Katholiken in der DDR - Heike Nolte - E-Book

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Heike Nolte

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Beschreibung

Examensarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg, Note: 1,3, Universität zu Köln (Historisches Institut), Sprache: Deutsch, Abstract: In der vorliegenden Arbeit soll das Thema „Katholiken in der DDR“ behandelt werden. In den Jahren zwischen 1945 und 1989 gelangte erstmals in der deutschen Geschichte eine kommunistische Regierung an die Macht. Infolge der kommunistischen, marxistisch-leninistischen Ideologie, welche die Existenz Gottes leugnet und somit die Institution Kirche als überflüssig und überholt betrachtet, entwickelte sich in der DDR eine feindliche Rivalität zwischen Kirche und Staat. Diese äußerte sich auf vielfältige Weise in unterschiedlichen Arten von Konflikten. Doch obwohl die katholischen Christen in der DDR eine absolute Minorität darstellten, gewann die katholische Kirche in diesem Konflikt an politischer Bedeutung. Neben der Ausarbeitung wissenschaftlich fundierter Quellen zu diesem Thema, sollen die von der Autorin gesammelten, empirischen Daten die eigentliche Basis der Arbeit darstellen, da sich die grundlegende Fragestellung auf die Bedingungen und Lebensweisen der Katholiken in der DDR selbst bezieht. Dazu wurden von der Autorin eine Reihe persönlicher Interviews mit Zeitzeugen verschiedener Altersgruppen durchgeführt, die einen konkreten Einblick in das private Leben der Katholiken in der DDR ermöglichen sollen. Nach dem Prinzip der Oral History in Bezug auf Alltagsgeschichte wurden die Interviews als qualitative bzw. narrative Befragungen mit viel Freiraum für die Interviewpartner hinsichtlich individueller Assoziationen und Exkurse durchgeführt. Die Übersicht bezieht sich auf größere Themengebiete, wie z.B. das Leben in der Familie, die religiöse Sozialisation, Frömmigkeit sowie selbstverständlich die persönlichen Erfahrungen und Empfindungen gegenüber der sozialistischen DDR. Die durchgeführten Befragungen wurden vollständig mittels eines Tonbandgerätes aufgezeichnet und anschließend verschriftlicht. Bei der Auswahl der Interviewpartner wurden in erster Linie die Bewohner des Landkreises Eichsfeld im Norden Thüringens berücksichtigt. Diese Entscheidung beruht auf der besonderen historischen Entwicklung dieser Region. Zum einen soll der Blick auf den dortigen Katholizismus und der bis heute existierenden, dortigen Diasporasituation gelenkt werden. Zum anderen war das so genannte "Schwarze Eichsfeld" der größte zusammenhängende katholisch geprägte Landstrich der DDR, der überdies teilweise im Grenzgebiet gelegen war.

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Veröffentlichungsjahr: 2012

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Inhaltsverzeichnis
1. Rahmenbedingungen.
1.1 Politische Ausgangslage für Religionsgemeinschaften in der DDR.
1.2 Rechtliche Grundlagen für Religionsgemeinschaften in der DDR.
1.3 Die Kirchenpolitik der SED.
1.4 Die Organisation und Struktur der katholischen Kirche in der DDR.
2. InterviewpartnerInnen
2.1 Alter.
2.2 Geschlecht.
2.3 Beruf.
3. Auswertung der Interviews.
3.1 Sozialisation und Frömmigkeit.
3.1.1 Das religiöse Leben in der Familie.
3.1.2 Der Religionsunterricht.
3.1.3 Das Verhältnis der Gemeinde zum Pfarrer.
3.1.4 Sozialisationsprozesse in Schule, Studium und Beruf.
3.2 Sexualität
3.3 Divergierende Initiationsriten.
3.4 Eindrücke aus dem Leben der Katholiken in der DDR

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ERKLÄRUNG

Ich versichere, dass ich die schriftliche Hausarbeit - einschließlich beigefügter Zeichnungen, Kartenskizzen und Darstellungen - selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe. Alle Stellen der Arbeit, die dem Wortlaut oder dem Sinne nach anderen Werken entnommen sind, habe ich in jedem Fall unter Angabe der Quelle deutlich als Entlehnung kenntlich gemacht.

Köln, den 28.06.2010 gez. Heike Nolte

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Einleitung

In der vorliegenden Arbeit soll das Thema „Katholiken in der DDR“ behandelt werden. In den Jahren zwischen 1945 und 1989 gelangte erstmals in der Geschichte Deutsch-lands eine kommunistische Regierung an die Macht. Infolge der kommunistischen, marxistisch-leninistischen Ideologie, welche die Existenz Gottes leugnet und somit die Institution Kirche als überflüssig und überholt betrachtet, entwickelte sich in der DDR eine feindliche Rivalität zwischen Kirche und Staat. Diese äußerte sich auf vielfältige Weise in unterschiedlichen Arten von Konflikten. Doch obwohl die katholischen Christen in der DDR eine absolute Minorität darstellten, gewann die katholische Kirche in diesem Konflikt an politischer Bedeutung.

