John Sinclair 1655 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1655 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Sie hießen Gory und Greg. Sie bewegten sich durch London und sahen sich als Beschützer der Kinder an.

Sogar als Heilige bezeichneten sie sich.

Nur passten die schrecklichen Morde nicht zu diesem Begriff. Sie hinterließen eine blutige Spur, und so wurden wir auf den Fall angesetzt, um sie zu stoppen.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 136

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumDie »Heiligen« von LondonVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Die »Heiligen« von London

Sie hießen Gory und Greg. Sie bewegten sich durch London und sahen sich als Beschützer der Kinder an.

Sogar als Heilige bezeichneten sie sich.

Nur passten die schrecklichen Morde nicht zu diesem Begriff. Sie hinterließen eine blutige Spur, und so wurden wir auf den Fall angesetzt, um sie zu stoppen.

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4426-1

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Die »Heiligen« von London

Der Geruch erreichte mich bereits, als ich die Kellertür nur spaltbreit geöffnet hatte. Ich holte automatisch Atem, was ich einen Lidschlag später bereute, denn was mir aus der Tiefe entgegenwehte, das war einfach nur widerlich.

Ich schloss die Tür nicht sofort, trat nur zur Seite bis an die Flurwand, um durchzuatmen. Auch das war nicht so einfach. Irgendwie klebte mir der eklige Gestank im Gaumen, aber das ließ sich nicht ändern. Ebenso wenig wie der Gang über die Treppe in die Tiefe des Kellers.

Was ich dort unten im Keller finden würde, wusste ich nicht. Spaß würde das nicht machen. Ich ließ mir auch Zeit, um mich innerlich darauf einzustellen.

Um mich herum war es still. In dieser Stille gingen meine Gedanken zurück, und ich dachte daran, wie alles begonnen hatte.

Mehr als zwei Stunden zuvor war ich froh gewesen, meine Wohnung erreicht zu haben. Den großen Schneefall hatte die Stadt hinter sich. Jetzt waren die Temperaturen wieder gestiegen, und damit war auch Tauwetter angesagt. Rutschige Straßen, viel Matsch. Menschen, die sich aufregten und übernervös waren. Die Fahrt durch die Stadt glich immer mehr einem Hindernisrennen, und jeder war froh, wenn er sein Ziel erreichte. Da ging es auch mir nicht anders.

Die Weihnachtstage waren recht ruhig verlaufen. Jetzt wartete jeder auf den Jahreswechsel, und ich hoffte, dass ich erst im nächsten Jahr den großen Stress erleben und mir meine Feinde bis dahin ein paar ruhige Tage gönnten.

Es war nicht so, dass meine Wohnung der Inbegriff der Gemütlichkeit gewesen wäre, aber einen gewissen Wohlfühlfaktor wies sie schon auf. Zumindest für mich. Hinzu kam noch die Ruhe und eine wohlige Wärme, die schon schläfrig machen konnte.

Schlafen wollte ich jedoch nicht. Zudem musste gelüftet werden. Ich öffnete die Fenster, machte Durchzug und ließ die kalte Winterluft wehen, bevor ich ein langes Baguette aufwärmte, das mein Abendessen darstellte. Es reichte, um den Hunger zu stillen.

Ich hatte noch darüber nachgedacht, ob ich auf dem Nachhauseweg etwas essen sollte, mich dann aber entschlossen, es in der Wohnung zu tun.

Ich schaute aus dem Fenster. Es schneite nicht mehr, dafür wehte ein kalter Wind, der mir ins Gesicht fuhr.

Nachdem die Bude genügend gelüftet war, nahm ich mein Essen zu mir. Ich hatte eine kleine Flasche Bier aus dem Sixpack gelöst und ließ das Getränk in ein Glas laufen. Wie ich den Abend verbringen wollte, wusste ich noch nicht genau. Vielleicht etwas lesen, mal einen Blick in die Glotze werfen, um mich dann recht früh auf die Matratze zu legen. In meinem Job war man froh, wenn man Schlaf vor- oder nachholen konnte.

Das Baguette war mit Putenfleisch belegt und einer schwachen Schicht aus Käse. Man konnte es sogar essen, das Bier schmeckte auch, und ich konnte eigentlich recht zufrieden sein, obwohl ich daran dachte, wie schnell mal wieder die Zeit vergangen war. Das Jahr war wie nichts vorbeigeflogen. Doch ich hatte einen großen Erfolg verbuchen können, denn es war uns gelungen, Will Mallmann alias Dracula II zu vernichten.

Mein Leben war danach trotzdem nicht ruhiger verlaufen, und das würde auch im folgenden Jahr so bleiben. Da war ich mir sicher, denn dieser Kreislauf war schon seit Jahren nicht unterbrochen worden.

