John Sinclair 2203 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 2203 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Es war tatsächlich wahr geworden. Godwin de Salier hatte die Sinclair-Bibel gefunden. Er wusste genau, welch eine Verantwortung er sich aufgeladen hatte. Hinzu kamen die Diener des Baphomet-Götzen, die an dem Buch interessiert waren.

Aber es gab noch einen, der daran interessiert war und wissen wollte, was sein Vater damals geschrieben hatte.

Der Mann war ich!

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 123

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhalt

Cover

Impressum

Templer-Trauma

Jason Dark’s Leserseite

Vorschau

BASTEI LÜBBE AG

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

© 2020 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Dennis Simcott

eBook-Produktion: César Satz & Grafik GmbH, Köln

ISBN 978-3-7517-0033-7

„Geisterjäger“, „John Sinclair“ und „Geisterjäger John Sinclair“ sind eingetragene Marken der Bastei Lübbe AG. Die dazugehörigen Logos unterliegen urheberrechtlichem Schutz. Die Figur John Sinclair ist eine Schöpfung von Jason Dark.

www.bastei.de

www.luebbe.de

www.lesejury.de

Templer-Trauma

(Teil 2 von 2)

von Jason Dark

Jetzt war es passiert!

Jetzt hatte man ihn entdeckt. Der Templer Godwin de Salier blieb starr in dem Loch der Fallgrube stehen, die sich in einem Haus befand.

Die andere Seite wartete draußen, und sie hatte sich zwei Trümpfe geholt …

Sie hatte das Ehepaar Valerie und Claude Dangu in ihrer Hand. Ein Typ namens Baltus hatte gedroht, eine Geisel zu erschießen, wenn der Templer sich nicht beeilte und das Loch der Fallgrube verließ.

Die beiden Dangus hatten Godwin Schutz geboten. Jetzt steckten sie selbst in einem Schlamassel, das für sie tödlich enden konnte. Und der Templer hoffte, dass es so weit nicht kommen würde.

»Ich weiß nur, dass du kommst.« So war es gesagt worden.

»Und dann?«

»Reden wir weiter.«

Der Klang der harten Männerstimme hallte noch immer im Kopf des Templers wider. Godwin wusste, dass ihm keine andere Chance blieb. Er musste gehorchen.

»Ja«, rief er, »ich komme.«

»Das ist gut. Aber denke immer daran, wen ich hier habe.«

»Ich weiß!«

Um besser aus der Grube zu kommen, war dort eine Leiter angebracht worden. Drei Stufen reichten aus, um den Weg ins Freie ohne Probleme zu schaffen.

Die ging er. Dabei hörte er sein Herz klopfen. Er spürte die Schläge bis in den Schädel hinein, das war sonst nicht der Fall. Es war schlimm, sein Körper schien sich im Innern verändert zu haben. Er litt unter einer starken Spannung.

Die letzte Stufe. Dann der Ruck. Es war der Augenblick der Wahrheit. Godwin sah den Geiselnehmer zum ersten Mal. Er hielt in der rechten Hand eine Pistole, und deren Mündung zielte auf Valerie Dangus Kopf.

Godwin sah mit einem Blick, dass er da nichts machen konnte. Und der Typ sah aus, als könnte er alles verstehen, nur keinen Spaß.

Der Templer hatte seine Waffe nicht gezogen. Das wollte er auch nicht und stattdessen erst mal abwarten. Er hoffte auch, dass dieser Typ noch Zeit hatte.

Er stellte sich sogar namentlich vor. Godwin wusste jetzt, dass er es mit einem Baltus zu tun hatte. Das war ihm egal. Er sah den Menschen und auch die Waffe.

Wenig später sah er noch mehr. Andere Männer drängten sich durch die Haustür und blieben im Haus stehen. Die Blicke auf die drei Männer und die Frau.

Der dritte Mann war Claude Dangu. Er hatte sich mit dem Rücken gegen die Wand lehnen müssen und war zu einer steifen Puppe geworden.

Vor der Fallgrube blieb Godwin stehen und nickte der anderen Seite zu.

