Keusche Gier - Shayla Black - E-Book

Keusche Gier E-Book

Shayla Black

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Beschreibung

Verrucht, romantisch und wahnsinnig heiß!

Kimber Edgington ist eine Jungfrau in Nöten. Denn ihre große Liebe Jesse hat ihr unmissverständlich klargemacht, dass er sich nur mit Frauen abgibt, die beim Sex wissen, was sie tun. Verzweifelt beschließt Kimber, alles zu lernen, was nötig ist, um für Jesse ganz die Frau zu werden, die er will. Doch dabei kommt sie nicht nur auf den Geschmack. Bald fragt sie sich auch, ob Jesse noch Manns genug ist für sie …

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Seitenzahl: 565

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Shayla Black

Keusche Gier

Erotischer Roman

Ins Deutsche übertragenvon Melanie Meyer

Die amerikanische Originalausgabe erschien unter dem Titel»Decadent« bei Heat / Berkeley, New York.

1. AuflageDeutsche Erstveröffentlichung Juli 2012 bei Blanvalet, einem Unternehmen der VerlagsgruppeRandom House GmbH, München.Copyright © 2007 by Shelley Bradley, LLC.Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2012by Verlagsgruppe Random House GmbHUmschlagmotiv: © Johannes Wiebel | punchdesign, unter Verwendung eines Motivs von Alois Gmeiner/photocase.comRedaktion: Thomas PaffenHK · Herstellung: samSatz: DTP Service Apel, HannoverISBN: 978-3-641-08856-9www.blanvalet.de

1

Für gewöhnlich hatte Kimber Edgington kein Problem damit, jemanden um einen Gefallen zu bitten. Wenn ihr Vater zufällig in die Stadt fuhr, verdonnerte sie ihn ganz locker dazu, ihre Sachen aus der Reinigung zu holen. Oder sie haute mal eben zwischen Tür und Angel einen ihrer Brüder an, ihr Milch aus dem Supermarkt mitzubringen.

Die Sache heute war allerdings kniffliger und hatte nichts mit ihrer Familie zu tun. Der kleine Gefallen, der ihr vorschwebte, war nicht von Pappe.

Sie atmete tief durch. Bleib locker, Süße. Du packst das, du kannst es. Nein, sie musste es tun, um endlich ihre heimlichen Fantasien auszuleben, die ihr nun schon seit sieben Jahren im Kopf herumspukten.

Sie glitt aus dem Wagen. Es war ein schwüler, feuchtheißer Nachmittag. Kimber betrachtete den roten Ziegelbau. Ein imposantes Gebäude, mit weiß gestrichenen Erkertürmchen und einer hinter dorischen Säulen versteckten Terrasse. Von außen sah es sehr gepflegt aus, mit leuchtend bunt blühenden Azaleen, und der englische Rasen war tipptopp geschnitten. Kein Laut störte die himmlische Ruhe. Typisch für Osttexas, viel Grün, viel Landschaft, viel Sonne. Irgendwie wirkte das Anwesen verlassen.

Keiner hätte darauf getippt, was hinter diesen Mauern stattfand. Kimber hatte sich fest vorgenommen, es herauszufinden.

Vielleicht war es ja genau das, was sie brauchte.

Sie umkrampfte mit ihrer unsicheren Hand den Schulterriemen ihrer Handtasche, schluckte nervös und schob sich zu der imposanten Eichentür. Nach einem kurzen Blick auf die wunderschöne Glaseinlegearbeit, die wohl eine Meereslandschaft darstellen sollte, fasste sie sich ein Herz und klopfte.

Sie hoffte bloß, dass nicht ausgerechnet Deke Trenton an die Tür käme.

Uhhh! Sie hatte den Typen schon ewig nicht mehr gesehen. Wie lange nicht – fünf Jahre oder so? Wahrscheinlich noch länger. Kimber hätte nichts dagegen gehabt, ihm auch die nächsten fünf Jahre – mindestens – nicht über den Weg laufen zu müssen. Der Mann war so was von krass mit seiner unverblümten Direktheit und seinem übersteigerten Ego, dass sie ihn am liebsten auf den Mond geschossen hätte. Als sie siebzehn gewesen war, hatte er eine Neugier in ihr geweckt, die ihr Angst machte. Und das Dumme war, sie schaffte es einfach nicht, diese prickelnde Neugier zu ignorieren. Das eine Mal, als sie sich ein Herz gefasst und versucht hatte, ihm deswegen auf den Zahn zu fühlen, hatte er das Gespräch brutal abgewürgt. Sie hatte es ihm lange schwer übel genommen.

