John Sinclair 1649 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1649 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Ich lebe! Ich existiere! Ich bin frei! Der Feind ist vernichtet! Ich aber bin da! Ich werde ewig leben und niemals sterben ...

Es waren wilde Gedanken, die durch den Kopf der blondhaarigen Justine Cavallo schossen. Danach lachte sie. Das Lachen wurde als Echo zurückgeworfen, als wollte die Natur ihr eine besondere Zustimmung geben ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 138

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumNiemals sterbenVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Niemals sterben

Ich lebe! Ich existiere! Ich bin frei! Der Feind ist vernichtet! Ich aber bin da! Ich werde ewig leben und niemals sterben …

Es waren wilde Gedanken, die durch den Kopf der blondhaarigen Justine Cavallo schossen. Danach lachte sie. Das Lachen wurde als Echo zurückgeworfen, als wollte die Natur ihr eine besondere Zustimmung geben …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4420-9

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Niemals sterben

Ich lebe! Ich existiere! Ich bin frei! Der Feind ist vernichtet!

Ich aber bin da!

Ich werde ewig leben …

Es waren wilde Gedanken, die durch den Kopf der blondhaarigen Vampirin schossen. Danach lachte sie. Das Lachen wurde als Echo zurückgeworfen, als wollte die Natur ihr eine besondere Zustimmung geben …

Wir hatten zwar noch kein Weihnachten, trotzdem gab es eine Überraschung für uns. Die hielt Glenda Perkins in Form eines Briefumschlags in der Hand, als wir morgens das Büro betraten und zunächst durchs Vorzimmer mussten.

Sie wedelte mit dem Umschlag, und als ich danach greifen wollte, trat sie zurück.

»He, was soll das?«

Glenda zog die Nase hoch. »Das erhöht die Spannung.«

»Ich sehe einen Briefumschlag, John«, meinte Suko. »Ob er auch einen Inhalt hat?«

»Glenda wird es wissen.«

Die ging im Moment nicht auf uns ein, denn sie war an ihren Schreibtisch getreten und putzte sich die Nase. Erst jetzt sahen wir, dass auch ihre Augen verquollen waren. Das sah ganz nach einer Erkältung aus, was sie durch ein Niesen bestätigte.

»Hat es dich erwischt?«

Glenda drehte den Kopf und schaute mich an. »Nein, ich spiele nur Theater.«

»Schweinegrippe?«

Sie funkelte mich an. »Das ist nicht witzig, Geisterjäger.«

Ich hob beide Arme. »Entschuldigung. War nicht so gemeint. Aber du weißt selbst, dass sie in aller Munde ist.«

»Klar. Aber das ist nur eine Erkältung. Fieber habe ich nicht. In der Nacht kam es wie angeflogen.«

»Leg dich trotzdem lieber ins Bett«, sagte ich besorgt.

»Noch geht es.«

»Und was ist mit dem Brief?«, fragte Suko.

Glenda hustete kurz. »Das ist kein Brief, sondern eine ausgedruckte Mail. Ich habe sie nur in einen Umschlag gesteckt.«

»Wer hat sie denn geschickt?«

Glenda antwortete zunächst nicht. Nach einer Weile fing sie an zu sprechen. Sie freute sich über unsere Neugierde.

»Eure Partnerin Justine Cavallo«, sagte sie schließlich.

Partnerin!

Suko und ich verzogen die Lippen. Das hätte die Cavallo gern gehabt, und sie benutzte diesen Begriff häufiger, aber wir wehrten uns dagegen.

Vor meinen Augen stand das Bild der hellblonden Blutsaugerin. Ein perfektes Aussehen, ein Männertraum. Versehen mir einem Körper, der kurvig wie eine Rennstrecke war. Dazu das perfekte Gesicht, wie es ein Künstler nicht schöner hätte erschaffen können.

Leider war sie eine Person ohne positive menschliche Eigenschaften.

