John Sinclair - Folge 1325 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair - Folge 1325 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009! In der Höhle des Löwen (3. Teil). Durch die Hilfe eines Vincent van Akkeren war der Plan des Schwarzen Tods aufgegangen. Ihnen war es gelungen, das Sinclair-Team auseinander zu reißen. An verschiedenen Stellen schlugen unsere Feinde zu. Ich hatte eine neue Verbündete bekommen. Justine Cavallo, die blonde Bestie. Es war schon ein Anachronismus, dass ich mit ihr zusammen die Vampirwelt verteidigen musste ... John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 142

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumIn der Höhle des Löwen (3. Teil)Vorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

In der Höhle des Löwen (3. Teil)

Durch die Hilfe eines Vincent van Akkeren war der Plan des Schwarzen Tods aufgegangen. Ihnen war es gelungen, das Sinclair-Team auseinander zu reißen. An verschiedenen Stellen schlugen unsere Feinde zu. Ich hatte eine neue Verbündete bekommen. Justine Cavallo, die blonde Bestie. Es war schon ein Anachronismus, dass ich mit ihr zusammen die Vampirwelt verteidigen musste …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4071-3

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

In der Höhle des Löwen (3. Teil)

Die blonde Bestie Justine Cavallo hatte mit ihrer Existenz abgeschlossen!

Zu stark war das riesige schwarze Skelett mit der Sense, das sie nach einem kleinen Anfangserfolg unterschätzt hatte. All ihre Schnelligkeit hatte ihr nichts genutzt. Jetzt lag sie am Boden und hatte es auch nicht geschafft, aus dem Schlagbereich der mörderischen Waffe zu gelangen. Der Schwarze Tod stand auf der Siegerstraße …

Die Klinge fegte auf sie zu. Perfekt geführt. Sie konnte in die Höhe springen, sich auch wegrollen oder was immer versuchen, die Waffe würde sie treffen und vernichten.

Sie würde durch ihren Körper schneiden und ihn in zwei Teile trennen. Das alles schoss der Cavallo in Bruchteilen von Sekunden durch den Kopf, und sie musste auch zugeben, dass sie sich noch nie so hilflos gefühlt hatte.

Plötzlich war der Schatten da!

Nicht der der Sense. Etwas anderes fegte heran und griff blitzschnell zu.

Ihre Haare wurden ebenso in die Höhe gerissen wie sie. Jemand schleuderte Justine zur Seite hinweg, ließ sie aber nicht wieder fallen, sondern riss sie in die Höhe.

Das Rauschen in ihrer Nähe erschreckte sie, aber die verdammte Waffe traf nicht. Hautnah verfehlte die Klinge ihren Körper, während sie über sich das heftige Flattern von Schwingen vernahm und sie dabei immer höher gezerrt wurde.

Die blonden Haare waren so dicht und stark wie eine Stahltrosse. Sie rissen nicht, und Justine verspürte auch keine Schmerzen. Nur der Wind fegte durch ihr Gesicht, aber dieses Geräusch wurde bald von einem anderen abgelöst.

Über sich hörte sie das Lachen. Und dieses Lachen kannte sie. So lachte nur Will Mallmann, alias Dracula II. Jetzt war ihr klar, wer sie gerettet hatte.

Mallmann jagte mit ihr noch höher in den dunklen Himmel der Vampirwelt. Da Justines Kopf nach oben gerissen wurde, schaffte sie es nicht, einen Blick in die Tiefe zu werfen. Sie wollte sehen, wie der Schwarze Tod reagierte, denn eine Verfolgung war für ihn kein großes Problem.

Mallmann gab ihr nicht die Chance. Er riss und zerrte sie mit. Seine mächtigen Schwingen bewegten sich auf und ab. Zwischen ihnen sah sie sein Gesicht und auch den Körper. Das D auf der Stirn, das blutrot glühte, das verzerrte Grinsen, und wieder hörte sie sein Lachen. Jetzt klang es in ihren Ohren wie die beste Musik.