Jetzt stand sie kurz davor, ihn um den Gefallen ihres Lebens bitten zu müssen. Und sie war zu allem bereit, er brauchte bloß Ja zu sagen.

Sie schüttelte ihre granatroten Locken über die Schultern und versagte sich einen Blick in den Kosmetikspiegel. Ihr Lipgloss war bestimmt okay, ihre Mascara nicht verschmiert; das hatte sie ein paar Minuten zuvor noch kontrolliert. Die olivfarbene Cargopants war zwar ein glatter Fehlgriff, aber dafür schön bequem. Dazu trug sie ein jungfräulich weißes Stretchtop, das über ihren Brüsten spannte. Wetten, dass der weite runde Halsausschnitt seinen Blick unwillkürlich auf ihre Oberweite lenken würde? Sie hatte den Look mit weißen Riemchenstilettos aufgepeppt. Männer liebten mörderisch hohe Highheels, aber verdammt, Kimber taten mordsmäßig die Füße weh.

Trotzdem war das kein Grund, die Sache auch nur eine Minute länger aufzuschieben.

Kimber schluckte schwer und klopfte noch einmal.

»Bin schon unterwegs …«, muffelte jemand hinter der Tür.

Deke? Es war lange her, und sie hatte den Kerl so gut es eben ging ausgeblendet. Blöderweise hatte sie seine raue, volle Stimme nie vergessen können.

Ein Riesenschwarm Schmetterlinge flatterte in ihrem Bauch, als sie elanvolle Schritte hörte, die sich der Tür näherten. Okay, er kam immer direkt auf den Punkt. Das wusste sie von früher her. Deke war aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihr Vater und ihre Brüder. Solche Typen drucksten nicht lange rum oder beschönigten irgendwas, nein, die redeten Klartext. Folglich wollte Kimber es genauso machen, hoffentlich vermasselte sie damit nicht alles.

Abrupt wurde die Tür aufgerissen.

Aber nicht von Deke. Der Mann hatte nicht mal Ähnlichkeit mit ihm.

Tintenschwarzes, lässig nach hinten gekämmtes Haar. Sinnliche dunkle Augen. Eine markante Kinnpartie, dunkel verschattet von frischem Bartansatz. Ein enges grafitgraues T-Shirt und aufreizend fadenscheinige Jeans betonten eine hochgewachsene, breitschultrige Schwimmerstatur. Der Mann könnte modeln und ein Vermögen machen, schoss es ihr blitzschnell durch den Kopf. Er kam ihr merkwürdig bekannt vor, sie wusste nur nicht, wo sie ihn hinstecken sollte.

»Was kann ich für Sie tun? Ich helfe gerne.« Sein amüsiertes Grinsen sprach Bände. Er wusste genau, dass sie ihn mit Blicken vernaschte, und er genoss es sichtlich. Er lehnte sich lässig in den Türrahmen.

Kimber lachte nervös. »Entschuldigen Sie die Störung, ich glaube, ich bin hier falsch. Ich suche Deke Trenton. Ich tippe mal, ich bin irgendwo verkehrt abgebogen …«

»Nein. Sie sind goldrichtig. Mein Cousin Deke müsste jeden Moment hier einlaufen.«

»Deke ist Ihr Cousin?«, rutschte es ihr verblüfft heraus. An die Möglichkeit hatte sie gar nicht gedacht.

Rein optisch waren die Männer so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Der Typ vor ihr war schwüle sexy Mitternachtsfantasie, dunkel und sinnlich. Deke war blond, mit heller Haut, distanziert und distinguiert wie ein Businesslunch.

