John Sinclair - Folge 1340 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair - Folge 1340 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009! Lady Sarahs teuflische Tochter. Der Anruf war nur kurz. Aber die letzten Worte schockten Jane Collins schon: "Bald wird dich der Teufel holen!" Eine Frau hatte gesprochen. Und es war kein Spaß gewesen, das wusste Jane auch. Nur kannte sie die Stimme nicht, aber sie lernte die Anruferin bald kennen. Es war Lady Sarahs teuflische Tochter ... John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 144

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumLady Sarahs teuflische TochterVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Lady Sarahs teuflische Tochter

Der Anruf war nur kurz. Aber die letzten Worte schockten Jane Collins schon:

„Bald wird dich der Teufel holen!“

Eine Frau hatte gesprochen. Und es war kein Spaß gewesen, das wusste Jane auch. Nur kannte sie die Stimme nicht, aber sie lernte die Anruferin bald kennen. Es war Lady Sarahs teuflische Tochter …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-4086-7

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Lady Sarahs teuflische Tochter

Die letzten Strahlen einer untergehenden Herbstsonne streuten in das Zimmer, als das Telefon seine Melodie abgab.

Eine Frauenhand griff nach dem Hörer.

„Collins.“

„Jane Colins?“

„Ja.“

Ein kurzes Lachen. Danach klang wieder die Stimme des Anrufers auf. „Bald wird dich der Teufel holen …“

Jane legte den Hörer auf. Sie nahm den Anruf gelassen hin. Keine einzige Schweißperle lag auf ihrer Stirn. In ihrem Job war sie es gewohnt, bedroht zu werden. Den Anruf konnte sie ernst nehmen, musste es aber nicht unbedingt. Als Detektivin trat sie so manchem auf die Füße, dessen Namen sie nicht kannte, weil die Person irgendwie mit dem Fall in einer weiten Distanz zusammenhing.

Aber lachen wollte sie auch nicht. Ein etwas ungutes Gefühl blieb trotzdem zurück.

Jane analysierte den Anruf. Es war nur wenig gesprochen worden. An den Tatsachen kam sie nicht vorbei. Telefoniert hatte sie mit einer Frau. Die Drohung, die ausgesprochen worden war, hatte hasserfüllt geklungen. Sie war nicht kalt gewesen, in diesem kurzen Text hatten schon verdammt viele Emotionen gesteckt. Man konnte die Anruferin als einen Menschen ansehen, der es ernst meinte.

Auf der anderen Seite dachte Jane daran, dass dieser Anruf etwas mit dem zu tun hatte, in das sie immer wieder hineingezogen wurde. Es war dieser Kreislauf des Schreckens. Oft genug hatte sie es nicht mit normalen Menschen als Gegner zu tun, sondern mit mächtigen Dämonen. Mit gefährlichen Gestalten, die für den normalen Menschen gar nicht existent waren, die es aber trotzdem gab, und deren Aktivitäten sich in der letzten Zeit gesteigert hatten, nachdem der Schwarze Tod zurückgekehrt war.

So hatte Lady Sarah Goldwyn, die Horror-Oma und die Frau, in deren Haus Jane wohnte, ihr Leben verloren. Ein brutaler Schlag der anderen Seite, und schon war es vorbei gewesen.

Jane wohnte jetzt allein in dem Haus, und sie gab ehrlich zu, dass ihr Sarah fehlte. Besuchen konnte sie die Horror-Oma leider nur noch auf dem Friedhof.

Sarah war eine vermögende Frau gewesen. Sie hatte mehrere Häuser in guten Wohnlagen besessen, auch einiges Vermögen an festgelegtem Geld. Aktien ebenfalls, und dieser gesamte Pool an Erbschaft war auf die Detektivin übergegangen. Jane konnte sich als reiche Erbin betrachten. Auf das Vermögen hätte sie allerdings gern verzichtet, wenn sie Sarah wieder bei sich gehabt hätte.

