John Sinclair 1612 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1612 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Er hieß Ethan Hunter. Er war ein Mann, der für die Regierung arbeitete und die bösen Jobs übernahm. In seinem Leben gab es zahlreiche Geheimnisse, doch eines war besonders interessant.

Er wusste, dass es Vampire gab. Er hätte beinahe selbst an sie sein Blut verloren, doch damals war er von einem gewissen Frantisek Marek gerettet worden.

Hunter hatte ihm ewige Dankbarkeit geschworen. Als er hörte, dass Marek tot war, begann für ihn die Zeit der Abrechnung.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 141

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumDer Vampir-Töter (1. Teil)Vorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Der Vampir-Töter (1. Teil)

Er hieß Ethan Hunter. Er war ein Mann, der für die Regierung arbeitete und die bösen Jobs übernahm. In seinem Leben gab es zahlreiche Geheimnisse, doch eines war besonders interessant.

Er wusste, dass es Vampire gab. Er hätte beinahe selbst an sie sein Blut verloren, doch damals war er von einem gewissen Frantisek Marek gerettet worden.

Hunter hatte ihm ewige Dankbarkeit geschworen. Als er hörte, dass Marek tot war, begann für ihn die Zeit der Abrechnung.

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4383-7

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Der Vampir-Töter (1. Teil)

Er krümmte sich. Er schrie. Er würgte. Er schlug mit den Händen gegen die Wand. Dann war auch die Stirn an der Reihe. Er wollte die Schmerzen. Er musste leiden.

Er taumelte von der Wand weg in die Mitte des Kellers. Dort blieb er stehen, bückte sich, jaulte auf, schüttelte den Kopf, und einen Moment später war es dann so weit.

Er übergab sich.

Was aus seinem Mund drang, war ein dunkler Strom von Blut …

Noch bevor Ethan Hunter das Lokal betrat, nahm er den Geruch wahr. So roch das Laster!

Seine Mundwinkel zuckten, als er angewidert das Gesicht verzog. Er hasste es eigentlich, eine derartige Lasterhöhle zu betreten, aber genau dort war der Mann anzutreffen, mit dem er sich unterhalten musste, und deshalb musste er diesen Schritt gehen.

Das Laster zeigte nach außen hin eine glatte Fassade. Bunt, fast schon mondän. Die Moral verschwand unter den bunten Buchstaben des Clubnamens, der sich auf Gentlemen bezog. Zutritt nur für Herren, die unter sich bleiben und trotzdem etwas erleben wollten.

Man musste kein Clubmitglied sein, um den Club betreten zu können, und es war Voraussetzung, dass die finanziellen Mittel stimmten.

Die Eingangstür war in einem dunklen Rot gestrichen. Rot wie Blut, und die Augen des Mannes verengten sich für einen Moment, als er an den Vergleich dachte.

Er musste rein.

Es war nicht leicht. Man konnte die Tür nicht einfach öffnen. Es gab da einen Kontakt in Form eines Klingelknopfs, der erst gedrückt werden musste.

Genau das tat er.

Ethan Hunter wusste, dass er beobachtet wurde, obwohl er das Auge der Kamera nicht sah. In diesem Club war man auf Sicherheit bedacht.

Er dachte daran, dass die andere Seite einen Mann sah, der einen langen Mantel trug, eine braune Hose, ein bläuliches Hemd, eine rote Krawatte und einen Hut, dessen Krempe die Augen teilweise im Schatten ließ.

Hunter wartete. Er wurde sorgfältig geprüft. Ein kalter Wind strich über seinen Nacken und ließ ihn leicht frösteln.

Ethan hoffte, dass man ihn nicht abwies, denn er musste den Mann unbedingt treffen.

Ein Summgeräusch sorgte dafür, dass auf seinem Gesicht ein leichtes Lächeln erschien.

Er wollte die Tür aufdrücken, was nicht nötig war, denn die Blutwand schwang vor ihm zurück, sodass er eintreten konnte und sich dabei in einem völlig normalen Umfeld wiederfand.

