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Magisterarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike, Note: 2,0, Universität Münster (Philosophische Fakultät), Sprache: Deutsch, Abstract: Kappadokien ist eine faszinierende Landschaft in der heutigen Türkei, die vor allem durch ihre interessante Geologie bekannt ist. Daneben spielen die Höhlenkirchen aus der byzantinischen Zeit eine wichtige Rolle für den Tourismus. Die geschichtliche Entwicklung dieser Region, die heute keine Einheit mehr bildet, sondern auf mehrere Verwaltungsgebiete der Türkei aufgeteilt ist, reicht weit in die Vergangenheit zurück. Wahrscheinlich gehörte das Land, oder einige Teile des Landes schon sehr früh zu den Siedlungsräumen der Menschheit und die erste „Hochkultur“, die hier ihre Spuren hinterlassen hat, war das Reich der Hethiter. Nach dessen Niedergang herrschten lokale und regionale Fürsten über Anatolien und auch die östlichen Nachbarn, Assyrer, Babylonier, Meder und Perser dehnten ihre Reiche bis an den Tauros oder sogar darüber hinaus aus. Später kamen die Griechen und zuletzt die Römer, die Kappadokien als eine wichtige Grenzregion zum Reich der Parther und Sassaniden ausbauten. Im Frühherbst 2002 konnte ich an einer Exkursion durch den Südosten der Türkei teilnehmen, die über die Universität Münster unter Leitung von Herrn Prof. Koch organisiert worden war. Die Beschäftigung mit der Geschichte dieser Region und der angrenzenden Regionen hatte schon damals mein Interesse geweckt. Hinzu kam, daß die Geschichte des Hellenismus beziehungsweise der hellenistischen Zeit ohnehin zu den Hauptinteressen in meinem Studium der Alten Geschichte zählt. Ich danke daher meinem Lehrer, Prof. Dr. Elmar Schwertheim, für die Gelegenheit, mich mit diesem Thema intensiver beschäftigen zu können. Auch für die Tips und Anregungen, die ich während der Bearbeitung dieses Themas von ihm und meinen anderen Lehrern, Herrn Prof. Dr. Peter Funke und Herrn Prof. Dr. Johannes Hahn, erhalten habe, möchte ich mich hiermit bedanken. Die mir gegebenen Möglichkeiten, meine Arbeit vor einem ausgewählten Publikum vorzustellen, waren sehr lehrreich und halfen mir, bestimmte FBesonderen Dank haben auch meine Familie und meine Freunde verdient, die mich sowohl finanziell als auch moralisch stark unterstützt haben.
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Veröffentlichungsjahr: 2006
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1. Inhaltsverzeichnis
1. INHALTSVERZEICHNIS I
2. VORWORT 1
3. EINLEITUNG 2
3. QUELLENLAGE 4
4. GEOGRAPHISCHE UND TOPOGRAPHISCHE ANALYSE 64.1. Zur antiken Beschreibung Kappadokiens 6
4.2. Die Topographie und ihre historische Bedeutung 17 4.3. Verkehrsgeographie 20
5. HISTORISCHE ENTWICKLUNG KAPPADOKIENS VON
DER SPÄTEN ACHÄMENIDEN- BIS IN DIE FRÜHE
RÖMISCHE KAISERZEIT 235.1. Kappadokien unter achämenidisch-persischer Herrschaft 24 5.2. Der Feldzug Alexanders des Großen und seine Auswirkungen
auf Kappadokien 35 5.3. Diadochen- und Epigonenzeit 41
5.4. Die Dynastie der Ariarathiden und das hellenistische
Königreich Kappadokien 50
5.4.1. Ariaramnes und die Unabhängigkeit von den Seleukiden 50 5.4.2. Ariarathes III., der erste König Kappadokiens 53
5.4.4.1.
