John Sinclair - Folge 1139 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair - Folge 1139 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009! Das Herz der Jungfrau (1. Teil). Später wurde sie für viele die Frau des Jahrtausends, obwohl die heilige Johanna von Orléans auf dem Scheiterhaufen ihr Leben hatte aushauchen müssen. Sie war ihren Weg gegen die Mächtigen der Kirche und auch gegen die des Staates gegangen. Kämpferisch und auf den Schutz des Erzengels Michael vertrauend. Die Flammen zerstörten zwar ihren Körper, doch Johannas Herz wurde nicht gefunden. Jahrhunderte später begann die Suche, und sie wurde auch für mich zu einem Horror-Trip ... John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 124

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumDas Herz der Jungfrau (1. Teil)Vorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Das Herz der Jungfrau (1. Teil)

Später wurde sie für viele die Frau des Jahrtausends, obwohl die heilige Johanna von Orléans auf dem Scheiterhaufen ihr Leben hatte aushauchen müssen.

Sie war ihren Weg gegen die Mächtigen der Kirche und auch gegen die des Staates gegangen. Kämpferisch und auf den Schutz des Erzengels Michael vertrauend.

Die Flammen zerstörten zwar ihren Körper, doch Johannas Herz wurde nicht gefunden. Jahrhunderte später begann die Suche, und sie wurde auch für mich zu einem Horror-Trip …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-3872-7

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Das Herz der Jungfrau (1. Teil)

Der einsame Reiter spürte den Geruch von Blut, Angstschweiß und Fäkalien als galligen Geschmack im Mund. Er glaubte auch, die Schreie der Kämpfer und Söldner und das Wimmern und Stöhnen der zahlreichen Verletzten zu hören.

All das bildete er sich ein. Tatsächlich war es still. Beinahe schon idyllisch, und der Reiter zügelte sein erschöpftes Pferd am Rand der Senke.

Die Stille kam ihm so fremd vor. Ihm, der den langen Kampf mitgemacht und alles eingesetzt hatte, zu dem er in der Lage gewesen war. Es hatte nichts gebracht. Die andere Seite war stärker gewesen. Sie kannte die Intrigen, sie wusste genau, wie man Menschen schaltete und auch manipulierte.

Orléans war befreit, aber Johanna war tot, und es herrschte ein Friede, der keiner war.

McMurdock war ein großer, stattlicher Mann mit dunklen Haaren und Bart. Wäre er in einem Zuhause gewesen, hätte er sich beides gestutzt, so aber waren Bart und Haare lang und gaben ihm ein verwegenes Aussehen.

Er, der Schotte, hatte an Johannas Seite gekämpft, und er wäre auch für sie in den Tod gegangen. Nun aber war sie gestorben. Nicht im Kampf, sondern auf einem Scheiterhaufen, verurteilt durch ein Gericht, das mit Menschen besetzt gewesen war. Menschen, die nicht begreifen wollten. Man hatte ein Exempel statuieren wollen, und die Kirche hatte dazu genickt.

Sein Ziel war das Haus mit dem sehr flachen Dach. Es duckte sich in die Senke hinein, als wollte es sich im Boden verstecken.

Wenn sich jemand hinter den Mauern aufhielt, dann war er längst gesehen worden. Vor dem Bewohner der Hütte fürchtete er sich nicht. Ganz im Gegenteil, die Frau, die Gabriela hieß, war seine große Hoffnung. Wenn sie ihm nicht weiterhelfen konnte, dann niemand.

Er klopfte auch nicht an, sondern zerrte die etwas sperrige Tür auf. Dann musste er sich ducken, um das Haus zu betreten, das nur aus einem Raum bestand und aus dem Dach, zu dem eine Leiter hoch führte. Man musste sich durch eine Luke drücken, um das Dach zu erreichen.

Der Kamin lag von der Tür aus gesehen an der rechten Seite. Und dort hockte die Frau auf einem Hocker.

Die Frau saß einfach nur da und schien auf die Ewigkeit zu warten.

Er ging auf sie zu. Erst als er dicht vor ihr stand, hob sie den Kopf. Sie saß so günstig, dass ein durch das Fenster fallender Sonnenstrahl gegen ihr Gesicht tupfte und Dean McMurdock es gut erkennen konnte. Ein altes Gesicht mit vielen Falten, aber noch sehr klaren Augen, die sich auf ihn konzentrierten.

»Gabriela?« fragte er leise.

