Käufliche Liebe 15 - Sissi Kaipurgay - E-Book

Käufliche Liebe 15 E-Book

Sissi Kaipurgay

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Beschreibung

Käufliche Liebe 15 Drei  schwule Romanzen. Achtung: Es sind Splitter von Bettsport sowie Kitsch enthalten. Für Allergiker nicht geeignet.  Flatrate Sex Kendrick hat sein Studium schon lange aufgegeben und seinen einstigen Nebenerwerb zum Hauptverdienst gemacht. Er mag Sex, warum also nicht damit Geld verdienen? Eines Tages trifft er einen Typen, der ihm ein verlockendes Angebot unterbreitet. Erst will er mit beiden Händen zugreifen, doch dann kommen ihm Bedenken. 24/7 seinen Arsch anbieten? Nö. Das ist doch etwas zuviel. ~ * ~ Trocken-Sex Miroslav hat seine Arbeit verloren. Ohne Ausbildung bleibt ihm nichts anderes übrig, als irgendwelche schlechtbezahlten Jobs anzunehmen. Zusätzlich geht er auf den Strich, obwohl ihm das zutiefst widerstrebt, aber Blut ist eben dicker als Wasser und für seine Mutter würde er noch ganz andere Dinge tun. ~ * ~ Zweckmittel Sex Hassan trifft sich regelmäßig mit Jeremy, einem Freier, im Hotel. Für ihn ist es Liebe auf den ersten Blick. In der Hoffnung, dass Jeremy seine Gefühle irgendwann erwidert, lässt er sich von jenem ziemlich gängeln. Ab und zu stinkt ihm das, aber Hassan hat vor durchzuhalten. Leider ist auch er nur ein Mensch und verliert schließlich die Geduld. ~ * ~ ca. 46.000 Worte

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MOBI

Seitenzahl: 205

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Sissi Kaipurgay

Käufliche Liebe 15

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Käufliche Liebe 15

 

Sämtliche Personen, Orte und Begebenheiten sind frei erfunden, Ähnlichkeiten rein zufällig.

Der Inhalt dieses Buches sagt nichts über die sexuelle Orientierung des Covermodels aus.

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder eine andere Verwertung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.

Ebooks sind nicht übertragbar und dürfen nicht weiterveräußert werden. Bitte respektieren Sie die Arbeit der Autorin und erwerben eine legale Kopie. Danke!

Text: Sissi Kaiserlos

Foto von shutterstock – Design Lars Rogmann

Korrektur: Aschure. Danke!

Kontakt: http://www.bookrix.de/-sissisuchtkaiser/

Flatrate Sex

Kendrick hat sein Studium schon lange aufgegeben und seinen einstigen Nebenerwerb zum Hauptverdienst gemacht. Er mag Sex, warum also nicht damit Geld verdienen? Eines Tages trifft er einen Typen, der ihm ein verlockendes Angebot unterbreitet. Erst will er mit beiden Händen zugreifen, doch dann kommen ihm Bedenken. 24/7 seinen Arsch anbieten? Nö. Das ist doch etwas zuviel.

~ * ~

1.

Auf der Straße war es Kendrick zu kalt geworden, außerdem konnte er nach seinem letzten Kunden einen Drink gut gebrauchen. Ihm hing immer noch das aufdringliche Aftershave in der Nase, ganz zu schweigen von dem Geruch, der ihn beim Blasen umgeben hatte. Eine modrige Note, wie gammlige Pomade. Dabei hatte der Typ anfangs einen gepflegten Eindruck gemacht, sonst wäre er gar nicht erst in den Wagen gestiegen.

Der Türsteher des Revival musterte ihn kurz, nickte anerkennend und knöpfte ihm den Eintrittspreis ab. Kendrick ging selten in Clubs und wenn, dann nie zweimal hintereinander in den gleichen. Das garantierte eine gewisse Anonymität. Im Revival war er zuletzt vor vielleicht einem halben Jahr gewesen und ziemlich erstaunt, wie viel sich geändert hatte. Gleich hinterm Eingang blieb er stehen und guckte sich neugierig um.

Der gemütliche Look war kühlem Ambiente gewichen, statt Holz dominierte nun Chrom. Technobeats hämmerten aus den Boxen. Die Gästeschar, die dazu im Blitzlichtgewitter auf der Tanzfläche herumzappelte, schien einem Hochglanzmagazin entsprungen. Leiber mit Designermuskeln zuckten neben denen von akribisch gestylten Twinks. Otto-Normal-Schwule suchte er dort vergeblich. Kendrick kleidete sich zwar gern modisch, achtete auf seine Fitness und Körperpflege, dennoch kam er sich angesichts dieser stereotypen Schönheiten fehl am Platze vor. Er fühlte sich wohler unter Männern, die irgendwelche Makel besaßen. Wahrscheinlich, weil das den kaschierte, der ihm anhaftete.