5.4.4.2. Ariarathes V. und die Hellenisierung 71
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5.4.7. Ariarathes VIII. und das Ende der Ariarathidendynastie 805.5. Die Dynastie der Ariobarzaniden 82
5.5.1. Ariobarzanes I. und Ariarathes IX. 82 5.5.1.1. Kappadokien und die Mithridatischen Kriege 87 5.5.2. Ariobarzanes II. Philopator 99
5.6. Archelaos I. Philopatris Ktistes, ein späthellenistischer
Herrscher und Römerfreund 111
6. ZUSAMMENFASSUNG 122
7. BILDNACHWEIS 128
8. QUELLENVERZEICHNIS 128
9. LITERATURVERZEICHNIS 131
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2. Vorwort
Kappadokien ist eine faszinierende Landschaft in der heutigen Türkei, die vor allem durch ihre interessante Geologie bekannt ist. Daneben spielen die Höhlenkirchen aus der byzantinischen Zeit eine wichtige Rolle für den Tourismus.
Die geschichtliche Entwicklung dieser Region, die heute keine Einheit mehr bildet, sondern auf mehrere Verwaltungsgebiete der Türkei aufgeteilt ist, reicht weit in die Vergangenheit zurück. Wahrscheinlich gehörte das Land, oder einige Teile des Landes schon sehr früh zu den Siedlungsräumen der Menschheit und die erste „Hochkultur“, die hier ihre Spuren hinterlassen hat, war das Reich der Hethiter. Nach dessen Niedergang herrschten lokale und regionale Fürsten über Anatolien und auch die östlichen Nachbarn, Assyrer, Babylonier, Meder und Perser dehnten ihre Reiche bis an den Tauros oder sogar darüber hinaus aus. Später kamen die Griechen und zuletzt die Römer, die Kappadokien als eine wichtige Grenzregion zum Reich der Parther und Sassaniden ausbauten.
Im Frühherbst 2002 konnte ich an einer Exkursion durch den Südosten der Türkei teilnehmen, die über die Universität Münster unter Leitung von Herrn Prof. Koch organisiert worden war. Die Beschäftigung mit der Geschichte dieser Region und der angrenzenden Regionen hatte schon damals mein Interesse geweckt. Hinzu kam, daß die Geschichte des Hellenismus beziehungsweise der hellenistischen Zeit ohnehin zu den Hauptinteressen in meinem Studium der Alten Geschichte zählt. Ich danke daher meinem Lehrer, Prof. Dr. Elmar Schwertheim, für die Gelegenheit, mich mit diesem Thema intensiver beschäftigen zu können. Auch für die Tips und Anregungen, die ich während der Bearbeitung dieses Themas von ihm und meinen anderen Lehrern, Herrn Prof. Dr. Peter Funke und Herrn Prof. Dr. Johannes Hahn, erhalten habe, möchte ich mich hiermit bedanken. Die mir gegebenen Möglichkeiten, meine Arbeit vor einem ausgewählten Publikum vorzustellen, waren sehr lehrreich und halfen mir, bestimmte Fragestellungen auch von anderen Gesichtspunkten her zu betrachten.
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Besonderen Dank haben auch meine Familie und meine Freunde verdient, die mich sowohl finanziell als auch moralisch stark unterstützt haben.
