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10 gruselige Folgen der Kultserie zum Sparpreis in einem Band!
Mit über 300 Millionen verkauften Romanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen verkauften Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horror-Serie der Welt.
Begleite John Sinclair auf seinen gruseligen Abenteuern aus den Jahren 1978 - 1989 und ziehe mit ihm in den Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit. Erlebe mit, wie John Sinclair zum Schrecken der Finsternis wurde und die Serie Kultstatus erreichte.
Tausende Fans können nicht irren - über 640 Seiten Horrorspaß garantiert!
Dieser Sammelband enthält die Folgen 521 - 530. Jetzt herunterladen und losgruseln!
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Seitenzahl: 1328
Veröffentlichungsjahr: 2025
BASTEI LÜBBE AG
Vollständige eBook-Ausgaben der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgaben
Für die Originalausgaben:
Copyright © 2015 by
Bastei Lübbe AG, Schanzenstraße 6 – 20, 51063 Köln
Vervielfältigungen dieses Werkes für das Text- und Data-Mining bleiben vorbehalten.
Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller
Verantwortlich für den Inhalt
Für diese Ausgabe:
Copyright © 2025 by
Bastei Lübbe AG, Schanzenstraße 6 – 20, 51063 Köln
Covermotiv: © Vicente B. Ballestar
ISBN: 978-3-7517-8323-1
https://www.bastei.de
https://www.bastei-luebbe.de
https://www.lesejury.de
https://www.sinclair.de
Cover
Titel
Impressum
Inhalt
John Sinclair 521
John Sinclair – Die Serie
Teufels-Pferde (2. Teil)
John Sinclair 522
John Sinclair – Die Serie
Er kam aus dem Todesschloß
John Sinclair 523
John Sinclair – Die Serie
Julies schöne Zombie-Schwester
John Sinclair 524
John Sinclair – Die Serie
Er raubte die mordende Göttin
John Sinclair 525
John Sinclair – Die Serie
Tödliche Fotos
John Sinclair 526
John Sinclair – Die Serie
Der unheimliche Templer (1. Teil)
John Sinclair 527
John Sinclair – Die Serie
Der Grausame (2.Teil)
John Sinclair 528
John Sinclair – Die Serie
Auftritt eines Toten (3. Teil)
John Sinclair 529
John Sinclair – Die Serie
Der Würgeadler
John Sinclair 530
John Sinclair – Die Serie
Der Magus von Zypern
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Contents
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.
Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Ich wusste nicht, welche der drei Hexenschwestern mir den Schlag ins Kreuz verpasst hatte. Jedenfalls reichte der Treffer aus, um mich nach vorn zu schleudern, und da war nichts, woran ich mich hätte festhalten können. Ich klatschte in eines dieser tückischen Sumpflöcher. Dabei klang mir noch der Schrei des Mädchens Julie in den Ohren, als sie die Sätze »Sie will mich töten! Meine Mutter will mich töten!«, in die unheimliche Sumpflandschaft geschrien hatte.
Dann schwappte das Wasser über mir zusammen. Kein klares Wasser, eine dunkle Brühe, schleimig, weil von Algen durchzogen, auch widerlich kalt, bestückt mit Pflanzenresten, Aststücken, Fröschen und Kaulquappen.
Das alles wäre zu verkraften gewesen. Es gab andere Dinge, die mich verdammt störten.
Das Wasserloch befand sich inmitten einer Moorgegend, und ich wusste, wie gefährlich diese gefüllten Sumpflöcher sein konnten. Ich wäre nicht der Erste gewesen, der in einer solchen Falle sein Leben ausgehaucht hätte.
An Rettung war nicht zu denken. Julie, das Mädchen mit den Parakräften, um das es eigentlich ging und deretwegen ich überhaupt in diese einsame Moorgegend in Cornwall gereist war, konnte mir nicht helfen, weil es sich in der Gewalt der drei Grandi-Schwestern befand, die Julie töten wollten, denn ein schlimmes Schicksal schrieb den Tod vor, damit sie später wiedergeboren werden konnte.
Also musste ich mich selbst befreien.
Zunächst einmal tauchte ich unter, hielt dabei die Arme ausgestreckt und wühlte schon sehr bald mit beiden Händen durch den fauligen Sumpfschlamm.
Dabei hatte ich Mühe, die Arme hochzureißen. Der Schlamm war mit einer Klebemasse zu vergleichen, die mich einfach nicht loslassen wollte. Ich riss sie trotzdem hervor, drehte mich in dem engen Loch und kam auch wieder hoch.
Nur durchbrach mein Kopf nicht die Oberfläche, denn die verdammte Hexe setzte ihre Zauberkraft ein, wollte mich auf eine perfide Art und Weise töten.
Sie ließ die Oberfläche zuwachsen.
Die sich im Sumpfloch befindlichen Pflanzen gehorchten ihren paranormalen Kräften, zogen sich zusammen, nahmen immer mehr Platz ein und füllten schließlich die gesamte Oberfläche des Sumpflochs aus wie ein schwerer Deckel.
Ich stieß hoch, dagegen – und hatte den Eindruck, als würden meine Fäuste gegen eine Gummiwand hämmern. Die Oberfläche gab nach, aber sie brach nicht durch.
Ich aber steckte in diesem verfluchten Loch, hatte wenig Luft zur Verfügung, vielleicht noch für eine Minute …
*
Julie Gladstone, das blonde Mädchen mit den übersinnlichen Kräften, hatte sich vorgenommen, nicht mehr zu sterben und auch nicht mehr wiedergeboren zu werden.
Zu oft hatte sie dieses Grauen erleben müssen, weil sie ein alter Familienfluch bannte.
Die Zeit sollte nun endgültig vorbei sein. Julie war heimlich aus dem Ort Buckland in the Moor nach London gefahren und hatte sich dort die Hilfe eines Mannes geholt, den man als Geisterjäger kannte. Sein Name: John Sinclair.
Er sollte Julie helfen, die drei Hexen-Schwestern, auch das Hexen-Trio oder Gespenster-Trio genannt, zu jagen.
Bisher allerdings hatte John nichts machen können. Auch Julie nicht, die sich bewusst von ihrem Beschützer abgesetzt hatte, allein in den Wald gegangen war, um die Grandi-Schwestern aus der Reserve zu locken. Das war ihr auch gelungen, nur hatte sie leider keinen Erfolg gehabt, die Schwestern waren ein eingespieltes Team und hatten sich gefreut, dass ihnen ihr Opfer in die Arme lief.
Sosehr sich Julie auch bemüht hatte, es war ihr nicht gelungen, den magischen Ring der Grandis zu brechen, und sie war in die Gefangenschaft der drei Schwestern gelangt.
Diese Schwestern, untote Sumpfwesen, lebten im Moor. Dort hatten sie ihr Versteck gefunden. Es lag in einem kleinen Hügel, der durch einen dichten Wald abgeschirmt wurde, und auch der Hügel selbst war mit Gestrüpp, hohem Gras und Buschwerk bewachsen.
Doch er besaß auch ein Innenleben!
Unter dem dichten Wall aus Büschen befand sich die Höhle der Grandi-Schwestern. Dort hockten sie zusammen, brüteten ihre finsteren Rachepläne aus und beschäftigten sich mit dem Gegenstand, der ihnen die Kraft verlieh.
Es war eine Kugel.
Sie lag auf einem dicken, braunen Baumstumpf, der von drei Steinen umgeben war, die den Schwestern als Sitzgelegenheiten dienten. Die zehnjährige Julia wusste, dass sie den Bogen überspannt hatte. Die Hexen hatten sie in die Höhle gezerrt, und dort hatte sie versucht, einen Ausbruch zu starten.
Es war ihr nicht gelungen. Sie hatte nur mehr schreien können, um John Sinclair zu dokumentieren, dass sie sich nicht weit von ihm entfernt befand.
Auch das hatte keinen Sinn mehr. Daniela, die älteste der Grandi-Schwestern, hielt sie fest, als Julie versuchte, über die Leiter hinweg ins Freie zu klettern.
Ihre Hände waren wie Klauen, und sie umspannten kettengleich die Fußgelenke des Mädchens.
Julie hatte den letzten Satz noch hinausschreien können, dann war es vorbei.
Daniela Grandi kannte kein Pardon. Einmal brauchte sie nur an den Knöcheln zu reißen, und Julie verlor die Hand. Ihre Finger lösten sich von der biegsamen Leitersprosse. Sie schlug mit dem Mund und dem Kinn gegen zwei weitere, als sie nach unten rutschte, und lag schließlich in der Höhle auf dem Boden, direkt vor den Füßen der widerlichen Hexe, die sie kopfschüttelnd anstarrte.
»Was ist nur in dich gefahren, kleine Julie?«, fragte sie rau und flüsterte: »Hast du gedacht, du wärst stärker als wir?« Daniela lachte auf. »Du bist zwar mit außergewöhnlichen Kräften gesegnet, du kannst vieles verändern, aber du wirst es niemals schaffen, uns zu überlisten. Wir sind einfach zu stark für dich, das müsste selbst in deinem kleinen Schädel Platz haben.«
Julie starrte in die Höhe. Über ihr schwebte das Gesicht der Hexe. In der Höhle herrschte ein stetiges Halbdunkel, es roch widerlich faulig, doch die Lichtverhältnisse reichten aus, um das Gesicht der Hexe erkennen zu können.
Es war abgrundtief hässlich!