Justine wusste nicht, ob sie einen Schock erlitten hatte. Sie war eine Blutsaugerin und kein Mensch, auch wenn sie so aussah, aber es gab keine Gefahr mehr. Sie musste nicht um ihr Leben fürchten, zumindest nicht sofort, und nur das allein zählte.

Er flog mit ihr weiter. Vom Schwarzen Tod war nichts zu sehen, und auch seine Helfer, die Vampirmonster, die in dieser Welt so schrecklich aufgeräumt hatten, hielten sich zurück. Sie waren stärker als die alten Vampire, die hier lebten und nach Blut dürsteten. Vor Justines Augen waren die bleichen, ausgemergelten Körper zerrissen worden. Die Vampirwelt war nicht mehr das, was sie einmal gewesen war. Schon jetzt nicht mehr. Und es würde weitergehen, da war sich Justine sicher.

Nur das Rauschen der Luft war zu hören, als Mallmann mit ihr seine Kreise flog. Wie eine Fliege hatte er sie vom Boden aufgefischt und hatte ihr somit bewiesen, wer in dieser Welt wirklich das Sagen hatte.

Justine hatte sich im Geheimen ausgerechnet, die Vampirwelt übernehmen zu können. Als Herrscherin hätte sie hier einen idealen Rückzugsort gehabt, aber das war nicht mehr möglich. Diese Gedanken verschwanden aus ihrem Kopf, als hätte der Flugwind sie weggeweht.

Dann merkte sie, dass sie sanken. Sie verloren an Höhe und sackten langsam in die Tiefe. Mallmann veränderte den Griff nicht. Er hielt ihre Haare nach wie vor fest. Erst als sie dicht über den dunklen Boden hinwegflogen, ließ er sie los.

Die Cavallo fiel nach unten, prallte auf und lief wie ein gelandeter Fallschirmspringer vor, ehe sie stoppte.

Geschafft!

Aber auch in Sicherheit?

Justine drehte sich auf der Stelle, um sich zu orientieren. Was sie sah, kam ihr bekannt vor, und sie war froh, sich an diesem Ort aufhalten zu können.

Die schnelle Drehung!

Da war die Hütte. Das dunkle Haus. Der Zugang zu anderen Welten. Perfekt.

Sie begann zu lachen. Das musste einfach raus. Justine konnte nicht anders. Ihr Vampirdasein war gerettet, sie konnte aufatmen, obwohl sie selbst nicht zu atmen brauchte, aber das war ihr egal. Dafür drang aus ihrem Mund ein erleichtertes Zischen, und sie hatte das Gefühl, wegzuschweben.

Mallmann kümmerte sich nicht um sie. Er stand da und hatte sich wieder zurück in einen Menschen verwandelt, obwohl er dies nicht war, sondern ein gefährlicher Blutsauger in menschlicher Gestalt. Auf der Stirn glühte weiterhin der Buchstabe, das D, das ihn als Nachfolger des echten Dracula auswies.

Er sagte kein Wort.

Beide schauten sich an, und als Justine die Gesichtszüge des Vampirs musterte, verschwand das erleichterte Grinsen aus ihrem Gesicht, denn Mallmann starrte sie kalt an.

„Was ist?“, fragte sie.

„Du bist gerade noch mal davongekommen.“

„Und?“

„Ich meine nur.“

„Dankbar brauchst du mir nicht zu sein, Justine. Ich habe es nicht nur deinetwegen getan. Ich will nicht, dass der Schwarze Tod hier die Oberhand bekommt. Aber du hast gesehen, wie gefährlich er ist. Du kannst ihn nicht stoppen, ich werde es nicht können, denn er beherrscht seine Sense perfekt. Er hätte dich töten können. Ich habe es verhindert, aber es war erst der Anfang.“

Diese sehr realistischen Worte ließen bei Justine die Euphorie schwinden. Sie reagierte sehr menschlich und wich seinem Blick aus.

„Was können wir denn machen?“

„Kämpfen.“

Auch das war ihr klar. Nur war sie verunsichert. Sie hoffte darauf, dass Mallmann sich einen Plan zurechtgelegt hatte, doch danach fragen konnte sie ihn nicht. Er drehte sich um und schritt auf die Hütte zu, deren Tür er aufriss.

