John Sinclair 1654 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1654 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

"Komm in meine Totenwelt." So hieß der Ruf, den Suzie Carpenter in ihren Träumen empfing. Sie konnte nichts damit anfangen, war zuerst irritiert und dann nur noch ängstlich, als sie erkennen musste, dass der Ruf sie auch in der Realität erreichte.

Jemand wartete auf sie. Die Frau mit dem Stundenglas und ihr Helfer, das Skelett mit der Sense ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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EPUB
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Seitenzahl: 137

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumKomm in meine TotenweltVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Komm in meine Totenwelt

So hieß der Ruf, den Suzie Carpenter in ihren Träumen empfing. Sie konnte nichts damit anfangen, war zuerst irritiert und dann nur noch ängstlich, als sie erkennen musste, dass der Ruf sie auch in der Realität erreichte.

Jemand wartete auf sie. Die Frau mit dem Stundenglas und ihr Helfer, das Skelett mit der Sense …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4425-4

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Komm in meine Totenwelt

Als Al Carpenter aufwachte, wusste er sofort, dass etwas nicht stimmte.

Seine Frau lag nicht im Bett, und im Nebenzimmer brannte das Licht, das sah er durch die offen stehende Tür.

Der Mann erhob sich nach einem schweren Atemzug. Sein Herz schlug schneller als sonst, und auf seiner Stirn hatte sich kalter Schweiß ausgebreitet. Er wusste, was ihn im Nebenzimmer erwartete. Das allein war kein Grund, Angst zu haben, aber er war ängstlich geworden, weil er es nicht nachvollziehen konnte.

Er blieb noch neben dem Bett stehen. Im Schlafzimmer war es nicht unbedingt warm, das ließen die Außentemperaturen einfach nicht zu, die eine schon sibirische Kälte gebracht hatten, sodass Stadt und Land wie eingefroren wirkten.

Carpenter griff nach seinem Bademantel und streifte ihn über. Jetzt ging es ihm etwas besser. Aber die innere Kälte blieb, und die ließ ihn schon zittern.

Was ihn erwartete, wusste er. Seine Frau Suzie war aufgestanden und ins Nebenzimmer gegangen. Sie hatte es im Bett nicht mehr ausgehalten. Es war einfach zu schlimm für sie, wenn diese verfluchten Träume sie erwischten.

Er ging mit kleinen Schritten auf die Tür zu. Davor hielt er an, um seinen Blick in das andere Zimmer zu werfen, wo seine Frau saß. Er hörte ihre heftigen Atemstöße und sah von ihr selbst nur den Hinterkopf, der über die Oberkante der Sessellehne ragte. Das dunkle Haar sah zerzaust aus, und hin und wieder war ein Zittern des Kopfes zu erkennen.

Al zog die Tür weiter auf, um in den Wohnraum treten zu können. Er schob sich hinein und war dabei so leise, dass seine Frau ihn nicht hören konnte.

Für die Einrichtung hatte er keinen Blick. Ihn interessierte nur seine Frau, die jetzt anfing zu stöhnen, was ihre heftigen Atemzüge immer wieder unterbrach.

Er ging weiter, bis er die Rückseite des Sessels fast erreicht hatte. Dort blieb er stehen und lauschte dabei dem, was seine Frau von sich gab.

Es waren nicht nur die hektischen Atemstöße. Hin und wieder, wenn sie pausierte, hörte Al ein Flüstern, das aus dem Mund seiner Frau drang. Er verstand die Worte nicht, aber sie klangen alles andere als optimistisch.

Er wartete, bis sie eine Pause eingelegt hatte, dann streckte er seine Arme aus und legte ihr beide Hände sacht auf die Schultern. Nur nicht zu hastig, sie sollte sich auf keinen Fall erschrecken.

Suzie zuckte nur leicht zusammen, und dann waren ihre Atemstöße nicht mehr zu hören.

»Ich bin es, Liebes. Du musst keine Angst mehr haben.«

»Ja, ja«, sagte sie. Es klang wenig überzeugend.

»Möchtest du sprechen?« Al spürte, wie die Schultern unter seinen Händen zitterten. Er wusste, dass es ihr schwerfiel, über bestimmte Dinge zu reden, aber es war besser, als würde sie dieses Trauma für sich behalten.

»Ja – oder – weiß nicht.« Sie hatte die Antwort geflüstert. Al war nicht entgangen, wie schwer ihr die Worte gefallen waren.

»Warte, ich komme direkt zu dir.« Er kannte das Spiel. Es war besser, wenn sie sich anschauten.

Das Licht der Lampe reichte aus, um ihre Gesichter sehen zu können.

Die Stehlampe hatte einen Schirm, der das Licht weich machte. Es war eine alte Lampe. Suzie hatte sie von ihren Großeltern mitgenommen, und sie liebte diesen Lichtspender.

