John Sinclair 1291 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1291 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Bitte recht teuflisch!

Bitte recht teuflisch hieß es, wenn ein bestimmter Mann fotografierte. Denn nicht nur er war auf dem Foto zu sehen, sondern auch das, was er dachte, malte sich auf dem Bild ab.

Es war schon bewusst herbeigeführt worden, dass ich zusammen mit Casey Jordan fotografiert wurde. Und ich sah auch seine Gedanken. Für mich waren sie nicht angenehm, denn Jordan zielte mit einem Messer auf meine Kehle ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 136

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumBitte recht teuflisch!Vorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Bitte recht teuflisch!

hieß es, wenn ein bestimmter Mann fotografierte. Denn nicht nur er war auf dem Foto zu sehen, sondern auch das, was er dachte, malte sich auf dem Bild ab.

Es war schon bewusst herbeigeführt worden, dass ich zusammen mit Casey Jordan fotografiert wurde. Und ich sah auch seine Gedanken. Für mich waren sie nicht angenehm, denn Jordan zielte mit einem Messer auf meine Kehle …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4037-9

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Bitte recht teuflisch!

Für einen winzigen Moment funkelte die Messerklinge im scharfen Licht des Punktscheinwerfers, dann war sie verschwunden. Sie zuckte nach unten hin weg und wurde zweimal bewegt.

Zwei Schnitte!

Jemand schrak kurz zusammen. Dann war ein scharfer Atemzug zu hören, und der Blick glitt nach unten.

Ein Querkreuz war entstanden. Ein Andreaskreuz. Rot und blutig. Genau wie es die blonde Frau haben wollte, die noch mit einer schnellen Bewegung der Zunge die Messerspitze ableckte, ohne sich dabei zu verletzen. Der Mann hatte seinen linken Arm angewinkelt und bis zum Ellbogen hin auf die Tischplatte gelegt. Das Licht fiel als scharfer Strahl von der Decke. Es leuchtete die Hand und auch den Unterarm des Mannes an. Im Zentrum malte sich das blutige Querkreuz deutlich ab.

„Bist du zufrieden?“, fragte der Mann mit scharfer Flüsterstimme. Er spürte den Schweiß auf der Oberlippe und leckte ihn ab. Aus dem Dunkel hinter dem Lampenstrahl erfolgte die Antwort. „Noch nicht ganz, mein Freund. Es ist ein Anfang.“

„Ich weiß. Aber ich habe getan, was du wolltest.“

„Das muss auch so sein.“

Hinter der Lampe war ein Geräusch zu hören, als die Person hart mit dem Fuß auftrat. Dann schob sie sich nach vorn, und ihr Gesicht geriet in das Licht der Lampe.

Ein perfektes Gesicht. Zu perfekt, um schön zu sein. Blonde, wild zerzauste Haare umrahmten es. Ein Mund, dessen Lippen geschwungen und zu einem Lächeln verzogen waren. Eine glatte Stirn, glatte Haut, eine gerade Nase, kalte Augen und eine Zunge, die sich langsam durch den Lippenspalt schob, als sich die Frau bückte.

Sie beugte sich zu dem sitzenden Mann hinab, als wäre sie seine persönliche Dienerin. Die Zunge schwebte für einen winzigen Augenblick über der Wunde, bevor sie das Blut an den Rändern des Kreuzschnitts ableckte. Die Frau hielt die Hand dabei fest, und sie drückte dann den Mund auf die Wunde, um noch mehr Blut in ihren Mund fließen zu lassen.

Der Mann sagte kein Wort. In seiner Sitzhaltung war er erstarrt. Er hielt den Mund offen, ohne Luft zu holen, konzentrierte sich auf sein Handgelenk und lauschte den Geräuschen nach, die entstanden, als die Frau saugte.

