John Sinclair 1627 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1627 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Panik und eine grenzenlose Angst überfielen die Menschen wie Blitze aus heiterem Himmel.

Sechs Männer waren unter die Kontrolle eines unheimlichen Mannes geraten und schafften es nicht, sich gegen diese Attacken aus dem Nichts zu wehren.

Einer von ihnen starb sogar. Da waren es nur noch fünf. Und zu denen gehörte auch unser Chef Sir James ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 140

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumPanikVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Panik

Panik und eine grenzenlose Angst überfielen die Menschen wie Blitze aus heiterem Himmel.

Sechs Männer waren unter die Kontrolle eines unheimlichen Mannes geraten und schafften es nicht, sich gegen diese Attacken aus dem Nichts zu wehren.

Einer von ihnen starb sogar. Da waren es nur noch fünf. Und zu denen gehörte auch unser Chef Sir James …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4398-1

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Panik

PANIK!

Sie traf den Commissioner wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Starr blieb er hinter seinem Schreibtisch sitzen und wusste nicht, was mit ihm geschehen war.

Er empfand diesen Angriff als Bedrohung. Es war eine heiße Angst, die sich wie eine unsichtbare Würgehand um seinen Hals gelegt hatte und ihm die Kehle zuschnürte. Als er Atem zu holen versuchte, war nur ein Japsen zu hören …

Albert Finch zwang sich zur Ruhe. Das heißt, er hatte es vor. Aber es war unmöglich. Sein Inneres befand sich in Aufruhr. Er bekam sich selbst nicht unter Kontrolle und fühlte sich ferngelenkt.

Das Herz schlug heftig. Der Gedanke an einen Infarkt stellte sich immer öfter ein, zusammen mit anderen Gedanken. Längst war ihm der Schweiß aus allen Poren gedrungen.

Ich muss mich beruhigen!, schoss es ihm durch den Kopf. Ich bin nicht krank.

Finch wartete darauf, dass es vorbei ging. Aber die Kraft hatte seinen Körper verlassen. Er war nicht mal mehr in der Lage, von seinem Stuhl aufzustehen.

Ausgelaugt, matt. Der körperlichen und geistigen Kräfte durch einen unsichtbaren Feind beraubt.

Aber wer war dieser Feind? Warum war es passiert?

Finch konnte es nicht als normal ansehen. Das waren keine Vorzeichen für einen Infarkt oder einen Schlaganfall.

Es war keine Stelle an seinem Körper, die nicht vom Schweißausbruch betroffen gewesen wäre. Der Wille, etwas gegen seinen Zustand zu unternehmen, verstärkte sich. Zudem gelang es ihm, wieder besser zu sehen. Die Umrisse, die er nur verschwommen wahrgenommen hatte, klärten sich.

Er sah sich wieder in seinem Büro.

Vor ihm stand der Schreibtisch. Dazu gehörten sein Laptop und die Kommunikationsanlage. Das Telefon befand sich in greifbarer Nähe. Er musste nur die Hand ausstrecken, um es zu erreichen.

Aber genau das war nicht zu schaffen. Er fühlte sich immer noch zu schlapp. Sämtliche Energie war aus seinem Körper gewichen. Nur mühsam drehte er den Kopf, sodass sein Blick auf den Monitor des Laptops fiel.

Das Gerät war ausgeschaltet. Eine graue Fläche hätte sich ihm präsentieren müssen, was plötzlich nicht mehr der Fall war.

Finchs Augen quollen beinahe aus den Höhlen, als er zuschauen musste, was da geschah. In seinem Kopf tuckerte es. Er konnte sich nicht erklären, woher dieser Schmerz stammte, und er glotzte aus großen Augen auf die Veränderung auf dem Monitor.

Das war einfach verrückt!

Das konnte nicht stimmen, denn auf dem Bildschirm erschienen plötzlich Bilder.

Szenen, die er zuvor nie gesehen hatte und auch nicht nachvollziehen konnte.

Sie waren grauenhaft. Menschen wurden getötet, verbrannt, gekreuzigt, gefoltert und grausam zerstückelt.

