John Sinclair - Folge 1335 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair - Folge 1335 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009! Mandragoros Liebeshexe. Wenn der Mensch denkt, die Natur beherrschen zu können und zu stark in ihren Rhythmus eingreift, kann es irgendwann zur Katastrophe kommen. Im Großen passieren Überschwemmungen, das Rutschen ganzer Berghänge. Aber auch im Kleinen schlägt die Natur zurück, denn sie besitzt einen gewaltigen Wächter. Mandragoro, den Umwelt-Dämon! Er spürte den Schmerz der Wunden, die die Menschen in der Natur hinterlassen hatten. Er wollte Vergeltung. Alle sollten sterben, die die Natur so vergewaltigt hatten. Und so gerieten sie in die Fänge von Mandragoros Liebeshexe ... John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 143

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumMandragoros LiebeshexeVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Mandragoros Liebeshexe

Wenn der Mensch denkt, die Natur beherrschen zu können und zu stark in ihren Rhythmus eingreift, kann es irgendwann zur Katastrophe kommen. Im Großen passieren Überschwemmungen, das Rutschen ganzer Berghänge. Aber auch im Kleinen schlägt die Natur zurück, denn sie besitzt einen gewaltigen Wächter.

Mandragoro, den Umwelt-Dämon!

Er spürte den Schmerz der Wunden, die die Menschen in der Natur hinterlassen hatten. Er wollte Vergeltung. Alle sollten sterben, die die Natur so vergewaltigt hatten. Und so gerieten sie in die Fänge von Mandragoros Liebeshexe …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4081-2

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Mandragoros Liebeshexe

Liane spürte den Druck an der Kehle, als sie im Spiegel ihre Brüste betrachtete.

Für einen Moment schloss sie die Augen. Nicht, weil sie ihre Brüste nicht sehen wollte, nein, sie konzentrierte sich auf das Gefühl in der Kehle, das sich immer mehr verdichtete und auch Signale an ihr Hirn schickte. Sie wusste, dass es wieder Zeit war.

Jemand würde sterben!

„Nein, nein, du kannst ruhig essen. Gerda. Ich habe hier noch länger in der Hütte zu tun. Aufräumen und so. Außerdem habe ich Getränke gekauft, die ich noch verstauen muss.“

„Verstehe, Luke. Trotzdem meine Frage. Wann ungefähr bist du denn wieder zurück?“

Luke Simmons schaute auf seine Uhr. Blitzschnell dachte er nach. „In ungefähr zwei Stunden, nehme ich an.“

„Okay. Ich warte.“

„Aber nicht mit dem Essen, Gerda. So spät kann ich beim besten Willen nichts zu mir nehmen.“

„Weiß ich doch. Dann bis gleich.“

„Ja, ich freue mich.“

Simmons stellte sein Handy ab und blies die Luft aus. Dass seine Frau um diese Zeit noch anrufen würde, hätte er nie gedacht. Ob sie etwas ahnte? War ein gewisses Gefühl in ihr hochgestiegen, das ihr sagte, da stimmt etwas nicht?

Frauen reagierten oft sensibler als Männer. Sie merkten sehr schnell etwas. In diesem Fall hätte sie nicht verkehrt gelegen. Nur hätte der Anruf jetzt besser gepasst als später, das wusste Luke Simmons auch. Er musste sich nur etwas drehen und einen Blick durch die halb offen stehende Tür werfen, dann sah er den Grund.

Er sah den nackten Rücken einer jungen Frau, die sich im Bad aufhielt. Sie hatte sich nur mal kurz frisch machen wollen, um danach zu ihm zu kommen.

Liane war eine Wucht. Sie war über ihn gekommen wie ein auf der Erde gelandeter Engel, den es dabei zufällig in den nahen Wald verschlagen hatte, in dem es ihm gefiel.

Ein Engel oder eine Frau, die einem Mann all das geben konnte, was er brauchte. Und noch etwas mehr, wie Luke Simmons wusste. Liane war einfach fantastisch. Man konnte sie schlecht beschreiben, ohne irgendwelche Superlative zu benutzen, aber das stimmte. Sie war super. Sie war gut, und sie stellte nicht viele Fragen.