Sie war zufrieden. Für den Anfang zumindest, und als sie sich wieder aufrichtete, lächelte sie. In den Augen funkelte es. Sie schleuderte einen Teil der blonden Haarpracht zurück und drehte sich so, dass sie sich auf die Kante des Tisches setzen konnte.

Ein Wort sagte sie nicht. Der Blick galt nur dem Mann, dessen Armwunde sauber geleckt war. Er hieß Casey Jordan, und er war jemand, auf den die Frauen flogen. Groß, muskulös, dem Filmstar George Clooney ähnelnd, dunkle Haare und mit einem Blick seiner Augen versehen, der Frauen unter die Haut ging.

„Was bist du nur für eine Frau?“, flüsterte er.

„Das weißt du doch!“

„Nein, ich kenne dich nicht. Nicht wirklich. Ich weiß nur deinen Namen.“

Die Blonde nickte. „Reicht das nicht?“

„Justine Cavallo“, flüsterte Jordan. „Welch ein Name, ehrlich. Ich war von ihm fasziniert. Woher stammt er? Er ist etwas Besonderes, nicht wahr?“

Justine winkte ab. „Lass es sein, darüber nachzudenken. Ja, ich bin etwas Besonderes, aber das bist du auch, Casey. Sonst wären wir nicht zusammengekommen. Und ich will dir sagen, dass du mich nicht enttäuscht hast. Es war toll mit dir im Bett.“

„Ja, das kann sein.“ Casey fühlte sich etwas verlegen. Er wich dem Blick der Blonden auch aus, weil er nicht wusste, ob sie die Wahrheit gesagt hatte oder nicht. So recht glauben konnte er das nicht. Er musste daran denken, welche Stunden sie hinter sich hatten. Das war schon der blanke Wahnsinn gewesen. So etwas wie Justine gab es unter einer Million Frauen nur einmal.

„Wir könnten es vertiefen“, sagte sie.

Casey Jordans Kopf zuckte hoch. Er war in Gedanken versunken gewesen und hatte auch den Kreuzschnitt an seinem Handgelenk beobachtet. „Bitte, was hast du gesagt?“

„Es geht um unser Verhältnis.“

Casey lächelte. „Haben wir das denn?“

„Ich denke schon.“

„Und?“

Sie strich mit ihren langen Fingern, die von ebenfalls langen Nägeln geschmückt wurden, über seine Wangen. „Manchmal hat das Schicksal ein Einsehen mit Menschen. Ich denke, dass wir es versuchen sollten.“ Sie senkte ihre Stimme. „Ich denke“, so flüsterte sie, wobei sie ihrer Stimme einen verheißungsvollen Klang gab, „dass wir noch einiges miteinander erleben werden, wenn wir zusammenbleiben. Ich könnte dir Dinge zeigen, an die du bisher im Traum nicht gedacht hast. Überlege es dir. Du und ich, wir wären ideal.“

Jordan hielt die Hand der Frau fest. „Du … du … bist einfach super, Justine. Ich weiß nicht, was mit mir los ist, aber ich würde … verdammt, ich stimme zu.“ Er war aufgeregt. Sein Herzschlag konnte man nicht mehr als normal bezeichnen. Schweiß lag auf seinem Nacken, die Lippen zuckten. Er suchte nach weiteren Worten, aber die blieben ihm in der Kehle stecken, weil er Justine jetzt einfach nur anschauen wollte.

Sie trug geile Kleidung. Schwarzes Leder, das sich eng an ihre Haut schmiegte und im krassen Gegensatz zu ihrem sehr blassen Gesicht stand und natürlich zu den wilden blonden Haaren. Die Lederjacke stand offen. Darunter schimmerte der Stoff eines blutroten Tops. Es war sehr dünn und auch sehr durchsichtig, sodass sich die festen Brüste deutlich abmalten. Er hatte mit ihnen gespielt und träumte wieder davon, sein Gesicht darin vergraben zu können.

„Ideal“, wiederholte Justine.