Er zuckte mit den Achseln. »Cousin zweiten Grades. Ich rede nicht gern darüber, aber er zahlt immerhin die Hälfte der Rechnungen, damit er einen Landeplatz hat zwischen zwei Jobs. Ich bin …«

»Luc Traverson. Ist ja Wahnsinn! Jetzt erkenn ich Sie wieder! Von den Fotos. Ich hab mehrere Kochbücher von Ihnen.«

»Ich fühle mich geschmeichelt.«

Sie warf ihm ein zerknirschtes Lächeln zu. »Oh … äh … Ich liebe Ihre Kochbücher … trotzdem bin ich eine Katastrophe in jeder Küche!«

Lucs herzliches Männerlachen verursachte ihr ein warmes Kribbeln in der Bauchgegend. Sie mochte ihn spontan. Er war einer von den Netten, kein bisschen abgehoben, trotz seines Erfolgs.

»Darf man mal Ihren Namen erfahren, Süße?«

»Kimber Edgington.« Sie hielt ihm ihre Hand hin. »Sie sind wirklich Dekes Cousin?«

»Ob ich will oder nicht.« Luc fasste ihre Hand – es war mehr ein Streicheln als ein Händeschütteln. »Sorry, ich bin unhöflich. Wollen Sie nicht reinkommen und drinnen auf ihn warten? Dann kann ich Ihre hübsche Gesellschaft genießen, während ich das Abendessen brutzle.«

Der Mann war Südstaatencharme pur. Kimber fühlte sich spontan wohl. »Danke. Meinen Sie, er kommt bald?«

»Ja. Er rief vorhin an, dass er unterwegs ist.« Luc trat zurück und hielt ihr die Tür auf.

Kimber glitt ins Haus und machte große Augen. Überall italienische Möbelklassiker … kombiniert mit rustikalem Holz und modernster Unterhaltungstechnik. Edle Parkettböden und in warmen Farben gestrichene Wände. Kognakbraune Ledersofas und chromblitzende Beistelltische – und ein gigantischer Plasmabildschirm. Geschmackvoll und kuschelig – und sehr maskulin.

»Ich vermute, er wird in zehn Minuten hier sein.« Luc grinste sie durchtrieben an. »Genug Zeit, um Sie mit Himbeereistee und frisch gebackenen Pfirsichhörnchen zu bestechen, damit Sie mir endlich verraten, was eine Beauty wie Sie von diesem Arschloch will.«

Ihr Lächeln gefror. Die Mission. Mist, die hatte sie fast schon verdrängt. Wegen seiner magnetisierend dunklen Augen und seiner erotischen Stimme …

Irgendwie konnte sie es immer noch nicht fassen, dass sie deswegen hergekommen war. Es war abgefahren. Verrückt. Heiß.

Der Mega-Knaller für ihre Zukunft.

Aber das mochte sie Luc auf gar keinen Fall auf die Nase binden, da konnten seine Pfirsichhörnchen noch so lecker sein. Deke würde es ihm sowieso brühwarm erzählen, eine Minute, nachdem er sie feixend vor die Tür gesetzt hätte.

»Hey, was machen Sie für ein Gesicht? War doch bloß Spaß. Sie müssen mir gar nichts erzählen«, versicherte er, seine Stimme erotisierend rauchig. Der amüsierte Blick verlor sich, und er wurde ernst.

»Sorry.« Kimber lächelte verkrampft. »Ich bin ein bisschen …«

»Nervös?«, fragte er. Er führte sie in eine freundlich helle Küche.

»Das Haus ist fantastisch, ganz besonders die Küche«, hauchte Kimber, froh, das Thema wechseln zu können.

Küchenschränke aus Kirschbaumholz, dazu viel blitzblanker Edelstahl, extravagante Spülbecken, verchromte Armaturen. Eine gelungene Mischung aus Alt und Neu. Der sechsflammige Gasherd, Granitarbeitsplatten und zwei Backöfen machten sie zum Traum eines jeden Küchenchefs. Luc fühlte sich sichtlich wohl in seinem Reich.

»Danke. Deke war mir bei der Einrichtung keine große Hilfe, falls Sie das dachten.« Er zwinkerte ihr zu.

Deke und Einrichten? Bei der Vorstellung giggelte sie leise. Deke hätte ein paar Gewehrhaken an die Küchenwand geschraubt und überall auf dem Boden Patronenhülsen verstreut. In seinen Augen stellte ein Nachtsichtgerät den perfekten Schmuck für einen schön gedeckten Kaffeetisch dar. Ein Fernseher, eine alte Couch und ein Gewehrschrank – das war der Gipfel der Gemütlichkeit. Mehr brauchte er nicht zum Leben.