Sie war einfach da gewesen. Keine großen Fragen, und ebenfalls keine Antworten.

Ganz nackt war sie nicht. Liane trug noch einen winzigen Slip, der allerdings kaum auffiel, weil er fast so hell war wie ihre Haut, die stets ein wenig grünlich schimmerte. Diesen Eindruck hatte Luke Simmons jedenfalls.

Er hatte sie gesehen, angeschaut, und sie hatte seinen Blick erwidert. Dann waren sie in die Hütte gegangen. Sie hatten kein Wort miteinander gesprochen und waren übereinander hergefallen wie in einem Rausch.

Danach war Liane gegangen und im Wald verschwunden. Einfach so. Ohne etwas zu sagen.

Aber sie war zurückgekehrt. Darauf hatte Simmons gesetzt. Und jetzt freute er sich auf die zweite Liebesnacht, die wieder so wild und zügellos werden würde.

Die Hütte gehörte nicht nur Luke Simmons, sondern auch seinen Jagdfreunden. Sie hatten sie gebaut, um im Wald ein kleines Refugium zu haben, wo mal eine Feier durchgezogen werden konnte. Sogar ein Bad war eingerichtet worden. Wasser stammte aus einem großen Behälter, ansonsten war die Hütte praktisch in zwei Hälften unterteilt. In einen Wohn- und in einen Schlafraum. In Letzterem mussten die Menschen auf Pritschen liegen, aber für eine Nacht ging das.

Strom gab ein Generator, sodass die Männer nicht im Dunkeln zu tappen brauchten.

Zwei Sofas, Sessel und auch einfache Klappstühle dienten als Sitzgelegenheiten. Luke Simmons hatte es sich auf einem der Sofas bequem gemacht. Er hielt den Kopf so gedreht, dass er in das Bad schauen konnte, wo Liane vor dem Spiegel stand und sich dabei lasziv bewegte.

Ob sie wusste, dass man sie beobachtete und sie sich bewusst so drehte, um ihn scharf zu machen?

Simmons war sich nicht sicher. Die Vorstellung allerdings gefiel ihm gut, und so freute er sich auf eine heiße Zeit mit dieser wunderbaren Frau.

Er wollte zudem mehr über sie wissen. Auf seine Fragen hatte sie ihm keine Antworten gegeben und nur vieldeutig mit den Schultern gezuckt.

Sie drehte sich um.

Das sah Luke, und er richtete sich auf. So bekam er einen besseren Blick auf die Tür, die von sanfter Hand aufgestoßen wurde, damit Liane Platz hatte.

Simmons konnte nicht anders. Er musste seinen Mund zu einem breiten Lächeln verziehen. In seiner Kehle wurde es eng. Die Augen schimmerten, denn dieser Anblick machte ihn verrückt.

Lianes Körper war sagenhaft. Eine schmale Taille, aber sehr große und schwere Brüste, die bei jedem Schritt leicht von einer Seite zur anderen schaukelten.

Das Haar wuchs recht dünn auf ihrem Kopf, war zurückgekämmt, sodass die Ohren frei blieben. Ihr Gesicht war nicht unbedingt schön, aber es gehörte auch nicht zum Durchschnitt. Es fiel möglicherweise deshalb auf, weil es so ebenmäßig war. Der etwas breite Mund passte zu der Nase, die den richtigen Schwung besaß. Doch faszinierend waren die Augen dieser Frau, nicht nur groß, sondern auch von einer seltenen Klarheit mit leicht grünlich schimmernden Pupillen, als wollte sie durch diesen Ausdruck andeuten, woher sie wirklich stammte.

Er wusste es nicht. Er hatte keine Antworten bekommen. Er hatte sie schon als Liebeshexe aus dem Wald angesehen, in dem sie sich über lange Zeit versteckt gehalten hatte.

Vor der offenen Tür blieb sie stehen. Sie sagte nichts und schaute zu Luke rüber. Die Arme hatte sie angewinkelt und die Hände in die schmalen Hüften gestemmt.