Jemand tippte ihm auf die Schulter. „Hey! Bist du hier festgewachsen? Beweg mal deinen Arsch weg.“

Kendrick hasste schlechte Manieren. Klar, er stand im Weg, aber musste der Typ ihn deshalb so dumm anmachen? Einen frechen Spruch auf der Zunge, guckte er angriffslustig über seine Schulter. Die Worte blieben ihm jedoch in der Kehle stecken, als sein Blick den grimmig schauender brauner Augen kreuzte. Stumm räumte er seinen Platz, sah der schlanken Gestalt hinterher und begriff nicht, wieso er plötzlich Ladenhemmung hatte. Eigentlich besaß er keinerlei Skrupel, jemandem gründlich seine Meinung zu geigen.

Der Typ nahm am linken Ende der Bar Platz. Es juckte Kendrick in den Fingern, hinzugehen und dem Mann die Leviten zu lesen, doch er zwang sich zu Besonnenheit. Schließlich war er lediglich zum Chillen hier, um etwas zu trinken und vielleicht noch einen Job im Darkroom zu erledigen. Sich eine Konfrontation mit dem Arschloch zu liefern stand nicht auf seinem Programm, das würde ihn nur aufregen.

Er steuerte das entgegengesetzte Ende des Tresens an, bestellte einen doppelten Wodka auf Eis und legte ein paar Münzen auf die Theke. Mit dem Drink in der Hand schlenderte er zu einem der Pfeiler, die die Tanzfläche an vier Seiten begrenzten. Lässig gegen die Säule gelehnt, ließ er seinen Blick umherschweifen und nippte gelegentlich an seinem Getränk. Den einen oder anderen Kerl nahm er näher ins Visier, allerdings nur, um ihn als möglichen Kunden abzuchecken.

Nach einer Weile war er seinen Standort leid. Langsam begann er das Parkett zu umrunden, wobei er weiter Ausschau nach einem potentiellen Freier hielt.

Plötzlich tauchte ein riesiger Kerl vor ihm auf und versperrte den Weg. „Hi Hübscher. Neu hier?“

„Gewissermaßen.“

Der Mann rieb sich das Kinn, taxierte ihn von oben bis unten und grinste dreckig. „Lust auf einen Ausflug nach hinten?“

„Das hat seinen Preis.“

Entschuldigend zuckte der Typ die Achseln. „Sorry, aber ich zahle nie für Sex.“

„Schade“, murmelte Kendrick.

Der Kerl sah ziemlich gut aus und hätte ihn für den beschissenen Blowjob von vorhin bestimmt entschädigt. Er überlegte, ob er von seinen Prinzipien abweichen sollte, entschied sich aber dagegen. So lange eine Chance bestand, einen Zahlungswilligen zu finden, durfte er sich für kostenlosen Sex nicht hergeben.

„Ja, wirklich schade“, stimmte der Typ zu, ließ noch einmal den Blick an ihm rauf und runterwandern und mischte sich anschließend unter die Tanzenden.

Kendrick setzte seine Runde fort und leerte dabei sein Glas in kleinen Schlucken. Das Tresenende, an dem der arrogante Braunäugige saß, geriet in sein Sichtfeld. Der Typ wandte ihm das Profil zu, außerdem standen einige Gäste so günstig, dass sie Deckung boten. Er nutzte die Gelegenheit, um den Mann ausführlich zu mustern.

Im Gegensatz zu den meisten Anwesenden machte der Typ einen unverfälschten Eindruck. An den Schläfen durchwirkten silberne Strähnen die braunen Haare. Eine große Nase dominierte das scharfgeschnittene Gesicht, die vollen Lippen hatte der Mann zu einem überheblichen Lächeln verzogen. Angesichts der teuren Kleidung, die Kendrick fachmännisch als solche erkannte, musste der Typ Geld wie Heu besitzen.

Jäh drehte der Kerl den Kopf und guckte genau in seine Richtung. Ganz versunken in seine Betrachtungen hatte Kendrick gar nicht bemerkt, dass sich vor ihm eine Lücke aufgetan hatte. Möglichst gelassen erwiderte er den Blick, eine Augenbraue arrogant hochgezogen. Kurz verdeckte ein vorbeilaufender Gast den Typen. Als die Sicht wieder frei war sah er, dass der Mann ihn heranwinkte.

Kendrick zögerte. Den Kerl umgab eine Aura von Macht, die ihn einerseits faszinierte, andererseits auf der Hut sein ließ. Solche Leute glaubten meist, sich wie ein Gott aufführen zu dürfen, was der Typ vorhin ja schon bewiesen hatte. Eingedenk seiner finanziellen Lage und der Möglichkeit, vielleicht einen richtig großen Coup zu landen, warf er seine Bedenken über Bord.