Nebenan wohnten Suko und Shao. Beide hatten an diesem Abend etwas vor, denn Shao hatte darauf bestanden, dass Suko sie in ein Musical begleitete.

Erfreut war er darüber nicht gewesen, aber er hatte auch nicht ablehnen können.

Ich war allein, ich aß allein. Ich trank allein – und hörte auch allein die Melodie des Telefons.

Warum das? Ich starrte den Apparat mit bösen Blicken an, als würde er unter diesem Einfluss explodieren. Ich murmelte mehrere Flüche hintereinander und dachte darüber nach, ob ich abheben sollte oder nicht.

Große Lust hatte ich nicht, denn die meisten Telefonanrufe brachten nur Ärger. Schließlich siegte das Pflichtgefühl. Ich holte den Apparat von der Station, nachdem ich den Mund leer hatte, und meldete mich.

»Ja bitte …?«

»Hi.«

Mehr hörte ich nicht. Nur fiel mir der Klang der Stimme auf. Der gehörte sicherlich zu einer erwachsenen Person, aber in dieser Tonlage hätte mich auch ein Kind ansprechen können.

»Na und?«, sagte ich.

»Ich bin ich.«

Damit konnte ich nichts anfangen. »Aha. Und wer ist das?«

»Der Heilige!«

Ich schluckte, wollte lachen, auch auflegen, weil ich mich verarscht fühlte, aber da gab es etwas, was mich davon abhielt, und so hörte ich auf das unbestimmte Gefühl und ließ mich auf ein Gespräch ein. Es konnte auch sein, dass sich der Anrufer verwählt hatte, was ich allerdings nicht so recht glaubte.

»Bitte? Was sagten Sie?«

»Ich bin der Heilige.«

»Aha.« Zugleich wunderte es mich, dass sich plötzlich ein leichter Schauer auf meinem Rücken bildete. Es war so etwas wie eine Warnung vor dem Ungewissen.

»Bist du noch dran?«

»Ja.«

Der Anrufer kicherte. »Es wäre auch schlecht, wenn du auflegen würdest. Denn nur wer zuhört, verpasst nichts. Das sollte dir doch klar sein, Sinclair.«

Ich war zwar innerlich gespannt, gab meiner Stimme aber einen gelangweilten Tonfall.

»Kommen Sie zur Sache!«

»Ich bin schon dabei.«

»Wunderbar.«

»Hör mir genau zu, Geisterjäger …«

Das tat ich und wunderte mich nicht mal darüber, dass er meinen Spitznamen kannte. Ich horchte auf mein Bauchgefühl, und das wiederum sagte mir, dass ich auf der Hut sein musste.

»Ich bin der Heilige. Ich habe eine Aufgabe bekommen. Und ich bin dabei, sie zu erfüllen. Ich hasse es, wenn Menschen sich wie Tiere benehmen, und deshalb bin ich erschienen, um sie zu bestrafen. Hast du mich verstanden, Geisterjäger?«

»Ja, das habe ich.«

»Schön. Ich helfe dir also.«

»Wobei?«

Plötzlich schrie er in mein Ohr. »Halt dein Maul! Jetzt rede ich, verdammt!«

»Heilig hat sich das nicht angehört.«

Er knurrte etwas, das sich anhörte wie »sei still«, und ich hielt den Mund.

»Ich bin der große Bestrafer. Ich bin ein Schatten, ein Phantom. Ich und mein Freund. Wir haben eine Liste derjenigen erstellt, die es nicht mehr wert sind, am Leben zu bleiben. Wir werden London von den widerlichen Kreaturen befreien, die bisher unter einem Deckmantel gelebt haben und ihre wahre Identität verbergen konnten. Aber das ist jetzt vorbei. Nun regieren wir. London wird uns erleben. Da werden die heiligen Dämonen über die Stadt kommen, und all das richten, was gerichtet werden muss. Hast du das gehört?«

»Habe ich. Aber ich weiß nicht, was ich damit zu tun haben soll.«

»Wir wollen, dass du erkennst, wie man richtig mit seinen Feinden umgeht. Das ist alles.«

»Gut. Und weiter? Sollen wir uns treffen? Wollen Sie mir alles genau erklären?«

»Nein, du sollst es sehen.«

Jetzt war ich leicht überfragt. »Sorry, aber können Sie mir helfen? Was soll ich sehen?«

»Den Tod!«

Das war sehr allgemein gesprochen. Meine Gedanken glitten zurück zu unserem letzten Fall. Da war der Tod in Gestalt eines Skeletts erschienen, das mit einer Sense bewaffnet war, aber diese Sache war erledigt. Damit hatte der Anruf bestimmt nichts zu tun.