„Das glaube ich“, gab Casey Jordan leise zurück. „Ich glaube dir alles, wirklich.“ Er begann zu lachen. „Aber ich kann es nicht fassen, Justine.“

„Was kannst du nicht fassen?“

„Dass du mich ausgesucht hast.“

„Warum? Du hast mir gefallen.“

„Nur ich?“

„Wie meinst du das?“

Casey Jordan lachte auf. „Du kannst doch viele Kerle haben. Du bist eine Frau, die sie um den Finger wickelt. Du bist perfekt. Dir liegen die Männer zu Füßen.“

„Aber ich will dich!“

Casey nickte. Er sagte in der nächsten Zeit nichts, weil er sich nicht traute. Sein Blick richtete sich auf den Schnitt an seinem rechten Handgelenk. „Und du willst mein Blut, nicht wahr? Du hast mich mit diesem Kreuz gezeichnet, und du hast mein Blut abgeleckt. Das verstehe ich nicht. Du bist wie ein Vampir.“

Justine Cavallo lachte. „Würde es dich stören?“

Mit dieser Frage hatte Casey Jordan nicht gerechnet. Er war einfach zu perplex, um eine Antwort zu geben. Mit dem kleinen Finger kratzte er an seinem Ohr entlang. „Stören?“, murmelte er. „Mein Gott, was stört mich schon an einer Frau, nach der ich verrückt bin? Und ich bin verrückt nach dir. Es ist Wahnsinn.“

„Dann ist ja alles klar.“

Jordan senkte den Kopf. Er wollte aufstehen und durch seine kleine Küche gehen, traute sich jedoch nicht. Auf seinen Schultern lasteten Gewichte. Er dachte hin und her. Er überlegte, er bewegte unruhig seine Hände. Er hielt die Lippen zusammengepresst und suchte nach einem Stolperstein in ihrer letzten Bemerkung. Er fand keinen. Diese Person wollte ihn wirklich haben.

Okay, Frauen waren sein Hobby. Er hatte schon viele gehabt und zählte auch nicht mehr nach. Aber eine wie Justine Cavallo war auch für ihn eine Premiere. Er wusste nicht, wie er sie einschätzen sollte. Sie war etwas Besonderes. Nein, das traf den Kern auch nicht. Sie war einmalig. So etwas würde ihm kein zweites Mal über den Weg laufen, und er war sich jetzt sicher, dass er sie unbedingt fest halten musste. Diese Chance durfte er sich nicht entgehen lassen, obwohl er durchaus die innere Stimme hörte, die ihm eine Warnung schickte.

„Warum grübelst du?“

„Weil du so einmalig und auch anders bist. Ich muss mich erst daran gewöhnen. Außerdem weiß ich einfach zu wenig über dich. Ich kenne deine Qualitäten im Bett. Du bist da wirklich einmalig, das steht außer Frage, aber ich weiß nicht, ob ich deinen Ansprüchen genüge.“ Er musste scharf über die eigenen Worte lachen. „Das ist mir noch nie herausgerutscht, aber letztendlich ist es so. Ich weiß nicht, ob ich mithalten kann.“

„Ausgerechnet du?“

„Ja.“

„Nein, Casey, das glaube ich dir nicht. Schau dich an. Du bist doch super. Du kannst jede Frau um den Finger wickeln, und du hast es sicherlich schon getan. Einmalig, nicht wahr? Bist du nicht einmalig, mein Freund?“

Er schluckte und stand auf. Aus dem Kühslchrank holte er eine Dose Bier. Justines Blicke begleiteten ihn. Er sah nicht das scharfe Lächeln um ihren Mund, als er die Dose aufriss und sie an die Lippen setzte, um zu trinken. Ihm fiel auch nicht der lauernde Ausdruck in ihren Augen auf und er kam nicht auf den Gedanken, dass er zu einem Spielball der Blonden geworden war.

