John Sinclair 1675 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1675 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

"Bei diesem Auftrag kann ich Ihnen nicht helfen, John", sagte Sir James, mein Chef. "Mir sind die Hände gebunden. Es gibt Menschen, die mich kaltgestellt haben und keine Rücksicht darauf nehmen, welcher Arbeit ich nachgehe. Die Sicherheit des Landes hat Priorität."

"Und was genau muss ich tun?"

"Suko finden, bevor eine bösartige Kreatur ihm den Kopf abschlägt ..."

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 139

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumDer KopfjägerVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Der Kopfjäger

»Bei diesem Auftrag kann ich Ihnen nicht helfen, John«, sagte Sir James, mein Chef. »Mir sind die Hände gebunden. Es gibt Menschen, die mich kaltgestellt haben und keine Rücksicht darauf nehmen, welcher Arbeit ich nachgehe. Die Sicherheit des Landes hat Priorität.«

»Und was genau muss ich tun?«

»Suko finden, bevor eine bösartige Kreatur ihm den Kopf abschlägt …«

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4446-9

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Der Kopfjäger

DAS UNTIER HOCKT IN DER KANALISATION!

Wie eine Schlagzeile hatte sich der Satz in Sukos Gehirn gebrannt. Das Ding war wieder gesehen und auch heimlich verfolgt worden, genau bis zu dem Ort, wo es in der Unterwelt verschwunden war.

Nach dem Anruf der Zeugin war alles sehr schnell gegangen. Die Polizei hatte sofort gehandelt und hielt in einem bestimmten Gebiet verschiedene Eingänge der Kanalisation besetzt.

Und auch Suko war alarmiert worden. Es hieß, dass der Flüchtende ein Monster war und kein normaler Mensch. Eine grässliche Gestalt, ein widerliches Geschöpf, das nicht genau beschrieben werden konnte, weil man es immer nur flüchtig sah.

Bewaffnete Männer bildeten einen Kreis um den Einstieg. Suko trat ins Licht. Zwei Leuchten verstreuten es. Eine dritte war auf den Einstieg gerichtet. Sie stand so schräg, dass ihr Schein den Boden erreichte und dort wegen der Feuchtigkeit ein helles Schimmern hinterließ.

Der Einsatzleiter nickte Suko zu. Er war ein hagerer Mann mit dunklen Augen. Dann sagte er: »Ich denke, dass uns die Gestalt nicht mehr entkommen kann.«

»Was macht Sie so sicher?«

»Das kann ich Ihnen sagen.« In der Stimme schwang ein leichter Triumph mit. »Wir haben alle anderen Ein- und Ausstiege in diesem Viertel unter Kontrolle. Wir gehen davon aus, dass sie irgendwo hochkommen muss.«

»Kann sein. Aber es gibt sicher noch andere Fluchtwege.«

»Das ist leider wahr.«

Suko schaute in das helle Loch. Er sah die Sprossen einer Leiter, deren Stahl dort glänzte, wo kein Rost zu sehen war.

»Und Sie wollen wirklich dort hinunter, Suko?«

»Ja, sonst wäre ich nicht hier.«

»Und allein?«

»Auch das. Oder wollen Sie mit?«

»Nein, nein, das ist nicht mein Ding, und ich weiß auch nicht, ob ich an das Monster glauben soll.«

»Warum nicht?«

»Weil ich es noch nicht mit eigenen Augen gesehen habe. Das ist es. Ich glaube nur das, was ich mit den eigenen Augen sehe. Und ich weiß auch, dass Menschen des Öfteren überreagieren. Die können sehr schnell hysterisch werden.«

»Da haben Sie schon recht.« Suko stellte eine Frage, die für ihn wichtig war. »Können Sie mir in wenigen Sätzen erklären, was mich dort unten erwartet?«

»Ja, das kann ich. Unten ist es wie oben, wenn Sie verstehen. Da in der Tiefe gibt es auch Straßen, Kreuzungen, Abzweigungen und so weiter.«

