John Sinclair 1658 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1658 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Gold hat Menschen schon immer angelockt. Das wusste auch der Teufel. Und er hatte sich ein besonders perfides Spiel ausgedacht. Durch die Hilfe eines ihm ergebenen Menschen war er bereit, diesen Goldzombie zu erschaffen.

Und so kam es, dass eine junge Frau einen Sohn gebar, der kein normales Kind, sondern ein Zombie war ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 140

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumGoldzombieVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Goldzombie

Gold hat Menschen schon immer angelockt. Das wusste auch der Teufel. Und er hatte sich ein besonders perfides Spiel ausgedacht. Durch die Hilfe eines ihm ergebenen Menschen war er bereit, diesen Goldzombie zu erschaffen.

Und so kam es, dass eine junge Frau einen Sohn gebar, der kein normales Kind, sondern ein Zombie war …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4429-2

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Goldzombie

Der Sterbende lag in einem schlichten Bett und hatte seinen Kopf so gedreht, dass er auf das alte Bleiglasfenster schaute, hinter dem sich der Tag verabschiedete.

Das ansonsten helle Winterlicht hatte eine andere Farbe angenommen, als hätten die Schatten der mächtigen Berge einen Teil davon verschluckt.

Es war still in dem kleinen Krankenzimmer, und auch die beiden Männer, die sich noch im Raum aufhielten, atmeten nur leise, damit sie keine Störung verursachten.

Der eine Mann hieß Godwin de Salier und war Anführer der Templer. Der zweite Mann war ich, John Sinclair. Ich war Godwins Ruf gefolgt und in die Schweiz gekommen, um mit ihm zusammen das mächtige Kloster zu besuchen, das in den Bergen Graubündens lag. Um was es dem Templer genau ging, war mir nicht bekannt, aber das würde mir Godwin noch mitteilen, so gut kannte ich ihn, denn wir waren befreundet. Möglicherweise hatte er aus bestimmten Gründen auch nichts sagen wollen.

Wichtig war der alte Mönch, der im Sterben lag. Das jedenfalls hatte ich von Godwin erfahren.

Ich wusste nicht, wie lange wir schon in diesem kleinen Zimmer standen, denn die Zeit hatte sich verflüchtigt. Das lag an der Umgebung und am Kloster selbst, denn hier herrschte die große Stille. Wer diesen mächtigen Bau betrat, der ging unwillkürlich leise und musste den Eindruck haben, dass es verlassen worden war, was nicht zutraf, denn hinter den dicken Mauern residierten noch die Mönche und Brüder in ihren dunkelbraunen Kutten.

Davon hatten wir nicht viel gesehen, denn man hatte uns in einen kleinen Nebenbau geführt, in dem das Zimmer des Sterbenden lag, der uns weiterhelfen sollte, wie vor allen Dingen Godwin de Salier hoffte.

Noch schaute der alte Mann nicht in unsere Richtung. Nach einem röchelnden Atemzug änderte sich dies. Mühsam drehte er den Kopf und sah uns an. Er blinzelte und flüsterte mit schwacher Stimme: »Ah, die Besucher.«

»Ja«, bestätigte Godwin, »wir sind gekommen. So hast du es dir doch gewünscht, oder?«

»Ja, das habe ich. Bist du der Templer?«

Godwin nickte. »Mein Name ist de Salier.«

»Ja, sehr gut. Ich spüre, dass du Kompetenz hast. Und wer ist der Mann neben dir?«

Diesmal meldete ich mich. »Ich heiße John Sinclair, bin mit Godwin befreundet und komme aus London.«

»Ah ja, London. John Sinclair. Es ist möglich, dass ich diesen Namen schon mal gehört habe. Ich möchte jetzt nicht darüber nachdenken, aber ich habe bei dir kein schlechtes Gefühl.« Er hörte auf zu sprechen und musste sich erst mal erholen.