Sie war grausam, wenn es um ihren Vorteil ging, sie brauchte zudem Blut, um existieren zu können, aber sie war trotzdem anders als die üblichen Vampire. Es bereitete ihr keine Probleme, auch tagsüber durch die Welt zu laufen. Das war bei normalen Vampiren nicht der Fall, doch mit ihnen ließ sich die Cavallo nicht vergleichen.

»Was schreibt sie denn?«, wollte ich wissen.

Glenda deutete auf den Umschlag. »Lies selbst.«

»Mach ich. Aber du kennst den Inhalt?«

Sie nieste und nickte zugleich.

Auch wenn sich Glenda Perkins nicht eben in Höchstform zeigte, den Kaffee hatte sie trotzdem gekocht. Ich konnte an der Maschine nicht vorbeigehen, obwohl mich schon die Neugierde quälte. Den Schluck brauchte ich jetzt, sonst war ich kein richtiger Mensch.

Mit der Mail und dem Kaffee betrat ich kurz nach Suko unser gemeinsames Büro. Mein Freund und Kollege hatte sich noch nicht an seinen Platz gesetzt. Er stand neben meinem Stuhl und wartete darauf, dass ich den Umschlag aufriss.

Das war kein Problem. Glenda hatte das Schreiben einmal gefaltet und ich strich es glatt.

Suko stand weiterhin in meiner Nähe. So konnte er die Zeilen ebenfalls lesen. Wir wussten ja, wer sie geschrieben hatte, und bereiteten uns auf einen scharfen Text vor. Ich sprach die Zeilen automatisch leise aus, und so hörte Suko mit.

»Will Mallmann, alias Dracula II, ist nicht mehr. Er war super. Er war stark. Er hat fast alles geschafft, was er wollte. Aber wir waren besser. Handgranaten haben ihn zerfetzt. Ich zehre noch immer von diesem Bild. Es war das Größte für mich. Eine neue Zeit liegt vor mir. Ihn gibt es nicht mehr. Jetzt bin ich da. Ich werde niemals sterben und ewig leben, merkt euch das. Ihr hört von mir …«

Ich ließ die Hand mit dem Schreiben sinken und sah Suko von der Seite her an. »Was soll das?«

Er hob die Schultern. »Keine Ahnung, John. Wirklich nicht. Das ist für mich – nein, nein, es ist kein Rätsel. Sie musste einfach etwas loswerden. Es hat in ihr gefressen, verstehst du? Sie ist sich erst jetzt richtig darüber klar geworden, was auf der Insel passiert ist.«

»Klar.«

Suko lachte. »Da hat sie nicht viel mitgeholfen. Erinnere dich daran, wie sie in dem Netz gefangen war. Den Job haben wir erledigt. Sie tut jetzt so, als wäre sie diejenige …«, er winkte ab. »Ach, lassen wir das einfach.«1

»Jedenfalls ist sie noch da!«, erklärte ich. »Und sie hat recht. Es gibt unseren gemeinsamen Feind nicht mehr. Dracula II wurde vernichtet. Zwei profane Handgranaten haben dafür gesorgt, was wir in all den Jahren nicht geschafft haben.«

»Und dafür hat jetzt sie freie Bahn.«

»Stimmt!« Mehr sagte ich nicht, denn ich wusste nicht, was die Cavallo noch vorhatte. Wir jedenfalls hatten in der letzten Zeit nichts von ihr gehört.

Erst am gestrigen Tag waren wir aus Paris zurückgekehrt, wo wir wieder mal erlebt hatten, wozu Menschen fähig waren, wenn sie in extreme Situationen gerieten.

Auch in den Tagen davor hatte sich die Blutsaugerin nicht gemeldet, aber jetzt war sie wieder präsent. Wenn auch nur durch ihre E-Mail.