Mit der halb leeren Dose trat er zurück an den Tisch. „Es ist schon komisch“, sagte er und zeigte ihr seine Wunde. „Es hat mir nichts ausgemacht, dass du mir in die Haut geschnitten hast. Aber dann hast du das Blut abgeleckt.“

„Das war ein Beweis.“

„Wofür?“

„Dass ich dich mag. Es ist so etwas wie ein Bund gewesen, den wir geschlossen haben. Wir gehören jetzt zusammen. Du und ich. Wir können nicht mehr voneinander.“

Jordan hatte zugehört. Bei jeder anderen Person hätte er sich gewehrt und alles abgelehnt. Hier war er dazu nicht in der Lage, denn die Faszination dieser Frau hatte ihn wie ein Hammerschlag getroffen. Er bewegte sich noch in seinem eigenen Leben und war trotzdem aus ihm herausgerissen worden, um in ein neues einzutreten.

„Was überlegst du, Casey?“

„Es ist alles so anders geworden. Ich kenne mich selbst nicht mehr wieder.“

„Bin ich dir denn so fremd?“

„Nein, gar nicht.“ Er schlug mit der Faust auf den Tisch. „Überhaupt nicht. Aber ich muss auch mein Leben führen. Weiterführen, um genau zu sein. Kannst du das begreifen?“

„Ja, das kann ich.“

„Ich bin Polizist. Ich bin ein Bulle, verstehst du? Ich muss mich an bestimmte Regeln halten. Ich bin dem Gesetz verpflichtet, das ist alles. Daran muss ich mich halten.“

Justine hob locker die Schultern. „Na und? Was hat das denn mit mir zu tun?“

„Ich weiß auch nicht, wie ich es ausdrücken soll. Wenn du einen Mann haben willst, der ein geregeltes Leben führt, dann hast du dich geirrt. Das ist bei mir nicht der Fall. Ich führe das nicht, Justine. Ich bin einfach anders, verstehst du …?“

„Denkst du denn, dass ich einen langweiligen Typen haben will? Sehe ich so aus?“

„Nein, nein …“

„Dann wirf deine Bedenken über Bord. Ich brauche jemanden, der anders ist. Wir haben uns getroffen, und das war gut so. Wir mögen uns, und wir haben den Pakt geschlossen, das darfst du nicht vergessen. Denk an dein Blut, das ich getrunken habe. Es ist etwas Großartiges gewesen, und ich weiß, dass diese Nacht noch nicht beendet ist …“

In den letzten Worten lag ein Versprechen, über das Jordan bei einer normalen Frau sicherlich gejubelt hätte. Nicht bei Justine. Selbst jetzt war er noch unsicher, wie er sich ihr gegenüber verhalten sollte. Er kannte sie nicht, er würde sie nie richtig kennen lernen, dessen war er sich sicher. Da würde stets ein Graben bleiben, aber von ihr ging eine Erotik aus, der er sich nicht entziehen konnte.

Dabei war Erotik der falsche Begriff. Justine Cavallo strahlte etwas anderes aus. Das war der pure Sex. Man konnte es nur als Gesamtbegriff ansehen. Er hätte auch keine Einzelheiten nennen können. Der Sex überstrahlte alles. Er war schon animalisch zu nennen, und als sie jetzt auf ihn zukam, da erinnerten ihn ihre Bewegungen an die einer Raubkatze. Sie ging so weich, aber trotzdem fordernd. Dabei sprach sie nicht, sondern „redete“ nur mit den Augen.

Vor ihm blieb sie stehen.

Jordan atmete heftig.

„Und?“, flüsterte sie.

Casey wusste, was sie wollte, als sie seine Hände nahm und auf ihre Brüste legte.

„Ja!“, sagte er nur. „Ja, verdammt, wir bleiben zusammen. Wir machen es. Jetzt und immer …“

*

„Darf ich Ihnen Ihre Jacke abnehmen, Sir?“, fragte die ältere Frau an der Garderobe und lächelte mit ihren falschen Zähnen.