Suzie bewegte sich nicht im Sessel. Al holte sich einen Stuhl heran und nahm auf der gepolsterten Fläche Platz. Er suchte Blickkontakt mit seiner Frau, fand ihn auch und sah sofort den anderen Ausdruck darin.

Über seinen Rücken rann ein kalter Schauer. Das waren nicht mehr die normalen Augen seiner Frau. Diese hier sahen so anders aus. Der Blick war von einer tiefen Angst gezeichnet, wie er sie noch nie bei seiner Frau erlebt hatte. Sie fürchtete sich vor etwas, das nur sie gesehen hatte. Es hing mit ihren Träumen zusammen, das wusste er, aber der Blick war noch nie so schlimm gewesen wie in dieser Nacht.

Er gab Suzie noch etwas Zeit, bevor er seine Fragen stellte, und hing inzwischen seinen Gedanken nach.

Was mit Suzie passiert war, das konnte er einfach nicht begreifen. Es war schlimm, und es hatte nur sie getroffen und nicht ihn.

Es waren die schrecklichen Träume, die man ihr schickte. So etwas hatte er noch nie gehört. Man konnte von Albträumen sprechen, die sie regelmäßig heimsuchten, aber sie drehten sich stets um den gleichen Inhalt. Sie schienen nur auf ihre Person konzentriert zu sein.

»Bitte«, sagte er mit leiser Stimme. »Ich möchte, dass du mir alles erzählst.«

Suzie nickte, schwieg aber.

Er wartete, dann fragte er leise: »War es so schlimm?«

Sie nickte wieder.

Al fasste ihre Hände an. Sie waren kalt. Er schaute in die Augen seiner Frau, die ein wollendes Nachthemd trug, dessen Stoff sie zumindest im Bett warm hielt. Ihr Gesicht war sehr blass, das fahlblonde Haar sah wie gebleicht aus. Auch die Farbe der Lippen war kaum zu erkennen und die Augen lagen tief in den Höhlen. Das Traumerlebnis hatte sie vom Aussehen her altern lassen, und es schien ihm, als würde sie noch über das Erlebte nachdenken.

»Kannst du jetzt sprechen?«

Sie nickte.

»Du hast geträumt«, stellte er fest.

»Ja, das habe ich.«

Al wunderte sich darüber, mit welch fester Stimme sie die Antwort gegeben hatte. War das so etwas wie eine Hoffnung, die in ihr aufkeimte?

»Darf ich mehr erfahren?«

Suzie schaute ihn intensiv an. »Was willst du denn hören?«

»Alles.«

Suzie senkte den Kopf. Al sah, dass auch ihre lockigen Haare feucht geworden waren, so sehr hatte sie geschwitzt. Dann fing sie an zu sprechen, und sie tat es mit einer Stimme, die kaum zu verstehen war.

»Der Traum war da.« Sie nickte. Aber sie sprach weiter und überraschte ihren Mann. »Er war noch schlimmer als sonst.«

»Ach – und wie?«

»Ich – ich – habe nicht nur das Stundenglas gesehen und die beiden Hände, die es hielten. Da war – da war …« Es fiel ihr schwer, weiterzureden, und Al musste zweimal nachhaken, bevor sich seine Frau erneut gefangen hatte. Dann aber hob sie den Kopf und sagte mit einer fast normal klingenden Stimme: »Ich habe auch die Frau gesehen!«

Al Carpenter zuckte leicht zusammen. »Eine – eine – Frau hast du gesehen?«

»Ja, eine Todesbotin!«, brachte sie mühsam über die Lippen.

Al musste erst mal schlucken. Dann hatte er die richtigen Worte gefunden. »Kannst du mir diese Todesbotin beschreiben?«

Sie hob die Schultern.

Al wollte es genauer wissen. »Bitte, Suzie, denk nach. Ich muss es wissen, denn das ist mir völlig neu. Bisher hast du nur das Stundenglas gesehen, aber jetzt …« Er hörte auf zu sprechen. Ihre Hände lagen noch immer zusammen, und er spürte jetzt den Druck, den seine Frau ausübte.

»Die Frau hielt das Stundenglas fest. Der feine Sand rieselte in das untere Gefäß, und niemand hat es gestoppt.«

»Und die Frau?«

Suzie Carpenter schauderte zusammen.

»Ja, was war mit der Frau?«, murmelte sie. »Ich habe sie gesehen. Sie hat sich nicht gerührt. Sie war sehr groß, und sie trug ein langes Kleid, das nicht ganz dunkel war. Es reichte aber bis zum Boden und hatte einen Ausschnitt, der die Schultern frei ließ. Ich sehe das Gesicht noch vor mir. Es war so starr, und darin fielen besonders die dunklen Augen auf. Sie sahen aus wie zwei schwarze Kreise und starrten mich an. Es war einfach furchtbar. Ich bekam eine so große Angst, während der feine Sand weiterhin in das Glas rann …«

Da seine Frau nichts mehr sagte, übernahm Al wieder das Wort.