Er stellte sein leeres Glas auf einen der Stehtische, die die Wand säumten und schob lässig seine Hände in seine Hosentasche. Langsam näherte er sich dem Braunäugigen, wobei er darauf achtete, den Blickkontakt zu halten. Das war das A und O im Geschäft: Zeige den Kerlen dein Interesse, das schmeichelt ihrem Ego.

Sein Weg führte nah an der Tanzfläche vorbei. Kendrick hatte den Mann fast erreicht, als plötzlich von hinten jemand gegen ihn rempelte, mit solcher Wucht, dass er nach vorn geschleudert wurde. Vermutlich ein besoffener Idiot, denn es folgte der Ausruf: „Verpiss dich, Schnapsleiche!“

Alles ging furchtbar schnell. Er kam nicht mal dazu, seine Hände zu befreien. Ungebremst landete er in den Armen von Braunauge, die jener im Reflex ausgestreckt hatte. Der Schock lähmte Kendrick, so dass er für einen Moment sogar das Atmen vergaß. Hätte der Typ ihn nicht aufgefangen, wäre er ganz schön aufs Maul gefallen. Eine lädierte Visage bedeutete viele Tage ohne Einnahmen. Etwas, was er sich ganz sicher nicht leisten konnte.

„Du gehst ganz schön ran, Honey“, raunte eine tiefe Stimme in sein Ohr und Hände strichen ihm beruhigend über den Rücken.

Der sexy Bass löste seine Starre zugunsten eines wohligen Schauers ab. Wenn sein Retter beim Orgasmus auch in dieser verruchten Tonlage stöhnte, war ein Danke-Umsonst-Fick fällig. Nein, natürlich nicht. Das war nur ein Gedankenspiel.

Kendrick wurde sich seiner Lage bewusst. Er hing zwischen Braunauges gespreizten Schenkeln, von starken Armen umfangen. Das fühlte sich verflixt gut an. So hatte er seit locker einem Jahrzehnt nicht empfunden und dass es ausgerechnet bei einem potentiellen Kunden passierte, besaß einen bitteren Beigeschmack. Romantische Anwandlungen brauchte er ebenso dringend, wie ein Loch im Kopf. Sie waren bei der Ausübung seines Jobs absolut hinderlich.

Sein Retter gab ihn sofort frei, als er eine Hand gegen dessen Brust stemmte und sich aufrichtete. Ein Lächeln erzeugte feine Fältchen in den Winkeln der braunen Augen, die ihn amüsiert betrachteten. Aus der Nähe wirkte der Typ derart sympathisch, dass Kendrick ihren blöden ersten Kontakt als Lappalie einstufte. Wahrscheinlich hätte er einen ähnlichen Spruch gerissen, wenn er im Eingang zum Club auf eine Salzsäule gestoßen wäre.

„Für 300 Mäuse gehe ich sogar noch weiter“, ging er auf die Steilvorlage ein.

Die Temperatur sackte augenblicklich unter den Gefrierpunkt. Schmale Augen taxierten ihn, als wäre er mit einem Mal zum Zuchtbullen avanciert. Besonders lange verharrten sie auf seinem Schritt, um anschließend zu seinem Gesicht zu wandern.

„So, so. Du bist also käuflich.“ Was sein Gegenüber davon hielt, sagte ihm der abfällige Tonfall.

„Sind wir das nicht alle auf irgendeine Weise?“, gab er süffisant zurück.

Weiße Zähne blitzten auf. „Ab einem gewissen Preis schon.“

„Wie viel müsste ich für dich hinblättern?“

„Glaub mir, mehr, als du dir leisten kannst.“ Erneut beschenkte ihn ein breites Grinsen mit dem Anblick perfekter Zahnreihen.

„Also: Interesse?“

Seiner Frage folgte eine demütigende Fleischbeschau. Erst griff ihm der Typ zwischen die Beine und tastete sein Geschlecht ab, danach wurde er herumgedreht und seine Arschbacken befummelt. Zähneknirschend ließ Kendrick das über sich ergehen. Es stand immerhin ein Batzen Geld auf dem Spiel. Er hatte den Betrag, den er sonst verlangte, ziemlich aufgerundet oder, eher gesagt, mehr als verdoppelt.

„Okay. Wir fahren zu mir“, meinte der Mann in seinem Rücken und verpasste ihm einen Klaps auf den Hintern.

Bedauernd sah Kendrick seine Felle davonschwimmen. Eine seiner goldenen Regeln lautete, nie mit einem Mann in dessen Wohnung zu gehen. Vielleicht war das übervorsichtig, aber in der Szene kursierten Gerüchte über ziemlich hässliche Vorfälle. Hassan, ein Kollege, mit dem er ab und zu plauderte, hatte von einem Fall gehört, bei dem ein Stricher einer ganzen Meute zum Opfer gefallen war. Die Kerle hatten in der Freierswohnung auf den armen Tropf gewartet.

