John Sinclair 1653 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1653 E-Book

Jason Dark

0,0
1,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Als ich Sheila Conollys Stimme hörte, da wusste ich, dass sie Probleme hatte. Sekunden später war ich aufgeklärt.

"Bill ist verschwunden, und ich weiß nicht, was ich tun soll, John."

Der eine Satz reichte aus, um mich in Alarmbereitschaft zu versetzen.

Wir fanden Bill, aber wir trafen auch auf eine Frau, die halb Engel und halb Teufel war ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 135

Veröffentlichungsjahr: 2016

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumDer schöne Schein des BösenVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Der schöne Schein des Bösen

Als ich Sheila Conollys Stimme hörte, da wusste ich, dass sie Probleme hatte. Sekunden später war ich aufgeklärt.

»Bill ist verschwunden, und ich weiß nicht, was ich tun soll, John.«

Der eine Satz reichte aus, um mich in Alarmbereitschaft zu versetzen.

Wir fanden Bill, aber wir trafen auch auf eine Frau, die halb Engel und halb Teufel war …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4424-7

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Der schöne Schein des Bösen

Der Anruf erwischte mich an einem frühen Abend und in meiner Wohnung. Es war Sheila Conolly, die versuchte, ihrer Stimme einen ruhigen Klang zu geben, was ihr aber ganz und gar nicht gelang.

»Was ist los, Sheila?«

Zwei, drei kurze und heftige Atemstöße. Dann erfolgte die Antwort.

»Bill ist verschwunden, und ich weiß nicht, was ich tun soll, John.«

Er hatte gewusst, dass er sich in Gefahr begab, aber dieses Risiko war der Reporter Bill Conolly bewusst eingegangen. So war es ihm endlich gelungen, die Spur der beiden Waffenhändler aufzunehmen, die schon lange auf seiner Liste gestanden hatten, weil er über dieses Thema einen Artikel hatte schreiben wollen.

Er hatte es geschafft, sie in ihrem Versteck zu überraschen und war doch zu unvorsichtig gewesen. Trotz der gezogenen Waffe war es den zwei Profis gelungen, ihn zu überwältigen.

Da hatte Bill bereits mit seinem Leben abgeschlossen. Zum Glück hatten sie ihn nicht getötet. Er war nur zusammengeschlagen worden, ohne jedoch richtig bewusstlos zu werden. Danach waren seine Hände gefesselt worden, und Bill hatte sich in einem Kofferraum wiedergefunden.

Allerdings stand der Wagen nicht, sie waren unterwegs, und Bill kannte das Ziel nicht. Er machte sich darüber auch keine großen Gedanken, weil er einfach genug mit sich selbst zu tun hatte.

Der Kofferraum war kein bequemes Sofa. Immer wieder wurde Bill in Kurven von einer Seite auf die andere geschleudert. Er versuchte dabei, sich zu versteifen und so zu vermeiden, dass er mit dem Kopf irgendwo gegen stieß. Ihm reichten die Stiche und Schmerzen von den verabreichten Prügeln völlig aus.

Hin und wieder berührte sein Gesicht eine stinkende Decke. Wäre er bei vollen Kräften gewesen, dann hätte er versucht, sich von den Fesseln an seinen Händen zu befreien.

Das Zeitgefühl war dem Reporter verloren gegangen. Er wusste nicht, wie viele Stunden vergangen waren oder ob es nur eine gewesen war. Er konnte und wollte daran nicht denken, auch nicht an sein Zuhause, wo sich seine Frau Sheila bestimmt immense Sorgen und auch Vorwürfe machte. Sie hatte Bill davon abgeraten, sich mit der gefährlichen Sache zu beschäftigen, aber er hatte nicht auf sie gehört. Bill war einfach zu neugierig, zu sehr Journalist und immer daran interessiert, die heiße Story zu bekommen. Auch wenn er schon so lange in diesem Job tätig war, der Hunger nach einer guten Geschichte war geblieben.

Jetzt hatte er sich einen Schritt zu weit vorgewagt. Und das ohne Rückendeckung. Er hätte anderen Kollegen Bescheid geben können, um Rückendeckung zu haben, aber das hatte er nicht getan und würde nun dafür büßen müssen. Wenn es ganz schlimm lief, mit seinem Leben. Darauf stellte sich Bill bereits ein.

Die Waffenhändler waren alles andere als fromme Brüder. Sie stammten aus dem Nahen Osten. Welcher Nation sie angehörten, wusste Bill nicht. Er vermutete, dass es Araber waren. Sie waren Zwischenhändler des Todes, schickten Waffen in Gebiete, die Pulverfässer waren, was sie nicht juckte. Wichtig war ihnen allein das Geschäft und der damit verbundene Profit.

