John Sinclair - Folge 1146 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair - Folge 1146 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009! Zombie 2000 (1. Teil). Zombies waren uns seit Jahren bekannt. Wir kannten die Geschöpfe der Finsternis, und wir wussten, wie sie vernichtet werden konnten. So war es bisher gewesen. Aber die Welt ändert sich, wie sich auch die Zeiten ändern. Die Phase der tumben, menschenjagenden und leichengrauen Gestalten aus den Tiefen der Gräber war vorbei, denn jetzt gab es die neuen lebenden Leichen. Sie waren intelligent, ebenso teuflisch und auch raffiniert. Die "New Generation". Von nun existierte der Zombie 2000. John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 139

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumZombie 2000 (1. Teil)Vorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Zombie 2000 (1. Teil)

Zombies waren uns seit Jahren bekannt. Wir kannten die Geschöpfe der Finsternis, und wir wussten, wie sie vernichtet werden konnten. So war es bisher gewesen.

Aber die Welt ändert sich, wie sich auch die Zeiten ändern. Die Phase der tumben, menschenjagenden und leichengrauen Gestalten aus den Tiefen der Gräber war vorbei, denn jetzt gab es die neuen lebenden Leichen.

Sie waren intelligent, ebenso teuflisch und auch raffiniert. Die »New Generation«. Von nun existierte der Zombie 2000.

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-3879-6

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Zombie 2000 (1. Teil)

Jack Kelly holte die Strickmütze hervor und streifte sie über den Kopf. Nur mehr die Augenschlitze lagen frei und die Öffnung für den Mund.

Sein Bruder Conrad saß neben ihm. Dessen Hände lagen ruhig auf dem Lenkrad.

Auf dem Rücksitz hatte Nathan Glide, ein Cousin der Brüder, seinen Platz gefunden. Er sagte nichts. Nur seine Augen befanden sich in ständiger Bewegung.

Der Wagen, ein alter. Benz, parkte in einer Seitenstraße. Nicht weit entfernt mündete sie in eine breitere Querstraße. Genau das war für die drei Männer sehr wichtig.

»Wann kommt das Schwein endlich?«, fragte Nathan Glide ungeduldig.

»In fünf Minuten«, wurde ihm von vorn geantwortet.

»Dann ist er spätestens in fünf Minuten tot!«, stellte Nathan zufrieden fest.

Die Kelly-Brüder nickten nur …

»Das war Mist, Mist, Mist!«, brüllte der rotgesichtige Mann mit der Schiebermütze und fasste sich für einen Moment gegen den Kopf, als könnte er nicht glauben, was er sah.

Der hochgetürmte Stapel mit den Kisten wackelte verdächtig. Sein Kollege, dieser verdammte Idiot, hatte die letzte Ladung nicht richtig aufgesetzt. Es war zu einem Ungleichgewicht gekommen. Der Kerl schien völlig besoffen zu sein.

Die gestapelten Kisten sahen aus wie ein Turm. Mit Hilfe des Gabelstaplers waren sie hochgetürmt worden. Der Gabelstapler rollte, seine beiden Gabeln senkten sich dabei, und der Fahrer fuhr ziemlich schnell, denn auch er musste das kommende Unheil gesehen haben.

Nichts hielt die Kisten mehr auf. Sie schwankten auch nicht mehr von einer Seite zur anderen, denn nun hatten sie das Übergewicht bekommen und drifteten nach links hin ab.

Es gab keine unsichtbaren Hände, die sie aufgehalten hätten. Es war auch keine Wand oder Mauer vorhanden, die den Stapel stoppen würden. Er war auf dem Weg nach unten.

Flynn, der Mann mit der Schiebermütze, rannte weg, um sich in Deckung zu bringen. Er war der Vorarbeiter in der Halle. Wenn etwas passierte, machte man ihn verantwortlich. Und jetzt würde etwas passieren, und es würde verdammten Ärger geben.

Er schaute sich nicht einmal um. Er dachte auch nicht mehr nach, fand einen sicheren Platz, blieb dort stehen und drehte sich dann um.