Albert Finch wollte es nicht glauben.

Das konnte nicht wahr sein!

Diese Grausamkeiten waren ungeheuerlich, und sie wurden von Gestalten begangen, die nicht in die normale Welt gehörten. Es waren schreckliche Mutationen. Höllenwesen, die ihren Atem als Feuerlohen ausstießen. Grauenvolle Szenen, die einfach nur gnadenlos waren.

Albert Finch hatte in seinem Leben viel Schlimmes gesehen. Diese Bilder aber überstiegen bei Weitem alles. Es kam ihm vor, als hätte man ihm einen Blick in die Hölle gewährt, denn so musste es dort aussehen.

Die Malereien mittelalterlicher Künstler wurden hier noch an Grausamkeiten übertroffen, denn die dämonischen Wesen nahmen auf nichts Rücksicht. Es war ihnen egal, ob sie es mit Männern, Frauen oder Kindern zu tun hatten. In ihrer Gnadenlosigkeit zerstörten sie jedes Leben.

Das alles geschah auf dem Bildschirm. Es war Fiktion. Das hätte es sein müssen. Aber da ging etwas auf ihn über. Es musste der Pesthauch des Bösen sein, der ihn erfasst und für den Panikanfall gesorgt hatte.

Er konnte seinen Blick von diesen grauenvollen Bildern nicht abwenden. Finch hatte den Eindruck, als zwänge jemand seinen Kopf in diese Richtung, damit er ja alles mitbekam. Nichts sollte ihm entgehen.

Albert Finch kam noch immer nicht von seinem Platz weg. Er saß bewegungslos. Er war nicht in der Lage, etwas zu sagen, doch er merkte, dass sich die Tränen aus seinen Augen lösten und nasse Spuren auf den Wangen hinterließen.

Ein Teufel mit vier Armen sprang auf ihn zu. Sein Körper war dicht behaart. Das Gesicht bestand aus einer hyänenartigen Fratze. Vier Hände hielten vier Äxte umklammert und schlugen zugleich zu.

Die Waffen wirbelten ihm entgegen. Nichts konnte sie aufhalten. Sie würden sich aus den Klauen lösen und in seinen Körper schlagen.

Im letzten Augenblick änderte sich das Bild.

Die Waffen verschwanden. Dafür erschien ein Gesicht. Albert Finch wollte nicht glauben, was er sah. Das Gesicht auf dem Monitor gehörte ihm. Ja, er war es und kein anderer Mensch.

Es zerplatzte von einem Moment auf den anderen. Ein breiter Blutstrom schoss hervor. Finch glaubte, einen widerlichen und üblen Geruch wahrzunehmen. Die Angst, die ihm bisher die Kehle zugeschnürt hatte, brach sich nun freie Bahn.

Bewegen konnte er sich noch immer nicht. Aber seine Kehle blieb nicht mehr zu.

Er schrie!

Albert Finch hatte sich noch nie so schreien gehört. Noch während er schrie, sackte er auf seinem Stuhl zusammen, und sein Kopf fiel auf den Schreibtisch.

In dieser Lage fand ihn sein Assistent, der Sekunden später in das Büro stürmte …

*

An diesem Montagmorgen waren Suko und ich nur kurz im Büro gewesen. Wir hatten mit Glenda gesprochen, ich hatte einen Kaffee getrunken, und wir hatten ihr zugehört.

»Ihr müsst einen gewissen Commissioner Albert Finch aufsuchen. Er liegt im Krankenhaus.«

Ich runzelte die Stirn und wiederholte den Namen.

Glenda Perkins nickte. »Ja, so heißt er. Kommt dir der Name etwa bekannt vor?«

»In der Tat.«

»Mir auch«, meldete sich Suko.

Glenda nickte und zupfte an ihrer bunten Sommerbluse, die ihren Oberkörper wie ein Dufthauch umgab. »Albert Finch gehört praktisch zu uns. Er ist ein hohes Tier bei der Metropolitan Police. So liegt es auf der Hand, dass ihr schon von ihm gehört habt.«

»Und was ist mit ihm?«, wollte ich wissen.

