Kamber, Kommissar - Sven Dolder - E-Book

Kamber, Kommissar E-Book

Sven Dolder

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Beschreibung

Dieser Krimi kommt ohne die zeitgenössisch übliche, nervenzerfetzende Darstellung grässlicher Verbrechen aus. Hier löst ein Kommissar aus Bern mit Bravour einen Fall in Frankreich, der ihn persönlich betrifft und in grosse Gefahr bringt. Der Roman ist nicht ohne Spannung, zeigt viel Atmosphäre und besticht durch seine bedächtige Schweizer Diktion im Geiste eines Glauser-Krimis.

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Seitenzahl: 126

Veröffentlichungsjahr: 2009

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Kriminalroman

Universal Frame

Verlag Universal Frame

Copyright © 2011

Alle Rechte vorbehalten

Titelbild © fotolia/philipus

ISBN 9783905960259

Personen- und Ortsnamen, die hier genannt werden sind – mit Ausnahme einiger Ortsbezeichnungen und Künstlernamen – erfunden.

1.

Die ersten Strahlen der Morgensonne huschten über den See. Ein Frühkurs-Dampfer tutete von ferne. Ein für den Monat August schon recht kühler Morgenwind kräuselte die Wellen.

Kommissar Kamber, dessen Vornamen Thomas man allgemein mit „Tom“ abkürzte, war ein Frühaufsteher. Kurz nach sechs Uhr war er zum Seeufer gegangen. Dort hatte er im kleinen Badhäuschen seinen Trainingsanzug mit dem sportlichen Schwimmdress vertauscht. In einem zügigen Brustcrawl schwamm er etwa dreihundert Meter in den See hinaus. Dort drehte er sich um und kehrte auf dem Rücken im Gleichschlag – seiner Spezialität – zum Ufer zurück, nicht ohne am Schluss des morgendlichen Vergnügens einen kleinen Endspurt hingelegt zu haben. An Land fröstelte ihn. Er trocknete sich ab und schlüpfte wieder in seinen Anzug. Er blieb eine Weile stehen. Wie er so dastand, eine breite kräftige Gestalt, strahlte er eine gewisse Ruhe aus. Er hatte ein scharfkantiges Gesicht mit einer bedeutenden Narbe auf der rechten Stirnseite. Aus den Strähnen seines Blondhaars tropfte das Seewasser über die Wangen. Mit seinen blauen Augen schaute er über den Schilfgürtel und den See zum jenseitigen Ufer, wo man in der klaren Luft jedes einzelne Haus erkennen konnte. Der Blick über das Wasser und die weiträumige Landschaft war für ihn so etwas wie ein kleines Geschenk zum Tagesbeginn. Immer wenn er morgens an einem Seeufer über die Wellen blickte, kam ihm der Tag in den Sinn, an dem er bei aufgehender Sonne mit einer blonden Kollegin an einem Seestrand stand. Nach einer überaus anstrengenden Nachtübung seines Korps war er damals zufällig am Seeufer mit einer Polizeiassistentin zusammengetroffen. Nach den wohl etwas übertriebenen Strapazen des nächtlichen Orientierungslaufs hockte sie überanstrengt und ausgebrannt am Boden. Kamber half ihr beim Aufstehen. Einer Eingebung des Augenblicks folgend, schloss er sie in seine Arme und strich ihr mit seinen Händen aufmunternd übers Haar. Das war der Anfang zu einer Verbindung, die zuerst zu einer guten Freundschaft und bald einmal zu einer schönen Liebschaft führte. Am Ende einer Woche trafen sich die beiden, Marie-Louise und Tom, jeweils nach Dienstschluss. Je nach Lust und Laune mischten sie sich das eine Mal in einer Disco unter die Jungen, wo sie die Nacht durchtanzten. Ein ander Mal zogen sie die Wanderschuhe an. Sie streiften auf Nebenwegen durch das Land, wanderten etwa einem Fluss entlang oder stromerten durch die Wälder. Den Tag beschlossen sie meist in irgendeinem Landgasthof. Dort setzten sie sich zu einem einfachen guten Essen hin, bei dem ein frischer Wein nicht fehlte. Dann machten sie sich zu einem kleinen Nachtbummel auf, bevor sie in einem Zimmer des Gasthofs in die Kissen sanken. Marie-Louise beschäftigte sich im Dienst vor allem mit Verkehrsunfällen, wobei sie der Kommandant nicht zu schweren Fällen beizog. Eines Abends kam es auf einer Landstrasse zum Zusammenstoss eines Lastwagens, der Öl transportierte, mit einem Radfahrer, der zum Glück nur leicht verletzt wurde, aber der Sachverhalt musste doch polizeilich abgeklärt werden. Ein Kollege war mit einem Dienstwagen bereits weggefahren, als der Kommandant Marie-Louise fragte, ob sie mit ihrem Motorrad hinfahren könnte, um ihm behilflich zu sein. Sie war dazu ohne weiteres bereit und startete mit ihrer schweren Maschine. Es war dunkel und neblig. In einer Rechtskurve war ein Ölbelag auf der Fahrbahn, der bei der schlechten Sicht nicht zu erkennen war. Marie-Louise schlitterte auf dem Ölteppich auf die andere Strassenseite, stürzte und prallte mit dem Kopf auf einem Wehrstein auf, wo sie bewusstlos liegen blieb. Ein Automobilist, der aus der Gegenrichtung kam, konnte sie im letzten Augenblick sehen und stoppen. Er trug sie in seinen Wagen und führte sie sofort in das nächste Spital. Dort stellten die Ärzte eine schwere Kopfverletzung und zahlreiche Knochenbrüche fest. Ein ganzes Team unter der Leitung des Chefarztes, eines erfahrenen Chirurgieprofessors, arbeitete im Operationssaal pausenlos. Ihre Arbeit war erfolglos. Marie-Louise starb an den sehr schweren Folgen des Sturzes. Es traf Tom schwer, und von da an war er, der Kommissar Kamber, Alleingänger.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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