John Sinclair 1608 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1608 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Sechs Frauen hatte Earl Riddick bereits getötet. Jetzt brauchte er nur noch eine Leiche, um seinem Ziel, in den Dunstkreis der Hölle aufgenommen zu werden, nahe zu kommen.

Das siebte Opfer war schnell gefunden. Stella Moreno, ein TV-Star. Nur ahnte der Killer nicht, wen er da auf seine Liste gesetzt hatte. Denn Stella war eine Hexe ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 133

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumDas siebte OpferVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Das siebte Opfer

Sechs Frauen hatte Earl Riddick bereits getötet. Jetzt brauchte er nur noch eine Leiche, um seinem Ziel, eine Aufnahme in den Dunstkreis der Hölle, nahe zu kommen.

Das siebte Opfer war schnell gefunden. Stella Moreno, ein TV-Star. Nur ahnte der Killer nicht, wen er da auf seine Liste gesetzt hatte. Denn Stella war eine Hexe …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4379-0

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Das siebte Opfer

Das Wetter war so kalt wie die Angst, die Mona Hicks umklammert hielt. Hinzu kam die Dunkelheit, die ihr schwarz wie Teer vorkam. Vergeblich suchte die Frau nach einem Lichtschein, aber mit Laternen hatte man in dieser Umgebung gespart.

Ich hätte auf Lisa hören und mit ihr fahren sollen, dachte sie, während sie sich noch mehr beeilte, den Parkplatz zu erreichen, auf dem ihr Wagen stand. Das Gelände gehörte zu einem Supermarkt. Nach Geschäftsschluss war er meistens leer. Gerade bei einem Wetter wie diesem. Da verirrte sich keiner mehr hierher. Auch Liebespaare suchten sich einen anderen Platz.

Es waren nur noch einige Meter bis zur Einfahrt. Da leuchtete noch eine Laterne. Es war der einzige Lichtschimmer weit und breit. Ein idealer Ort für einen Überfall …

Als ihr dieser Gedanke kam, versuchte sie, ihn so schnell wie möglich zu verdrängen. Es gelang ihr nicht, aber sie beschleunigte ihre Schritte.

Der große Platz war wie leergefegt. Nur ihr Wagen stand dort, der Corsa, der schon seine Jahre auf dem Buckel hatte, den sie aber so liebte.

Sie holte den Schlüssel aus der Jackentasche. Dabei ging sie weiter und schaute sich immer wieder um. Aber einen Verfolger konnte sie nicht entdecken.

Trotzdem hatte sie das Gefühl, nicht allein zu sein. Sie sah nichts, aber die Dunkelheit bot zahlreiche Verstecke, besonders dort, wo der Corsa stand, denn er befand sich im Schatten der Supermarktmauer. Dort erreichte ihn kein Lichtschein.

Jetzt waren es nur noch wenige Schritte. Sie spürte den kalten Wind auf der Haut und hatte den Eindruck, von Nadelspitzen getroffen zu werden.

Auf dem Dach des Autos sah sie ein helles Schimmern. Es stammte von einem grauen Belag, den das Eis hinterlassen hatte.

Die Temperaturen bewegten sich um den Nullpunkt herum. Da konnte es an einigen Stellen schon zu einer Eisschicht kommen. Die Scheiben waren zum Glück noch nicht zugefroren, und so war sie froh, keinen Kratzer benutzen zu müssen, denn das hätte sie noch mehr aufgehalten, was sie auf keinen Fall wollte.

An den Beinen fror sie. Die enge Hose konnte man schon als Leggins bezeichnen. Das war zwar chic und modern, doch den kalten Wind hielt der Stoff nicht ab.

Auch die Scheibe an der rechten Fahrerseite war nicht vereist. Nur beschlagen.

Den Schlüssel hielt sie parat.

Sie zögerte.

Es war ungewöhnlich, und sie wunderte sich über ihre eigene Erstarrung. Irgendetwas stimmte nicht.

Jetzt, wo sie das Geräusch ihrer Schritte nicht mehr hörte und sich eigentlich über die Stille hätte freuen können, war das nicht mehr der Fall.

Doch ein Geräusch – oder?

Monas Herz schlug unregelmäßig. In ihrem Innern zog sich etwas zusammen.

Es war die Angst, die so plötzlich vorhanden war. Sie hatte etwas gehört, was nicht hierher passte.

Sie begann wieder zu zittern.

Und plötzlich war es wieder da!

Sogar deutlicher …

Ein leises Pfeifen. Genau hinter ihrem Rücken.

Es war nicht mal so klar zu hören. Es war mehr ein Zischen und mit einem pfeifenden Geräusch untermalt.

