John Sinclair 1668 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1668 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Ihre Heimat Bulgarien hatte die Familie Baranov verlassen müssen. Ein alter Mann mit Tochter und Sohn. Aber die Baranovs waren nicht irgendeine Familie, sie waren etwas Besonderes. Sie gehörten zu den Werwölfen und befanden sich auf der Suche nach einer normalen Frau, die ihren Fortbestand sichern sollte ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 135

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumWolfsnachtVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Wolfsnacht

Ihre Heimat Bulgarien hatte die Familie Baranov verlassen müssen. Ein alter Mann mit Tochter und Sohn. Aber die Baranovs waren nicht irgendeine Familie, sie waren etwas Besonderes. Sie gehörten zu den Werwölfen und befanden sich auf der Suche nach einer normalen Frau, die ihren Fortbestand sichern sollte …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4439-1

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Wolfsnacht

Das alte Schloss oberhalb der Straße war besser bei Tageslicht zu sehen. Jetzt, in der Dämmerung, schien es fast verschwunden zu sein, sodass niemand auf den Gedanken kam, einen Blick auf das Bauwerk zu werfen.

Helen Winter überkam trotzdem ein ungutes Gefühl, als sie ihr Fahrrad in den Weg lenkte, der unterhalb des Schlosses vorbei führte.

Die junge Frau hatte es eilig, nach Hause zu kommen. Deshalb nahm sie die Abkürzung, auch wenn das Gelände hier recht unübersichtlich war und eng wurde. Im Hellen den Weg zu nehmen war kein Problem. In der Dämmerung und der Dunkelheit sah es anders aus, besonders dann, wenn man wusste, was alles über das Schloss geredet wurde. Da nutzte es auch nichts, dass sich ein neuer Besitzer, ein Bulgare, dort eingenistet hatte.

Es war mal wieder kühler geworden. So spürte Helen den Wind im Gesicht, der in ihre Haut zu beißen schien. Vor zwei Wochen war es wärmer gewesen, aber dieser Hauch von Frühling hatte sich zurückgezogen und war erneut winterlichen Temperaturen gewichen. Die kalte Jahreszeit hatte noch längst nicht aufgegeben.

Helen schaltete einen Gang herunter, als das Gelände leicht anstieg. Der Wind ließ ihren Schal flattern. Links von ihr bildete der Wald eine finstere Mauer. An der rechten Seite befanden sich die Gitterstäbe eines massiven Zauns. Gut zu sehen, weil die dort wachsenden Pflanzen zu dieser Jahreszeit noch keine Blätter hatten.

Hoch über ihr kämpfte der Tag gegen die einsetzende Dämmerung an. Grau-bleich war der Himmel, über den der Wind die Wolken jagte.

Helen Winter war froh, wenn sie die normale Strecke erreichte. Diese Straße lag nicht so einsam. Sie war befahren und führte direkt hinein in den Ort, in dem sie lebte und sich auch wohl fühlte, obgleich dort nicht viel los war.

Zu Hause wollte sie sich einen Tee kochen. Vielleicht noch einen Schuss Rum hineingeben, sich dann vor die Glotze setzen oder mal wieder in ein Buch schauen.

Niemand war ihr auf dem Weg entgegen gekommen. Es fuhr auch keiner hinter ihr. Das hatte sie gesehen, als sie hin und wieder einen Blick zurückgeworfen hatte.

Eben war die Strecke nie. Manchmal musste sie den Lenker schon hart umklammern, damit die Hände nicht abrutschten. Da fuhr sie über Buckel hinweg, auch durch kleine Schlaglöcher, und sie strampelte härter, wenn der Weg wieder anstieg.

Aber sie wusste auch, dass sie den größten Teil der Strecke bereits geschafft und die Breitseite des Schlosses fast hinter sich gelassen hatte.

Genau da passierte es. Und es geschah ohne Vorwarnung, sodass Helen völlig überrascht wurde. Sie hatte so etwas noch nie zuvor erlebt, und in dieser kurzen Zeitspanne hatte sie den Eindruck, dass die Zeit nicht mehr weiterlief.

Vor ihr tauchte ein Mann auf. Sie hatte nicht gesehen, woher er kam. Es schien, als wäre er vom Himmel gefallen. Sie war froh, dass sie nicht zu schnell fuhr, sonst hätte sie kaum mehr bremsen können.

Das tat sie jetzt!

Der Untergrund war zwar nicht glatt, aber feucht, und so rutschte sie ein Stück nach rechts, war aber in der Lage, ihr Rad abzufangen, sodass sie nicht umkippte.

Helen starrte nach vorn. Sie atmete heftig. Vor ihren Lippen standen helle Wolken. Ihr Blick flackerte und sie erlebte heftige Wellen der Angst, die in ihr hochstiegen.