Die Detektivin war auch kein Mensch, der sich jeden Tag nach dem Aufstehen um das Geld kümmerte, das es zu verwalten gab. Sie hatte deshalb einen Treuhänder beauftragt, der sich darum kümmerte und sie nur belästigte, wenn wichtige Dinge passierten. Ansonsten wollte sie mit dem Kram nichts zu tun haben. Alles sollte so weiterlaufen, wie Sarah Goldwyn es eingerichtet hatte. Zu ihren Lebzeiten hatte sie sich als große Spenderin herausgestellt, und diese Gelder wollte Jane ebenfalls nicht stoppen. Sie liefen automatisch weiter.

An diesem Tag musste sie sich allerdings um die Geschäfte kümmern. Sie war mit einem der Inhaber aus der Kanzlei verabredet, weil noch irgendwelche Unterschriften getätigt werden mussten. Danach wollte sie dann mit dem Mann zum Essen gehen und noch einige Dinge in weniger nüchterner Atmosphäre besprechen.

Der Anruf störte sie. Er war ein Ärgernis. Jane hatte ihn locker abtun wollen, was sie jedoch nicht schaffte, denn die Stimme der Person wollte ihr einfach nicht aus dem Kopf.

Welche Frau hasste sie so?

Jane geriet ins Grübeln. Ihr fielen einige Namen ein, die sie allerdings wieder verwarf. An einer Person blieb sie hängen, und sie sah die Frau genau vor sich.

Sehr helle blonde Haare. Ein perfektes Gesicht. Eine perfekte Figur, wie Männer zumindest behaupteten. Hinzu kamen die enge Lederkleidung und der tiefe Ausschnitt. Das war so etwas wie ein Markenzeichen für eine gewisse Justine Cavallo. Ein Sex-Hit, aber zugleich ein Wesen, das nur deshalb existierte, weil es das Blut anderer Menschen trank.

Auf einen Nenner gebracht hieß das: Diese Justine Cavallo war ein weiblicher Vampir.

Beide mochten sich nicht. Sie wünschten sich gegenseitig zum Teufel. Sie waren einfach zu unterschiedlich. Jane konnte es nicht akzeptieren, dass jemand an ihrer Seite stand, der sich vom Blut anderer Menschen ernährte.

Sie stand auch nicht an ihrer Seite, aber sie war trotzdem zu einem Problem geworden, und das hing mit Janes Freund John Sinclair zusammen, denn ihm, dem Geisterjäger, hatte die Cavallo tatsächlich das Leben gerettet. Sie betrachtete ihn sogar als Partner, obwohl diese Sicht sehr einseitig war.

Leider hatte die Rückkehr des Schwarzen Tods alles verändert. Da waren wirklich die Grenzen verschoben worden, und darüber ärgerte sich Jane.

Hatte Justine sie angerufen?

Nein, bestimmt nicht. So primitiv reagierte sie nicht. Das musste eine andere Person gewesen sein, und Jane grübelte darüber noch nach, als sie ins Schlafzimmer ging, um sich für den Abend umzuziehen.

Zu elegant wollte sie nicht erscheinen, eher geschäftsmäßig. Dazu passte der graue Hosenanzug aus einem etwas dickeren Kaschmir-Wolle-Gemisch, denn draußen waren die Temperaturen recht tief gesunken. Fast schon ungewöhnlich für den Oktober.

Unter der Jacke wollte sie ein lindgrünes Top tragen, dessen Ausschnitt nicht zu weit war. Eine Kette legte sie ebenfalls um. Sie bestand aus Gold und sah aus, als hätten sich mehrere Würmer ineinander verschlungen. Der leichte Wollmantel hing unten, aber den brauchte Jane noch nicht. Es blieb ihr Zeit genug. Zudem lag die Kanzlei nicht sehr weit von ihrem Haus entfernt.

Sie hatte gedacht, das Treffen locker angehen zu können. Das war jetzt vorbei. Obwohl sie nicht daran denken wollte, blieb der Anruf in ihrer Erinnerung bestehen. Sie musste immer wieder an ihn denken, und sie grübelte auch darüber nach, welche Frau sie da kontaktiert hatte. Welchen Trick hatte sich die andere Seite wieder einfallen lassen? Oder hing es doch mit ihrem Job als Detektivin zusammen?

Sie konnte noch so lange darüber nachdenken, es gab keine Lösung für sie.