So bekam ich Zeit, mir sein Gesicht genauer zu betrachten. Die alte Haut war rissig geworden. Eine Nase schaute spitz hervor und die Lippen waren kaum noch zu erkennen. Er hatte buschige schlohweiße Augenbrauen, die seinem Gesicht etwas Markantes gaben. Von seinem Körper war nicht viel zu sehen, die Decke reichte ihm bis zum Hals. Auch die Hände lagen verborgen. Von den Beinen und Füßen sahen wir sowieso nichts.

Nach einer etwas längeren Pause hatte sich der Mann wieder erholt und bat uns, näher an sein Bett zu treten, was wir auch taten.

»Ich will nicht mehr so laut sprechen. Es ist bald mit mir vorbei, die Tür in die andere Welt hat sich für mich bereits geöffnet, aber lassen wir das jetzt. Ich wollte nur sagen, dass die Goldenen wieder da sind, versteht ihr?«

»Nicht ganz«, gab Godwin zu.

»Sie sind nicht tot. Sie haben überlebt und sie werden weiter überleben, diese Goldzombies. Ich weiß das genau. Sie sollen Nachwuchs bekommen. Versteckt haben sie sich. Das Gold hat sie am Leben erhalten. Sie kommen aus ihren Höhlen und Verstecken, und sie sind nicht immer als die Goldenen zu erkennen. Gnade kennen sie nicht. Wer nicht für sie ist, den vernichten sie.«

»Kennst du denn Namen?«, fragte Godwin leise.

»Nein. Sie haben zwar welche, aber man kennt sie nicht. Sie leben unter uns, ohne dass wir es sehen. Und genau das ist die große Gefahr. Sie dürfen keinen Nachwuchs bekommen.«

Der letzte Satz brachte mich auf eine Idee. »Dann haben wir es nicht nur mit Männern zu tun?«

»Eigentlich ja«, flüsterte der Mönch. »Aber es gibt eine Frau, die ihnen wichtig ist. Nur eine Frau, die beschützt werden muss.«

»Kennst du den Namen?«

Der Mönch schaute Godwin in die Augen. »Sie heißt Lisa, das weiß ich. Sie befindet sich auch hier im Land. Ob sie schon in der Klinik liegt, weiß ich nicht, aber es ist anzunehmen, denn sie wird ein Kind zur Welt bringen.«

»Was für ein Kind?«

»Eines, das den Goldenen gefallen wird. Das ihren Fortbestand sichert. Darauf haben sie lange gewartet, das weiß ich genau. Ich habe es nicht verhindern können, obwohl ich alles versuchte. Sie haben mich erwischt, aber ich konnte fliehen, und jetzt liege ich hier in diesem Kloster.«

Godwin nickte dem Mönch zu. Er ließ sich etwas Zeit mit seiner Frage.

»Und warum musst du sterben? Du siehst nicht so krank aus. Du machst zwar keinen völlig gesunden Eindruck, aber ich sehe keine Verletzungen, keine Geräte, durch die du am Leben gehalten werden musst. Warum also denkst du an den Tod?«

»Weil er nicht mehr aufzuhalten ist. Dafür hat die andere Seite gesorgt. Ich freue mich, dass ihr noch rechtzeitig hier erschienen seid. Morgen wäre es zu spät gewesen.«

Godwin hob die Schultern. »Das verstehe ich noch immer nicht. Wenn ich dich so anschaue, dann sehe ich einen alten Mann. Oder einen inzwischen schwach gewordenen, aber keinen, der dem Tod schon nahe ist und von einer bereits geöffneten Jenseitstür sprechen muss.«

»Du kannst dich darauf verlassen, dass ich sterben werde.« Er drehte den Kopf jetzt so, dass er mich anschaute. »Und ich freue mich, dass auch du mitgekommen bist. Ich spüre, dass du etwas bei dir trägst, das eine ganz besondere Funktion hat.«

Ich hielt mich mit einer Frage zurück, aber mir war klar, dass er damit nur mein Kreuz gemeint haben konnte. Er musste es spüren. Das bedeutete wiederum, dass er bestimmte Grundvoraussetzungen in sich trug, die auch zur Gegenseite gehören konnten.