Er hatte einen recht geräumigen Bereich betreten, in dem es nach altmodischem Vorbild noch eine Garderobe gab und eine kleine Bar, auf der Wasserflaschen standen. Hinten sah er auch einen Monitor, auf dem das Bild vor dem Eingang zu sehen war.

Und er sah den Mann auf sich zukommen, der hinter der Bar gestanden hatte. Ein gelackt wirkender Typ mit zurückgekämmten Haaren und einem schmalen Gesicht. Die breiten Schultern unter dem Jackenstoff deuteten daraufhin, dass er wohl öfter Gast in einer Muskelbude war. Sein Lächeln wirkte aufgesetzt.

»Willkommen bei uns, Sir. Ich hoffe, Sie werden sich wohl fühlen.«

Ethan Hunter nickte. »Ja, das hoffe ich auch.«

»Wenn Sie ablegen wollen, bitte.«

»Gern.«

An den Garderobenstangen hingen mehrere Mäntel, aber die meisten Haken waren frei.

Hunter zog seinen Mantel aus, nahm auch den Hut ab und hängte beides auf. Als er sich umdrehte, war er fast gezwungen, einen Blick in den in der Nähe hängenden Spiegel zu werfen. Er entdeckte sich in der Fläche und stieß einen geflüsterten Fluch aus, weil er sich nur verschwommen sah. Er ging schnell zur Seite, um nicht aufzufallen.

Der Gelackte lächelte ihm zu.

»Sie können dann den Clubraum betreten, Sir.«

»Danke.«

Hunter wusste, wohin er seine Schritte lenken musste. Eine Schwingtür musste gedrückt werden, dann hatte er freie Bahn und gelangte in einen recht großen Raum, der als Bar eingerichtet war.

Auch hier hatte die Vergangenheit Pate gestanden. Es gab nichts Modernes. Keine laute Musik. Keine zuckenden Lichter. Es war ein Raum, an dem die Zeit spurlos vorübergegangen war. Die Bar, die Sessel mit den Tischen davor, das alles sah so aus, als hätte die Einrichtung hier schon vor vierzig Jahren so bestanden. Und das stimmte auch. Man war sehr konservativ und schwamm eben gegen den Strom der Zeit.

Einige der Sessel waren besetzt. Die Gäste saßen da, lasen Zeitungen, rauchten, tranken ihre Drinks und ließen sich ansonsten von einer leisen Musik berieseln.

Auch Ethan Hunter hätte sich einen Tisch aussuchen können. Darauf verzichtete er und steuerte die Bar an, hinter der ein Keeper damit beschäftigt war, letzte Gläser in ein Regal zu räumen. Er drehte dem Neuankömmling den Rücken zu und sah ihn erst, als er sich umgedreht hatte.

Da saß Ethan Hunter schon auf einem der Hocker und spürte den weichen Sitz unter sich.

»Hi …«

Der Keeper lächelt etwas überrascht. »Pardon, Sir, ich habe Sie nicht gesehen.«

»Macht nichts.«

»Was darf ich Ihnen anbieten?«

Hunter ließ seine Blicke über die Flaschen im Regal an der Rückseite der Bar gleiten. Wer Whisky-Fan war, der konnte sich hier wie in einem Paradies fühlen.

»Ich nehme ein Wasser.«

»Sehr wohl, Sir, obwohl ich Ihnen einen sehr weichen Whisky empfehlen kann. Wenn Sie ihn trinken, werden Sie die Augen verdrehen, das verspreche ich.«

»Nur Wasser.«

»Wie Sie wünschen, Sir.«

Der Keeper kam seinem Job nach. Er holte die Flasche unter der Theke hervor, wo sie kühl gelagert wurde. Sie und das Glas stellte er auf den Tresen und goss es bis zur Hälfte voll.

»Wohl bekomm’s.«

»Danke.«

»Sie sind zum ersten Mal hier, nicht?«

»Ja, das bin ich.« Hunter wusste, was der Keeper als Nächstes fragen würde und kam ihm zuvor. »Ein Freund von mir hat mir geraten, diesen Club zu besuchen.«

»Ein Stammgast?«

»Ja.«

Der Keeper lächelte. »Wir freuen uns immer über neue Gäste, die sich entspannen wollen.« In den Augen des Mannes blitzte es kurz auf, und Hunter betrachtete es als Botschaft. Er wusste auch, was dahintersteckte, denn die Umgebung, in der er sich befand, war nur Fassade. Es gab noch einen zweiten Teil, der jedoch lag unter der Erde.

