John Sinclair 1621 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1621 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

In einer sehr fernen Zeit waren Engel auf die Erde geschickt worden, um den Menschen beizustehen. Aber die Engel, die auch Grigori genannt wurden, hielten sich nicht an die Vorgaben. Die Reize der Menschenfrauen waren einfach zu stark, und so paarten sich Engel mit Menschen. Ihre Nachkommen wurden nicht akzeptiert, man gab ihnen den Namen Nephilim, nannte sie auch Bastarde und schloss sie vom normalen Leben aus. Man vernichtete sie sogar.

Aber nicht alle. Und irgendwann war die Zeit wieder reif für sie ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 142

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumDie VerdammtenVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Die Verdammten

In einer sehr fernen Zeit waren Engel auf die Erde geschickt worden, um den Menschen beizustehen.

Aber die Engel, die auch Grigori genannt wurden, hielten sich nicht an die Vorgaben. Die Reize der Menschenfrauen waren einfach zu stark, und so paarten sich Engel mit Menschen. Ihre Nachkommen wurden nicht akzeptiert, man gab ihnen den Namen Nephilim, nannte sie auch Bastarde und schloss sie vom normalen Leben aus. Man vernichtete sie sogar.

Aber nicht alle. Und irgendwann war die Zeit wieder reif für sie …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4392-9

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Die Verdammten

Father McCallum wusste nicht, ob es noch Sinn hatte, in seine Kirche zu gehen und zu beten. Er hatte verloren, er wusste, dass es zu spät war, denn diese uralte Macht war letztendlich stärker gewesen. Sogar in Rom hatte man ihm nicht helfen können.

Und doch war die Kirche seine letzte Hoffnung und Zufluchtstätte. Er hatte ihr immer vertraut, und das tat er auch jetzt.

Ihn erfasste so etwas wie ein Zögern, als er vor seiner Kirche stand. Er fühlte sich klein vor diesem imposanten Bauwerk. Zwar war die Kirche nicht besonders groß, Father McCallum empfand sie aber so. Sie wirkte mächtig, beinahe abweisend. Der Turm erinnerte ihn an einen Finger, der drohend in die Höhe gestreckt war, als wollte er den Mann davon abhalten, sich in den Schutz dieser Mauern zu begeben …

Father McCallum spürte die Kälte auf seinem Rücken. Kleine Eiskörner schienen von seinem Nacken herabzurieseln. Er konnte sich zudem des Gefühls nicht erwehren, beobachtet zu werden. Doch so sehr er sich auch bemüht hatte, ihm war niemand aufgefallen.

Wie sollte er sich verhalten?

Er hatte auf die Hilfe einer mächtigen Organisation vertraut, doch es sah so aus, als wäre er nicht gehört worden. Man hatte ihn einfach im Stich gelassen.

McCallum erlebte den Beginn einer wunderbaren Mainacht. Der Tag war recht warm gewesen, und auch am Abend hatte es sich nicht großartig abgekühlt. Der Duft der erwachten Natur durchwehte die Luft.

McCallum hätte ihn eigentlich wahrnehmen müssen, doch ein anderer Geruch war stärker. Sein eigener, denn er nahm den Schweiß wahr, der ihm aus allen Poren quoll. Es war eine Folge der Angst, und wenn er die Hände zu Fäusten zusammendrückte, dann war auch dort die Feuchtigkeit zu spüren.

Der Geistliche, der sich als Schotte ansah, auch wenn er nicht mehr in diesem Land lebte, hatte sich noch immer nicht entscheiden können, was er tun sollte.

Er hatte nicht gesehen, dass jemand die Kirche betreten hatte. Und doch war er sicher, nicht mehr allein zu sein. Da hörte er voll und ganz auf sein Gefühl.

Und wenn er daran dachte, wer seine Gegner waren, hätte er am liebsten geschrien.

Das war eigentlich verrückt und nicht nachvollziehbar. Es war ein Mysterium, eine Legende, und trotzdem gab es sie, denn sie hatte sich ihm offenbart.

Warten? Hineingehen?

Der untersetzte Mann mit der Halbglatze wusste nicht, wie oft er sich diese Frage schon gestellt und keine Antwort darauf erhalten hatte. Er wusste aber, dass er etwas tun musste, sonst würde er seines Lebens nicht mehr froh werden. Einfach nichts zu unternehmen war keine Lösung, denn das Leben meisterte man nur mit Taten.

Noch ein letzter Blick in die Umgebung. Da gab es nichts, was ihm einen Hinweis gegeben hätte. Die alten Buchen in der Nähe bildeten einen Wall. Hin und wieder bewegten sich die Blätter in den Kronen, wenn Wind aufkam. Die schmale Straße verlief an der Rückseite der Kirche. Von ihr aus führte ein Weg zum Gotteshaus.