»Verstehst du das alles?«, flüsterte Godwin mir zu.

»Leider nein. Ich weiß noch nicht, was diese Goldenen mit dir oder uns zu tun haben.«

De Salier hob die Schultern. »Angeblich sind es Templer gewesen. Oder haben vor langer Zeit einem ähnlichen Orden angehört. Das ist alles sehr vage. Ich habe nur Andeutungen gehört und möchte jetzt mehr erfahren.«

Wir hatten zwar leise gesprochen, waren allerdings gehört worden, und der alte Mann redete weiter.

»So wahr ich Cecil heiße, ich kann euch sagen, dass alles stimmt, was ich euch mitteile. Ich habe mich überschätzt, aber ich habe der anderen Seite trotzdem ein Schnippchen schlagen können, denn jetzt bin ich hier.«

»Und was hast du uns noch zu sagen, Cecil?«

Der Mönch schaute Godwin in die Augen. »Ich habe euch nicht viel zu sagen, Templer, sondern zu zeigen. Ja, das ist es.«

»Und was meinst du genau damit?«

Cecil schaffte sogar ein Lächeln. »Tu mir und euch einen Gefallen, Templer.«

»Gern.«

»Zieh die Decke weg!«

Das überraschte nicht nur Godwin, sondern auch mich. Damit hatten wir wirklich nicht rechnen können. Es war Godwin anzusehen, dass er nach dem Grund fragen wollte. Dagegen hatte ich etwas und flüsterte ihm zu: »Tu es einfach.«

»Und dann?«

»Mach schon.«

Auch Cecil drängte. »Ich habe nicht mehr viel Zeit. Ich spüre bereits, dass mir die Luft knapp wird. Ich kann nicht mehr richtig atmen, es wird immer enger.«

Godwin und ich fassten gemeinsam an. Es war ja kein Akt. Die Decke lag leicht und locker auf seinem Körper. Sie ließ sich mit zwei Fingern anheben.

Wir zogen sie weg. Langsam, wir wollten Cecil nicht noch wehtun. Dabei hörten wir trotzdem sein Stöhnen, als litte er unter Schmerzen. Das alles war für uns nicht mehr interessant, denn was wir sahen, war mehr als ein Hammerschlag. Damit hatten wir beim besten Willen nicht rechnen können.

Cecil, der alte Mönch, war von den Füßen bis hin zur Brust mit einer goldenen Schicht bedeckt …

*

»Jetzt wisst ihr es!«, presste Cecil mühsam hervor. »Ja, so sehe ich aus, und bald werde ich ganz und gar von einer Schicht aus Gold bedeckt sein, sodass es mir nicht mehr möglich ist, zu atmen. Und meine Haut kann es auch nicht. Ich werde ersticken. Mich hat das verdammte Teufelsgold erwischt. Meine Feinde haben mich mit der goldenen Schicht bedeckt. Nur an den Füßen, aber das Gold lebt. Es ist böse, es wandert weiter, und es wird bald meinen gesamten Körper bis zu den Haaren bedeckt haben.« Er sammelte noch einmal seine Kräfte. »Ich weiß, dass ich bald nicht mehr auf dieser Welt bin. Aber ich will nicht ersticken, versteht ihr? Ich möchte auf eine andere Weise sterben. Das ist alles.«

Godwin und ich schwiegen. Was wir da gehört hatten, war nicht so leicht zu verkraften. Ich spürte, dass sich mein Herzschlag beschleunigt hatte, denn was wir da über die Wirkung des Goldes gehört hatten, das stimmte. Ein Mensch erstickte, wenn die Haut nicht mehr atmen konnte. Es reichte nicht aus, die Luft allein durch Mund und Nase zu holen.

