John Sinclair 1607 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1607 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Unsere Feinde hatten es tatsächlich geschafft, die Zeit zu manipulieren. Sie setzten alles ein, um uns für immer aus dem Weg zu räumen, und dabei spielte der geheimnisvolle Landru eine wichtige Rolle.

Als wir herausfanden, wer sich hinter ihm verbarg, da steckten wir bereits in einer tödlichen Klemme ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 134

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumTotenlied der Diva (2. Teil)Vorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Totenlied der Diva (2. Teil)

Unsere Feinde hatten es tatsächlich geschafft, die Zeit zu manipulieren. Sie setzten alles ein, um uns für immer aus dem Weg zu räumen, und dabei spielte der geheimnisvolle Landru eine wichtige Rolle.

Als wir herausfanden, wer sich hinter ihm verbarg, da steckten wir bereits in einer tödlichen Klemme …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4378-3

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Totenlied der Diva (2. Teil)

Plötzlich waren die Schatten da, und sie kamen aus dem Nichts, als hätten sie sich aus der Dunkelheit gelöst. Sie waren lautlos, sie waren schnell, und sie hatten ein Ziel – Suko und mich.

Bisher war für uns beide alles glatt gelaufen, wenn wir mal davon absahen, dass wir uns in einer anderen Zeit befanden, rund einhundert Jahre zurück, aber das nebelverhangene Grundstück hatten wir problemlos betreten können.

Nur fingen die Probleme jetzt an!

Schatten, die durch den Nebel huschten, wobei wir sie nicht hatten zählen können, weil alles so schnell gegangen war.

Jedenfalls waren es keine Menschen, denn die knurren nicht …

Suko und ich waren bisher dicht beisammen geblieben. Das änderte sich. Uns reichte ein knappes Kopfnicken, und wir trennten uns. Suko huschte nach rechts, ich nach links. Dabei brauchten wir nicht in verschiedene Richtungen zu schauen, denn die Knurrlaute erreichten uns von vorn.

Im nächsten Moment sahen wir sie genauer. Das mussten Hunde sein, die da auf uns zu rannten. Sie waren zu zweit.

Auch wenn wir wie untätig aussahen, so ganz traf das nicht zu, denn beide zogen wir unsere Waffen.

Wenn die Bestien nahe genug heran waren, würden wir schießen, das stand fest. Keiner sollte uns an die Kehle gehen.

Es war nicht zu erkennen, welcher Rasse sie angehörten. Ihr Verhalten allein reichte uns.

Wir waren längst schussbereit, hatten uns gegen den Boden gestemmt, um den nötigen Halt zu haben und würden in den nächsten beiden Sekunden abdrücken müssen.

Es änderte sich alles!

Plötzlich erklang der Pfiff!

Schrill und laut. Er galt den beiden Hunden, die augenblicklich reagierten. Sie hätten schon auf uns zuspringen können, nahe genug waren sie, aber sie hatten den Pfiff gehört und reagierten auf der Stelle.

Es war nicht mehr möglich, dass sie aus dem vollen Lauf heraus stoppten. Sie rutschten auf ihren Pfoten in unsere Richtung.

Aus dem Nebel schälten sich ihre breiten Schnauzen, wir sahen das dunkle Fell, aber die Hunderasse war nicht zu erkennen. Es schienen irgendwelche Mischlinge zu sein, die sich der Lord zugelegt hatte.

Aus ihren Mäulern dampfte Atem hervor. Wir sahen die hellen Zahnreihen, die die Kraft hatten, uns in Stücke zu reißen.

Wir hörten sie hecheln und knurren. Ihr Fell war sogar leicht gesträubt, und sie schienen darauf zu warten, dass wir uns bewegten.

Auf jede Schnauze war eine Mündung gerichtet. Die Kugeln würden ihre Köpfe treffen, wenn sie uns anspringen sollten.

»Gehen wir weiter?«, fragte Suko.

»Warte noch.«

»Okay. Nur mag ich es nicht, wenn man mich so anstarrt.«

Eine Antwort brauchte ich ihm nicht zu geben, denn erneut hörten wir einen Pfiff. Diesmal hatte er einen anderen Klang, und auch jetzt reagierten die Tiere. Sie warfen sich herum und hatten von einem Moment zum anderen jegliches Interesse an uns verloren.

Beide Hunde rannten zurück und waren kurz darauf im Nebel verschwunden.

Um uns herum wurde es wieder still. Auch unsere Atemgeräusche hielten sich in Grenzen, und es blieb uns nichts anderes übrig, als den Weg fortzusetzen.

Durch den Nebel war unsere Sicht ein wenig eingeschränkt. Wäre sie frei gewesen, hätten wir den Umriss des Hauses besser sehen können.