»Hast du mich gehört?«

»Sicher, aber nicht so recht verstanden.«

»Das kommt schon noch, keine Sorge.« Heftige Atemstöße erreichten mein Ohr. »Ich will, dass du es siehst. Ich will, dass du erkennst, wie ernst wir es meinen.«

»Als Heilige?«

»Genau das ist es. Als Heilige! Wir meinen es sehr ernst, und wir haben bereits erste Spuren hinterlassen. Ich will, dass du sie erkennst, dass du siehst, was wir vorhaben. London wird durch uns gezeichnet, nur durch uns.«

»Können Sie nicht zur Sache kommen?«

»Ja, das will ich. Es wäre gut für dich, wenn du deine Wohnung verlässt und zur Albert Bridge fährst.«

»Und weiter?«

Ein Pfeifen drang an mein Ohr. Es konnte auch ein Lachen sein, so genau fand ich das nicht heraus.

»Fahr auf die Südseite der Themse. Nahe der Brücke gibt es ein Dock, das stillgelegt wurde. Dazu gehört ein Lagerkeller. Du wirst eine unverschlossene schwarze Eisentür vorfinden. Dahinter beginnt eine Treppe, die in die Tiefe führt. Wo sie endet und die Dunkelheit am dichtesten ist, kannst du sogar Licht einschalten. Dann wirst du mit eigenen Augen sehen, was ich gemeint habe.«

»Und was ist es?«

»Lass dich überraschen, Geisterjäger. Es ist so etwas wie ein Anfang, und wir denken nicht daran, aufzuhören.«

»Ich habe verstanden. Aber eine Frage hätte ich noch. Werden wir uns dort treffen?«

Das anschließende Gelächter tat mir in den Ohren weh.

»Treffen, Geisterjäger? Das bestimmen wir, wann wir uns treffen. Damit hast du nichts zu tun. Wir sind die Dirigenten, und du musst tun, was wir wollen. Und jetzt viel Spaß, Sinclair.«

Es war sein letzter Satz. Er legte auf, und ich saß bewegungslos auf meinem Platz, denn so leicht konnte ich das Gehörte nicht abschütteln.

Zuerst hatte ich daran gedacht, dass sich jemand einen schlechten Scherz mit mir erlaubte, aber daran glaubte ich nun nicht mehr. Die Stimme hatte geklungen, als würde ihr Sprecher keinen Spaß verstehen.

Er nannte sich einen Heiligen. Schon dieser Begriff war für mich nicht zu begreifen. Es gibt ja Menschen, die sich Namen und Bezeichnungen zulegen, aber von einem Heiligen hatte ich noch nie etwas gehört. Aber ich nahm den Begriff auch nicht auf die leichte Schulter, denn dieser Anrufer hatte sich angehört, als würde er es tödlich ernst meinen, und ich stellte mich innerlich schon auf einen neuen und nicht eben ungefährlichen Fall ein.

Es war schade, dass ich Suko nicht mitnehmen konnte, und ich dachte auch jetzt darüber nach, ob ich wirklich fahren oder den Anruf als lächerliche Farce abtun sollte.

Nein, das ging nicht. Der unbekannte Heilige hatte es sehr ernst gemeint. So etwas hört man einfach heraus, wenn man eine gewisse Routine besitzt.

Den Verlauf des Abends hatte ich mir anders vorgestellt. Mein frugales Mahl war noch zur Hälfte vorhanden. Ich ließ es liegen, denn der Appetit war mir vergangen. Auch die Bierflasche trank ich nicht leer.

Ich glaubte nicht daran, dass sich jemand einen Scherz erlaubt hatte. Hinter diesem Anruf steckte mehr.

Für mich war der Mann ein Psychopath, den ich auf keinen Fall unterschätzen durfte. Und er war nicht allein, was die Lage nicht eben verbesserte …

*

Ich hatte den Ort gefunden, war durch die schwarze Eisentür gegangen, in einen kleinen Flur gelangt und stand jetzt vor einer nächsten Tür, hinter der die Treppe hinunter in den Keller führte, aus dem mir dieser widerliche Gestank entgegen quoll.

Ich hatte es geschafft, meine Gedanken von der Vergangenheit zu lösen und konzentrierte mich auf das, was vor mir lag. Es machte mir keinen Spaß, aber dieser eklig riechende Hinweis war auch der Beweis für mich, dass sich der Anrufer keinen Scherz erlaubt hatte.

Ein Heiliger, der diesen Begriff pervertiert hatte. Das stand für mich schon jetzt fest. Aber darüber wollte ich vorerst nicht weiter nachdenken.

Die Tür war noch immer nicht ganz zugefallen. Ich fasste sie am Rand an und zog sie auf. Mein Blick fiel in die Dunkelheit. Ich sah auch den Ansatz einer Treppe, aber das war auch schon alles.