Bei einem Vergleich wurde man unwillkürlich an alte, feuchte Baumrinde erinnert. Es war ein Relief aus Falten, Runzeln und Kerben. Dazwischen leuchteten die Augen, weiße Kreise ohne Pupillen. Wie blasse Monde oder Laternen sahen sie aus.
Hässlicher und abstoßender konnte kein Hexenwesen sein. Auf dem Schädel wuchs das, was früher einmal Haare gewesen waren. Jetzt bestand es nur mehr aus einem Gespinst oder Wirrwarr aus weißen Fäden.
Und so wie Daniela Grandi sahen auch ihre beiden Hexenschwestern aus. Sie glichen sich, sie hätten Drillinge sein können, und sie hielten zusammen wie Pech und Schwefel.
Aus dem Hintergrund der Höhle löste sich Verena, die mittlere der Drei. Ihre Klauen schlossen sich zu Fäusten und öffneten sich auch wieder. Dann hakte sie die Finger ineinander, während zischende Laute aus ihrem Maul drangen.
»Wer darf sie töten?«, fragte sie.
»Warte noch, Schwester. Ich will, dass auch Sina dabei ist. Wir müssen uns ihr gegenüber erkenntlich zeigen. Schließlich hat sie uns diesen Menschen vom Leib geschafft.«
»Es war der, dessen Gesicht wir in der Kugel gesehen haben, nicht wahr?«
»Ja, ich konnte einen Blick auf ihn werfen. Ein gefährlicher Mann, jemand, der eine starke Waffe bei sich trägt. Aber wir sind zu gut, wie ich es euch schon immer sagte. Die drei Grandi-Schwestern sind nicht zu besiegen, und sie werden den Fluch auch nicht löschen, das kann ich dir versprechen.« Bei ihren letzten Worten hatten sich die weißen Augen auf Julie gerichtet.
Das Mädchen wagte nicht, sich zu erheben. Wie ein Häufchen Elend hockte es zu den Füßen der beiden hässlichen Hexen. Julie fühlte sich ausgebrannt und leer. Sie hatte alles versucht, aber nichts war gelungen. Ihre Kräfte, mit denen sie Katastrophen verursachen konnte, waren in dieser Höhle einfach weg. Die andere Magie, die der Hexen, besaß eine unglaubliche Stärke.
»Du hast auf das falsche Pferd gesetzt!« , sagte Daniela Grandi nicht ohne Spott in der Stimme. »Du hast es einfach nicht geschafft. Dein Freund, so stark er auch sein mochte, war letztendlich für uns nur ein Winzling. Wir sind die wahren Herrscher, wir, die auch nicht von Servas getötet werden konnten, als er vor einigen Jahrhunderten hierherkam und uns die Pflöcke aus den Körpern riss. Er hatte versucht, eine alte Schuld bei mir, deiner Mutter, zu begleichen, das gelang ihm nicht.«
Julie Gladstone war kein normales Kind. Sie hatte erfahren, dass die alte Hexe ihre eigentliche Mutter war. Diejenige, die sie zum ersten Mal geboren hatte.
Nur war Julie schon mehrere Male gestorben und wiedergeboren worden. Bis zum heutigen Tag wusste sie nicht, wer ihr erster Vater gewesen war.
Die Frage stand in ihrem Blick zu lesen, und Daniela Grandi merkte dies sofort.
Sie lachte auf, bevor sie fragte: »Du willst wissen, wer dein erster Vater war, oder?«
»Ja. Wer hat es getan?«
»Ich kannte ihn gut, sehr gut.« Sie kicherte hässlich. »Vielleicht ist er deshalb damals zurückgekehrt und hat uns die Pflöcke aus dem Körper gezogen. Vielleicht …« 1
»War es …?«
»Ja, Kind, er war es. Der Mann mit dem schlechten Gewissen, der auf den Namen Servas hörte. Er hat sich in mich verliebt, ohne zu wissen, wer ich tatsächlich gewesen bin. Als er es aber erfuhr, wäre er fast vor Scham vergangen. Es hat Jahre gedauert, bis er zurückkehrte, aber da hatte man uns schon gepfählt. So ist die Geschichte gewesen. Und du, Julie, bist unser gemeinsames Kind. Nur wenn du stirbst und in einer anderen Gestalt wiederkehrst, ist unsere Existenz auch weiterhin garantiert. Deshalb können wir dich nicht mehr freilassen.«
Julie hatte verstanden und auch begriffen. Nur war es ihr nicht möglich, einen Kommentar zu geben. Die Worte hatten sie getroffen wie Nadelstiche, sie saßen einfach zu tief. Julie spürte gleichzeitig das Brennen der Tränen in ihren Augen.
Das Ende nahte – wieder einmal …
Normalerweise erinnerte sich Julie nicht daran, wie sie beim letztenmal umgekommen war, nur manchmal, wenn die Albträume sie besonders stark plagten, kehrte die Erinnerung zurück. Dann auch an ihre anderen Leben und Tode.
Es war jedes Mal ein fürchterliches Sterben gewesen, immer verbunden mit Schmerzen und einer großen Pein. Auch jetzt würde es nicht anders sein, das wusste sie.
»Wir aber bleiben!«, flüsterte ihre Mutter Julie zu. »Wir bleiben, wir sterben nicht, wir erleben dich, denn das Schicksal wird dich wieder hier in unsere Gegend treiben. Du garantierst unsere Existenz.«
»Was ist, wenn ich einmal nicht mehr zurückkehre, nicht mehr sterbe und älter werde?«
»Wir wissen es nicht.«
»Doch!«, flüsterte Julie. Sie strich durch ihre Haare. »Ihr wisst es und wollt es nur nicht sagen.« Das Mädchen sprach nicht mehr weiter, denn über ihrem Kopf hörte sie ein Rascheln und auch Knacken. Dann bewegten sich Helligkeit und Schatten auf dem Boden, wo sie ein Muster bildeten, das ineinanderlief. Die Abbildung der Zweige, die auseinandergebogen wurden, weil Sina, die jüngste der drei Hexen in die Höhle kletterte. Geschickt setzte sie ihren Fuß auf die Leitersprosse und kletterte in die Tiefe. Dabei gab sie kichernde Laute von sich, die ihren unverhohlenen Triumph anzeigten.
Daniela schritt vor. Sie legte ihre knorrigen Hände auf die Schultern der Schwester. »Hast du es geschafft?«, wollte sie wissen. »Hast du es geschafft?«
Sina legte den Kopf zurück und lachte sich vor der Antwort noch aus. »Ja, ich habe es geschafft. Es ist alles wunderbar gelaufen. Es hätte nicht besser sein können.«
»Ist er tot?«
»Natürlich!«
»Und wo hast du ihn hingeschafft?«
»Wir werden seine Leiche nach ihrem Tod abholen können. Ich habe ihn im Sumpfloch gelassen. Die Pflanzen gehorchten mir. Ihre Magie habe ich angewendet, verstehst du? Er wird die Grenze auf keinen Fall durchbrechen können.«
Daniela atmete auf. »Das ist zwar gut, aber es gefällt mir trotzdem nicht. Du hättest dich von seinem Tod überzeugen müssen!«
»Kein Mensch kann es schaffen, sich aus dieser Lage zu befreien!«
»Ich hoffe es für dich und auch für uns. Dieser Mann ist nicht normal, das wissen wir.«
Sina sagte nichts mehr zu diesem Thema. Sie schaute auf Julie, die dem Gespräch gelauscht hatte und die Angst wie einen dicken Kloß im Hals spürte.
»Jetzt können wir sie ja töten!«, erklärte die Jüngste. »Der alte Fluch muss erfüllt werden!«
»Ja, wir sind zusammen!« Auch Daniela zeigte sich einverstanden und nickte Julie zu. »Jeder von uns wird dir den tödlichen Stoß versetzen. Dieses Leben hauchst du aus, gleichzeitig aber wird deine nicht sterbliche Seele auf die Wanderschaft gehen und so lange umherirren, bis sie einen neuen Körper gefunden hat. Der Tod ist für dich nicht endgültig, er ist der neue Anfang.«
Julie starrte ihre erste Mutter an. Sie wunderte sich über sich selbst, denn sie spürte plötzlich keine Angst mehr. Ihr Körper steckte voller Kraft, und es war auch das innere Gefühl, das ihr diese Stärke gab. Die Angst hatte sie überwunden.
Sie sah die drei Grandi-Schwestern vor sich. Zwischen ihnen stand noch der Baumstumpf, auf dem die gläserne Kugel, das Orakel der Grandi-Schwestern, lag. Für die Hexen war die Kugel äußerst wichtig, sie garantierte ihnen Kraft, und sie war gleichzeitig der Garant für ihr Weiterleben.
Das hatte auch Julie herausgefunden. Trotz ihrer jungen Jahre war sie gewitzt. Sie gehörte zu den Menschen, die viel hinter sich hatten, die eben anders waren, viel ernster, viel verschlossener und auch wissender. Plötzlich sprang sie vor. Mit beiden Händen ergriff sie die Kugel und hielt sie hoch.
»Ich will nicht sterben!«, rief sie. »Nein, ich will nicht sterben!« Sie trat zurück. Um ihren Mund zuckte es, und sie sah deutlich, dass auch die Grandi-Schwestern überrascht werden konnten.
