Käse im Weltall - Britta Nonnast - E-Book

Käse im Weltall E-Book

Britta Nonnast

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Beschreibung

Ab ins All! Dabei wollte Josch doch eigentlich nur das alte stinkende Käsebrot in seinem Schulrucksack loswerden und jetzt das! Zusammen mit Meerschweinchen Pauli schwirrt er im Raumschiff des Robotermädchens Hatti durch die Galaxie. Josch hat nämlich eine Übernachtung im Weltraumhotel gewonnen! Was ihn dort erwartet, verschlägt ihm den Atem: Außerirdische aller Farben und Formen, Traumkugeln in Gläsern, bunte Essensblasen. Aber das Abgefahrenste ist, dass ausgerechnet sein altes Käsebrot die Allbewohner in Aufruhr versetzt …

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Seitenzahl: 104

Veröffentlichungsjahr: 2024

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© 2023 Tulipan Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 München.

Text: Britta Nonnast

Bilder: Monika Parciak

ISBN 978-3-641-32928-0V001

www.tulipan-verlag.de

Danke, Mister Chris, dass du mit mir ins Weltall geflogen bist und wusstest, wie man ein modernes Raumschiff zündet!

Birtta Nonnast

Inhalt

Von oben

Anschnallen bitte!

Hilfe, ein Oligose!

Hatti kennt keine Angst

Josch schaut sich um

Josch ist ein Twinianer

Alles geht zu schnell

Die Verfolgung

Ein dunkler Planet

Bosso macht Ernst

Ein kleiner Umweg

Der Schulrucksack

Patschlagiers Wortschatz

Glossar

Von oben

Der Himmel ist blau, die Sonne scheint und der Käse stinkt. Josch will das alte Käsebrot unbedingt loswerden. Es müffelt übel aus seinem Schulrucksack. Er hat das Ding einfach vergessen.

Hinter der Schule stehen die großen Mülltonnen. Da soll es rein. Doch gerade als Josch im Rucksack nach der alten Stulle gräbt, hört er ein Quieken. Er hebt den Kopf und da sieht er ihn. Neben einer Tonne steht ein Käfig. Durch die Gitterstäbe schaut ihn ein Meerschweinchen ängstlich an. An dem Stall hängt ein Zettel, auf dem mit krakeliger Schrift Zu verschenken!steht.

»Zu verschenken?«, liest Josch leise. »Wie kann man nur so fies sein?« Tiere aussetzen ist das Allerletzte. Manchmal stehen hier Kartons mit Büchern oder alten Gummistiefeln, aber Tiere? Das geht gar nicht. Er steckt einen Finger durch die Gitterstäbe. »Hallo, du! Wer hat dich denn einfach hier abgestellt?« Joschs Eltern wollen auf gar keinen Fall ein Haustier. Das sagen sie ihm bei jeder Gelegenheit: »Ein Tier kommt absolut nicht infrage!« Joschs Mutter hat Angst vor Flöhen und sein Vater mag keine Tierhaare in der Wohnung.

Trotzdem muss Josch keine Sekunde lang überlegen. »Dich lass ich nicht allein!«, sagt er und hebt den Käfig hoch. Der ist richtig schwer und sperrig. Seine Arme reichen nicht um ihn herum. Aber egal. Josch vergisst das Käsebrot und packt den Käfig. Das Meerschweinchen sieht ihn die ganze Zeit über mit großen Augen an. Der Haarpinsel auf seinem Kopf vibriert. Josch wohnt in dem Hochhaus am Ende der Straße. Eigentlich ist der Weg nicht weit, aber er kann den Käfig nicht lange halten und muss ihn alle paar Schritte absetzen. Irgendwann reicht es ihm.

»Den kann ich auch nachher noch holen.« Er stellt den Käfig auf den Boden und will gerade die Tür öffnen, um das Meerschweinchen auf den Arm zu nehmen, da fällt etwas von oben auf die Gitterstäbe des Stalls. Josch ist erstaunt. Das sieht aus wie ein Päckchen Sammel-karten. Aber wo kommen die her? Josch schaut nach oben. Direkt über ihm ist nichts, kein Fenster, kein Baum, von wo aus jemand die Karten hätte werfen können. Er reißt das Tütchen auf. »Da ist ja nur eine drin.«

Sie schimmert silbern und dann blinkt sie grün: Super-Sonnen-Gewinn! Glühkarte!