Das Grundstück, auf dem der Bau stand, war verwildert, das hatten wir trotz der schlechten Sicht festgestellt. Aber wir sahen jetzt auch das Licht, das für uns der Wegweiser war, und wir wollten endlich dem Mann gegenüberstehen, dem unser Besuch galt. Er war derjenige, der Angst und Schrecken verbreitete, wenn wir der jungen Zeugin Elly glauben konnten, die dort wartete, wo unser Rover stand.

»Kommen Sie ruhig näher. Ich warte schon auf Sie.«

Suko kannte den Sprecher noch nicht.

Ich allerdings hatte ihn bereits erlebt.

Er war in der Londoner U-Bahn aufgetaucht, und das wie aus dem Nichts. Plötzlich hatte er vor mir gestanden, ein wahrer Gentleman, korrekt gekleidet und mit einem Bowler auf dem Kopf. Ein Mensch, zu dem man sofort Vertrauen haben konnte, wäre da nicht der Degen gewesen, von dem ich gar nicht begeistert gewesen war.

Ich hatte die Begegnung überlebt und hatte später erfahren müssen, dass ich nicht der Einzige gewesen war, den man angegriffen hatte. Das war auch Johnny Conolly mit einer Mörderin namens Suri Avila passiert, und selbst Godwin de Salier, mein Templerfreund in Südfrankreich, hatte einen Angriff von einer Person aus dem Mittelalter erlebt, die ihn mit seinem Schwert hatte umbringen wollen.1

Alle drei stammten aus der Vergangenheit. Alle hätten längst tot sein müssen, aber sie waren es nicht, und sie waren auch keine Zombies, sondern Personen aus Fleisch und Blut, was die Sache noch komplizierter für uns machte.

Drei Dinge, die so verschieden waren und nach außen hin nichts miteinander zu tun hatten. Ich ging davon aus, dass es eine Gemeinsamkeit geben musste, und die hatte sogar einen Namen.

Landru!

Wir hatten keine Ahnung, wer sich dahinter verbarg.

War es nur ein Name, eine Fiktion – oder mehr? Trotz moderner Suchmethoden über das Internet hatten wir nichts Konkretes über diesen Landru herausgefunden.

Aber es musste ihn geben. Und wir wollten ihm auf die Spur kommen, auch wenn man uns in die Vergangenheit geschleppt hatte. Damit hatten wir uns abgefunden, denn in diesem Fall hatte es ein Durcheinander der Zeiten gegeben.

Und jetzt waren wir auf dem Weg zu den Conollys durch diesen Strahl eingeholt worden. Ein Lichtstreifen, der auch Lord Arthur Lipton bei seiner ersten Begegnung mit mir begleitet hatte.

Wir waren davon mitten in London erwischt und in die Vergangenheit katapultiert worden, wo wir den Mann suchten, der das alles ausgelöst hatte. Einen Lebenden und zugleich Toten, so widersinnig sich das auch anhörte.

Wir waren trotzdem davon überzeugt, dass es eine Erklärung geben musste, und die wollten wir bei Lord Arthur Lipton finden.

Wir befanden uns noch immer im Stadtteil Kensington, aber in dem London, wie es vor mehr als hundert Jahren ausgesehen hatte. Die genaue Jahreszahl war uns unbekannt.

Wer war dieser Lord Lipton?

Ein Killer. Er wurde der Gentleman-Killer genannt. Das bezog sich auf sein Äußeres, denn wer ihm gegenüberstand und ihn nicht kannte, musste ihn für einen ehrenwerten Menschen halten. Was sich später dann als tödlicher Irrtum herausstellte.

Angeblich mordete er für gewisse Regierungskreise. Ob das nun genau zutraf, das war uns egal. Uns ging es einzig und allein um die Person und darum, wie es möglich war, dass sie noch existierte.

Wir gingen auf das Licht zu, das aus dem Haus fiel. Ob es sich dabei um ein elektrisches Licht handelte, war nicht zu erkennen. Nur die wenigsten Häuser waren um diese Zeit damit ausgestattet, aber bei einem Lord konnte das zutreffen.

Wir hielten nach den Hunden Ausschau. Die hatten sich zurückgezogen und waren nicht mehr in unserer Nähe. Ob sie sich im Haus befanden oder noch draußen herumliefen, hatten wir nicht feststellen können.

Lord Lipton stand in der offenen Tür und spielte den Gastgeber, der seine Gäste erwartete. Seinen Bowler trug er nicht auf dem Kopf. Jetzt zeigte er seine dünnen Haare, die dennoch einen exakt gezogenen Scheitel aufwiesen.

Als wir nahe genug heran waren, deutete er so etwas wie eine Verbeugung an.

»Willkommen in meinem bescheidenen Heim, Gentlemen. Darf ich bitten, einzutreten?«

Wir erlebten einen höflichen Mörder. Das fand man auch selten, aber es lag wohl an seinem Stand.