Suko war ein paar Schritte zur Seite gegangen und setzte sich auf seinen Platz. Er verengte die Augen, als er fragte: »Was können wir von ihr erwarten?«

»Keine Ahnung.«

»Macht sie weiter?«

Ich setzte mich ebenfalls. »Wie meinst du das?«

»Nun ja, ich frage mich, ob sie Mallmanns Platz einnimmt. Wäre doch möglich.«

»Ohne Vampirwelt?«

»Klar.«

So einfach konnte ich die Antwort nicht geben. Ich musste erst mal nachdenken. »Möglich ist alles«, gab ich schließlich zu. »Vorstellen kann ich es mir aber nicht.«

»Und warum nicht?«

»Sie ist nicht der Typ.« Ich stellte sie mir noch mal bildlich vor. »Justine Cavallo ist eine Einzelgängerin. Sie denkt zunächst an ihren Vorteil. Sie will allein ihre Zeichen setzen. Dafür braucht sie keine Helfer.«

»Möglich, John. Allerdings frage ich mich, wie sich das Verhältnis zu uns gestalten wird. Auf welcher Seite steht sie? Wird sie uns weiterhin in einem gewissen Maße unterstützen, wie sie es getan hat, als es gegen Dracula II ging?«

»Das ist die Frage.«

Suko verzog den Mund. »Wie hat sie dich noch genannt? Partner?«

»Hör auf damit. Das habe ich schon immer gehasst. Aber sie ist immer noch da, sie ist jetzt obenauf, und das hat sie uns mitteilen wollen. Ich denke, dass diese Mail erst die Ouvertüre war. Da kommt was nach. Leider weiß ich nicht, was.«

»Woher ist die Mail geschickt worden? Das muss doch zu sehen sein.«

»Ist es auch. Aus einem Internet-Café irgendwo im Land.«

Es spielte letztendlich auch keine Rolle, von wo die Nachricht abgeschickt worden war. Es zählte nur, dass es Justine Cavallo noch gab und dass sie sich nicht zurückgezogen hatte.

Ich streckte meine Hand aus und griff zum Telefonhörer.

»Wen willst du anrufen?«

»Jane Collins.«

Suko lachte leise. »Gute Idee. Glaubst du, dass sie etwas von Justine gehört hat?«

»Man kann nie wissen.«

»Dann hätte sie etwas gesagt.«

»Abwarten.«

Ich hoffte, dass Jane nicht unterwegs war. Sie arbeitete als Privatdetektivin. Ihr guter Ruf war längst Legende, dementsprechend brauchte sie sich auch nicht um Aufträge zu sorgen.

Jetzt läutete es dreimal durch, bis sie abhob.

»Aaah«, sagte ich gedehnt. »Unser weiblicher Sherlock Holmes ist zu Hause.«

»Ja, Geisterjäger. Bei dem Wetter jogge ich nicht. Was gibt es denn? Willst du mich einladen?«

»Später vielleicht.«

»Ach ja, wie immer.«

»Zuvor habe ich einige Fragen.«

»Hört sich fast spannend an. Um was geht es denn?«

»Um Justine Cavallo.«

Jane gab einen leisen Pfiff von sich, bevor sie fragte: »Vermisst du sie? Hast du Sehnsucht nach ihr?«

»Ich denke nicht. Es ist eher umgekehrt. Sie scheint Sehnsucht nach uns zu haben.«

»Hm. Du wirst es kaum glauben, aber darauf kann ich gut und gerne verzichten.«

»Sie wohl eher nicht.«

»Dann raus mit der Sprache.«

Ich setzte Jane Collins mit wenigen Worten ins Bild und hörte ihr leises Stöhnen. Danach lachte sie. Die Antwort erhielt ich wenig später.

»Sie scheint sich wohl sehr allein zu fühlen.«

»Davon kann man ausgehen. Hast du denn in der letzten Zeit etwas von ihr gehört?«

»Nein, habe ich nicht. Du bist ja unterwegs gewesen, wie ich hörte. Hätte sie mit mir Kontakt aufgenommen, ich hätte dich sofort informiert.«

»Das denke ich auch. Und was hältst du von der Mail?«

»Ganz einfach, John. Sie möchte sich nur in Erinnerung bringen, damit wir sie nicht vergessen. Darauf deutet ihre Mail hin.«