3. Einleitung
Das Königreich Kappadokien in hellenistischer Zeit ist bisher von der Forschung nur periphär wahrgenommen worden. Die ältere Forschung ging aufgrund der Quellenlage, die nicht gerade üppig war und heute auch nicht viel besser als vor 100 Jahren ist, davon aus, daß das Königreich Kappadokien eher eine Randerscheinung im hellenistisch geprägten Mittelmeerraum und demnach von nur geringer Bedeutung war. Die Aussagen die etwa Marquart oder Meyer machten, sind auch in der neueren Forschung teilweise übernommen worden. Spätere Forscher, wie Jones oder Magie, aber auch Hoben und Sullivan haben sich hauptsächlich mit der Problematik der Römer in Kleinasien, beziehungsweise den Interaktionen der Römer und der kleinasiatischen Dynastien beschäftigt. Diese Forschungen haben Kappadokien zwar mit eingeschlossen, blieben aber nur auf das späte 2. und 1. Jahrhundert v.C. beschränkt. Ältere Zeiten wurden dabei nicht berücksichtigt, so daß es eine Forschungslücke für den Zeitraum vom Ende der Diadochenkriege bis zum direkten Eingreifen der Römer in Zentralkleinasien gibt. Erst neueste Forschungen lassen vermuten, daß die Aussage einiger älterer Forscher, Kappadokien sei erst in späthellenistischer Zeit und unter den Römern hellenisiert worden, zumindest teilweise revidiert werden muß. Neueste Untersuchungen im Raum Tyana und Elaiussa-Sebaste haben Hinweise auf eine Hellenisierung erbracht, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt eingesetzt haben müssen, als von der Forschung bis dahin angenommen.
Diese Arbeit wird sich mit den zum Teil konträren Aussagen der Forschung auseinandersetzen und sie überprüfen. Die Frage der Hellenisierung Kappadokiens stellt eine zentrale Überlegung dieser Arbeit dar und wird in den verschiedenen Kapiteln thematisiert werden.
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Die antiken Überlieferungen und die archäologischen Zeugnisse, sofern vorhanden, werden daher im Zentrum der Analyse stehen. Neben den historiographischen Überlieferungen werden auch epigraphische und numismatische Quellen herangezogen werden und auch die Werke der antiken Geographen werden zur Analyse beitragen. Die Region in Anatolien, die das späteren Königreich Kappadokien beheimatete, war bis zum Feldzug des makedonischen Königs Alexander dem Großen von den Griechen kaum bereist worden. Entsprechend wenige Informationen wurden von ihnen aufgezeichnet und an die Nachwelt weitergegeben. Dennoch gibt es einige Aussagen bei den antiken Autoren Herodot und Xenophon, die für die Perserzeit Kappadokiens von großer Bedeutung sind. Ausführlichere Informationen über die historischen Ereignisse, die in oder um Kappadokien anzusiedeln sind, lassen sich aus den Werken der antiken Historiographen wie Diodor, Polybios, Livius, Appian und Cassius Dio entnehmen. Die Frage nach der historischen Entwicklung Kappadokiens ist zentral an diese Analyse geknüpft, da andere Quellengattungen hierzu nur wenig beitragen können. Zu klären ist dabei, inwiefern sich diese Autoren mit Kappadokien und seinem Herrscherhaus beschäftigt haben. Ging es ihnen um eine Darstellung der historischen Ereignisse generell, oder behandelten sie Kappadokien immer nur dann, wenn es sich um Ereignisse von größerer Tragweite handelte?
Diese Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, die verstreuten Informationen aus der Antike und die wenigen Analysen der modernen Forschung, die sich zumeist mit einigen wenigen Spezialproblemen befaßt hat, miteinander zu verknüpfen und die Geschichte des Königreiches Kappadokien in hellenistischer Zeit herauszuarbeiten. Da die Quellenlage sehr bescheiden ist, wird es wahrscheinlich nur möglich sein, die großen politischen Entwicklungen aufzuzeigen. Die sozio-kulturellen Veränderungen, die auch in diesem Teil der Welt im Verlauf von mehr als 3 Jahrhunderten nicht ausgeblieben sind, lassen sich dagegen vermutlich nur oberflächlich fassen und werden daher nur von untergeordneter Bedeutung für diese Arbeit sein können.
Die Entwicklung Kappadokiens von einer persischen Verwaltungsregion zu einem Königreich und die weitere Entwicklung dieses Königreiches
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wird zwangsläufig zu Veränderungen in der Gesellschaft geführt haben. Zudem war das Zeitalter des Hellenismus geprägt von kulturellen Veränderungen. Griechisches und lokales Ideengut hat sich in vielen Regionen des Mittelmeerraumes vermischt und diese Arbeit wird sich auch, wo dies möglich ist, damit auseinandersetzen.