Der Anrufer hatte von Licht gesprochen. Einen Schalter fand ich nicht in der Nähe, so sorgfältig ich die Wand auch abtastete.

Im Dunkeln wollte ich die Stufen nicht nach unten gehen, deshalb nahm ich meine Leuchte zu Hilfe. Auch bemühte ich mich, nur so schwach wie möglich zu atmen. Ein Taschentuch wollte ich mir nicht vor den Mund halten.

Es gab eine Treppe und auch ein Geländer.

Im Licht meiner Lampe schimmerten die Stufen irgendwie fettig. Das lag an dem dunklen Schmier, der sich im Laufe der Zeit darauf gelegt hatte. So sahen die Trittstellen schon leicht ölig aus, was mich zu äußerster Vorsicht ermahnte.

Selten war ich so konzentriert eine Treppe hinab gegangen. Jetzt war sogar der Geruch nebensächlich geworden, ich wollte nur die Stufen unbeschadet hinter mich bringen.

Das schaffte ich auch, hob jetzt die Lampe an – und wunderte mich, dass ich vor keiner weiteren Tür mehr stand, denn die Treppe führte direkt in einen Kellerraum hinein.

Und da nahm ich den Gestank in seiner vollen Ekligkeit wahr. Ich sah den Grund noch nicht, denn der Strahl meiner Lampe schnitt ins Leere, aber der widerliche Geruch traf mich voll von allen Seiten, und ich hatte das Gefühl, dicht vor dem Übergeben zu stehen.

Ich ließ den Lichtbalken zuerst nach links wandern, ohne etwas zu entdecken. Er glitt über eine feuchte Mauer und einige Rohre, die dicht unter der Decke entlang liefen. Keine Kisten, keine anderen Hinterlassenschaften, die auf den ekligen Gestank hingewiesen hätten, einfach nur diese Leere.

Aber der Geruch war nicht verschwunden. Ich konnten ihn jetzt besser einschätzen. Blut und Exkremente. Also die Ausscheidungen eines Menschen.

Mein Gott! Plötzlich schlug mein Herz schneller, und ich drehte mich langsam nach rechts.

Das Licht wanderte in Hüfthöhe mit und erfasste einen Gegenstand. Es war ein Metalltisch, auf dessen Platte die Kleidungsstücke eines Mannes lagen.

Für einen Moment hielt ich inne und atmete schnaufend durch die Nase. Ich traute mich kaum, den Strahl weiterwandern zu lassen. An das Licht, das es hier unten angeblich geben sollte, dachte ich nicht mehr, nur mein Herz pumpte jetzt.

Der Strahl glitt über den Tisch hinweg auf die andere Wand zu. Wieder fielen mir die Rohre auf, die dicht unter der Decke entlang liefen, und ich drehte mich weiter, wobei Sekunden später meine Hand nicht mehr ruhig blieb.

Sie zuckte hoch, auch wieder nieder, aber sie hatte ein Ziel getroffen, das ich nur scheibchenweise sah.

Nackte Haut, dann ein verzerrtes Gesicht. Das viele Blut, das über den Körper gelaufen war wie ein Anstrich und unterhalb der Füße eine Lache hatte bilden können, wo es sich mit den Exkrementen des Mannes vermischte und diesen abnormen Gestank abgab.

Nur unter großer Mühe riss ich mich zusammen und hob dann den rechten Arm ein wenig an. Dabei korrigierte ich noch die Richtung, und genau in dieser Sekunde traf mich das Grauen mit all seiner Wucht.

Der Leblose hing in einer Drahtschlinge, die seine Kehle umwickelt hatte. Befestigt worden war die Schlinge um ein Rohr, das über seinem Kopf entlang lief.

Man hatte sich an seinem Gesicht nicht zu schaffen gemacht. Es zeigte noch im Tod jenen grauenhaften Ausdruck des Schreckens, den dieser Mensch in den letzten Sekunden seines Lebens gespürt haben musste. Wunden waren in Höhe seiner Kehle zu sehen und auch am Körper. Aus ihnen war das Blut gequollen, das sich seinen Weg nach unten gebahnt und sich nun als Lache unter den nackten Füßen ausgebreitet hatte.

Ich hatte schon einiges an schlimmen und grausamen Dingen in meinem Leben gesehen. Das hier gehörte in die oberste Kategorie an Grauenhaftem. Ich spürte das Zittern in meinen Knien, mein Mund war trocken geworden und ich wünschte mir, dass dieses Bild verschwinden würde.

Es blieb bestehen!

Aber wer hatte das getan?

Eine leichte Antwort. Der Heilige oder einer, der sich so nannte, tatsächlich aber nichts anderes als ein perverser Mörder war.