»Das ist ja der Hammer!« Josch dreht die Karte um.

Hurra! Du hast gewonnen!

Eine Übernachtung im Weltraumhotel Galaxel Oschnaboss

mit Blick auf die kleine blaue Kugel,

Außerirdisches Essen, Weltraumausflug,

Hin- und Rückreise mit dem Weltraumtaxi Rixa,

Robot-Assistenz von Hatti 1.

Abreise:JETZT

›Das muss ein Super-Sondertrumpf sein‹, denkt sich Josch und steckt die Karte in seine Hosentasche. Dann öffnet er den Käfig. Das Meerschweinchen saust in eine Ecke und kauert sich zusammen. Josch nimmt es vorsichtig raus. »Wie du wohl heißt?«, fragt er. »Fritzi, Flecki oder vielleicht … Smarti? Pauli?« Er überlegt. »Ich nenn dich Pauli! Gefällt dir das?« Ganz sanft streichelt er das Meerschweinchen. »Du hast bestimmt einen Riesenhunger, oder?«

Pauli quiekt leise.

›Hoffentlich gibt es Möhren zu Hause‹, denkt Josch. Er lässt den Käfig einfach auf dem Bürgersteig stehen und läuft langsam nach Hause.

Pauli versteckt sich in seiner Armbeuge. Josch streichelt ihn immer wieder. Er ist so mit dem Meerschweinchen beschäftigt, dass er gar nicht merkt, dass die Karte in seiner Hosentasche inzwischen rot blinkt.

Zu Hause setzt Josch Pauli erst mal auf den Boden seines Zimmers. Das Meerschweinchen saust sofort unter das Bett.

»Schau dir alles an. Ich hole solange Möhren aus der Küche«, sagt Josch. In Windeseile ist er wieder zurück und hält eine Möhre unter das Bett. Pauli pfeift vor Freude und knabbert sofort los. Er hat richtig Kohldampf. Doch nach ein paar Bissen hört er plötzlich auf zu kauen und versteckt sich wieder. »Was ist los?«, fragt Josch. In seinem Zimmer ist es auf einmal viel dunkler als gerade eben noch. Er hebt den Kopf und schaut zum Fenster. Da sieht er, was Pauli so erschreckt hat.

Ein riesengroßes hellblaues Ei verdeckt sein ganzes Doppelfenster. Zuerst denkt Josch, dass vor dem Haus vielleicht ein Gerüst steht und das blaue Ding eine Baumaschine ist, aber danach sieht es ganz und gar nicht aus.

»Was ist denn das?« Josch duckt sich vorsichtshalber und schleicht näher ans Fenster. Das muss er sich genauer anschauen. Auf der Vorderseite des blauen Dings öffnet sich eine Luke, aus der eine Rampe raussurrt und sich auf das Fenstersims legt. Josch kann nicht anders. Er öffnet neugierig das Fenster.

»Bitte sehr! Einsteigen!«, sagt eine Mädchenstimme aus dem Inneren des Eis. »Ich bin Hatti Version 1, Roboterin und Weltraumtaxifahrerin.« In dem Ei fährt eine getönte Scheibe nach unten und ein Mädchen dreht sich zu Josch um. Es hat einen weiß-hellblau karierten Helm auf, der bis tief in seine Stirn reicht. Unter dem Helm blicken Josch zwei sehr große und dunkle Augen an.

»Hallo!« Das Mädchen zwinkert Josch mit einem Auge zu.

»Bist du echt? Du siehst aus wie eine Puppe.« Das rutscht Josch so raus.

»Klar bin ich echt! Das siehst du doch! Oder hast du Planetenstaub in den Augen?« Hatti verzieht den Mund. »Fragt der mich, ob ich echt bin. Ich frage dich ja auch nicht, ob du echt bist. Ich bin hier, also bin ich doch wohl echt! Vielleicht bist du ja nicht echt und fragst mich deshalb, ob ich echt bin.«

Josch weiß nicht, was er sagen soll. Das war anscheinend eine blöde Frage.

