John Sinclair 1151 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1151 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Mandragoros Monsterwelt (3. Teil).

Es gab nur noch drei lebende Personen auf der Insel im See. Karina, Dimitri und mich. Nur hatten wir auf dem Eiland nichts mehr zu suchen, wir mussten an einem anderen Ort weitermachen.

Der Weg zurück führte über den See. Es gab keinen anderen. Dimitri fuhr mit uns. Wie auch wir fürchtete er sich vor dieser nächtlichen Fahrt.

Dass es uns allerdings so schlimm treffen würde, damit hätten wir nicht gerechnet. Es gab keine Rettung, denn auf uns wartete Mandragoros Monsterwelt.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 135

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumMandragoros Monsterwelt (3. Teil)Vorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Mandragoros Monsterwelt (3. Teil)

Es gab nur noch drei lebende Personen auf der Insel im See. Karina, Dimitri und mich. Nur hatten wir auf dem Eiland nichts mehr zu suchen, wir mussten an einem anderen Ort weitermachen.

Der Weg zurück führte über den See. Es gab keinen anderen. Dimitri fuhr mit uns. Wie auch wir fürchtete er sich vor dieser nächtlichen Fahrt.

Dass es uns allerdings so schlimm treffen würde, damit hätten wir nicht gerechnet. Es gab keine Rettung, denn auf uns wartete Mandragoros Monsterwelt.

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-3884-0

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Mandragoros Monsterwelt (3. Teil)

Suko schloss die Tür des Vorzimmers, in dem sich Glenda Perkins aufhielt.

Die dunkelhaarige Frau ließ das kleine Putztuch und die Brille sinken, als sie einen Blick auf Sukos Gesicht geworfen hatte.

»Ist was mit dir?«

Der Inspektor hob nur die Schultern.

»He, es geht um John, nicht wahr.«

Suko ließ sich Zeit mit der Antwort. Er setzte sich auf die Schreibtischkante. »Ja, es geht um ihn. Er hat sich nicht gemeldet. Es gibt kein Lebenszeichen von ihm …«

»Warum siehst du das so skeptisch? So kenne ich dich nicht. Was ist passiert? John ist schon öfter weggeblieben und hat sich nicht gemeldet. Er hat das Fax bekommen und ist nach Russland gefahren, um mit Karina Grischin einen Fall zu lösen …«

»Ja, ja, das stimmt alles, Glenda. Ich sage auch nichts dagegen. Du hast Recht, es ist unser Job, gegen die Mächte anzukämpfen, und trotzdem«, er zeigte auf seine Magengrube, »zieht sich dort etwas zusammen. Es ist das Gefühl, das mir sagt …«, er zuckte die Achseln. »Was soll ich da lange reden? Du kennst es.«

Glenda nickte. »Und was sagt Sir James? Bei dem bist du doch erst noch gewesen.«

»Er sieht es ähnlich.«

»Was heißt das genau?« Glenda stemmte die Ellenbogen auf den Schreibtisch und stützte das Kinn darauf. »Willst du etwa hinfliegen?«

»Das würde ich am liebsten.«

»Was hindert dich daran?«

»Der lange Flug. John hält sich nicht in Moskau auf, sondern irgendwo in einer Einöde. Am Ende der Welt, was weiß ich. Da werden die Sorgen nicht geringer.«

»Zu welch einem Entschluss bist du denn gelangt?«

»Ich rufe an.«

»Wen? John?« Glenda lachte.

»Nein. Wladimir Golenkow. Vielleicht hat er eine Nachricht bekommen. Es passt mir einfach nicht, dass John überfällig ist. Da sagt man immer, man lebt in einer Welt, die täglich durch die neuen Kommunikationsmittel näher zusammenwächst. Und was kommt letztendlich dabei heraus? Nichts oder nicht viel. Er hätte sich auch auf dem Mars herumtreiben können, das wäre das Gleiche.«

»Ist wohl gut, wenn du mit Wladimir telefonierst. Wenn etwas passiert wäre, dann hätten wir längst Bescheid bekommen. So zumindest sehe ich das.«

Suko rutschte von der Schreibtischkante. »Wir werden sehen.« Er ging nach nebenan in das Büro, das er sich mit seinem Freund John Sinclair teilte. Es kam ihm plötzlich so verlassen vor, obwohl er schon öfter hier allein gesessen hatte.

