John Sinclair 1567 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1567 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Karina Grischin liegt im Koma. Ihr Partner und unser Freund Wladimir Golgenkow verzweifelt.

Da mussten Suko und ich hin und helfen. Also flogen wir nach Moskau, und dort lauerte ER bereits auf uns.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 138

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumDer russische RamboVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Der russische Rambo

Karina Grischin liegt im Koma. Ihr Partner und unser Freund Wladimir Golgenkow verzweifelt.

Da mussten Suko und ich hin und helfen. Also flogen wir nach Moskau, und dort lauerte ER bereits auf uns.

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4338-7

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Der russische Rambo

Mit Suko war abgemacht worden, dass er in dieser ungemütlichen Kantine blieb. Ich war den Flur weiter durchgegangen bis zu der Stelle, wo Wladimir Golenkow auf mich wartete. Sein Gesicht hatte ich selten so ernst gesehen, und durch meinen Körper schoss eine heiße Welle, und das zum wiederholten Male.

Wir hatten uns schon vorher gesprochen, doch als ich das Gesicht meines russischen Freundes sah, fiel es mir schwer, die entscheidende Frage zu stellen.

»Ist sie tot?«

Wladimir schüttelte den Kopf.

»Nein, sie lebt noch. Aber ist das Koma ein Leben?«

Mit dieser Frage hatte er den Kern getroffen. Sie erwischte mich wie ein Stich ins Herz. Genau das war der Grund, weshalb Suko und ich nach Moskau gereist waren. Wir hatten den Hilferuf unseres Freundes Wladimir empfangen und waren so schnell wie möglich gestartet. Auch mit dem Segen unseres Chefs, Sir James Powell.

Karina hatte es diesmal nicht geschafft. Was genau passiert war, wussten wir noch nicht. Darüber würde uns Wladimir Golenkow aufklären. Erst einmal wollten wir uns ein Bild von ihr und ihrem Zustand machen, der schlimm genug war.

Karina lag auf der Intensivstation des Krankenhauses, und zwar in einem Extraraum, der nur für Prominente vorgesehen war. Darauf hatte Wladimir bestanden.

Er legte mir seine Hand auf die Schulter. »Komm mit, du sollst sie jetzt sehen.«

»Okay.

Wir mussten noch einige Meter gehen. Es war eine Umgebung, die mich schon an ein Leichenschauhaus erinnerte. Alles war so kalt, so nüchtern. Grüngraue Wände. Die meisten Türen geschlossen. Es gab auch Zimmer, in denen die Krankenschwestern und Ärzte an den Instrumenten saßen und die Funktionen der Patienten überwachten.

Auf dem kurzen Stück schossen mir unzählige Gedanken durch den Kopf, die sich allesamt nur um Karina Grischin drehten.

Ich kannte sie seit einigen Jahren und hatte sie als eine toughe, aber auch sehr menschliche Person erlebt. So manches Abenteuer hatten wir gemeinsam durchgestanden. Wir hatten gegen die schrecklichsten Wesen kämpfen müssen, die man sich nur vorstellen konnte. Und wir hatten dabei alles überlebt, wenn auch manchmal mit einigen Blessuren. Mir war eigentlich nie der Gedanke gekommen, dass Karina etwas passieren könnte.

Jetzt war es geschehen. Jetzt war sie auf einen Gegner getroffen, der stärker gewesen war. Von dem ich noch nichts wusste, was sich aber ändern würde, wenn Wladimir Golenkow mit mir geredet hatte, der Geheimdienstmann, der zugleich privat der Partner von Karina Grischin war.

Ich warf ihm einen Blick von der Seite zu. Die Umgebung hier war klimatisiert und recht kühl. Trotzdem lag auf seinem Gesicht ein dünner Schweißfilm. Die Lippen hielt er zusammengepresst und die Augen fast geschlossen, als wollte er nicht, dass jemand den ängstlichen Ausdruck darin bemerkte.

