John Sinclair 1616 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1616 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Dass Luzifer mich in diesem Haus verschont hatte, war nicht grundlos geschehen. Er verfolgte einen anderen Plan, von dem wir nicht einmal etwas ahnten.

Neben der Allee der Toten und vor dem Haus befand sich ein kleiner Teich, in dem seine Antwort auf meine Aktivitäten verborgen lag. Jetzt aber stieg sie vom Grund des Gewässers in die Höhe. Es war der Mörderengel ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 137

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumMörderengelVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Der Mörderengel

Dass Luzifer mich in diesem Haus verschont hatte, war nicht grundlos geschehen. Er verfolgte einen anderen Plan, von dem wir nicht einmal etwas ahnten.

Neben der Allee der Toten und vor dem Haus befand sich ein kleiner Teich, in dem seine Antwort auf meine Aktivitäten verborgen lag. Jetzt aber stieg sie vom Grund des Gewässers in die Höhe. Es war der Mörderengel …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4387-5

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Mörderengel

Das Haus, nur das Haus war für die Menschen wichtig gewesen. Nicht das Gewässer neben dem Weg, das so still und friedlich dalag.

Doch genau das täuschte. Es war schon gut, dass kein Blick den Grund traf, denn dort lauerte das Böse.

Luzifer hatte noch immer einen Trumpf im Ärmel …

Es gab die Allee der Toten nicht mehr. Aber das Haus war noch da, und in ihm lagen drei Leichen, die geborgen werden mussten.

Suko und ich waren zunächst in Bellever geblieben. Es gab einfach zu viel mit den örtlichen Behörden zu regeln und zu klären. Die Beamten waren aus Exeter gekommen und waren natürlich ins Staunen geraten, als sie hörten, was in dieser Einsamkeit passiert war.

Wir hätten eigentlich zufrieden sein können. Doch das waren wir nicht. Für Suko konnte ich nicht sprechen, denn wir hatten über dieses Thema noch nicht geredet, aber ich hatte meine Probleme mit dem Ausgang des letzten Falls.

Letztendlich war es zu einem Kampf gegen das absolut Böse gekommen, gegen Luzifer.

Nein, das war nicht richtig. Es war gar nicht erst zu einem Kampf gekommen. Luzifer hatte sehr schnell aufgegeben. Das hatte für mich zumindest so ausgesehen. So etwas kannte ich nicht von ihm. Er hatte die Chance gehabt, mich anzugreifen, um zu versuchen, mich zu vernichten. Er hatte es nicht getan. Er hatte diejenigen Geister und Körper der Menschen geopfert, die eigentlich den Weg zu ihm hatten finden wollen. Danach war er sang- und klanglos verschwunden.

Darüber dachte ich nach, und zwar so intensiv, dass ich mit meinen Gedanken nicht unbedingt bei der Sache war, was den Umgang mit den Kollegen anging.

Bellever, ein verschlafener Ort am Rand der Danger Zone von Dartmoor, war durch das Erscheinen der Polizisten aus seiner Ruhe gerissen worden. Die Dorfbewohner zeigten sich erschreckt, als sie erfuhren, was sich in der Nähe abgespielt hatte. Dabei vergaßen sie nicht, was Monate zuvor geschehen war. Da hatte man hier einen Film gedreht, und jetzt waren die drei Hauptdarsteller des Streifens in dem einsamen Haus in der Nähe des Dorfes ermordet worden.1

Suko und ich hatten uns ein Quartier gesucht. Zwei Zimmer in einem Haus, in dem zwei Schwestern wohnten. Ältere Frauen, die schon mehr als sieben Jahrzehnte auf dem Buckel hatten.

Die Untersuchungen der Kollegen waren irgendwann beendet. Die Truppe zog wieder ab in Richtung Exeter, und Suko und ich machten uns auf den Weg zu unserem Quartier.