Die Tür hatte er nicht geschlossen. Glenda sollte sein Gespräch mit Wladimir Golenkow, dem ehemaligen KGB-Mann, ruhig mithören können. Der Inspektor war davon überzeugt, dass John Sinclair und Karina Grischin in eine Falle geraten waren. Er wusste nicht einmal, worum es ging. Im Fax hatte nur etwas von den Vasallen der Hölle gestanden. Etwas Positives jedenfalls nicht.

Jetzt war es nur wichtig, dass er Wladimir erreichte. Die Nummer kannte Suko. Faxen oder eine E-mail schicken wollte er nicht. Nachdem er die lange Zahlenkolonne eingetippt hatte, begann die Wartezeit. Das Freizeichen war schon zu hören. Ein Vorteil. Und wenig später wurde das Geräusch durch eine Frauenstimme abgelöst, die etwas auf Russisch sagte.

Mit dieser Sprache hatte Suko seine Probleme. Er versuchte es auf Englisch und war froh, als man ihm ebenso antwortete.

»Ja, ich komme damit zurecht.«

»Wunderbar. Ich möchte gern Wladimir Golenkow sprechen.«

Nichts, keine Reaktion.

»Bitte. Haben Sie mich nicht verstanden? Ich hätte gern mit Wladimir Golenkow gesprochen.«

»Ja, ich habe Sie schon verstanden. Es ist alles klar. Wer sind Sie? Warum möchten Sie mit ihm reden?«

»Es ist eine dienstliche Angelegenheit.

Die Frau war zäh. »Ich weiß nicht, ob ich ihn stören kann. Er wollte etwas … nun ja …«

»Sagen Sie ihm, wer ihn sprechen will. Verdammt noch mal. Mein Name ist Suko. Es geht hier nicht um irgendwelche Kleinigkeiten, sondern um harte Fakten. Das ist kein Spiel. Ich rufe nicht aus London an, um nur mal einen Guten Tag zu wünschen. Begreifen Sie das endlich.«

Die Worte waren auf fruchtbaren Boden gefallen, denn die Frau sagte: »Ich werde es versuchen.«

»Danke, sehr freundlich.«

Glenda hatte mittlerweile das Büro betreten. Sie hob fragend die Augenbrauen. »Probleme?«

»Nicht mehr als sonst. Da denkt wieder jemand, er wäre ein weiblicher Herrgott.«

»Beziehst du das auch auf mich?«

»Nein, Glenda, wie kommst du darauf?«

»Nun ja, bei dir weiß man nie.«

Suko wollte noch etwas sagen, aber die andere Stimme war jetzt wichtiger.

»Hallo, Suko.«

»Wladimir. Na endlich.«

»Na ja, ich muss mich für meine Vorzimmerdame entschuldigen oder sie in Schutz nehmen. Ich selbst habe ihr gesagt, dass ich nicht für jeden zu sprechen bin. Dann rück mal raus mit der Sprache. Um was genau geht es denn?«

»Kannst du dir das nicht denken?«

Golenkow lachte leise. »Sicher, es geht um John Sinclair. Und auch um Karina Grischin.«

»Du nimmst das ziemlich locker.«

»Nein, nehme ich nicht.«

»Dann machst du dir auch deine Gedanken?«

»In der Tat. Ich bin ja informiert und …«

»Pardon, wenn ich dich unterbreche, Wladimir, aber die beiden haben sich anscheinend bei dir ebenfalls nicht gemeldet.«

»So ist es.«

»Das sagst du so locker?«

»Sie können es nicht, Suko. Sie sind in einem Gebiet, in dem du höchstens trommeln kannst. Da ist es Essig mit der normalen Kommunikation, wie wir sie gewohnt sind. Und irgendwelchen Brieftauben würden in der kalten Luft die Flügel einfrieren. Bei uns herrscht noch strenger Winter. Wir müssen uns schon darauf verlassen, dass die beiden die Dinge unter Kontrolle bekommen.«