»Warum sagt ihr nichts, Freunde?«

»Wir sind geschockt«, gab Godwin zu.

»Das kann ich mir denken. Ich hatte versucht, euch darauf vorzubereiten. Aber lassen wir das. Ihr seht, dass mein Leben allmählich dem Ende zugeht. Ihr könnt mich nicht retten. Wenn ihr daran gedacht habt, vergesst es. Das Gold wird bleiben. Man kann es nicht einfach abwaschen oder abkratzen. Es war flüssig, und ich habe es als eine Tinktur des Teufels bezeichnet. Ja, es muss aus der Hölle stammen und dann in die falschen Hände geraten sein. Das ist jetzt auch egal. Ich möchte nur, dass ihr Lisa findet. Sie wurde ausgesucht und geschwängert. Man hat sie zu einer Goldenen gemacht. Man will, dass sie ein Kind gebärt. Ein goldenes Kind, damit die anderen einen neuen Führer bekommen.«

»Kennst du nur den Vornamen?«

»Ich denke nach«, flüsterte Cecil.

»Wir brauchen auch den Nachnamen. Das ist wichtig. Es gibt einfach zu viele Lisas.«

»Bitte, denke nach.«

Er tat es. Er gab sich Mühe. Sein Mund zuckte. Der Atem floss nur noch aus den Nasenlöchern. Wir sahen, dass er die Augen weit geöffnet hatte. In diesen Momenten schien er sein Schicksal vergessen zu haben.

»Nun?«

»Ich weiß es, Templer, ja, ich weiß es. Die Frau heißt Lisa Cordial. Mehr weiß ich nicht.«

Godwin nickte ihm zu. »Das hilft uns weiter, denke ich. Danke, dass du dich erinnert hast.«

»Gut. Ich hoffe, es hilft euch.«

»Bestimmt.«

Ich hatte mich zurückgehalten und den alten Mann beobachtet. Dabei war mir genau das aufgefallen, von dem er gesprochen hatte. Die verfluchte Goldschicht wanderte weiter, und sie näherte sich immer mehr seinem Hals und damit dem Gesicht.

Die Höhe des Herzens hatte sie bereits erreicht. Es würde nur noch mit großer Mühe schlagen. Die Durchblutung stimmte nicht mehr, der Kreislauf würde zusammenbrechen, und dann war der Exitus nicht mehr aufzuhalten.

Wir hätten das Gold chemisch entfernen können. Aber erstens besaßen wir nicht die Möglichkeiten, und ob ihn das wirklich gerettet hätte, stand in den Sternen.

»Du!«, flüsterte Cecil und wies auf mich.

»Ja?« Ich trat noch etwas näher.

»Du wirst mich erlösen.«

Damit hatte ich nicht gerechnet und war entsprechend überrascht. Ich versuchte, es ihm nicht zu zeigen, und sagte mit leiser Stimme: »Wie soll ich das schaffen? Ich weiß nicht …«

»Aber ich weiß es.«

Er hatte den Satz mit einer Bestimmtheit ausgesprochen, die mich aufhorchen ließ, und so beugte ich mich zu ihm hinab, als er mir zuwinkte.

Da ich näher an seinen Mund herangekommen war, musste er nicht so laut sprechen.

»Ich weiß, dass du etwas bei dir trägst, das mich retten kann. Ich weiß nicht, was es ist, aber es wird in der Lage sein, das Böse in mir zu zerstören, und es wird dafür sorgen, dass ich einen anderen Tod haben werde. Ich will nicht ersticken. Verstehst du das, mein Freund?«

»Ja, ich habe es verstanden.«

»Dann ist es gut. Tu deine Pflicht. Sorge dafür, dass ich ohne Qual in mein anderes Leben treten kann. Darum bitte ich dich.«

Auch Godwin hatte alles gehört. »Er meint dein Kreuz, John.«

»Ich weiß.«

»Willst du es einsetzen?«

Das war eine Gewissensfrage. Ich konnte mir gut vorstellen, dass der Einsatz meines Kreuzes etwas in Bewegung brachte, das schließlich zum Tod des alten Mannes führte. Die Goldschicht konnten wir nicht entfernen. Sie wanderte weiter, und der Erstickungstod lag nicht mehr fern. Dass Cecil ihn nicht erleben wollte, war menschlich.