»Leg sie weg!«, flüsterte Daniela. »Los, leg die Kugel wieder dorthin, wo du sie hergenommen hast.«
»Nein, ich werde sie behalten!«
»Weg mit der verdammten Kugel!«
Julie schüttelte den Kopf. Sie wusste nicht, weshalb die Schwestern eine so große Angst hatten, die Kugel bestand aus einem besonderen Material. Sie würde nicht zerspringen, wenn sie zu Boden fiel, es musste also einen anderen Grund haben.
Julie konnte nicht großartig überlegen, dazu fehlte ihr einfach die Zeit, immerhin spürte sie, dass die Kugel zwischen ihren Handflächen etwas Besonderes war.
Sie gab etwas ab, das man mit Magie oder Kraft umschreiben konnte. Das Mädchen spürte den Strom, der durch ihre Hände rieselte. Julie hatte den Eindruck, als könnte sie ihren Geistauf Wanderschaft schicken und Kontakt aufnehmen.
Die Grandi-Schwestern standen noch vor ihr. Nur veränderten sie sich. Ihre Körper streckten sich, gleichzeitig gingen die Köpfe in die Breite, das Bild verschwand, und dafür schob sich ein anderes in das Sichtfeld.
Oder entstand das Bild in der Kugel?
Julie wusste es nicht zu sagen. Eine unheimliche Macht hielt sie fest, sie wurde manipuliert, ihre Gedanken bewegten sich in eine bestimmte Richtung, aus der sich allmählich etwas hervorkristallisierte.
Zunächst wollte sie nicht glauben, was sie sah.
Die Höhle, die Schwester des Bösen, alles war plötzlich vergessen, denn durch eine geschärfte Optik erkannte sie ein völlig anderes Motiv, und sie kam sich dabei vor, als würde sie selbst in der Kugel sitzen.
Ihre Gedanken waren in eine bestimmte Richtung gelenkt worden. Zu den Wesen hin, die sie als ihre Freunde bezeichnete, mit denen sie fast täglich zusammen gewesen war.
Die Pferde …
Ihre Pferde, ihre Lieblingstiere, die sie gepflegt hatte, ihre wahren Freunde.
Und die erkannten ihre Not!
Plötzlich drehten sie die Köpfe. Das sah Julie sehr deutlich. Die Tiere schauten sie mit glühenden Augen an. Aus den Mäulern schlug ihr Feuer entgegen.
War es Traum, war es Wirklichkeit?
Julie wusste es nicht, aber sie tat eins. Sie schickte den Tieren, ihren Freunden, einen gedanklichen Hilferuf entgegen …
*
Dieses verdammte Sumpfloch konnte sehr leicht für mich zum ewigen Grab werden!
Dieser Tatsache musste ich ins Auge sehen, daran ging kein Weg vorbei. Nur wollte ich nicht elendig sterben, auch wenn die Oberfläche auf magische Weise zugewachsen war und von meinen Händen nicht mehr durchstoßen werden konnte.
Den Gedanken an den Luftmangel drängte ich zunächst zurück, weil eine schnelle Befreiung ungemein wichtig war. Als Waffe trug ich nicht allein meine Beretta bei mir, sondern auch den silbernen Dolch, der ebenfalls mit einer starken Gegenmagie versehen war.
Mit der rechten Hand holte ich ihn hervor, während ich meinen Oberkörper zusammengerollt hatte, um nur nicht mit den Füßen im schlammigen Boden steckenzubleiben.
Obwohl ich die Augen geöffnet hielt, kam ich mir vor wie in einem schwarzen Loch. Ich konnte nichts sehen, die Finsternis und die Kälte des Wassers umschlossen mich wie ein dunkler Sack. Hinzu kam noch meine Angst vor dem Tod.
Ich schoss wieder hoch. Diesmal mit dem Dolch, dessen Spitze sehr bald die dichte Masse auf der Oberfläche berührte. Ich ließ es dabei nicht und führte die Waffe im Kreis, um ein Loch in die Pflanzenmasse zu schneiden.
Sie gab einen Widerstand, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Zunächst kam ich nicht durch, und meine Furcht steigerte sich noch weiter. Sollten die verdammten Hexen tatsächlich die Macht besitzen, gegen die Kraft des Dolches angehen zu können?
Es war der reine Wahnsinn. Wenn ja, dann mussten sie ungemein stark sein.
Ich säbelte weiter, litt dabei unter dem Luftmangel und spürte plötzlich, dass ich durchkam.
Der geweihte Silberdolch hatte schon manchem Vampir oder Werwolf ein Ende bereitet, und auch vor dieser Masse kapitulierte er nicht. Er schaffte es, sie aufzureißen.
Es war einfach wunderbar. Der Widerstand schmolz dahin, und die magisch beeinflussten Pflanzen und Algen wichen zurück.
Die freie Fläche blieb.
Für mich war es ungemein wichtig, denn in meinem Kopf fanden bereits kleine Explosionen statt. Der Luftmangel war einfach zu stark, ich musste Sauerstoff tanken.
Ich schaffte es.
Plötzlich spürte ich die Kälte, den Wind, der über mein nasses Gesicht strich, und ich riss den Mund so weit auf, wie es ging, um Atem zu holen. Neben mir schaukelte die Masse auf den Wellen, prallte gegen den Rand und wurde wieder abgetrieben.
Geschafft!
Ich lachte auf, während ich einatmete und gleichzeitig noch stark husten musste.
Ich war frei!
Mit zwei wilden Kraulbewegungen schwamm ich auf den Rand des kleinen Tümpels zu. Zwar glitt die Masse über meinen Körper hinweg, aber sie hielt mich nicht mehr fest.
Ich oder vielmehr mein Dolch hatte ihre Magie gebrochen, sodass ich endlich aufs Trockene klettern konnte, mich dort hinsetzte, mit dem Rücken gegen einen Baumstamm lehnte und zunächst einmal tief durchatmete. Ich musste mich einfach erholen.
Der Wald bewegte sich. Bäume, Hügel, Buschwerk, Gras und Wasser vereinigten sich zu einem Tanz, der auf-und abführte. Gleichzeitig drehte sich alles in einem gespenstischen Reigen, daran merkte ich, wie groggy ich letztendlich war.
Erschöpft und nass!
Die Kleidung hatte sich mit Wasser vollgesaugt. Sie war schwer geworden. An ihr klebten die Reste von Algen und Schlingpflanzen. Meine Haare glichen ebenfalls nassen, klatschigen Pflanzenresten. Wie ausgewrungen lagen sie auf meinem Kopf.
Kälte kann tödlich sein. Sie kann auch lähmen. Das spürte ich immer stärker. Zugleich überkam mich eine große Müdigkeit. Ich fror auch, bekam das aber nicht so deutlich mit. Die Müdigkeit war einfach stärker geworden, das wiederum warnte mich. Es war nicht einfach, den inneren Schweinehund zu überwinden, am liebsten wäre ich hocken geblieben, aber ich überwand mich und stand auf.
Wie ein Greis bewegte ich mich dabei. Der große Schwung war einfach dahin. Den Stamm als Stütze benutzend, schob ich mich mit dem Rücken an ihm hoch, fühlte mich auch weiterhin matt und zerschlagen, stützte mich an der knorrigen Rinde ab, sah die Umgebung schwanken und bekam kaum mit, dass ich es selbst war, der sich nicht richtig auf den Beinen halten konnte.
Nur allmählich ging es mir besser. Die Atemtechnik machte sich bemerkbar. Ich hatte einige Male tief Luft geholt, der Schwindel verschwand, auch mein Körper reagierte wieder normal, denn ich stellte jetzt fest, dass ich anfing zu frieren, und mich überkam auch der erste Niesanfall, den ich allerdings gut überstand.
Dann machte ich Gymnastik. Seilspringen ohne Seil, das wärmte durch und trieb auch meinen Gedankenapparat wieder an. Als mein Blick auf das verdammte Sumpfloch fiel und ich die dunkle, gummiartige Masse sah, die auf der Oberfläche schwamm, dachte ich wieder daran, dass es eigentlich nicht um mich gegangen war, sondern um Julie, das Mädchen mit den Parakräften, das mich als Helfer aus London geholt hatte und bei dem mir der Schutz nicht gelungen war.
Ich hatte sie schreien hören. Ihre Mutter hatte sie töten wollen. Das ging mir nicht in den Kopf, denn Julies Eltern waren längst tot. Was also steckte dahinter?
Wieder rann mir ein Kälteschauer über den Rücken. Ich starrte dabei in einen leeren Wald. Da bewegte sich kein Lebewesen, nicht einmal Vögel hockten in den Bäumen.
Über dem Boden trieben letzte Dunstreste. Hinter mir wuchsen die Bäume dichter, vor mir war das Gelände freier. Jenseits der Bäume auch flacher. Dort breitete sich das Moor aus, aber in diesem Teil besaßen die Hexen nicht ihr Versteck.
Hügel und Mulden wechselten sich ab. Die kleinen Berge waren mit hohem Gras und dichtem Gestrüpp bewachsen. Leider entdeckte ich keine Hinweise auf Julie.
Lebte sie noch?
Jedenfalls war der Ruf jenseits des Sumpfloches aufgeklungen. Eine Gegend, die auch ich erreichen wollte.
Wege existierten in dem Wald nicht. Wer hier ging, musste sich quer durch das Gelände schlagen, was ich auch tat. Ein Sumpfloch wäre für mich fast zu einer Todesfalle geworden, deshalb gab ich acht, nicht in ein Zweites zu rutschen.