Der Treuhänder hieß William Hobson. Er hatte ihr nicht gesagt, dass sie noch irgendwelche Unterlagen mitbringen sollte, und so brauchte Jane auch keinen Aktenkoffer.

Sie verließ die erste Etage und ging nach unten. Als sie dem Geräusch ihrer Tritte auf den Stufen der Treppe lauschte, dachte sie trotzdem an die Ruhe, die innerhalb des Hauses herrschte, seit es Lady Sarah nicht mehr gab.

An manchen Tagen machte die Stille Jane nervös. Sie vermisste Sarah stärker als sie es gedacht hatte. In den ersten Tagen nach ihrem Tod war Jane kaum dazu gekommen, nachzudenken. Je mehr Zeit verstrich, umso stärker kehrte die Erinnerung zurück. Jane ertappte sich dabei, dass sie immer mal wieder in Sarahs kleines Wohnzimmer schaute, das mit so vielen Möbeln und auch Nippes überladen war. Designer hätten über ein derartiges Bild den Kopf geschüttelt, aber Sarah hatte sich in all dem Kram sichtlich wohl gefühlt, und die Einrichtung hatte auch einen gewissen Charme, den ihr auch Jane Collins nicht absprach.

Auch jetzt warf sie wieder einen Blick in das Zimmer. Sie hatte einfach den Wunsch, sich verabschieden zu müssen, obwohl Sarah nicht mehr in ihrem Stammsessel sitzen würde.

Der Raum sah aus wie immer. Da hatte sich nichts verändert, und Jane hütete sich auch davor, das zu tun. Er war praktisch zu einer Gedenkstätte für Sarah Goldwyn geworden.

Ihr Lächeln war etwas müde, als sie sich wieder zurückzog. Sie vermisste die Fragen der Horror-Oma.

Wo gehst du hin? Was hast du? Soll ich dich nicht lieber begleiten? Sei auch vorsichtig …

All das hatte Jane manchmal genervt. Nun allerdings wäre sie froh gewesen, wenn ihr jemand diese Fragen gestellt hätte. Leider würde das nicht mehr eintreffen.

Sie schloss die Tür. Bevor sie ihren Mantel vom Bügel nahm, warf sie noch einen Blick auf die Uhr. Ja, jetzt wurde es Zeit, dass sie sich langsam in Bewegung setzte.

Wieder meldete sich das Telefon und störte ihr Vorhaben. Jane Collins war keine ängstliche Frau, in diesem Augenblick allerdings zuckte sie schon zusammen und dachte natürlich sofort wieder an die Anruferin. Sie musste nur ein paar Schritte gehen, um an den Apparat zu gelangen.

Den Hörer hob sie recht langsam ab. In ihrem Gesicht lag ein nachdenklicher und gespannter Ausdruck.

Jane kam nicht dazu, ihren Namen zu nennen, der Anrufer war schneller. Wieder hörte sie eine Frauenstimme, aber diesmal legte sich ein Lächeln um ihre Lippen.

„Hi, Shao. Das ist aber eine Überraschung.“

Die Chinesin lachte. „Hoffentlich störe ich dich nicht …“

„Nein, nein, ganz und gar nicht. Was gibt es denn?“

„Nichts Besonderes eigentlich. Ich wollte nur mal hören, wie es dir geht.“

„Würde ich schlecht sagen, müsste ich lügen. Ich denke natürlich noch immer viel an Sarah. Ist auch kein Wunder, wenn man weiterhin in dem gleichen Haus wohnt.“

„Das kann ich mir denken. Da wird einem das Alleinsein so richtig bewusst.“

„Du sagst es.“

„Genau das ist das Thema. Auch ich bin allein. Suko und John treiben sich in Alet-les-Bains herum und …“

Jane unterbrach sie. „Sag mal, Shao, hast du etwas von ihnen gehört?“

„Nein, leider nicht. Oder nichts Genaues. Sie haben da unten Probleme, aber sie leben, und sie werden noch dort bleiben, wie mir Suko sagte. Ich weiß, dass es einem Helfer des Schwarzen Tods gelungen ist, das Kloster der Templer teilweise zu zerstören …“

„O Gott! Gab es Tote?“

„Leider. Man sprach von fünf Templern.“

„Und weiter?“ Jane war plötzlich aufgeregt. Diesmal spürte sie den Schweiß auf ihrer Stirn.