Ich hatte ihn mit meinen Blicken schnell abgetastet und dabei festgestellt, dass er sichtbar keine Waffe trug, was mich ein wenig beruhigte.

Auch wir ließen unsere Pistolen verschwinden, um danach seiner Einladung zu folgen und das Haus zu betreten.

Es gab hier kein elektrisches Licht. Petroleumlampen und auch Kerzen spendeten die nötige Helligkeit in einem recht geräumigen Entree, von dem eine Treppe nach oben führte und auch drei Türen abzweigten.

Er sah unser Zögern und lachte.

»Keine Sorge, Sie müssen keine Angst vor den Hunden haben.«

»Wo sind sie denn?«, fragte Suko.

»Sie ruhen sich aus.«

»Wie nett.«

»Auch meine Tiere brauchen ihren Schlaf. Das können Sie bestimmt verstehen.«

Wir erwiderten nichts darauf und folgten der Handbewegung des Killers. Er wies auf eine Sitzgruppe kleinerer Sessel, die einen runden Tisch umstanden.

»Machen wir es uns bequem.«

Wir nickten und folgten seinem Wunsch.

Auch wenn alles so normal aussah, hielt ich es für eine groteske Situation, denn die Vorstellung, dass ich diesen Menschen schon in meiner Zeit und mit dem gleichen Aussehen erlebt hatte, das war schon ein Problem für mich. Eine logische Erklärung fand ich nicht. Aber was war bei meinem Beruf schon logisch? So gut wie nichts. Magie und Logik passten meistens nicht zusammen, und damit musste ich mich abfinden.

Wir ließen uns in den Sesseln nieder, und der Lord bot uns einen Whisky an.

Wir lehnten ab, und ich konnte mir die Bemerkung nicht verkneifen, dass wir im Dienst waren.

Unser Gastgeber nahm es hin, ohne auch nur die Lippen zu verziehen.

Auch Lipton nahm Platz. Er legte seine Handflächen gegeneinander und nickte uns zu. Völlig normal sprach er uns an.

»Ich freue mich, Sie in meinem Haus begrüßen zu dürfen. Ich bekomme selten solch interessanten Besuch.«

»Ach ja?«, fragte ich.

»Glauben Sie es mir, Gentlemen.«

Ich beugte mich ihm entgegen. »Wir sind aber nicht hier erschienen, um mit Ihnen eine Teestunde abzuhalten, Lord Lipton. Wir sind der Meinung, einen Mörder besucht zu haben.«

»Interessant.«

»Sind Sie ein Mörder?«, hakte Suko nach.

Lipton lächelte. »Das ist durchaus möglich. Ich sage Ihnen allerdings, dass alles eine Ansichtssache ist. Jeder geht seiner Arbeit nach, und jeder Mensch sollte seinem Land dienen. Das habe ich mir an die Fahne geheftet.«

»Und Ihre Arbeit ist das Töten?«

»So können Sie es sehen.« Er zwinkerte Suko beinahe verschwörerisch zu. »Wenn man seinem Land dient, dann ist man voll dabei und versucht, Schaden von ihm abzuwenden. Und genau das habe ich mir zur Aufgabe gemacht.«

»Indem Sie morden«, sagte ich.

Lord Lipton lehnte sich zurück und lachte leise. Sein blasierter Gesichtsausdruck wurde jetzt durch ein Muster aus Falten verändert.

»Ich bitte Sie, meine Herren. Einer wie ich schützt die Allgemeinheit vor ihren Feinden. Das Empire ist riesig, aber es wird auch bedroht. Man muss die Augen offen halten, denn nur dann erkennt man die Feinde. Und wenn man sie erkannt hat, wird man zuschlagen müssen, um Schlimmeres zu verhindern. So sehe ich meine Aufgabe.«

»Sie schaffen also die Feinde des Empire aus dem Weg!«, stellte ich fest.

»Soweit mir das möglich ist.«

Die nächste Frage hatte ich mir zuvor genau überlegt.

»Wie kommt es dann, dass die Menschen hier in der Nähe Angst vor Ihnen haben? Sind es alles Feinde des Landes?«

»Das möchte ich so nicht sagen.«

»Gut. Und warum müssen die Leute Angst vor Ihnen haben, Lord Lipton? Töten Sie etwa nicht nur die Feinde des Empire, sondern auch Personen, die nichts damit zu tun haben?«

Lord Lipton hob eine Hand.