Er wandte sich zu Braunauge um. „Sorry. Dann kommen wir nicht ins Geschäft.“

„Warum? Angst?“

„Prinzipien.“

Sein Gegenüber runzelte die Stirn, ließ das Thema aber auf sich beruhen und fragte stattdessen: „Magst du was trinken?“

„Nur, wenn du dafür keine Gegenleistung erwartest.“

„Betrachte es als Bestechung, damit du dich mit mir unterhältst.“

„Mit mir zu reden kostet nichts. Allerdings … ich hab wenig Zeit.“ Nachdem der Deal gestorben war, sollte er unbedingt nach einem anderen Kunden suchen.

„Keine Sorge. Ich werde deine Geduld schon nicht überstrapazieren. Nur ein Getränk. Okay?“

Die schönen Augen des Mannes waren zum Verrücktwerden. Voller Neugier hingen sie an ihm, wie ein Traktorstrahl, der ihn bannte. Unfähig, sich gegen die immense Anziehungskraft zu wehren, schob Kendrick seinen Hintern auf den freien Hocker neben dem Kerl.

„Eine Cola, bitte“, nahm er die Einladung an.

„Wie heißt du?“

„Kendrick.“

„Hübscher Name. Ich bin Stephan.“ Jener winkte den Barkeeper heran, bestellte und wandte sich wieder an ihn. „Machst du sonst noch was, außer deinen Arsch verkaufen?“

„Oh ja. Ich verkaufe auch meinen Mund und die Hände.“

Stephan schüttelte grinsend den Kopf. „Das meinte ich nicht.“

„Ich mache eine längere Pause von meinem Studium.“

Der Barkeeper brachte ihre Drinks. Stephan zahlte und schob ihm eines der Gläser zu. „Was studiert du denn?“

„BWL. Okay, zugegeben, ich hab das Studium geschmissen.“

„Hm.“ Stephan trank einen Schluck, die Augen zwar auf ihn gerichtet, aber in Gedanken woanders. Dafür sprach der leere Blick.

„Und was machst du so, wenn du nicht gerade eine Fleischbeschau durchführst?“, fragte Kendrick provozierend.

„Was? Ach, ich leite nur ein Imperium. Sag mal, hättest du Interesse an etwas Längerfristigem?“

„Wie meinst du das?“

„Nennen wir es ein Arrangement auf Zeit.“

„Du willst eine Flatrate für meinen Arsch“, erkannte er.

Schmunzelnd zwinkerte Stephan ihm zu. „So in etwa.“

„Zu welchen Konditionen?“

„Freie Kost und Logis, ein angemessenes Taschengeld. Dafür darf ich ran, wann immer mir der Sinn danach steht.“

„Das klingt eher nach Sklaverei“, murrte Kendrick.

„Ab und zu muss ich reisen, dann hast du frei.“

Nachdenklich nippte er an seiner Cola. Im Grunde war so ein Angebot ein Geschenk des Himmels. Bisher hatte er nur von heute auf morgen gelebt, verdrängt, dass sein Job lediglich eine Interimslösung darstellte. Eine Auszeit, in der er in Ruhe seine Zukunft planen konnte, tat dringend not. Außerdem schätzte er Stephans Potenz als normal ein, was hieß, dass er nur ein bis zweimal pro Tag ran musste. Schließlich hatte der Kerl die besten Jahre, sprich die Sturm- und Drangphase, hinter sich.

„Es gibt einige Dinge, die ich nicht mag. Schmerzen und Kaviar stehen auf dieser Liste ganz oben“, meldete er an.

„Da stehe ich auch nicht drauf.“

„Ich müsste bei dir wohnen?“

„Natürlich. Manchmal bekomme ich mitten in der Nacht Lust, da will ich wohl kaum durch halb Hamburg fahren.“

Das klang nun wieder gar nicht verlockend, sondern eher nach Leibeigentum. Kendrick runzelte die Stirn, sah angestrengt in sein Glas und erwog Pro und Kontra.

„Und ich küsse beim Sex“, unterbrach Stephan seine Überlegungen.

„Oh Mann! Du machst es mir echt schwer.“ Genau das tat er nämlich nie.

„Magst du keine Küsse?“

„Doch, allerdings nicht mit Kunden.“

„Dann betrachte mich doch als Vertragspartner“, schlug Stephan vor.

„Du bist echt zäh.“ Kendrick seufzte. „Wie lange schwebt dir als Vertragsdauer vor?“

„Ich dachte an eine Probezeit von sechs Wochen. Danach handeln wir den Rest aus.“

„Probezeit?“

„Natürlich. Du musst dich erst beweisen.“

Erneut versank er ins Grübeln. Im Grunde hatte er nichts zu verlieren. Sein derzeitiges Leben fand zwischen der Abstellkammer, in der er hauste und dem Straßenstrich statt. Sollte das Experiment fehlschlagen, konnte er immer noch in diese Schleife zurückkehren.

