John Sinclair 1679 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1679 E-Book

Jason Dark

0,0
1,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Fünf Männer sahen sich als Investoren an, um aus einem Stück Natur einen Golfplatz zu errichten. Dass sie damit der Umwelt einen großen Schaden zufügen würden, war ihnen egal.

Aber nicht dem Hüter der Natur, denn er schlug zurück, und er hatte sich eine Verbündete geschaffen. Es war Tabea, Mandragoros Geisterfrau ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 135

Veröffentlichungsjahr: 2016

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumMandragoros GeisterfrauVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Mandragoros Geisterfrau

Fünf Männer sahen sich als Investoren an, um aus einem Stück Natur einen Golfplatz zu errichten. Dass sie damit der Umwelt einen großen Schaden zufügen würden, war ihnen egal.

Aber nicht dem Hüter der Natur, denn er schlug zurück, und er hatte sich eine Verbündete geschaffen. Es war Tabea, Mandragoros Geisterfrau …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4450-6

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Mandragoros Geisterfrau

Phil Quentin hatte den Waldrand bereits hinter sich gelassen, als es ihn erwischte.

Auf einmal war die gnadenlose Fußfessel da. Sie war aus dem Boden geschossen und umschlang jetzt seinen rechten Knöchel.

Für einen Moment erstarrte der Mann. Dann versuchte er sich aus der Schlinge zu befreien. Es klappte nicht. Die andere Seite war einfach zu stark. So sehr er auch riss und zerrte, es war nicht zu schaffen. Aber er spürte genau die Gegenkraft, denn plötzlich riss es ihm das rechte Bein weg.

Phil Quentin fiel nach vorn. Er streckte die Arme aus, um den Aufprall abzufangen. Es war zu spät. Er bekam sie nicht schnell genug nach vorn, und so stürzte er auf die für ihn zum Glück weiche Erde, in die er auch sein Gesicht vergrub. Zumindest hatte er das Gefühl, denn er spürte das feuchte Gras auf der Haut und im Mund klebten einige Erdkrumen.

Der Aufprall hatte nicht besonders wehgetan. Es war mehr der Schock, der ihm zusetzte. Er blieb trotzdem bäuchlings liegen und fühlte sich irgendwie betäubt.

Quentin ärgerte sich, dass er so unvorsichtig gewesen war. Dabei kannte er die Gegend. Er hatte hier oft zu tun, er sah sich als einen wichtigen Menschen an und hatte nun das Pech, in eine Falle geraten zu sein.

Für ihn war es eine Falle. Er wusste nicht, in was er sich verfangen hatte, aber normal war das nicht. Davon ließ er sich nicht abbringen.

Der Sturz hatte ihn aus dem Konzept gebracht. Sogar einen leichten Schock hatte er erlitten und es war ihm im Moment noch nicht möglich, sich wieder zu erheben.

Er musste erst seinen Ärger über sich loswerden. Dann würde er aufstehen und zu seinem Auto laufen.

Etwas bewegte sich an seinen Beinen in Höhe der Waden. Quentin wusste nicht, was es war, jedenfalls fand er es nicht als normal. Etwas kroch um seine Beine herum und bildete eine Schlinge.

Quentin versuchte es mit einer Gegenbewegung. Er konnte sein Bein ruckartig anziehen, das war alles. Als er einen erneuten Versuch unternahm, wurde er durch einen Druck gestoppt, den er so noch nie erlebt hatte. Was war das?

Quentin bekam es mit der Angst zu tun. Es war seltsam, was hier geschah.

Sein Oberkörper wurde nicht behindert, und so schaffte er es, sich aufzurichten. Er kniete schließlich auf dem weichen Boden, blickte aber nach vorn und nicht zurück, was ihn ärgerte, so bekam er nicht mit, was an oder mit seinen Beinen geschah.

Dort verstärkte sich der Druck. Quentin empfand ihn als weich und nachgiebig, was ihn allerdings nicht freute, denn er war zugleich auch zäh, sodass seine Beine von den Knien abwärts gegen den Boden gedrückt wurden, was er einfach als eine Last empfinden musste.

Phil wollte nach vorn kriechen.

Es ging nicht.

Seine Beine steckten in der Klemme, die er als weiche Fesseln ansah. Woher diese Fesseln kamen konnte er noch immer nicht sagen. Sie fühlten sich an wie Pflanzen, aber Pflanzen bewegten sich nicht.

Oder doch?

Bei diesem Gedanken schoss die Furcht in ihm hoch. Er dachte an gewisse Warnungen, die man ihm hatte zukommen lassen. Er hatte sie ignoriert und musste jetzt den Preis dafür zahlen.