Ohne ein Wort zu sagen, verschwand er im Haus. Justine folgte ihm noch nicht. Sie blickte sich erst in der Nähe um, denn sie wusste, dass es den Schwarzen Tod noch gab, und der würde nicht so leicht aufgeben. Er war derjenige, der hier herrschen wollte. Eine Basis hatte er dafür geschaffen, denn die Helfer der beiden Blutsauger waren getötet worden. Justine glaubte nicht, dass sie noch welche von ihnen finden würde, und wenn, dann nur ganz wenige.

Sie musste schon sehr genau hinschauen, um das erkennen zu können, was sich am Himmel tat. Er sah zuerst blank aus, aber das stimmte nicht ganz. Wenn sie sich genauer konzentrierte, sah sie schon die schwachen Bewegungen. Nur der Schwarze Tod selbst geriet nicht in ihr Blickfeld. Er hatte sich verkrochen und die Deckung ausgenutzt, die ihm blieb.

Mit langsamen Schritten ging sie auf die Hütte zu und betrat sie. Dracula II drehte ihr den Rücken zu. Er stand so, dass er den rätselhaften Spiegel betrachten konnte, der zugleich der Zutritt in andere Welten ermöglichte.

An seinem Körper bewegte sich nichts. Der Mann schien zu Stein geworden zu sein. Was er dort sah, war nicht zu erkennen. Er wirkte wie eine Person, die sich über bestimmte Dinge Gedanken machte. Deshalb wollte Justine ihn nicht stören und so lange warten, bis er das Wort ergriff.

Das passierte sehr bald. „Wir müssen umdenken, Justine.“

Sie war überrascht, das zu hören. „Wie meinst du das genau?“

„Das will ich dir sagen. Wir schaffen es nicht. Nicht wir beide, Justine.“

„Und was hast du dir gedacht?“

Sehr gemächlich drehte sich Will Mallmann um. Dann schaute er sie an. „Es gibt jemanden, den man als den Erzfeind des Schwarzen Tods ansehen kann.“

„John Sinclair!“

„Genau der.“

Justine begriff, was Mallmann meinte. Trotzdem fragte sie nach. „Du willst ihn um Hilfe bitten?“

„Ja, das will ich.“

Sie konnte ihr Lachen nicht zurückhalten. „Aber das ist nicht möglich. Er wird nicht einschlagen. Nein, das glaube ich nicht. Er wird seinen eigenen Weg gehen wollen. Erinnere dich daran, dass wir ihn hier in diese Welt geholt haben. Wie wir mit ihm sprachen, wie wir ihm klar machen wollten, was passiert und …“

„Jetzt ist es passiert. Damals stand das Ereignis kurz bevor. Die Dinge haben sich verändert. Der Schwarze Tod ist da, und das müssen wir einfach beachten.“

Justine wollte dagegen sprechen. Sie dachte daran, wie sehr sich Sinclair gewehrt hatte, mit ihnen zusammenzuarbeiten, aber sie sah auch ein, dass er Recht haben könnte.

Dracula II sprach weiter. „Sinclair würde sich sogar mit dem Teufel persönlich verbünden, wenn es ihm dadurch gelingt, den Schwarzen Tod erneut zu vernichten und ihn für alle Zeiten zurückzuschlagen. So gut kenne ich ihn.“

„Ja, du kennst ihn besser. Und wie wirst du es anstellen?“

„Wir gehen zu ihm.“ Mallmann deutete auf den Spiegel, den Zutritt zur anderen Welt. „Wir werden ihm einen Besuch abstatten und ihm erklären, was passiert ist. Dass der Schwarze Tod versucht, unsere Welt zu übernehmen und dass es erst der Anfang sein wird, denn wie ich ihn kenne, wird er seine Macht vergrößern wollen, um schließlich der Herrscher über alles zu sein. So weit darf es nicht kommen. Dagegen müssen wir uns stellen.“

Justine sagte nichts. Sie dachte nach, und dann drehte sie sich um. Sie ging bis zur Türschwelle, blieb dort stehen und schaute noch einmal zurück in ihre Welt.