»Das ist mir bekannt, ich möchte nur wissen, wie es hier unten genau aussieht.«

»Da haben Sie Glück. Es gibt nicht so viele Möglichkeiten, um zu verschwinden …«

Suko hörte zu, was man ihm sagte. Mit einem knappen Nicken bewies er, dass er alles verstanden hatte, und machte sich dann an den Abstieg. Er stieg auf die Leiter, die nur aus in der Wand befestigten Sprossen bestand. Da sie jedoch blanke Stellen aufwiesen, ging er davon aus, dass sie öfter benutzt wurden. Als er mit vollem Gewicht auf der ersten Sprosse wippte, stellte er fest, dass sie ihm Widerstand entgegensetzte und nicht unter ihm nachgab.

Noch erfasste ihn das Licht. Er kletterte weiter und hielt seinen Kopf dabei gesenkt, weil er auf keinen Fall durch das Licht geblendet werden wollte.

Meter für Meter ging es in die Tiefe. Die frischere Luft des späten Abends verschwand allmählich, denn aus der Tiefe wehte ihm zwar kein Gestank entgegen, aber etwas Feuchtes, das zudem noch roch wie altes Wasser.

Als er den Boden erreichte, stand er nicht im Dreck oder feuchtem Schlamm, sondern auf einem harten Untergrund. Seine Lampe brauchte er noch nicht einzusetzen, die Helligkeit von oben reichte aus, um sich zu orientieren.

Zwei Möglichkeiten standen zur Wahl. Er konnte einmal den Gang nach links gehen oder sich für die entgegengesetzte Richtung entscheiden. Das sah alles nach einem Glücksspiel aus. Bevor sich Suko entschied, suchte er den Boden nach Spuren ab. Es war durchaus möglich, dass der Flüchtling welche hinterlassen hatte.

In der Tat entdeckte er etwas. Es waren zwar keine Fußabdrücke, aber schon Hinweise darauf, dass sich der Flüchtende nach links gewandt hatte, denn auf dem Boden waren Rutschspuren zu erkennen, die bei einer scharfen Drehung hinterlassen worden waren.

Suko dachte nicht nur an sich. Er wollte die Information dem Einsatzleiter weitergeben und rief seine Botschaft in die Höhe, damit der Mann wusste, welche anderen Ausstiege er besetzen musste.

»Danke für die Information und viel Glück!«

Suko winkte kurz, dann machte er sich auf den Weg und tauchte ein in diese andere Welt unter der Stadt.

Es war ein riesiges Gebiet, das hier durchwandert werden konnte. Manche Viertel waren alt und baufällig, andere wiederum renoviert, und eigentlich wurde man mit den Arbeiten in dieser Unterwelt nie richtig fertig.

Suko hatte einen der breiteten Hauptwege erwischt, die auch beleuchtet waren. So konnte er auf seine Taschenlampe vorerst verzichten. Unter der Decke waren die Lampen angebracht und durch Gitter geschützt. Wer sich hier fortbewegen wollte, musste sich an die Gehwege an den beiden Seiten halten.

Sie waren uneben, manchmal auch mit Löchern versehen, die von herausgerissenen Steinen hinterlassen worden waren. In der Mitte lief der Kanal entlang. Bei Hochwasser war er bis zum Rand gefüllt. Das war in dieser Nacht nicht der Fall. Der Kanal war zwar nicht trocken, aber das Wasser reichte nicht mal bis zur Hälfte der Randhöhe. Und die schmutzige Flut strömte ziemlich träge dahin.

Die Decke über Suko bildete einen Bogen. Sie und die Wände waren aus Steinen erbaut worden, aber auch dort fehlten bereits einige. Es wurde Zeit, dass man hier nachbesserte.

Wo hielt sich das Monster versteckt?