3. Quellenlage
Die Quellenlage für Kappadokien in hellenistischer Zeit ist nicht gerade sehr gut. Es gibt eine Reihe von Nachrichten bei verschiedenen antiken Autoren, die zumeist griechischer Herkunft waren. Diese Autoren haben Kappadokien entweder in ihren geographischen Werken, etwa Strabon, oder in ihren historiographischen Werken, etwa Diodor oder Appian, erwähnt. In der Regel waren dabei Kappadokien und seine Herrscher nur von sekundärer Bedeutung, da es sich meistens um größere historische Ereignisse handelte, die zufällig in Kappadokien stattfanden oder an denen die kappadokischen Herrscher beteiligt waren. Die älteste griechische Erwähnung Kappadokiens ist bei Herodot zu finden. Auch Xenophon erwähnt die Region. Für die beiden griechischen Historiographen des 5. und 4. Jahrhunderts v.C. war Kappadokien ein Teil des achämenidischen Perserreiches und wurde nur deshalb erwähnt, weil es entweder wie bei Herodots Aufzählungen der Satrapien und Heereslisten des Achämenidenreiches für die Vollständigkeit notwendig war, oder weil Xenophon darlegen wollte, wo Kyros der Jüngere entlang gezogen war, als er gegen den persischen Großkönig revoltierte. Für die Entwicklung Kappadokiens im Achämenidenreich stehen kaum andere Quellen zur Verfügung. Ein paar persische Inschriften erwähnen das Land als ein Reichsteil ihres Imperiums, aber Satrapenlisten oder ähnliches haben sich nicht erhalten. Nur die Geschichte um den Satrapen Datames ist von römischen Biographen Cornelius Nepos Mitte des 1. Jahrhunderts v.C. aufgeschrieben worden. Erst der Alexanderfeldzug hat Kappadokien zeitweise wieder in den Blickwinkel antiker Autoren versetzt. Nur wenige Fragmente haben sich
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aus dieser Zeit erhalten, so daß hier hauptsächlich Quintus Curtius Rufus und Flavius Arrianus, die beide im 2. Jahrhundert n.C. tätig waren, von gewichtiger Aussagekraft sein können.
Eine der Hauptquellen für die frühe Geschichte Kappadokiens im 4. bis
2. Jahrhundert stellt die Universalgeschichte des Sizilianers Diodoros aus der Mitte des 1. Jahrhunderts v.C. dar. Seine Angaben sind entscheidend, da viele dieser Informationen nur bei ihm zu finden sind. Anknüpfungspunkte an seine Darstellung der historischen Ereignisse finden sich bei Polybios aus Megalopolis, der Mitte des 2. Jahrhunderts v.C. wirkte und bei Titus Livius, der in augusteischer Zeit eine Geschichte des römischen Imperiums verfaßte. Die Hauptereignisse des
1. Jahrhunderts v.C. lassen sich aus den Werken des Appian von Alexandria aus dem 2. Jahrhundert n. C. und den Exzerpten des Marcus Iunianus Iustinus, die vermutlich ebenfalls aus dem 2. Jahrhundert n.C. stammen, zurHistoriae Philipicaedes Pompeius Trogus aus augusteischer Zeit rekonstruieren.
Die Zeit der späten römischen Republik ist uns auch durch römische Politiker dieser Zeit überliefert. So finden sich Informationen in den Briefen des Marcus Tullius Cicero über Kappadokien, die er als direkter Zeuge der Ereignisse des Jahres 52 v.C. weitergegeben hat und auch in den Kriegsberichten des Diktators Gaius Iulius Caesar sind dessen Maßnahmen in Kleinasien dargestellt. Daneben stellt die Geografika des aus dem pontischen Amasia stammenden Strabon, der in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v.C. und im ersten Viertel des 1. Jahrhunderts n.C. lebte, eine Quelle ersten Ranges dar.