»Das weißt du doch.«

Dean McMurdock atmete auf. Erst jetzt wusste er, dass er den richtigen Weg eingeschlagen hatte …

*

Sie war eine schon alte Frau, und sie hatte viel in ihrem Leben gesehen. Als Frau mit dem zweiten Gesicht war sie bekannt und an sie hatte auch Johanna geglaubt und sie oft besucht, wenn sie einen bestimmten Rat gewollt hatte.

»Du fühlst dich erfrischt?«

»Ja, das bin ich.« Er glaubte noch das köstliche Naß zu schmecken, das er in der Hütte gefunden und getrunken hatte.

»Sag mir deinen Namen.«

»Dean McMurdock.«

»Du bist Schotte?«

»Ja. Ich habe zur Schottischen Garde unserer Johanna gehört. Es ist ein langer Weg gewesen. Manchmal habe ich gedacht, es nicht zu schaffen, aber jetzt bin ich bei dir, und ich freue mich darüber. Viel wurde über dich gesprochen. Auch Johanna hat dich oft erwähnt. Sie liebte dich wie eine Tochter ihre Mutter.«

»Ach, das ist übertrieben. Man hat ihr übel mitgespielt, und wir können sie nicht mehr zurück ins Leben holen. Aber so ist das Leben. Der Kirche und dem Staat darf niemand zu mächtig werden. Dann wächst der Hass, dessen Ende der Tod ist.«

»Man hat sie verbrannt. Man hat sie dem Feuer übergeben.« Dean schüttelte den Kopf. »Ich kann es noch immer nicht begreifen, wo man sie zu lebenslanger Haft verurteilte. Warum diese Veränderung?«

»Johanna widerrief ihr Geständnis.«

Der Mann lachte auf. »Was hatte sie denn zu gestehen gehabt? Es war nur die Wahrheit.«

»Die Menschen wollen sie aber nicht hören. Das war schon immer so, und das wird auch so bleiben. Glaube mir, ich kenne die Menschen sehr gut, mein Freund.«

»Wie auch Johanna.«

»Ja, sie kam oft zu mir. Sie war sogar noch ein Kind, aber da hatte sie bereits die Stimmen gehört. Die Engel, die zu ihr sprachen, wie sie immer sagte. Sie wollte von mir mehr wissen, doch ich konnte ihr nicht helfen. Ich war einfach zu schwach. Ich hatte nicht den Einblick, doch ich sagte ihr, dass sie nicht nur etwas Besonderes wäre, sondern auch zu etwas Besonderem berufen war. Und sie hat es auch geschafft, Orleans von der Knute der Engländer zu befreien, doch man hat es ihr nicht gedankt. Man hat sie vergessen, und ihre wahren Freunde waren einfach zu schwach, um ihr zu helfen. Du brauchst mich nur anzuschauen, wie ich hier vor dir sitze.«

Dean McMurdock nickte. Er spürte wieder den Hass und auch den ohnmächtigen Zorn in sich hochsteigen, denn selbst ihm war es nicht gelungen, Johanna aus der Gefangenschaft zu befreien. Letztendlich hatte man seine Königin den Flammen des Scheiterhaufens übergeben, wo sie unter unsäglichen Qualen verbrannt war.

»Die Zeiten sind noch immer schlimm«, flüsterte Gabriela, »und sie werden auch schlimm bleiben. Das sage ich nicht nur so, ich weiß es. Ich habe es gesehen.«

»Deshalb bin ich bei dir.«

»Warum genau?«

»Ich möchte etwas für sie tun.«

»Johanna ist tot.«

»Das weiß ich, aber sie war eine besondere junge Frau. Eine, die man niemals vergessen wird. Die eine Freundin der Heiligen war, die nicht einfach so sterben darf, verstehst du, Gabriela?«

»Nein.«

McMurdock fasste sie mit beiden Händen an. Er spürte, wie dünn ihre Schulterknochen unter dem Stoff der Kleidung waren. »Sie ist nicht einfach so gegangen. Das will ich nicht wahrhaben. Das ist für mich nicht zu fassen.«

»Was meinst du damit?«

»Es muss etwas zurückgeblieben sein, Gabriela, und deshalb bin ich bei dir.« Er ließ sie los, aber er hatte gespürt, wie sie sich noch für einen Moment versteift hatte. Also liege ich richtig mit meiner Vermutung, dachte er.

Gabriela bestätigte nichts. Es blieb bei ihrem Schweigen, und sie schaute ihn nur an.