Suko hatte vorgeschlagen, schon jetzt zu fahren und irgendwo auf der Strecke zwischen Bellever und London zu übernachten. Dagegen war ich gewesen, und dafür gab es auch Gründe, die ich nicht für mich behielt.

Wir befanden uns in meinem Zimmer, das mit alten Möbeln voll gestellt war, und ich stand am Fenster, schaute nach draußen und ließ meinen Gedanken freien Lauf.

»Ich komme noch immer nicht darüber hinweg, dass Luzifer so leicht aufgegeben hat.«

»Ja, das sagtest du bereits«, sagte Suko hinter mir. »Nur dachte ich, dass du dich inzwischen damit abgefunden hättest.«

»Nein!« Ich drehte mich um und schaute Suko an. »Das habe ich nicht.«

Er saß auf einem Holzstuhl mit Korbgeflecht als Sitzfläche und schüttelte den Kopf. »Was stört dich daran?«

»Das weißt du.«

»Schon. Aber ich kann es nicht nachvollziehen. Sei froh, dass alles so glimpflich abgelaufen ist.«

»Es ist nicht seine Art.«

Suko lachte. »Vielleicht hat er sich verändert.«

Ich grinste schief. »Er, Luzifer?« Ich schüttelte den Kopf. »Nein, daran glaube ich nicht.«

»Sondern?«

Ich ging im Zimmer auf und ab.

»Es muss etwas anderes dahinterstecken, davon bin ich überzeugt. Er ist jemand, der seine ausgeklügelten Pläne bis zum Ende verfolgt. Luzifer hat es nicht nötig, sich zurückzuziehen, ohne etwas erreicht zu haben und …«

»Das hat er doch«, sagte Suko.

»Ach, was denn?«

»Nun ja. Er hat erreicht, dass es seine angeblichen Helfer nicht mehr gibt.«

»Klar. Sie waren ihm nicht wichtig. Von Beginn an nicht. Diese Sektenmitglieder sind einen Weg gegangen, hinter dem er nicht stand.« Ich winkte ab. »Egal, das ist vorbei, und ich hoffe, dass sich Ähnliches nicht wiederholt.«

»Dann kannst du doch froh sein.«

»Bin ich nicht!«

Suko wusste nichts mehr zu sagen. Er hob nur die Schultern. Dann sah ich, dass er ein Gähnen nur mühsam unterdrückte.

»Du bist kaputt?«

Er winkte ab. »Es hält sich in Grenzen. Aber der Tag war nicht leicht. Auch das viele Reden kann schlauchen.«

»Da sagst du was.«

Draußen war es bereits fast völlig dunkel geworden. Besonders in einem Ort wie diesem hier, wo es wenige Laternen gab und man manchmal das Gefühl haben konnte, dass der elektrische Strom hier vorbei geflossen war.

»Leg dich ruhig aufs Ohr«, schlug ich vor.

»Und du? Was hast du vor?«

»Ich weiß nicht, ob ich schlafen kann. Ich werde noch ein wenig nachdenken.«

Suko stand auf. »Sollte dir noch etwas einfallen, sag mir Bescheid.«

»Mach ich.«

Er ging zur Zimmertür und zog sie auf. »Bis morgen dann.«

»Okay.«

Es wurde still, als er die Tür hinter sich zugezogen hatte. Ich hing wieder meinen Gedanken nach, die mich nicht unbedingt bewusst erreichten. Eine innere Unruhe hatte mich überfallen, die mich nicht mehr losließ.

Es hing mit dem Fall zusammen. Mit den Toten, den Geistern – und mit Luzifer.

Was führte er im Schilde? Warum hatte er sich zurückgezogen, ohne mich direkt anzugreifen oder seine Helfer zu schützen? Da musste es einen Grund geben, und den wollte ich herausfinden.

Aber wo? Oder wie sollte ich das anstellen?