»Sssst«, die Mitte des Eis verschließt sich. »Sssst«, und öffnet sich wieder.

»Du bist DER eine Mensch, der einen Aufenthalt im Weltraumhotel gewonnen hat. Glückwunsch!« Hatti redet schnell und ihre Stimme klingt ein wenig so, als ob sie aus einer verschlossenen Kiste zu ihm spricht. Sie winkt Josch zu sich ran. »Steig ein!«

»Ich darf nicht einfach irgendwo einsteigen. Ich bin erst zehn.« Josch ist schüchtern. Da ist es gut, dass Pauli unter dem Bett vorschlüpft und sich fest an Joschs rechten Fuß drückt.

»Na und?«, fragt Hatti. »Ich bin erst zwei Jahre alt und fliege Weltraumtaxi. Du hast die Chance mitzufliegen. Wenn nicht, macht es ein anderer Erdling. Es gibt ja eine ganze Menge von euch.« Hatti räuspert sich. »Allerdings nehme ich nur einen Erdling mit, der ungefähr so groß ist wie ich. Aber auch von der Sorte gibt es mehr als genug. Wenn du einen kennst, der gerne mitkommen würde, bitte sehr. Der ist auch willkommen!«

Das mit den Chancen, die man nutzen soll, hat Josch schon oft gehört. Auch von seinen Eltern, vor allem dann, wenn das mit Mathe wieder nicht klappt. Wenn Josch rechnen soll, wird ihm ganz schwindelig. Weil er schon weiß, was rauskommt: Meistens das falsche Ergebnis.

»Der Countdown läuft. In 30 Sekunden schließt das Weltraumtaxi die Türen.« Das Ei heult maschinenmäßig auf. »Du hast so ein Glüh, aber keinen Mut!«

»Glüh? Was für ein Glüh?«, fragt Josch.

»Du weißt nicht, was Glüh ist?« Es summt aus dem Inneren des Eis. »Oh! Ich meine nicht Feuerhitze, sondern Glück. Das war ein Fehler. Entschuldige! Das ist peinlich!« Hatti seufzt. »Noch 15 Sekunden!«

Josch steckt seine Hände tief in die Hosentaschen, wie immer, wenn er nicht weiterweiß. »Ist das gefährlich?«

»Bei allen Sternen, nein! Garantiert!«

»Kann ich die Garantie sehen?«, fragt Josch. »Meine Eltern drehen durch, wenn mir was passiert.«

»Och, Mensch. Ich kriege Megaärger, wenn du nicht mitkommst. Steix einx, bittomax!« Hattis Stimme wird ungeduldig. »Hörx du dax? Immex wenn ix aufgerext binx, maxe ix diese Spraxfehlex.«

»Von wem kriegst du Ärger?«

»Moxment.« Es brummt. »Ix mux meixe Kühlunx anxellen.« Hatti räuspert sich, dann kann sie wieder einwandfrei sprechen. »Von Bosso, dem Hotelchef. Ich soll einen Gast mitbringen als Gewinner der galaktischen Tombola. Du hast das Los bekommen.« Das Ei wechselt seine Farbe. »Wie findest du das?«

Josch bewegt sich keinen Millimeter. »Ich habe doch gar kein Los gekauft.«

»Dann schau mal in deine Hosentasche.«

Josch zieht die blinkende Karte aus seiner Tasche. »Ach, die war von dir?«

»Ja, du Glückskeks. Jetzt aber los oder hält dich die Schwerkraft auf der Erde? Von oben ist alles viel schöner, glaube mir.« Hatti hält kurz inne. »Ix brinxe dix wiedex nax Hauxe! Versproxen!« Es brummt erneut. »Ich brauche dringend meine neue, bessere Version. Der Weltallhändler, der mich verkauft hat, kommt nur einmal in zwei Jahren vorbei. Und nur von ihm kann Bosso meine neue Festplatte bekommen. Und nur mit der kann ich endlich Hatti Version 2 sein.«

»Wenn du erst zwei Jahre alt bist, wie kannst du dann dieses Ding fliegen?« Josch beugt sich vor und schaut sich das Ei ganz genau an.