Glenda breitete die Arme aus. »Da fragt ihr mich zu viel. Ich weiß nur, dass es ein dringender Einsatz sein soll. Das hat mir Sir James gesagt.«

»Wo steckt er?«

Sie warf mir einen vorwurfsvollen Blick zu. »Das kann ich euch nicht sagen. Er ist unterwegs. Ich habe mich auch über den frühen Termin gewundert. Er kann mit dem Fall zu tun haben, muss aber nicht. Jedenfalls hat er mir den Auftrag gegeben, euch Bescheid zu sagen.« Sie reckte ihr Kinn vor. »Ihr habt euch ja leider verspätet.«

»Das lag nicht an uns«, sagte Suko.

»Und wo müssen wir hin?«, fragte ich.

Sie nannte uns den Namen des Krankenhauses und erklärte noch mal, dass sie nicht wusste, was mit dem Commissioner passiert war. »Sir James hat sehr geheimnisvoll getan, aber er war auch ungewöhnlich erregt und zugleich nachdenklich. Komisch.«

»Aber er ging davon aus, dass es ein Fall für uns ist – oder?«

Glenda hob die Schultern. »Er kam mir leicht durcheinander vor. Er hatte seine Souveränität verloren, und das kenne ich von ihm nicht. Die Sache mit Albert Finch muss ihn hart getroffen haben. Ausgequatscht hat er sich leider nicht.«

Ich trank meinen Kaffee und stellte die Tasse weg. Ich dachte daran, dass Glenda unseren Chef, Sir James Powell, noch nie so beschrieben hatte. Das hatte sie sich nicht aus den Fingern gesaugt. Der Fall musste ihm an die Nieren gegangen sein. Gern hätte ich ihn danach gefragt, doch zunächst mussten wir unseren Job tun.

Glenda hatte uns kurz vor unserem Verschwinden noch berichtet, dass Albert Finch unter Bewachung stand. Diese Tatsache hatte den Fall nicht eben durchsichtiger gemacht.

Wir hatten das Krankenhaus erreicht, das inmitten einer kleinen Grünanlage lag. Von der Straße her führte ein Weg auf das Krankenhaus zu, das aus drei Gebäuden bestand, die ein offenes Karree bildeten.

Parkplätze gab es auch, und wir hatten das Glück, einen leeren Platz zu finden.

Auf der Fahrt hatten Suko und ich einige Theorien gewälzt, ohne zu einem Ergebnis gekommen zu sein. Was wir auch dachten und zu denken versuchten, es blieb Theorie.

Den Namen Albert Finch kannte ich. Allerdings konnte ich mir unter dem Mann nichts vorstellen. Ich konnte mich nicht erinnern, mit ihm schon mal dienstlich zu tun gehabt zu haben.

Durch eine breite Glastür betraten wir das Krankenhaus. Es war keine ruhige Insel. Zumindest hier unten nicht.

Wir befanden uns in einer großen Halle, die für meinen Geschmack etwas zu düster war. An der linken Seite gab es einen großen und offenen Aufenthaltsraum, der schon zu dieser Zeit gut mit Besuchern gefüllt war, die mit Patienten sprachen oder einfach auf sie warteten.

Eine Anmeldung gab es auch. Davor drängten sich die Menschen. Es gab noch eine zweite Anmeldung, aber die war geschlossen.

Wir wollten nicht so lange warten. Wir wollten die große Halle durch eine Seitentür verlassen, als diese geöffnet wurde. Ein junger Mann im weißen Kittel und breit wie ein Kleiderschrank stand vor uns und starrte uns an.

»Hier können Sie nicht rein. Zutritt verboten. Reihen Sie sich in die Schlange ein.«

»Das werden wir nicht tun«, erklärte Suko. Er hatte seinen Ausweis bereits gezogen und präsentierte ihn.

Der junge Mann riss die Augen auf. »Scotland Yard?«

»So ist es.«

Nervös wischte er sich die Hände an seinem Kittel ab. Von einem kleinen Schild las ich ab, dass er Clark hieß.