Es gab sie noch, ich umging drei von ihnen und näherte mich der Stelle, wo die Buckel auf dem weichen Boden wuchsen.
Hier irgendwo musste sich Julie befinden!
In meiner unmittelbaren Umgebung war es ruhig. Ich hörte, wie ich atmete. Hin und wieder zitterte die Wasserfläche auf den Sumpflöchern. Mal zerplatzte eine Blase, dann verschwand ein Frosch mit einem eleganten Kopfsprung in der trüben Brühe.
Die Hexen hielten sich ebenso zurück wie Julie. Dafür hörte ich etwas anderes. Und es drang aus der Richtung an meine Ohren, wo auch der kleine Ort Buckland in the Moor lag.
Es war ein Geräusch, das mich irritierte. Ein dumpfes, grollendes Donnern, als würde der Wind es über die Wolken und die kahlen Baumkronen hinweg zu mir rübertragen. Ein Geräusch, das einfach nicht in die Stille des Waldes hineinpasste. Ein Gewitter jedenfalls konnte es nicht sein. Die Lärmkulisse schien aus dem Boden zu dringen.
Wer kam da?
Ich hatte mich gedreht, sah auf einmal die hastigen Bewegungen zwischen den Lücken, hörte das Brechen und Bersten der Zweige.
Feuer entdeckte ich zwischen den Bäumen, schrille wiehernde Laute waren zu hören, glühende Augen tanzten bei wilden Kopfbewegungen auf und nieder.
Jetzt gab es keine Zweifel mehr. Was mir dort entgegenfegte, waren Pferde.
Teufelspferde!
*
Von Jason McGrath sagte man aus Spaß, dass er in seinem ersten Leben einmal ein Pferd gewesen sein musste. Wer ihn kannte, der hatte ihn fast nie ohne Tiere gesehen. Es ging sogar die Mär um, dass McGrath in jüngeren Jahren hoch zu Ross in die Wirtshäuser geritten war und dort die große Schau abgezogen hatte.
Wie gesagt, ein Gerücht. Tatsache war allerdings, dass ihm Pferde alles bedeuteten. Der alte Junggeselle war vernarrt in die Tiere. Wenn er mit anderen Menschen sprach, drehten sich seine Sätze meist immer um Pferde.
Dies hatte sich in der Umgebung herumgesprochen. Auch in den Städten und größeren Orten des Landes wussten Pferdebesitzer sehr genau, wer auf Ihre Tiere am besten achtgab. Deshalb hatten viele von ihnen ihre Tiere zu McGrath gebracht. Dort wurden sie im Winter gepflegt, sie bekamen nur bestes Futter. Sie wurden auch ausgeritten, sodass sie die nötige Bewegung besaßen.
Im Sommer holten die Besitzer ihre Tiere meist ab, aber im Winter waren die Boxen voll.
McGrath brauchte auf keinen Menschen Rücksicht zu nehmen. Er wohnte zudem direkt neben den Ställen und gehörte zu den Menschen, die am Morgen schon sehr früh auf den Beinen waren. Er stand gewissermaßen mit den Hühnern auf und kümmerte sich nach der Morgentoilette zunächst um seine Tiere.
Er versorgte sie mit dem nötigen Futter, auch mit frischem Wasser aus dem Brunnen, und erst dann ging er wieder zurück in die kleine Küche, um zu frühstücken.
Böse Zungen behaupteten, er würde selbst schon Hafer fressen, doch das stimmte nicht. McGrath, der Mann mit den grauen Stoppelhaaren, verließ sich lieber auf deftigen Schinken und eine Riesenportion Rührei. Das schlug er sich jeden Morgen in den Bauch. Dazu trank er einen Topf Kaffee. Eine Frau brauchte er nicht. Er fühlte sich in seiner Haut sehr wohl und konnte seinen Tagesablauf selbst planen.
An diesem Morgen wusste er selbst nicht genau, wie der Tag ablaufen sollte. Zunächst einmal mussten die Tiere gestriegelt werden, das war okay. Wie es dann weitergehen sollte, das hatte er sich noch nicht ausgemalt. Blieb das Wetter, wollte er mit den Tieren auf die Koppel, die sich dem Gestüt anschloss.
Regnete es aber, würde er sie im Stall lassen.
Während er frühstückte, lief das Radio. Beim Wetterbericht stellte er lauter.
Für Cornwall war kein Regen angesagt. Trübe würde es jedoch bleiben und am späten Nachmittag dunstig werden.
McGrath nickte zufrieden. Bei diesem Wetter gehörten die Tiere auf die Weide.
Die Küche war mit alten, einfachen, jedoch zweckmäßigen Möbeln eingerichtet. Im großen Spülstein stand viel schmutziges Geschirr, das McGrath immer sammelte, bevor er sich daran machte, es zu spülen.
Im Prinzip war er allein, aber es gab im Ort immer wieder Helfer, die ihm gern zur Hand gingen. Dazu zählten in erster Linie die Kinder oder Heranwachsende. Viele Mädchen liebten Pferde, und eine hob sich von allen ab.
Es war Julie Gladstone. Dieses Kind war in die Tiere regelrecht vernarrt. Es kam so oft, wie es seine Zeit erlaubte.
In den letzten Tagen war Julie allerdings nicht erschienen. Darüber hatte sich McGrath gewundert. Da er ihre Großeltern gut kannte, hatte er sie angesprochen und erfahren, dass Julie krank geworden war.
Das tat McGrath leid, denn er mochte die Kleine, die mit den Tieren ungewöhnlich gut umgehen konnte. Es gab kein Pferd, das ihr nicht Vertrauen geschenkt hätte. Julie war in dieser Hinsicht ein Phänomen. Sie hatte mit jedem Pferd Freundschaft geschlossen.
Die Tiere spürten auch, dass Julie fehlte. In den letzten Tagen verhielten sie sich nicht mehr so ruhig wie sonst. McGrath, der eine gute Antenne für diese Dinge besaß, hatte es genau bemerkt. Die Pferde waren traurig geworden, manchmal sogar aggressiv. Deshalb wollte McGrath Julie an diesem Morgen wieder besuchen. Er wollte dem kranken Mädchen von den Pferden berichten und auch davon, wie sehr sich die Tiere nach dem Mädchen sehnten.
Es gehörte zu seinen täglichen Ritualen, dass er sich nach dem Frühstück ein Pfeifchen gönnte. Die Stummelpfeife besaß er schon über zehn Jahre, und der Tabak schmeckte ihm daraus noch immer.
Es war kein teures Kraut. Spötter bezeichneten ihn als Bahndamm-Feinschnitt oder getrocknetes Sumpfgras. Das störte den Mann nicht. Hauptsache, ihm schmeckte es.
Mit dem Anzünden ließ er sich Zeit. McGrath schaute zu, wie die Flamme des Streichholzes über den Pfeifenkopf glitt und die obere Schicht des Tabaks entzündete.
Er paffte die ersten Wolken, lehnte sich zurück und zeigte einen zufriedenen Gesichtsausdruck. So konnte es seiner Ansicht nach die nächsten Jahre auch bleiben.
Was mit den Tieren und den Ställen geschah, wenn er einmal nicht mehr war, darüber machte er sich keine Gedanken. Irgendwie würde es schon weitergehen. Er glaubte sowieso daran, dass er nach seinem Tod in einem Pferdehimmel landen würde.
McGrath räumte noch auf, schlug im Nebenzimmer die Decke seines Betts zurück und schaltete den Fernseh-Apparat ein. Er warf gern einen Blick auf das Morgenprogramm.
An diesem Tag interessierte es ihn nicht. Schon nach zwei Minuten stellte er die Kiste ab, griff seine gefütterte Jacke und verließ das kleine Haus.
Die beiden Ställe rahmten es praktisch ein. Zwischen ihnen, auf der freien Hoffläche, befand sich ein alter Steinbrunnen. Durch eine Pumpe konnte klares Wasser hochgeholt werden, das den Tieren prima schmeckte.
Getrunken hatten sie bereits, deshalb ging McGrath am Brunnen vorbei. Er schaute hoch zum Himmel, bevor er einen der beiden Ställe betrat. Das Wetter schien sich zu halten.
Er öffnete die Tür. Bevor er den Stall betrat, klopfte er an der Außenwand noch seine Pfeife aus, dann tauchte er in den Gang, wo es nach Pferden, nach Heu und auch nach Kalk roch.
Die. einzelnen Boxen befanden sich an der linken Seite der Wand. Es waren insgesamt sechs. Die gleiche Anzahl wies auch der zweite Stall auf.
An der rechten Wandseite lehnten Heugabeln, Schaufeln und ein Spaten. Auch Koppelzeug hing über Haken, zwei Sättel lagen am Boden, und über den Rand der Boxentüren schauten die Köpfe der Pferde neugierig hinweg.
Das Schnauben und leise Wiehern gehörte einfach dazu, wenn McGrath den Stall betrat. So wurde er jedes Mal begrüßt. Nur bei Julie war es anders. Da benahmen sich die Tiere so freudig erregt, dass man es schon mit der Angst zu tun bekommen konnte.
»Ja, ja, ist gut. Es ist alles gut.« Er ging die Reihe der Boxen ab und klopfte den Tieren gegen den Hals.
Sie wieherten, sie bewegten nickend die Köpfe, stampften auch, und McGrath fing an, sich zu wundern, denn mit einer solchen Unruhe hatte er doch nicht gerechnet.