»Das glaub ich Ihnen aufs Wort. Wer hat Sie beraten?«

»Ein befreundeter Innenarchitekt.«

»Die Küche ist sehr schön geworden.«

»Freut mich, dass sie Ihnen gefällt.« Er lächelte selbstbewusst. »Himbeertee?«

Zum Kuckuck, was war bloß plötzlich mit ihr los? »Gern. Danke.«

Luc legte seine Hand sanft zwischen ihre Schulterblätter und schob sie zu einem verschnörkelten Metallstuhl mit moosgrünem Samtpolster. Seine Berührung löste ein warmes Kribbeln entlang ihrer Wirbelsäule aus. Kimber war sich sicher, dass etliche Frauen den bekannten Starkoch sexy fanden. Er war sexy. Und sündhaft sympathisch. Er kochte und hatte ein Händchen für geschmackvolles Interieur, und sie fühlte sich wohl in seiner Nähe. Vielleicht war er schwul. Nach einem prüfenden Seitenblick in seine Richtung verwarf sie den Gedanken gleich wieder. Nein, Luc war bestimmt nicht schwul. Er war einfach höflich und locker drauf.

Das totale Gegenstück zu seinem Cousin. Deke hatte sie schon immer auf hundertachtzig gebracht, noch bevor er Hallo sagte.

»Woher kennst du Deke? Ich darf doch du sagen, oder?« Luc reichte ihr ein großes Glas Tee.

»Äh-hmmm.« Sie lächelte verkrampft. »Deke und mein Vater sind in derselben Branche tätig. Er hat für meinen Dad gearbeitet.« Kimber nahm einen Schluck Tee. »Mmmmh, der schmeckt aber superlecker!«, strahlte sie.

Luc schien zu überlegen, dann dämmerte es ihm. »Ah, dann bist du bestimmt die Tochter von Colonel Edgington, stimmt’s?«

Sie nickte. »Hat Deke etwa von mir gesprochen?«

»Nicht namentlich. Er sprach meistens von deinem Vater. Ich könnte meinen Cousin sonst wohin treten. Mädchen, du bist ein Hingucker.« Er setzte sich auf den Stuhl neben ihr, sein Lächeln sprühend vor Charme. »Wenn er dich ganz für sich haben wollte, dann bekommt er noch Ärger mit mir.«

Kimber fühlte, wie eine heiße Röte ihren Nacken hinaufkroch und in ihre Wangen stieg. Sie und rot werden? Niemals! Gleichwohl war Luc mit seinen Komplimenten fast so etwas wie Neuland, zumal sie es sonst immer mit ungehobelten Militärtypen zu tun hatte.

»Ich wette, Sie … du machst vielen Frauen umwerfende Komplimente.«

Um seine vollen Lippen huschte ein vielsagendes Lächeln. »Weiß Deke, dass du heute kommst?«

»Nein. Und er hat mich auch nicht für sich gepachtet. Ehrlich gesagt, ich hab ihn ewig nicht mehr gesehen. Das letzte Mal auf der Highschool, glaube ich.«

Verblüffung schlich sich in Lucs dunkel-sinnliche Züge. »Also beschließt du aus heiterem Himmel, einen Mann zu überraschen, den du nicht mal besonders abkannst. Sehe ich das richtig?«

Kimber wurde blass. Verdammt, der Typ war ein echter Blitzmerker. »Ich … ich muss einfach mit Deke sprechen. Es ist … was Dringendes.«

Deke stand vor der Küchentür und biss die Kiefer aufeinander.

Verdammt, diese süße Kleinmädchenstimme hätte er überall wiedererkannt. Hell, lasziv, mit einem Hauch knisternder Erotik. Kimber Edgington. Sein kleiner Freund zuckte verräterisch. Wie jedes Mal, wenn Deke ihre Stimme hörte. Er hatte sie jeden Tag gesehen, als er für den Colonel arbeitete. Und beim Klang ihrer Stimme pulste ihm das Blut wie wild in den Schwanz. Ein Blick aus ihren süßen nougatbraunen Augen, und er war hart wie eine Brechstange gewesen.

Deke fasste sich wieder. Verdammt, sie hatte noch denselben Sexappeal wie früher. Wenigstens war sie keine siebzehn mehr und reizte einen Mann, der alt genug war, um es besser zu wissen, und dazu dermaßen geil, dass er bloß noch ans Vögeln dachte.

