John Sinclair - Folge 1333 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair - Folge 1333 E-Book

Jason Dark

0,0
1,49 €

Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009! Mordgelüste (2. Teil). Mordgelüste überkamen die drei Studenten, die in den Bann des gefährlichen Saladin geraten waren. Er war der perfekte Hypnotiseur. Er schaffte sie alle, nicht nur die Studenten. Das musste auch ich am eigenen Leib erfahren, als ich in die Höhle des Löwen eindrang und unter die Kontrolle des Saladin geriet - und damit auch unter die des Schwarzen Tods ... John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 144

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumMordgelüste (2. Teil)Vorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Mordgelüste (2. Teil)

Mordgelüste überkamen die drei Studenten, die in den Bann des gefährlichen Saladin geraten waren. Er war der perfekte Hypnotiseur. Er schaffte sie alle, nicht nur die Studenten.

Das musste auch ich am eigenen Leib erfahren, als ich in die Höhle des Löwen eindrang und unter die Kontrolle des Saladin geriet – und damit auch unter die des Schwarzen Tods …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4079-9

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Mordgelüste (2. Teil)

Gregg Fulton stand starr auf der Stelle. Er schaute auf den reglosen Körper des Mannes, der ihn vor einem Mord bewahrt hatte und nun zu seinen Füßen lag.

Es gab nichts, was Fulton Leid tat, denn es existierten in diesen Augenblicken keine Gefühle und Gedanken mehr.

Der blonde Student mit der Brille war innerlich leer und glich einer Marionette. Er schaute über den reglosen John Sinclair hinweg auf ein Objekt, das nicht nur ihn fasziniert hatte.

Es war der Kopf!

Nicht nur ein Schädel. Nicht aus Fleisch, Knochen und Muskeln, nein, dieser Kopf war ein besonderes Kunstwerk. Er bestand aus Glas und stand auf einem stängelartigen Ständer, als wäre der Schädel eine kostbare Blume. Helles Glas, dennoch gefärbt. Rotes und gelbliches Licht vereinigten sich darin. Es lief wie Fäden durch den Schädel und sorgte für ein bestimmtes Leben.

Ein Kunstwerk oder Kopf, der nicht starr war, denn das Leben befand sich in den Augen, die einen bestimmten Glanz abgaben, und es war auch daran zu sehen, dass sich der Mund in die Breite gezogen hatte, sodass er den Betrachter anlächelte.

Beim Eintreten der beiden Männer war das nicht so gewesen. Da hatte dieser Glaskopf ein starres Bild abgegeben. Das war nun vorbei, und Sinclair hatte als Erster das Lächeln bemerkt und sich davon ablenken lassen.

Gregg Fulton hatte hinter dem Rücken des Mannes gestanden und einfach nur abgewartet.

Dann war der Befehl gekommen.

SCHLAG IHN NIEDER!

Das hatte Gregg getan und den Yard-Mann völlig unvorbereitet getroffen.

Sinclair war einfach zusammengesackt und rührte sich bereits seit einer halben Minute nicht mehr. So viel Zeit war ungefähr nach dem Niederschlag verstrichen.

Die Leere!

Außen und innen. Gregg Fulton fühlte nichts mehr. Gedanken gab es bei ihm nicht. Auch keine Überlegungen. Er war kein Mensch mehr.

Mehr Mensch war der Kopf vor ihm. Aus Glas. Leuchtend, aber keine Wärme ausstrahlend. Weder normale noch gefühlsmäßige. Er war bösartig und faszinierend zugleich. Er war der Herrscher. Er konnte auch ein Bote sein, aber darüber machte sich Fulton keine Gedanken. Er wartete darauf, dass etwas mit ihm selbst passierte, nur musste er erst angestoßen werden und …

„Das hast du gut gemacht!“

Da war sie wieder. Die Stimme, die einen so barschen Klang hatte und ihm trotzdem nicht zuwider war. Er verzog den Mund zu einem Lächeln und freute sich über den ersten Kontakt, auch wenn er den Sprecher nicht sah.

Nur die Stimme!