Genau das, vor dem sie sich immer gefürchtet hatte, war jetzt eingetreten. Ein Überfall auf einem einsamen Weg. Oft genug war sie davor gewarnt worden, diese Strecke zu fahren, doch sie hatte immer alle Warnungen in den Wind geschlagen.

Und jetzt war es passiert!

Trotz ihrer Angst arbeitete ihr Verstand klar und nüchtern. Auch ihre Sinne waren nicht beeinträchtigt, und sie prägte sich automatisch die Beschreibung ein.

Er trug dunkle Kleidung. Auf seinem Kopf saß eine ebenfalls dunkle Strickmütze. Von seinem Gesicht sah sie nicht viel, weil er den Kopf gesenkt hatte. Aber er stand nicht still. Seine Füße rutschten über den Boden hinweg, als wäre es unter den Sohlen glatt. Er schien zudem auf etwas zu warten, denn sonst hätte er längst angegriffen, was er noch nicht tat. Dann schüttelte er sich, schlug mit den Armen um sich und drosch dabei die Hände gegen seinen Körper.

Der erste Angstschub war vergangen. Darüber wunderte sich Helen.

Ebenso wie über das neue Gefühl. So etwas wie Neugierde hatte sie erfasst. Da sie bisher noch nicht angegriffen worden war, verflog ihre Angst, und sie dachte jetzt daran, wie seltsam und komisch sich dieser Typ anstellte. Als hätte er irgendwelche Probleme, die ihn quälten.

Er kam nicht einen Schritt vor und blieb bei seinem ungewöhnlichen Benehmen. Hinzu kamen die Geräusche, die er von sich gab. Das klang nach einem Stöhnen oder auch Jammern. Als wollte er um Hilfe bitten.

Sie fand es interessant. Beinahe wäre sie auf die Gestalt zugegangen, um ihre Hilfe anzubieten. Das traute sie sich nicht. Und was dann geschah, überraschte sie ebenfalls. Der Mann riss seinen Kopf hoch, starrte in den Himmel und warf sich eine Sekunde später wuchtig nach rechts. Er wollte nicht mehr auf dem Weg bleiben. Er rannte auf den Waldrand zu. Dort fand er eine Lücke und verschwand zwischen den Bäumen. Er heulte noch mal auf, dann hatte ihn der Wald verschluckt.

Helen Winter stand auf dem Weg, hielt ihr Rad fest und wusste nicht, was sie denken sollte. Fassen konnte sie das nicht, was sie erlebt hatte. Helen wunderte sich über sich selbst. Sie hätte jetzt weiterfahren müssen, aber auch das brachte sie nicht fertig. Sie stand auf dem Fleck, hielt ihr Fahrrad fest und schüttelte über sich selbst und über das, was sie erlebt hatte, den Kopf.

Das musste sie erst verkraften, und sie fragte sich, wer dieser Typ gewesen und woher er gekommen war. Eine klare Antwort konnte sie nicht geben, aber ihr kam ein Gedanke, und sie drehte daraufhin den Kopf nach rechts.

Hinter den Gitterstäben bildete das Gelände einen Hang. Er war nicht sehr hoch. An seinem Ende stand das Schloss.

Sie wusste nicht, wer dort wohnte, aber sie konnte sich vorstellen, dass es einer der Bewohner gewesen war, den sie hier auf dem Weg gesehen hatte.

Aber warum war er vor ihr geflohen? Das wollte ihr nicht in den Kopf. Zuerst hatte sie an einen Überfall gedacht, und als das nicht eingetroffen war, war sogar das Gefühl des Mitleids in ihr aufgestiegen, denn die Laute, die er von sich gegeben hatte, die ließen schon auf eine Qual schließen.

Es gelang ihr nur mühsam, sich von diesem Ereignis gedanklich zu befreien. Sie dachte daran, dass sie nach Hause wollte, und es wurde wirklich Zeit, denn der Tag hatte den Kampf gegen die Dunkelheit verloren.

Helen beschloss, ihren Weg fortzusetzen. Sie stieg in die Pedale, war mit den Gedanken aber noch immer bei dem Erlebten. Das würde sie auch so schnell nicht loswerden.

Sie wusste, dass nur noch ein Drittel der Strecke vor ihr lag. Jetzt führte der Weg leicht bergab, und sie musste nicht mal großartig strampeln.

Sie schaute nach links und horchte zudem in die Stille hinein. Es war möglich, dass sie noch eine Spur des Verschwundenen entdeckte oder auch etwas hörte.