Das Tempo war verringert worden. Hin und wieder rutschte der Wagen auch zur Seite weg, was Bill in seinem Versteck deutlich mitbekam.

Urplötzlich hielt der Wagen an.

Es wurde still um ihn herum. Dann hörte er zwei Männerstimmen und dazwischen ein rau klingendes Lachen. Da die Stimmen lauter wurden, wusste Bill, dass sich die Männer dem Kofferraum näherten.

Die Reise war zu Ende. Sein Leben auch?

Plötzlich schwang die Haube hoch. Der Strahl einer Lampe blendete den Reporter, der sofort die Augen schloss.

»Ach, er ist wach.«

»Ja, und er hat eine kleine Beule.«

»Selbst schuld.«

»Du sagst es. Er hätte nicht so neugierig sein sollen.«

Bill hielt die Augen geschlossen. Aber er hatte jedes Wort gehört und wusste, dass er den rauen Klang der Stimmen nie vergessen würde.

»Geben wir ihm hier die Kugel?«

»Nein, ich will mir den Kofferraum nicht versauen.«

»Was schlägst du vor?«

»Wir lassen ihn noch etwas laufen. Bis zu der ersten Halde. Da kann er dann liegen bleiben.«

»Wie du willst.«

Auch jetzt hatte Bill jedes Wort verstanden. Es gab also noch eine Galgenfrist für ihn. Die Frage war nur, ob er sie nutzen konnte.

»Komm hoch, Schnüffler. Dein letzter Gang steht bevor.«

»Und wohin?«, fragte Bill.

»Das wirst du gleich sehen. Nicht jeder hat das Glück, an einer so exponierten Stelle sterben zu dürfen. Das ist schon etwas Besonderes.«

Bill hörte gar nicht hin. Seine Hände waren gefesselt, das schon, er fühlte sich auch noch zerschlagen, aber er gab nicht auf und bemühte sich, aus eigener Kraft den Kofferraum zu verlassen, denn er wollte seinen beiden Bewachern keinen Grund geben, ihn schon hier zu töten. Wegschleppen würden sie ihn bestimmt nicht.

Es war nicht einfach, sich mit gefesselten Händen zu bewegen. Sie hatten ein dünnes Nylonband um seine Handgelenke gewickelt und das Material schnitt in sein Fleisch.

Er stemmte sich an der Ladekante ab. Danach drückte er seinen Körper hoch.

Die Nacht war finster.

Die beiden Waffenhändler dachten nicht daran, ihm zu helfen. Sie waren zurückgetreten und amüsierten sich über Bills Bemühungen.

Der Reporter biss die Zähne zusammen. Er wollte diesen Typen den Triumph nicht gönnen, und er schaffte es tatsächlich, aus dem Kofferraum zu kriechen.

Mit Händen und Füßen zugleich landete er auf der kalten Erde und spürte die Blicke der Männer förmlich auf seinem Rücken brennen. Das Blut stieg ihm in den Kopf und Schwindel erfasste ihn, als er sich hinstellte.

Einer der beiden trat dicht an ihn heran und zeigte ein hartes Grinsen. Bill nahm den Geruch auf, den die Kleidung des Mannes absonderte, und versuchte nur durch die Nase zu atmen. Viel sah er von der Umgebung nicht.

Sie trieben ihn vor. Dafür sorgte ein Stoß in den Rücken. Bills Füße schleiften über den Boden.

»Geh nur weiter. Wir sagen dir schon, wann du anhalten sollst. Es ist der Ort, wo du sterben wirst.«

Bill schlich voran. In gewissen Abständen hob er den Kopf und sah vor sich Gerüste. Dunkle Stahlskelette, die wie Brücken aussahen. Im ersten Moment war Bill irritiert, da er mit diesen Gerüsten nichts anfangen konnte. Wenig später funktionierte sein Gehirn wieder, und er gelangte zu dem Schluss, dass es sich um eine Industrieruine handeln musste. Da standen nur noch die nackten Träger, die die Seiten und die Decke einer Halle gehalten hatten.

»Dann bleib mal stehen, Schnüffler!«

Bill blieb stehen.

Er hörte hinter sich die scharfen Atemzüge seiner Entführer, dann das Geräusch ihrer Schritte, als sie rechts und links von ihm vorbeigingen, um sich vor ihm aufzubauen wie zwei Henker, die sich auf den Tod ihres Delinquenten freuten.

Es war nicht völlig finster, und so sah der Reporter auch die Gesichter der beiden Araber.

Der Mann mit der schiefen Nase im Gesicht fing an zu sprechen.

»Na, noch einen Wunsch, Schnüffler?«

»Ja.«

»Und welchen?«

»Dass ihr zur Hölle fahrt!«

Beide mussten lachen. Sie schüttelten die Köpfe und wunderten sich darüber, dass dieser Mann in seiner aussichtslosen Situation noch Humor an den Tag legte.