Neben den literarischen Quellen, zu denen auch noch weitere, hier aber nicht explizit erwähnte gehören, existieren noch einige epigraphische Quellen, die das Wirken der kappadokischen Könige als Euergeten in der hellenistischen Oikumene des 2. und 1. Jahrhunderts v.C. unterstreichen. Es sind jedoch nur wenige Inschriften aus Kappadokien selbst überliefert, ein Ehrendekret aus Anisa und zwei Ehrendekrete aus Tyana. Diese Inschriften in griechischer Sprache belegen das Vordringen der Poliskultur, sowohl in den Institutionen, als auch im Gedanken der Euergesie nach Kappadokien bereits im 2. Jahrhundert v.C. Darüber
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hinaus belegen Ehreninschriften aus Athen, Delos und Olympia die Euergesie der kappadokischen Herrscherfamilien. Zusätzlich zu den schriftlichen Quellen verfügen wir über eine Reihe von numismatischen Zeugnissen. Diese Münzen konnten nach einigen wissenschaftlichen Disputen den einzelnen Herrschern zugeordnet werden, was vielfach bestimmte Thesen zu untermauern oder zu negieren half. Diese Arbeit wird sich dabei hauptsächlich auf die Aussagen von Bono Simonetta und auf die Zusammenstellungen der Münzsammlung des British Museums stützen.
Außer den Münzen und den Inschriften sind kappadokische Selbstzeugnisse bislang nicht bekannt geworden. Die Masse der Quellen stammt von Griechen, was unseren Horizont über die Selbstsicht der Kappadoker sehr begrenzt.
Andere Quellengattungen sind bisher kaum oder gar nicht überliefert. Vor allem archäologische Untersuchungen des entsprechenden Zeitraumes stellen bisher ein Forschungsdesiderat dar.
4. Geographische und topographische Analyse
4.1. Zur antiken Beschreibung Kappadokiens
Die älteste Erwähnung Kappadokiens in der griechischen Literatur findet sich bei Herodot1. Die Bewohner des geographisch kaum umrissenen Landes zählte Herodot zu den Syrern2, auch Leukosyrer genannt3. Der Halys scheint im 6. Jahrhundert v.C. die Grenze zwischen dem Meder-und dem Lyderreich gebildet zu haben. Während der Regierungszeit Dareios` I., des Großen, wurde das Achämenidenreich in verschiedene Verwaltungsbezirke, welche Herodotnannte, unterteilt. Nach Herodot gehörten die Kappadoker zum 3. Nomos, gemeinsam mit den
1Hdt. I, 71ff.
2„“ Hdt. I, 72.
3Högemann, P., Das alte Vorderasien und die Achämeniden (=TAVO Beih. B98) 1992,
250f., vermutet, daß es sich bei den Syrern von Mazaka um ehemalige assyrische
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Hellespontiern, den Phrygern, den asiatischen Thrakern, den Paphlagonen und Mariandynern. Sie hatten einen gemeinsamen Satrapen und mußten 300 Talente Silber nach babylonischem Münzfuß an jährlichen Abgaben leisten4. Diesemdürfte die ProvinzKatpatukaentsprechen, die Dareios I. auf seiner Inschrift von Bīsutūn an 12. Stelle nennt5.
Die detaillierteste antike Landesbeschreibung Kappadokiens ist in derStrabons6zu finden und stellt daher den Hauptbestandteil dieses Kapitels.