Darüber hatte ich in den letzten Stunden nachgegrübelt, und das tat ich auch jetzt. Aber ich bekam die Dinge nicht so richtig in die Reihe. Ich hatte zu wenige Ansatzpunkte.

Etwas aber kristallisierte sich immer stärker aus meinen Überlegungen hervor.

Es war das Haus!

Und nicht nur das allein, sondern auch dessen Umgebung, und besonders der Weg, der zum Gebäude führte.

Es war eine normale Straße, die von Bäumen flankiert wurde, sodass sie eine Allee bildete. Ich hatte sie als Allee der Toten erlebt. Auf ihr hatten die seelenlosen Körper gelegen und waren letztendlich verbrannt, woran Luzifer die Schuld getragen hatte.

Ich griff zur Wasserflasche und trank einen großen Schluck. Das trockene Gefühl in der Kehle war zwar verschwunden, aber wohler fühlte ich mich deswegen nicht. Ich würde die Nacht schlaflos verbringen, wenn ich nichts unternahm.

Nach diesem Gedanken fasste ich einen Entschluss, der mir als schwacher Gedanke schon zuvor in den Sinn gekommen war.

Ich konnte nicht mehr länger hier im Zimmer bleiben. Ich musste zurück zum Ort des Geschehens. Egal, was mich dort erwartete.

Hier im Haus konnte ich einfach nicht bleiben. Ich wollte auch ohne Suko fahren. Er hätte mich nicht verstanden, und da machte ich ihm auch keinen Vorwurf, denn er hatte mit Luzifer direkt nichts zu tun gehabt.

Mein Entschluss stand fest.

Ich holte meine Jacke vom Garderobenständer und verließ auf leisen Sohlen das Zimmer …

*

Der Rover stand in der Nähe und war auch in der Dunkelheit leicht zu finden. Den Schein einer Laterne suchte ich vergebens, erst auf der Hauptstraße gab es Licht. Von einer Hauptstraße in dem Sinne konnte man auch nicht sprechen. Es war einfach nur ein etwas breiterer Weg, der durch den Ort führte.

Die Leute hielten sich in ihren Häusern auf, und damit war auch die Hektik aus Bellever verschwunden. Die Bewohner hatten genug zu diskutieren, das jedoch taten sie zu Hause und nicht im Freien.

Ich rollte durch die Stille und war froh, dass ich den Weg kannte.

Das Haus lag außerhalb der Ortschaft, und es war von den Dorfbewohnern gemieden worden. Sie wussten zwar nicht genau, was dort ablief, aber sie waren ihren Gefühlen gefolgt und nicht hingefahren, und das hatte sich für sie auch als gut erwiesen.

Nicht für den Regisseur des Films und seine drei Darsteller. Sie hatten den Besuch des Hauses mit ihrem Leben bezahlen müssen.

Bellever blieb hinter mir zurück. Ich musste von der Straße ab, ließ die Kirche links von mir liegen und geriet in eine bekannte Gegend, in der sich als einziges Gebäude das Haus mit dem kleinen See daneben befand – und die Allee, die zum Gebäude hinführte.

Am Anfang der Straße hielt ich an und schaltete kurz das Fernlicht ein.

Plötzlich wurde der Weg hell. Er bekam sogar einen Glanz, der bis zum Haus reichte und dort die Fassade berührte.

Ich schaltete das Fernlicht wieder aus, blieb für die Dauer von einer halben Minute im dunklen Wagen sitzen und machte mich mit der neuen Umgebung vertraut.

Ich horchte in mich hinein. Ich suchte nach Hinweisen auf eine Gefahr und spürte nichts.

Auch mein Kreuz reagierte nicht. So ging ich davon aus, dass sich keine Gefahr in der Nähe befand.

Beruhigt war ich trotzdem nicht. Ich trat auch nicht den Rückweg an, sondern löste den Gurt und stieg aus.