Es kam der Augenblick, an dem sich Mona Hicks nicht mehr bewegte. Sie geriet in den Zustand der berühmten Salzsäule, und zugleich stach die Kälte in ihre Haut.

Ich bin nicht mehr allein!

Es war schrecklich, sich an diesen Gedanken gewöhnen zu müssen. Er breitete sich in ihrem Innern aus wie Fieber, und sie glaubte, sich in einem Käfig zu befinden.

Trotz der Kälte war ihr das Blut in den Kopf gestiegen. Die Angst sorgte für diesen gewaltigen Druck, und die zweite Haut auf ihrem Gesicht wollte einfach nicht weichen.

Bleiben? Die Tür öffnen und sich in den Corsa werfen? Oder sich umdrehen und sich dabei dem Unbekannten stellen?

Sie wusste es nicht, aber sie musste eine Entscheidung treffen, die ihr dann etwas leichter gemacht wurde, weil sie das leise Pfeifen nicht mehr hörte.

War der oder das Unbekannte weg?

Mona hatte am Rücken keine Augen. Um etwas zu sehen, musste sie sich umdrehen, was sie auch mit einer blitzschnellen Bewegung tat, auch weil sie den Fremden überraschen wollte.

Sie schaute in die Dunkelheit des Parkplatzes. Da hatte sich nichts verändert.

Aber vor ihr stand eine Gestalt, starr wie eine finstere Säule. In Kopfhöhe schimmerte ein Gesicht, das besonders auffiel, weil alles andere schwarz war.

Mona schnappte nach Luft und hatte den Eindruck, Säure zu trinken. Ihre Beine wurden weich. Diese Gestalt bildete sie sich nicht ein, die gab es tatsächlich. Und sie war sicherlich nicht erschienen, um ihr einen guten Abend zu wünschen.

Bisher hatte sich der Unbekannte nicht bewegt. Sie hatte auch nur gesehen, dass es sich um einen Mann handelte, der nichts tat, noch nicht – bis er seinen rechten Arm bewegte und die Hand dabei so hoch brachte, dass Mona etwas Bestimmtes sah.

Es war so blank, so hell. Erinnerungsfetzen schossen ihr durch den Kopf. Sie dachte an ihre Besuche beim Metzger. Da hatte sie den Meister manches Mal hinter der Theke mit diesem Instrument hantieren sehen. Mit einem Messer!

Und genau das hielt dieser Fremde in der Hand. Es war eine lange Klinge, zudem recht breit, und sie gab einen matten Glanz ab, der auf Mona wirkte wie ein tödlicher Schein.

Mona stöhnte leise auf. Zu einer anderen Reaktion war sie nicht fähig. Die Angst ließ sie erzittern. Es erreichte sogar ihre Kehle, sodass sie nicht in der Lage war, einen Schrei abzugeben.

An ein Entkommen war nicht zu denken. Der Unbekannte stand genau richtig. Er musste nur seinen rechten Arm nach vorn stoßen, denn die Winterjacke würde der Klinge keinen großen Widerstand entgegensetzen.

Immer wieder hatte sie von solchen und ähnlichen Vorfällen gehört. Doch Mona hatte nie daran gedacht, dass auch ihr so etwas Schlimmes passieren könnte.

Und jetzt?

Sie sah keine Chance mehr, es war vorbei. Sie kam nicht mehr weg.

Und sie hörte den Killer wieder pfeifen.

Ihr schoss durch den Kopf, dass es der Gleiche war, von dem die Presse berichtet hatte. Ein Killer, der schon mehrere Frauen umgebracht hatte.

Fünf im Umkreis von London. In der Stadt selbst oder in den Außenbezirken. Es hatte nie eine Beschreibung gegeben, er war ein Phantom. Einer, der auftauchte, mordete und dann blitzschnell untertauchte.

Und jetzt war sie an der Reihe!

Schreien – du musst schreien!

Das schoss Mona durch den Kopf, und sie wusste, dass sie auch dann keine Chance hatte. Auf diesem leeren Parkplatz würde sie niemand hören, und die nächsten Häuser waren weit entfernt.

Sie holte Atem – noch. Dabei verkrampfte sich alles in ihrer Brust. Stiche durchzogen ihren Körper und sorgten dafür, dass sie einen Schwächeanfall erlitt.

Der Killer kam einen Schritt näher. Sie hörte ihn lachen, und das war furchtbar für sie. Er schien sich auf seine grauenvolle Tat zu freuen, auf den Spaß, den er haben würde.

»Warum?«, hauchte sie.