Von ihm war nichts zu sehen und auch nichts zu hören, überhaupt drangen keine fremden Geräusche an Sukos Ohren. Er vernahm nur das leise Plätschern des Schmutzwassers.

Ratten entdeckte er ebenfalls nicht. Sie gehörten zu den Bewohnern, die sich hier unten sehr wohl fühlten. Das war ihm bisher nicht aufgefallen. Möglicherweise schwammen sie im Wasser oder hatten sich trockene Stellen ausgesucht.

Er wusste auch nicht, wie das Monster aussah, das er verfolgte. Es gab keine konkrete Beschreibung. Es war nur bekannt, dass es vorhanden war, mehr auch nicht. Es war wie ein Phantom, und natürlich hatten sich auch die Zeitungen darauf gestürzt und eben über ein Phantom berichtet. So war die Furcht der Menschen noch mehr angeheizt worden.

Jedenfalls hatte es menschliche Umrisse. Aber es sah nicht so aus wie ein normaler Mensch. Zeugen hatten es als unförmig beschrieben. Klumpig und wie aus fremden Teilen zusammengesetzt, sodass es zu einem Vergleich mit Frankensteins Monster gekommen war. Ein Wesen also, das aus Leichenstücken geschaffen worden war.

Suko war mit seinem Job eigentlich zufrieden. Aber Fälle wie diesen hier, die hasste er. Ohne konkrete Beweise und sich nur auf Aussagen irgendwelcher Zeugen zu verlassen, das war nichts, aber man hatte ihn geschickt, und er war allein, denn sein Freund und Kollege John Sinclair würde erst am folgenden Tag wieder zurückkehren, weil er sich in Mittelengland herumgetrieben und zudem noch eine Zeitreise nach Atlantis hinter sich hatte. Das war sicherlich auch kein Spaß gewesen. So blieb es Suko allein überlassen, das Monster zu suchen.

Er ging weiter. Der Gang hier unten schien kein Ende zu nehmen. Das allerdings täuschte, denn Suko sah nicht weit vor sich eine Kreuzung.

Er hatte sie bald erreicht. Jetzt war guter Rat teuer. Wieder musste er sich entscheiden, nur gab es diesmal keine Hinweise auf einen eventuellen Fluchtweg.

Über einen Steg konnte er das gurgelnde Wasser des anderen Kanals übersteigen. Der Kanal war wesentlich voller. Da schäumte es an Suko vorbei. Zudem nahm er den Geruch hier stärker wahr. Die Beleuchtung blieb weiterhin schummrig, und er stellte zudem fest, dass seine Kleidung schon feucht geworden war.

Wohin?

Die Antwort auf diese Frage fiel Suko schwer. Er hatte keine Ahnung und es blieb ihm nichts anderes übrig, als sich auf sein Glück zu verlassen.

Doch dann wurde er aufmerksam. Er hörte etwas. Es war ein Geräusch, das nicht vom Wasser stammte und dieses sogar noch leicht übertönte. Dabei war es nicht permanent vorhanden. Manchmal hörte er es nicht, doch er hatte herausgefunden, woher das Geräusch stammte.

Suko musste auf die andere Seite. Dafür war der Eisensteg gebaut worden. An einem Geländer konnte er sich festhalten, was auch nötig war, denn der Untergrund war recht rutschig.

Suko hatte kaum die andere Seite erreicht, da hörte er das Geräusch erneut. Es klang hinter der Mauer auf. Jetzt war er näher dran und so vernahm er ein Rumpeln oder Rauschen, das bestimmt nicht von Menschen verursacht wurde.

Suko musste nicht lange überlegen, um die Erklärung zu finden. London war eine Stadt, die nie schlief. Da fuhren auch in der Nacht die U-Bahnen, und er ging davon aus, dass er eine solche gehört hatte.

Wie weit sie von diesem Tunnel entfernt vorbei rauschte, wusste er nicht. Die Entfernung musste nicht unbedingt groß sein, sonst hätte das dicke Mauerwerk die Geräusche mehr gedämpft.