„Wer hat angerufen, Luke?“

Simmons winkte ab. „Ein Bekannter. Er wollte, dass ich noch bei ihm vorbeischaue.“

„Und? Machst du es?“

„Das weiß ich noch nicht“, erwiderte er locker. „Es ist zudem nicht wichtig. Zunächst einmal zählen nur wir. Alles andere kannst du wirklich vergessen.“

„Wenn du meinst.“

„Doch das meine ich. Jetzt gibt es nur uns beide. Und mein Telefon habe ich abgestellt.“

„Das ist gut.“

„Dann komm her.“ Er streckte ihr die Arme entgegen. „Ich habe lange genug gewartet, und du hast mir für heute Nacht etwas Besonderes versprochen.“

„Stimmt“, flüsterte sie. „Es soll auch etwas Besonderes sein.“ Mehr brauchte sie nicht zu sagen. Sie bewegte sich auf ihn zu. In der Hütte war es nicht dunkel, aber auch nicht unbedingt hell. Die auf alt gemachte Laterne unter der Decke reichte als Quelle soeben aus, um eine schummrige Atmosphäre zu schaffen.

Manchmal hatte Simmons an einen Traum gedacht, wenn er diese Frau gesehen hatte. Aber es war kein Traum. Das merkte er mit jedem Schritt, den sie näher auf ihn zukam. Sie war das Leben, das pralle Leben. In ihr brodelte und kochte es, und er merkte, dass sich etwas in seiner Kehle immer mehr verengte. Er war kaum in der Lage, richtig zu atmen und spürte, dass es hinter seinen Schläfen zuckte und leicht hämmerte.

Diese geheimnisvolle Frau in die Arme zu schließen, das war das Allerhöchste für ihn. Er kannte nur ihren Namen und wusste nicht mal, wie alt sie war. Das konnte er nur schätzen. Dreißig Jahre möglicherweise, vielleicht auch jünger. Jedenfalls war sie für ihn perfekt. In seinem bisherigen Leben hatte er nichts Perfekteres gesehen. Liane ließ ihn die eigene Frau vergessen.

Sie trat dicht an die Couch heran. Da blieb sie stehen und schaute mit ihren grasgrünen Augen auf ihn nieder.

„Und jetzt?“, fragte er.

„Überlässt du alles mir.“

Genau diese Antwort hatte er erhofft. Er fühlte sich plötzlich wie jemand, bei dem uralte Träume vor der Erfüllung standen.

Das war ein Wahnsinn! Einfach unglaublich, was er hier erleben durfte. Schon die nächsten Worte sorgten dafür, dass er sich noch wohler fühlte.

„Leg dich bitte auf den Rücken …“

„Sicher.“ Er hob die Beine an und nahm die Haltung ein, die Liane sich gewünscht hatte.

Von unten her schaute er sie an. Er sah ihre Brüste, die hell und zugleich etwas grünlich schimmerten. Er suchte nach einem Vergleich, und ihm fiel ein, dass diese Farbe auch etwas mit dem Licht zu tun hatte, das er manchmal im Wald gesehen hatte, wenn das Sonnenlicht sich seinen Weg durch die Lücken bahnte und dem Gelände ein so wunderbares Aussehen gab, für das er nur den Begriff verwunschen fand.

Auch Liane war verwunschen. Eine Fee, die in den Tiefen der Wälder gelebt und nun ihren Weg zu den Menschen gefunden hatte. Als wäre sie von einer Liebesgöttin geschickt worden.

Sehr langsam ging sie in die Knie. Simmons rechnete damit, dass sie damit beginnen würde, ihn auszuziehen. Zumindest wünschte er sich das. Aber das passierte nicht, denn sie hatte etwas ganz anderes mit ihm vor. Da knöpften keine Finger das Hemd auf, denn sie legte sich über und auf ihn. So schob sich ihr Gesicht an ihn heran, und schon bald schwebten die Augen mit dem klaren grünen Blick dicht über ihm, sodass er das Gefühl bekam, darin zu ertrinken.