Hatti schnaubt ungeduldig. »Ich lerne in zwei Jahren mehr als ein Mensch in zehn Leben. Mich hat einer programmiert, der schon mal auf der Erde war. Darum sehe ich auch aus wie ein Mensch. Also, fast so wie ein Mädchen.« Sie schielt Josch von der Seite an. »Ich sehe doch aus wie ein Mädchen, oder?«

»Bist du so eine Art Computer?«

»Ich bin eine Roboterin«, antwortet Hatti. »Kein Roboter, sondern eine Roboterin! Darauf lege ich großen Wert. Ich habe meinen eigenen Kopf. Ich kann selbstständig denken, wenn du weißt, was ich meine.«

»Da vorne ist eine Delle!«, sagt Josch und zeigt auf die Spitze des Eis. Er hat Hatti gar nicht richtig zugehört, dazu ist er viel zu aufgeregt.

»Macht nichts. Rixa fliegt trotzdem«, beeilt sich Hatti zu sagen.

Josch steht wie angewurzelt da.

»Bosso gibt mir eine bessere Version. Aber nur, wenn die Mission klappt! Also steix einx, bittex!« Langsam bewegen sich die Schiebetüren aufeinander zu. »Okax, ix suxe einex neuxen Passagiex! Glüx verpaxt!« Hatti gibt sich große Mühe, sich zu beruhigen. Ihr Kopf surrt.

Josch beißt sich auf die Lippen. In den Weltraum will er unbedingt. Das können sonst nur Astronauten. Und die sind alle erwachsen, trainieren lange und sind gut in Mathe. ›Diese Hatti sieht eigentlich ganz nett aus‹, überlegt Josch. Seine Neugierde wächst und wächst. Er will es eigentlich, aber er darf nicht allein einfach so irgendwo einsteigen. Niemals. »Ihn nehme ich aber mit!«, sagt er und erschrickt vor sich selbst ein bisschen. Behutsam nimmt er Pauli auf den Arm. Das Meerschweinchen will er auf keinen Fall zu Hause lassen. Er hat Pauli ja gerade erst zwischen den Mülltonnen gefunden. Außerdem fühlt Josch sich mit Verstärkung besser.

»Süß!«, sagt Hatti. »Klar darf der Teddy mit!«

»Das ist ein Meerschweinchen, das sieht man doch.«

»Das ist aber dein Kuscheltier, oder? Und Kuscheltiere sind ja oft Teddys, oder nicht?«

»Erstens habe ich kein Kuscheltier mehr, das ist vielleicht fünf Jahre her, und zweitens sind nicht alle Kuscheltiere Teddys.«

»Stimmt!«, sagt Hatti. »Habe ich auch gerade gelernt … Und jetzt komm!« Dann hält sie kurz inne. »Sag mal, hast du vielleicht ein Paar Schuhe, die mir passen könnten?« Hatti streckt Josch einen Fuß entgegen. Sie ist barfuß. Ihr Fuß sieht sehr ebenmäßig aus, fast wie mit Kunststoff überzogen. »Ich finde Schuhe irgendwie schick«, sagt Hatti und blickt auf ihren Fuß. »Ich glaube, das würde gut aussehen.«

»Was für eine Größe hast du?« Josch hat noch nie so einen Fuß gesehen. Er ist relativ kurz, aber sehr breit. »Ich habe Turnschuhe. Aber die sind irgendwie länger und schmaler.«

»Weiß nicht, ach egal … ich brauche gar keine Schuhe … ich bin schon immer ohne«, seufzt Hatti und zieht ihren Fuß schnell zurück. »Beeilen wir uns lieber!«

Josch stopft noch eine Handvoll Möhren in seinen Schulrucksack, tätschelt Pauli zur Beruhigung den Kopf und steigt dann durch das Fenster in das Ei. Kaum ist er drin, fährt die Rampe ins Innere und die Luke schließt sich. Pauli quiekt aufgeregt und Josch denkt: ›Mannomann, hoffentlich geht das gut.‹