Wenn es einen Fluchtweg für das Monster gab, dann war es der Weg durch einen anderen Tunnel. Und Suko wusste auch, dass es von der Kanalisation aus Zugänge zu den U-Bahnschächten gab, denn man brauchte in dieser Tiefe auch Notausgänge.

Suko bewegte sich weiter dicht an der feuchten Wand entlang. Auch hier gab es genügend Helligkeit, sodass er auf seine Lampe verzichten konnte.

Manchmal blieb er stehen, um zu lauschen. In bestimmten Abständen war dieses grollende Geräusch zu hören. Es erinnerte an ein heranziehendes Gewitter, das schnell da war und ebenso rasch wieder abzog.

Dann hatte er Glück. Oder das Glück, auf das er gesetzt hatte. In der Wand gab es eine Tür. Sie war mal gelb gestrichen oder lackiert worden. Jetzt war der größte Teil der Farbe abgeblättert, die Grundierung kam durch, und die Tür sah aus, als wäre sie mit Rost bestrichen worden.

Suko hoffte, dass sie nicht verschlossen war. Sollte es sich bei ihr tatsächlich um einen Notausgang handeln, dann durfte sie nicht verschlossen sein, denn sonst wäre ihre Funktion sinnlos gewesen. Eine Klinke gab es nicht, dafür einen Knauf, den Suko umfasste und dann versuchte, ihn zu drehen.

Das gelang ihm tatsächlich. Über Sukos Lippen huschte ein Lächeln. Zum ersten Mal nach seinem Eintritt in die Unterwelt hatte er einen kleinen Erfolg errungen.

Den zweiten Erfolg erzielte er, als er die Tür zu sich hin aufzog. Der Blick war frei. Suko schaute in einen schmalen Raum, dessen Boden gefliest war. An der Wand hing ein altmodisches Telefon. Es gab auch eine Eisentreppe, die in zwei Teilen nach oben zu einer Plattform nahe einer weiteren Tür führte.

Suko hatte das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Er beeilte sich nicht, weil er noch nach Spuren suchte, die ein Fremder hinterlassen haben konnte.

Auf dem Fliesenboden war nichts zu sehen. Nur alter Schmutz, aber er lachte leise auf, als er den Abdruck eines Fußes dicht vor der ersten Treppenstufe sah.

Für einen Moment war Suko irritiert. Das war nicht der Abdruck eines normalen Schuhs, er sah den eines nackten Fußes, was automatisch darauf schließen ließ, dass der Verfolger keine Schuhe trug, sondern barfuß lief.

Bisher hatte er an allem gezweifelt, nun aber kam er schon ins Nachdenken. Er konnte sich keinen Menschen vorstellen, der ohne Schuhe durch die Kanalisation lief. Es sei denn, dieser Mensch war kein Mensch, sondern etwas anderes.

»Ein Monster wohl«, murmelte er und machte sich an den Aufstieg. Die Stufen bestanden aus Metall und waren mit einer Gitterfläche ausgestattet.

Nach kurzer Zeit hatte er die zweite Tür erreicht. In der hier herrschenden Notbeleuchtung sah er den hellgrauen Anstrich, der auch ein paar Schmierflecken zeigte.

Er sah wieder einen dunklen Knauf, der sich bewegen ließ, zog die Tür auf – und schreckte leicht zurück, weil soeben in seiner Nähe ein Zug vorbeihuschte und ihn der scharfe Luftzug erwischte.

Der Zug war blitzschnell wieder weg. Ein letzter Nachhall noch, dann wurde es wieder ruhig.

Zeit für eine leichte Entspannung. Es war dunkel in seiner Umgebung. Die Lampen an den Seiten und an der Decke leuchteten zwar, aber sie gaben nur wenig Licht, sodass Suko sich kaum orientieren konnte. Er würde hier wohl seine Taschenlampe einsetzen müssen.