»Hören Sie zu, Clark. Wir möchten zu einem Patienten mit dem Namen Albert Finch.«

»Den Commissioner?«

»Genau.«

Er dachte einen Moment lang nach und hatte sich dann entschieden. »Ich bringe Sie hin.«

»Danke.«

»Es ist nämlich so«, sagte er. »Der Commissioner liegt abgetrennt von den normalen Patienten. Fragen Sie mich nicht nach dem genauen Grund, den kenne ich nicht.«

»Und wer kann uns Auskunft über ihn geben?«

Wir befanden uns bereits auf dem Weg zu einer breiten Treppe, als wir die Antwort hörten.

»Es ist Dr. Kennedy. An ihn müssen Sie sich wenden. Mehr kann ich Ihnen nicht sagen.«

»Danke, das reicht schon.«

Wir nahmen die Treppe, weil wir nur bis in die erste Etage mussten.

Dort sah es aus wie in fast jedem Krankenhaus. Nur gingen wir nicht auf die breite Glastür zu, hinter der die Station lag, sondern bogen in einen schmalen Flur ein, der an der rechten Seite von Fenstern gesäumt war und der vor einer Tür endete.

Dort saßen zwei Kollegen in Uniform und hielten Wache. Als sie uns sahen, erhoben sie sich von ihren Stühlen und zeigten nicht eben freundliche Gesichter. Beide waren größer als ich. An ihnen vorbeizukommen war nicht einfach.

Clark wurde angesprochen. »Sie wissen doch, dass Besucher hier unerwünscht sind.«

Er wollte antworten. Das machte ich mit einer Handbewegung zunichte. Diesmal präsentierte ich meinen Ausweis. Es war ein Dokument, das uns praktisch alle Türen öffnete, was auch die beiden baumlangen Wachtposten einsahen.

»Zu wem wollen Sie?«

»Erstens mit Dr. Kennedy reden, um dann den Commissioner zu besuchen. Klar?«

»Ja, Sir.«

Wir ließen unseren Begleiter zurück und konnten passieren. Wir drückten eine Schwingtür auf, die hinter uns zuschwappte, und traten in einen stillen und auch hellen Flur. Menschen sahen wir nicht. Dafür einige fahrbare Wagen an den Seiten, die Handläufe hatten. Die Wagen waren mit Geschirr und Getränken vollgestellt.

Türen wiesen darauf hin, dass es mehrere Zimmer gab. Nicht alle waren Krankenzimmer. Wir entdeckten sogar Kameras, die den Gang beobachteten. Das hier war ein Sicherheitstrakt, und den gab es nicht in jeder Klinik.

Es gab auch Schilder neben den Türen. Auf einem lasen wir den Namen Dr. James Kennedy.

»Na denn«, sagte ich und klopfte an. Ich wartete nicht auf die Antwort und öffnete die Tür.

Dr. Kennedy hatte uns nicht gehört, weil er telefonierte. Wir bekamen einige Sätze mit, konnten aber nichts damit anfangen, weil es um ein medizinisches Problem ging.

Als er sich beim Telefonieren zur Seite drehte, sah er uns. Seine lockere Haltung verschwand. Steif blieb er sitzen, starrte uns an und sprach in den Hörer.

»Ich rufe gleich zurück.« Auch nachdem er aufgelegt hatte, wurde sein Blick nicht freundlicher. »Was erlauben Sie sich, hier einzudringen! Wer sind Sie? Wer hat Sie überhaupt durchgelassen?«

»Wir selbst«, erwiderte Suko und zeigte seinen Ausweis vor. Das tat auch ich, und als der Mann sie geprüft hatte, nickte er und war auch erleichtert.

Er lächelte. Sein Gesicht hatte noch etwas Jungenhaftes behalten, obwohl er vom Alter her sicherlich das fünfzigste Lebensjahr erreicht hatte. Auf seinem Kopf war das Haar grau geworden. Er hatte es zu einer Bürste geschnitten.

