John Sinclair 1619 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1619 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Wir hatten Vampire in allen Variationen erlebt. Alt und jung. Männlich und weiblich. Brutal, blutgierig und hinterlistig. So leicht konnte uns nichts mehr überraschen. Doch dieser Fall, den Shao und Suko an mich herangetragen hatten, sprengte all unsere Vorstellungen. Denn Shao und Suko hatten ein Wesen gesehen, das wir uns nicht einmal im Traum hätten vorstellen können ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 134

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumDie Vampir-EchseVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Die Vampir-Echse

Wir hatten Vampire in allen Variationen erlebt. Alt und jung. Männlich und weiblich. Brutal, blutgierig und hinterlistig. So leicht konnte uns nichts mehr überraschen. Doch dieser Fall, den Shao und Suko an mich herangetragen hatten, sprengte all unsere Vorstellungen. Denn Shao und Suko hatten ein Wesen gesehen, das wir uns nicht einmal im Traum hätten vorstellen können …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4390-5

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Die Vampir-Echse

Lisa Dell umarmte Shao und flüsterte ihr ins Ohr: »Danke, dass du mir geholfen hast.« Sie lachte leise. »Manchmal kann das Benutzen des PCs oder das Spielen damit ziemlich kompliziert sein.«

Jetzt musste auch Shao lachen. »Hör auf, du hast es geschafft, war doch keine Prüfung.«

»Ich hätte mich sonst blamiert«, sagte Lisa, »und genau das wollte ich nicht.«

»Egal, ich bin jedenfalls froh, dass du damit zurechtgekommen bist, Lisa.«

Die blonde Frau mit dem Stoppelschnitt sagte: »Wie wär’s, wenn du noch mit zu mir kommst und wir einen Drink zusammen nehmen? Gewissermaßen als ein kleines Dankeschön?«

Shao dachte kurz nach. Es war hin und wieder vorgekommen, dass die Mitglieder des Computer-Clubs nach den beiden abendlichen Stunden noch etwas tranken. In der Regel taten sie das gemeinsam. Shao hätte auch nichts dagegen gehabt, mit Lisa noch einen Schluck zu nehmen, aber sie war an diesem Abend rechtschaffen müde, und das sagte sie der Bekannten auch.

»Im Prinzip habe ich nichts dagegen, Lisa. Nur nicht heute. Ich bin irgendwie müde und froh, wenn ich mich hinlegen kann. Außerdem wartet jemand auf mich.«

»Suko – oder?«

»Genau.«

Lisa senkte den Blick. »Du magst ihn sehr, nicht wahr?«

»Das kann man wohl sagen.«

»Na ja …« Lisa räusperte sich. »Vielleicht klappt es bei mir ja auch mal wieder. Meine letzten beiden Beziehungen sind zusammengefallen wie das berühmte Kartenhaus. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.«

»Das sollte man auch nicht.«

Lisa Dell lächelte etwas verkrampft, als sie Shaos Hände umfasste. »Dann wünsche ich dir noch eine ruhige Nacht.«

»Ich dir auch.«

»Und wir telefonieren wieder miteinander?«

Shao nickte. »Klar.« Sie reckte ihr Kinn vor. »Und gib gut auf dich acht.«

»Immer.«

Shao hatte das nicht grundlos gesagt. Zwar wohnte ihre Bekannte nicht weit weg, aber die Nacht war dunkel, und viel Licht gab es in dieser Gegend nicht. Das traf besonders auf die schmale Straße zu, die Lisa Dell gehen musste, um ihr Ziel zu erreichen.

Ihre Wohnung lag in einem Wohnpark, der von einem schmalen Grüngürtel umspannt wurde. Eine Stichstraße führte hin, in der keine Häuser standen, dafür die Rückseiten zweier Betriebe. Zum einen eine Reparaturwerkstatt, zum anderen grenzte die Mauer das Gelände eines Ölhändlers ein, der dort seine Transporter parkte.

Es gab nur eine Lampe in der Mitte der Straße. Sie hing wie ein großer heller Tropfen an der rechten Mauerseite.

Lisa war schon im Gehen, als sie sagte: »Hier ist noch nie etwas passiert. Außerdem musst du zur U-Bahn.«

»Ja, da ist es zum Glück heller.«

»Ich komme schon klar, danke.« Lisa winkte. »Wir sehen uns dann in der nächsten Woche. Und grüß bitte zu Hause.«

»Ja, mach ich.«

Ein letztes Winken, und Lisa war in der Dunkelheit untergetaucht.

Shao wartete noch einige Sekunden, dann drehte sie ab. Sie hatte vor, die Tube zu nehmen. Bis zur Station waren es nur rund zweihundert Meter, eine Strecke, die sie normalerweise rasch hinter sich brachte und die sie auch genau kannte. Sollte sie jedoch in der Nähe der Haltestelle ein Taxi finden, würde sie sich in den Wagen setzen und sich nach Hause fahren lassen.