Vor fünf Jahren hatte er bei ihrem Vater gekündigt, aus Angst, sonst etwas Dummes tun zu können. Etwas, was er bitter bereuen würde – genau wie Kimber.

Hölle, Hölle, Hölle, wieso war sie überhaupt hergekommen? Verdammt, es gab nur eine Möglichkeit, um das herauszufinden …

Sie japste unbewusst auf, als er die Küche betrat. Deke lehnte sich gegen die Küchentheke, um die verdächtige Ausbuchtung in seiner Hose zu verbergen. Das amüsierte Grinsen seines Cousins bewies ihm, dass Luc seinen Steifen bemerkt hatte.

Deke hatte jedoch nur Augen für Kimber. Sie war reifer geworden. Ihre Lippen erschienen ihm voller. Die Sommersprossen blasser. Sie trug einen Hauch Make-up. Und wirkte so unschuldig wie ein Engel – kaum zu fassen.

Deke hätte seine sämtlichen Medaillen darauf verwettet, dass sie noch Jungfrau war.

Verrückt. Die Kleine war mittlerweile bestimmt zwei- oder dreiundzwanzig. Sein Bauchgefühl vermittelte ihm jedoch, dass er richtiglag. Scheiße! Er musste dafür sorgen, dass das Mädchen schleunigst die Fliege machte. Schwindelerregende Geilheit und Jungfrauen waren eine schlechte Kombination.

»Kimber.« Seine Stimme klang rau. Er versagte sich ein Stöhnen.

»Deke.«

Sein Name stahl sich halb seufzend über ihre rosigen Lippen. Das machte ihn nur noch härter. Dann biss sie sich auf ihre weiche volle Unterlippe, und er dachte spontan, wie es wäre, wenn sein Schwanz tief in ihren seidig-feuchten Mund eintauchen würde und sie ihn dabei mit ihren unschuldigen Augen anschaute.

Wenn das so weiterging, würde er im Bad verschwinden und sich erst mal einen runterholen müssen, bevor er vernünftig mit dem Mädchen reden und sie nach Hause schicken könnte.

»Hi«, hauchte sie in die bleierne Stille.

»Es ist ziemlich lange her.«

Sie nickte nervös. Er hatte von Lucs Gespräch mit Kimber lediglich aufgeschnappt, dass sein Cousin mit seiner perversen Fantasie glaubte, Deke wolle die Beauty für sich haben. Und dass Kimber da war, weil sie wohl dringend irgendwas mit ihm besprechen musste.

Bestimmt ging es um den Colonel, tippte Deke. Andere gemeinsame Bekannte hatten sie nicht.

»Ist alles okay mit deinem Dad?«

»Er … ja, alles okay. Danke.« Sie nötigte sich ein Lächeln ab. »Er beteuert zwar, dass irgendein Psychopath ihn bedroht, aber das ist in der Branche wohl normal.«

In ihrer Branche? »Nein, das ist es nicht.«

Schließlich verflüchtigte sich seine Erektion, und er konnte halbwegs entspannt die Küche durchqueren. Er baute sich vor dem albernen italienischen Designertisch auf. Um die Mundwinkel seines Cousins zuckte ein Grinsen, und Deke schoss ihm einen warnenden Blick zu.

»Ich hab vorhin noch mitbekommen, dass du unbedingt mit mir sprechen musst. Ich dachte halt, es geht um den Colonel.«

»Nein. Es …« Kimber senkte die von langen Wimpern umkränzten Lider und knabberte abermals an ihrer Unterlippe.

Verdammt, ihr unbewusstes, unschuldiges Flirten machte ihn sofort wieder hart.

Sie klappte die Lider auf und plinkerte ihn an. Interessant …

»Es ist was Persönliches.«

Was Persönliches? Deke blieb die Spucke weg. Sie war hier, um etwas Persönliches mit ihm zu besprechen? Er hatte sich ihr gegenüber unmöglich benommen, wie der hinterletzte Arsch, als er für ihren Vater gearbeitet hatte. Das war nicht besonders schwierig, wenn man jeden Tag sexuell frustriert wurde.

Eine Pause entstand.