Wir betraten einen kleinen Vorraum. Groß war nur die Glasscheibe, durch die wir schauen konnten, um die Frau zu sehen, die nebenan im Bett lag und von einer komplizierten Technik umgeben war, sodass wir nicht viel von ihr sahen.

»Da siehst du sie, John.«

Ich nickte, schluckte zugleich und quälte mir die Frage über die Lippen: »Kann ich direkt an sie herangehen?«

»Ja, komm.« Wladimir hob die Schultern. »Ich wollte nur, dass du dir einen ersten Eindruck verschaffst.«

»Verstehe.«

Durch eine nicht weit entfernt liegende Nebentür betraten wir das Zimmer, in dem Karina Grischin lag.

Es war schon schlimm, keine Atemzüge zu hören, sondern nur das leise Summen der Geräte.

Mein Blick wurde wie magisch von einem Oszillografen angezogen. Dort malte sich die Kurve des Herzschlags ab, und die war normal, soweit ich das beurteilen konnte. Einen Herzschlag hörte ich nur bei mir, denn das Echo erreichte sogar meinen Kopf.

»Bereit?«, fragte Wladimir.

Ich nickte.

Eine Krankenschwester hatte ich nicht gesehen. Dafür eine Kamera an der Decke. Das Auge war schräg auf das Bett gerichtet. Karina lag also nicht ohne Kontrolle in ihrem Bett.

Im Raum war es kühl und sehr still. Und es war eine Stille, die mir nicht gefiel. Ich empfand sie als schlimm, denn die leisen Geräusche der Instrumente hörte ich nicht.

Wir näherten uns dem Bett. Ein Stuhl stand bereit, den wir allerdings übersahen.

Ich musste mich zusammenreißen, um nicht etwas Unkontrolliertes zu sagen. Meine Hände ballten sich zu Fäusten, als ich neben dem Bett anhielt und auf die Frau schaute, die eine sehr gute Freundin von mir war.

Nein, sie lag nicht da, als wäre sie kurz eingeschlafen. Man schlief nicht mit offenen Augen.

Das war allerdings bei Karina der Fall. Sie lag auf dem Rücken und hatte ihre Augen weit geöffnet. Von einem Blick konnte man dabei nicht sprechen. Es war einfach nur Leere darin.

War es schon der Blick einer Toten?

Ich wusste nicht, welche Gedanken Wladimir im Kopf herumgingen, jedenfalls hörte ich ihn keuchen, und ich sah auch, dass es in seinem Gesicht zuckte.

Wie oft hatte ich ihn als einen harten Kämpfer erlebt. Hier jedoch zeigte er, dass er auch nur ein Mensch war und von Gefühlen geleitet wurde. Er hatte Mühe, sich zu beherrschen. Ich sah es ihm an, dass er seine Lebensgefährtin am liebsten in die Arme genommen hätte, um mit ihr zu reden. Er hätte keine Antwort bekommen.

Ihr Gesicht war blass. Deshalb wirkten die braunen Haare dunkler, als sie es tatsächlich waren. Selbst die Lippen hoben sich kaum von der Haut ab, die auch wächsern wirkte.

Offen stehende Augen. Aber kein Blick. Einfach nur Leere. Und dann die Instrumente, an denen sie angeschlossen war, was sein musste, denn Karina wurde künstlich ernährt.

Ich wusste nicht, wie lange ich neben dem Bett stand. Mein Zeitgefühl war weg, und ich musste mich von dem Gedanken befreien, hier eine Tote vor mir zu haben.

Da war kein Atemzug zu hören. Ich sah keine Regung, kein Zucken, einfach nichts. Man konnte Karina als eine Puppe ansehen oder eine noch lebende Tote.