Shao wusste selbst nicht, warum sie noch wartete. Es war einfach ein Gefühl, das sie dazu trieb. Dabei gab es keinen Grund für sie, aber ihr war schon seltsam zumute.

Lisa Dell hatte es wirklich nicht weit. In zwei, drei Minuten konnte sie die Straße hinter sich gelassen haben. Shao wollte noch so lange warten. Sie hatte Suko keine genaue Uhrzeit genannt. So blieb sie auf dem Gehsteig stehen und schaute auch den Autos nach, die sie passierten.

Dann war die Spanne vorbei.

Shao drehte sich zur Seite, um die Straße zu überqueren. Sie kam nur einen Schritt weit.

Da hörte sie den Schrei!

Er war nicht in ihrer Nähe aufgeklungen, aber nah genug, um ihn zu hören. Es war eine Frauenstimme gewesen, und dieser Schrei war aus der Gasse geklungen, die hinter ihr lag.

Lisa!, dachte Shao.

Weitere Gedanken machte sie sich nicht, denn einen Moment später rannte sie bereits los …

*

Lisa Dell fand es etwas schade, dass ihre Bekannte nicht mit ihr gekommen war, aber damit musste sie sich abfinden. So war das nun mal, wenn man in einer Partnerschaft lebte, und in dieser Phase befand sich Lisa zurzeit nicht.

Der letzte Versuch war ebenso schiefgegangen wie der vorletzte. Beiden Typen hatte sie die Koffer vor die Tür gestellt und lebte nun allein in ihrer Wohnung, die recht groß war, und die sie nur bezahlen konnte, weil ihre verstorbene Tante ihr etwas vererbt hatte. Mit dem Verdienst einer Friseuse und Maniküre hätte sie sich eine derartige Wohnung nicht leisten können. Wenn sie sparsam war, würde sie noch einige Jahre die Miete bezahlen können. Außerdem war in der Wohnung Platz für zwei Personen. Vielleicht klappte es ja beim dritten Versuch mit einem Partner. Mit zwei Einkommen war alles leichter.

Sie beneidete die Frauen im Club, die in einer Partnerschaft lebten. Lisa war fünfunddreißig Jahre alt. Da sollte man schon wissen, wohin man gehörte.

Sie fand Shao sehr nett. Sie war keine Zicke, sondern eine Frau, die zuhören konnte, wenn man mit ihr sprach. Ihr konnte man das Herz ausschütten, ohne damit rechnen zu müssen, dass es ihr von anderer Seite als Tratsch wieder zugetragen wurde.

Lisa wusste, dass es nur wenige Menschen gab, denen man das Herz ausschütten konnte. Shao gehörte dazu, und das machte sie so sympathisch.

Sie konnte es sich leisten, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen, denn den Weg kannte sie im Schlaf. Es begann dunkel, dann wurde es wegen der Mauerleuchte in der Mitte der Strecke heller, und danach musste sie wieder ein dunkles Stück hinter sich bringen.

Sie war noch nie belästigt worden und dachte auch an diesem späten Abend nicht daran.

Es wurde anders, als sie in den Schein der Lampe trat. Da sie auf weichen Sohlen ging und so gut wie keinen Laut hinterließ, hörte sie deutlich das kratzende Geräusch dicht vor sich. Es warnte sie, und Lisa blieb stehen. So etwas war ihr auf dieser Gasse noch nie widerfahren.

Sie sah nach unten und vor sich. Dabei hatte sie das Glück, in der Nähe der Lampe zu stehen, denn ihr Licht fiel nicht nur auf das eingerissene Pflaster, sondern auch auf den Gullydeckel, der sich in der Mitte der Gasse befand.

Wieder hörte sie das seltsame Kratzen. Es war ein Geräusch, das sie nicht mochte. Es verursachte ihr Unbehagen.

Da war der Gully mit dem schweren Deckel.

Und er bewegte sich!

Lisa hielt den Atem an. Urplötzlich kam es über sie. Zahlreiche Empfindungen schossen durch ihren Kopf. Sie wusste nicht, ob sie wegrennen oder bleiben sollte. Etwas in ihr sorgte dafür, dass sie nicht wegrannte und weiterhin nach unten schaute.

Es war keine Täuschung gewesen. Der Gullydeckel bewegte sich tatsächlich, und dabei blieb es nicht, denn die Kraft unter ihm drückte ihn jetzt in die Höhe.

Was war das? Wer hauste in der Tiefe und war so stark, dass er einen Gullydeckel bewegen konnte?