Was war mit den Tieren los?
Vor dem letzten, einem rabenschwarzen Hengst mit einem Fell wie aus Seide, blieb er stehen. »Was ist denn, Hunter? Was hast du? Weshalb bist du so aufgeregt?«
Er sprach mit den Tieren wie mit Menschen und hatte auch den Eindruck, als würden sie ihn verstehen. Wie jetzt, denn Hunter schaute ihn direkt an.
McGrath hielt dem Blick stand, und er wunderte sich plötzlich, denn irgend etwas stimmte nicht mit den Augen des Tieres. Er kannte seine Pferde gut genug, um dies behaupten zu können. Hunter war zwar kein zahmes Pferd, aber so verhielt er sich eigentlich nie. Sein Blick hatte sich irgendwie verändert. Er war direkt tückisch geworden.
McGrath spürte ein Kratzen im Hals. »Ist ja schon gut«, sagte er. »Du brauchst keine Angst zu haben, Hunter. Niemand will dir etwas tun. Ich bin ja bei dir. Wir alle geben auf dich acht. Ich werde heute zu deiner kleinen Freundin gehen und nachschauen, was sie macht. Keine Sorge, mein Prinz, das regeln wir.«
Es wurde nichts geregelt. Hunter benahm sich auch in der Folgezeit sehr seltsam. Er musste innerlich eine starke Unruhe zeigen, die sich natürlich auf sein Äußeres übertrug. Davon zeugte auch der Blick seiner Augen. Er hatte einen anderen Glanz bekommen. Da bewegte sich tief in den Pupillen etwas, das dem guten McGrath überhaupt nicht gefiel.
»Du wirst mir doch nicht etwa krank werden, Hunter? Nein, tu mir das nicht an. Du bist doch ein kerngesunder Bursche. Du darfst nicht krank werden.«
McGrath hatte Erfahrungen gesammelt. Er wusste genau, wann seine Stimme auf die Tiere beruhigend wirkte, und er hatte herausgefunden, dass er fast jedes Pferd anders ansprechen musste, als wären es Menschen. Auch für Hunter hatte er die richtige Tonlage gefunden, nur war ihm diesmal kein Erfolg beschieden.
Der Hengst änderte sein Verhalten nicht im positiven Sinne. Er steigerte es noch.
Und seine Unruhe griff ebenfalls auf die anderen fünf Tiere über. Sie, die sonst still in den Boxen standen, schlugen mit den Hufen gegen die Stalltüren und trafen auch die Wände. Dann wieder stampften sie hart auf oder wieherten so, als wollten sie sich aus den Boxen befreien.
McGrath wurde es allmählich unheimlich. Das Verhalten seiner Tiere irritierte ihn stark.
Er kümmerte sich wieder um Hunter. Der schwarze Hengst war so etwas wie der Leithengst. Wenn er etwas tat, so folgten auch die anderen.
Sehr behutsam, um Hunter nicht zu erschrecken, streckte McGrath den rechten Arm aus. Er wollte das Pferd streicheln und tätscheln. Als er mit der Hand in die Nähe des Kopfes geriet, reagierte das Tier völlig unerwartet.
Es riss sein Maul auf und schnappte blitzschnell nach der Hand. Mit einem Superreflex, noch schneller als das Pferd zubiss, zog McGrath die Hand wieder zurück und sprang gleichzeitig nach hinten. Mit dem Rücken knallte er gegen die Wand.
»Verdammt, Hunter! Bist du denn wahnsinnig geworden? Du kannst ja nicht alle Tassen im Schrank haben!«
Der Hengst wollte sich einfach nicht beruhigen. Die Unruhe erfasste jetzt seinen gesamten Körper. Er warf sich in der Box herum, drückte die Flanken gegen die Wand und schüttelte wild den Kopf.
Alle Tiere waren in den Boxen angeleint. Auch Hunter. Wie ein Berserker riss er daran, als könnte er dieses Gefängnis nicht mehr länger ertragen. Zwei durch einen Gitterschutz gesicherte Lampen brannten unter der Decke, doch McGrath brauchte kein Licht, um die anderen fünf Tiere zu sehen. Er hörte sie ja.
Ihr schrilles Wiehern erfüllte den Stall. Sie benahmen sich, als würde in ihren Leibern der Teufel stecken. Und genau daran dachte McGrath, als er noch einmal auf Hunter schaute und dabei in dessen Augen sah.
Sie waren zu anderen geworden!
Tiefrot, als würde das Feuer aus der Hölle stammen, um Besitz von den Augen zu nehmen, leuchteten sie ihm entgegen. Ein tiefes Strahlen, unheimlich anzusehen, völlig verändert, ein Fanal des Schreckens. Das war kein normales Tier mehr. Etwas anderes, Unheimliches hatte von ihm Besitz ergriffen.
Es war verhext!
McGrath war in Cornwall geboren. Er kannte die alten Sagen und Legenden, er glaubte daran, und er wusste auch von Geschichten zu berichten, die sich mit dem Verhalten der Tiere beschäftigten.
Es gab die Mär von den Höllenpferden, die vor vielen Jahrhunderten über die Weiden galoppiert waren.
Sollte das jetzt auch der Fall sein?
McGrath, der seine Tiere so liebte, war sich auch der Gefahr bewusst, in der er sich befand. Ihn hielt nichts mehr in dem Stall. Er musste raus, denn für ihn war es nur eine Frage von Sekunden, bis sich die Tiere losgerissen hatten.
So rasch ihn seine alten Beine trugen, rannte er auf die Stalltür zu. Begleitet von den dröhnenden Lauten der Hufe, vom schrillen Wiehern der Tiere und von einem Fauchen, das er bei ihnen nicht kannte.
Mit der Schulter rammte er die rechte Hälfte der Doppeltür auf und riskierte es, noch einmal zurückzuschauen.
In diesem Augenblick hatte sich Hunter losgerissen. Mit wahrer Brachialgewalt durchstieß der Hengst die Tür. Er stieg noch auf der Hinterhand hoch und kratzte mit den Vorderhufen über die gegenüberliegende Wand.
Dann warf er sich herum. Er hatte die rechte Seite gewählt, weil er zum Ausgang wollte.
Noch einmal schaute McGrath gegen den Kopf des Tieres und sah abermals die Feueraugen. Hunter hatte das Maul geöffnet. Etwas fauchte hervor, das sich zu einer Flamme verdichtete, die wie eine lange Feuerzunge in den Gang schoss.
Feuer aus dem Maul!
So hatte es auch in den alten Legenden gestanden. Sie waren zu einer furchtbaren Tatsache geworden. Die Sagen überfielen den Ort und brachten mit den Pferden den Schrecken.
McGrath blieb nur noch die Flucht. Die Tiere waren schnell, und er wollte von ihnen nicht getroffen werden. Hufe konnten töten, und hier zählte keine Freundschaft mehr zwischen Mensch und Tier, denn das Tier war besessen.
McGrath stolperte auf den Hof. Die Angst saß ihm im Nacken, und sie peitschte ihn gleichzeitig voran. Er hatte alles vergessen, was ihn sonst beeindruckte, die Tiere waren innerhalb weniger Minuten zu seinen Feinden geworden.
Im anderen Stall blieb es ruhig. Nur die sechs Pferde um Hunter drehten so auf.
Um nicht letztendlich doch erwischt zu werden, suchte der Mann hinter dem Brunnen Deckung. Er kauerte sich dorthin, hob vorsichtig den Kopf und schaute über den Rand aus dicken Steinen hinweg.
Soeben durchbrach Hunter die Tür.
Es war ein Anblick, der McGraths Herz schneller schlagen und gleichzeitig seinen Atem stocken ließ.
Faszinierend und unwahrscheinlich zugleich. Aber auch böse und gefährlich.
Er hatte angenommen, dass Hunter die Flucht ergreifen würde. Das geschah nicht. Er blieb im Hof, stieg nur wieder auf den Hinterläufen hoch und gab ein trompetenartiges Wiehern ab, das wie ein heller Fanfarenstoß in den bleigrauen Himmel schallte, von einem Feuerschweif begleitet wurde und wie ein Signal wirkte.
Ein Signal für die anderen fünf Tiere aus dem Stall!
Hunter befand sich noch in einer Drehbewegung, als die Tiere den Stall verließen. Sie rasten hinaus, als würden sie von Furien gehetzt. Die Hufe rutschten über den Boden, schlugen an den Kopfsteinen Funken, hämmerten ein Stück weiter auf weichen Grasboden, und auch aus den Mäulern dieser Pferde schossen Flammen.
Die Tiere drehten sich in einem wahren Taumel. Ihr Wiehern hatte etwas Fauchendes an sich, es echote zwischen den Stallwänden hin und her und besaß einen völlig anderen Klang als das normale Wiehern.
McGrath fand es als viel wilder und aggressiver. Den Pferden steckte der Leibhaftige im Körper.
Und sie rasten weiter. Sogar Janine, die völlig harmlose und liebe Stute, geriet reineweg aus dem Häuschen. Sie tanzte auf einer Stelle, dann sprang sie plötzlich vor, die Mähne stellte sich dabei aufrecht, als wäre sie hochgekämmt worden, und mit ihrer rechten Flanke rammte sie ein anderes Tier.
Sie bissen sich zwar nicht gegenseitig, aber sie steckten voller Wildheit und Unruhe.