»Ist das alles?«

»Nein, John. So wirst du das auch sehen. Das ist nicht alles. Sie hat Bescheid gegeben, dass es sie noch gibt. Und sie ist ganz bestimmt euphorisch oder so ähnlich. Dracula II gibt es nicht mehr. Sie hat jetzt freie Bahn. Sie ist an der Spitze. Aber sie weiß noch nicht genau, wie es weitergehen soll. Ich denke eher, dass sie sich erst noch ordnen muss, wie immer man das auch bezeichnen will. Wahrscheinlich hat sie befürchtet, dass wir sie vergessen könnten. Dem wollte sie vorbeugen. Dass sie inaktiv bleiben wird, daran glaube ich nicht. Sie muss ja Blut trinken, um nicht zu vergehen. Ich bin überzeugt, dass wir bald vor ihr hören werden. Ich hoffe nur, dass sie nicht hierher zu mir zurückkehrt. Ich komme gut allein zurecht. Es gefällt mir, nicht immer daran denken zu müssen, was sie wohl wieder einmal vorhat und welche Pläne sich hinter ihrer glatten Stirn verbergen.«

»Das ist alles richtig. Ich kann nur hoffen, dass sie nicht größenwahnsinnig wird. Es gibt keinen gemeinsamen Feind mehr, Jane. Das macht mich schon nachdenklich. Was sollte Justine Cavallo noch an uns binden?«

»Keine Ahnung. Vielleicht eine gewisse Nostalgie. Erinnerung an alte Zeiten?«

»Kann sein. Glaube ich aber nicht.« Ich wechselte den Hörer in die linke Hand. »Egal, wie sich die Dinge entwickeln. Wir sind erst mal informiert, dass sie nicht verschwunden ist.«

»Und es gibt auch keine Vampirwelt, in der sie sich verstecken kann.« Jane Collins lachte. »Also wird sie bald wieder bei uns erscheinen oder an meine Tür klopfen.«

»Und dann?«

»Keine Ahnung, ich werde ihr Fragen stellen und dir so schnell wie möglich Bescheid geben. Mehr können wir nicht tun. Aber danke, dass du mich informiert hast.«

»Das war doch selbstverständlich.«

»Ach ja, und auf die Einladung komme ich zurück. Wir können ja einen Termin machen.«

»Wie wäre es mit heute Abend?«, schlug ich vor.

»Einverstanden. Du holst mich ab?«

»Aber sicher doch.«

»Dann bis später, John.«

Suko hatte unser Gespräch mitgehört. Er schaute mich über den Schreibtisch hinweg an.

»Was ist? Hat dich das Gespräch weitergebracht?«

Ich zuckte mit den Schultern. »Wir wissen jetzt, dass sie noch da ist. Sie wird sich bestimmt melden. Davon bin ich überzeugt. Ich hoffe nur, dass sie es nicht auf eine unmenschliche Weise tut.«

»Das weiß man bei der Cavallo nie …«

*

Dracula II war vernichtet, und doch lebte er indirekt weiter, denn es war ihm gelungen, seine Zeichen oder sein Erbe zu hinterlassen, und das hörte auf einen Namen:

Vampire!

Blutsauger, die sich tagsüber verborgen hielten und darauf warteten, dass die Dunkelheit hereinbrach, um in deren Schutz aktiv zu werden. Das war die Zeit, in der sie ihre spitzen Zähne in die Hälse der Menschen schlugen, um sich an deren Blut zu laben und zu stärken.

Es waren seine Gefolgstreuen. Er hatte sie aus der zerstörten Vampirwelt retten können und sie in der Welt verstreut, um sie aus ihren Verstecken zu holen, wenn er sie brauchte. So würde man sich nach seinem Ende noch an ihn erinnern.

Das wusste auch die blondhaarige Vampirin Justine Cavallo. Auch sie existierte vom Blut der Menschen, auch sie wollte herrschen, aber sie ging subtiler vor, denn sie hatte andere Pläne.