Sie verstand es selbst nicht, dass ihre Neugierde stärker war als die Furcht. Plötzlich wollte sie wissen, wer da unten versuchte, ins Freie zu gelangen.

Noch kratzte der Deckel. Dann war er gänzlich aus seiner Umrandung angehoben worden. Er schwebte für einen Moment über der Öffnung und wurde dann zur Seite geschoben, sodass die Öffnung freilag.

Dort kam jemand. Etwas anderes konnte sich Lisa Dell nicht vorstellen. Dort in der Tiefe hatte jemand gelauert, der sich nun einen Weg ins Freie bahnen wollte.

Sie trat etwas zurück, wobei ihr Blick nach wie vor auf die runde Öffnung gerichtet blieb, in der noch nichts zu erkennen war.

Sekunden verstrichen, bis Lisa die Bewegung in der Rundung erkannte. Also doch. Da war eine Person, die aus der Tiefe der Kanalisation an die Oberfläche klettern wollte.

Lisa machte sich Gedanken darüber, wer das sein könnte. Möglicherweise ein Kanalarbeiter, der den Feierabend verschlafen hatte.

Zwei Atemzüge später war sie schlauer.

Ein Gesicht erschien. Es war das Gesicht einer Frau, das leicht grünlich schimmerte.

Erleichtert fühlte sich Lisa Dell nicht, denn es blieb nicht bei diesem Gesicht. Sie sah den Kopf und auch die Haare, die eigentlich keine waren. Wenn doch, dann mussten sie stark gegelt sein. Wie die breiten Zinken eines Kamms standen sie in die Höhe.

Und die Gestalt stemmte sich weiterhin hoch. Sie legte dabei ihre Hände auf den Rand, und jetzt hatte Lisa das Gefühl, neben sich zu stehen, denn was sie da sah, das konnte nicht sein. Das waren keine normalen Hände, keine menschlichen Finger, es waren die Krallen eines Reptils, einer Echse!

»Das kann nicht sein!«, flüsterte Lisa. »Das ist eine Täuschung. So etwas gibt es nicht …«

Aber was sie sah, war keine Halluzination. Sie schaute in ein Gesicht, das eine sehr glatte Haut aufwies. Da gab es auch einen Mund, der aussah, als wäre er von einem violetten Lippenstift nachgezeichnet worden.

Noch war der Mund geschlossen. Einen Moment später aber öffnete er sich. Eine gespaltene Zunge huschte hervor.

Und das war noch nicht alles!

Lisa sah noch mehr, weil der Mund weit geöffnet worden war. Aus dem Oberkiefer ragten zwei spitze Zähne hervor, sodass Lisa der Gedanke an einen Vampir kam.

Das war zu viel für sie.

Ein gellender Schrei stieg aus ihrer Kehle und brach sich an der Mauer …

*

Shao war klar, dass sie sich beeilen musste. Lisa Dell war kein ängstlicher Mensch, das wusste sie. Auch hatte sie nie Probleme damit gehabt, den Weg zu ihrer Wohnung allein zu gehen. Wenn sie schrie, dann musste schon etwas Schlimmes passiert sein.

Shao dachte daran, dass auch sie ein recht ungutes Gefühl gehabt hatte. Ein Gefühl hatte ihr eine Warnung geschickt, und nun musste sie erkennen, dass diese nicht falsch gewesen war.

Sie lief schnell. Nur war es ein anderes Laufen als auf einem glatten Boden. In dieser Gasse war das Pflaster ziemlich uneben. Es gab Risse und Vorsprünge, über die sie hinweghüpfen musste. Shao lief etwas langsamer, und sie war jetzt froh, dass in der Mitte der Gasse das Licht der Wandlaterne brannte. Es breitete sich genau dort auf, wo Lisa Dell stand.

Ihre Haltung war nicht normal. Sie hatte die Arme angewinkelt und halb erhoben, sodass sie ihre Hände gegen die Schläfen pressen konnte. Außerdem hielt sie den Kopf leicht gesenkt. Wie jemand, der vor seine Füße schaut.

Kaum war Shao in der Nähe ihrer Bekannten, da hörte sie deren Atmen, was von einem Stöhnen begleitet wurde. Einen Angreifer, der Lisa überfallen hätte, sah Shao nicht, und es rannte auch niemand zum Ende der Gasse hin.

Shao legte der blonden Frau eine Hand auf die Schulter, um sie zu beruhigen. Genau das Gegenteil trat ein. Lisa schrie erneut auf, so sehr hatte sie sich erschreckt.

»Bitte, Lisa, ich bin es, Shao!«

Auch dieser Satz beruhigte sie kaum. Sie trat zur Seite und drückte sich gegen die Mauer. So konnte Shao in ihr Gesicht schauen, und sie erkannte darin eine Panik, die sie nicht verstand. Aber sie wusste auch, dass es einen Grund geben musste, dass Lisa so reagierte. Nur sah sie nichts, denn auch jetzt sah sie außer ihnen keinen Menschen in der Gasse.