Das Feuer stand vor ihren Mäulern, die Hufe scharrten und klirrten über die Steine, und sie hatten sich einen gemeinsamen Mittelpunkt augesucht, nämlich Hunter.
Um ihn scharten sie sich zusammen, blieben dabei stets in Bewegung und zogen ihre wilden Kreise.
McGrath, der weiterhin nur den Beobachter spielte und sich das veränderte Verhalten der sonst so frommen Tiere nicht erklären konnte, duckte sich blitzschnell, als der schwarze Hengst ausbrach und mit einem gewaltigen Satz über den Brunnen hinwegsprang. Es war der reine Wahnsinn.
McGrath wäre am liebsten im Boden versunken, das ging natürlich nicht. So hockte er da und hatte das Gefühl, von der langen, heißen Feuerzunge im Nacken gestreift zu werden.
Dann war der Schatten über ihn hinweggeflogen. Hunter kam mit seinen vier Beinen zuerst auf, rutschte noch ein Stück weiter, bevor er sich wieder fangen konnte.
Er warf seinen Kopf in die Höhe, wieherte den grauen Himmel an und raste los.
Er war einfach durch nichts mehr zu stoppen, er wollte sich auch nicht stoppen lassen, dieses Tier, vom Satan geleitet, suchte seine Freiheit und nahm die anderen Pferde mit.
Sie preschten hinter ihm her.
Dabei versuchten sie, sich gegenseitig zu überholen. Sie stießen sich an, drückten sich weg, wieherten und brüllten, sodass es sich fast menschlich anhörte, dann schlugen sie einen Bogen nach links und hatten das Gelände verlassen.
McGrath rannte ihnen nach. Dort, wo sich das Gelände öffnete, fiel sein Blick hinunter zum Ort, auf den die Tiere zurasten, dann aber einen Winkel nach links einschlugen und über den Graben sprangen, um hinein in das freie Gelände zu tauchen.
Sie preschten ins Moor!
In diese weite, freie Fläche voller Tücken und Gefahren, als wollten sie dort in den Tod gehen.
Die Umrisse der Körper verschwammen mit dem Grau des Tages. Als letzten Gruß sah McGrath noch ihre langen Feuerzungen aus den Mäulern lecken, bevor auch sie wieder verschwanden.
McGrath war soweit, dass er sich am liebsten hingesetzt hätte. Es war kein Sitzplatz vorhanden. So schaute er im zweiten Stall nach, wo sich die Tiere völlig normal verhielten, und ging dann zurück in sein Haus. Er stolperte in die Küche. Über dem Waschbecken hing ein fast blinder Spiegel.
Er sah sein Gesicht darin verdammt grau.
Wie Asche …
Schwerfällig ließ er sich auf den Stuhl vor der Schmalseite des viereckigen Küchentischs fallen. Immer wieder schüttelte er den Kopf. Der Mann wurde mit dem Phänomen einfach nicht fertig.
Wie war es möglich, dass sich seine Tiere derart verändert hatten?
Er schüttelte den Kopf und dachte verzweifelt über den Grund nach, ohne ihn herausfinden zu können. Es klappte einfach nicht, er fand keine Erklärung.
In die Tiere war ein schlimmer Geist gefahren, ein Dämon, ein Gespenst, was immer es auch sein mochte. Es hatte sie verändert, es hatte sie aggressiv und zu regelrechten Killertieren gemacht. Ja, er traute ihnen auch einen Mord zu.
Langsam stand er auf. Seine Hand zitterte, als er zur Tabaksdose griff, um sich die Pfeife erneut zu stopfen. McGrath hatte sich den Morgen anders vorgestellt. Normalerweise wäre er jetzt bei den Gladstones gewesen, um mit Julie zu reden.
Das Mädchen!
Seine Gedankenkette wurde so heftig unterbrochen, als hätte jemand einen Schnitt gemacht. McGrath wusste nicht, wie krank die Kleine war, er rechnete mit einer Grippe, und so etwas überwanden Kinder schnell, aber er wusste mit hundertprozentiger Sicherheit, dass sie am besten mit den Tieren hatte umgehen können.
Vielleicht würde es ihr gelingen, die Pferde zurückzuholen, wenn sie sich beruhigt hatten.
Trotzdem überkam ihn ein schlechtes Gewissen, als er an seinen Plan dachte. Es war eigentlich unfair, ein Kind mit in diese Pläne hineinzuziehen, doch er wusste sich keinen anderen Rat. Julie musste es versuchen. Er selbst würde auch dabei sein und mit ihr ins Moor gehen. Möglicherweise war noch einiges zu retten.
McGrath verließ sein Haus und machte sich auf den Weg zu den Gladstones …
*
Suko hatte eine wahre Hölle hinter sich, aber das sah man ihm nicht an. Er war gefoltert worden, und die drei Libyer vor ihm kannten Methoden, die man als subtil 2 bezeichnen konnte. Sie hatten viel gelernt und nichts vergessen.
Irgendwann waren sie es leid geworden. Waldo, ihr Anführer, schüttelte den Kopf und griff in Sukos kurzes Haar. Er zog den Kopf des Chinesen nach rechts, schaute in das blasse Gesicht mit den zahlreichen Schweißperlen auf der Haut und stieß einen Fluch in seiner Heimatsprache aus.
»Ich glaube, der weiß wirklich nichts«, sagte Ahmet, der wegen seiner Hakenhand auch Stahlhand genannt wurde. »Der kann nichts wissen.«
»Wieso?«
»Er hätte geredet.«
Waldo hob die Schultern. »Ich weiß nicht. Wir haben die anderen Stufen noch nicht ausprobiert.«
»Willst du denn?«
»Mal sehen.«
»Jedenfalls ist er ein Bulle«, sagte Hamir, der Dritte im Bunde. »Ein verfluchter Bulle. Wir würden vielen einen Gefallen erweisen, wenn wir ihn als Toten in den Keller schleuderten.«
»Stimmt.«
»Wie ist es, Waldo? Wenn wir den gastlichen Ort hier verlassen, sollen wir ihn als Leiche zurücklassen?«
»Er kennt unsere Gesichter!« Mehr brauchte Waldo nicht zu sagen. Damit war das Todesurteil über Suko gesprochen.
Der Inspektor selbst war auf einem Küchenstuhl festgebunden worden. Die Libyer hatten dazu feinen Draht genommen. Ihnen war es darauf angekommen, den Aufenthaltsort einer gewissen Julie Gladstone herauszufinden. Aus sicherer Quelle wussten sie, dass dieses Kind Fähigkeiten besaß, die für gewisse Dinge sehr wichtig waren. Julie konnte Lebewesen beeinflussen, und gerade Länder, die sich im immerwährenden Krieg befanden, waren dankbar für immer neue Möglichkeiten, diesen Krieg auf andere Gebiete zu verlagern.
Von ihrem obersten Boss waren die drei Killer losgeschickt worden, um Julie zu finden.
Bisher erfolglos!
Zwar hatten sie erfahren, wo Julie mit ihren Großeltern wohnte, aber die alten Leute konnten nichts mehr sagen. Mary Gladstone hatte vor Schreck einen Herzschlag bekommen, ihr Mann, der zusah, war daraufhin durchgedreht und hatte sich auf Ahmet gestürzt. In seiner wilden Wut hatte dieser zugestochen und Paul Gladstone umgebracht.
Die Leichen der beiden lagen im Keller. Die Killer hatten auf Julie warten wollen, statt ihrer war plötzlich Suko erschienen und von den drei Männern überwältigt worden.
Auch Suko befand sich auf der Suche nach Julie, denn der britische Geheimdienst hatte ebenfalls Wind von ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten bekommen.
Unabhängig von seinem Freund John Sinclair suchte Suko das Kind ebenfalls, gefunden hatte er es nicht, dafür war er in die Gewalt der drei Killer geraten.
Waldo, der Anführer mit der Hakennase, räusperte sich. Es gefiel ihm überhaupt nicht, dass der Inspektor bewusstlos geworden war. Oder markierte er.
»Hol kaltes Wasser«, sagte er zu Hamir.
»Sofort.«
Das eisige Wasser lief in den Topf, und Hamir leerte ihn über Sukos Kopf.
»Jetzt wird er sicherlich wach!«, jubelte Stahlhand.
Und Suko erwachte tatsächlich. Er hatte die Bewusstlosigkeit nicht gespielt. Die drei Killer hatten ihn fertiggemacht, und es war ihnen auch gelungen, bei ihm einen Nerv zu treffen, der Suko in das tiefe Tal der Bewusstlosigkeit gerissen hatte, aus dem er nur allmählich hervorgezerrt wurde.
Der Wasserguss hatte dafür gesorgt, und auch die leichten Schläge gegen seine Wangen, die den Kopf von einer Seite zur anderen pendeln ließen, trugen dazu bei.
»He, du Stinktier, wach auf!«
Suko öffnete die Augen. Wassertropfen rannen hinein, und er schloss sie sofort wieder.
»Schlaf nicht weiter, verdammt!«
Suko wollte auch nicht schlafen, er fühlte sich nur ungemein elend.
»Willst du nicht reden?«
Suko kannte zwar die Stimmen seiner Peiniger, er wusste trotzdem nicht, wer von den dreien gesprochen hatte. Alles war anders geworden. Sie standen zwar vor ihm, nur nicht so, wie er sie in einem normalen Zustand gesehen hätte.