»Ich habe meine Bedingungen erfüllt!«, sagte er. »Jetzt bist du an der Reihe. Ich will, dass die Frau freigelassen wird, denn sie hat nichts getan.«

»Das weiß ich.«

»Dann lass sie frei.«

»Nein. Noch nicht. Du weißt genau, um was es mir geht.«

»Ich bin doch hier und …«

»Halt dein Maul.« Das Gesicht des Mannes verzog sich. »Ich weiß, was du in deinem Besitz hast. Und genau das wirst du mir geben. Ansonsten ist diese Frau gleich tot.«

Nach diesen Worten rasten die Gedanken des Templers zurück. Er dachte daran, wie es gewesen war, als er in der Fallgrube gestanden hatte. Da hatte er sich umsehen können, denn sie war nicht leer gewesen. Er hatte einige Gegenstände gesehen, die in einen Keller gehörten, und er hatte auch Bücher gesehen. Sie waren übereinandergestapelt worden und hatten einen Turm gebildet.

Das Buch ganz oben hatte einen dunklen Einband gehabt. Es war nicht zu dick und auch nicht zu groß. Der Templer hatte es gut verstecken können.

Er wusste, wie groß das Risiko war, aber er wollte es einfach eingehen.

Da gab es kein Zurück mehr, und jetzt hatte er genau gehört, was die andere Seite von ihm verlangte.

»Hast du mich nicht verstanden?«

»Doch!«

»Dann gib es her, verdammt.«

»Ja, schon gut. Und du hältst dein Versprechen auch?«

»Das tue ich immer. Ich, Baltus, bin dafür bekannt.« Er fing an zu lachen.

In dem Templer wuchs das Gefühl, dass er diesem Typ nicht trauen konnte, aber es blieb ihm keine andere Möglichkeit, als das falsche Buch abzugeben.

Es hatte noch unter seiner Kleidung einen Platz finden können. Das Jackett hatte es verdeckt. Sekunden später nicht mehr. Da hielt er es in der Hand und nickte.

»Hier …«

»Nein, du wirst es mir reichen.« Die Stimme des Mannes zitterte. »Aber behutsam.«

»Das ist okay.«

Der Templer kannte die Regeln. Baltus wollte die Waffe nicht vom Kopf der Frau nehmen. Seine freie Hand streckte er aus.

Valerie stand da wie eine Statue. Es war bewundernswert, dass sie sich nicht bewegte und alles einfach nur hinnahm. Aber sie schielte auch zur Seite und sah, was passierte.

Einen Schritt kam der Templer ihm entgegen. Der reichte aus, um den anderen zugreifen zu lassen.

Und Baltus hatte Glück.

Er erwischte das Buch schon beim ersten Zufassen, riss es an sich und stieß einen Schrei aus. Zugleich sprang er einen Schritt zurück, nickte und fing an zu reden.

»Ich werde mein Versprechen vielleicht halten«, sagte er kichernd und ging weiterhin rückwärts auf die Tür zu. Seine Leute schrie er an, damit sie ihm Platz schufen.

»Ihr bleibt noch etwas hier und behaltet sie im Auge. Danach könnt ihr kommen.«

»Ja, das machen wir!«

Baltus bewegte sich weiter nach hinten. Er drehte sich dabei nicht um, und seine Leute machten ihm Platz.

Einmal musste er noch etwas sagen. »Was du vorhast, das weiß ich nicht. Aber ich kann dir eines versprechen. Wenn ich dich noch einmal sehe, dann werde ich dich killen.«

»Ich habe verstanden.«

»Das hoffe ich für dich!«

Es waren die letzten Worte. Danach drehte sich Baltus um und verschwand durch die Haustür.

Eine Verfolgung war nicht möglich, denn es warteten noch einige Männer als Bewacher.

Valerie Dangu merkte erst jetzt so richtig, dass der Stress von ihr abgefallen war. Dieses Gefühl, das sie hatte starr werden lassen, war plötzlich weg. Sie konnte sich auch nicht mehr halten und kippte nach links, wo ihr Mann stand und sie auffing.

»Ist es vorbei, Godwin?«

De Salier lächelte und nickte. Es war noch nicht vorbei, aber das wollte er dem Mann nicht sagen. Claude sollte so wenig wie möglich wissen.

Und er bekam mit, wie die Aufpasser noch einen letzten drohenden Blick auf sie warfen und sich dann zurückzogen.

»Sie sind weg!«, keuchte Claude.

»So sieht es aus.«

»Und weiter?«

»Ich werde auch nicht bleiben und mich verziehen. Bei Ihnen möchte ich mich noch entschuldigen.«

»Sie … Sie …«, flüsterte Valerie.