Mit der Dunkelheit war auch die Kühle gekommen. Hinzu kam ein schwacher Wind, der mein Gesicht streichelte und einen Geruch mitbrachte, der irgendwie faulig roch. Nach altem Wasser und langsam verwesenden Pflanzen.

So hatte ich die Umgebung vorher nicht wahrgenommen. Jetzt war alles anders geworden. Ich ging zudem davon aus, dass meine Sinne sensibilisiert worden waren.

Die Geräusche kamen mir deutlicher vor als am Tag. Ich hörte mal ein Scharren, dann wieder ein schnelles Huschen über dem Boden oder auch ein Rascheln.

Langsam schritt ich über die Allee der Toten hinweg.

Obwohl hier keine Leichen mehr lagen, wollte mir der Begriff nicht aus dem Sinn. Er würde auch nicht verschwinden und für immer in meiner Erinnerung bleiben.

Um zum Haus zu kommen, musste ich den Teich passieren, der an der linken Wegseite lag. Es war ein kreisrundes Gewässer, und seinen Inhalt hatte ich bereits bei Tageslicht als dunkel und geheimnisvoll empfunden. Ich hatte mich allerdings nicht darum gekümmert, weil das Haus für uns wichtiger gewesen war.

Erst jetzt nahm ich den Teich so richtig wahr und zudem so intensiv, dass ich anhielt.

Um direkt bis an sein Ufer zu gelangen, musste ich drei kleine Schritte über den Rand der Straße hinausgehen. Meine Füße streiften über das noch winterlich gefärbte Gras hinweg, und ich spürte, dass der Untergrund weicher geworden war.

Der schwache Wind hatte auch den Teich nicht ausgelassen und auf seine Oberfläche ein leichtes Wellenmuster gezaubert. Zu hören war nichts, nicht mal ein leichtes Klatschen, wenn die Wellen am Ufer ausliefen.

Meine innere Unruhe war nicht verschwunden. Ganz im Gegenteil, sie hatte noch zugenommen, und so überkam mich der Eindruck, genau an der richtigen Stelle zu stehen, obwohl ich so gut wie nichts sah, abgesehen von der unruhigen Wasseroberfläche.

Fast tintenschwarz war sie. Es gab auch kein Mondlicht, das sich darauf hätte spiegeln können. Das Klatschen der Wellen blieb ebenfalls aus, was mich seltsamerweise nicht beruhigte. Wenn ich ein Fazit ziehen sollte, dann kam ich zu dem Schluss, diesem Teich nicht trauen zu können.

Es gab keinen Grund dafür. Ich blickte auf ein normales Gewässer, und doch steckte da eine tiefe Unruhe in mir, die ich einfach nicht loswurde.

Ich tastete nach meinem Kreuz, das ich in die Tasche gesteckt hatte. Meine Fingerkuppen glitten darüber hinweg und suchten nach einer Reaktion, die ich allerdings nicht erfühlte.

Der Talisman blieb neutral, und ich wusste nicht, ob ich mich darüber freuen sollte oder nicht.

Nach einer Weile drehte ich den Kopf nach rechts und blickte dorthin, wo das Haus stand.

In der Dunkelheit sah es aus wie eine finstere kleine Burg. Das lag an den nicht sehr hohen Türmen, die sich über das Dach hinweg in die Höhe reckten.

Licht brannte nicht in dem Bau.

Ich überlegte, ob ich es noch mal aufsuchen sollte. Oder auch im Licht der Taschenlampe durchsuchen und mich davon überzeugen, ob ich auch nichts übersehen hatte.

Es würde nicht viel bringen, denn Luzifer hatte sich zurückgezogen. Und von den Toten, die hier auf dem Weg gelegen hatten, war ebenfalls nichts mehr vorhanden. Alle Leichen waren verbrannt. Das Feuer hatte nur Asche hinterlassen, die vom Nachtwind längst weggeweht worden war.