Er war leer. Um diese Zeit kam niemand, um zu beten, obwohl er die Tür nie abschloss. Möglicherweise war das ein Fehler gewesen, denn eine nicht verschlossene Tür war auch für seine Feinde von Interesse.

Es gab sie. Allen Gegenbehauptungen zum Trotz. Und sie hatten ihn auf ihre Liste gesetzt, was nicht grundlos geschehen war. Schließlich hatte er sich über Jahre hinweg mit ihrer Existenz beschäftigt. Es war alles schlecht zu begreifen, und er hatte auch keine Hilfe bekommen. Selbst im Vatikan hatte man sich seinen Behauptungen gegenüber skeptisch gezeigt.

War das normal gewesen?

Auf der einen Seite schon. Doch es gab für ihn noch eine andere. Man wollte von offizieller Seite nicht bestätigen, dass es so etwas gab. Dass eine Legende wahr werden konnte. Das durfte nicht sein.

Bevor McCallum sprach, nickte er vor sich hin.

»Und doch weiß ich es besser«, flüsterte er. »Ja, ich weiß es. Und ich stehe damit allein auf weiter Flur.«

Er wollte das nicht länger. Man hatte ihm nach reiflichen Überlegungen Hilfe versprochen. Jemand würde ihn aufsuchen, der ihm zur Seite stehen sollte. Bis dahin sollte er die Ruhe bewahren und mit keinem Menschen darüber reden.

Er hatte sich daran gehalten und hoffte jetzt, dass sich die andere Seite so lange zurückhalten würde.

Es war noch nicht zu spät. Gerade mal zweiundzwanzig Uhr. Wenn er zum Himmel schaute, sah er das glatte Rund des Vollmonds. Die Kugel dort gab einen honiggelben Schein ab, in den hinein sich eine Wolke geschoben hatte.

Er musste also abwarten, bis der Besucher kam, dessen Namen man ihm nicht mal genannt hatte. Aus Sicherheitsgründen, wie es aus Rom geheißen hatte. Als würde man ihm nicht trauen.

Father McCallum atmete schwer. Er stand gebeugt da, wie von einer großen Last gedrückt. Seine Augen brannten, obwohl kein Feuer in der Nähe brannte, das hätte Rauch absondern können.

Er sah wieder an der Front der Kirche hoch, als wollte er ihre Höhe abmessen. Kein Licht leuchtete, und auch hinter den Mauern des Turms war alles finster.

Nein, er wollte nicht länger draußen warten. Eine gewisse Kraft drängte ihn, die Kirche zu betreten, und als er endlich diesen Entschluss gefasst hatte, da spürte er, wie sein Herz schneller zu schlagen begann.

Er ging.

Die letzen Meter fielen ihm schwer. Dabei war er sie unzählige Male gegangen. Diesmal war alles anders, denn er wusste nicht, auf was er sich einließ.

Aber er musste weiter. Man konnte der Wahrheit nicht ausweichen. Man musste ihr in die Augen sehen.

Und so ging er weiter. Die alte Kirchentür verschmolz mit der Fassade und war erst dann zu sehen, als er dicht vor ihr stand. Er hatte sie selbst zugezogen. Jetzt würde er sie wieder öffnen und seine Kirche betreten, wobei er den Eindruck hatte, dass es nicht mehr sein Gotteshaus war. Das Innere kam ihm vor wie ein gewaltiges Grab, das mit seiner Todeskälte alles umschloss.

Er brauchte beide Hände, um die schwere Tür aufzuziehen. Er hörte die üblichen Geräusche. Das Knirschen der alten Angeln und das leise Schleifen auf dem Boden.

Er ging weiter.

Hinein in seine Kirche, die nicht mehr die seine war, in der er sich geborgen fühlte. In diesen Augenblicken rann ihm erneut ein Schauer über den Rücken, und der war stärker als der, den er noch vor Kurzem erlebt hatte.

Das Taufbecken stand in direkter Linie zum Altar. Es bildete praktisch das Gegenüber. Dazwischen lag der lange und leere Gang, flankiert von zwei Bankreihen, die aus dunklem Holz bestanden. Überhaupt war hier vieles dunkel, denn auch die bunten Fenster ließen nur wenig Licht herein.

Er atmete die so typische Luft ein. Sie roch nach Weihrauch, und das lag an ihm, denn er hatte den Kessel geschwenkt, um so etwas wie eine Barriere zu bilden. Er war davon ausgegangen, dass dieser Weihrauch Feinde davon abhielt, sich seiner Kirche zu bemächtigen. Es war ein vergeblicher Versuch gewesen. Die andere Seite war noch da und würde auch so bald nicht verschwinden.

Die Tür fiel hinter ihm zu. Es war mit keinem lauten Geräusch verbunden. Nahezu sacht glitt sie wieder ins Schloss, und McCallum war allein in seiner Umgebung.

