Jonni - Ulrike Ising - E-Book

Jonni E-Book

Ulrike Ising

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Beschreibung

Jonni ist eine philosophische Figur, die kleine wie große Betrachter an die andere Seite der Medaille des Lebens - nämlich die des Todes - heranführt und diesem Schritt für Schritt auf roten Sohlen das Tabu nimmt.

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Seitenzahl: 33

Veröffentlichungsjahr: 2019

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© Ulrike Ising

1. Auflage (2005) Eigenverlag, Druck: gutenberg beuys2. Auflage (2018)

Autor: Ulrike Ising

Technische Umsetzung: Dirk Eickstädt

Verlag: tao.de in Kamphausen Media GmbH, Bielefeld,

www.tao.de, eMail: [email protected]

Herstellung: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 HamburgBibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikationin der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografischeDaten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN Paperback: 978-3-96240-482-6

ISBN Hardcover: 978-3-96240-483-3

ISBN e-Book:      978-3-96240-484-0

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt.Jede Verwertung ist ohne Zustimmung der Autorin unzulässig.

Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstigeVervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und sonstige Veröffentlichungen.

Idee & Text

Ulrike Ising / Uriel

Illustration

Annegret Tödtmann

Satz & LayoutJens Schmidt

Urheberrechtlich geschützt.Alle Rechte vorbehalten.Ulrike Ising

Gewidmet

meinen Eltern in tiefer Liebe und Dankbarkeit.

Und dem Kind in mir, das heute weiß, dass es vertrauen kann.

Mein Freund der kleine Tod

Hallo, ich bin Jonni, der kleine Tod aus der 13. Dynastie des großen Todes. Richtig heiße ich Johannes, aber das finde ich so altmodisch. Ich sitze hier in meinem Zimmer, du siehst schon, das ist genauso eine Rumpelkammer wie bei dir. Am liebsten sind mir meine Bücher.Ich kann Jahrhunderte damit verbringen, sie zu lesen.

Da staunst du, wenn ich von Jahrhunderten spreche, was ? Aber mit der Zeit ist es auf unserem Planeten etwas anders als bei euch. Bei uns weiß man, dass die Zeit unendlich ist. Aber auch, dass alles seine Zeit braucht und alles seine Zeit hat.

Ich darf nicht versäumen, dir meine besten Freunde und Helfer Lisa, Robert und Schlingel vorzustellen. Loki, der Adler ist mein Nachrichtenüberbringer. Er hat eine schöne, stolze Unabhängigkeit, die ich sehr bewundere.

Lisa ist die kleine Fischdame. Sie habe ich von dem großen Planeten der Erinnerung von „Allem und Nichts“ mitgebracht.

Robert guckt ein bisschen aus meiner Tasche. Er ist ein Skorpion und versteckt sich gerne im Dunklen. Na ja, und natürlich Schlingel, diese kleine süße Schlange an meinem Arm. Jeder, der im Dienst des Todes steht, hat so ein lebendes Armband.

Schlingel küsst so gerne, da muss man immer aufpassen. Aber wenn wir im Dienst sind, sind die Küsse von Schlingel ein Segen. Robert kommt nur selten aus meiner Tasche. Dann nämlich, wenn die Menschen, die ich besuche, zu lange traurig sind und sich gar nicht verändern wollen. Dann sticht er sie ein bisschen, aber er ist nicht wirklich böse.

So, und Loki, der Adler, kommt aus dem Land der Freiheit. Er ist meistens unterwegs mit den Gedanken der Menschen, wenn sie diese noch nicht selbst fliegen lassen können. Er ist sozusagen im Dauerdienst. Außerdem bringt er mir die Nachrichten, wann und wo ich gebraucht werde.

Nun nochmal zu mir selbst: Normalerweise bin ich ja für deine Augen nicht zu sehen. Aber da ich dir von mir und meinen Aufgaben, die ich in deiner Welt habe, erzählen möchte, habe ich mich für dich sichtbar gemacht.

Mein Anzug ist schon etwas zu klein und, zugegeben, auch sehr altmodisch. Die Menschen nennen so etwas einen Frack, aber die Hose hat herrlich tiefe Taschen.

Da passt Lisa mit ihrem ganzen Glas hinein und überhaupt so allerlei Dinge, die man halt braucht, das kennst du ja.

Und wenn ich mit Raser unterwegs bin, Raser ist mein Moped, also wenn ich mit ihm unterwegs bin, dann stellen sich die Zipfel meines Fracks nach hinten, und wir werden doppelt so schnell. Das ist manchmal wichtig, weil ich zum Trödeln neige. Na ja und meine Mama , also Mutter Tod, sagt immer, dass es sehr unschicklich ist, zu spät zu kommen, weil ja alles seine Zeit hat.

Und wie findest du mein Stirnband ? Das ist von meinem Großpapa selbstgestrickt. Meine Mama sagt immer, dass ich unwiderstehlich süß damit aussehe, so verwegen sagt sie. Dann werde ich immer rot, so wie jetzt. Aber es freut mich trotzdem, auch wenn ich glaube, dass sie nur will, dass meine Ohren warm bleiben. Die sind nämlich sehr empfindlich.

Der Diamantstern auf meiner Brust ist mein Talisman.