Ich blickte in seine Augen mit dem bittenden Ausdruck und konnte mich nicht weigern.

Mit langsamen Bewegungen holte ich mein Kreuz hervor, verfolgt von den gespannten Blicken des alten Mannes, der zusammenzuckte, als er das Kreuz sah. Aus seinem offenen Mund löste sich ein leiser Schrei.

Cecil fing an zu zittern. Der Anblick des Kreuzes hatte ihn regelrecht aufgewühlt. Er schaute nur noch meinen Talisman an.

»Ist es das, was du gemeint hast?«, fragte ich ihn.

»Ja, das ist es!«, flüsterte er. »Ich habe es geahnt, ich habe es gespürt, dass du so etwas bei dir trägst. Es lässt mich wieder hoffen. Er ist eine Waffe gegen das Böse, und ich will, dass du das Böse von mir nimmst.«

»Du meinst das Gold?«

»Ja, die Schicht muss weg. Tu mir den Gefallen. Sie stammt aus dem Bösen. Sie ist nicht normal. Das ist kein normales Gold. Es ist mörderisch und ich möchte nicht durch es getötet werden.«

»Und du glaubst, dass dich mein Kreuz retten kann?«

Zum ersten Mal sah ich so etwas wie ein Lächeln auf seinen Lippen. »Das glaube ich. Das habe ich gespürt, als du das Zimmer betreten hast.«

Ich wusste, was er von mir verlangte, und dachte noch immer darüber nach, ob ich es tun sollte. Die Goldschicht auf dem nackten Körper wanderte weiter, aber war ich wirklich für das verantwortlich, was geschah, wenn ich das Kreuz einsetzte?

Ja, das war ich. Aber ich wusste auch, dass der Mann nicht mehr zu retten war. Er hatte uns einen Hinweis auf die Goldenen gegeben.

Ich würde es tun und spürte, dass mir Godwin de Salier eine Hand auf die Schulter legte.

»Warte noch, John. Es kann sein, dass er noch etwas weiß.«

»Dann frage ihn.«

Ich machte Godwin Platz, sodass er nahe ans Bett treten konnte. Er sprach den Mönch mit leiser Stimme an.

»Hast du uns wirklich alles gesagt, was wir wissen müssen und was dir bekannt ist? Oder hast du was vergessen?«

»Nein, das habe ich nicht.«

»Gibt es außer Lisa noch Namen?«

»Ja, aber die kenne ich nicht. Sie halten sich bedeckt. Sie wollen nicht erkannt werden. Und gerade weil sie eine so gute Tarnung haben, sind sie so gefährlich. Und ich möchte euch noch warnen. Ich weiß, dass sie mich nicht laufen lassen wollten. Mir ist die Flucht gelungen, aber das heißt nicht, dass ich ihnen richtig entkommen bin. Ich denke, dass sie mich weiterhin kontrolliert haben. Das dürft ihr nicht vergessen. Und ich sage euch, dass sie sich auch um euch kümmern werden. Aber jetzt will ich mein Leben verlassen …«

»Ja, Cecil, das kannst du.« Godwin trat zurück, dabei schaute er mich an und nickte mir zu.

Ich stand noch immer vor einer schweren Entscheidung, ändern konnte ich es nicht. Cecil hatte sich mir zugedreht und streckte mir die Hände entgegen. Was diese Geste bedeutete, war mir klar. Er wollte mein Kreuz berühren. Möglicherweise als einen letzten Rettungsanker oder auch als Begleiter in den Tod.

»Gib es mir.«