„Danke, das ist sehr nett.“ Ich hatte mich bereits aus meiner Lederjacke geschält und gab sie ab. Dafür erhielt ich eine Garderobenmarke und konnte den Vorraum verlassen, in dem zahlreiche Männer und Frauen ihre Garderobe abgaben, um danach den großen Saal zu betreten, in dem der Ball stattfand.

Ein Ball, ein Fest, und ich war dabei. Ausgerechnet ich als bekennender Nichttänzer, aber ich hatte mich breit schlagen lassen, ihn zu besuchen, denn es war ein Ball der besonderen Art, und er fand einmal im Jahr statt.

Polizistenball!

Hier traf man sich. Ob man nun zur Schutzpolizei gehörte oder beim Yard arbeitete. Einladungen waren begehrt, und in der Sprache der Ganoven war dieses Fest verballhornt worden, denn man sprach von einem Bullenball. Das war mir egal. Bisher hatte ich mich immer davor drücken können, doch in diesem Jahr war ich schon Tage vorher bekniet worden, und zwar von meinem alten Freund Tanner, der auch hin musste. Das hatte er seiner Frau versprechen müssen. Als kleine Wiedergutmachung für den stressigen Job, der dafür sorgte, dass Mrs. Tanner zumeist allein zu Hause blieb und auch die Nächte allein verbrachte.

Zu einem Ball geht man nicht allein, sondern wenn eben möglich, in weiblicher Begleitung. Ich hatte überlegt, wen ich mitnehmen sollte. Meine Wahl war auf Glenda Perkins gefallen, da sie – im Gegensatz zu Jane Collins – beim Yard als meine Sekretärin oder Assistentin arbeitete.

Glenda war natürlich sofort Feuer und Flamme gewesen und hatte sich dann schrecklich viele Gedanken darüber gemacht, was sie anziehen sollte. Ich hatte ihr da keinen Rat geben können und gemeint, dass das kleine Schwarze reichen würde.

Daran hatte sich Glenda wirklich gehalten. Und als ich sie jetzt sah, da blieb mir schon für einen Moment die Luft weg, denn sie sah einfach toll in diesem Kleid aus.

Es war sehr auf Figur geschnitten, und die konnte sich bei Glenda sehen lassen. Ein tiefer, aber nicht zu freizügiger Ausschnitt sorgte dafür, dass der Betrachter nervös werden konnte. Um den Hals hatte sich Glenda eine dünne Kette gehängt, die nicht zu protzig wirkte. Das dunkle Haar war sorgfältig frisiert worden, aber der Figaro hatte aus ihm keine steife Frisur geschaffen, sondern für einen etwas wilden Schnitt gesorgt, bei dem einige Strähnen auch in verschiedene Richtungen abstanden. Eine ähnliche Frisur hatte die berühmte Liz Taylor vor kurzem auf einer ihrer Galas getragen, und wer Glenda anschaute, der konnte sie durchaus mit der jungen Liz Taylor vergleichen.

„Alle Achtung“, sagte ich.

Sie drehte sich um die eigene Achse. „Man tut, was man kann. Die Konkurrenz ist groß.“

„Da sagst du was.“ Ich warf einen Blick auf die untere Hälfte des Kleids. Es endete in Kniehöhe. Der Stoff gab einen leichten Glanz ab. Glatte Strümpfe bedeckten ihre Beine, und wenn sie sich bewegte, hatte man das Gefühl, die Seide knistern zu hören.

Natürlich trug Glenda zu diesem Outfit auch die entsprechenden Schuhe. Ihre Füße steckten in High Heels. Ich hätte in diesen Tretern nicht laufen können und mir vermutlich schon nach den ersten Schritten die Beine gebrochen, aber bei Glenda war das etwas anderes.