»Nur die beiden?«

»Sicher.«

»Das gefällt mir nicht. Das Fax jedenfalls hat sich gar nicht gut gelesen.«

»Ich weiß, aber es ist ihr Job.«

»Und um was geht es denn? Weißt du mehr?«

»Ja. Um Zombies.«

Suko war in den folgenden Minuten still. »Wie Zombieville damals?«

»Das weiß ich nicht, glaube es aber nicht. Diesmal sind sie aus der Tiefe eines nicht zugefrorenen Sees an Land gespült worden. Diesem Fall wollten Karina und John nachgehen. Uns hat auf zahlreichen Umwegen eine Meldung erreicht, der Karina und ich große Bedeutung beimessen. Wir wollten den Fall allerdings nicht an die große Glocke hängen und sind deshalb recht sanft vorgegangen. Das heißt, es wurden keine anderen informiert. Deshalb dieser relative Alleingang.«

»Du hast demnach auch nichts gehört?«

»So ist es.«

»Und du machst dir keine Sorgen?«

»Doch.«

»Was willst du unternehmen?«

»Eigentlich nichts.«

Die Antwort passte Suko nicht. Der Druck im Magen war keinesfalls geringer geworden. »Wenn du nichts gehört hast, dann musst du doch eingreifen, verdammt!«

»Wie denn? Durch Trommeln?«

»Unsinn. Es ist …«

»Du kannst dich aufregen wie du

willst, Suko. Es gibt keine Chance, an sie heranzukommen. Dort wo sie sich aufhalten, haben die Menschen nicht einmal etwas von Elektrizität gehört. Es gibt auch kein Telefon. Einfach gar nichts.«

»Trotzdem kannst du was tun.«

»Wie?«

»Hinfliegen. Flugzeug, Hubschrauber.« Suko ließ nicht locker. »Bitte, Wladimir, das würde ich an deiner Stelle tun. Flieg hin. Ich weiß selbst, dass ich viel verlange, aber ich habe einfach das Gefühl, dass die beiden Hilfe brauchen.«

Die Stimme des Russen klang ernster, als er antwortete. »Du wirst lachen, Suko, aber ähnliche Gedanken habe ich mir auch schon gemacht. Okay, du brauchst nicht weiter zu reden. Ich werde sehen, was sich machen lässt. Einen Flughafen gibt es dort nicht in der Nähe. Man müsste es mit einem Hubschrauber versuchen.«

»Wie viele Kilometer sind sie denn von Moskau entfernt?«

»Ungefähr dreihundert.«

»Das geht ja noch.«

»Ja, wenn du mit normalen Straßen rechnest. Bis an den See heranzukommen, hast du einen ganz schönen Fahrstress. Es gibt da keine glatten Autobahnen.«

»Du schaffst das schon, alter Freund.«

Wladimir seufzte. »Ja, ja, wenn ich dich nicht hätte, Suko, wüsste ich nicht, was ich unternehmen sollte.«

»Eben.«

»Gut, ich gebe dir dann Bescheid. Mal sehen, ob ich hier ein Satellitentelefon auftreiben kann. Wo bist du zu erreichen?«

»Wahrscheinlich in meiner Wohnung.«

»Dann hörst du von mir.«

»Danke, Wladimir. Und noch etwas: Alles Glück der Welt für dich und die beiden.«

»Wird schon schiefgehen.«

Als Suko den Hörer aufgelegt hatte, blieb ein Schweißfleck auf dem Kunststoff zurück. Glenda stand noch an der Tür und warf ihm einen fragenden Blick zu.