Es war die Ebene der Erziehung, in die sich so mancher Gentleman begab, denn dort warteten die entsprechenden Lehrerinnen, die manche Menschen auch als Dominas bezeichnet hätten.

Hunter wusste das. Es widerte ihn an, und er würde einen Teufel tun und sich in diese Gefilde begeben.

Anders der Mann, den er hier treffen wollte. Charlie Parker war jemand, der dies liebte, was er auch offen zugab. Einmal im Monat kam er her, um sich erziehen zu lassen. Das sah er als eine besondere Beichte und Buße an.

Ethan schaute auf die Uhr. Eine bewusste Geste, denn er wollte den Keeper neugierig machen, was ihm auch gelang.

»Erwarten Sie jemanden, Sir?«

»Ja, meinen Freund.«

»Aha.«

»Er heißt Charlie Parker.«

»Ah, Mr. Parker, ein sehr netter Herr. Er kommt öfter zu uns und entspannt sich.« Der Mann fing an zu lächeln, sodass jeder ahnen konnte, was dahintersteckte.

»Er müsste eigentlich schon hier sein.«

Der Keeper nickte. »Sicher. Mr. Parker kommt niemals spät. Er genießt unsere angenehme Atmosphäre.«.

»Sehr schön.«

Andere Gäste trafen ein. Zwei Männer, die schon zur älteren Generation gehörten und hier alles andere als fremd waren. Sie wurden freundlich begrüßt und bekamen sofort ihre Drinks serviert, kaum dass sie ihre Plätze eingenommen hatten.

Ethan Hunter war sicher, dass sie bald in den unteren Regionen verschwinden würden. Er verzog für einen Moment angewidert das Gesicht.

Er wollte Charlie Parker aus einem bestimmten Grund hier treffen. Er wollte von ihm Informationen über einen Mann, der in seiner Nähe wohnte. Und Parker würde sie ihm geben. Sollte er sich weigern, wäre das nicht gut für ihn gewesen.

Noch musste Hunter warten. Niemand der Gäste sprach ihn an, doch er sah, dass einige verschwanden, und zwar durch eine Tür, die nicht so leicht zu entdecken war.

Hunter bestellte sich eine zweite Flasche Mineralwasser. In seinem Innern kochte es zwar nicht, aber er merkte, dass der Geduldsfaden immer mehr in die Länge gezogen wurde und dicht vor dem Reißen stand. Sollte Parker ihn versetzt haben, dann …

Nein, er hatte ihn nicht versetzt, denn Sekunden nach seinem Gedankengang sah er einen Mann durch die Tür treten, der sofort zur Theke hinschaute.

Hunter winkte kurz.

Charlie Parker nickte. Auf seinem Gesicht verschwand die Starre. Sie wurde von einem verlegenen Lächeln abgelöst. Das war auch noch vorhanden, als er auf dem Nachbarhocker Platz nahm.

»Sie sind spät dran, Parker.«

»Ich weiß. Ich kam nicht früher weg. Außerdem war der Verkehr wieder mal mehr als dicht.«

»Okay. Wollen Sie etwas trinken?«

»Einen doppelten Whisky.«

»Gut.« Hunter bestellte ihn. Das Getränk wurde sehr schell serviert, und Parker trank das Glas mit einem Zug leer. Ein Genießer war er nicht. Es konnte auch daran liegen, dass er sehr nervös war. Als er das Glas abstellte, atmete er tief durch.

»Das habe ich jetzt gebraucht.«

»Sehr gut. Dann können wir ja zur Sache kommen.«

»Bitte.«

Hunters Blick wurde hart. »Keine Namen, hören Sie? Es werden keine Namen genannt.«

»Ich weiß.«

»Dann erzählen Sie, was Sie über die Person herausgefunden haben, um die es mir geht.«

»Ich habe mir Mühe gegeben.«

»Das will ich auch hoffen.«

Parker bestellte einen weiteren Drink. Den trank er nicht so schnell. Er hielt nur das Glas fest, als brauchte er einen Anker. Dann redete er mit Flüsterstimme auf Hunter ein, der nichts sagte und nur ab und zu leicht nickte.