»Bitte, sag etwas.«

»Warum hast du das alles gesagt?« fragte sie leise nach einem langen Seufzen.

McMurdock schluckte. »Weißt du wirklich nicht, weshalb ich zu dir gekommen bin?«

»Nein …«

Er glaubte Gabriela nicht, aber er wollte sie auch nicht als Lügnerin hinstellen, denn das hatte die Frau mit dem Zweiten Gesicht nicht verdient. Er wollte offen ihr gegenüber sein und nickte zweimal. »Ich bin oft in ihrer Nähe gewesen. Ich habe das weiße Banner mit Stolz geschwungen, und sie hat mit mir oft über die Stimmen gesprochen und auch über dich. Sie hat mich ins Vertrauen gezogen, und wir von der Garde wären für sie durchs Feuer gegangen. Man hätte uns an ihrer Stelle verbrennen können, und wir hätten uns nicht gewehrt. Aber es kam anders. Die eine große Schlacht wurde gewonnen, und wir waren sehr stolz, doch der Krieg ging weiter. Die Engländer wollten keinen Frieden. Sie fühlten sich nicht unterlegen, obwohl sie verloren hatten. Und auch Johanna hat gespürt, dass noch etwas geschehen würde. Ich saß in einer Nacht mit ihr zusammen, da haben wir darüber gesprochen. Es war eine Nacht nach dem Sieg, doch sie fühlte sich nicht als Siegerin. Die Stimmen waren auch anders, wie sie mir sagte, und sie sprach dann von ihren Todesahnungen, die über sie gekommen waren.

»Ich weiß, McMurdock!«

»Woher?«

»Vergiss nicht, dass die Menschen sagen, ich habe das Zweite Gesicht. Ich sehe vieles, aber ich behalte das meiste für mich.«

»Dann hättest du sie warnen müssen.«

Die alte Frau lachte leise. »Warnen? Vielleicht. Doch hätte das etwas verändert? Unser aller Schicksal ist vorgeschrieben, und wir können uns nicht dagegenstemmen. Das musst auch du wissen und begreifen. Sieg und Niederlage liegen oft so dicht beisammen wie Leben und Tod. Es kann dich plötzlich treffen, doch bei Johanna war schon eine lange Zeit der Vorbereitung nötig.«

»Ja, das habe ich gehört«, gab er zu. »Auch sie muss es gewusst haben, als wir in der Nacht zusammensaßen. Es war niemand bei uns, und da hat sie mir ein Geheimnis anvertraut, dessentwegen ich dich besucht habe, Gabriela.«

»Ich fühle mich geehrt. Willst du es mir sagen?«

»Das hatte ich vor.«

»Dann ist es kein Geheimnis mehr. Dann hast du das Vertrauen der Johanna gebrochen.«

»Ich weiß es, ich weiß es.« McMurdock verzog gequält sein Gesicht. »Aber ich denke heute anders darüber, denn sie hat dich als ihre Vertraute schon seit Kindertagen auserwählt. Deshalb kannst du einfach nicht schlecht sein.«

»Hilf mir hoch«, sagte Gabriela und streckte Dean die Hand entgegen. »Es wird hier immer so dunkel. Lass uns an den Tisch gehen und die letzten Helligkeit genießen, bevor die Finsternis der Nacht uns überschwemmen wird.«

McMurdock fasste ihre schmale Hand an und zog die Frau in die Höhe. Sie war ein Leichtgewicht, und sie hielt sich am Arm des Mannes fest, als sie auf den Tisch zugingen.

Die Füße der alt gewordenen Frau schlurften über den rauen Boden hinweg. Sie holte nach jedem zweiten Schritt tief Luft, und Dean hörte, wie ihr Atem rasselte.

Er rückte ihr einen Hocker zurecht, damit sie sie sich setzen konnte und holte einen zweiten, den er ebenfalls an den Tisch stellte und dann seinen Platz einnahm.

Gabriela drehte ihren Kopf nach rechts und ließ den Strahl der Sonne auf ihr Gesicht scheinen. Sie lächelte. »Es ist so wunderbar, das Licht zu spüren. Es bäumt sich noch einmal auf, aber es wird es nicht schaffen, die Nacht zu besiegen. Erst später wird die Sonne wieder die Dunkelheit vertreiben. Es ist so wie mit unserer Johanna. Noch hat die Finsternis gesiegt, aber ich sage dir, dass es andere Zeiten geben wird. Für mich ist sie schon jetzt eine Heilige.«

»Für mich ebenfalls«, flüsterte McMurdock.