Düster war sie. Nicht schwarz, denn hinter dem dunklen Grau schimmerte noch das Licht.

Aber sie sah noch mehr. Die Entfernung war nicht zu schätzen, doch schräg über ihr malte sich ein gewaltiges Skelett ab, dessen dunkle Knochen etwas grünlich schimmerten.

Und sie sah die Sense. Das große schimmernde Blatt, das schon einer Spiegelscherbe gleich kam.

Justine dachte daran, wie nahe sie daran gewesen war, vernichtet zu werden, und diese Tatsache festigte ihren Entschluss. Sie drehte sich wieder um und betrat die Hütte.

Mallmann schaute sie jetzt an. „Hast du dich entschlossen?“

„Ja.“

„Und wie?“

„Ich mache mit!“

Dracula II nickte. „Es ist das Beste, was dir hat einfallen können, Justine. Die großen Zeiten sind erst mal gestoppt. Ich aber möchte sie wieder zurückhaben.“

Die blonde Bestie, die plötzlich einen wahnsinnigen Blutdurst verspürte, verzog trotzdem die Lippen zu einem spöttischen Lächeln. „Hoffentlich ist auch Sinclair vernünftig.“

„Das muss er. Ich kenne ihn. Außerdem wird ihm nichts anderes übrig bleiben.“

Für Mallmann war die Sache erledigt. Er drehte sich um und ging mit eiligen Schritten auf den Spiegel zu.

Die Cavallo hatte Mühe, ihm zu folgen. Außerdem verstärkte sich die Gier nach Blut. Sie zerrte die Lippen auseinander und zeigte ihre spitzen Vampirhauer, obwohl niemand in der Nähe war, dem sie die Zähne in den Hals hätte schlagen können.

Mallmann ging auf den Spiegel zu. Er brauchte nur die Hand auszustrecken und war verschwunden.

Wenig später gab es auch Justine Cavallo nicht mehr. Trotzdem war die Vampirwelt nicht verlassen, denn im Hintergrund lauerte der Schwarze Tod …

*

Shao und Suko blickten mich an. Sie sahen gespannt aus, und erst mein schwaches Lächeln sorgte für eine leichte Entspannung.

„Bei den Conollys ist alles in Ordnung“, meldete ich, „sofern man davon in dieser Lage sprechen kann.“

Shao nickte. „Wäre aber trotzdem schön, wenn alles normal liefe. Das ist vorbei. Es gibt Lady Sarah nicht mehr. Das Gefüge hat einen Riss bekommen.“

Es stimmte. Aber was sollten wir machen? Wir konnten das Schicksal oder die andere Seite nicht beeinflussen. Sie ging ihre eigenen Wege. Ich hatte mit Bill Conolly telefoniert und mit ihm über den Tod der Sarah Goldwyn gesprochen. Dabei hatte mich mein Freund kundig gemacht, so wusste ich darüber Bescheid, was mit seinem Sohn Johnny passiert war. Allmählich kam ich zu der Überzeugung, dass wir eine Art von Generalangriff erlebten. Der Schwarze Tod und seine Vasallen hatten sich entschlossen, auf breiter Linie zuzuschlagen. Ich war fest davon überzeugt, dass er dahinter steckte, und er hatte sich einen starken Helfer besorgt, den Grusel-Star Vincent van Akkeren, der schon in der Hölle geschmiedet worden war und mit aller Macht versucht hatte, Anführer der Templer zu werden, wobei er sich dem Dämon Baphomet angedient hatte.

Jetzt stand er auf der Seite des Schwarzen Tods. Die Frage, welcher der beiden Dämonen stärker war, stellte ich mir erst gar nicht, doch das ursprüngliche Ziel, Chef der Templer zu werden, hatte er sicherlich nicht vergessen. Möglicherweise mithilfe des Schwarzen Tods, der ihn aus der Verbannung geholt hatte.

Für uns war es zudem schlimm, dass wir zur Untätigkeit verdammt waren. Wir konnten wirklich nichts tun. Es gab keinen Punkt, der sich als Ansatz eignete. So blieben wir verloren inmitten einer Wüste, aus der wir keinen Ausweg fanden.