»Hast du zugehört?«

»Ja.«

»Sie hängen fest. Sie sind in der verdammten Einsamkeit gefangen. Kein Telefon, kein Computer, aber Wladimir wird hinfliegen. Das hat er mir versprochen.«

»Und du könntest dich selbst irgendwohin beißen, will du nicht mit nach Russland geflogen bist. Ist das so?«

»Genau.«

»Möchtest du Tee oder Kaffee?«

Suko stemmte sich hoch. »Am liebsten möchte ich gar nichts haben, sondern nur Bescheid wissen, dass mit den beiden alles in Ordnung ist. Das ist ein verdammtes Himmelfahrtskommando. Zombies in Russland, Glenda. Wo kommen sie her?«

»Ich weiß es nicht. Auch wenn ich ein relativer Laie bin, ich kann mir kaum vorstellen, dass sich der Voodoo-Zauber bis in dieses Land ausgebreitet hat.«

»Da muss ich dir zustimmen.« Suko nickte. »So, und jetzt werde ich Sir James einweihen.«

»Tu das.«

Glenda schaute Suko von der Seite an, als er das Büro verließ. Die Sorge auf seinem Gesicht war nicht weniger geworden, und auch sie spürte das unangenehme Kribbeln in der Magengegend …

*

Dimitri hielt den Kopf an den Haaren gepackt und hatte ihn in die Höhe gehoben wie eine Trophäe. Er stand auf dem schwankenden Boot. Er tat nichts und schien darauf zu warten, dass jemand eine Kamera zückte und ihn mit seiner Beute fotografierte.

Den Kopf hatte er aus dem See geholt, nachdem die Wellen ihn gegen den Bootskörper geschwemmt hatten. Durch den dumpfen Laut waren Karina Grischin, Dimitri und ich aufmerksam geworden. Der Mönch, der sich auch als Dunkler Apostel bezeichnete, hatte sich gekniet, über die Bordwand gegriffen und das Fundstück aus dem Wasser geholt, das er uns jetzt präsentierte.

Wir sagten zunächst nichts. Karina und ich waren einfach zu überrascht, obwohl wir auf der anderen Seite auch damit hatten rechnen müssen. Wir waren davon ausgegangen, dass es eine verfluchte Rückfahrt werden würde. Den ersten Beweis dafür hatten wir bereits bekommen.

Das Boot schwankte über die kabbeligen Wellen hinweg, und die Bewegungen übertrugen sich auch auf uns. Der Kopf pendelte dabei von einer Seite zur anderen. Mit dem weit geöffneten Mund und den ebenfalls offenen Augen hatte er etwas Clownartiges bekommen. Mir kam es vor, als würde er mich zugleich an- und auch auslachen. Zudem sah er einfach nur hässlich aus. Er hatte recht lange im Wasser gelegen, und das war auch an seiner Haut zu sehen. Sie sah vom Grund her noch hell aus, doch zugleich hatten sich grüngraue Schatten über das Gesicht gelegt, wie tief eingegraben.

Der Halsstumpf war ebenfalls noch zu sehen. Er sah regelrecht zerfranst aus. Ein Zeichen dafür, dass er nicht abgeschlagen, sondern abgerissen oder abgebissen worden war.

Mit einer Hand umfasste Dimitri eine der vier Stangen, die die Plane trugen. Es war kein Segel, nur ein Schutz gegen Regen, und auch nicht perfekt.

Karina Grischin, die am Heck saß und das Ruder hielt – den Motor hatte sie abgestellt –, kniete jetzt und hielt ihren Blick auf den widerlichen Schädel gerichtet, der bei jeder Wellenbewegung von einer Seite zur anderen pendelte.

Ich hatte schon erlebt, dass abgeschnittene Köpfe plötzlich zu einem widerlichen Leben erwachten. Hier wies nichts darauf hin, denn es gab nichts, was sich am Kopf von allein bewegt hätte.

Für mich stand fest, dass er einem Zombie gehört hatte, einer lebenden Leiche. Darum genau ging es in diesem Fall. Um lebende Leichen, die aus der Tiefe des Gewässers an Land gespült worden waren und Menschen entsetzt hatten. Bis auf einen Mann. Er hatte das Schicksal gewissermaßen in die Hand genommen und es auch geschafft, die Kreaturen zu zerstören.