»Ist das alles gewesen – oder hast du noch mehr gesehen?«

Sie nickte. Dabei wich sie dem Blick ihres Mannes aus, und Al Carpenter spürte, dass da noch etwas kommen würde. Die Neugierde hatte ihn leicht nervös werden lassen. Er traute sich nicht, eine Frage zu stellen, und wartete darauf, dass Suzie etwas sagte.

Sie focht einen Kampf mit sich selbst aus. Er sah, dass sich ihr geschlossener Mund bewegte, was sich auch auf den Kopf übertrug. Dabei wich sie seinem Blick bewusst aus, und hinter ihrer Stirn arbeitete es weiter.

»Möchtest du nicht mehr reden?«

»Doch«, flüsterte sie, »doch, ich will reden. Aber es ist einfach zu schlimm.«

Al drückte ihre Hände fester. »Bitte, meine Liebe, denk immer daran, dass ich bei dir bin. Du musst jetzt keine Angst mehr haben, ich beschütze dich. Dir kann nichts passieren.«

Suzie hob den Kopf und sah ihrem Mann ins Gesicht. Aber ihr Blick zeigte keine Hoffnung. Er war so leer und nach innen gerichtet.

Aber sie sprach, und das freute ihren Mann.

»Da – da – ist noch jemand gewesen, Al.«

Er war überrascht, denn das war für ihn neu. Aber er fragte nicht weiter nach, denn er wollte, dass seine Frau berichtete.

Bisher hatte sie recht flüssig geredet, das war jetzt vorbei, denn sie suchte nach den richtigen Worten. Dabei stand sie emotional unter einem gewaltigen Druck.

Er umfasste wieder ihre Schultern und strich dann an ihren Armen entlang nach unten. »Bitte, Liebes, denk immer daran, dass du nicht allein bist.«

»Ja, ja, ich weiß, ich bin nicht allein. Aber ich habe mich so schrecklich allein gefühlt.«

»Was hast du da noch gesehen?«, hakte er nach.

»Im Hintergrund«, flüsterte sie, »ja, hinter der Frau, da stand noch jemand.«

»Gut. Und wer ist es gewesen?«

»Er – er – hat keinen bestimmten Namen. Die Menschen haben ihm viele gegeben …« Sie holte noch mal tief Luft. »Es ist der Tod gewesen, der Sensenmann, wenn du es genau wissen willst, Al …«

*

Ja, er hatte es genau wissen wollen, und nun hatte er die ganze Wahrheit erfahren.

Im ersten Moment war er nicht in der Lage, etwas zu sagen, saß unbeweglich vor seiner Frau und starrte sie an. Ihre Worte hatten ihm die Sprache verschlagen.

Sie zog ihre Hände zurück und presste sie gegen ihre Wangen. So hart, dass sie ihr Gesicht zusammendrückte. Aber die Furcht in ihren Augen blieb bestehen, und Al hatte einen derartigen Blick noch nie zuvor bei seiner Frau gesehen.

Auch ihn hatte das Geständnis geschockt. Er war ein Mensch, der sich nie Gedanken über Träume gemacht hatte, nun aber musste er sich damit beschäftigen.

Schon die Frau mit dem Stundenglas war nicht normal gewesen. Suzie hatte es als ein so deutliches Bild erlebt, dem er nicht folgen konnte. Aber es war eine Metapher für den Tod. Das Stundenglas zeigte an, wie sehr das Leben eines Menschen verrann. Der Mensch wurde zu Staub, und der Sand im Glas war das Symbol dafür.

Al strich erneut über sein Gesicht. Er war wie vor den Kopf geschlagen, denn er glaubte seiner Frau, dass sie im Hintergrund den Tod gesehen hatte.

»Er hielt eine Sense mit beiden Händen fest«, flüsterte sie, »und jetzt weiß ich, dass der Tod gekommen ist, um mich zu holen. Er und diese Frau. Sie wollen mich in ihr Totenreich locken. Davon bin ich überzeugt, Al.«

Er schüttelte heftig den Kopf.

»Nein, Suzie, das ist Unsinn, was du da sagst. Okay, du hast geträumt. Viele Menschen haben Träume. Auch schlimme, die sie nicht mehr loslassen. Aber Träume sind auch Schäume.«

»Nein, Al, nicht bei mir. Ich weiß, dass ich für die Totenwelt bestimmt bin.« Sie schloss die Augen und holte tief Atem. »Irgendwann wird es mich erwischen. Und es dauert nicht mehr lange. Darauf kannst du dich verlassen.«

Al Carpenter atmete einige Male tief durch, bevor er die nächste Frage stellte.