„Wie finden wir raus, ob wir überhaupt kompatibel sind?“ So verlockend Stephans Vorschlag auch war, könnte er niemals darauf eingehen, wenn die Chemie nicht stimmte. Schließlich redeten sie hier über mehr, als einen einmaligen Fick.

„Ich schlage vor, wir fahren zu mir und machen einfach einen Testlauf. Du kannst meine Adresse an einen deiner Freunde schicken, wenn dich das beruhigt.“

„Können wir das nicht im Darkroom rausfinden?“

Entschieden schüttelte Stephan den Kopf. „Nein.“

Sein Einwand war ohnehin halbherzig erfolgt. Aus irgendeinem Grund vertraute er Stephan, musste er ja auch, da er in Erwägung zog, in dessen Wohnung oder was auch immer zu ziehen. Kendrick überlegte, wem er die Adresse schicken sollte. Als Freunde kamen höchstens seine Mitbewohner Pierre und Will infrage, alle anderen Kontakte waren bestenfalls Bekanntschaften. Er holte sein Smartphone hervor, ließ sich Stephans Anschrift diktieren und schickte sie mit dem Text: „Falls meine Leiche gefunden wird, hier wohnt der Mörder“, an Wills Nummer.

Nachdem das erledigt war, folgte er Stephan aus dem Club und in das Taxi, das davor wartete.

2.

Eigentlich war Stephan nur auf eine heiße Nacht aus gewesen. Warum er an Kendrick einen derartigen Narren gefressen hatte, dass er auf solch eine irre Idee gekommen war, verstand er selbst nicht. Na gut, der Kerl besaß eine besondere Ausstrahlung und ein Sexappeal, die seinesgleichen suchten. Außerdem ging er kein Risiko ein. Sollten sie sich als inkompatibel erweisen, hatte er trotzdem den ersehnten Fick bekommen. Trat das Gegenteil ein, stand ihm fortan jederzeit ein geiler Arsch zur Verfügung. Das sparte Zeit und Kraft, die er lieber anderweitig einsetzte. In Clubs abzuhängen gehörte nämlich nicht mehr zu seinen Hobbys, sondern war nur noch dem Erjagen von Frischfleisch geschuldet.

Im Halbdunkel des Taxiinneren studierte er Kendricks gleichmäßiges Profil. Er schätzte den Mann auf Mitte dreißig. Für einen Professionellen hatte sich Kendrick gut gehalten.

Stephan war ab und zu durch die Gegenden gefahren, in denen sich Straßenstricher herumtrieben. Nicht auf der Suche nach Sex, sondern nach einem Parkplatz, zu Zeiten, als er sich noch in dem Club am Heidenkampsweg herumgetrieben hatte. Damals waren ihm die resignierten Mienen der jungen und verbitterten der älteren Prostituierten aufgefallen.

Von beidem war Kendrick verschont geblieben oder konnte es gut verbergen. Die Mundwinkel wiesen sogar eher einen Trend nach oben, denn nach unten auf. Wie ein Dauerlächeln. Der Mann strotzte vor gesundem Selbstbewusstsein, was einen großen Teil der Anziehungskraft ausmachte. Stephan mochte keine Duckmäuser, davon war er schon den ganzen Tag im Büro umgeben.

Wohlgefällig betrachtete er Kendricks unglaublich lange Wimpern. Sie gaben dem Gesicht einen besonderen Reiz, genau wie die schönsten blauen Augen, die er je gesehen hatte.

Oh mein Gott! Dachte er das gerade? Er wandte sich zum Fenster, guckte blind hinaus und schalt sich im Geiste einen Idioten. War er wirklich so oberflächlich geworden, eine hübsche Larve anzubeten? Es zählte doch, was in einem Menschen steckte. In Kendricks Fall ein verdorbener Charakter, der aufs schnelle Geld aus war. Erneut ging Stephan mit sich ins Gericht. Kendrick wegen des ausgeübten Jobs so eindimensional zu betrachten war unfair. Immerhin lag der Mann dem Staat nicht auf der Tasche, wie so manch anderer in dieser Gesellschaft.

Apropos Tasche: Über die Höhe des Taschengeldes hatte er sich noch gar keine Gedanken gemacht, genauso wenig um einige andere Aspekte. Ach, dafür war später noch Zeit, zudem waren sie gerade vor seinem Haus angekommen.

Er bezahlte den Fahrpreis, stieg aus und wartete, bis Kendrick zu ihm aufgeschlossen hatte. Eine kühle Brise wehte von der Elbe her. Fröstelnd zog Stephan seine Schultern hoch und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht.