Er schrieb nichts auf. Er saugte die Information auf, und sein Gesichtsausdruck zeigte, dass er zufrieden war.

»Mehr kann ich Ihnen nicht sagen.«

»Das reicht aus.«

»Aber ich sage Ihnen, dass der Mann gefährlich ist. Es gibt jemanden, der ihn gut kennt, und ich kenne diese Person auch, weil wir im selben Job arbeiten.«

»Sind Sie aufgefallen?«

Parkers breites Gesicht nahm einen verschlagenen Ausdruck an. »Nein, das bin ich nicht. Ich bin lange genug im Geschäft, um die Regeln zu kennen. Ich bin nicht aufgefallen.«

»Das sollte auch so sein.«

Parker trank und nickte zufrieden. »Kann ich Ihnen sonst noch behilflich sein, Sir?«

»Nein, es reicht.«

»Und Sie waren zufrieden?«

»Ja.« Ethan Hunter wusste, worauf es Parker ankam. Dessen Augen verfolgten die Bewegungen des Mannes, und sie sahen, dass Ethan Hunter einen Umschlag aus der Tasche holte. Es war ein normales Briefkuvert, nur etwas dicker.

»Das ist Ihr Lohn.«

Charlie schnappte nach dem Umschlag, den Hunter jedoch zurückzog, bevor die fremde Hand ihn fassen konnte. »Noch mal, Charlie, zu keinem ein Wort, ist das klar?«

»Natürlich.«

»Sollten Sie sich nicht daran halten, weiß ich Sie zu finden. Und dann kenne ich keine Gnade.«

»Ich werde morgen oder übermorgen verreisen.«

»Damit tun Sie sich einen Gefallen.« Hunter übergab dem Mann den Umschlag. »Sie müssen nicht nachzählen«, bemerkte er, »ich betrüge Sie schon nicht.«

»Das hatte ich auch nicht vor.«

»Sie lügen schlecht, Charlie.«

Für Ethan Hunter war das Treffen damit vorbei. Er winkte noch dem Keeper zu und zahlte seine beiden Getränke.

Parker schaute ihm dabei zu. In seinen Augen lag ein hungriger Ausdruck. Auf der hellen Haut in seinem Gesicht hatten sich Schweißperlen gesammelt. Sicherlich konnte er es kaum erwarten, in den Keller zu gelangen, um sich dort erziehen zu lassen.

Ethan Hunter interessierte das nicht. Er hatte bekommen, was er wollte. So rutschte er vom Hocker und ging auf die Tür zu. In der Bar wollte er nicht länger bleiben.

»Sie wollen schon gehen, Sir?«, wurde er im Vorraum gefragt.

»Wie Sie sehen.« Hunter bemühte sich darum, den Spiegel nicht zu passieren. Er wollte auf keinen Fall Aufmerksamkeit erregen.

Zufrieden trat er ins Freie. Er schlug den Mantelkragen hoch und lächelte sogar.

Er wusste jetzt, was er wissen wollte.

Charlie Parker mochte ein schleimiger Typ sein, er hatte trotzdem gute Arbeit geleistet und ihm die Informationen über einen gewissen John Sinclair besorgt …

*

Es war eine dunkle Stelle direkt am Eingang des Parks, wo Jane Collins ihren Wagen neben einem Spielplatz abgestellt hatte, um sich mit einem Informanten zu treffen, der ihr brisante Neuigkeiten mitteilen wollte.

Allerdings nicht umsonst. Tausend Pfund hatte er verlangt.

Normalerweise hätte sie sich auf diesen Deal nicht eingelassen. Aber ihr Kollege Parker hatte es sehr dringend gemacht, und er hatte auch diesen einsamen Treffpunkt vorgeschlagen, weil er auf keinen Fall Zeugen haben wollte.