Neben mir bewegte sich Wladimir Golenkow. Er wischte über seine Augen und flüsterte: »Es ist einfach schrecklich, sie hier in diesem Zustand liegen zu sehen. Niemand weiß, wie lange es noch andauern wird. Das ist das Schlimme. Sie kann morgen wieder erwachen, aber auch erst in drei Monaten, Jahren oder überhaupt nicht. Das ist nun mal so, und daran kann man nichts ändern.«

»Ich weiß.«

»Aber wir müssen etwas tun«, flüsterte er scharf. »Dieses Koma ist nicht normal. Es steckt etwas anderes dahinter, und ich habe euch nicht grundlos herkommen lassen. Kann sein, dass wir es gemeinsam schaffen, John. Ich jedenfalls wäre überglücklich. Wir müssen die andere Seite in ihre Grenzen weisen und gewinnen. Vielleicht hat Karina dann eine Chance.«

Ich gab ihm keine Antwort. Auch deshalb nicht, weil ich einfach zu wenig wusste. Das würde sich ändern. Da konnte ich mich auf Wladimir Golenkow verlassen.

»Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, Wladimir. Das verspreche ich dir.«

»Das weiß ich ja. Deshalb habe ich euch gebeten, hierher nach Moskau zu kommen.« Er beugte sich über das Gesicht seiner Partnerin. »Du musst dir keine Sorgen machen, Karina«, sagte er mit zärtlich klingender Stimme. »Wir schaffen es. Jetzt bin ich nicht mehr allein. John und Suko sind gekommen. Sie wollen mir helfen, und ich verspreche dir, dass wir es schaffen. Du wirst sehen.« Er beugte sich noch tiefer und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn.

Ich stand daneben und fühlte mich alles andere als wohl. Ein Schauer nach dem anderen rann über meinen Rücken.

»Reicht es, John?«

»Ja, ich habe mir ein Bild machen können.«

»Dann lass uns gehen.«

Ich war einverstanden und warf noch einen letzten Blick des Abschieds in Karinas Gesicht, das sogar auf eine gewisse Weise entspannt aussah, als wollte uns dieser Ausdruck sagen, dass wir uns keine Sorgen machen sollten.

Mein Freund Wladimir ging mit gesenktem Kopf neben mir her. Ich wusste, dass er mit seinen Gedanken weit weg war, und wollte ihn auch nicht ansprechen. Er reagierte erst wieder normaler, als wir den Chef des Ärzteteams trafen, der auf uns gewartet hatte.

Er war ein hagerer Mann mit mongolischen Gesichtszügen. Da er wusste, dass ich aus England kam, redete er in meiner Sprache.

»Bei der Patientin ist keine Änderung eingetreten.«

»Ist das ein gutes Zeichen?«

Der Arzt lächelte knapp, bevor er Wladimir die Antwort gab. »Zumindest kein schlechtes.«

»Danke, auch das gibt Hoffnung.«

»Selbstverständlich werden Sie sofort unterrichtet, wenn sich an ihrem Zustand etwas verändert.«

»Das hoffe ich.«

»Wir tun alles, was möglich ist, und ich kann Ihnen auch sagen, dass die Chancen so schlecht nicht stehen. Es gibt nicht wenige Patienten, die aus einem solchen Koma wieder erwacht sind.«

»Und wie erging es ihnen danach?«

»Unterschiedlich.«

Wladimir winkte ab. »Bitte, ersparen Sie mir Einzelheiten. Ich hoffe nur, dass Sie alles tun, damit sich der Zustand nicht verschlechtert.«

»Selbstverständlich, das werden wir.«

Es war alles gesagt worden.

Als wir die Station verlassen hatten und in einem Flur mit hellgrau gestrichenen Wänden standen, die an verschiedenen Stellen von Glasbausteinen unterbrochen wurden, fragte ich: »Bleibt es dabei, was wir besprochen haben?«

»Sicher.« Wladimir lächelte kantig. »Ich denke auch, dass Suko auf uns wartet.«

»So war es abgemacht.«

»Dann komm.«

Suko wartete auf uns in der Kantine. Auch hier war nichts zu sehen, was einen Gast zu einem längeren Aufenthalt bewegen konnte. Wer hier saß, der hatte sowieso Sorgen, und dazu passte die Umgebung, die eine gewisse Hoffnungslosigkeit vermittelte.