»Es ist für ihn!«

»Was?«

»Ja«, sprach er weiterhin mit seiner rauen Stimme. »Es ist einzig und allein für ihn.«

»Und wer ist das?« Mona wunderte sich über ihre Neugierde, wo sie doch eigentlich vor Angst hätte vergehen müssen.

»Er ist der wahre Herrscher!«

Mona hatte die letzte Antwort gehört, denn jetzt handelte er, und seine rechte Hand zuckte vor.

Die Jacke war tatsächlich nicht in der Lage, die Klinge aufzuhalten. Sie durchdrang den Stoff und bohrte sich tief in den Körper der jungen Frau, die den Einstich spürte und dabei einen irren Schmerz erlebte, der allerdings schnell vorbei war.

Mona Hicks kippte gegen den Wagen. Ein letztes Röcheln drang aus ihrem Mund, begleitet von blutigem Schaum, dann hatte sie der Tod bereits erreicht und war dabei so gnädig, dass er ihr die Schmerzen nahm, als das Leben ihren Körper verließ …

*

Dort, wo sich im bleichen Gesicht der Mund befand, war ein leises Lachen zu hören. Anschließend ein Pfeifen, danach das Flüstern weniger Worte.

»Nummer sechs! Es ist vollbracht, Meister …«

Der Mörder war sehr zufrieden. Es hatte wiederum perfekt geklappt, und er hatte natürlich einen idealen Ort gefunden, an dem es keinen einzigen Zeugen gab. Um sicherzugehen, drehte er sich noch mal um und schaute besonders dorthin, wo die Laterne ihren Schein abgab. Zu sehen gab es nichts. Keine Bewegung. Kein Schatten, der von einer Seite zur anderen gehuscht wäre.

Er war zufrieden und senkte den Blick.

Die Tote war zwischen ihm und dem Auto zusammengesunken. Aus ihrer Brust ragte der Messergriff.

Wieder einmal hatte die Waffe ihre Pflicht getan.

Der Killer lächelte, bevor er sich bückte und die Waffe aus dem Körper zog. Das Blut bedeckte die Klinge mit Schlieren, die der Mann an der Kleidung der Toten abwischte.

Nachdem er das Messer weggesteckt hatte, begann der zweite Teil seiner Arbeit. Er bückte sich und hob die Leiche an. Sie war recht schwer, doch der Killer hatte kein Problem, sie in die Höhe zu hieven.

Wer gedacht hätte, dass er sie in den Wagen stopfen würde, der hätte sich geirrt. Er hatte etwas anderes mit dem leblosen Frauenkörper vor. Er trug ihn bis zur Kühlerhaube. Sie war nicht eben lang, aber für seine Zwecke trotzdem geeignet, denn der Körper passte auf die Haube, wenn er ihn ein wenig drehte, schräg legte und die Beine anwinkelte.

Das alles zog er mit einer Ruhe durch, die schon mehr als ungewöhnlich war. Es konnte auch damit zusammenhängen, dass er sich sehr sicher fühlte und gute Nerven besaß.

Im Moment brauchte er das Messer nicht. Das würde er später einsetzen müssen. Er konnte sein Ritual ohne die Waffe fortsetzen.

Mit flinken Fingern begann er, die Jacke der Toten zu öffnen. Darunter trug sie einen Pullover, den er in die Höhe schob, sodass die nackte Haut vom Bauchnabel bis zu den unteren Rundungen der Brüste zu sehen war.

Genau das hatte er gewollt.

Auf dem Parkplatz hatte sich nichts verändert. Der Killer holte deshalb in aller Ruhe sein Messer hervor und lächelte erneut, als er es in der Hand hielt.

Zusammen mit der Waffe beugte er sich über die leblose Gestalt auf der Haube. Hätte ihn dabei jemand beobachtet, so hätte er den gierigen Blick gesehen, der sich in den Augen des Killers eingenistet hatte. Sein Mund war nicht geschlossen und aus ihm drangen die Atemstöße als Hecheln.

Ein letzter Blick, dann setzte er die Spitze des Messers an. Zunächst tippte er gegen die Haut der Toten. Danach übte der Killer Druck aus, damit das Metall in die Haut eindringen konnte. Es entstand ein erster Schnitt.

Tote bluten nicht mehr, aber diese Frau war erst vor Kurzem gestorben, und er lächelte zufrieden, als er die ersten Tropfen sah, die aus dem Schnitt quollen.

Damit gab er sich nicht zufrieden. Gelassen machte er weiter, denn er wollte sein Zeichen hinterlassen.

Ein blutiges Mal!