So sehr Helen auch nachdachte, für sie war dieser Mann fremd. Und sie hatte nicht mal richtig erkennen können, ob es sich bei ihm um einen jungen oder älteren Mann gehandelt hatte. Sie tippte mehr auf einen jüngeren, weil er sich entsprechend bewegt hatte.

Jedenfalls würde sie dieses Treffen nicht auf sich beruhen lassen und Nachforschungen anstellen. Als sie so weit mit ihren Gedanken gekommen war, fühlte sie sich erleichtert, doch dieser Zustand verging radikal. Plötzlich war der Mann wieder da. Auch jetzt wusste sie nicht, woher er gekommen war. Jedenfalls stand er wieder vor ihr. Diesmal nur weiter entfernt, wo der Weg fast zu Ende war.

Sie schrie vor Schreck leise auf. Sie wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte. Fahren oder bremsen?

Der Mann stand mitten auf dem Weg. Und Helen glaubte nicht, dass er sie vorbeilassen würde, also bremste sie und stellte ihre Füße rechts und links neben den Pedalen auf den Boden.

Kein Mitleid mehr.

Jetzt kehrte die Angst zurück. Dieses schlimme Gefühl, etwas Grauenhaftes zu erleben.

Wieder schabte der Mann mit seinen Füßen über den Boden. Diesmal war es sein Startsignal. Urplötzlich rannte er los – direkt auf Helen Winter zu.

Sie kam nicht weg. Sie konnte es nicht – und erlebte etwas Unwahrscheinliches.

Aus dem Lauf heraus stieß sich der Mann ab und sprang mindestens drei Meter hoch in die Luft.

Das war schon nicht normal, aber was dann geschah, das raubte Helen den Atem und beinahe auch den Verstand …

*

Mein Herz klopfte schon schneller, als ich in die Parktasche rollte und den Motor abstellte. Es wurde still in meiner Umgebung, und ich blieb zunächst in der Stille sitzen, um mich meinen Gedanken hinzugeben.

Ich brauchte nur durch die Scheibe zu schauen und sah das Ziel meines Besuchs. Es war ein hohes Gebäude mit mehreren Stockwerken, einem alten Mauerwerk und zahlreichen Fenstern, hinter denen Menschen in den Zimmern lagen, die darauf hofften, wieder gesund zu werden.

Es war ein Krankenhaus.

Und dort lag jemand, um den ich große Angst hatte, dass der Tod letztendlich stärker war.

Es war eine Frau.

Aber nicht irgendeine, sondern meine älteste Freundin. Es war Jane Collins.

Der letzte Fall, der eigentlich gar keiner gewesen war, hatte sich für immer in mein Gedächtnis eingegraben. Jane Collins hatte mich eingeladen, mit ihr zusammen ein Musical zu besuchen. Es hieß »Gefangene der Pharaonen«. Dass dabei finstere Mächte ihre Hände im Spiel hatten, das hatten wir nicht ahnen können. Es war leider so passiert, und Jane Collins war in die Falle getappt und dabei nicht vorsichtig genug gewesen.

Ein Mann namens Echem hatte ihr die Klinge eines Messers tief in dem Körper gestoßen. Mit dem Notarztwagen war sie in eine Klinik geschafft worden, aber es stand nicht fest, ob sie überleben würde.

Jedenfalls sah ich es als einen kleinen Vorteil an, dass sie den Rest der Nacht und auch den folgenden Tag überstand, ohne dass sich ihr Zustand verändert hatte. Das hatte ich bei meinen beiden Anrufen in der Klinik erfahren.

Ich wusste auch, dass Jane auf der Intensivstation lag. Ich war letzte Nacht schon im Krankenhaus gewesen und hatte mit der Ärztin gesprochen, die sie behandelte, aber man hatte mich nicht zu Jane gelassen. Doch jetzt hatte ich die Erlaubnis bekommen, sie zu besuchen.

Mit trüben Gedanken behaftet, verließ ich den Rover. Ich hatte das Gefühl, eine Last zu tragen, die meine Bewegungen langsamer werden ließ. Vom Parkplatz aus musste ich einen mit Kies bestreuten Weg gehen, der auf den Eingang zuführte. Obwohl es noch nicht dunkel war, schimmerte dort Licht.

Eine breite Glastür teilte sich in der Mitte, als ich den Kontakt berührte. Der Weg ins Krankenhaus war frei, und ich ging sofort zur Anmeldung.

Zwei Mitarbeiter sorgten dort für einen reibungslosen Ablauf. Eine Frau mittleren Alters schob ihre Brille in die Höhe und schaute mich fragend an.

Ich trug meinen Wunsch vor und erklärte auch, dass die Patientin auf der Intensivstation lag.

»Sind Sie dort angemeldet?«

»Ja.« Dann sagte ich meinen Namen.