»Gut gefolgert, Mr. Sinclair, sehr gut. Ja, ich sehe schon, dass Sie und Ihr Kollege eine Herausforderung für mich sind. Aber ich sage Ihnen, dass jeder Mensch ein Privatleben hat. Das kennen Sie ja von sich. Auch ich mache da keine Ausnahme.« Er lächelte breit. »Sie sehen, dass ich …«

»Moment mal«, unterbrach ich ihn. »Soll das heißen, dass Sie aus privaten Gründen Menschen töten? Nur weil Sie sich beruflich daran gewöhnt haben?«

Der Lord behielt sein Lächeln bei.

»Es kommt eben manchmal über mich. Dabei will ich das gar nicht, aber ich möchte, dass mir die Menschen gehorchen. Wenn sie sich weigern, haben sie Pech gehabt. Dann muss ich eben so handeln. Ich kann Ihnen allerdings versichern, dass es Menschen sind, deren Verschwinden kaum auffällt.«

Bei mir zog sich der Magen zusammen. Ich behielt trotzdem die Ruhe und fragte: »Dürfen wir wissen, um welche Personen es sich dabei genau handelt? Oder schlagen Sie wahllos zu?«

»Nein, Gentlemen, das auf keinen Fall.«

»Und wie sollen wir das verstehen?«

»Ich suche den süßen Vogel Jugend. Ich will ihn haben, immer besitzen, und ich hole ihn mir.«

»Frauen?«, flüsterte Suko.

»Sie haben es erfasst«, lobte der Lord. »Es sind Frauen. Junge Frauen. Ich mag ihr festes Fleisch. Ihre wunderbare Haut. Dann muss ich sie mir einfach holen und später für immer behalten, denn das soll nicht an die Öffentlichkeit dringen.«

Mir steckte schon ein Kloß in der Kehle, als ich sagte: »Sie bringen diese Menschen also um?«

Er wiegte den Kopf.

»So können Sie es ausdrücken.« Locker hob er die Schultern. »Wie gesagt, man vermisst sie nicht. Es gibt Gerüchte, das ist alles. Sie glauben gar nicht, welche Perlen sich manchmal in der Unterschicht finden lassen. Wenn ich sie mit in mein Haus genommen habe, dann staunen sie, und ich sorge dafür, dass es ihnen eine Weile lang gut geht, bis eben zu dem Zeitpunkt, wo ich sie nicht mehr brauche …«

Er sprach noch weiter. Ich hörte auch seine Stimme, aber nicht mehr genau, was er sagte, denn das Blut war mir in den Kopf gestiegen und rauschte in meinen Ohren.

In diesen Augenblicken sah ich nicht mehr so klar wie sonst, und auch Suko war neben mir in seinem Sessel zu einer Statue geworden und hatte offenbar Schwierigkeiten, die Sprache wiederzufinden.

»Was machen Sie mit den Leichen, Lord Lipton?«, flüsterte er zischend. »Die Menschen hier in der Umgebung glauben schon, dass Sie so etwas wie ein Kannibale sind.«

»Also bitte. Ich gebe zu, dass es so etwas gibt, aber nicht bei mir.«

»Das beantwortet nicht meine Frage.«

Er winkte ab und kam wieder auf sein Thema zu sprechen. »Ich sagte Ihnen bereits, dass niemand die Frauen vermisst. Ich habe hungrige Hunde, verstehen Sie, und …«

»Hören Sie auf, verdammt!«, schrie ich ihn an.

Lipton hob vor Schreck seine Arme. »Was wollen Sie? Ich habe Ihnen nur Ihre Fragen beantwortet.«

Ich nickte schwer.

»Okay, das haben Sie. Das haben Sie sogar mit brutaler Offenheit, Lord Lipton.«

Ich hatte Mühe, die Beherrschung nicht zu verlieren. Da saß ein Adeliger vor mir, der so pervers war, wie man es kaum fassen konnte. Man musste bei ihm schon von einem Massenmörder sprechen. Und am schlimmsten war, dass er die langen Jahre überlebt hatte, wobei er längst hätte tot sein müssen. Da er aber noch lebte, konnte er seiner Mordlust weiterhin freien Lauf lassen.

Das war die eine Seite des Falles. Es gab noch eine zweite, die ebenfalls mehr als wichtig war. Von allein hatte er nicht so lange leben können, und ich musste wissen, was dahintersteckte.

Ein Name wollte mir nicht aus dem Kopf, und deshalb stellte ich die Frage.

»Wer ist Landru?«

Lord Lipton schaute mich an, ohne dass er sich dabei bewegte.

Mir gelang ein längerer Blick in seine Augen, und ich fragte mich, ob diese noch zu einem Menschen gehörten. Sie waren nicht ausdruckslos, doch was ich sah, ließ mich erschaudern. Es kam mir vor, als säße hier ein Mensch, der keine Gefühle kannte. Er hätte auch eine Maschine sein können, und als so etwas Ähnliches konnte man ihn auch bezeichnen.

Ich wiederholte meine Frage.