Hinter einem Tresen arbeiteten zwei Frauen, die violette Kittel trugen. Frisch gekochte Mahlzeiten gab es hier nicht. Man konnte nur etwas trinken und einige kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, die zumeist aus pappigem Brot bestanden, das mit irgendwelchen undefinierbaren Fleischsorten belegt war.

Auch hier gab es Fenster aus Glasbausteinen, die nicht besonders viel Licht hereinließen.

Suko hatte sich einen Platz ausgesucht, von dem er die Tür im Auge behalten konnte. Vor ihm stand eine Flasche Mineralwasser.

Wladimir erkundigte sich, ob ich auch etwas trinken wollte.

Ich entschied mich ebenfalls für Wasser.

Der Russe ging zur Theke, um es zu holen.

Ich setzte mich Suko gegenüber.

Er schaute mir in die Augen und sagte mit leiser Stimme: »Dumme Frage, John, aber wie wa r’s?«

»Schlimm.«

»Das dachte ich mir. Siehst du eine Chance?«

»Keine Ahnung. Da können wir mehrere Ärzte fragen und würden immer nur die gleiche Antwort erhalten. Ein Anheben der Schultern. Schlimm war Karinas Anblick. Ich zumindest hatte eher den Eindruck, eine Tote vor mir liegen zu sehen als eine Frau, die nur schläft. Ich kann dir den Zustand auch nicht richtig beschreiben, aber so ist er mir vorgekommen. Das hat mich schon tief getroffen – und Wladimir ebenfalls. Ich habe ihn noch nie so emotional aufgeladen gesehen.«

»Auch er ist kein Roboter.«

»Du sagst es.«

Wladimir Golenkow setzte sich schweigend zu uns. Er schaute ins Leere und schien nicht ganz bei der Sache zu sein.

Ich öffnete meine Flasche und verzichtete auf ein Glas.

Der Russe schüttelte den Kopf.

»Es ist einfach schlimm«, sagte er mit leiser Stimme. »Es ist jedes Mal das Gleiche. Ich gehe hin, ich habe Hoffnung, und wenn ich vor dem Bett stehe, wird sie zerschlagen. Dann sehe ich eine Tote vor mir, die trotzdem nicht tot ist. Aber was ich da sehe, möchte ich auch nicht als Leben bezeichnen. Das ist etwas ganz anderes. Das ist ein Nichts. Einfach ein Zustand, an den man sich nicht gewöhnen kann. Zumindest ich nicht.« Er deutete gegen seine Stirn. »Ich bin auch irgendwie verbohrt. Ich bin nicht mehr fähig, normal zu denken, und deshalb bin ich so froh, dass ihr mir zur Seite steht, denn dieser Fall muss gelöst werden.«

Suko fragte: »Ist es denn ein Fall?«

»Ja, davon bin ich überzeugt. Es ist nicht normal, dass Karina in dieses Koma fiel, und ich glaube fest daran, dass es für ihren Zustand einen Schuldigen gibt.«

»Wen?«, fragte ich.

»Gogol!«

Ein Name nur, ein Wort, das Suko und mich zum Schweigen brachte. Wir schauten uns an, aber keiner von uns brachte ein Wort über die Lippen.

Bis Suko fragte: »Wer ist Gogol?«

Wladimir schaute auf seine leicht zitternden Hände, als er erwiderte: »Gogol ist ein Mensch und ein Monster zugleich.«

»Ein Dämon?«

»Nein, das würde ich nicht sagen. Er ist manipuliert worden, und dahinter kann durchaus eine böse Macht stecken. Vielleicht sogar die Kräfte der Hölle, ich weiß es nicht genau.«

»Aber du kennst Gogol?«, fragte Suko.

