John Sinclair 1665 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1665 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

In der Totenstadt, die eigentlich schon vergessen worden war, geschahen trotzdem unheimliche Dinge. Plötzlich war sie wieder bewohnt, wie der Agent Harold Fuller feststellen musste, als er ihr einen Besuch abstattete.

Nur nicht von normalen Menschen, sondern von nach Verwesung stinkenden Kreaturen, den Leichen fressenden Ghouls ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 137

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumIn der TotenstadtVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

In der Totenstadt

In der Totenstadt, die eigentlich schon vergessen worden war, geschahen trotzdem unheimliche Dinge. Plötzlich war sie wieder bewohnt, wie der Agent Harold Fuller feststellen musste, als er ihr einen Besuch abstattete. Nur nicht von normalen Menschen, sondern von nach Verwesung stinkenden Kreaturen, den Leichen fressenden Ghouls …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4436-0

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

In der Totenstadt

Es war der ekelhafte Gestank alter Leichen, der Harold Fuller noch immer begleitete, obwohl er die Hölle hinter sich hatte. Und jetzt war er fast am Ende seiner Kräfte.

Und doch musste er weiter. Er befand sich noch längst nicht in Sicherheit. Dabei glaubte er nicht wirklich, dass diese widerliche Welt hinter ihm lag, und daran war der Gestank schuld, der einfach nicht verschwinden wollte. Es war ein Erbe aus dieser anderen Welt, das ihn daran erinnern sollte, sich nicht zu sicher zu fühlen. Sie waren schnell, sie waren grausam, und sie waren anders.

Keine Menschen, sondern?

Seine Gedanken stockten. Er hatte keinen richtigen Begriff für sie. Er wusste nicht genau, was sich unter ihrer ungewöhnlichen Haut befand, aber Fuller hatte gewusst, dass sie ihn nicht am Leben lassen würden, wenn sie ihn erwischten.

Seine Flucht führte durch den Wald. Hin und wieder lagen Schneereste auf dem Boden, durch die er stolperte. Es war ein Vorteil für ihn, dass die Bäume nicht so dicht standen und er immer wieder genügend breite Lücken fand, um seine Flucht fortzusetzen.

Wohin? Wo würde sie enden?

Das wusste er nicht. Aber Fuller hatte weit vor sich Lichter gesehen, die sich bewegten. Sie huschten in einer gewissen Höhe über den Boden, waren auch nicht ständig vorhanden, sodass er davon ausging, dass es sich bei ihnen um Scheinwerfer handelte.

Jetzt hatte er ein Ziel. Wo Autos fuhren, musste es eine Straße geben. Wenn er sie erreichte, hatte er viel gewonnen.

Noch lag eine längere Strecke vor ihm und die musste er erst mal geschafft haben. Nur nicht hinfallen oder mit dem Kopf gegen einen tief hängenden Ast stoßen. Wenn das geschah, war es mit ihm vorbei. Dann war seine Flucht umsonst gewesen, dann konnte er einpacken und nichts mehr über das erzählen, was er erlebt hatte. Doch auch wenn er es tatsächlich schaffte, war es fraglich, ob man ihm überhaupt glaubte.

Egal, er musste weg!

Rennen, springen, sich ducken. Den Hindernissen immer aus dem Weg gehen, das war für ihn überlebenswichtig. Und so machte er weiter.

Fuller war ein Mann, dem das Leben nichts geschenkt hatte. Nur durfte er sich nicht beschweren, denn er hatte sich das Leben selbst ausgesucht. Er gehörte zu den harten Burschen, die man oft in Filmen sah und die allein gegen halbe Armeen kämpften.

Das Leben war anders. Zwar bestand es für ihn auch aus Kampf, aber ihm waren Grenzen gesetzt worden, und das hatte man ihn deutlich spüren lassen.

Eines hatte man ihm ebenfalls beigebracht. Auf keinen Fall aufgeben. Weitermachen. So lange, bis nichts mehr ging. Und das wollte er noch in der Abenddämmerung durchziehen.

Er kämpfte. Er holte alles an Restenergie aus seinem Körper heraus. Fuller musste es schaffen. Er fühlte sich noch viel zu jung, um zu sterben.

Keuchende Geräusche begleiteten seine Flucht. Es war das eigene heftige Atmen. Seine Beine waren schwer geworden, und er hatte Mühe, sie anzuheben.

Ein Vorteil lag auf seiner Seite. Er hatte im Laufe der Zeit gewisse Instinkte entwickelt. Zwar sah er im Dunkeln nicht, aber er ahnte Gefahren und so entging er immer wieder den tiefen Ästen. Schon bald merkte er, dass es etwas heller wurde, weil sich der Wald lichtete.