Der Stapel fiel. Völlig normal, dennoch kam es Flynn wie zeitverzögert vor. Er erlebte alles wie in Großaufnahme und in Zeitlupe. Sein Herz schlug viel schneller, der Magen krampfte sich zusammen, und auch fluchen konnte er nicht mehr. Es war ein Schauspiel, das er sich nie gewünscht hatte, und nun nicht mehr gestoppt werden konnte.

Die oberste Kiste löste sich als Erste vom Stapel, als hätte sie einen besonderen Schwung bekommen. Flynn wusste selbst nicht, weshalb er gerade sie so genau beobachtete, aber sie segelte der Innenwand als Erste entgegen und krachte auch voll mit ihr zusammen.

Sie flog auseinander. Das Holz hatte der Wucht nicht standhalten können. Die Teile regneten zu Boden, während die anderen Kisten ebenfalls fielen, nicht aber mit diesem gewaltigen Schwung, der die andere Kiste nach vorn geschleudert hatte.

Der Höllenlärm schien die Lagerhalle zertrümmern zu wollen. Ein irres Durcheinander breitete sich auf dem Holzboden aus. Da lagen die Bretter zwischen den verschiedenen Inhalten der Kisten. Da quoll Holzwolle ebenso hervor wie weiches PVC-Material, das den Inhalt der Kisten abgefedert hatte.

Flynn wollte nicht hinschauen. Es wäre am besten gewesen, die Augen zu schließen, doch das schaffte er nicht. Das Schicksal zwang ihn einfach, sich die Vorgänge anzuschauen, um sie sich genau einprägen zu können. Er und der verdammte Fahrer des Gabelstaplers hielten sich in der Halle auf. Alle anderen hatten schon Feierabend. Draußen war es dunkel, und das kalte Licht der Leuchtstoffröhren erfüllte die Halle.

Das Krachen und Splittern glich einem gewaltigen Sturmwind, der an den Innenwänden und am Tor rüttelte. Staub wallte in großen Wolken hoch, und Flynn fragte sich, woher das Zeug gekommen war.

Seltsamerweise schien sein eigenes Schicksal mit der obersten Kiste verbunden zu sein. Trotz des Chaos’, das Flynn aus sicherer Deckung beobachtete, fiel ihm ausgerechnet immer nur diese eine Kiste auf, die einfach nicht aus seinem Blickfeld verschwand. Sie war als Erste gefallen und vor die Wand geklatscht. Sie hatte auch als Erste den Boden erreicht. Dort war sie dann als erster Gegenstand zerbrochen und hatte ihren Inhalt verloren.

Flynn war nur ein kurzer Blick darauf gelungen. Er hatte auch nicht viel sehen können. Mehr dieser sperrigen Holzwolle war aus der Kiste gequollen, sonst nichts.

Danach war die Welt für ihn in der Halle in gewaltigem Lärm untergegangen. Flynn stand am Rande des Durcheinanders und zitterte vor Wut. Er war fest entschlossen, sich den Arbeiter vorzunehmen, der dieses Chaos zu verantworten hatte. Eine mittlere Katastrophe. Die Empfänger der Fracht würden Schadenersatz verlangen. An die Summen wollte er gar nicht denken. Sein Schicksal war ihm wichtiger, und das sah alles andere als gut aus. Einer trug immer die Verantwortung. In diesem Fall war das er, Flynn, und kein anderer.

Es waren nicht alle Kisten zerbrochen. Ein Drittel davon war heil geblieben, was ihm auch keinen Trost vermittelte. Er hatte das Gefühl, Gummi in den Oberschenkeln zu haben. Seine Beine zitterten ebenso wie die Hände, und sein Gesicht war schweißbedeckt.

Die Ruhe kam ihm seltsam vor. Er brauchte eine gewisse Weile, um sich daran zu gewöhnen und festzustellen, dass nichts mehr fiel. Dass alles vorbei war und er wieder Luft holen konnte.