»Ja. Die andere Seite hat ja jetzt, was sie wollte. Damit ist wohl alles geklärt.«

Mehr wollte er nicht sagen, denn geklärt war der Fall noch nicht. Im Gegenteil, er fing erst an …

Ich habe es! Ich habe das Buch!

Baltus konnte es selbst kaum glauben, doch immer wieder fuhr der Gedanke wie ein Stich durch seinen Kopf. Er hatte das bekommen, was in seinem Leben wahnsinnig wichtig war, und er würde es freiwillig nicht mehr aus der Hand geben.

Es war die Bibel.

Es war etwas Wunderbares.

Und es war etwas, das der Dämon Baphomet hinterlassen hatte. Man konnte von einem Erbe sprechen, und er hatte es nun bekommen. Das war ein Wahnsinn und so gut wie nicht zu erklären. Er musste sich immer wieder selbst gegen die Stirn schlagen, um die Wahrheit endlich zu begreifen.

Und er würde es dorthin bringen, wo es so etwas wie ein Hauptquartier für ihn und seine Getreuen gab. Es war die alte Kirche. Dort hatte er das Buch finden sollen, aber es hatte nie dort gelegen.

Wie war es dann diesem Fremden gelungen, in den Besitz des Buches zu gelangen? Das war ein Rätsel und musste aufgeklärt werden.

Möglicherweise fand er eine Antwort in der Kirche. Er würde danach suchen, doch es war zunächst wichtig, dass er die Bibel in den Händen hielt.

Es drängte ihn danach, sie aufzuschlagen und die eine oder andere Seite zu lesen. Aber das konnte er auch in der Kirche machen. Erst mal wollte er einen ruhigen Platz haben.

Mit dem Rad oder mit dem Auto wäre es bis zur Kirche nicht weit gewesen. Zu Fuß schon. Das kostete ihm einiges an Zeit, aber darüber wollte er sich nicht aufregen.

Niemand begegnete ihm. Und wer das getan hätte, der hätte sich zurückgezogen, denn die Menschen im Ort mochten die Neuen nicht, wie sie selbst gesagt hatten. Aber sie würden sich damit abfinden müssen, was ein Problem war. Für immer wollten sie nicht im Ort bleiben. Wenn die Touristen erschienen, dann waren sie weg.

Noch war er da. Noch hörte er sein Keuchen, denn das Laufen war verdammt anstrengend geworden. Aber es gab ein Highlight, und das war die Kraftquelle, die ihn weiterlaufen ließ, und erst als die Mauern der Kirche vor ihm hochwuchsen, da konnte er nicht mehr und stolperte über seine eigenen Beine.

Baltus fiel, aber stützte sich auch ab, und so war sein Kontakt mit dem Boden nicht besonders schlimm.

Er kniete. Sein Mund war nicht geschlossen. Vor ihm gähnte die Öffnung. Er musste nur noch die letzten paar Meter kriechen, dann war es erreicht, sein Ziel.

Und das tat er auch. Dabei beruhigte sich seine Atmung, auch die Schwäche ließ nach, und am Rand der Tür zog er sich in die Höhe. Dabei verzerrte sich sein Gesicht, aber er fühlte sich besser als draußen.

Dann stand er aufrecht. Die Anstrengung hatte sich in seinem Gesicht regelrecht festgemeißelt.

Jetzt noch gehen. Den Weg nach vorn suchen. In dieser heiligen Stätte würde er die Bibel hervorholen, sie auf den Altar legen und lesen. Hier gehörte sie hin. Erneut machte er sich Vorwürfe, dass ein anderer, ein Unwürdiger, sie gefunden hatte. So etwas würde er nie mehr zulassen.

Baltus betrat die Kirche.

Es gab keinen Unterschied zu draußen, nur kam es ihm hier noch kühler vor. Und er hatte auch das Gefühl, in der Luft etwas schmecken zu können.

Es gab nur den einen Weg, den er nehmen konnte. Er führte durch die Mitte, und an seinem Ende stand der Altar, der für ihn als Platz so wichtig war.

Nur seine Schrittgeräusche waren zu hören, als er über den alten Steinboden ging. Es war von draußen viel in die Kirche hineingeweht worden, und das war jetzt zu hören.

Dunkel war es.

Nur die Wände traten heller hervor, was das Innere der Kirche noch unheimlicher wurde.

Die letzten Schritte lagen vor ihm. Er wurde nervöser, das Herz schlug ihm schneller. Dann tat er den letzten Schritt und hatte es geschafft.

Er stand vor dem Altar.