Sie gehörte ihm, dem großen Saladin. Dem Mann, der die Hypnose so perfekt beherrschte. Der vorhanden, aber nicht sichtbar präsent war. Er war der große Überflieger, der Meister seines Fachs.

Es blieb bei der Stimme. Kein Bild erschien, wie es sonst der Fall gewesen war. Gregg Fulton erinnerte sich genau. Wenn diese schreckliche Figur erschienen war, wurde er aus seinem normalen Leben herausgerissen. Da war er nicht mehr er selbst. Er empfing die Botschaft und musste ihr folgen, ob er wollte oder nicht.

Es war die Gestalt im Hintergrund. Noch unangreifbarer als Saladin. Dieses schwarze und gewaltige Skelett mit seinen leicht schimmernden Knochen, den rot glühenden Augen und der mächtigen Mordsense, die seine perfekte Waffe war.

Eine Erschienung, die das Grauen brachte. Gregg war ihr hörig. Wenn sein Bild wie ein Blitz vor ihm auftauchte, konnte er nichts anderes mehr tun, als das, was ihm befohlen wurde.

Er und Saladin!

Der Mund lächelte Gregg noch immer an. Auch in den Augen verteilte sich dieser Ausdruck. Ob sie Pupillen besaßen, sah er nicht. Sie waren einfach nur gläsern, aber er hatte das Gefühl, als würden sie ihm einen Blick zuschicken, der seine Seele erwischte.

„Deinen Fehler habe ich dir bereits verziehen!“, flüsterte die Stimme wieder. „Jetzt möchte ich, dass du mir auch weiterhin zur Seite stehst. Ich werde mich auf dich verlassen müssen, aber ich werde mich auch um deine beiden Freunde kümmern.“

„Was soll ich tun?“, fragte Gregg Fulton.

„Bist du stark?“

„Weiß nicht.“

„Du musst aber stark sein. Du wirst dich bücken und dich um John Sinclair kümmern. Wenn du ihn nicht tragen kannst, dann zieh ihn über den Boden. Ich werde dir sagen, wohin du ihn schaffen sollst. Hier kann er nicht bleiben.“

„Ja, das werde ich machen.“

Gregg bückte sich und fasste den Bewusstlosen an. Er hievte ihn hoch, aber er würde es nicht schaffen, ihn über die Schulter zu wuchten und zu tragen.

Deshalb hielt er sich an den Rat des Hypnotiseurs, fasste Sinclair an den Gelenken an und schleifte ihn über den Boden. Er wusste noch nicht, wohin er gehen musste. Er passierte nur den leuchtenden Glaskopf, dessen Mund nicht mehr lächelte und lauschte der Stimme des Hypnotiseurs in seinem Kopf.

Gregg besaß keinen eigenen Willen mehr. Er stand voll und ganz unter dem Bann dieses Menschen, der über andere Menschen eine große Macht besaß.

Die nächsten Minuten vergingen wie im Traum. Er blieb im Haus des Hypnotiseurs. Er schaffte Sinclair auch weg, doch er konnte sich nicht daran erinnern, wohin er ihn letztendlich gebracht hatte. Ihm war auch nicht bewusst, dass man ihn wieder auf den Rückweg schickte. Erst als er den Glaskopf wieder sah, blieb er stehen und nahm fast die gleiche Position ein wie zuvor.

Der Kopf strahlte noch immer. Es war überhaupt die einzige Lichtquelle im Eingangsbereich des Hauses. Für einen Moment fühlte sich Gregg Fulton unwohl unter dem Blick der kalten Augen, dann wurde er abgelenkt, weil er wieder die Stimme des Hypnotiseurs in seinem Kopf hörte, die ihn sogar lobte.