»Ja, ich kenne ihn. Auch Karina kennt ihn, denn er ist mal einer von uns gewesen.«

»Ein Agent?«

Wladimir nickte Suko zu. »Das kann man so sagen. Und es gibt noch weitere Parallelen. Er arbeitete für uns an einem Fall. Ich spreche jetzt nur von seinem letzten, der wohl zu hoch für ihn gewesen war. Jedenfalls hat er ihn nicht lösen können, denn die andere Seite war stärker. Sie hat ihn nicht getötet, aber sie hat dafür gesorgt, dass er ins Koma fiel.«

»Nein«, flüsterte ich.

»Doch, so ist es gewesen.«

»Erwachte er denn wieder?«

»Ja.« Wladimir nickte heftig. »Und jetzt fängt das Problem an. Gogol erwachte und war völlig anders. Die Zeit im Koma hatte ihn zu einem Monster gemacht. Er kannte keine Gnade mehr. Er killte, er war zu einem Tier geworden und zugleich ein Problem für uns. Irgendetwas muss mit ihm im Komazustand passiert sein.«

»Karina hat ihn gejagt?«

»Ja, Suko, das hat sie getan. Sie war auf Gogol angesetzt worden, der inzwischen den Kampfnamen ›der russische Rambo‹ bekommen hat, und das nicht zu Unrecht. Er hinterließ eine blutige Spur. Wir haben auch keinen Sinn in seinen Morden gesehen, aber er tötete, und das ohne Rücksicht. Gogol ist eine Bestie, die leider noch frei herumläuft.«

Er trank einen Schluck Wasser, sodass ich Zeit hatte, die nächste Frage zu stellen.

»Hat Karina ihn denn stellen können?«

»Ja, das hat sie geschafft. Was dann passiert ist, weiß ich nicht. Jedenfalls fanden wir sie in einer Röhre auf einer der zahlreichen Baustellen in der Stadt. Sie war nicht tot. Sie hat nur das erlebt, was auch Gogol hinter sich hat. Ich weiß nicht, warum man sie hat liegen lassen. Gogol hätte sie auch töten können, und ich grüble über den Grund nach, warum er es nicht getan hat.«

»Falls er es war, der sie in diesen Zustand versetzt hat.«

»John, da gibt es für mich keine andere Möglichkeit. Das muss Gogol gewesen sein.«

»War Karina denn verletzt?«

»Nein, das war sie nicht. Es gab keine Wunden an ihrem Körper. Wir haben nichts entdecken können. Nur eben diesen schlimmen Zustand, in dem sich auch Gogol befunden hatte.«

»Und aus dem er wieder erwacht ist«, sagte Suko.

Golenkow nickte.

»Dann besteht auch Hoffnung für Karina.«

Wladimir hätte Suko jetzt freudig zustimmen können. Das tat er aber nicht. Er war sehr nachdenklich geworden und sagte schließlich: »Wenn ich daran denke, was aus Gogol geworden ist, nachdem er aus dem Koma erwachte, fürchte ich mich fast davor, dass das Gleiche mit Karina geschehen könnte. Das muss man einfach so sehen.«

Mir rann es kalt über den Rücken, während ich flüsterte: »Du hast Angst, dass sie völlig verändert aufwacht?«

Wladimirs Blick wurde traurig.

»Ja, ich habe große Angst davor, dass Karina das gleiche Schicksal widerfahren könnte. Und ich fühle mich so einsam und hilflos wie nie. Deshalb habe ich euch angerufen. Ich kann das nicht allein durchstehen. Ich kann mich auch nicht nur um Karina kümmern. Da würde man mir von höherer Stelle die Hölle heiß machen, und deshalb setze ich meine große Hoffnung auf euch.«

Ja, das verstanden wir. Es war ihm zwar kein großer Trost, aber ich musste ihm einfach auf die Schulter klopfen. Wichtig war jetzt, dass wir Informationen erhielten.