»Ich denke, dass Sie einen bestimmten Patienten besuchen wollen, meine Herren.«

»Ja«, sagte ich. »Albert Finch.«

Dr. Kennedy atmete tief durch. »Ich weiß auch nicht, was ich dazu sagen soll. Er ist körperlich ein kerngesunder Mensch, aber es hat ihn von einem Augenblick auf den anderen getroffen.«

»Was meinen Sie damit?«

»Ein geistiger Angriff, Mr. Sinclair. Er muss etwas erlebt oder gesehen haben, das ihn völlig aus der Bahn geworfen hat. Sein Assistent hat ihn schreien gehört und zusammengesackt und völlig fertig auf seinem Schreibtischstuhl gefunden.«

»Und weiter?«

Der Arzt hob die Schultern. »Man hat ihn hier eingeliefert. Es war das Beste, was man tun konnte. Der Mann war zu einem völligen Nervenbündel geworden. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass er nicht mehr derselbe war.«

»Und was haben Sie getan?«, fragte Suko.

»Ihn beruhigt. Etwas anderes konnten wir nicht für ihn tun. Bevor Sie mich fragen, muss ich Ihnen sagen, dass wir den Grund seiner Veränderung noch nicht herausgefunden haben. Der Commissioner war kaum ansprechbar.«

»Und jetzt?«

Der Arzt schaute Suko an. »Bei meiner ersten Visite ging es ihm besser. Ich habe Hoffnung.« Er lächelte.

»Und Sie haben nicht darüber nachgedacht, was ihn in diesen Zustand hineingetrieben haben könnte?«

Dr. Kennedy warf den Kopf zurück und lachte. »Wie stellen Sie sich das vor? Dieser Mann war nicht mehr er selbst. Man konnte mit ihm nichts anfangen. Das hat sich bis zum heutigen Morgen gehalten. Gestern wurde er bei uns eingeliefert.«

»Wir möchten ihn trotzdem sehen«, sagte ich.

Mich traf ein nachdenklicher Blick. »Ich weiß nicht, ob das etwas bringt. Zudem möchte ich den Patienten nicht zu stark überfordern.«

»Das ist uns klar, Doktor. Allerdings sind wir nicht hier, um gleich wieder zu gehen, ohne mit dem Patienten gesprochen zu haben. Er muss etwas erlebt haben, das uns bisher ein Rätsel ist. Möglicherweise können wir es erhellen.«

Der Arzt überlegte. Er wollte wissen, ob wir medizinisch vorgebildet waren.

»Bestimmt nicht«, erklärte ich. »Da wir jedoch im Einsatz sind, könnte es sein, dass der Zustand dieses Mannes nicht auf einen rein medizinischen Grund zurückzuführen ist, sondern auf einen anderen.«

»Haben Sie denn einen Verdacht?«

»Nein, nur allgemein. Es kann sein, dass er mit Vorgängen in Berührung gekommen ist, die jenseits unseres normalen Vorstellungsvermögens liegen.«

»Das begreife ich nicht.«

»Überlassen Sie das nur uns.«

Dr. Kennedy presste für einen Moment die Lippen zusammen. Dann nickte er. »Gut, kommen Sie mit.«

Ich konnte mich in ihn hineinversetzen. Er war der Fachmann und fühlte sich ins Abseits gedrängt.

»Bitte, Doktor, nehmen Sie es nicht persönlich. Aber man kann sich nicht mit allen Dingen auskennen.«

»Wenn Sie das sagen, Mr. Sinclair …«

*

Vor der Zimmertür des Patienten blieben wir stehen. Wir hatten noch erfahren, dass hier nur Menschen lagen, die im Leben etwas Besonderes waren und im Blickpunkt der Öffentlichkeit standen. In dieser Etage hatten sie ihre Ruhe, und das war im Fall dieses hohen Polizeioffiziers unbedingt notwendig.

Es waren alles Einzelzimmer. Nach dem Eintreten sahen wir den Commissioner in dem breiten Krankenbett liegen. Es gab einen Tropf, der ihn versorgte, ansonsten war er an keine Apparate angeschlossen, da ihm körperlich nichts fehlte.

Unser Eintreten hatte er nicht wahrgenommen. Jedenfalls zeigte er keine Reaktion, die darauf hingedeutet hätte.