Jugendliche Mütter - Jennifer Stein - E-Book

Jugendliche Mütter E-Book

Jennifer Stein

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Pädagogik - Sonstiges, Note: 1,0, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Sprache: Deutsch, Abstract: In Deutschland waren im Jahre 2009 etwa 0,7% der gebärenden Mütter jünger als 18 Jahre alt. Für diese Mädchen können durch eine Schwangerschaft und das Muttersein im jungen Alter viele Probleme auftreten, die sie neben der schwierigen Phase der Pubertät zusätzlich bewältigen müssen und die zu den grundlegenden Schwierigkeiten von Frauen mit einem Baby hinzukommen. Doch welche Schwierigkeiten sind das im Einzelnen und welche Aufgabe kommt dabei den BeraterInnen zu?

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Veröffentlichungsjahr: 2013

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Inhaltsverzeichnis

 

1. Einleitung

2. Jugendschwangerschaften

3. Die Pubertät und Adoleszenz als schwierige Phasen für junge Mädchen

3.1 Körperbild

3.2 Von den Eltern zur Peergroup

3.3 Identitätssuche

4. Problematiken des Mutterseins in der Jugend

4.1 Instabile Lebenssituation junger Mütter

4.2 Autonomie vs. Abhängigkeit

4.3 Die Körperveränderung während der Schwangerschaft

4.4 Isolation in der Peergroup

4.5 Hinzukommende Identität als Mutter

4.6 Zweifel an den Fähigkeiten als Mutter

4.7 Falscher Umgang mit dem Kind

5. Welche Aufgaben haben Beraterinnen in der Arbeit mit jugendlichen Müttern?

5.1 Aufbau realistischer Erwartungen

5.2 Hilfe im Alltag und Erarbeiten einer Zukunftsperspektive

5.3 Kontaktherstellung zu anderen Betroffenen

5.4 Förderung des Selbstvertrauens

5.5 Förderung eines angemessenen Umgangs mit dem Kind

5.6 Unterstützung bei der Identitätssuche

6. Resümee und Ausblick

Literaturverzeichnis

 

1. Einleitung

In Deutschland haben sich die Familienformen in den letzten Jahren stark verändert. Der Trend scheint aufgrund der Ausweitung des Bildungsweges und der für Frauen immer wichtiger werdenden Erwerbstätigkeit zu immer späteren Kinderwünschen und Familienplanungen zu gehen. Eine Ausbildung und ein Berufseinstieg sollen der Familiengründung vorausgehen und für eine finanzielle Absicherung sorgen (Institut für Demoskopie 2004, 26). Häufig wird die Familienplanung sogar so weit aufgeschoben, bis sich der Lebensstil so verändert hat, dass die Frauen und Männer kinderlos bleiben (Rupp 2005, 24).

Dennoch gibt es auch die andere Seite: Sehr junge Mütter. In Deutschland waren im Jahre 2009 etwa 0,7% der gebärenden Mütter jünger als 18 Jahre alt (Statistisches Bundesamt 2009). Diese relativ geringe Anzahl macht deutlich, dass frühe Elternschaft in unserer Kultur eher unüblich ist und sich vom Trend der späten Erstgebärenden stark abhebt.

Für junge Mädchen können durch eine Schwangerschaft und das Muttersein im jungen Alter viele Probleme auftreten, die sie neben der schwierigen Phase der Pubertät zusätzlich bewältigen müssen und die zu den grundlegenden Schwierigkeiten von Frauen mit einem Baby hinzukommen.

Doch welche Schwierigkeiten sind das im Einzelnen und welche Aufgabe kommt dabei den BeraterInnen zu?

In meiner Arbeit werde ich mich mit diesen Fragen beschäftigen und in einem ersten Schritt einen kurzen Überblick über Jugendschwangerschaften sowie über deren Prävalenz geben.

Nachfolgend werden die Pubertät und Adoleszenz im Allgemeinen sowie die Aufgaben, die Jugendliche in dieser Zeit bewältigen müssen, beschrieben. Dabei werde ich mich hauptsächlich auf die der Mädchen konzentrieren und im weiteren Text von den solchen reden, auch wenn sich die Entwicklungsaufgaben von weiblichen und männlichen Jugendlichen zum größten Teil ähneln.

Anschließend wird die Problematik einer Schwangerschaft in Verbindung mit dieser Übergangsphase aufgezeigt werden. Dabei soll deutlich werden, was eine TeenagerMutterschaft von der Mutterschaft einer erwachsenen Frau unterscheidet.

2. Jugendschwangerschaften

 

Im Jahre 2009 brachten 4837 Mädchen unter 18 Jahren ein Kind zur Welt. Eine vorerst relativ gering scheinende Anzahl, besonders im Vergleich zu den USA, wo die Rate der Geburten bei 15- bis 17-Jährigen mit 2,3 Prozent (Stand 2002) mehr als dreimal so hoch ist wie in Deutschland (BZgA 2009, 24).

 

Doch es muss beachtet werden, dass der Anteil der Schwangerschaften in Deutschland an sich viel höher ist. Eine Pro-Familia-Studie stellte fest, dass sich 2006 rund 60 Prozent der 15-17- Jährigen für eine Abtreibung entschieden (Ebd., 20).

 

Abb. 1: Schwangerschaften, Geburten und Schwangerschaftsabbrüche von 15- 17-Jährigen (1996-2006)[1]

 

 

Die Gründe für Schwangerschaften in einem so jungen Alter sind unterschiedlicher Art. Mangelndes Wissen über oder Unsicherheit bezüglich Verhütungsmethoden und deren Anwendung, Unachtsamkeit oder schlicht der Wunsch, bewusst ein Kind bekommen zu wollen, z.B als Versuch, fehlende Liebe und Zuneigung zu kompensieren (Ermel 2007, 67) oder um den eigenen Sozialstatus aufzuwerten (Wanzeck-Sielert 2002, 30). Häufig sind die Schwangerschaften jedoch ungeplant, was die hohe Abbruchquote in der Adoleszenz erklärt. 90 Prozent der jugendlichen Mädchen gaben in einer Studie der profamilia in Zusammenarbeit mit der BZgA an, dass die Schwangerschaft nicht gewollt war (BzgA 2009, 24).

 

Eine ungewollte Schwangerschaft kann theoretisch jedes Mädchen betreffen. Die Assoziation mit niedrig qualifizierenden Bildungsgängen (Spies 2010, 9) kann hingegen bestätigt werden, denn das Auftreten einer ungewollten Schwangerschaft ist bei Haupt- und Förderschülerinnen (56%) fünf- bis sechsmal wahrscheinlicher als bei Gymnasiastinnen (10%) (BZgA 2009, 44).

 

Außerdem beeinflussen fehlende soziale Bindung zu einer Bezugsperson, geringere Bildungschancen und Armut das Vorkommen von Schwangerschaften maßgeblich, womit soziale Benachteiligung die stärkste Determinante für das Entstehen von Jugendschwangerschaften ist (BZgA 2009, 72).

 

Die große Anzahl an Mädchen, die sich während der Schwangerschaft bereits gegen das Austragen des Kindes entscheiden, macht deutlich, vor welch eine Herausforderung die Betroffenen unerwartet gestellt werden und wie groß die Angst davor ist, dieser nicht gewachsen zu sein.