»Und? Hast du dir schon überlegt, was du jetzt machen willst? Eine Idee?«

»Nein.«

»Aber du darfst nicht daran denken, dass deine Träume der Realität entsprechen.«

»Das sagst du so leicht.«

»Ja, stimmt, ich sage es leicht. Ich bin ja auch nicht betroffen. Aber du kannst dir dein weiteres Leben nicht von diesen Träumen zerstören lassen.«

»Es geht nicht anders. Sie sind immer präsent. Sie sind überall. In jeder Minute, in jeder Sekunde. Ich komme einfach nicht von ihnen los, und ich werde jetzt stets das grausige Skelett mit der Sense sehen, das hinter der Frau steht, die ihr Stundenglas festhält. Sie beweist mir damit, dass sich mein Leben dem Ende nähert.«

Al wollte das nicht einsehen. Nahezu wütend schüttelte er den Kopf.

»So darfst du das nicht sehen, Suzie. Du musst mit dir ins Reine kommen und wieder so werden wie früher. Das ist es, was ich von dir möchte.«

»Es geht nicht, Al!«

»Und warum nicht?«

»Weil die andere Seite zu stark ist. Warum habe ich wohl diese Träume? Kannst du mir das sagen?«

»Nein.«

»Aber ich kann es. Die Träume sind grausam, und sie entsprechen der Wahrheit. Es sind Wahrträume, Al. Ich habe nicht mehr lange zu leben.« Sie nickte ihrem Mann zu, und ihre Stimme hatte bei den letzten Worten recht fest geklungen.

Al Carpenter wusste nicht, was er noch sagen sollte. Er war darauf eingestellt gewesen, seine Frau überzeugen zu können. Jetzt musste er einsehen, dass er sich geirrt hatte. Die andere Seite – falls es überhaupt eine solche gab – hatte Suzie voll im Griff.

»Und jetzt? Was hast du vor?«

Suzie hob die Schultern. Eine Geste, die ihm ihre Ratlosigkeit verdeutlichte.

Auch Al war überfragt. Einige Male hatte er Suzie vorgeschlagen, einen Therapeuten zu besuchen, aber sie hatte nur den Kopf geschüttelt und gemeint, dass sie selbst durch diesen Horror musste.

»Darf ich dich etwas fragen, Suzie?«

»Bitte.«

»Diese Frau, die du gesehen hast, wie ist sie dir vorgekommen? Hat sie dir große Angst eingejagt oder hast du sie – nimm mir das jetzt nicht übel – sogar gekannt?«

Suzie starrte ihren Mann für einen Moment an und schnaufte dabei.

»Gekannt?«, flüsterte sie.

»Ja.«

Es verging eine Weile, bis Suzie nickte. »Ja, ich meine, sie schon mal gesehen zu haben.«

»Aber nicht in deinen Träumen – oder?«

»Nein, das nicht. Ich glaube sogar, dass es sie in der Wirklichkeit gibt.«

Die Antwort hatte Al Carpenter nicht erwartet. Er schüttelte den Kopf und gab ein leises Stöhnen von sich. Jetzt war er es, der seine Gedanken sortieren musste, und erst nach einer Weile fragte er: »Gut, meine Liebe, dann lass uns mal gemeinsam nachdenken. Weißt du denn, wo du sie gesehen hast?«

»Nein!«

Al wollte die Antwort nicht hinnehmen. »Das ist mir zu schnell. Bitte, du musst nachdenken.«

»Das habe ich doch. Aber ich weiß es nicht mehr, wo sie mir begegnet ist oder wo ich sie gesehen habe. Das tut mir ehrlich leid, Al.«

Er ließ nicht locker.

»Das können doch nur Figuren gewesen sein. Oder waren es lebendige Personen?«

»Keine Ahnung.«

Al Carpenter wusste, wann Schluss war. Er wollte seine Frau auch nicht drängen und sagte mit leiser Stimme: »Es ist schon okay, Suzie, alles okay. Wir schaffen es.«

Sie sagte nichts darauf, und Al schlug vor, dass sie sich wieder hinlegen sollten.

»Ich möchte zuvor noch etwas trinken.«

»Gut, ich hole dir einen Schluck.«

»Danke.«

Al Carpenter ging in die Küche. Als er Mineralwasser in das Glas goss, sah er, dass seine Hände zitterten. Die Traumerlebnisse seiner Frau waren nicht spurlos an ihm vorübergegangen, und in ihm verstärkte sich das unbestimmte Gefühl, dass diese Erlebnisse erst der Anfang gewesen waren. Das dicke Ende konnte noch nachkommen.