Etwas drehte sich um seine Hüften. Zum ersten Mal hatte er die Chance, zu ertasten, was sich da tat. Seine Hand glitt nach unten, er bekam die Schlinge zwischen seine Finger und stellte fest, dass sie sich glatt und sogar leicht glitschig anfühlte.

Ein Stängel, eine Liane oder was auch immer. Zumindest etwas Normales hier, was er aber als unnormal ansah, weil es sich bewegt hatte, was eigentlich nicht möglich war.

Etwas, das sich bewegte und seinen Körper umschlang. Eine Fessel aus einer Liane, möglicherweise sogar einem dünnen Ast.

Das war verrückt, das war nicht zu erklären, und Quentin merkte, dass sein Herz schneller klopfte. Er zerrte und riss an dieser zähen Fessel. Er wollte sie endlich loswerden, aber sie war einfach zu biegsam und zugleich stark. Seine Finger rutschten immer wieder ab, wenn er es geschafft hatte, sie zu umklammern.

Kriechen!

Das war seine einzige Chance. Zwar sehr anstrengend, aber es war besser, als nichts zu tun. Er musste es schaffen, sich über den Boden zu bewegen, um dann seinen Wagen zu erreichen, der leider zu weit von ihm entfernt stand.

Er versuchte es.

Ja, er bewegte sich von der Stelle weg. Aber es war sehr anstrengend. Einen Meter ungefähr kam er weit, dann schaffte er es nicht mehr, den Gegendruck der Pflanzen zu überwinden. Sie hielten ihn fest wie glitschige Krakenarme.

Aufgeben oder kämpfen?

Quentin hatte sich immer als Kämpfer angesehen. Allerdings auf einem anderen Feld, wenn es darum ging, Konkurrenten aus dem Weg zu räumen. Einen Kampf gegen die Natur hatte er noch nie ausgefochten.

Und er war allein. Auf Hilfe konnte er in dieser einsamen Gegend nicht hoffen. Das alles stand für ihn fest. Er konnte es auch nicht ändern, und so musste er weiter kämpfen. Sich einfach dem Schicksal zu ergeben war ganz und gar nicht sein Fall.

Die Fessel ließ sich nicht abstreifen. Sie riss auch nicht. Sie war mit dehnbarem Gummi zu vergleichen. Er hätte jetzt ein Messer haben müssen, um sie zu durchtrennen, aber auch da musste er passen.

Rechts neben sich sah er eine Bewegung. Da kroch etwas durch das Gras. Er dachte zuerst an eine Schlange, bis sich das, was er sah, aufrichtete.

Das war keine Schlange. Das war so etwas wie ein biegsamer Ast, der sich an seinem Ende verzweigte, sich aufrichtete und plötzlich über seiner Brust schwebte.

Das allerdings nur für einen Moment, dann sank das Gebilde nach unten, und sein Ziel war Quentin.

Wie eine große Hand mit überlangen Fingern lag das Ding auf seiner Brust. Die Spitzen reichten bis zu seinem Hals und dabei kam ihm automatisch ein schrecklicher Gedanke.

Wenn diese Pflanze lebte, dann war sie auch in der Lage, sich zu bewegen. Dass er auf dem Rücken lag, das kam ihm erst jetzt richtig zu Bewusstsein. Er hatte es bisher kaum mitbekommen.

Die Pflanze oder das Teil von einem Baum lag auf seiner Brust, ohne sich zu bewegen. Das war alles nicht mehr zu begreifen. Er richtete seinen Blick nach unten und dachte daran, dass er seine Arme noch bewegen konnte. Vielleicht bekam er das verdammte Ding so zu packen, dass er es von sich wegdrücken konnte.

Es klappte nicht.

An seinen Seiten schien der Boden in Bewegung zu geraten. Plötzlich lagen die Fesseln auf seinen Armen. Sie waren weich, nachgiebig, aber zugleich wahnsinnig zäh. Es war unmöglich, dagegen anzukommen, und im Prinzip so schlimm, als wären seine Glieder mit einem dünnen Draht gefesselt worden.

Er gab nicht auf, wollte sich in die Höhe stemmen, aber der Druck auf seiner Brust verhinderte das.

Weit waren seine Augen aufgerissen. Er starrte in den Himmel, der durch die anbrechende Dämmerung gezeichnet war und wie eine mausgraue Platte über ihm lag.

Die Pflanze oder was immer es sein mochte, bewegte sich auf seiner Brust. Sie zuckte einige Male, dann begann sie zu wandern und bewegte sich in Richtung seines Halses.