Davon ging er zumindest aus. Oder wollte davon ausgehen.

Es war sein Pech, dass er sich mit dem Gedanken nicht anfreunden konnte. Auch wenn er nichts sah, wusste er, dass es sie oder ihn gab, und er stellte sich innerlich auf die Begegnung ein.

Sein Herz schlug schneller, ohne dass er dies beeinflussen konnte. In seinem Kopf tuckerte es. Er hatte das Gefühl, dass etwas Fremdes dabei war, von ihm Besitz zu ergreifen. Das war durchaus möglich, doch er versuchte, den Gedanken daran abzuschütteln, was ihm leider nicht gelang.

An einen Rückzug dachte er nicht. Nein, dann wäre er sich vorgekommen wie ein Feigling. Er würde weiter gehen. Er würde dem nicht Sichtbaren auf den Grund gehen, um endlich Klarheit zu erlangen, auch wenn die versprochene Hilfe noch nicht eingetroffen war. Aber er musste einfach zeigen, dass es nicht so leicht war, ihn in die Defensive zu zwingen.

Er ging diesen Weg nicht normal. Das heißt, seine Schritte hinterließen keine Echos. Seine Bewegungen kamen ihm beinahe wie ein Schleichen vor, als würde ein Dieb durch die Kirche gleiten, um etwas zu stehlen.

Licht gab es nicht, bis auf eine Ausnahme. Von ihm aus gesehen rechts vom Altar leuchtete das Ewige Licht. Es war ein roter Punkt in der Dunkelheit. Die kleine Flamme, die nie erlosch und in einem Gefäß mit roten Glasfenstern stand.

Wo steckte der Feind?

Verstecke gab es hier genug. Sechs Säulen trugen das mächtige Dach. Sie verteilten sich an den Seiten zu jeweils drei dieser Stempel. Jeder Umfang war groß genug, um einem Menschen dahinter Deckung geben zu können, ohne selbst gesehen zu werden.

Das war alles möglich, aber er wollte nicht daran denken und erst mal bis zum Altar kommen. Vielleicht half ein Gebet, ihn von seiner Angst zu befreien.

Es war keine fremde Stimme zu hören. Kein Atmen, kein Räuspern oder Scharren, nur seine Geräusche waren zu vernehmen, und auch die verklangen, als er die erste Bankreihe erreichte.

Dort hielt er an.

Father McCallum hatte wieder das Gefühl, nicht mehr allein zu sein. Das war schon zuvor der Fall gewesen, diesmal aber hatte es sich verstärkt. Irgendwo in der Nähe konnte der Feind – oder wer immer es war – lauern. Ein Feind, der sich sogar traute, eine Kirche zu betreten.

Das war nicht normal. Feinde der Kirche mieden diese Orte, aber hier war alles anders. Und so war es ihm auch nicht möglich, den Feind genauer einzustufen.

Er bewegte den Kopf. Suchte rechts, suchte links. Er sah die Wände, die Fenster, die nur wenig vom schwachen Mondlicht durchließen.

Bisher war McCallum still gewesen. Das änderte sich nun, als er genügend Mut gefasst hatte.

Bei seiner Frage drehte er leicht den Kopf.

»Wo bist du, Unbekannter? Zeig dich!« Er breitete die Arme aus. »Ich bin gekommen, um mit dir zu reden. Ich will wissen, wo ich dich finden kann. Oder bist du einfach nur zu feige?«

Bei den letzten Worten war seine Stimme immer lauter geworden. Auf eine gewisse Weise fühlte sich der Geistliche sogar erleichtert, denn jetzt musste die andere Seite etwas unternehmen.

Und sie tat es auch.

Da es um ihn herum wieder still geworden war, hörte er ein Geräusch. Es war für ihn nicht einzuordnen, er wusste auch nicht, aus welcher Richtung es an seine Ohren gedrungen war. Er wusste nur, dass er sich nicht getäuscht hatte.

McCallum hatte vorgehabt, bis zum Altar zu gehen. Dahinter erhob sich noch der Hochaltar. Den aber wollte er in Ruhe lassen. Er fand den Platz, an dem er stand, gut, und er hoffte, dass es auch der andere es so sah.

Es tat sich nichts, aber er stellte fest, dass jemand vorhanden war, denn er schickte seine Botschaft. Und das geschah auf eine Art, mit der McCallum nicht gerechnet hatte.

Es war der Geruch …

Zuerst glaubte er an eine Täuschung. Was da seine Riechnerven traf, konnte es nicht geben. Nicht hier, sondern an anderen Orten, wo Tote lagen, die man nicht begraben hatte und die bereits in Verwesung übergegangen waren.