Es war noch nicht völlig finster geworden. Nur die Dämmerung hatte sich ausgebreitet, aber die Autos mussten bereits mit Licht fahren, und das wiederum war Fullers Hoffnung.

Unter ihm wurde der Boden weicher. Für Fuller war dies der Beweis, dass er sich dem Waldrand näherte und damit auch dem Unterholz. Wenn er das überwunden hatte, war die Straße da, und da wollte er weitersehen.

Noch mal riss er sich zusammen. Ein heftiger Schrei spornte ihn an. Sein Gesicht war verzerrt, die Augen weit aufgerissen, und er stampfte weiter.

Schließlich lag das letzte Hindernis vor ihm. Der Gürtel aus Unterholz. Abgefallene Zweige. Laub, hohe Gräser, die im Winter mehr als traurig aussahen, und ein Graben, der den Wald von der Straße trennte. Fuller hatte nicht daran gedacht, sodass er ins Leere trat und einfach wegsackte.

Er gab nicht auf, obwohl er gefallen war. Seine Augen brannten. Die Kehle war trocken. Er spürte den wahnsinnigen Druck im Kopf, hörte sich selbst immer nur keuchen, und wenn er Luft holte, dann atmete er auch den widerlichen Gestank ein.

Er war noch immer da!

Sie waren noch da!

Und er spürte harte Stiche in der Brust. Eine übergroße Müdigkeit überkam ihn, obwohl er der Gefahr noch nicht entronnen war. Plötzlich war der Graben für ihn ein fast unüberwindliches Hindernis.

Der Körper war so schwer geworden. So müde. Fuller kämpfte dagegen an. Er wusste selbst, dass er sich hier im Graben nicht lange aufhalten durfte, aber es fiel ihm schwer, sich den richtigen Schwung zu geben, um ihn hinter sich zu lassen und auf die Straße zu laufen.

Es tat ihm gut, sich etwas ausruhen zu können. So hatte sich sein Atem beruhigt. Er war wieder in der Lage, sich auf die anderen Geräusche zu konzentrieren.

Fuller hörte etwas!

Plötzlich stand er wie auf heißen Kohlen. Dieses Geräusch war nicht vor ihm aufgeklungen und auch nicht an den Seiten, er hatte es hinter sich im Wald wahrgenommen und es gefiel ihm gar nicht.

Die Verfolger waren noch da. Sie hatten nicht aufgegeben. Er dachte an den ekelhaften Gestank, und ihm war klar, dass er nicht länger hier im Graben hocken bleiben konnte. Wie weit sie noch von ihm entfernt waren, war schlecht einzuschätzen, aber sie würden kommen und keine Gnade kennen.

Fuller schaute nicht zurück. Er dachte an die Straße und auch an die Lichter, die er gesehen hatte. Noch war kein Wagen vorbeigekommen, aber als er nach links schaute und eine Landschaft sah, die in der Dämmerung aussah wie eine düstere Filmkulisse, da sah er auch das Licht der Scheinwerfer, das sich ihm näherte.

Da kam tatsächlich ein Fahrzeug!

War das die Rettung?

Plötzlich schlug sein Herz schneller. Das Blut stieg ihm in den Kopf. Noch immer fühlte er sich schwach und er musste sich schon einen heftigen Ruck geben, damit er sich endlich bewegte. Die leichte Schräge hochklettern, die er normalerweise locker mit zwei Schritten überwunden hätte. In seinem Zustand war das nicht zu schaffen, und so fing er an zu kriechen.

Der Fahrer musste anhalten. Er würde auch anhalten, wenn er das Hindernis auf der Straße sah. Niemand überfuhr ohne Grund einen Menschen, und darauf setzte er.

Harold Fuller kroch auf den feuchten Asphalt. Er schaute nicht zurück, er hörte in diesen Augenblicken auch nichts, er war nur froh darüber, dass er auf der Fahrbahn lag.

So wollte er auch nicht bleiben. Ein kniender Mensch war besser zu sehen als ein liegender. Um sich ganz aufzurichten, fehlte ihm im Augenblick noch die Kraft.

Fuller schob sich bis auf die Mitte der Straße vor. Dann hielt er an. Den Kopf hielt er gesenkt. Er stierte mit offenen Augen auf den Straßenbelag. Wieder drangen keuchende Laute aus seinem Mund. Speichel tropfte zu Boden, und mit einer wahren Gewaltanstrengung riss er sich zusammen.

Er hob seinen Oberkörper an.

Ja, der Wagen fuhr auf ihn zu. Er war sogar schon ziemlich nahe gekommen. Schon bald würde ihn das Licht der Scheinwerfer aus dem Dunkel reißen, dann musste gebremst werden. Wenn nicht, war es mit ihm vorbei, aber dann wäre sein Ende nicht so schlimm gewesen wie von der anderen Seite vorgesehen.