Für ihn sah das Ende aus wie eine gespreizte Hand, die jetzt nach seiner Kehle griff.

Da war ihm klar, was sein Gegner mit ihm vorhatte.

Er wollte ihn erwürgen!

Panik erfasste ihn. Sie drückte ihm die Kehle zusammen. Dennoch gab er einige Laute von sich, die auch von einem Tier hätten stammen können.

An Flucht war nicht mehr zu denken. Inzwischen war er von zahlreichen Armen umfangen worden und die Spitzen der Zweige legten sich um seinen Hals, als wären es menschliche Hände.

»Nein …«, keuchte er, »… nein, das kann nicht wahr sein! Das darf es nicht geben! Ich – ich …« Seine Stimme brach ab. Für einen Moment wurde es still, bis er plötzlich eine weibliche Stimme hörte, die ganz in seiner Nähe sprach.

»Hast du dir das nicht selbst zuzuschreiben, Phil Quentin?«

*

War das eine Einbildung? Erlebe ich einen Traum? Bin ich schon so weit weg von allem?

Phil Quentin lag völlig starr auf dem weichen Grasboden. Er wartete darauf, dass etwas geschah, aber die Sprecherin hielt sich mit einer weiteren Bemerkung zurück. Sie wartete ab und auch Quentin bewegte sich nicht mehr.

Er hatte sich darauf eingestellt, dass die Pflanzen seinen Hals umschlingen würden. Auch das trat nicht ein. Was ihm eine so große Angst eingejagt hatte, war gestoppt worden, aber es war nicht vorbei, das wusste er.

Sekunden verstrichen. Der Wind war eingeschlafen. Er kühlte nicht mehr sein erhitztes Gesicht.

Er war zu einer Statue geworden.

Dann drang das leise Rascheln an seine Ohren. Es hörte sich an, als hätte sich in seiner unmittelbaren Nähe etwas bewegt.

Phil verdrehte die Augen, ohne den Grund für dieses Geräusch zu erkennen. Lange musste er nicht warten. Er hörte es wieder, und diesmal war das Geräusch noch näher an seinem rechten Ohr.

Quentin wagte es nicht, den Kopf zu drehen. Dafür schielte er mit einem Auge in diese Richtung und hielt im nächsten Moment den Atem an.

Wenn er bisher noch geglaubt hatte, sich geirrt zu haben, wurde er nun eines Besseren belehrt.

Da war jemand.

Da kam jemand.

Aber wer?

Er hatte die Stimme einer Frau gehört. Er glaubte nicht, dass sie auf seiner Seite stand, denn dann hätte sie ihn längst befreit.

Stattdessen blieb sie an seiner Seite stehen und senkte den Blick. So schauten sich beide an.

Es war eine Frauengestalt, aber er konnte sie nicht als normal ansehen. Sie trug keinen Faden am Leib, aber sie wirkte auch nicht unbedingt nackt. Sie schien mit der Umgebung verschmolzen zu sein. Man konnte sie als ein Stück Natur bezeichnen.

Phil Quentin wusste nicht, ob er sich ängstigen oder Hoffnung haben sollte. Er schwankte zwischen beiden Zuständen hin und her und sah, dass die seltsame Frau ihm zunickte.

»Wer bist du?« Endlich hatte er es geschafft, eine Frage zu stellen, und er erhielt auch eine Antwort.

»Das solltest du doch wissen, Phil.«

»Nein, nein, dich kann es nicht geben. Du bist ein Spuk, du kannst nicht wirklich sein.«

»Dann siehst du also jemanden, der …«

»Ich – ich – will hier weg. Wenn du schon hier bist, dann befreie mich von den Fesseln.«

Die Antwort bestand aus einem Lachen.

Quentin wusste dadurch, dass er auf das falsche Pferd gesetzt hatte. Sie stand nicht auf seiner Seite, da brauchte er sich keine Illusionen zu machen. Sie war als Feindin gekommen und er musste zugeben, dass man ihn davor gewarnt hatte, gewisse Dinge in die Wege zu leiten. Er aber hatte die Warnungen einfach in den Wind geschlagen. Jetzt würde er die Zeche dafür bezahlen müssen.

Die Geisterfrau – so wurde sie genannt – tat nichts. Sie schaute ihn nur an und er hatte den Eindruck, als würden sich ihre Lippen zu einem Lächeln verziehen.

Wieder riss er sich zusammen.