Luke hatte die Realität vergessen. Er war tatsächlich in den Bann dieser Frau geraten. Seine Hände lagen auf ihrem nackten Rücken. Er spürte dort die Wärme der Haut, als er über sie hinwegstreichelte. Sie war so weich unter seinen Fingern.

Die Augen faszinierten ihn. Sie waren und blieben starr auf ihn gerichtet, als wollten sie alles in seinem Gesicht durchforschen und jede Pore der Haut untersuchen.

Nie zuvor hatte sich Simmons in einer derartigen Lage befunden. Er war ein Mensch, doch er fühlte sich nicht als solcher. Er tauchte ein in eine andere Welt, obwohl die Welt um ihn herum die Gleiche geblieben war.

Herrlich war es – so herrlich …

Ihr Mund näherte sich seinen Lippen. Er war halb geöffnet. Sie konnte nicht anders, sie musste ihn küssen, und Simmons merkte, wie gierig er darauf wartete.

Sie küsste ihn.

Es war wunderbar, als ihre Lippen sich auf seinen leicht bewegten. Sie glitten von einer Seite zur anderen, und dann erst schob sie ihre Zunge nach vorn.

Genau darauf hatte er gewartet. Er kannte es. Er empfand es einfach als fantastisch und zugleich unglaublich, von ihr geküsst zu werden. Es kam einem Wunder gleich. So wie er musste sich jemand fühlen, der in den siebten Himmel glitt.

Luke schloss die Augen.

Es war das Letzte, was er tun konnte, um sich ihr ganz und gar hinzugeben. Es gab für den Mann nichts anderes mehr, als nur noch die Zunge der Frau, die mit seiner spielte und sich dabei immer weiter nach vorn drückte, um seinen Mund mit kreisenden Bewegungen zu erkunden.

Er hatte seine Augen nicht schließen wollen. Das aber trat ganz automatisch ein. Sie fielen ihm wie von selbst zu. So war ein Sinn ausgeschaltet. Er konnte sich voll und ganz auf den Kuss und das Folgende konzentrieren.

Es folgte etwas. Weiterhin spielte die Zunge in seinem Mund eine sehr wichtige Rolle. Aber sie war jetzt anders oder hatte sich verändert. Zuerst glaubte er noch an eine Täuschung, weil er feststellte, dass sie die Weichheit verloren hatte.

War sie härter geworden?

Der Gedanke schoss durch seinen Kopf. Er wollte ihn sofort wieder verwerfen, was ihm nicht gelang, weil er sehr bald einsehen musste, dass er sich nicht geirrt hatte.

Sie war tatsächlich härter geworden, auch länger und zudem starrer!

Plötzlich schlug etwas Unsichtbares gegen ihn. Es erreichte sein Gehirn. Es sorgte dafür, dass der Zauber des Augenblicks verschwand.

Das war schlimm und …

Kein Atmen mehr. Nur noch schwach durch die Nase. Die Zunge wühlte in seinem Mund herum.

Aber sie war keine Zunge mehr, verflucht! Sie hatte sich in einen anderen Gegenstand verwandelt. Das war kaum zu erklären. Als würde sich ein Ast in seinem Mund bewegen.

Keine Luft mehr.

Dafür stieg die Angst in ihm hoch. Er geriet in Panik und glaubte, ersticken zu müssen. Luke wollte den nackten Frauenkörper von sich wegstemmen, was ihm nicht gelang. Er schien plötzlich doppelt schwer zu sein.

Ein Stoß mit der „Zunge“!

Nein, das war keine Zunge mehr. Das fühlte sich an wie ein starkes und spitzes Horn.

Noch konnte er schmecken. Und er schmeckte sein eigenes Blut, das aus einer Wunde im Mund rann.

Erst jetzt wurde ihm richtig klar, dass diese Liebesnacht nicht so enden würde, wie er sie sich vorgestellt hatt. Das war keine Zunge mehr in seinem Mund. Sie hatte sich in etwas anderes verwandelt, das er als hart und spitz empfand.

Die „Zunge„zog sich wieder zurück.