Die Frau telefonierte und ich nutzte die Zeit, um mich umzuschauen. In der Halle war es nicht leer. Stühle und gepolsterte Sitzbänke verteilten sich auf den hellen Fliesen des Fußbodens. Nicht wenige Bänke waren besetzt. Dort saßen die Besucher mit den Patienten zusammen, die ihre Zimmer verlassen konnten.

»Mr Sinclair?«

Ich drehte mich wieder um.

»Sie können in die zweite Etage fahren. Dort finden Sie die Abteilung.«

»Danke.«

Treppe oder Lift? Ich nahm die Treppe und ging die Stufen im normalen Tempo hoch. Auch jetzt drehten sich meine Gedanken wieder um Jane. Ein Geschenk hatte ich nicht mitgebracht. Sie würde davon sowieso nichts mitbekommen.

Natürlich hatten auch andere Menschen Jane besuchen wollen. Suko, Shao, die Conollys und Glenda Perkins, aber dagegen hatten die Ärzte Einspruch erhoben, und nur ich hatte die Erlaubnis erhalten.

Ich dachte auch darüber nach, wie ich Jane vorfinden würde. Man hatte mir bei meinen Anrufen gesagt, dass sie in ein künstliches Koma versetzt worden war, ich würde also nicht mit ihr kommunizieren können, aber darauf kam es mir nicht an. Ich wollte sie einfach nur sehen. Und ich wollte eine lebende Person sehen und keine Tote.

Die zweite Etage hatte ich schnell erreicht. Hier empfing mich eine Stille, die ich schon als störend empfand. Als hätte der Tod bereits seine Schwingen ausgebreitet.

So einfach ließ sich die Abteilung nicht betreten. Ich musste mich anmelden. Man wusste hier Bescheid, und so wurde ich in eine kleine Kammer geführt, in der die Kittel hingen, die die Besucher aus Gründen der Sauberkeit überstreifen mussten.

Sogar eine Haube erhielt ich, nur einen Mundschutz brauchte ich nicht.

»Sie sind allein gekommen, Mr Sinclair?«

»Ja, das bin ich. Warum fragen Sie?«

»Ach, nur so.«

»Können wir jetzt?«

»Sicher.«

Ich ging hinter der Schwester her, und mein Herz klopfte schneller. In meinem Hals saß ein Kloß, den ich auch durch mehrmaliges Schlucken nicht weg bekam.

Wie würde Jane aussehen? Zuletzt hatte ich sie im Foyer des Theaters gesehen. Da hatte sie auf dem Rücken gelegen, und ich hatte auf all das Blut gestarrt, das aus der Wunde geflossen war. Jetzt konnte ich nur hoffen, dass dieser Blutverlust ausgeglichen worden war.

In dieser Abteilung gab es mehrere Räume. Die Schwester führte mich auf eine Tür zu und blieb davor stehen. Sie musste noch eine Erklärung abgeben. »Es ist das Zimmer, in dem Miss Collins allein liegt. Wir haben es für besser gehalten.«

»Das ist gut«, sagte ich. »Und noch eine Frage. Können Sie mir sagen, wie es ihr geht?«

»Das weiß ich nicht.«

Ich war irritiert. »Wieso?«

»Man kann sie ja nicht fragen, weil sie im künstlichen Koma liegt. Aber die Instrumente zeigen, dass man bei ihren Körperfunktionen von einer gewissen Normalität ausgehen kann.«

Das sorgte bei mir für eine gewisse Hoffnung. »Ist sie dann über den Berg?«

»Das kann man nicht so sagen. Sie kämpft, und sie trägt in ihrem Innern etwas Besonderes. Ein künstliches Herz.«

»Ja«, sagte ich.

»Das war neu für uns und …«

»Nehmen Sie es so hin, Schwester.«

»Gut.« Sie trat von der Tür weg und ließ mich an sich vorbei.

Ich öffnete die Tür behutsam. Wie jemand, der Furcht davor hat, einen anderen Menschen zu stören. Auf Zehenspitzen schlich ich in den Raum, schloss die Tür wieder und schaute mich um.

Es gab hier zwei Betten. Eines davon war nur belegt, und so schaute ich von der Tür her auf Jane Collins, von der nicht viel zu sehen war, denn die Decke war bis zum Kinn hochgezogen. Ihre Arme allerdings lagen frei, denn man brauchte Stellen, um die Instrumente anschließen zu können.

Die Schläuche gingen nicht nur von den Armen ab, auch in Janes Nasenloch steckte so ein dünner Schlauch. Instrumente standen im Hintergrund. Sie zeichneten die wichtigen Daten auf, aber das war für mich alles zu fremd.

Viel wichtiger war sie.