Nach einigem Hin und Her hatte sich die Detektivin darauf eingelassen. Auch wenn sie nicht eben begeistert darüber war, denn dieser Charlie Parker gehörte nicht eben zur Zierde ihrer Zunft.

Er war das, was viele verächtlich einen Schnüffler nannten, schmierig und leicht verschlagen. Sie kannte ihn auch nur von einem Treffen der Privatdetektive, zu dem auch Charlie Parker gekommen war. Der Zufall hatte sie beide an einen Tisch gebracht, und da waren sie dann ins Gespräch gekommen.

Sie erinnerte sich noch daran, dass Parker sie mit seinen Blicken fast ausgezogen hatte, und sie hatte sich dann so schnell wie möglich von ihm verabschiedet.

Und jetzt würde sie ihn erneut treffen. Ihre Begeisterung hielt sich in Grenzen, auch was die Umgebung betraf, die nicht nur dunkel, sondern auch einsam war.

Zwei Stunden vor Mitternacht, das war vereinbart worden. Jane hatte den Treffpunkt schon früher erreicht und wartete seit zehn Minuten. Die nächste Laterne stand weit weg an der Rückseite des kleinen Spielplatzes. Ihr Licht erreichte nur den Rand des kleinen Areals und nicht mal die Klettergeräte.

Parker hatte ihr keinen Hinweis gegeben, was er von ihr wollte. Er hatte nur darauf bestanden, dass sie nur diese einzige Chance besaß, ansonsten war der Zug abgefahren.

So etwas passte ihr gerade. Aber Jane war ihrem Gefühl gefolgt, und das sagte ihr, dass Charlie Parker durchaus etwas herausgefunden haben konnte, was wichtig für sie war.

Noch war er nicht zu sehen.

Jane schaute in die Finsternis hinein. Der Schnee war getaut, der London für eine Weile im Griff gehabt hatte. Es gab nur ein paar klägliche Reste auf den Grünflächen, das war alles.

Andere Leute bekam sie nicht zu Gesicht. Dieser Ort war kein Treffpunkt für Dealer oder anderes lichtscheues Gesindel. Einen solchen Ort hätte sich Parker auch nicht ausgesucht.

Allmählich stieg Ärger in Jane hoch, denn die vereinbarte Zeit war bereits seit acht Minuten überschritten. Eine Viertelstunde wollte sie Charlie Parker geben. Wenn er sich dann nicht blicken ließ, würde sie wieder fahren.

Die Temperaturen lagen zwar über dem Gefrierpunkt, trotzdem war es noch kalt. Und genau diese Kälte kroch in den Golf hinein und nahm auch von Jane Collins Besitz.

Ich hätte mir einen heißen Tee mitbringen sollen!, dachte sie und überlegte, ob sie Parker aufsuchen sollte, wenn er tatsächlich nicht bei ihr erschien.

Weitere Gedanken brauchte sie sich darüber nicht zu machen, denn plötzlich war er da. Es passte zu seinem Wesen, sich anzuschleichen.

Jane hörte das leise Klopfen an der Scheibe des Beifahrerfensters und drehte den Kopf nach links.

Schwach zeichnete sich Parkers Gesicht dahinter ab. Er war wenigstens da, und Jane löste die Verriegelung der Tür, sodass er sich auf den Sitz fallen lassen konnte.

»Da bin ich.«

»Ja, zu spät.«

Er kicherte. »Mit der Uhrzeit habe ich immer Pech. Aber irgendwie bin ich immer da.«

»Gut. Um was geht es?« Jane schaute ihren Kollegen an, dessen rundes Gesicht plötzlich einen wichtigen Ausdruck bekam. Sie sah auch das Schimmern in den Augen.

»Ich denke, dass du mit mir zufrieden sein wirst.«

»Abwarten. Was hast du denn für mich?«

Parker atmete schlürfend ein. »Das kann ich dir sagen. Ich habe Informationen, die sehr wichtig sind.«

»Aha.«

»Hast du das Geld?«

»Ja, das habe ich. Du bekommst es auch. Nur nach getaner Arbeit, das ist so üblich.«