Allmählich klärte sich auch sein Blickfeld, sodass er sich einen ersten Überblick verschaffen konnte.

Vor ihm war der Boden mit Trümmern übersät. Alles Mögliche breitete sich aus, Metallteile für irgendwelche Einbauküchen, denn da verteilten sich die Wasserhähne, kleine Ringe und Spülen. Verbogen, zerdrückt, verkratzt. Tütensuppen, Dosen, auch Werkzeuge aus dem asiatischen Raum. T-Shirts, Jeans und leider auch Flaschen, die zerbrochen waren. Zumeist hatten sie Wein beinhaltet, aber auch Essig und Öl. Die Flüssigkeiten waren zusammengelaufen, hatten Mischpfützen gebildet und sonderten einen Geruch ab, wie Flynn ihn noch nie in seinem Leben wahrgenommen hatte.

Er stöhnte vor sich hin. Das Durcheinander war perfekt, und er stand hier als einziger Zeuge. Sein Mitarbeiter hatte die Flucht ergriffen. Er hatte einen rückseitigen Ausgang genommen und würde so schnell nicht wieder erscheinen.

Flynn hätte vor Wut heulen können. Das tat er nicht, aber die Wut blieb, und sie musste sich einfach Platz verschaffen, deshalb fluchte er wie ein alter Seemann. Er schrie in die Lagerhalle hinein, ohne dass es etwas brachte. Das Geschehen konnte er nicht mehr rückgängig machen, aber das Fluchen erleichterte ihn.

Die Hände hatte er zu Fäusten geballt. Wenn jetzt der Mitarbeiter in seiner Nähe gewesen wäre, Flynn hätte ihn durch die Mangel gedreht. So aber blieb er allein und trat gegen die Reste, die sich auf dem Boden vor seinen Füßen ausbreiteten.

Scheppernd rutschten einige Metallteile über den Boden. Das kalte Deckenlicht spiegelte sich auf den verchromten Gegenständen, und Flynn konnte plötzlich wieder lachen, als er die Spiegel sah, die aus den Kisten gefallen und zerbrochen waren.

Wie hieß es noch? Wer einen Spiegel zerbrach, der erlebte sieben Jahre Pech.

Das scheint wohl in meinem Fall zuzutreffen, dachte Flynn. Er schaute gegen die Decke, als wollte er ein Stoßgebet gen Himmel schicken. Gestirne sah er dort nicht. Nur die kalten Lampen, die als Augen auf ihn niederglotzten.

Wie von einem Band gezogen, führte ihn der Weg dorthin, wo die oberste Kiste zu Boden gestürzt und zerborsten war. Sie war der Auslöser gewesen, und es mochte der reine Zufall gewesen sein, dass die Trümmer in seine Nähe gerutscht waren.

Trotz der Trümmer stellte er mit sicherem Auge fest, dass es eine recht große Kiste war. Sie hätte nicht nach oben gestellt werden dürfen, weil ihre Maße die anderen Kisten überragten. Er machte sich Vorwürfe, weil er es nicht bemerkt hatte, und er gestand sich einen Teil der Mitschuldein. Inzwischen hatte sich sein Herzschlag wieder etwas beruhigt. Er atmete tief durch.

Vor der Kiste blieb er stehen. Sie war nach vorn hin und auch in der Höhe aufgeplatzt, und so hatte der Inhalt hervorquellen können, wobei er nicht viel davon sah.

Gelblich weiße Holzwolle nahm ihm den größten Teil der Sicht. So hätte er auf den Gedanken kommen können, dass nichts in die Kiste hinein geladen worden war.

Ein komisches Gefühl stieg in Flynn auf. Er wusste nicht, weshalb er wieder so schwitzte. Etwas schienihn zu stören, was nicht sichtbar war, aber möglicherweise mit der Kiste zu tun hatte.

Mit dem Fuß trat er einige der Trümmer zur Seite. Das Holz schleifte über den Boden, die Holzwolle erhielt mehr Platz, um sich ausbreiten zu können.