Der war nicht sehr hoch, und so konnte er von oben gegen die Platte blicken. Sie war leer. Ob mit Staub bedeckt, das sah er auch nicht, und er ließ sich langsam sinken, um auf der Platte knien und lesen zu können.

An seinem rechten Handgelenk war eine kleine Lampe befestigt. Ein Band hielt sie fest, und sie konnte auch in die verschiedensten Positionen gedreht werden.

Das Buch legte er auf die Altarplatte und leuchtete es an. Der helle Strahl fiel auf den Einband.

Jetzt musste er das Buch nur aufschlagen und konnte endlich einem großen Geheimnis näher kommen, das früher kein Geheimnis gewesen war.

Er sah die erste, die rechte Seite, und er sah, dass sie nicht leer war. Etwas war auf ihr abgebildet. Es war kein Text, sondern ein Bild.

Es zeigte eine dreieckige Teufelsfratze, die dem Betrachter die Zunge entgegenstreckte.

Baltus verzog die Lippen. Er wusste nicht genau, was das bedeutete, aber eine reine Freude war es nicht. Er glaubte fest daran, dass da etwas dahintersteckte. Die Zeichnung machte ihm auch keine Angst. Sie wirkte eher lächerlich.

Über seine Lippen rannen Worte, die er selbst nicht verstand. Es war nur ein Geflüster, und dabei schlug er die nächste Seite auf.

Jetzt würde er etwas sehen.

Die Schrift.

Die ersten Sätze.

Was sah er? Nichts, gar nichts. Er starrte gegen ein leeres Blatt und hatte das Gefühl, nicht mehr derselbe Mensch zu sein.

Wieder flüsterte er etwas, das er nicht verstand, aber er gab nicht auf und suchte weiter. Er schlug das Buch auf, ließ die Seite durch die Finger gleiten und erlebte immer nur das Gleiche.

Leere Seiten.

Bis auf eine. Es war die letzte, und dort stand wie zur Verhöhnung das Wort Ende …

So etwas hatte Baltus noch nie zuvor erlebt. Das haute ihn fast um, das drosch ihn zu Boden, und er hatte das Gefühl, in einer Druckpresse zu stecken, die ihn immer schmaler machte und ihn nicht mehr loslassen wollte.

Baltus kniete. Blickte nach vorn. Starrte. Dann drang ein Laut aus seinem Mund, den auch ein Tier hätte abgeben können.

Er hob die Hand mit dem Buch und schmetterte es auf den Boden der Kirche. Ein Schrei folgte, der Echos an den Wänden der Kirche hinterließ. Als er vergangen war und kein Echo mehr folgte, trommelte der Mann mit beiden Fäusten auf den Boden.

Alles war eingebrochen. Alles, für das er gekämpft und auch getötet hatte. Die alte Templer-Bibel war so wichtig für ihn gewesen, und jetzt war alles vergebens.

Er richtete sich wieder auf. Kam sich normaler vor und hörte auch ein Geräusch, das sich auf ihn zu bewegte. Er dachte dabei an schlurfende Schritte. Und als er die rechte Hand drehte, da traf der Strahl auch ein Ziel.

Es war ein Mensch. Eine knochige Gestalt mit bleicher Haut. Wie gesagt, es war ein Mensch, und trotzdem hatte Baltus das Gefühl, dass ein Toter auf ihn zu schlurfte …

Ist das mein Ende?

Die Frage schnitt durch seinen Kopf. Eine Antwort konnte er sich selbst nicht geben. Er kam nicht mal dazu, darüber nachzudenken, was der Besuch bedeutete.

Neben Baltus blieb der Knochige stehen und starrte ihn an. Die Augen sahen aus, als wären sie besonders geschliffen worden. Diese Person konnte sogar einem Erwachsenen Angst einjagen.

Baltus sagte nichts. Er hoffte nur, dass sich die Szenerie zu seinem Gunsten änderte. Und er hatte sogar die Kraft, den Mann danach zu fragen, wer er war.

»Wer bist du?«

»Ähm, du kennst mich nicht?«

»So ist es.«

»Dabei hättest du mich kennen müssen oder können, aber du bist nicht hier gewesen, wenn ich mit deinen Leuten über die Templer und die Zukunft gesprochen habe.«

»Dann bist du derjenige, den meine Freunde auch den Knöchernen nennen?«

»Ja, das bin ich.«

»So gehöre ich auch dazu.«

»Das stimmt. Du hast dich rargemacht …«