Die Gestalten liefen ineinander. Aus drei Köpfen wurde einer, der aufgeblasen wie ein blasser Gummiballon wirkte. Suko versuchte zu sprechen. Es klappte nicht so recht, weil seine Lippen angeschwollen waren.
»Sollen wir wieder anfangen?«
»Nein!«
Jemand lachte, als Suko die Antwort gegeben hatte. »Er kann also doch reden. Wie nett.«
»Ich … ich weiß nichts.« Suko quälte sich die Worte über die Lippen. »Ihr könnt machen, was ihr … ihr wollt. Ich kann euch nichts sagen. Ich habe Julie nicht … gefunden.«
»Das wissen wir. Aber du hast auf die Kleine gewartet.«
»Ja.«
»Und weshalb?«
»Ich wollte mit ihr reden.«
»Das hat doch keinen Sinn, Waldo. Wenn er uns nicht zum Narren hält, dann weiß er tatsächlich nichts.«
»Das sehe ich auch so.«
»Ich würde es trotzdem gern versuchen. Mein Messer …«
»Nein!« Waldo hatte sich anders entschieden. »Vielleicht weiß er doch etwas.« Da niemand zu widersprechen wagte, beugte sich Waldo nach vorn. Suko sah ihn. Er konnte den Mann jetzt deutlicher erkennen. Waldo brachte sein Gesicht dicht vor Sukos Augen. Die Augenbrauen wuchsen wie zwei Kohlestreifen dicht an der Nasenwurzel zusammen, der Mund war nur mehr ein krummer Halbmond.
»Wenn du nicht weißt, wo sich die Kleine aufhält, dann könntest du uns möglicherweise einen Tip geben, wo sie hingegangen ist. Steckt sie in der Schule?«
»Das ist möglich.«
»Hast du dort nachgeschaut?«
»Nein.«
Waldo überlegte. »Weshalb nicht?«
»Ich … ich wollte erst mit ihren Großeltern reden.« Suko wusste genau, was er sagte. Zwar hatten ihn die drei Killer in die Mangel genommen, seinen Verstand jedoch hatte er retten können. Er sagte kein Wort zu viel und blieb immer unverbindlich.
»Wir könnten die Schule besetzen!«, schlug Ahmet vor. »Das wäre nicht einmal schlecht.«
»Und dann?«
»Wird sie freiwillig kommen, Waldo!«
»Du bist ein Idiot. Wir haben genügend Aufsehen erregt. Mehr können wir uns nicht leisten.«
»War ja nur ein Vorschlag.«
»Behalte deine miesen Ratschläge.« Waldo wandte sich wieder dem Inspektor zu. »Okay, haken wir die Schule ab. Wann ist die normalerweise beendet?«
»Gegen Mittag.«
»Okay, so lange warten wir.« Waldo richtete sich auf. Er knetete seine knochigen Hände. »Ich hoffe nur, dass die Gladstones nicht plötzlich Besuch bekommen, dem könnte es schlimm ergehen.«
Das hoffte Suko auch. Noch immer ärgerte er sich darüber, wie ein Anfänger in die Falle getappt zu sein. Wer hätte schon damit rechnen können, dass in dem Haus drei Killer lauerten?
Sie hatten Suko auch die Waffen abgenommen, bis auf den Stab, den sie für harmlos hielten. Suko spürte deutlich seinen Druck in der Innentasche. Die dünnen Drahtfesseln saßen stramm.
Hamir, der Fahrer des Wagens, zündete sich eine Zigarette an und rauchte nervös. Der fremdartige Duft der Orienttabake schwängerte die Küche und kitzelte Sukos Nase. Er weckte ihn nicht weiter auf, reizte nur zum Niesen.
Waldo hatte sich auf den Tisch gesetzt, während Hamir vor Suko stand und ihn aus seinen kalten Augen beobachtete. Man sah ihm an, dass er den Chinesen hasste und ihm am liebsten gekillt hätte. Dabei bewegte er unruhig seine rechte Hakenhand.
Der Inspektor war ein Mensch, den eine lange Erziehung oder Schule gestählt hatte. Er hatte es gelernt, Schmerzen zu ertragen und auch schneller zu verdauen. Dabei half ihm seine innere Einstellung, die er als Asiate nie verleugnete.
Einem normalen Menschen wäre es schlechter ergangen. Suko erholte sich schon wieder.
Große Sorgen aber bereiteten ihm die Drahtfesseln. Sie würde er aus eigener Kraft nicht lösen können, und die drei Killer würden einen Teufel tun und sie ihm freiwillig abnehmen.
So verann Zeit.
Irgendwann würden die Männer nervös werden, das stand für Suko fest. Es war fraglich, ob sie es bis zum Mittag aushielten. Sie waren Fremdkörper in einem Ort wie diesem, wo jeder jeden kannte.
Suko hoffte nur, dass niemand kam.
Plötzlich drehte sich Waldo von der Tischplatte weg. Er starrte gegen das Fenster. Sein Blick dabei ließ auch die anderen Libyer aufmerksam werden.
»Ist was?«, fragte Ahmet.
»Hörst du es nicht?«
»Was?«
»Dieses Donnern.«
»Ich aber!«, meldete sich Hamir. Sie sprachen zum Glück Englisch, sodass Suko sie auch verstehen konnte.
Waldo verließ die Küche. Suko lauschte seinen Schritten. Der Libyer ging nach links, möglicherweise in einen Wohnraum.
Auch Suko hatte jetzt die Donnernden Geräusche vernommen. Er konnte sie sich nicht erklären, auch wenn er sich noch so sehr darauf konzentrierte.
Ein Gewitter war es nicht, das hörte sich anders an, und er sah hinter den Fensterscheiben auch keine Blitze aufzucken. Zudem war es kein Gewitterwetter.
Das Donnern schwoll an. Selbst die beiden zurückgebliebenen Libyer fühlten sich unwohl, bis plötzlich Hamir die Idee hatte. »Hufschlag«, sagte der Kleine unter ihnen. »Das sind Pferde, die durch das Dorf rennen. Ja, das müssen sie sein.«
Auch er verließ die Küche, stieß aber kurz hinter der Schwelle mit dem zurückkehrenden Waldo zusammen, der sich ebenfalls irritiert zeigte und über seine Stirn wischte. Dabei drängte er Hamir zurück.
»Was war denn?«, fragte Ahmet.
»Pferde«, erwiderte Waldo.
Hamir lachte. »Das habe ich gleich gesagt. Es können nur Pferde gewesen sein.«
»Ja!«, schrie Waldo so laut, dass sie alle erschreckten. »Es waren Pferde. Sogar sechs Tiere. Aber sie waren nicht normal. Sie rasten in das Moor. Ich habe sie genau beobachten können. Ihre Augen glühten im Höllenfeuer, und Flammen standen auch vor ihren Mäulern. Die Tiere sind geflohen, in ihnen steckte der Leibhaftige.«
»Bei Allah, das ist unmöglich!«, sagte Hamir.
»Willst du mich einen Lügner nennen?« , brüllte Waldo, packte den kleinen Mann und schüttelte ihn durch.
»Nein, nein, aber …«
Waldo stieß Hamir von sich. Der flog bis zum Fenster zurück. »Es waren Teufelspferde mit Flammen vor den Mäulern. Ich habe mich nicht geirrt, ich bin nicht verrückt.«
Seine beiden Kumpane schwiegen. Eine Erklärung wussten sie auch nicht. Das nahm ihnen Waldo nicht übel, er drehte sich zu Suko hin. »Gut, du hast uns nicht sagen können, wo sich das Kind befindet. Aber ich will von dir wissen, was mit den Pferden geschehen ist und weshalb sie plötzlich verrückt spielten.«
»Ich weiß es nicht!«
»Nein?«, schrie Waldo. »Weißt du es wirklich nicht?« Er zog einen schweren Revolver und drückte die Mündung gegen Sukos Kinn. »Weißt du es wirklich nicht?«
»Tut mir leid.«
»Ja, du wirst dir gleich selbst leidtun. Mir gefällt nicht, was hier vor sich geht. Mir ist einfach zu viel passiert, für das ich keine Erklärung habe. Erst dieses verdammte Verschwinden der Kleinen, das nicht normal ist, und dann die Gäule, die durchdrehten, als hätten sie den Satan im Leib. Was läuft hier ab?«
»Ich habe keine Ahnung.«
»Eine Kugel würde dir den Kopf zerschmettern!«, flüsterte Waldo. »Was meinst du, wie du dann aussiehst?«
»Ich könnte in keinen Spiegel mehr schauen.«
»Ja, richtig, stimmt.« Waldo grinste und sagte: »Humor hast du auch noch. Findet man nicht oft bei Delinquenten. Ein toter Bulle lässt viele hoffen. So sehe ich das.« Er verstärkte den Druck der Mündung. Suko bekam Angst um sein Kinn. »Wie gesagt, Chinese, ich kann hier vieles nicht begreifen. Du gehörst in diesem verdammten Land auch zu einer Minderheit. Wie kommt es, dass du hier den Bullen spielst? Man, wir sollten eigentlich zusammenhalten.«
»Jeder ist eben anders.«
»Richtig.« Waldo flüsterte und nickte, ohne allerdings den Revolverlauf vom Kinn wegzunehmen. »Jeder ist anders. Hier ist vieles anders. Und vieles gefällt mir überhaupt nicht. Begreifst du das? Das beginnt mit dem Verschwinden des Mädchens, schlägt einen Bogen und hört bei den Teufelsgäulen auf. Ich hatte Zeit und habe nachgedacht. Dabei bin ich zu einem überraschenden Ergebnis gekommen. Willst du es wissen?«
»Nicht unbedingt.«
Waldo beugte sich noch weiter vor. Mit seinem Kinn berührte er fast das Handgelenk. »Die kleine Julie ist etwas Besonderes. So etwas findet man nicht überall. Sie ist wie ein wertvoller Schatz, der unbedingt gehütet werden muss. Deshalb sind wir auch hinter ihr her. Das ist fast schon legitim. Und da sie etwas Besonderes ist, wird sie auch immer etwas Besonderes tun. Begreifst du, worauf ich hinaus will?«
»Noch nicht.«
»Dann sage ich es dir, Bulle. Ich habe den Eindruck, dass dieses ungewöhnliche Benehmen der Gäule in einem engen Zusammenhang mit unserer kleinen Julie steht. Kapierst du das?«
»In etwa.«
»Ich will konkret werden, Chinese. Julie hat es dank ihrer Kräfte geschafft, die Gäule zu manipulieren. Sie hat dafür gesorgt, dass der Leibhaftige in sie eindringen konnte. Sie ist die eigentliche Führerin der Tiere, und sie werden uns auch den Weg zu ihr zeigen. Hast du nun alles begriffen?«
»Ja. Du willst die Pferde verfolgen?«
»Vielleicht. Es kann auch sein, dass ich abwarte, bis sie zurückkehren. Alles liegt noch in der Schwebe.«
»Das glaube ich nicht«, sagte Suko.