Für einen winzigen Augenblick schöpfte er Hoffnung, dass alles vorbei er. Er versuchte, den nackten Körper von sich wegzustemmen, aber ihm fehlte die Kraft. Er hatte seine Hände um die Hüften gelegt, aber er bekam die Arme nicht mehr gestreckt. Sie knickten ein, und zugleich rammte die „Zunge“ wieder vor.

Es passierte etwas Seltsames. Alles bekam er so klar mit. Etwas explodierte in seinem Mund. Er bekam den wahnsinnigen Schmerz mit, der durch seinen Kopf jagte. Zugleich spürte er, dass sich sein Mund mit einer Flüssigkeit füllte, die nur sein eigenes Blut sein konnte. Etwas knirschte oberhalb des Gaumens zusammen. Er hörte das Brechen von Knochen und schaffte es nicht, die Augen zu schließen.

Er schaute starr in das Gesicht über ihm, das allmählich verschwand, weil es von den heraneilenden Schatten verschluckt wurde.

Die Starre in den Augen des Mannes aber blieb.

Diesmal jedoch war es die Starre des Todes …

*

Die fast nackte Frau blieb noch für eine gewisse Zeit auf dem bewegungslosen Körper des Mannes liegen. Es schien, als wollte sie sich ausruhen. Erst nach einer Weile drückte sie ihren Körper in die Höhe, und das geschah sehr langsam.

Ein Beobachter hätte sehen können, wie sich etwas aus dem Mund des toten Mannes löste.

Es war keine Zunge.

Aus dem Mund der Frau ragte ein leicht nach oben gebogener Gegenstand hervor, an dem das Blut klebte und der aussah wie ein beschmierter Ast, der von einem starken Stamm wuchs.

Liane richtete sich auf. Es war noch Platz genug, um ihre Hände rechts und links des Körpers abzustützen. Für eine Weile blieb sie in dieser Position. Sie schaute nach unten. In ihren grünen Augen war kein Gefühl zu erkennen.

Sie sah auf ein blutiges Gesicht. Der Mund stand offen. Um die Lippen herum verteilte sich das Blut, das seinen Weg durch die Öffnung gefunden hatte.

Der lange Dorn hatte viel im Innern des Kopfes zerstört. Aber er war nicht durch die Haut nach außen gedrungen, sodass sie so aussah wie immer.

Liane schwang sich locker von der Couch. Sie blieb für einen Moment stehen und schüttelte ihr Haar aus. Noch immer ragte der breite Dorn aus ihrem Mund, und die unbewegliche Person erinnerte bei diesem Anblick an eine obszöne Plastik.

Sie tat nichts mehr. Nichts, was sie noch hätte erledigen müssen. Es war alles getan worden, und mit einer langsamen Bewegung drehte sie sich herum.

Dem Mann auf der Couch gönnte sie keinen Blick mehr. Er war für sie erledigt. Es gab nichts mehr, was sie noch interessierte. Aber sie hatte wieder mal ein Zeichen gesetzt. Das Zweite insgesamt. Sie hatte es den Menschen gezeigt, dass sie sich nicht so benehmen konnten, wie sie wollten. Auch sie mussten Regeln einhalten. Taten sie das nicht, mussten sie die Konsequenzen tragen.

So war es auch Luke Simmons ergangen, der sich wer weiß wie gefühlt und aufgespielt hatte. Er war so etwas wie ein kleiner Herrscher oder King gewesen, aber den Zahn hatte sie ihm gezogen. Eiskalt hatte sie seine Schwäche ausgenutzt wie auch bei dem Typ, der vor knapp einer Woche ums Leben gekommen war.

Liane war zufrieden.

Sie schaute auf das Handy, das auf dem Tisch lag. Er hatte mit seiner Frau telefoniert, das war ihr schon klar gewesen, auch wenn er es nicht hatte zugeben wollen.

Die Witwe sollte froh darüber sein, dass sie mit ihm nichts mehr zu tun hatte. Seine Ehe war auf einer Lüge aufgebaut, die sich auch nicht mehr zurücknehmen ließ.

Sie ging ins Bad.

Auf dem Stuhl lag ihr Kleid.