»Sie hat mir ihr Herz geöffnet, und ich hatte das Gefühl, von Engeln umgeben zu sein. Sie erschien mir so anders. Sie sah auch anders aus. Trotz ihrer Männerkleidung wirkte sie auf mich wie ein Engel und nicht wie eine Kämpferin. Ich hatte das Gefühl, eine Frau zu sehen, die zwischen dem Jenseits und dem Diesseits schwebt. Sie war so anders, aber ich fand sie als wunderbar. Für mich ist sie schon fast heilig gewesen. Und es enttäuschte mich, als sie von der Zukunft sprach und damit auch von ihrem Tod.« Er nickte. »Ja, sie hat über ihren Tod gesprochen. Irgendwo wusste sie, dass sie sterben würde, aber es gab auch eine kleine Hoffnung für sie, so jedenfalls habe ich es verstanden, obwohl ich es nicht begreifen konnte. Sie sprach einen Satz, an den ich immer denken muss.«

»Was sagte sie denn?« flüsterte Gabriela, als ihr Besucher nicht sofort weitersprach.

»Johanna sagte, dass man einen Menschen nie so ganz töten kann. Etwas bleibt immer von ihm zurück. Meistens ist es ja die Erinnerung, aber bei ihr würde es etwas anderes sein, wenn sie mal stirbt. Das hat sie mir gesagt.«

»Hast du denn nicht gefragt, was es ist?« erkundigte sich die alte Frau.

»Ja, das habe ich getan. Ich war neugierig, sie hat mir jedoch keine Antwort gegeben.«

»Überhaupt keine?«

McMurdock hob die Schultern. »Doch, sie gab mir eine Antwort. Nur konnte sie mich nicht befriedigen. Sie sprach davon, dass etwas von ihr zurückbleibt, das nichts mit der Erinnerung an einen Menschen zu tun hat. Nichts mit der geistigen.«

»Ja, das verstehe ich.«

McMurdock war erstaunt. »Warum verstehst du das? Weißt du mehr als ich?«

Gabriela lächelte geheimnisvoll. »Hast du noch etwas zu erzählen, junger Freund?«

Dean hob seine Schultern an. »Manche Menschen sprachen davon, dass sie zwar verbrannt ist, aber nicht alles an oder in ihr. Etwas soll noch zurückgeblieben sein. Etwas Wertvolles, das auch eine große Macht demjenigen verleihen wird, der es bekommt.«

»Gut, weiter. Was erzählte man sich denn?«

Beide schauten sich an. McMurdock versuchte, in den Augen der Frau zu lesen. Er wollte in Erfahrung bringen, ob sie auch davon wusste oder nicht.

Sie blieb gelassen und verbarg ihre Gedanken hinter einem neutralen Lächeln. Mit keinem Wort gab sie zu verstehen, was tatsächlich hinter ihrer Stirn vorging.

»Kannst du es nicht sagen?«

»Es fällt mir schwer.«

Der Schotte gab sich einen innerlichen Ruck. »Eines ist nicht verbrannt. Etwas ist erhalten geblieben. Das Herz. Ja, es ist das Herz der Jungfrau von Orleans …«

*

Dean McMurdock hatte es gesagt, und er fühlte sich zugleich als Verräter, der einen Vertrauensbruch begangen hatte. Auf der anderen Seite war er bewusst zu Gabriela gekommen, um mit ihr darüber zu reden, und er hoffte sogar, dass sie über den Verbleib des nicht verbrannten Herzens Bescheid wusste.

Sie sagte nichts. Es war totenstill zwischen ihnen.

Dean konnte das lastende Schweigen nicht mehr aushalten und fragte flüsternd: »Hast du mich verstanden?«

Sie streichelte seine Hand. »Ja, das habe ich. Weshalb bist du zu mir gekommen? Sag mir den eigentlichen Grund.«

»Muss ich das noch, Gabriela? Weißt du nicht längst darüber Bescheid?«

»Das könnte sein«, gab sie zu. »Aber ich möchte es gern von dir hören. Aus deinem eigenen Mund.«

»Ja«, sagte er, »ja. Ich kam zu dir, weil ich den Gerüchten nicht traute, die verbreitet wurden. Und ich wollte wissen, ob du sie ebenfalls gehört hast und wie du dazu stehst.«

»Ist das alles?«

»Vorerst ja.«