Kendrick betrachtete das Gebäude. „In dem Kasten wohnst du?“

„Nein, meine Eltern, denen ich dich gleich vorstellen möchte.“

„Bitte?“ Aus erschrocken aufgerissenen Augen starrte Kendrick zwischen ihm und dem Haus hin und her.

„Dumme Frage, dumme Antwort“, brummelte Stephan, öffnete die hohe Gartenpforte mittels Eingabe eines Codes und deutete einen Diener an. „Nach dir.“

Als sie den Weg zur Haustür zurücklegten, gingen nacheinander die links und rechts in den Rasen eingelassene Spots an. Er deaktivierte die Alarmanlage, schloss auf und überließ erneut Kendrick den Vortritt.

„Willst du was trinken?“ Achtlos warf er seine Jacke auf die Garderobe.

„Im Moment nicht, danke“, erwiderte Kendrick, der sich neugierig umschaute.

„Geh schon mal geradeaus ins Wohnzimmer. Ich bin gleich da.“

Während sein Gast der Aufforderung Folge leistete, nahm sich Stephan eine kurze Auszeit im Bad. Es war eine Weile her, dass er jemanden abgeschleppt hatte, entsprechend machte sich leichte Nervosität in ihm breit. Ein weiterer guter Grund für das angestrebte Arrangement: Der eigene Toyboy versprach ein gewisses Maß an Vertrautheit.

Er erleichterte seine Blase, wusch sich die Hände und warf einen prüfenden Blick in den Spiegel überm Waschbecken. Was sah Kendrick in ihm? Lediglich einen zahlenden Freier oder einen attraktiven Mann? Zu fragen wäre wohl zwecklos, da er kaum mit einer ehrlichen Antwort rechnen durfte.

Nach einem Schlenker über die Küche, wo er sich eine Flasche Wasser schnappte, betrat er sein Wohnzimmer. Kendrick stand vor dem bodentiefen Fenster, hinter dem die Terrasse lag und starrte angestrengt hinaus.

„Sehe ich da draußen ein Schwimmbad?“

„Richtig. Beheizt und mit Gegenstromanlage.“ Er stellte die Flasche auf den Couchtisch, anschließend gesellte er sich zu seinem Gast.

Da sein Grundstück rückwärtig nicht einsehbar war, verzichtete Stephan oft darauf, die Rollläden runterzulassen. Ihm gefiel der Ausblick auf den in Dunkelheit getauchten Garten. Das Schwimmbad lag, von dichtem Buschwerk umgeben, an der Grundstücksgrenze und war nur schemenhaft zu erkennen.

„Machst du Sport?“, erkundigte er sich bei Kendrick.

„Mhm. Joggen, schwimmen und ein paar Situps.“

„Vielleicht können wir künftig zusammen abends eine Runde drehen.“ Er trat hinter Kendrick und legte seine Hände locker auf dessen Hüften.

Die Scheibe spiegelte ihr Bild wider. Sie gaben ein schönes Paar ab, jedenfalls nach Stephans Meinung. Der Größenunterschied war minimal, außerdem waren sie beide nicht hässlich.

„Was hältst du davon?“, hakte er nach, wobei er mit seinen Lippen Kendricks Ohrmuschel berührte.

Stephan bevorzugte Bettpartner, die noch an anderen Dingen als seinem Schwanz interessiert waren. Das pure Rein- und Rausspiel nutzte sich schnell ab und da sie eine Langzeitaffäre anstrebten, sollte zwischen ihnen schon alles stimmen.

„Nette Idee.“ Kendrick klang etwas rau und hatte die Lider bei seiner Berührung auf Halbmast sinken lassen.

Eine vielversprechende Reaktion. Spielerisch biss er in Kendricks Nacken, hörte einen leisen Seufzer und sah, dass sich die feinen Härchen aufrichteten. Langsam geriet er in Stimmung für mehr. Mit sanftem Druck zwang er Kendrick herum und legte eine Hand an dessen Wange.

„Bereit für einen Kuss?“

Statt einer Erwiderung schloss Kendrick die Augen und hob das Kinn etwas an. Seinen Kopf leicht zur Seite geneigt, folgte Stephan dieser stummen Einladung. Kendricks Lippen waren erstaunlich fest, obwohl die verschwenderische Form anderes vermuten ließ. Er schmuste ein paar Mal darüber, bevor er einen richtigen Kuss initiierte.

Rasch gewöhnten sie sich aneinander. Mal tanzten ihre Zungen, mal kämpften sie, mal erkundeten sie bloß. Stephan genoss ihr Spiel und merkte, dass allmählich sein ganzer Körper in Mitleidenschaft gezogen wurde. Genau so sollte sich ein guter Kuss anfühlen: Als ob man Sex mit der Zunge hatte. In seiner Jeans wuchs der Druck und war schließlich kaum noch auszuhalten. Widerstrebend löste er sich von Kendricks Mund.