Er beließ es nicht bei einem Schnitt. Er ritzte etwas mit dem Messer in die Haut hinein. Es entstand eine geometrische Figur, ein Dreieck, dessen Spitze nach unten zeigte. Die Ränder faserten aus, was ihm egal war. Jeder konnte die Zeichnung erkennen, und genau das hatte er gewollt.

Das sechste Opfer lag auf der Kühlerhaube wie auf einem Altar gebettet. Es war perfekt.

Der Mörder trat einen Schritt zurück und betrachtete sein Werk.

Nichts, aber auch gar nichts gab es daran auszusetzen. Er konnte hoch zufrieden sein.

Ohne Übergang fing er an zu lachen. Es war die Freude eines Wahnsinnigen. Er hätte jubeln können, aber das ließ er bleiben. Er wollte es erst tun, wenn er das siebte Opfer auf einen der Altäre legte. Erst dann war der Triumph perfekt.

Niemand hatte ihn gesehen.

Die Luft war kalt. Sie roch nach Schnee. Wolken hingen tief am Himmel und verdeckten den Blick auf die Gestirne.

Niemand hatte ihn gesehen, als er gekommen war. Und niemand sah ihn, als er den Parkplatz wieder verließ.

Erneut hatte er eine Nacht erlebt, die wie für ihn gemacht war.

Sechs tote Frauen.

Sechs Mal das Zeichen.

Und das siebte Opfer wartete bereits auf ihn.

Wer es sein würde, wusste er bereits genau. Er würde es sich holen – bald schon, sehr bald …

*

Es kam nicht oft vor, dass Chiefinspektor Tanner seine Zigarre anzündete und paffte. Das passierte nur in extremen Situationen, und eine solche war jetzt eingetreten. Erneut stand er vor einer toten Frau, deren Körper mit diesem Zeichen versehen war.

Tanner verstand die Welt nicht mehr. In ihm kochte es.

Die Leiche war von einem Mitarbeiter des Supermarktes entdeckt worden, der schon sehr früh auf seiner Arbeitsstelle war, weil er als Ansprechpartner für die ersten Lieferanten da sein wollte.

Der Mann war völlig fertig gewesen, und er stand auch jetzt noch unter Schock. Ein Arzt hatte sich um ihn gekümmert.

Der Ort um die schreckliche Tat war abgesperrt worden. Tanners Leute waren bei der Arbeit und suchten nach Spuren.

Es würde eine vergebliche Liebesmühe sein, denn auch bei den anderen fünf Toten hatte es so gut wie keine Spuren gegeben. Zumindest keine, die zu einer Aufklärung geführt hätten.

Auch hier hatte Tanner nicht viel Hoffnung. Er saugte heftig an seiner Zigarre und nebelte sein Gesicht dabei ein.

Wer tat so etwas? Wer brachte sechs Frauen um und hinterließ dabei das Zeichen, ein Dreieck auf der nackten Haut, das er mit einem Messer eingeritzt hatte?

Er hatte keine Ahnung. Die Mordserie war zu einem Problem geworden. Die Taten waren rund um London passiert. Immer in der Nacht, immer an einsamen Stellen und natürlich jedes Mal in einer so grausamen Art und Weise, über die er nur den Kopf schütteln konnte.

Zuerst wurde die Frau durch einen Messerstich getötet. Danach schnitzte man ihr dieses Dreieck in den Leib, das mit seiner Spitze nach unten zeigte.

Tanner wusste, dass dies etwas zu bedeuten hatte. Er sah es als den Beweis eines Rituals an, und einen derartigen Killer zu stellen war verdammt schwierig. Niemand wusste genau, welchen perversen Neigungen er nachging.

Aber das Zeichen hatte etwas zu bedeuten.

Ein auf die Spitze gestelltes Dreieck, das er jetzt zum sechsten Mal sah. Und nur über dieses Zeichen führte der Weg zur Aufklärung des Falls.

Natürlich hatte sich Tanner mit Experten darüber unterhalten, die auch Ideen vorgebracht hatten. Einer der Männer hatte ihn auf einen Gedanken gebracht. Er war sich sicher, dass dieses Zeichen der Hinweis auf eine bestimmte Person oder Unperson war, je nachdem, auf welcher Seite man stand.

»Das kann durchaus eine stilisierte Teufelsfratze sein«, hatte Tanner zu hören bekommen.

Und genau die Antwort hatte er nicht vergessen, und er hatte seine Konsequenzen gezogen.

Tanner war zwar jemand, der nicht unbedingt nach Hilfe schrie. In diesem Fall allerdings und bei der sechsten Tat, da war er über den eigenen Schatten gesprungen.

Noch auf dem Parkplatz hatte er sich mit einem Kollegen in Verbindung gesetzt, der im Laufe der Zeit zu einem Freund geworden war.