Noch versteckte sie den Inhalt, aber Flynn war sich sicher, dass sie nicht leer war. Wer verschickte schon eine leere Kiste?

Er bückte sich. Mit den Händen wollte er die Holzwolle zur Seite räumen. Die Neugierde hielt ihn wie eine Sucht umklammert, die er sich selbst nicht erklären konnte.

Mit beiden Händen wühlte er das kratzige Zeug zur Seite. Er ahnte, dass er etwas entdecken würde. Er war neugierig darauf, es zu sehen – und sah den Inhalt.

Zumindest einen Teil.

Es war eine totenbleiche Hand!

*

Ich bin im Film, dachte er. Ich bin im Kino. Ich spiele in diesem verdammten Streifen selbst mit. Das ist alles der reine Wahnsinn. Das kann nicht sein. So was denken sich nur Autoren aus, aber keine normalen Menschen. Die Wirklichkeit ist kein Film, verflucht! Das kann alles nicht wahr sein. Das … das träume ich nur.

Die Hand bewegte sich nicht. Sie streckte sich ihm entgegen, wobei die Finger leicht gekrümmt waren, als wollten sie ihre Kuppen in den Steinboden pressen.

Die Hand eines Toten. So bleich, und bei genauerem Hinsehen entdeckte er auch die gelblichen Leichenflecken. Der Tote war also im Zustand der Verwesung oder sie begann gerade.

Flynn konnte kaum einen klaren Gedanken fassen.

In der Theorie sah alles so einfach aus. Zumindest in der Glotze. Da informierte derjenige, der eine Leiche fand, mehr oder weniger lässig die Bullen und hatte nur noch ein paar Zeugenaussagen abzugeben, ansonsten nichts.

Hier war es anders.

Hier bin ich selbst betroffen, dachte Flynn. Es fielen ihm nicht einmal die richtigen Worte ein, die er sagen wollte. Er hielt das Handy in der linken Hand und starrte es an wie einen fremden Gegenstand, den er zum ersten Mal im Leben sah.

Die kleinen Zahlen verschwammen vor seinen Augen. Flynn wischte mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn, und plötzlich fiel ihm auf, wie ruhig es in seiner Umgebung war. Das musste die berühmte Totenstille sein, die man in einer derartigen Situation erlebte.

Tief durchatmen. Sich zusammenreißen.

Ob Zufall oder nicht, Flynns Blick fiel auf die zerbrochene Kiste und die bleiche Hand mit dem ebenfalls bleichen Armansatz, als er die Nummer der Polizei eintippen wollte.

Die erste Zahl.

Leicht getippt.

Dann die Zweite!

Das klappte auch noch.

Er nahm sich die Dritte vor – und sein Finger blieb über ihr schweben. Der Albtraum ging für ihn weiter, und das schlimmer denn je, denn was nun passierte, hätte er sich in seinen kühnsten Vorstellungen nicht auszumalen gewagt.

Die Hand bewegte sich – der Tote lebte!

*

Flynn ließ vor Schreck das Handy fallen.

Bei der Hand bewegten sich die Finger. Sie zuckten, und mit ihren Nägeln kratzten sie über den rauen Boden hinweg, als wollten sie dort Streifen hinterlassen. Die Hand kroch weiter vor. Bei der Bewegung krümmten sich noch die Finger, als könnten die Kuppen auf dem rauen Steinbelag des Bodens Halt finden. Es war für Flynn ein schrecklicher Anblick.

Auch der Arm drang weiter vor, aus der Holzwolle heraus.

Jetzt sah Flynn die bleiche Schulter des lebenden Toten. Oder war es doch kein Toter?

An Zombies konnte und wollte er nicht glauben. Das war für ihn Spinnerei, das war Film, das war … Himmel, er wusste es nicht.

Die Hand mit dem Arm schlängelte sich ihm entgegen. Er hörte so gut wie keinen Laut. Die Gestalt näherte sich ihm auf eine unheimliche und leise Art und Weise. Das Grauen hatte Gestalt bekommen, und bei Flynn drang der Schweiß immer stärker aus den Poren. Flynn kam auch der Gedanke an Flucht, doch er war einfach zu flüchtig, um ihn in die Tat umzusetzen. Das fremde, vom Verstand her nicht nachvollziehbare Geschehen zog ihn einfach zu stark in seinen Bann.

