an mich. Sehr bald schon zerrten mehrere Hände an meinen Beinen und hatten sich in der Kleidung verhakt.

Nicht einmal mit den Beinen konnte ich noch zucken. Es war eine verdammte Situation. Die Schlinge hing um meine Hüften. Sie war sehr eng geknüpft, aber ich fragte mich, ob sie den Druck tatsächlich aushielt und nicht doch in die Höhe rutschte, um dann die Brust und später den Hals zu erreichen.

Wenn das eintrat, würde mich die Schlinge auf grausame Art und Weise erwürgen.

Die Zombies beließen es nicht allein beim Klammern. Ich war für sie so etwas wie eine Stange, an der sie sich in die Höhe ziehen konnten. Sie versuchten es. Hände lösten sich, griffen schnell zu, rutschten aber auch an meiner Kleidung ab, und so prallten zwei der Gestalten wieder zu Boden. Sie standen sofort auf, um einen neuen Versuch zu starten. Nur der größte Untote hatte sich nicht bewegt. Er hielt mich auch jetzt an den Fußgelenken umklammert, sodass ich keine weiteren Pendelbewegungen mehr durchführen konnte.

Damit gab er sich nicht zufrieden. Er wollte sich an meinen Beinen in die Höhe hangeln. Und er war so kräftig und auch geschickt, dass er es schaffte.

Der Stoff meiner Hose gab ihm Halt. Er rutschte nicht ab wie die anderen. Stück für Stück kam er höher. Sein Gesicht war nichts anderes als eine leblose Fläche, die zu mir hochglotzte. Auch in den Augen bewegte sich nichts, und der Mund blieb so halb offen, wie ich ihn schon immer erlebt hatte.

Andere taten es ihm nach. Sie hängten sich an ihn. Sie hingen sich auch an meinem Körper fest. Es war plötzlich ein Pulk, der mich umfasst hielt. Ein schweres Gewicht wollte mich nach unten ziehen, und ich hatte allmählich das Gefühl, auf einer senkrecht stehenden Streckbank zu liegen.

Allmählich verlor ich auch den Überblick oder meine Nerven. Für mich kam es nur darauf an, zu überleben. Alles andere war unwichtig geworden. Ich wollte sie nicht einmal vernichten, sondern nur raus aus dieser Hölle der Untoten.

Die zerrten weiter. Sie rissen. Andere Zombies klammerten sich an denen fest, die mich festhielten. In den Oberschenkeln sammelten sich die Schmerzen. Wenn das so weiterging, würden sie es schaffen, mir die Beine aus dem Körper zu reißen.

Dann hörte ich ein Geräusch.

Es passte nicht hierher. Es stammte weder von mir noch von den Zombies. Hinter und auch über mir war es aufgeklungen. Ein schweres Ächzen und zugleich Knarren. Das Geräusch blieb, es veränderte sich nur leicht, und ich hörte, dass hinter mir etwas zusammenbrach. Es passierte mit einem krachenden Laut, und dann war alles anders.

Mich hielt nichts mehr. Kein Balken, kein Seil. Die Kraft der Zombies hatte die Konstruktion hinter mir zerstört, wobei ich nicht einmal wusste, wie sie aussah.

Es hielt nichts mehr.

Auch ich wurde nicht mehr gehalten.

Wie ein Stein fiel ich nach unten und prallte mit meinem Gewicht auf die ebenfalls fallenden Zombies, wobei mir das Ende des Seils nachfolgte und wie eine Peitschenschnur in das bleiche Gesicht eines Untoten hineinschlug …

*

»Bei den Toten, die zurückgekehrt sind. Und sie werden ihn fressen!«

Genau diesen Satz hatte Karina Grischin gehört, und die Worte hatten sie geschockt, obwohl sie es sich nicht anmerken ließ. Sie wusste ja, um wen es ging, um John Sinclair, ihren Partner in diesem mörderischen Fall.

Gemeinsam waren sie auf die einsame Insel gefahren, um das Rätsel der Zombies zu lösen. Sie hatten den Mann mit dem Sarg gesehen. Sie waren ihm gefolgt. Sie hatten gesehen, wie er verschwand, und dann waren sie in die Kirche gegangen und hatten dort die lebenden Leichen auf dem Boden liegen gesehen.

Danach war dann alles anders geworden. Die Kuttenmänner, auch Dunkle Apostel genannt, waren in die Rundkirche gestürmt und hatten beide überwältigt.

Karina war von ihnen unterschätzt worden. Sie hatte sich im Gegensatz zu John Sinclair freikämpfen können, war ins Freie gelaufen und hatte sich versteckt.

Natürlich suchten die Dunklen Apostel nach Karina. Sie würden sie auch finden, denn es gab einfach nur das Gelände der Insel, wo sie sich verstecken konnte, und das war überschaubar.

Aber Karina hatte gar nicht vor, sich zu verstecken. Sie wollte auch nicht aufgeben, deshalb war sie nicht hergekommen. Sie wollte den verdammten Fall beenden, und das zusammen mit John Sinclair.

Der größte Mann, so etwas wie der Anführer, der auch den Sarg getragen hatte, war auf Karinas Versteck zugegangen. Sie hatte nicht erst gewartet, bis er den Stein erreichte, nein, sie war aus ihrer Deckung hervorgehuscht und bedrohte ihn mit ihrer Waffe, die ein Kaliber besaß, das auch Elefanten tötete.

Aber der Apostel war ebenfalls bewaffnet. Und zwar mit einer Beretta, was Karina alles andere als glücklich machte. Sie wusste, dass John sich noch in dieser seltsamen Kirche aufhielt, und sie wusste jetzt auch, dass die Zombies ihn fressen wollten.

Fressen wie Ghouls!

Um das zu erreichen, musste er zunächst getötet werden. Für die Masse der Untoten war es ein Leichtes, einen unbewaffneten Menschen zu vernichten, obwohl John Sinclair möglicherweise noch sein Kreuz besaß. Doch das wusste sie nicht genau.

Die Situation stand noch immer auf des Messers Schneide. Beide starrten sich an. Beide zielten aufeinander. Bei beiden lag der Finger am Abzug. Es war ein reines Nervenspiel, was in den folgenden Sekunden ablief. Wenn jemand schoss, dann schoss der andere auch, was nicht unbedingt mit dem Tod enden musste. Doch eine Verletzung konnte sich Karina Grischin auch nicht leisten.

Über den Lauf der Waffe hinweg schaute sie in das Gesicht des Apostels. Es wirkte wie geschnitzt. Sie stufte es auch als alterslos ein. Es zeigte alles andere als eine gesunde Farbe, aber es fielen die sehr dunklen und auch buschigen Brauen auf, die sich wie Bögen über die ebenfalls dunklen Pupillen spannten.

Der Mund, die Nase, das Kinn – alles an ihm wirkte eckig. Graue Farbtöne verteilten sich auf der Haut, und die Lippen waren so gut wie nicht zu sehen.

Der Apostel hatte nach seinem letzten Satz nichts gesagt. Er wollte wohl die Wirkung abwarten, doch die trat nicht ein. Zumindest nicht so, wie er es erwartet hatte.

»Wie heißt du?«, fragte Karina.

»Dimitri.«

»Okay, ich bin Karina. So wissen wir wenigstens, wen wir umgebracht haben.«

»Ja.«

Sie ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. »Ich bin nicht gekommen, um zu töten. Zumindest dich nicht, Dimitri, und auch nicht einen deiner Männer. Hast du hier das Sagen?«

»Ja.«