Der Mann hieß Karel Kuzow. Er lebte in einem kleinen Dorf am anderen Ufer des Sees. Ihm war es auch zu verdanken, dass Karina Grischin über die Vorgänge informiert worden war. Ein Bote hatte die Nachricht über das Ungeheuerliche bis nach Moskau gebracht, wo die Informationen sofort in die richtigen Kanäle geleitet worden waren.

Karina wusste, dass gewaltige Probleme auf sie zukamen, die sie allein kaum lösen konnte. Aus diesem Grund hatte sie mir ein Fax geschickt. Ich war von London aus nach Moskau geflogen und danach mit Karina in den Süden Russlands gefahren.

An diesen großen See, der einfach nicht zufror, weil das Wasser zu warm war. Aus welchen Quellen es gespeist wurde, war uns unbekannt, aber wir gingen davon aus, dass in der Tiefe noch manches Geheimnis lauerte.

Wir selbst hatten ebenfalls einige Zombies vernichten können. Bei Karel Kuzow selbst waren wir nicht weitergekommen, aber er hatte uns den Tipp mit der Insel gegeben, und zu ihr waren wir gefahren. Hier hatten wir unter rätselhaften Umständen Dimitri und seine elf anderen Dunklen Apostel kennengelernt. Sie hatten eine kleine Gruppe gegründet, eine Sekte, die ihr eigenes Leben führte und sich intensiv mit der Wiedergeburt beschäftigte.

Wir selbst hatten erlebt, welchen Zeitenwechsel es immer wieder gegeben hatte. So hatten wir sie normal erlebt, aber auch als Skelette kennengelernt. Durch mein Kreuz war dieser Wechsel der Zeiten aufgehoben worden, und so erlebten wir Dimitri in seiner echten Gestalt und nicht als Skelett. Wobei ich davon überzeugt war, dass er uns noch nicht alle Geheimnisse offenbart hatte.

Das war nur die eine Hälfte. Die andere gehörte den Zombies, die sich ebenfalls auf der Insel aufgehalten hatten. Ich hatte zu ihrer Beute werden sollen, was zum Glück misslungen war. Mit Hilfe meines Kreuzes hatte ich sie in den Zeitstrom hineingeschafft, aus dem sie nicht mehr hervorgekommen waren. 1

Aber es hatte andere gegeben. Oder waren es die Gleichen gewesen? Ich wusste es nicht. Jedenfalls hielten die Zombies die Insel plötzlich besetzt. Wir hatten uns schon darauf eingestellt, sie der Reihe nach zu vernichten, als sie sich von allein zurückgezogen und wieder im See verschwunden waren.

Diese Kreaturen waren für mich ein Rätsel. Erst zur Hälfte hatten wir es lösen können und dabei erfahren, dass sie einmal völlig normale Menschen gewesen waren. Irgendwann war ein U-Boot erschienen und hatte die Menschen geholt. Als Zombies waren sie zurückgekehrt. Was sich zwischendurch ereignet hatte, war uns ein Rätsel. Nur wenn wir es schafften, das zu lösen, würden wir den Fall lösen können. Bevor wir gestartet waren, hatten wir die Hand gesehen, die das Wasser an den Strand gespült hatte, und an dieser Hand hatten wir die Streifen entdeckt, mit denen sie umwickelt worden war. Wirklich ungewöhnliche Streifen, die aus einem pflanzlichen Material bestanden. Lianen, Schlinggewächse, wie auch immer, die sich in der Dunkelheit des Gewässers verborgen hielten.

Karina streckte Dimitri ihren rechten Arm entgegen. »Warum hast du den Kopf aus dem Wasser gezogen?«

»Er prallte gegen das Boot!«

Sie schüttelte wütend den Kopf. »Wirf ihn wieder in das verdammte Wasser!«

Dimitri wollte es tun. Zuvor warf er mir noch einen fragenden Blick zu. Erst als ich nickte, holte er aus und schleuderte den Kopf wieder zurück in die Fluten. Wir hörten noch das satte Klatschen, bevor er eintauchte.