„Viel mehr weiß ich auch nicht. Suko und John wollen allerdings versuchen, die Gegner zu stellen. Ich drücke ihnen die Daumen. Jedenfalls hat Godwin de Salier überlebt. Er ist nur verletzt worden.“

„Es tut gut, das zu hören.“

„Wir können später darüber reden, Jane.“

„Was meinst du mit später?“

„Heute Abend?“

Jane sagte nichts. Sie dachte nur nach. Eigentlich wollte sie mit William Hobson zum Essen gehen. Der Termin stand fest, und sie konnte ihn jetzt nicht umstoßen.

„Du hast keine Zeit“, stellte Shao fest.

„Ja, wenn ich ehrlich sein soll.“ Jane erklärte ihr den Grund, für den Shao vollstes Verständnis hatte.

„Okay, dann eben ein anderes Mal. Morgen vielleicht?“

„Das ginge. Ich hole dich dann ab.“

„Super, bis dann.“

„Ach ja, noch etwas“, rief Jane. „Sollte sich der Termin heute zerschlagen, rufe ich dich an. Dann können wir immer noch überlegen, was wir tun sollen.“

„Prima Idee.“

Die beiden Frauen verabschiedeten sich. Diesmal lächelte Jane, als sie den Hörer auflegte. Es tat gut, Freunde zu haben und sich hin und wieder mit ihnen zu treffen. Bei einem guten Dinner und einem Glas Wein ließ es sich am besten reden. Da sahen dann manche Probleme nicht mehr so schlimm aus, wie sie in Wirklichkeit waren.

Jane wollte abermals nach dem Mantel greifen, als sie erneut durch das Klingeln des Telefons gestört wurde. Sie wusste sofort, dass die Anruferin nicht Shao war, das sagte ihr einfach das Gefühl.

Sie hob ab.

Ein Lachen erwischte ihr Ohr. Es hörte sich mehr an wie ein bösartiges Zischen. Jane war sofort klar, wer sie da angerufen hatte.

„Da bist du ja wieder“, erklärte sie trocken.

„Ja, da bin ich wieder. Und du wirst mich nicht los, nie mehr. Ich werde dich aus dem Haus vertreiben, du verdammte Schlampe. Du gehörst dort nicht hin. Dein Platz ist in der Hölle, verstehst du? In der Hölle …“

Ein letztes scharfes Lachen noch, dann war die Stimme verstummt.

Jane musste schlucken. Die Freude war ihr vergangen. Plötzlich fröstelte sie, denn sie ahnte, dass sich um sie herum etwas Schreckliches zusammenbraute. Das war kein Spiel mehr, sondern bitterer Ernst …

*

William Hobson lebte privat am Rand der Stadt. Die Kanzlei aber befand sich in Mayfair, und sie war in einem altehrwürdigen Haus untergebracht, dessen Mauern Geschichte auszuströmen schienen.

Die Klientel des Mannes bewegte sich in der oberen Gesellschaftsschicht. Da die Kanzlei schon sehr lange bestand, bereits über drei Generationen hinweg, hatte sie einen Kundenstamm angesammelt, der ebenfalls in Generationen zählte.

Es war eine Kanzlei, auf die sich Lady Sarah ebenfalls verlassen hatte und immer gut bedient worden war, wenn es um ihre Hauptanliegen ging. Wer die Kanzlei besuchte, bekam auch einen Parkplatz. Meistens zumindest. Die Plätze verteilten sich um das Haus herum, das auf einem Eckgrundstück stand und durch eine Zufahrt gut zu erreichen war.

Jane Collins war die Kamera schon aufgefallen, die jeden Besucher genau ins Visier nahm. Sie fand es gut, dass man die Nähe des Hauses überwachte.

Um diese Zeit bekam sie einen Parkplatz. Direkt neben einem großen BMW, auf dessen grünen Lack einige Blätter gefallen waren und dort festklebten.