»Was willst du denn?«, schrie er sie an. »Sag es doch!«

»Du wirst der Erste sein, den es trifft. Allen anderen, die bei ihren Plänen bleiben, wird es ebenfalls so ergehen. Die Natur lässt sich nicht mehr verletzen oder sogar vernichten. Das ist vorbei, und ich helfe sehr gern mit.«

Es war keine Antwort, die bei Quentin für Optimismus gesorgt hätte. Sie deutete darauf hin, dass mit ihm etwas Schreckliches geschehen sollte. Er ahnte bereits, was das sein könnte, und musste sich anstrengen, um eine bestimmte Frage stellen zu können.

»Willst du, dass ich sterbe?«

Die Geisterfrau lächelte. Danach hob sie ihre Hände an und strich über ihren nackten Körper. Dabei gab sie die Antwort, die Phil Quentin nicht so recht einordnen konnte.

»Mit dem Sterben ist es so eine Sache, mein Freund. Man muss nicht unbedingt sterben, um tot zu sein.«

Das begriff Phil Quentin nicht.

»Was bedeutet das für mich? Kannst du mir das sagen?«

»Könnte ich. Nur werde ich es nicht tun.«

»Und warum nicht?«

»Weil du es am eigenem Leib erleben wirst. Man wird dich finden, und dann wird man erkennen, dass es keinen Sinn hat, dein Vorhaben durchzuziehen.«

»Aber ich tue nur meine Pflicht!« Phil hatte die Augen weit geöffnet. Er wollte so demonstrieren, dass er nicht anders gekonnt hatte, aber das ließ die andere Seite nicht gelten.

»Ich weiß, dass du nur deine Pflicht tun wolltest. Aber du hättest auf die Warnungen hören sollen. Jetzt ist es zu spät. Die Natur bleibt, wie sie ist.«

»Die wäre ja zum größten Teil auch so geblieben. Wir hätten doch nichts zerstört. Was soll ich dir denn noch sagen?«

»Nichts mehr. Es ist zu spät!«

Phil wusste, dass seine Besucherin nicht geblufft hatte. Es war wirklich zu spät. Hier lief für ihn nichts mehr. Er lag da, er war gefesselt, man konnte mit ihm machen, was man wollte, und er musste jetzt mit ansehen, wie sich die Geisterfrau abdrehte, um ihn mit seinem Schicksal allein zu lassen.

Das wollte er auf keinen Fall.

»Hör mal, man kann doch darüber reden! Ich werde mich für eine Änderung einsetzen, das verspreche ich dir. Es wird alles nach deinem Willen laufen. Bitte, du musst mir einfach glauben. Ist das okay?«

Es war nicht okay, denn sie drehte sich nicht mal um. Sie ging von ihm weg auf den Waldrand zu und war Sekunden später in dem dichten Gehölz verschwunden, als wäre sie ein Teil dieses Waldes.

Phil Quentin blieb zurück. Er war im Netz seiner Gedanken gefangen. Er wusste, dass er sich schuldig gemacht hatte. Warnungen hatte es genug gegeben, doch er und seine Kollegen hatten darüber gelacht und sie in den Wind geschlagen.

Erneut umgab ihn die Stille. Die Dämmerung hatte Fortschritte gemacht. Der Himmel dunkelte immer mehr ein. Längst hatte sich die Sonne zurückgezogen. Es war schwül geworden und auch leicht feucht, doch die meiste Feuchtigkeit klebte an seinem Körper. Es war der Angstschweiß, der aus seinen Poren gedrungen war.

Was würde geschehen? Was würde mit ihm passieren? Stand der Tod bereits in der Nähe, um nach ihm zu fassen?

Er hatte keine Ahnung. Es war alles so anders geworden, jetzt gab es bei ihm nur noch die Angst und die war nicht unbegründet, denn sie steckte wie ein dicker Klumpen in seiner Kehle und hinderte ihn am Luftholen.

Auch dass in den letzten Minuten nichts passiert war, konnte ihn nicht positiver stimmen. Er blieb liegen, er war gefesselt und kam aus eigener Kraft nicht frei.

Plötzlich geschah es.

Es fing mit einem Zucken an.

Nicht sein Körper zuckte, sondern das, was ihn umschlang. Die zähen Lianen oder Zweige, die plötzlich lebendig geworden waren und wieder damit anfingen, sich zu bewegen.

Die Astgabel dicht unter seiner Kehle hatte er schon fast vergessen. Jetzt wurde er wieder daran erinnert, denn auch sie bewegte sich und sie rutschte tatsächlich noch höher, bis sie sein Kinn erreichte und kitzelnd über die dünne Haut glitt.

Ja, so empfand er die Berührung. Ein Kitzeln, ein schwacher Ruck und die Enden krochen immer höher, denn sie hatten ein neues Ziel gefunden.

Es war sein Mund!