Das Licht strahlte ihn an!

Er hob den rechten Arm, auch wenn es ihm schwerfiel. Jetzt kam es darauf an, ob er gesehen wurde oder nicht. Wenn nicht, dann war es ihm auch egal …

*

Man konnte von Lady Gaga sagen, was man wollte, ihre Stimme war klasse. Wer sich nicht an ihren ausgefallenen Outfits störte, der konnte sich an ihren tollen Songs erfreuen.

Das tat auch Jenny Mason. Sie hatte sich die neue CD gekauft und gleich eingeschoben, als sie in ihren Wagen gestiegen war. Zwischen ihren Jobs brauchte sie einfach die Musik. Da konnte sie wunderbar entspannen, denn sie war fast den ganzen Tag über unterwegs, um ihre Termine zu halten.

Jenny Mason war das, was man eine fahrende Friseurin nannte. Als sie noch fest angestellt gewesen war, hatte sie sich einen Kundenstamm aufgebaut, und nach ihrer Kündigung hatte sie sich um die älteren Kunden gekümmert, die ihre Wohnungen nicht mehr so gern verließen und sich die Haare lieber in der gewohnten Umgebung machen ließen.

Jenny hatte die Marktlücke erkannt und kam sehr gut zurecht. Es gab Tage, da hatte sie fünf oder sechs Termine, manchmal in verschiedenen Orten.

Vor Kurzem noch war die Fahrerei kein Vergnügen gewesen. Da hatte das Wetter verrückt gespielt, jetzt aber war die große Kälte vorbei und Jenny hoffte, dass sie nicht mehr zurückkehrte.

Lady Gaga sang, und Jenny sang mit. Dabei bewegte sie sich rhythmisch auf ihrem Fahrersitz und strahlte von einem Ohr zum anderen. Sie war eine junge Frau, die kaum schlechte Laune kannte. Selbst am frühen Morgen war sie schon gut drauf, und das hielt bis zum Feierabend an.

Sie hatte ein rundes, puppenhaftes Gesicht mit etwas dicken Wangen. Dunkle Augen und eine Haarfarbe, die schlecht zu bestimmen war, weil sie immer wieder wechselte. Im Moment sah Jenny sogar recht normal aus, denn sie hatte sich für einen glänzenden Mahagoniton entschieden. Wie lange der bleiben würde, wusste sie nicht. Sie wollte schauen, was die Modetrends so vorgaben.

An diesem frühen Abend hatte sie Schluss gemacht. Es wartete keine Kundin mehr, und Jenny freute sich darauf, zu ihrer kleinen Wohnung zu fahren, um dort zu entspannen.

Vor ihr lag eine freie Straße. Keine Kurven, sie führte schnurgerade in die Landschaft hinein, deren rechte Seite ein großes Waldstück zeigte. Links lagen Felder brach und dahinter malten sich die Häuser einer Ortschaft in der klaren Luft ab, wobei besonders der Kirchturm auffiel, der alle Bauten überragte.

In diesem Ort hatte sie die letzte Kundin besucht, und jetzt war sie auf den Feierabend ausgerichtet. An Probleme dachte sie nicht. Das Essen war auch kein Problem. Eine halbe Pizza würde reichen. Dazu ein Schluck Rotwein, sich danach vor die Glotze setzen, um einen Film zu sehen. An ihren Freund dachte sie auch. Marco war in dieser Woche nicht zu Hause. Er arbeitete im Osten des Landes, um große Gerüste aufzubauen. So war Jenny oft allein, denn die Montage sorgte dafür, dass ihr Freund ständig unterwegs war.

Die Wochenendbeziehung gefiel ihr sogar recht gut. Keiner störte den anderen, sie ging ihrem Job nach, Marco ebenfalls, und wenn man zusammen war, freute man sich.

Lady Gaga sang weiter. Jenny Mason pfiff die Melodie mit. Dann schob sie ihre Brille wieder in die richtige Position. Zum Autofahren brauchte sie die Gläser.

Eine gerade Straße. Eine fast trockene Fahrbahn. Und eine leere.

Genau das änderte sich plötzlich. Woher der Gegenstand so plötzlich gekommen war, wusste Jenny nicht. Jedenfalls war er vorhanden und keine Einbildung.

Er lag mitten auf der Straße, und sie war schon sehr nahe an ihn herangekommen. Jenny erschrak. Zwei Sekunden später trat sie das Bremspedal durch. Hinten auf dem Rücksitz des Opel Corsa hörte sie ein leises Poltern. Dort lagen ihre Utensilien, die sie für ihren Job brauchte.

Dann stand der Wagen!