„Was meinst du?“, fragte er leicht atemlos.

Kendricks Wimpern hoben sich. „Hm?“

„Passt das für dich?“

„Mhm. Ist ganz okay.“ Verschleierte blaue Augen straften die lapidare Antwort Lügen.

„Ich muss dich jetzt unbedingt ficken.“

Schlagartig klärte sich Kendricks Blick. „Wie hättest du es denn gern?“

„Geh da rüber und zieh dich aus.“ Er nickte zur Couch, lief in sein Schlafzimmer und kehrte mit den benötigten Utensilien zurück.

Gewöhnlich trieb er es gern im Bett, doch bei Kendrick ritt ihn ein kleiner Teufel. Irgendwie reizte es ihn seine Macht ein wenig auszuspielen und dem Kerl zu zeigen, wer hier das Sagen hatte. Kendrick, vom Bauchnabel bis zu den Knien nackt, streckte eine Hand nach dem Gleitmittel aus. Verdutzt händigte Stephan die Tube aus und begriff erst im nächsten Augenblick, was der Sinn der Sache war. Offenbar plante Kendrick, sich selbst für ihn vorzubereiten. Entschlossen riss er das Gleitgel wieder an sich.

„Umdrehen und bücken!“, befahl er grob.

Einen Moment schien es, als ob Kendrick widersprechen wollte, blitzte Empörung in den blauen Augen auf. Doch dann kehrte jener Stephan den Rücken zu und stützte beide Hände auf die Sofalehne. Die kernigen Arschbacken, die er vorhin bereits durch den Hosenstoff ertastet hatte, sahen blank einfach anbetungswürdig aus. Andächtig streichelte Stephan die seidenglatten Halbkugeln.

„Keine Sorge. Ich kümmere mich um dich“, murmelte er und drückte einen Strang Gleitmittel auf seine Finger.

Er hielt sein Versprechen und nahm Kendrick erst, als dessen Arsch förmlich nach einer Füllung bettelte. Endlich in den Mann einzudringen, kostete ihn seine Beherrschung. Hart und schnell vögelte er los, wobei er Kendricks Hüften wie im Schraubstock hielt. Ihre Küsse und die Vorbereitung hatten ihn derart aufgegeilt, dass sein Höhepunkt unversehens hereinbrach. Unter ekstatischem Stöhnen schoss er seine Ladung ins Gummi, den Kopf zurückgeworfen und seine Finger in Kendricks Fleisch gekrallt.

Schon in der Landephase überfiel ihn sein schlechtes Gewissen. Er war rücksichtlos aufs Ziel zugestürmt, anstatt sich um das Wohl seines Sexpartners zu sorgen. Reumütig tastete er nach Kendricks Schwanz und staunte nicht schlecht, dort Nässe und eine erschlaffende Erektion vorzufinden.

„Sag nicht …“, krächzte er, räusperte sich und begann neu: „Sag nicht, du bist nur von anal gekommen.“

„Bilde dir bloß nichts ein. Das war meine Hand.“ Kendricks Stimme klang ebenso kratzig wie seine.

Stephan musste schmunzeln. Der Mann gefiel ihm immer besser. Geistesgegenwärtig griff er zu, um das Kondom am Abrutschen zu hindern, als sich sein Schwanz aus Kendrick verkrümelte. Er verknotete den Präser, warf ihn achtlos in Richtung Couch und half seinem Sexpartner in eine aufrechte Haltung. Locker schlang er seine Arme um Kendrick, der sich mit dem Rücken an ihn lehnte.

„Ich finde, wir sind sehr kompatibel. Was sagst du?“

„Lass mich eine Nacht drüber schlafen“, bat Kendrick.

„Na gut. Reden wir morgen bei einem Abendessen darüber? Ich lade dich ein.“

„Ich melde mich bei dir“, kam ausweichend zurück.

Plötzlich überkam ihn das dringende Bedürfnis, Kendrick in seiner Nähe zu behalten, um dessen Entscheidungsprozess zu überwachen, notfalls positiv zu beeinflussen. „Du kannst hier schlafen. Ich hab ein Gästezimmer.“

„Ich fahr lieber nach Hause. Will hetzt dir sonst die Bullen auf den Hals.“

„Wer ist Will?“

Kendrick löste sich aus seinen Armen und brachte etwas Abstand zwischen sie. „Einer meiner Mitbewohner. Kann ich dein Bad benutzen?“

„Klar. Ich gebe dir ein Handtuch.“ Notdürftig richtete Stephan seine Kleidung, genau wie sein Gegenüber.