Er fluchte nicht. Er atmete kaum. Er war selbst zu einer starren, totenähnlichen Gestalt geworden und wunderte sich über den grauen Streifen auf der rechten Schulter des Mannes. Ja, es war ein Mann, denn er hatte es deutlich auf Grund des Körperbaus erkannt.

Der graue Streifen gehörte zu einem Unterhemd, und das Haar auf dem Kopf bildete eine graue Wolle. Sie war verfilzt, nicht gekämmt, auch sehr buschig – und schmutzig.

Die Gestalt schob sich weiter vor.

Bisher hatte Flynn noch keinen Blick in das Gesicht werfen können, weil es dem Boden zugewandt war. Manchmal scheuerte es sogar darüber hinweg. Aber er sah den Oberkörper, der einen sehr muskulösen Rücken aufwies. Er saugte die Kraft aus den Armen, die sich entsprechend bewegten. Immer wieder stemmte er sich ab. Dabei zuckte sein Oberkörper dann hoch, fiel wieder zusammen und rutschte mit der nächsten Bewegung über den schmutzigen Hallenboden hinweg.

Er sah jetzt auch die Beine, die sich trampelnd bewegten und von einer grauen Hose umschlossen waren. Die Füße traten nicht nur gegen die Holzwolle, sie erwischten auch Teile der Kiste und traten sie zur Seite. Der Unheimliche verschaffte sich genau den Platz, der ihm zustand.

Endlich konnte sich auch Flynn bewegen. Er ging schleifend zwei Schritte zurück. Sein Gehirn funktionierte wieder, und der Begriff ›Zombie‹ blieb darin haften.

Plötzlich kamen ihm wieder die schrecklichen Dinge in den Sinn, die er darüber gehört und früher auch mal gesehen hatte. Er dachte an die fürchterlichen Gestalten, die ihre Gräber verlassen hatten und auf der Jagd nach Menschenfleisch waren. Ein perfekter Wahnsinn, der nicht in die normale Welt hineingehörte, sondern in die der Autoren und Filmemacher.

Der Zombie streckte seine Arme noch einmal vor und winkelte sie dann an, wobei sie über den Boden schleiften. Dem Zuschauer kam es vor, als hätte die Gestalt einen gewissen Anlauf genommen und auch Kraft gesammelt, um das in die Tat umzusetzen, was sie eigentlich vorhatte. Nicht mehr auf dem Boden liegen bleiben, sondern aufstehen und zu demjenigen hinzugehen, der eine Beute war.

Schaffte der Mann aus der Kiste das?

Flynns Augen weiteten sich. Ja, auch wenn es der lebenden Leiche schwerfiel, sie drückte sich tatsächlich in die Höhe und hob dabei auch den Kopf an.

Zum ersten Mal sah Flynn das Gesicht!

Schrie jemand? Nein, es kam ihm nur so vor, denn er hatte diesen Laut ausgestoßen. Es war auch kein Schrei gewesen, vielmehr ein jammernder Laut.

Das Gesicht war für ihn ein weiterer Albtraum. Eine bleiche und trotzdem graue Fratze ohne Leben. Tief durch Falten gezeichnet, die aussahen als stammten sie von Messerschnitten, in die sich dann Staub gesammelt hatte. Der Mund stand offen. Im Gesicht bildete er eine Höhle, aus der kein Speichel mehr tropfte. Die Augen waren die eines Toten. Völlig leer und ohne Leben. Trotzdem kam sich Flynn vor, als würde er angeglotzt.

Der Zombie stand auf!

Er bewegte sich dabei mehr als schwerfällig, aber zugleich mit einer Gradlinigkeit, die darauf schließen ließ, dass er sich durch nichts von seinem Vorhaben ablenken ließ.