„Das hast du gut gemacht!“

„Danke.“

Der nicht sichtbare Hypnotiseur sprach weiter. „Ich erklärte dir ja schon, dass du deinen Fehler wieder korrigiert hast. Du stehst wieder auf meiner Liste, und ich habe dich für andere Aufgaben vorgesehen.“

„Danke.“

„Du kennst nur Sinclair, nicht?“

„Ja.“

„Und deine beiden Freunde? Was ist mit ihnen? Mit Ellen und mit Dick?“

„Ah ja“, flüsterte Gregg. „Die beiden. Wir waren ein Team. Wir haben uns beim Studium gefunden.“

„Das weiß ich alles, mein Freund. Ich erinnere mich sehr gut an euren Besuch.“

„Ich auch.“

„So sind auch wir zu einem Team geworden. Ich habe uns zusammengeschweißt. Es tat mir gut. Und ich möchte nicht, dass dieses Team gesprengt wird. Du gehörst mir und die anderen beiden zählen auch dazu. Geh wieder zu ihnen und erinnere dich daran, denn du weißt, was derjenige verlangt, der hinter mir steht und der dein wahrer Herr ist.“

„Ich kenne seine Wünsche“

„Einmal hast du ihn enttäuscht. Ein zweites Mal darf das nicht mehr passieren.“

„Ich werde mich bemühen.“

„Dann entlasse ich dich jetzt. Du wirst aus dem Haus gehen und dich daran nicht mehr erinnern. Erst wenn ich es will, wird diese Erinnerung zurückkehren.“

„So soll es sein!“

„Dann geh jetzt!“

Gregg Fulton gehorchte. Er wagte erst gar nicht, etwas anders zu tun. Er machte auf dem Absatz kehrt und schritt vor. Auch jetzt ging er wie jemand, der nicht unbedingt Herr über seine eigenen Bewegungen ist. Er schaute starr nach vorn. Er öffnete die Tür, ohne es richtig nachvollziehen zu können und als er ins Freie trat, spürte er kaum die warme und feuchte Luft, die ihm entgegenschlug.

Bei ihm war alles anders geworden. Als einsame Gestalt ging er durch den dunklen Garten auf das Tor zu und verschwand in der Dunkelheit der Nacht, als würde sich seine Gestalt auflösen …

*

Es fing wieder an, und es war schlimm!

Himmel, ich kannte diesen Zustand des Erwachens. Wie oft ich ihn erlebt hatte, wusste ich nicht zu sagen, aber eigentlich zu oft. Ich war niedergeschlagen worden und das war mir leider nicht zum ersten Mal passiert. Aber ich tauchte wieder auf. Vielmehr mein Geist kehrte aus Sphären zurück, in denen er gefangen gehalten worden war und wo die absolute Dunkelheit vorherrschte, sodass ich dort weder etwas hatte spüren noch sehen können.

Ich merkte, dass um mich herum etwas vorging. Ich war wieder ein Körper und eine Seele. In meinem Kopf tuckerte es, als liefe dort ein Motor, der immer wieder stotterte.

Ich hatte an Gewicht zugenommen. Etwas Schweres lastete auf meinem Kopf und verschonte auch das Gesicht nicht. Es besaß ein bestimmtes Gewicht, aber es war trotzdem kein Gegenstand. Es musste einfach an der Luft liegen, die so schwer geworden war. Oder auch an etwas, das in meinem Kopfinnern steckte und sich einfach nicht vertreiben ließ. Es füllte den Kopf aus und drückte meine Gedanken zurück.

Trotzdem funktionierte mein Gehirn. Ich war in der Lage, zu denken. Zwar nicht so gut wie sonst, doch ich merkte, dass gewisse Dinge in Etappen zurückkehrten.

Dabei störten mich die Schmerzen, aber dieses Gefühl war mir ebenfalls nicht neu. Ich konnte sie zwar nicht völlig ignorieren, aber ich wollte mich nicht zu stark auf sie konzentrieren, um nicht von den wichtigen Dingen abgelenkt zu werden.

Ich freute mich auch darüber, dass ich normal Luft holen konnte. Keine Brust, die schmerzte. Nichts, was sich in meinem Innern zusammenzog. Dabei merkte ich, dass es eine etwas kühlere Luft war, die in meine Lunge drang. Schon bewegte sich etwas in meinem Gehirn. Ich begann nachzudenken.