Er zeigte Kendrick das Bad, legte ein Handtuch bereit und säuberte sich selbst im Gäste-WC. Anschließend ging er in die Küche, warf einen Blick zur Uhr und rieb sich nachdenklich übers Kinn. Es war, für einen Freitag, noch recht früh. Eigentlich hatte er Lust sich ein bisschen mit Kendrick zu unterhalten und später vielleicht eine weitere Nummer zu schieben. Allerdings im Bett, nicht im Stehen. Er bezweifelte jedoch, dass Kendrick das gleiche Bedürfnis spürte.

Dennoch nahm Stephan zwei Gläser aus dem Schrank, brachte sie ins Wohnzimmer und schenkte Wasser ein. Seines leerte er in wenigen durstigen Zügen. Er hatte es gerade erneut gefüllt, als Kendrick hereinkam.

„Ich hau dann mal ab. Fährt hier in der Nähe eine Bahn?“

„Willst du echt schon gehen? Du könntest doch diesen Will anrufen, sagen, dass es dir gutgeht und hierbleiben.“

„Ich brauch etwas Zeit zum Nachdenken.“

„Na gut“, gab Stephan nach. „Ich kann dir ein Taxi rufen.“

„Nö, lass mal. Ich möchte nur mein Geld.“

Das hatte er total verdrängt, genau wie den Umstand, dass Kendrick nur deswegen mitgekommen war. Sex war wirklich eine gefährliche Droge, die einem Mann das Gehirn weichkochte. Er lief in sein Schlafzimmer, wo er in einem Wandtresor seine Wertsachen verwahrte.

Mit der vereinbarten Summe kehrte er zu Kendrick zurück, reichte jenem die Banknoten und konnte sich einen blöden Spruch nicht verkneifen. „Gib nicht alles auf einmal aus.“

„Hat meine Oma auch immer gesagt, wenn sie mir fünf Mark in die Hand gedrückt hat.“ Kendrick seufzte, stopfte das Geld in die Hosentasche und fügte hinzu: „Natürlich hab ich sofort alles im nächsten Laden umgesetzt.“

„Für Süßigkeiten?“

„Wofür denn wohl sonst? Damals war ich noch zu jung, um mich für Zeitschriften zu interessieren. Sag mal, komm ich unbehelligt hier raus oder musst du erst irgendwelche Alarmgeräte deaktivieren?“

„Was ist nun mit morgen? Außerdem hast du meine Telefonnummer gar nicht.“

Ein schuldbewusster Ausdruck erschien auf Kendricks Gesicht. „Ertappt. Ehrlich gesagt … ich denke, das mit dem Arrangement wird nichts.“

Lastende Stille entstand. Stephan musste die Absage erstmal sacken lassen. Mit Bedenken und Verhandlungen hatte er schon gerechnet, doch niemals damit, ein klares ‚Nein‘ vor die Füße geworfen zu bekommen. Er versuchte sich in Kendricks Lage zu versetzen: Was sprach gegen eine Vereinbarung? Sein Wunsch nach Küssen? Wohl kaum, schließlich hatte Kendrick sie deutlich genossen. Oder reichte ein Mann nicht? Mussten ständig wechselnde Partner her, um …

„Ich will dir echt nicht auf den Schlips treten. Es ist nur so …“, holte Kendrick ihn aus seinen Überlegungen. „Du hast dir Mühe gegeben, dennoch merke ich, dass du mich verachtest. Sorry, aber selbst wenn ich auf dem Zahnfleisch kriechen würde, wäre ich immer noch zu stolz, um mich dem tagtäglich auszusetzen.“

„Aber das tust du doch ständig bei anderen Männern.“

„Sofern ich Kunden finde, ja. Aber dann begrenzt sich der Scheiß auf ein paar Minuten.“

Ein Argument, das einleuchtete. Außerdem bereute Stephan, beim Sex derart unsensibel vorgegangen zu sein. Es war absolut unnötig gewesen, Kendrick in die Rolle des unterwürfigen Parts zu zwingen. Eigentlich stand er noch nicht mal darauf, seinen Partner zu dominieren, sondern bevorzugte gleichberechtigten Verkehr. Gelegentlich sogar in der passiven Rolle.

„Ich denke, damit ist alles gesagt“, murmelte Kendrick.

3.

Ein Teil von ihm hoffte, dass Stephan einlenkte, ein anderer riet ihm schleunigst zu verschwinden. Das hier war die Realität, kein Drehbuch für einen Pretty-Woman-Verschnitt. Ein Typ wie Stephan würde immer von oben auf ihn herabblicken, wofür er sogar etwas Verständnis aufbrachte. Schließlich tat er das Gleiche, wenn er am Jobcenter vorbeikam und die kettenrauchenden Gestalten sah, die sich davor herumdrückten.

Trotz allem wollte er das Arrangement, jedoch zu seinen Bedingungen. Wenigstens seine Würde musste gewahrt bleiben, viel mehr Ansprüche besaß er ja gar nicht.

„Bitte, lass mich kurz nachdenken.“ Stephan strich sich über die gefurchte Stirn.