Shao wollte ihre Bekannte nicht schon jetzt mit Fragen überschütten. Sie sollte erst mal zu sich selbst kommen, das war am besten. Aber die Chinesin schaute sich um. Irgendwas musste Lisa erschreckt haben, und Shao vergaß auch nicht, zu Boden zu blicken. An und auf der Mauer hatte sie keine Gefahr feststellen können.

Am Boden sah es anders aus.

Augenblicklich fiel ihr der Gully auf. Nur einen Schritt entfernt befand er sich. Wenn er offen gewesen wäre, hätte sie die Reaktion der Frau verstanden. Aber er war nicht offen, er war geschlossen, das sah sie sofort.

Shao war eine misstrauische Person. Geschlossen oder nicht, sie wollte es genau wissen und beugte sich dem Gully entgegen. Und jetzt sah sie, was wirklich passiert war.

Der Deckel lag auf der Öffnung, aber nicht so, wie es hätte sein müssen. Er war etwas verkantet und wirkte in seiner Lage so, als hätte man ihn hochgehoben und nicht wieder richtig in die Öffnung gedrückt. Er hatte sich verkantet und stand an einer Stelle über, sodass schon jemand stolpern konnte.

Lisas Stimme riss Shao aus ihren Gedanken. »Aus – aus – dem Gully ist jemand gekommen.«

Shao runzelte die Stirn. »Was hast du da gesagt?«

»Ja, ich habe es gesehen. Da ist jemand aus dem Gully gekommen. Der – der Deckel wurde angehoben, und dann war die Gestalt da.«

»Welche Gestalt? Ein Mann?«

Lisa starrte Shao an und musste plötzlich lachen. Es war nur kein echtes oder fröhliches Lachen, es hörte sich sehr gequält an, und erst als es vorbei war, konnte sie wieder eine Antwort geben.

»Nein, nein, es war kein Mann und auch keine Frau. Hätte ich sonst geschrien?«

»Gut, das nehme ich so hin.«

Lisa drehte den Kopf und schaute auf den Gully.

»Jetzt ist er wieder geschlossen«, flüsterte sie heiser. »Aber eben war es anders. Da war er plötzlich offen.«

»Und weiter?«

Lisa konnte nicht sofort reden. Sie wischte mit dem Handrücken über ihre Lippen, schüttelte den Kopf und bekam große Augen.

»Es war ein Monster, Shao, ein richtiges Monster! Eine Mischung aus Frau und Reptil!«

Shao sagte nichts. Sie hatte jedes Wort gehört, aber das musste sie erst verdauen. Außerdem war ihr nicht klar, ob sie ihrer Bekannten glauben sollte oder nicht. Die Skepsis war ihr anzumerken, deshalb flüsterte Lisa: »Du glaubst mir nicht, wie?«

»Moment, das habe ich nicht gesagt.«

»Das sehe ich dir aber an.«

»Nun ja, Lisa. Deine Erklärung ist für mich überraschend gekommen. Du hast von einem Monster gesprochen und hast damit keinen Menschen gemeint.«

»Ja, so ist es.«

Shao deutete auf den Gully. »Und es ist dort hervorgekrochen. Stimmt das?«

Lisa Dell nickte heftig.

»Okay. Und wo ist es jetzt?«

»Wieder unten.«

»Aha. Das heißt, es hat sich zurückgezogen.«

»Genau.« Lisa ballte die Hände zu Fäusten. »Aber ich habe es gesehen. Und nicht nur seine Hände, die Krallen waren, sondern auch das furchtbare Gesicht.«

Im Gegensatz zu ihrer Bekannten blieb Shao ruhig. »Das Gesicht sah also anders aus als das eines Menschen?«

»Ja, das stimmt.«

»Und wie sah es aus?«

Lisa blickte wieder auf den Gullydeckel, als sie sprach.

»Es war sehr glatt, als hätte es eine künstliche Haut. Augen, eine Nase und einen Mund. Aber der hatte es in sich. Als sie die Lippen öffnete, da huschte eine gespaltene Zunge hervor. Wie bei einer Schlange oder einer Echse. Nur war das noch nicht alles. Ich konnte noch mehr sehen, und das waren zwei Zähne, die lang und spitz von oben nach unten aus dem Oberkiefer ragten.«

Shao musste schlucken. Sie wollte ihre Verunsicherung nicht zeigen und fragte nach.

»Zwei Zähne, hast du gesagt?«

»Ja, genau. Wie bei einem Vampir. Du – du – weißt doch wie Vampire aussehen oder nicht?«