„Die einzigen Spuren sind die vernichteten Monster“, erklärte ich. „Wir werden sie untersuchen lassen. Ich nehme an, dass unsere Spezialisten etwas herausfinden. Zudem muss man davon ausgehen, dass es sich nicht um dämonische Wesen handelt. Ich kann mir vorstellen, dass sie einer Genwerkstatt entstammen und sich der Schwarze Tod dort bedient hat.“

Widerspruch erntete ich nicht. Suko brütete vor sich hin und suchte nach einem klärenden Gedanken. Shao erging es nicht anders. Sie saß auf der Couch und hielt ihre Teetasse in der Hand, den Blick dabei ins Leere gerichtet.

„Er wird große Pläne haben“, sagte Suko. „Aber er wird sie zurückstellen müssen. Er wird zuerst versuchen, seine Widersacher aus dem Weg zu räumen. Das sind wir nun mal.“

„Lady Sarah gehörte nicht dazu.“

„Stimmt. Aber damit hat er uns treffen können. Sie war das schwächste Glied in der Kette.“

„Und er hat seine kleinen Bestien zu Glenda Perkins geschickt.“

„Nur als Beobachter“, sagte mein Freund.

„Für mich ist sie auch ein schwaches Glied.“

„Willst du sie anrufen und dich erkundigen …“

Ich schüttelte den Kopf. „Nein, nein, das will ich mal dahingestellt sein lassen. Mancher Anruf, der beruhigend gemeint ist, kann das Gegenteil erzeugen.“ Ich trank einen Schluck Tee. Dann sprach ich weiter. „Es kann natürlich sein, dass van Akkeren oder der Schwarze Tod zunächst die erste Welle geschickt hat. Dass er jetzt eine Pause einlegt, um sich zu regenerieren. Möglich ist alles, und ich werde …“

„Sorry, John, mir ist da gerade ein Gedanke gekommen“, unterbrach Shao.

„Welcher denn?“

Sie saß unbeweglich und schaute nach vorn. Auf ihrer Stirn hatte sich eine nachdenkliche Falte gebildet. Wir schauten sie gespannt an und unterbrachen sie nicht in ihren Überlegungen.

„Mir ist da ein Gedanke gekommen“, sagte sie und hob einen Zeigefinger. „Es kann durchaus sein, dass er nicht nur uns aus dem Weg schaffen will. Der Schwarze Tod hat noch andere Pläne.“

„Bestimmt“, sagte ich.

„Lass mich ausreden, John. Ich gehe davon aus, dass wir nicht seine einzigen Feinde sind. Ich will auch konkret werden.“ Jetzt schaute sie mich dabei an. „Kurz vor seiner Rückkehr, John, hat man dich in die Vampirwelt gelockt. Stimmt’s?“

„Klar. Daran erinnere ich mich gut. Ich habe mich dort wie ein Gefangener gefühlt.“

„Aber man hat dich dort nicht gefangen gehalten, sondern gewarnt vor ihm. Mallmann und die Cavallo.“

„Genau.“

„Auch sie haben versucht, ihn zu stoppen. Sie sind ebenfalls Feinde des Schwarzen Tods, und das weiß er genau. Mit anderen Worten, der Schwarze Tod wird ebenfalls versuchen, Mallmann und die Cavallo zu töten. Er muss sie vernichten. Sie sind seine Feinde. Und bei Feinden spielt es keine Rolle, woher sie kommen. Das können schwarzmagische sein, aber auch normale Menschen wie wir.“

„Worauf willst du hinaus?“, fragte ich.

„Das ist ganz einfach, John. Ich könnte mir vorstellen, dass bei diesem Angriff nicht nur wir gemeint sind, sondern auch unsere Feinde, eben Mallmann und Justine Cavallo.“

Sie hatte alles gesagt und fügte noch ein Nicken hinzu.

Suko und ich schauten uns an. Allmählich sickerte auch in meinen Kopf hinein, was Shao gemeint hatte. Und ich musste zugeben, dass sie sich nicht zu weit von der Wirklichkeit entfernt hatte.