Daneben stellt noch diedesKlaudios Ptolemaios7eine wichtige Quelle dar. Diese führt aber nur die Grenzen Kappadokiens an und zählt einige Orte und Städte auf, denen Ptolemaios die von ihm berechneten geographische Längenangaben beigefügt hat. Das älteste geographische Werk in lateinischer Sprache8, dieChorographiades Pomponius Mela, zählt viele Gebiete der Mitte des ersten Jahrhunderts n.C. bekannten Welt auf. Hauptsächlich folgt er dabei den Küstenlinien. Die im Binnenland lebenden Völker wurden von ihm aufgezählt, ohne daß er dabei auf die genauen Lebensräume dieser Völker einging. Auch die Kappadoker nennt er, in einer Reihe mit Medern, Armeniern, Kommagenern, Murranern, Vegetern, Gallogräkern, Lykaonen, Phrygern, Pisidiern, Isauriern, Lydern und Syrokilikern. Die Kappadoker stehen in dieser Aufzählung zwischen den Vegetern und den Gallogräkern, womit wahrscheinlich die Galater gemeint sind9. Weiterhin nennt er sogar den Tauros als eine natürliche Grenze für die dort lebenden Völker10. Auch den Euphrat als Grenzfluß zwischen Kappadokern und Armeniern nennt Mela11.
Im sechsten Buch seinerNaturalis Historiasetzte sich Gaius Plinius Secundus mit der Geographie Asiens auseinander. Über Kappadokien
Grenzbauern handelte, die von den Medern um 612 v.C. an den Halys umgesiedelt
worden waren.
4Hdt. III, 89f.
5Cook, J. M., The Persian Empire (London, u.a. 1983) 77f.
6Strab. XII.
7Ptol. V, 6.
8Brodersen, K., Pomponius Mela. Kreuzfahrt durch die Alte Welt (Darmstadt 1994).
9Mela I, 13.
10Mela I, 81.
11Mela III, 77.
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machte Plinius folgende Aussage: Im inneren Kappadokiens liegt eine Kolonie des Kaisers Claudius, Archaelais, die am Halys liegt. Weiterhin liegen in Kappadokien die Städte Komana/Salius, Neocaesarea/Lykos und Amaseia/Iris in der Landschaft Gazakene, in der Kolophene aber Sebasteia und Sebastopolis, Melita unweit des Euphrat, Diocaesarea, Tyana, Kastabala, Magnopolis, Zela und am Fuße des Argaios Mazakon/Caesarea12. Von den Regionen oder Landschaften nennt er weiterhin die Melitene an der Grenze zu Kleinarmenien, Kataonien, welches an die Kommagene grenzt, an der Grenze zu Phrygien Garsauritis, Sargaurasene und Kammanene und an der Grenze zu Galatien die Morimene. Dort bildet der Fluß Kappadox die Grenze. Von ihm sollen die Bewohner des Landes, die zuvor Leukosyrer hießen, ihren Namen erhalten haben13.
Bei seiner Betrachtung über die Siedlungsgebiete der einzelnen Völker und Stämme im Binnenland berichtet Plinius weiter, daß die Kappadoker am weitesten unter allen pontischen Stämmen im Binnenland siedeln. Ihr Siedlungsgebiet grenzt an beide Armenien14und an die Kommagene im Osten, im Süden aber bis über den Tauros, wo Kataonien an die zu Antiocheia gehörende LandschaftCyrresticagrenzt. Im Südwesten grenzt es an Lykaonien, Pisidien und Kilikien und im Westen grenzt das Siedlungsgebiet der Kappadoker an die Siedlungsgebiete aller anderen in Asien erwähnten Völker15.
Plinius ist bei seiner Gebietsbeschreibung nicht gerade sehr ausführlich. Genaue Grenzen lassen sich nur durch die erwähnten Nachbarregionen fassen, für die er gerade im Westen eine sehr ungenaue Aussage getroffen hat. Im Norden scheint das Meer die Grenze zu bilden. Dies gilt aber nur für den „Stamm der Kappadoker“, nicht für das ehemalige Königreich.
Eine ebenfalls wichtige, aber spätantike Quelle ist die Karte des Castorius, die besser durch ihre frühneuzeitliche Kopie, die Tabula Peutingeriana, bekannt ist. Miller rechnet das Original dieser Karte zu den Itinerarien, welche im 3. und 4. Jahrhundert nach Christus in
12Plin. nat. VI, 8.
13Plin. nat. VI, 8.
14Plin. nat. VI, 25, nennt den Euphrat als Grenzfluß zwischen Armeniern und
Kappadokern.