Eine schwüle Sommernacht! Ich hatte mich auf der Suche nach einem Studenten befunden, der Gregg Fulton hieß. Ich fand ihn in einer Bar. Er saß an der Theke, hatte ein Messer gezogen und wollte damit eine rothaarige Barfrau erstechen.

Ich hatte ihn im letzten Augenblick daran hindern können und mich anschließend mit ihm beschäftigt.

Gregg Fulton war das gleiche Schicksal widerfahren wie Dick Summer und Ellen Bates. Auch sie waren nach einem Forschungsbesuch für ihr Studium radikal aus ihrem normalen Leben herausgerissen worden. Zwar hatten sie es äußerlich so weitergeführt, aber es hatte bei ihnen schreckliche Intervalle gegeben.

Ein Bild erschien!

Der Schwarze Tod in all seiner Scheußlichkeit. Und er brachte die Gedanken mit, die so menschenfeindlich waren, denn er wollte, dass die ansonsten völlig normalen jungen Menschen töteten.

Sie sollten andere umbringen – einfach so. Er wollte das Chaos und hatte sich dabei eines Hypnotiseurs bedient, der sich Saladin nannte. Ihm waren die drei Studenten in die Falle gegangen. Sie hatten ihn für ihr Studium interviewt, weil sie mehr über das Geheimnis der Hypnose und den dabei entstehenden veränderten soziologischen Hintergrund erfahren wollten. Sie waren zu naiv gewesen oder an den Falschen geraten, denn Saladin stand auf der anderen Seite.

Durch ihn gerieten sie in den Bann des Schwarzen Tods und der hatte sie bisher nicht losgelassen.

Nicht nur sie waren naiv gewesen. Auch ich. Ich hatte gedacht, Gregg Fulton trauen zu können. Zunächst war auch alles gut gegangen. Er hatte sich bereit erklärt, mich zu Saladin zu bringen. Es war so einfach gewesen, in sein Haus zu gelangen.

Da hatte ich etwas gesehen!

Ich musste schon länger nachdenken, bis mir einfiel, dass es ein Kopf aus Glas gewesen war. Versehen mit einem menschlichen Gesicht, mit Augen, Mund und Ohren. Ich hatte es starr erlebt, bis zu dem Zeitpunkt, als der gläserne Kopf seine Lippen zu einem Lächeln verzogen hatte, ohne dass er gebrochen war.

Da wusste ich, dass mehr dahinter steckte. Aber dieses Wissen brachte mir nichts mehr. Ich hatte einfach die Kraft der anderen Seite unterschätzt. Gregg Fulton war zu stark gewesen. Er hatte all seine Kraft in den Schlag gelegt und mich dabei perfekt getroffen.1

Vorbei der Traum!

Aus dem ich jetzt allerdings erwachte und bereits so weit war, dass ich mich erinnern konnte. Nur die Schwäche hatte ich noch nicht ablegen können, und es gefiel mir auch nicht, dass ich mit einem gewaltigen Brummschädel auf dem kalten Boden lag, der hart und glatt war.

Nachdem sich mein Geist bewegt hatte, versuchte ich es auch mit meinem Körper. Die Beine konnte ich anziehen, was mir schon mal gefiel. Das Gleiche versuchte ich mit den Armen und war froh, dass es auch bei ihnen klappte.

Zwar waren sie schwer und wirkten wie mit Metall gefüllt, aber das konnte ich nicht ändern.

Den rechten Arm brachte ich so weit in die Höhe, dass ich damit über mein Gesicht tasten konnte. Wo mich der Schlag genau getroffen hatte, war mir nicht erinnerlich. Das konnte am Nacken, aber auch an der Stirn gewesen sein.

Im Gesicht fühlte ich keine Schwellungen, aber am Hinterkopf gab es eine dickere Stelle, die sich bestimmt auch verfärbt hatte. Sie strahlte einen Schmerzimpuls aus, als ich sie berührte.

Ich wusste nun Bescheid, was mich trotzdem nicht weiterbrachte, denn ich lag in einem wirklich dunklen Raum oder Verlies, in dem kein Lichtstrahl zu sehen war.