Die Forschungslage zur katholischen Kirche in der DDR ist sehr vielseitig und reichhaltig. Zur aktuellsten Literatur zu diesem Thema zählen jedoch nur noch die Werke, die nach dem Jahr 1990 entstanden. Die Hauptliteratur, auf die sich die vorliegende Arbeit stützt, stammt von Bernd Schäfer und trägt den TitelStaat und katholische Kirche in der DDR.Weiterhin existiert ein aufschlussreicher Band, in dem Dokumente und öffentliche Äußerungen der katholischen Kirche und des Staates der DDR gesammelt sind, die in den Jahren zwischen 1945 und 1990 getätigt wurden:Katholische Kirche - Sozialistischer Staat DDR.Schließlich bildet ein Heft ohne Verfasserangaben aus dem Jahr 1964 die Quelle für die offizielle Taktik der Kirchenpolitik der SED:Christentum und Sozialismus heute. Ausführliche Fassung des Gesprächs des Vorsitzendes des Staatsrates der DDR, Walter Ulbricht, mit Landesbischof D. Dr. Moritz Mitzenheim auf der Wartburg bei Eisenach am 18. August 1964 und weitere wichtige Materialien.Grundsätzlich sollen diese Werke den literarischen Teil der vorliegenden Arbeit strukturieren.

Die Basis dieser Arbeit stellen jedoch die gesammelten empirischen Daten dar, da sich die grundlegende Fragestellung auf die Bedingungen und Lebensweisen der Katholiken in der DDR selbst bezieht. Dazu wurden eine Reihe von Interviews durchgeführt, die einen konkreten Einblick in das private Leben der Katholiken in der DDR ermöglichen sollen.

Nach dem Prinzip derOral Historyin Bezug auf Alltagsgeschichte wurden die Interviews als qualitative bzw. narrative Interviews mit viel Freiraum für die Interviewpartner hinsichtlich individueller Assoziationen und Exkurse durchgeführt. Wie Hubert Knoblauch in seinem BuchQualitative Religionsforschungverdeutlicht, eignen sich narrative und biographische Interviews besonders gut für die Erforschung von Religion. Die narrativen Interviews zielen speziell auf die Rekonstruktion der subjek-

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tiven Perspektive zu einem Thema ab. Aufgrund der methodischen Besonderheiten des narrativen Interviews wurden die Erzählaufforderungen meist sehr allgemein gehalten. Trotzdem beruhen die Interviews auf einer Art Gesprächsleitfaden bzw. einem Themen-Mindmap, welches jedoch während der Interviews sehr flexibel angewandt und an die Interviewpartner angepasst werden konnte. Die Übersicht bezieht sich auf größere Themengebiete, wie z.B. das Leben in der Familie, die religiöse Sozialisation, Frömmigkeit sowie selbstverständlich die persönlichen Erfahrungen und Empfindungen gegenüber der sozialistischen DDR. Die durchgeführten Befragungen wurden vollständig mittels eines Tonbandgerätes aufgezeichnet und anschließend verschriftlicht.*

Bei der Auswahl der Interviewpartner wurden in erster Linie die Bewohner des Landkreises Eichsfeld im Norden Thüringens berücksichtigt. Diese Entscheidung beruht auf der besonderen historischen Entwicklung dieser Region. Zum einen soll der Blick auf den dortigen Katholizismus und der bis heute existierenden, dortigen Diasporasituation gelenkt werden. Zum anderen war das Eichsfeld der größte zusammenhängende katholisch geprägte Landstrich der DDR, der überdies teilweise im Grenzgebiet gelegen war. Obwohl die SED mit ihrem Eichsfeldplan1großen wirtschaftlichen Einfluss ausübte, mussten die „Kommunisten erfahren, daß die katholische Mentalität und Lebensweise der Eichsfeld-Bevölkerung nicht so leicht umzukrempeln“2war: Heinz Siebert beschreibt das „schwarze Eichsfeld“3in seinem WerkDas Eichsfeld unter dem Sowjetsterndaher auch als „die harte Nuß in der sozialistischen DDR“4.

* Diese Interviews enthalten in erster Linie streng private Informationen und wurden ausschließlich vor dem Hintergrund der Zusicherung von Anonymität und Schutz der persönlichen Daten der befragten Teilnehmer durchgeführt. Dem entsprechend wird auf die Veröffentlichung der Interviewtranskriptionen in diesem Rahmen verzichtet. Sollte aus wissenschaftlichem Anlass tieferes In-teresse an den Transkriptionen bestehen, bittet die Verfasserin um eine persön-liche Kontaktaufnahme ([email protected]).

1 Vgl. Siebert, Heinz: Das Eichsfeld unter dem Sowjetstern. Duderstadt: Mecke Druck und Verlag 1992. S. 233ff.

2 Siebert. S. 235.

3 Interview PW vom 16.04.2010.

4 Siebert. S. 237.