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Vordiplomarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Soziale Arbeit / Sozialarbeit, Note: 1,0, Technische Universität Dresden (Erziehungswissenschaften), Sprache: Deutsch, Abstract: De facto nehmen Straffälligkeit und Gewalttaten Jugendlicher zu, während die Häufigkeit und die Intensität der Gewaltdarstellung in den Medien steigt. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Frage der Auswirkungen medialer Gewalt auf das Verhalten Jugendlicher auseinander. Um sich diesem Thema zu nähern, ist vorab eine Vertiefung des Gewaltbegriffes notwendig. Anschließend wende ich mich den Medien, deren Entwicklung und heutigem Stellenwert sowie Formen und Faktoren medialer Gewalt zu. Um zu verstehen, ob und in welcher Art Gewaltdarstellung Einfluss auf Jugendliche hat, werde ich im vierten Kapitel die schwierige Entwicklungsphase der Adoleszenz mit ihren besonderen Problemen näher betrachten. Außerdem halte ich es für beachtenswert, zu erläutern, was die besondere Faszination von Gewaltdarstellungen für Jugendliche ausmacht. Im sechsten Kapitel arbeite ich heraus, wie Jugendliche mediale Ereignisse wahrnehmen, erleben und verarbeiten. Den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet die Auseinandersetzung mit der Wirkung medialer Gewaltdarstellungen. Ich werde verschiedene Ansätze der Medienwirkungsforschung und einige gängige Thesen zur Wirkung von Gewaltdarstellungen diskutieren. Danach erfolgt ein Überblick der bedingenden Faktoren für Straffälligkeit und abschließend führe ich eine kritische Schlussbetrachtung durch.
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Veröffentlichungsjahr: 2008
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Es ist Freitagabend kurz nach 22 Uhr. Kopfschüttelnd lege ich die Zeitung aus der Hand und wundere mich über diese Welt, weil mal wieder zwei 16-Jährige einen Altersgenossen überfallen und brutal zusammengeschlagen haben. Ich schalte den Fernseher an und ich blicke direkt in den Lauf einer Pump gun. Ein Knall - ich zucke zusammen und sehe im nächsten Augenblick das zerfetzte blutige Gesicht einer jungen Frau. Ich denke mir, es ist im Grunde kein Wunder, dass die Menschen durchdrehen und immer mehr Verbrechen begehen! Wenn man täglich solche Grausamkeiten sieht, wird man dann nicht geradezu ermutigt, irgendwann Amok zu laufen? Schließlich scheint es dafür auch genügend Beispiele zu geben: Erfurt, Littleton, Freising, Meißen etc.
De facto nehmen Straffälligkeit und Gewalttaten Jugendlicher zu, während die Häufigkeit und die Intensität der Gewaltdarstellung in den Medien steigt. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Frage der Auswirkungen medialer Gewalt auf das Verhalten Jugendlicher auseinander. Um sich diesem Thema zu nähern, ist vorab eine Vertiefung des Gewaltbegriffes notwendig. Anschließend wende ich mich den Medien, deren Entwicklung und heutigem Stellenwert sowie Formen und Faktoren medialer Gewalt zu.
Um zu verstehen, ob und in welcher Art Gewaltdarstellung Einfluss auf Jugendliche hat, werde ich im vierten Kapitel die schwierige Entwicklungsphase der Adoleszenz mit ihren besonderen Problemen näher betrachten.
Außerdem halte ich es für beachtenswert, zu erläutern, was die besondere Faszination von Gewaltdarstellungen für Jugendliche ausmacht.
Im sechsten Kapitel arbeite ich heraus, wie Jugendliche mediale Ereignisse wahrnehmen, erleben und verarbeiten.
Den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet die Auseinandersetzung mit der Wirkung medialer Gewaltdarstellungen. Ich werde verschiedene Ansätze der Medienwirkungsforschung und einige gängige Thesen zur Wirkung von Gewaltdarstellungen diskutieren. Danach erfolgt ein Überblick der bedingenden Faktoren für Straffälligkeit und abschließend führe ich eine kritische Schlussbetrachtung durch.
Dabei wird diese Arbeit von Literatur- und Internetrecherche gestützt. Ich habe in dieser Arbeit der Einfachheit wegen auf die Endungen „In“ und „Innen“ sowie Doppelnennungen verzichtet. Alle Formulierungen gelten demzufolge geschlechtsübergreifend, sofern kein expliziter Hinweis erfolgt.
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Jeder hat für sich selbst mehr oder weniger genaue Vorstellungen von Gewalt entwickelt. Laut allgemeiner Definition gebräuchlicher Lexika versteht man darunter die Anwendung von physischem und psychischem Zwang gegenüber Menschen. Schorb bezeichnet Gewalt sogar als „die Manifestation von Macht und/oder Herrschaft, mit der Folge und/oder dem Ziel der Schädigung von einzelnen oder von Gruppen von Menschen“ (Schorb 1995, S.117). Die Begriffe Aggression und Gewalt werden oftmals als gleichwertige Begriffe angesehen.
Gewalt kann sich in vielen Facetten zeigen und ist nicht immer eindeutig erkennbar. Eine mittlerweile in der Medienpädagogik übliche Einordnung besteht in der Unterscheidung zwischen personaler und struktureller Gewalt.
Unter dem Begriff personale Gewalt werden alle Formen physischer und psychischer Gewalthandlungen zwischen Personen oder Personen und Sachen zusammengefasst. Die Gewalt geht von einer konkreten Person aus und offenbart sich in dessen Handeln und Verhalten. (vgl. Theunert 2005, S.140)
Als physische Gewalt gelten Schläge oder andere gewaltsame Handlungen (z.B. Stöße, Schütteln, Verbrennungen etc.).
Psychische Gewalt beschreibt Verhaltensweisen, die Personen ängstigen, Gefühle des Abgelehntseins oder der eigenen Wertlosigkeit vermitteln (z.B. Beleidigung, Drohung, Diskriminierung).
Kennzeichnend für Personale Gewalt ist die situativ auftretende ungleiche Machtverteilung zwischen den Beteiligten und die sichtbaren Folgen in Form psychischer, physischer und sozial-aktiver Schädigung der Opfer. (vgl. Theunert 2005, S.140)
Eine besondere Form der personalen Gewalt stellt der sexuelle Missbrauch dar. Darunter wird die Instrumentalisierung von Personen für die Befriedigung eigener sexueller Bedürfnisse verstanden. (vgl. BMfFSFJ 1998, S.9)