So war es auch hier. Der widerlich süßliche Geruch einer Verwesung erreichte ihn. Er war noch recht schwach, aber er störte ihn, denn McCallum wusste, dass dieser Gestank nicht aus dem Nichts entstand. Da musste es einen Grund geben, und der befand sich mitten in der Kirche. Dieser Geruch war ihm völlig fremd. Er passte nicht in dieses Umfeld. Auf einem Friedhof wäre er besser aufgehoben gewesen.

Aber hier …?

Eine schreckliche Vorstellung entstand in seinem Kopf. Es konnte sein, dass irgendjemand, der die Kirche hasste, Leichen in sie hineingelegt hatte und nicht im Traum daran dachte, sie wieder abzuholen.

Die Vorstellung war so grauenhaft, dass er sie aus seinem Kopf verbannen wollte.

Er schaffte es nicht. Der Geruch sorgte dafür. Er war so widerlich und fremd. Und Father McCallum wusste nicht, aus welcher Richtung er ihn erreichte. Er schien überall zu sein, und das machte ihn so fertig.

Bleiben oder wegrennen?

Für einen kurzen Moment fürchtete er um sein Leben, doch dann warf er alle Bedenken über Bord. Nein, er wollte nicht feige sein und den Grund für diesen Verwesungsgestank erfahren.

Kurz nach diesem Gedanken erlebte er die Veränderung. Zwar blieb der Gestank, aber die Stille nicht mehr, denn jetzt hörte er die schlurfenden Geräusche auf dem Steinboden, als würde sich jemand mühsam weiter schleppen.

Von links, ja, von links war das Geräusch gekommen!

Father McCallum drehte den Kopf. In der Dunkelheit war zunächst nichts zu sehen, aber bei genauerem Hinschauen weiteten sich seine Augen. Da sah er die Gestalt. Sie bestand aus einem Umriss, aber dieser Umriss bewegte sich genau in seine Richtung.

Zu hören war nicht viel. Nur dieses Schlurfen blieb, und McCallum spürte, dass sich die Haut in seinem Nacken straffte. Er wusste, dass es keine freundliche Begegnung sein würde, die er mit dieser Gestalt haben würde, die er noch immer nicht richtig sah und doch die Gefahr spürte, die von ihr ausging.

Sie war kein Freund, kein Verbündeter, und sie stank, als würde sich der Körper bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der Verwesung befinden. Aber das konnte nicht sein. Das war zu weit hergeholt. Das widersprach aller Logik.

Und doch war sie da.

Und sie kam näher.

Es gab kein Licht, das die Gestalt hätte anleuchten können. Im Innern der Kirche herrschte eine graue Finsternis, in der kein Umriss deutlich hervortreten konnte.

Dennoch sah McCallum die Umrisse der Gestalt, die auf ihn zuschlurfte und dabei ihren Körper zur Seite gedreht hatte und gebückt hielt. Auch wenn es völlig verrückt war, an so etwas zu denken, doch er wurde den Gedanken nicht los, dass es sich bei dieser Gestalt um jemanden handelte, der schon tot und nun zurückgekommen war. In einer derartigen Umgebung musste man einfach zu diesem Schluss kommen. Zudem wenn man ganz allein war und keine Hilfe zu erwarten hatte.

Jetzt blieb der andere stehen.

Ein Totengespenst. Nicht mehr und nicht weniger. Sein Ziel hatte er erreicht, und McCallum, der sich fühlte wie in Eis eingeschlossen, war gespannt darauf, wie es weitergehen würde.

Viel Hoffnung, was ihn selbst betraf, hatte er nicht …

*

Es gibt Tage oder Abende, die man nie vergisst. Das geht vielen Menschen so, und das war auch bei mir nicht anders. Nach dem Verlassen des Büros hatte ich mich an einem Lokal absetzen lassen, um etwas zu essen. Suko war weiter nach Hause gefahren, und ich beschäftigte mich mit meinen Nudeln, die mit Knoblauch und einem Spezialöl gewürzt waren.

Ich hatte mal wieder richtig Hunger darauf gehabt, und in dieser kleinen Trattoria saßen die Gäste sogar im Freien, auch wenn der Autoverkehr nicht weit entfernt vorbeirauschte.

Man musste sich eben in einer Stadt wie London immer das Besondere suchen, und das war hier auch zu finden.

Als Getränk hatte ich mir eine halbe Flasche Weißwein und eine Flasche Mineralwasser bestellt. Ich saß am Rand der kleinen Terrasse, und wenn ich nach oben schaute, schimmerte über mir das bunte Licht kleiner Lampen einer Girlande, obwohl es längst noch nicht dunkel war.

Die Bedienung bestand aus einem jungen Mann, der immer lächelte, und wenn er das nicht tat, anfing zu singen. Italienischer konnte es auch im Land selbst nicht sein.