Zwei Gleise schimmerten vor ihm. Er selbst stand auf einem Randstreifen, der durch ein hüfthohes Geländer gesichert war. Trotzdem war es nicht ungefährlich, sich durch diesen Tunnel zu bewegen.

Einen Beweis für seine Annahme hatte er nicht. Suko ging einfach davon aus, dass das Monster genau diesen Weg genommen hatte. Nur von hier aus konnte es wieder ins Freie gelangen.

Aber wohin hatte es sich gewandt, sollte Suko mit seinen Überlegungen recht haben?

Es gab erneut zwei Alternativen. Es hätte nach rechts, aber auch nach links gehen können. Zu beiden Seiten lagen die Stationen, die in der Nacht zwar besetzt, aber trotzdem recht leer waren.

Rechts oder links?

Diesmal entschied sich Suko für die rechte Seite. Er hatte sich kaum umgedreht, als er in die Lichter schaute, die von vorn kamen und sich mit rasender Geschwindigkeit näherten.

Sofort war der Zug da. Suko hatte sich gegen die Wand gepresst. Der Luftzug schwappte über ihn hinweg. Er hatte das Gefühl, dass ihm sogar für einen Moment der Atem genommen worden war.

Dann war der Spuk wieder vorbei. Suko holte normal Luft und machte sich auf den Weg zur Station. Wenn er dort nichts fand, würde er mit einer Bahn bis zur nächsten Station zurückfahren.

Meter für Meter wanderte er durch den Tunnel. Er hielt seinen Blick nach vorn gerichtet, um jede Bewegung sofort erkennen zu können. Zusätzlich schaltete er die Lampe ein, dessen LED-Licht einen kalten und hellen Strahl abgab.

Auch das brachte ihn nicht weiter. Das Licht griff ins Leere, aber Suko sah trotzdem einen kleinen Erfolg, denn vor ihm erschien ein anderes Licht. Es war die Beleuchtung der Station, und Suko fragte sich, ob das Monster sich traute, dort hinzugehen und sich in der Helligkeit zu zeigen.

Vorstellen konnte er sich das nicht. Wenn diese Gestalt wirklich so schlimm aussah, war es besser für sie, wenn sie sich versteckte. Für das Monster war es schon ein Risiko, sich offen zu zeigen.

Dann fiel ihm noch etwas ein.

Warum lief es allein durch die Gegend? War es wirklich allein oder stand noch jemand dahinter, der es an einer langen Leine führte?

Der nächste Zug kam. Diesmal fuhr er auf dem anderen Gleis. Da bekam Suko den Luftstrom nicht so intensiv mit. So sehr er sich seinen Vorstellungen auch hingab, einen Erfolg hatte er nicht erreicht. Trotzdem ging er weiter und nahm sich vor, von der Station aus mit der Einsatzleitung Kontakt aufzunehmen.

Urplötzlich blieb er stehen!

Suko hatte vor sich eine Bewegung gesehen. Allerdings nicht in der Station. Kurz davor war sie ihm aufgefallen und er glaubte, dass sie durch einen Menschen verursacht worden war.

Er hob den rechten Arm ein wenig an, um den Lichtstrahl in die entsprechende Richtung zu lenken, und im nächsten Moment sah er, dass ihm das Glück zur Seite stand.

Da war tatsächlich jemand. Er versteckte sich noch im Tunnel und schien auf eine günstige Gelegenheit zu warten, um in die Station zu huschen.

Nicht nur Suko hatte die Gestalt gesehen. Auch er war von ihr entdeckt worden.

Suko ging keinen Schritt mehr weiter. Er leuchtete nur, und das war der anderen Gestalt nicht recht. Sie zuckte noch mal und kam plötzlich auf Suko zu …

*

Damit hatte der Inspektor nicht gerechnet. Er hatte sich darauf eingestellt, dass die Gestalt flüchtete, aber nicht darauf, dass sie ihm plötzlich entgegenkam.