Karl Liebknecht kämpft in Nikolajew - Friedrich Wolf - E-Book
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Karl Liebknecht kämpft in Nikolajew E-Book

Wolf Friedrich

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Beschreibung

Im Januar 1919 liegt die ukrainische Stadt Nikolajew unter der harten Hand der deutschen Besatzung. Trotz der Novemberrevolution und der Aufstände der Bolschewiki hält General von Gillhausen seine Truppen fest im Griff. Inmitten von Unterdrückung und Ausbeutung durch die deutsche Firma Blohm & Voß entfaltet sich die packende Geschichte von "Karl Liebknecht kämpft in Nikolajew". Erleben Sie hautnah, wie deutsche und ukrainische Arbeiter sowie Soldaten sich gegen die Tyrannei erheben. Friedrich Wolf erzählt von Mut, Solidarität und dem unerschütterlichen Kampf für Gerechtigkeit in einer bewegten Zeit. Dieses E-Book zieht Sie in die dramatischen Ereignisse, die damals die Welt veränderten.

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Seitenzahl: 11

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Impressum

Friedrich Wolf

Karl Liebknecht kämpft in Nikolajew

ISBN 978-3-68912-060-3(E–Book)

Die Erzählung ist 1936 entstanden.

Das Titelbild wurde mit der KI erstellt.

© 2024 EDITION digital®

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Godern

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19065 Pinnow

Tel.: 03860 505788

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Karl Liebknecht kämpft in Nikolajew

Es war schon Mitte Januar 1919, und noch immer lag die Faust der deutschen Okkupation schwer auf der ukrainischen Arbeiterstadt Nikolajew. Gewiss, auch bis zu den deutschen Truppen am Schwarzen Meer war die Nachricht von der Novemberrevolution gedrungen. Sie hatten nach dem Vorbild der Truppen in Kiew und Jekaterinoslaw Soldatenräte gewählt, die stark mit Offizieren und „Säbeltragenden“ durchsetzt waren; denn auch die Offiziere gehörten ja dem Soldatenstand an. Aber während im Westen und Norden die Verbände sich schon auflösten und heimfuhren, hielt der Generalmajor von Gillhausen seine Division in Nikolajew noch auf Kandare. Er sagte den Soldaten, ein Nachlassen der Disziplin und des Korpsgeistes, ein Einzelabrücken bedeute zu fünfzig Prozent Untergang, da die „Grünen“ und die „Roten“ im Hinterland Einzeltrupps abfangen würden, die Polen aber offene Rache übten. Der Westweg war vorerst gesperrt. Im Norden standen die Bolschewiki, im Süden lag das Meer mit dem französischen Geschwader. Also abwarten, bis die Lage sich etwas beruhigt habe und die Verhältnisse durchsichtiger würden.

Nebenbei gesagt hatte gerade auf die zahlreichen Schiffswerften und Stahlbetriebe in Nikolajew die Hamburger Großfirma Blohm & Voß seit einem halben Jahr ihre Hand gelegt. Die „Arbeitsordnung“ der Hamburger Aktiengesellschaft für die ukrainischen Arbeiter lautete:

„In Übereinstimmung mit dem deutschen Kommando liegt die Verwaltung der Fabriken in den Händen der Ingenieure, Angestellten und Kaufleute unter Leitung der Firma Blohm & Voß, Hamburg. Es sind keinerlei Arbeiterräte und Fabrikkommissionen gestattet. Der Arbeitstag beträgt zehn Stunden mit einer halben Stunde Mittagspause. Beim Betreten und Verlassen der Fabrik sind die Arbeiter verpflichtet, ihre Pakete zur Kontrolle zu öffnen. Es ist verboten, Kommissionen für die Fragen des Arbeitslohnes zu bilden. Streiks sind verboten.“

Unterzeichnet war diese „Arbeitsordnung“ vom Kapitän Pfundhelle und dem Direktor der deutschen Aktiengesellschaft, Dr.-Ing. Etlers. Man sieht, die deutschen Offiziere und Direktoren fühlten sich ganz heimisch am Schwarzen Meer. Es herrschte seit der deutschen Okkupation ja auch eitel Friede in der Ukraine, der sogenannte „Brotfriede“. Denn bereits drei Wochen nach der Besetzung, am 9. April 1918, konnte die „Staatliche Kommission für Warenaustausch“ in Kiew melden, dass die Kontribution von einer Million Tonnen Brot- und Futtergetreide erfüllt sei, ebenso der Abtransport von Rohstoffen: Leder, Hanf und Seife. Gleichzeitig wurde in der Hafenstadt Cherson – unweit von Nikolajew – der Belagerungszustand verhängt. Der deutsche General Kirbach gab bekannt, dass für gefangene „bolschewistische Truppen“ die Kugel zu schade sei, „für sie gilt der Strick“.