»Was?«
»Dass sie zurückkehren werden. Wenn Julie so außergewöhnlich ist, wie du es gesagt hast, wird sie sich kaum wieder in dieses Haus zurücktrauen. Weshalb auch?«
Waldo überlegte. Sukos Bemerkung hatte ihn so misstrauisch werden lassen, dass er die rechte Hand zurücknahm und nicht länger mit dem Revolver auf Sukos Kinn zielte.
Ahmet sprach dagegen. »Glaub ihm doch nicht. Der Bulle will dich überlisten.«
»Halt dein Maul!« Waldo verengte die Augen. »So schlecht ist seine Schlussfolgerung nicht. Wir müssen die Kleine finden. Ich habe euch nicht ohne Grund mit auf die Reise genommen. Ihr haltet euch für die Besten. Das könnt ihr gleich beweisen. Wir werden dieses verdammte Moor einfach durchkämmen.«
»Es ist gefährlich. Ein verflucht tückisches Gelände!«, sagte Ahmet. »Wir kennen es nicht.«
»Die Pferde denn?«
»Nein, aber sie haben eine gute Führerin, das weißt du auch, Waldo. Ich will dir nicht hineinreden, aber …«
»Dann lass es auch bleiben, verdammt! Wo die Pferde herlaufen, da können wir auch gehen. Nimm es einfach hin und mach dir nur nicht in die Hose, zum Henker.«
Ahmet schwieg, auch der dritte Mann mischte sich nicht ein. Waldo richtete seinen Blick wieder auf Suko. »Du kennst dich im Moor nicht aus. Eigentlich wollte ich dich hier als Leiche zurücklassen, aber ich habe es mir überlegt. Du wirst vor uns hergehen, kapiert?«
»Ja.«
»Also, du bist gewissermaßen unser Führer. Wenn du einsinkst, merken wir das früh genug und können uns danach richten. Das ist alles wunderbar.«
»Gefesselt kann ich nicht laufen.«
»Keine Sorge, die nehmen wir dir ab.«
Suko kam dieser Vorschlag nicht ungelegen. Er war sogar froh darüber. So konnte er wenigstens dieser engen Falle entkommen. Hier in der Küche hätte er keine Chance gehabt, den Männern zu entwischen.
Hamir bekam den Auftrag, die Drähte um Sukos Körper zu lösen. Waldo und Ahmet beobachteten ihn dabei. Immer war eine Revolvermündung auf Suko gerichtet.
Der Libyer schnürte die Drähte auf. Er tat dies mit ruckartigen Bewegungen, und Suko spürte, wie er sich immer besser bewegen konnte. Zwei Drähte hatten in seine Handgelenke geschnitten und dort das Blut gestaut. Zwei weitere waren über die Fußknöchel gespannt und hatten dort sicherlich auch Streifen hinterlassen.
Er spürte das Kribbeln in den Gelenken, als das Blut wieder frei durch die Adern laufen konnte.
»Wunderbar«, sagte Waldo und schaute zu, wie Suko sich selbst massierte. »Jetzt brauchst du nur vorzugehen, und das Moor …«
In diesem Augenblick klingelte es!
Innerhalb einer Sekunde standen die drei Libyer unter Hochspannung. Sie starrten Suko an, der ebenfalls zusammengezuckt war und noch immer auf seinem Stuhl hockte.
»Wer kann das sein?«, flüsterte Waldo.
»Ich habe keine Ahnung, sorry.«
Waldo schaute auf Ahmet, der grinsend seine Stahlhand hob. Auch ohne dass er ein Wort gesagt hätte, wusste Suko, was der Killer vorhatte. Und er wollte nicht, dass es noch einen weiteren Toten gab. Die beiden alten Menschen waren schon zu viel gewesen. »Ich würde nicht öffnen«, sagte er schnell, bevor sich Ahmet noch bewegen konnte. »Das ist bestimmt harmlos. Es wird ein Nachbar sein.«
»Weißt du das genau?«
Suko nickte Waldo zu. »Ja, ich gehe davon aus. Wer sollte die Gladstones schon besuchen wollen?«
Waldo überlegte, und der Besucher klingelte abermals. Diesmal länger. Er ließ sich auch nicht abweisen. Sie hörten seine Stimme. »Verdammt, Paul, öffne doch! Ich weiß, dass ihr im Haus seid. Das weiß ich genau. Ihr wart in der Kirche und seid zurückgekommen …«
»Ich werde öffnen!«, flüsterte Ahmet.
»Aber keinen Toten – noch nicht«, schränkte Waldo ein.
»Ja, ja, später vielleicht.« Ahmet schlich zur Tür. Wer immer der Besucher auch sein mochte, Suko drückte ihm die Daumen, dass er überlebte.
In der Küche verhielten sich die Männer still. Dafür hörten sie, wie die Haustür aufgezogen wurde. Sie bewegte sich geräuschvoll in den Angeln, und ein weiteres Geräusch vernahmen sie ebenfalls. Ein Schrei, der sehr bald erstickte, danach ein kurzes Trampeln, dann das Zufallen der Haustür.
Ahmeds Lachen schallte bis zu ihnen in die Küche. Wenig später tauchte er selbst auf.
Er hatte wieder seine verdammte Stahlklaue eingesetzt. Der Haken umspannte den Hals eines älteren Mannes, auf dessen Kopf graues Stoppelhaar wuchs. In den Augen lag eine höllische Angst. Das Gesicht war rot angelaufen, dicht unter der Stahlklaue schimmerte ein dunkler Streifen in der Haut des Halses.
»Ist er nicht lieb?«, sagte Ahmet und blieb mit seinem Gefangenen in der offenen Tür stehen.
Waldo nickte. Er blieb hinter Suko stehen, zielte auf dessen Kopf und sprach über ihn hinweg den älteren Mann an. »Wer bist du?«
Der Mann war zu geschockt, um antworten zu können. Außerdem behinderte ihn die Klaue. Er schluckte nur und brachte mühsam einige würgende Laute hervor.
»Nimm ihn nicht zu fest, Ahmet!«
Der Libyer lockerte den Druck des Hakens etwas, sodass der Gefangene reden konnte.
»Noch mal«, sagte Waldo. »Wer bist du?«
»McGrath!«
»Gut. Was wolltest du hier?«
»Die Gladstones sprechen.«
»Und weshalb?«
»Ich musste sie etwas fragen.«
»Raus damit! Vielleicht können wir dir helfen.«
McGrath schaute sich die Männer an und erkannte auch, dass Suko nicht zu ihnen gehörte. Der Inspektor nickte ihm zu. Er hoffte, dass McGrath das Zeichen verstehen würde und sich nicht querstellte. Wenn er jetzt anfing zu lügen, würden die anderen etwas merken. Sie besaßen für diese Dinge eine feine Antenne.
»Es ging um die Pferde.«
»Die haben wir gesehen«, sagte Waldo. Er verlor seine Lässigkeit. »Sie spien Feuer, nicht wahr? Dabei rasten sie wie ein Wirbelsturm an diesem Haus vorbei in den Sumpf.«
»Ja, ja …«
»Und weiter?«
»Eigentlich nichts weiter. Es sind meine Pferde gewesen, verstehen Sie?«
»Trägst du dafür die Verantwortung?«
Die Augen des Mannes weiteten sich. »Nein. Wie … wie kommen Sie darauf, Mister?«
»Dir gehörten sie schließlich. Vielleicht stehst du mit dem Teufel im Bunde.«
»Ich … ich hasse ihn.«
»Und was haben die Gladstones mit deinen Pferden zu tun? Hätten sie dir eine Antwort geben können?«
»Ich weiß es nicht!«
Waldos Augen nahmen einen noch kälteren Glanz an. »Noch so eine dumme Antwort, und ich schieße dir den Schädel entzwei. Darauf kannst du dich verlassen. Was hatten die Gladstones mit den Teufelsgäulen zu tun?«
»Ich … ich wollte Julie sprechen.«