»Okay, den Gefallen können wir dir noch nicht tun. Wenn es so weit ist, kannst du uns ja die Tür aufhalten, damit wir die Hölle betreten können.«

»Mach ich doch glatt!« Mehr brachte Bill nicht hervor.

Er starrte die beiden an. Eine Waffe hatte er bei ihnen noch nicht gesehen. Er ging allerdings nicht davon aus, dass sie waffenlos waren.

Der Typ mit der schiefen Nase griff unter seine Jacke und holte eine langläufige Pistole hervor. Er hielt sie in der rechten Hand. Mit der anderen streichelte er fast zärtlich über ihren Lauf.

»Willst du die Kugel in den Kopf?«

Bill schwieg. Er presste die Lippen zusammen. Bill sah alles mit einer nahezu grausamen Klarheit. Die Mündung zielte auf seine Stirn. Der Finger lag auf dem Abzug. Der Tod war nur einen leichten Druck entfernt, da gab es kein Entrinnen mehr.

Der zweite Killer tat nichts. Er hatte nicht mal eine Waffe gezogen. Er war nur zwei kleine Schritte zur Seite gegangen und beobachtete die Szene.

Und dann geschah etwas, mit dem keiner gerechnet hatte, auch Bill Conolly nicht. Es war sein Glück, dass die Schiefnase noch nicht geschossen hatte, und wenn er jetzt abgedrückt hätte, wäre die Kugel über Bills Kopf geflogen.

Schiefnase fluchte, bevor er nach hinten kippte. Er hatte von einem Augenblick zum anderen seine Standfestigkeit verloren und geriet ins Schwanken, sodass an ein Abdrücken nicht mehr zu denken war.

Und der Vorgang war noch nicht beendet. Unter ihm hatte sich ein Trichter gebildet, der dafür sorgte, dass Schiefnase sich nicht mehr halten konnte und der Länge nach auf den Rücken fiel.

Sein Kumpan hatte nur zugeschaut. Er stand zu weit entfernt, als dass er hätte eingreifen können.

Bill Conolly hütete sich davor, auch nur einen Finger zu bewegen. Er blieb starr stehen. Dass in der Erde etwas passierte, das bekam auch er mit, denn er spürte unter seinen Füßen ein leichtes Vibrieren.

Schiefnase war sauer. Er wälzte sich auf den Bauch. Sein Kumpan schrie ihm etwas zu, er brüllte zurück, doch an der Sachlage änderte sich nichts.

Schiefnase musste allein damit fertig werden und sich aus dem Trichter befreien, an dessen Seite immer mehr Erde nachrutschte.

Ans Schießen dachte er nicht mehr. Auch der andere Typ hatte das Interesse an Bill Conolly verloren. Er schaute den Bemühungen seines Freundes zu, wie der versuchte, sich hochzustemmen, was nicht so einfach war. Erst als er reagierte, an den Trichter trat und seine Hand den Arm seines Kumpans umfasste, klappte es besser. Schiefnase konnte aus seiner Lage befreit werden.

Keuchend stolperte er vom Trichter weg und rief dabei immer wieder den Namen seines Kumpans.

Der Mann hieß Abdul, wie auch Bill jetzt hörte. Er zerrte Schiefnase von der Stelle weg, und beide blieben ein paar Schritte weiter stehen.

Sie waren ratlos. Da gab es auf der einen Seite den Mann, den sie töten wollten, und auf der anderen war etwas geschehen, das sie nicht begriffen.

Der Erdboden hatte seine Festigkeit verloren. Er war weich und nachgiebig geworden, als hätte sich dort ein Sumpfloch aufgetan, das auf seine Beute gelauert hatte.

»Scheiße, was ist das gewesen?« Schiefnase hatte sich noch immer nicht beruhigt. Sein Blick wechselte zwischen dem Erdboden und Abdul hin und her.

»Das weiß ich nicht. Du hast doch da gestanden.«

»Ja, ja, habe ich. Und ich hatte plötzlich das Gefühl, als wäre da unten jemand.«

»Wie?«

»Ja, verdammt. Einer der den Boden aufgewühlt hat.«

»Ein Tier?«

»Scheiße, weiß ich doch nicht.«

Die Waffenhändler waren mit ihrem Latein am Ende, das merkte auch Bill, der sich davor hütete, sich einzumischen, und zunächst mal abwartete. Noch war die Gefahr nicht vorüber, auch wenn keine Mündung mehr auf ihn wies.

Es war nur ein Schnaufen zu vernehmen. Aber dann hatte sich Abdul wieder an Bill Conolly erinnert. Er kam zwar nicht näher, aber er sprach ihn an.