Zwar wollte sie nicht, dass die Blutsauger ausstarben, aber sie wollte auch nicht, dass sie sich ausbreiteten und wild vermehrten. Sie war darum bemüht, die Vampirflut in Grenzen zu halten, und so hatte sie sich entschlossen, sich auf die Suche nach Mallmanns Hinterlassenschaften zu machen, wohl wissend, dass sie sich auf der gesamten Welt verteilt haben konnten.

Justine wusste, dass die Aufgabe so gut wie nicht zu lösen war. Sie konnte nicht überall sein, wo Mallmann sein Erbe hinterlassen hatte, aber sie wollte Prioritäten setzen. Dabei kam ihr zugute, dass sie selbst dazu gehörte, wenn auch in einer anderen Abart, aber das war ihr völlig egal. Und sie wusste jetzt, dass es niemanden gab, der ihre Pläne stören konnte. Sinclair und sein Team drängte sie in den Hintergrund. Ihre Nachricht musste ihn bereits erreicht haben, und jetzt würde er sich die entsprechenden Gedanken machen.

Wäre sie ein normaler Mensch gewesen, sie hätte tief aufgeatmet. Diese Funktionen waren bei ihr nicht vorhanden, und so dachte sie über ihre Zukunft nach, die vielversprechend war.

Jetzt stand sie ganz oben und lobte sich selbst dafür, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen hatte und sich damals von Dracula II getrennt hatte. Unter seiner Knute hätte sie nicht existieren können.

Sie würde nie vergessen, wie der Supervampir durch die beiden Handgranaten zerfetzt worden war, zusammen mit dem Blutstein, der ihn so mächtig gemacht hatte. Dessen Zerstörung allerdings bedauerte sie. Sie hätte ihn gerne besessen, aber sie musste auch zugeben, dass im Leben nichts perfekt war.

Ab jetzt lag eine neue Aufgabe vor ihr.

Justine Cavallo sah sich nicht als eine normale Vampirjägerin an. Sie wollte nur die Ausbreitung der Blutsauger in Grenzen halten, um für sich einen Überblick zu behalten. Klammheimlich wollte sie sich ein Machtpotential aufbauen, auf das sie zurückgreifen konnte, wenn es hart auf hart kam.

Die Insel, auf der Dracula II seine Existenz verloren hatte, lag längst hinter ihr. Es war ihr auch gelungen, sich aus dem Netz zu befreien. Das interessierte alles nicht mehr. Jetzt befand sie sich zwar auch auf einer Insel, die aber hörte auf den Namen Großbritannien und war mit einer normalen Insel nicht zu vergleichen.

Eine Unperson wie die Cavallo konnte sich überall bewegen und auch wohl fühlen. Ob in der Einsamkeit des Landes oder im Gewühl der Großstadt, sie kam überall zurecht. Doch nach dem Verlassen der Insel hatte sie die größeren Städte gemieden und war in der Einsamkeit des Landes unterwegs.

Sie ging ihrem Gespür nach. Sie versuchte auch, sich in Dracula II hineinzuversetzen und konnte sich gut vorstellen, dass es nicht nur auf der Insel seine Artgenossen gab, sondern auch welche auf dem Festland versteckt waren und sich dort so etwas wie Stützpunkte aufgebaut hatten.

Justine war lange genug an seiner Seite gewesen, um ihn gut genug zu kennen, und dieses Wissen setzte sie ein. Dazu gehörte, dass sie in der Lage war, die Blutsauger zu wittern, und das auch über große Entfernungen hinweg.

Die moderne Art der Kommunikation war ihr ebenfalls nicht fremd. So hatte sie Sinclair eine E-Mail aus einem Internet-Café zukommen lassen, jetzt aber tauchte sie ein in die Welt der Instinkte, die nur sie besaß und kein Mensch.

Kein Vampir kam zu ihr, um mit ihr Kontakt aufzunehmen, es war umgekehrt. Sie war auf dem Weg, und ihre Sinne glichen ausgefahrenen Antennen. So war es für sie kein Problem, jemanden zu orten, der zu Mallmann gehört hatte.