Ich stand weiterhin am Rande des Teichs und fragte mich, warum ich das überhaupt tat. Einen triftigen Grund dafür gab es nicht. Ich war einfach nur meinen Gefühlen gefolgt, doch ein Erfolg, egal wie er aussah, war mir nicht vergönnt.

Das Wasser bewegte sich. Es waren nur kleine Wellen, die der Wind produzierte. Die Oberfläche war tiefschwarz, als hätte der Teich etwas zu verbergen, und das auch am Tag, denn nicht mal das Sonnenlicht war in der Lage gewesen, diese Schwärze zu erhellen.

»Du bist ja wieder da!«

Die Stimme, die mich wie aus dem Nichts ansprach, erschreckte mich so sehr, dass ich wie nach einem Schlag in die Magengrube zusammenzuckte.

Wer hatte da gesprochen?

Ich war allein, ich hatte keinen Menschen in der Umgebung gesehen und war auch davon überzeugt gewesen, nicht verfolgt worden zu sein.

Aber ich hatte mich auch nicht geirrt. Die Stimme war da, und sie war nicht weit entfernt von mir aufgeklungen.

Aber woher war sie gekommen, und wer hatte gesprochen?

Ich schaute mich um, und ich wartete darauf, dass sich die geheimnisvolle Stimme wieder meldete.

Da hatte ich Pech. Es blieb vorerst bei dieser ersten Botschaft.

Als ich mich danach auf das Haus konzentrierte, war dort niemand zu sehen. Da sich meine Augen an die dunkle Umgebung gewöhnt hatten, konnte ich sogar die Tür erkennen, und ich sah, dass sie geschlossen war.

Ich trat zwei kleine Schritte vom Ufer des Teichs zurück.

Noch immer musste ich über die Stimme nachdenken und natürlich darüber, wer gesprochen hatte.

Ihr Klang war kalt gewesen. So hörte sich eigentlich keine menschliche Stimme an. Sie schien künstlich erzeugt worden zu sein, aber ich musste auch zugeben, dass sie mir nicht unbedingt fremd gewesen war.

Ich hatte sie vor nicht allzu langer Zeit schon mal gehört, und da gab es nur eine Lösung. Als sie mir einfiel, spürte ich zugleich eine Gänsehaut auf meinem Rücken.

Den Gedanken konnte ich nicht zu Ende denken, denn ich hörte die Stimme wieder.

»Na, ist dein Erschrecken vorbei? Weißt du jetzt Bescheid?«

»Ja«, flüsterte ich und meine Hände wurden zu Fäusten. »Ich weiß Bescheid, Luzifer …«

*

Es war mir nicht leicht gefallen, dies auszusprechen und alles zuzugeben.

Diesen Namen über die Lippen zu bringen kostete mich stets Überwindung, aber ich musste mich den Dingen auch stellen.

Gehört hatte ich ihn. Aber wo steckte er?

Ich drehte mich auf der Stelle. Genau wissend, dass ich dabei beobachtet wurde, doch das machte mir nichts. Nur hielt sich Luzifer im Unsichtbaren. Das bereitete ihm keine Mühe. Er war den Menschen immer über.

»Du hast keine Ruhe gefunden, nicht wahr?«

»Stimmt.«

»Das kann ich nachvollziehen, denn es war kein Sieg in deinem Sinne, John Sinclair.«

»Das sehe ich auch so. Aber was soll das? Die Sache hier ist vorbei, die Mitglieder der Sekte leben nicht mehr. Sie wurden zu Asche, die der Wind verweht hat …«

»Das weiß ich doch, John Sinclair. Es interessiert mich auch nicht mehr. Sie waren hier, um nach etwas zu suchen, aber sie konnten es nicht finden, obwohl es vorhanden war.«

»Aha. Und was suchten sie?«

Die Antwort erfolgte prompt. »Sie suchten ihren Helden, ihren Anführer, der ihnen das geben sollte, wonach sie sich sehnten. Verstehst du das, John?«

»Ja, ja …«