»He, was war das?«

Bill drehte den Kopf nach rechts. »Woher soll ich das wissen? Ich habe keine Ahnung.«

»Ach, wirklich nicht?«

»Nein. Ihr habt mich doch an diesen Ort geführt. Ich kenne ihn gar nicht.«

Abdul machte den Eindruck, noch etwas sagen zu wollen. Ihm fiel nichts ein, deshalb schaute er wieder auf den Trichter.

An der tiefsten Stelle fing die Erde wieder an, sich zu bewegen, weil sie von unten her Druck bekommen hatte. Da hielt sich etwas verborgen, was unbedingt ins Freie wollte, aber noch nicht zu sehen war.

Bill war über alles dankbar, was die Aufmerksamkeit der Killer von ihm ablenkte und sie nicht mehr an ihr Vorhaben erinnerte. Sekunden vergingen in einer schon atemlosen Spannung, als sich die Erde plötzlich wieder bewegte und von unten her etwas ins Freie stieß.

Es war hell, es war schmal, und es war Sekunden später deutlicher zu sehen.

Auch Bill erkannte, was sich da ins Freie gewühlt hatte. Es war eine schmale Frauenhand …

*

Im ersten Moment wusste ich nicht, was ich sagen sollte. Obwohl Sheila ihre Stimme unter Kontrolle hatte, schwang doch eine gewisse Besorgnis mit. Ich kannte sie gut genug. Sie machte sich zwar permanent Sorgen um ihren Mann Bill, aber sie hatte auch selbst schon so viel erlebt, dass sie nicht bei jeder Kleinigkeit in Panik verfiel.

Ich musste etwas sagen, und tat dies auch. »Wie lange ist Bill denn schon verschwunden?«

»Er war in der letzten Nacht unterwegs, ist am Morgen nicht nach Hause gekommen, und jetzt ist es schon wieder dunkel geworden, ohne dass ich etwas von ihm gehört habe.«

»Was ist mit seinem Handy?«

»Tot.« Sie lachte scharf. »Du glaubst gar nicht, wie oft ich versucht habe, ihn zu erreichen. Aber da war nichts, John, und meine Sorgen wachsen immer weiter.«

»Hm …«

»Was soll ich tun, John?«

Eine konkrete Antwort konnte ich ihr auch nicht geben. Es war wichtig, was Bill Conolly getan und woran er gearbeitet hatte.

Bill war nicht nur mein ältester Freund, er gehörte praktisch zum Sinclair-Team. Sein Leben lang hatten er und seine Frau es mit den Mächten der Finsternis zu tun gehabt. Das war in den letzten Jahren zwar etwas schwächer geworden, hatte aber nie ganz aufgehört. Auch jetzt mischte Bill noch oft genug mit, denn er gehörte zu den Eingeweihten.

In seinem Job war er super. In seinen Berichten ging es oft um unerklärliche Vorgänge, die er überall in der Welt suchte.

Natürlich stolperte er dabei zwangsläufig über Vorgänge, die auch mich angingen, und so blieb es nicht aus, dass wir manche Fälle gemeinsam angingen.

»Du denkst nach, John?«

»Ja. Aber ich habe keine Lösung. Ich weiß einfach zu wenig. Da musst du mir helfen, Sheila.«

»Das kann ich versuchen.«

»Weißt du denn, womit sich Bill in der letzten Zeit beschäftigt hat?«

»Nicht wirklich.«

»Aber einen Hinweis kannst du mir geben.«

»Ja, wir haben darüber gesprochen, und ich bin dagegen gewesen. Ich habe ihn gewarnt. Das war etwas, von dem man besser die Finger lässt.«

Da sie nicht weitersprach, fragte ich: »Und was ist es gewesen? Kennst du Einzelheiten?«

Sheila atmete schneller. »Wenn ich ihn recht verstanden habe, ging es um Waffenhändler.«

Das letzte Wort hatte mir nicht gefallen. Ich musste erst mal tief Luft holen und hatte plötzlich den Eindruck, weiche Knie zu bekommen. Ich konnte Sheilas Besorgnis verstehen, denn Waffenhändler waren eine Gruppe von Menschen, die alles verstanden, nur keinen Spaß. Wenn es um ihren Job und eine damit verbundene Entdeckung ging, dann wurde es lebensgefährlich.

»Jetzt weißt du es, John.«

»Genau. Und es gefällt mir gar nicht.«

»Das habe ich Bill auch gesagt. Er ließ sich aber nicht davon abbringen. Er wollte den Job durchziehen. Er hasst diese Typen, die durch ihre dreckigen Geschäfte andere ins Unglück stürzen.«

»Hat er denn ihre Spur gefunden und ist er ihnen nahe gekommen?«, erkundigte ich mich.

»Das muss wohl so passiert sein.«

»Und war er allein? Oder hat er noch andere Kollegen mit ins Boot geholt?«