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich war gefangen. Ein Gefangener sicherlich nicht eines gewissen Gregg Fulton, sondern der Person, die hinter ihm stand, und die ich bisher noch nicht zu Gesicht bekommen hatte.

Saladin natürlich!

Viel wusste ich nicht von ihm, aber wenn er wirklich ein Verbündeter des Schwarzen Tods war wie auch Vincent van Akkeren, dann befand ich mich in einer mehr als bescheidenen Lage.

Grund zur Panik bestand nicht. Zunächst nicht. Ich musste mich erst zurechtfinden und die Zeit ausnutzen, in der ich allein und ungestört war.

Es brachte mir noch nichts ein, wenn ich versuchte, auf die Beine zu kommen. So blieb ich zunächst liegen und dachte darüber nach, dass ich nicht gefesselt worden war. Dies sah ich als einen Vorteil an.

Ich tastete mich ab.

Das Kreuz war noch da!

Als ich es anfühlte, wollte ich es nicht loslassen. Es war für mich noch immer das große Zeichen der Hoffnung. Die zweite Hoffnung allerdings hatte man mir genommen.

Meine Beretta war weg!

Klar, damit hatte ich rechnen müssen. Auch das Messer, das ich Gregg Fulton abgenommen hatte, war nicht mehr vorhanden. Alles andere wäre auch ein Wunder gewesen.

Nur das Kreuz besaß ich.

Warum hatte man es mir nicht abgenommen? Hatte dieser Saladin es vielleicht als zu harmlos eingestuft? Oder war er jemand, der Kreuze überhaupt ignorierte?

Eine Antwort fand ich nicht. Deshalb musste ich mir auch keine Gedanken darüber machen. Mir war zudem klar, dass ich hier nicht ewig liegen würde. Irgendwann würde jemand erscheinen und sich um mich kümmern. Es musste einfach dieser Hypnotiseur sein. Bisher hatte ich ihn noch nicht gesehen und war entsprechend gespannt auf ihn.

Meine Gedanken und Überlegungen hatten mich von den wahren Dingen abgelenkt. So waren auch die Schmerzen und der Druck in meinem Kopf unterdrückt worden, aber jetzt spürte ich das Hämmern wieder. Am Nacken fing es an und zog sich hoch bis in meine Stirn hinein und auch unter die Schädeldecke.

Wenn es denn so blieb, würde ich leicht behindert einem Feind gegenüber stehen, der alle Vorteile auf seiner Seite wusste. Wenn er tatsachlich mit dem Schwarzen Tod zusammenarbeitete, hatte ich nichts zu lachen. Der würde mich mit seiner verdammten Sense aufspießen wie das Metall ein Stück Schaschlikfleisch.

Der erste Versuch klappte noch nicht. Ich kam nicht normal hoch, weil mich einfach ein zu starker Schwindel erwischte. So blieb ich wieder liegen und wartete auf bessere Zeiten.

Tief und ruhig atmen!

Das war für mich die Hauptsache. Nur nicht wieder in den Zustand der Bewusstlosigkeit fallen, denn dann konnte ich wirklich einpacken. Schweiß brach mir aus und blieb dann kalt auf meiner Haut kleben.

Ich merkte leider sehr deutlich, dass ich kein Superman war, sondern ein normaler Mensch mit vielen Schwächen, die ich reduzieren musste. Leider besaß ich nicht die Gabe meines Freundes Suko, der es allein durch die Kraft seines Willens schaffte, sich zu erholen, wobei er sich manchmal sogar in Trance versetzte.

Ich aber hing hier zwischen Baum und Borke, verfluchte mein Schicksal und startete einen zweiten Versuch, da ich nicht länger auf dem harten Boden liegen bleiben wollte.

Diesmal ging ich etwas vorsichtiger zu Werke. Ich drückte mich langsam hoch, der Schwindel kehrte zurück, war jedoch weniger stark. Deshalb gelang es mir auch, mich aufrecht hinzusetzen.

Ein erster Erfolg.