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verstärktem Maße in Gebrauch kamen16. Seiner Meinung nach ist das der Peutingerschen Tabula zu Grunde liegende Original in der Zeit zwischen Konstantin dem Großen und Theodosius entstanden und den speziellen Untergliederungen folgend, erschließt er das Jahr 366 n.C. als Entstehungszeit17. Kappadokien ist auf dieser Karte als eine Landschaft, nicht als eine Provinz dargestellt und dabei sehr langgezogen18. Dies entspricht aber der allgemeinen Darstellungsweise, bei der vor allem die auffällt19. eigenartige Darstellung Kleinasiens Einzelne
Untergliederungen lassen sich hier nicht ausmachen. Wichtig waren dem Urheber dieses Werkes nur die größeren Wegstationen und die Entfernungen.
Abb. 1 Tabula Peutingeriana, Ausschnitt Segment XI-XII.
Die geographischen Werke von Erathostenes aus Kyrene, der Mitte des 3. Jahrhunderts v.C. die Bibliothek von Alexandria leitete und des Poseidonos von Apameia aus dem späten 2. und frühen 1. Jahrhundert v.C. erwähnen Kappadokien mit keinem Wort. Sie haben sich mehr den Küstenregionen zugewandt und das Binnenland Kappadokien entweder
15Plin. nat. VI, 24.
16Miller, C., Die Weltkarte des Castorius genannt die Peutingersche Tafel (Ravensburg
1887) 64.
17Miller, 67.
18Miller, C., Castori Romanorum Cosmographi tabula quae dicitur Peutingeriana
(Ravensburg 1887), Segmente X-XI.
19Die gesamte Küstenlinie der Ägäis ist äußerst verzerrt dargestellt worden. Obgleich
die ganze Karte sehr schmal, dafür extrem lang ist und daher alle Proportionen verzerrt
sind, ist hier ein Fehler erkennbar. Die Troas bildet den südlichen Abschluß der
kleinasiatischen Ägäisküste und liegt auf derselben Breite, wie Karien oder Lykien, die
in Wirklichkeit viel weiter im Süden liegen. Kreta liegt der Troas gegenüber und das
Nildelta liegt etwa auf derselben geographischen Länge wie Pergamon oder Smyrna.
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nicht gekannt, oder nicht für erwähnenswert gehalten, oder die Beschreibungen sind nicht mehr erhalten.
Für Strabon war trotz aller Veränderungen und Unterteilungen die kappadokische Sprachgemeinschaft identisch mit dem Personenkreis, der in jenem Gebiet wohnte, welches im Süden vom sogenannten Kilikischen Tauros, im Osten von Armenien und Kolchis und den anderssprachigen Völkern dazwischen, im Norden vom Schwarzen Meer bis zur Halysmündung und im Westen vom Volk der Paphlagonen und Galater, welche Phrygien bis zu den Lykaonen und den Kilikern des Rauhen Kilikiens bewohnen, eingegrenzt wird20. Eine ähnliche Eingrenzung Kappadokiens nahm auch Klaudios Ptolemaios vor21.
Strabon berichtet weiter, daß ältere Autoren, die er nicht näher spezifiziert hat, die Kappadoker noch von den Kataonen ethnisch unterschieden und auch die Melitene unter Kataonien subsumiert hätten. Bei deren Aufzählungen der Völker hätten sie nach den Kappadokern die Kataonen, dann den Euphrat und dann die Völker östlich des Flusses genannt22. Zu Strabons Zeit waren scheinbar aber alle Unterschiede in Sprache und Gebräuchen gänzlich verschwunden, daß es ihn wunderte, daß ältere Autoren eine ethnische Unterscheidung vorgenommen hatten. Er selbst konnte einen solchen Unterschied jedenfalls nicht mehr erkennen, erwähnte dies aber und schrieb, daß die Kataonen erst während der Regierung des ersten kappadokischen Königs unter die Herrschaft Kappadokiens gelangten23.