Die Zeit der bunten Blätter war gekommen. Da um das Haus herum zahlreiche Bäume wuchsen, fielen sie auch hier herab, um den Rasen und auch andere Gegenstände zu bedecken. Die Natur legte sich schlafen, aber sie würde wieder erwachen, und das war bei Lady Sarah nicht der Fall.

Jane musste einfach an sie denken. Auch deshalb, weil ihr Name bald sehr oft fallen würde.

Die Detektivin kannte sich aus. Sie ging auf den Eingang zu und kam sich im Gegensatz zur Tür recht klein vor. Hier musste noch ein altmodischer Klingelknopf gedrückt werden.

Bevor sie das tat, schaute sie sich um. Das hatte sie auch während der Fahrt hierher schon recht oft getan, denn die beiden Anrufe wollten ihr nicht aus dem Kopf.

Einen Verfolger hatte sie nicht bemerkt. Auch jetzt war niemand da, der nach ihr das Grundstück betreten hätte, und so drückte sie den Knopf nach unten.

Die Glocke hörte sie im Haus nicht. Die Tür schwang vor ihr auf, und Jane betrat eine Halle, in der sich das Licht des Deckenlüsters auf dem blanken Boden spiegelte und ebenfalls in den großen Scheiben der Fenster, vor denen noch keine Vorhänge hingen.

An einem Pult saß ein junger Mann und schaute ihr entgegen. Er trug einen grauen Anzug, hatte so breite Schultern wie der neue Gouverneur von Kalifornien und kurz geschnittenes schwarzes Haar, das wie ein Schatten auf seinem Kopf lag.

Jane ging auf das Pult zu, auf dem auch ein Monitor seinen Platz gefunden hatte.

Der Mann lächelte verbindlich, aber seine Augen blieben dabei kalt. „Was kann ich für Sie tun?“

„Mein Name ist Jane Collins. Ich habe einen Termin mit Mr. Hobson.“

„Moment bitte.“ Der Mann schaute in einer Liste nach. Sehr schnell fand er Janes Namen und nickte. „Ja, das stimmt. Sie können hochgehen, Mrs. Collins. Das Büro liegt …“

„Danke, ich kenne den Weg.“

Jane hätte auch den Gitterlift nehmen können. Darauf verzichtete sie. Das Büro befand sich in der ersten Etage, und diesen kurzen Weg nahm sie im Schlaf.

Eine breite Treppe, sehr breite Stufen. Alles wirkte wie frisch poliert. Es war schon ein Unterschied, ob jemand in einem fast schon historischen Gebäude residierte oder in einem der modernen Bauten, wo alles gleich aussah.

Die Treppe mündete auf einem recht großen Absatz, von dem ein breiter Flur abzweigte. Dort waren die Büros der Kanzlei untergebracht, und Jane wusste genau, zu welcher Tür sie musste.

Dass sie nicht geschlossen war, wunderte sie schon. Etwas zögerlich schaute sie in ein Vorzimmer hinein, in dem auch niemand mehr saß. Die beiden Sekretärinnen waren bereits gegangen.

Jane betrat den Raum. Der dicke Teppich schluckte ihre Schritte. Sie sah das edle Mobiliar, zu dem die Regale an den Wänden zählten und die Einbauschränke.

Zwei Schreibtische standen sich gegenüber. Auch sie hatten schon Generationen überlebt. Man konnte sie als prächtig ansehen, und die darauf stehenden Computer wirkten auf Jane wie Fremdkörper.

Eigentlich hätte die Tür zum Chefzimmer offen stehen können. So hätte William Hobson jederzeit sehen können, wer sich seinem Büro näherte. Es war nicht der Fall, und Jane war schon etwas verwundert, wobei zusätzlich ein leichtes Misstrauen in ihr aufstieg. Plötzlich gefiel ihr die Stille nicht mehr, und sie fühlte sich von den dicken Wänden regelrecht eingeschlossen.

Sie blieb an der Tür zum Chefzimmer stehen. Es hatte keinen Sinn, gegen das dicke Holz zu klopfen, der Mann hätte das Geräusch kaum gehört, und so zog Jane die Tür ohne ein schlechtes Gewissen zu haben auf. Schließlich war sie angemeldet.