Jenny atmete tief durch. Erst jetzt wurde ihr richtig bewusst, dass sie dicht vor einem Menschen gestoppt hatte. Vor einem Mann, dem es offenbar ziemlich schlecht ging. Er kniete auf der Fahrbahn und hielt nur mit Mühe den Kopf hoch.

Aussteigen und zu ihm gehen wäre normal gewesen. Jenny war eine hilfsbereite Person. Zugleich auch eine vorsichtige, denn zu oft schon hatte sie über Fallen gelesen, die ahnungslosen Menschen gestellt wurden, um dann über sie herzufallen.

Jenny Mason wartete ab. Sie schaute sich um. Nein, auf der Straße befand sich niemand. Aber rechts von ihr lag der Wald, und dort konnte sich leicht jemand verstecken, um genau im richtigen Moment über sein Opfer herzufallen.

Da sah sie nichts. Keine Bewegung. Weder zwischen den Bäumen noch im Unterholz. Als sie den Blick wieder auf die Straße richtete, sah sie, dass der Mann mit einer mühevollen Bewegung die Hand hob und dann auf sie zu kroch.

Der sah wirklich fertig aus. Sein Gesicht zeigte den Ausdruck einer tiefen Qual, was im Licht der Scheinwerfer gut zu erkennen war, und genau das überzeugte sie.

Jenny Mason stieg aus!

Allerdings nicht so zügig wie normal. Langsam, vorsichtig. Sie war noch immer auf der Hut.

Sie hatte den Wagen kaum verlassen, als sie das leise Stöhnen hörte, und es klang ihrer Meinung nach echt. Sie brachte die beiden Schritte bis zu ihm hinter sich und ging in die Knie.

Der Mann atmete schwer. Sein Keuchen war momentan das einzige Geräusch, das sie hörte. Der Atem steifte ihr Gesicht, und erst jetzt stellte sie die Frage, die sie schon länger hatte stellen wollen.

»Sind Sie verletzt?«

»Nein, das nicht. Aber …«, er sprach nicht weiter, weil ihn ein Hustenanfall schüttelte.

»Was ist mit aber?«

»Wir müssen hier weg! Und zwar schnell. Bitte, schaffen Sie mich weg. Es sieht zwar nicht so aus, aber hier lauern Gefahren.«

»Ja, ja«, flüsterte sie und wunderte sich, dass sie kein Blut sah. Bis auf die dunkle Schramme am Kopf des Mannes, der eine für ihren Geschmack schon ungewöhnliche Kleidung trug. Sie erinnerte an eine Uniform, die Soldaten im Gelände trugen. Ihr kam automatisch der Gedanke, dass hier irgendwo ein Manöver ablief und der Mann sich aus dem Staub gemacht hatte.

»Helfen Sie mir hoch, bitte.«

»Und dann?«

Fuller verdrehte die Augen. »Wir müssen von hier verschwinden, und zwar sofort. In fünf Minuten kann es zu spät sein. Glauben Sie mir doch.«

Jenny Mason merkte, dass seine Stimme sehr ernst geklungen hatte. Aber auch ängstlich. Jetzt zeigte sich wieder, welch neugierige Person sie war.

»Wer ist denn hinter Ihnen her?«

»Keine Menschen!«

Sie wollte lachen und sah dann den ernsten Ausdruck im Gesicht des Mannes. Plötzlich dachte sie anders und half dem Erschöpften auf die Beine.

Sie stützte ihn sogar auf der kurzen Strecke bis zu ihrem Wagen. Er blieb an der Beifahrerseite stehen und drehte den Kopf, um einen Blick auf den Waldrand zu werfen, der inzwischen mit der Dunkelheit verschmolz.

»Sie stinken«, sagte Jenny, die ihm sogar die Tür öffnete.

Fuller lachte nur. »Ja, das weiß ich.«

»Ist aber ein ekliger Geruch.«

»Sie können Ihren Wagen später auslüften lassen. Und jetzt lassen Sie uns endlich fahren.«

»Ja, ja, keine Panik.«

Jenny nahm hinter dem Lenkrad Platz. Sie schaute zu, wie sich der Mann auf den Sitz fallen ließ und den Kopf gegen die Nackenstütze lehnte. Dabei zerrte er die Tür zu.

»Haben Sie ein besonderes Ziel, Mister?«

»Nein, erst mal nur weg, bevor sie kommen.«

»Und wer sind sie?«

»Starten Sie endlich! Oder wollen Sie sich in Lebensgefahr begeben?«

»Hatte ich nicht vor.«

»Dann geben Sie Gas.«

Jenny Mason wusste nicht, was mit diesem Mann passiert war. Aber sie wollte ihm den Gefallen tun und war froh, dass der Motor sofort ansprang. Der erste Gang, der Start – und sie sah plötzlich die Bewegung am Waldrand.