Luc stand auf und trat zu Kimber. »Ich lass euch beide mal für ein paar Minuten allein. Muss sowieso telefonieren. Im Kühlschrank steht noch Himbeertee. Und lass dich von Mr. Vollidiot nicht einschüchtern.« Er fasste ihre Hand und küsste zart ihren Handrücken. »Wehe, du verlässt uns, ohne dich von mir zu verabschieden.«

Deke beobachtete die beiden und stellte fest, dass er vor Wut die Zähne zusammenbiss. Dieser Bastard. Kimber war genau der Typ, auf den sein Cousin abfuhr: süß, sexy, naiv. Ihre kupferrote Mähne war ein zusätzliches Plus.

Nicht diese Frau. Dieses Mal nicht. Wenn Kimber für ihn unerreichbar war, dann erst recht für Luc, bastaaa.

Kaum war die Tür hinter Luc ins Schloss gefallen, lenkte Deke seine Aufmerksamkeit abermals auf Kimber.

»Schieß los. Ich bin ganz Ohr.«

»Ich bin hier, weil ich dich um einen Gefallen bitten möchte. Ich weiß, es klingt vielleicht etwas abgefahren, aber …« Sie tat einen zittrigen Atemzug, sammelte sich und schob entschlossen ihr Kinn vor. Dann sah sie ihn direkt an. »Würdest du mir … äh … hättest du nicht Lust, mir Nachhilfestunden in Erotik zu geben, ich meine, mir beizubringen, wie dir Sex am meisten Spaß macht?«

Normalerweise ließ Dekes Miene nichts raus, denn in seiner Branche war ein cooles Pokerface unerlässlich. Bei Kimbers Vorschlag jedoch klappte ihm glatt die Kinnlade herunter. Hätte sie ihn darum gebeten, mit bloßen Händen eine Schlucht von den Ausmaßen des Grand Canyon zu buddeln – er hätte nicht verblüffter sein können.

»Waaas?«

»Ich möchte lernen, wie du Sex am liebsten magst.«

Wie er Sex am liebsten mochte? Das klang, als hielte sie Sex für irgendeinen unerreichbaren außerirdischen Planeten!

Irgendwas war da verkehrt. Total verkehrt. Die jungfräulich-keusche Kimber konnte nicht das wollen, was er wollte. Dass sie das Wort Sex überhaupt in den Mund nahm!

Verdammt, vermutlich hatte sie keinen Schimmer, worum sie ihn da bat.

Er schüttelte halb ärgerlich den Kopf. »Verdammter Mist, wieso willst du das wissen?«, fuhr er sie an.

Kimber zuckte mit keiner Wimper. Deke musste sie heimlich bewundern, nicht zuletzt, weil sie den Nerv gehabt hatte herzukommen. Die Kleine hatte Nehmerqualitäten, immerhin lebte sie mit dem Colonel und zwei älteren Brüdern zusammen. Er fragte sich, woher sie den Mumm nahm, ihn um … Was wollte sie eigentlich von ihm? Dass er ihr Sex-Coach wurde? Ihm schoss da spontan so einiges durch den Kopf, was er ihr sündhaft gern beigebracht hätte.

»Ich denke, es wird Zeit, dass ich meinen Horizont erweitere«, erklärte sie ihm locker. »Dein Benehmen ist zwar oft grenzwertig, aber du bist ein anständiger Typ. Du hast mir nie wehgetan …«

»Das ist exakt der Grund, weshalb ich ablehne, bevor du jetzt noch lange weiterschwafelst.«

»Ich bin fertig.«

»Du hättest gar nicht erst davon anfangen sollen.«

»Ich brauche deine Erfahrung. Ich muss wissen, wie man einen Mann vernascht, der ungefähr die gleichen erotischen Wünsche hat wie du.«

Seine Wünsche? Als wenn die so einfach wären. Als könnte er ihr ein Bild davon zeichnen. Er lachte bitter auf.

»Lass mich mal eins klarstellen: Du willst lernen, wie du mich ficken sollst, aber du hast keine Ahnung, wie’s geht, stimmt’s?«

Sie kochte innerlich. »Doch, hab ich wohl. Mir geht’s um eine Ménage à trois.«

Teufel, wie kam sie denn auf so was? Es war verblüffend. Verwirrend. Bestrickend. Und verdammt erregend.

Wie sie mit dem Dreier herausrückte, richtig verschämt, als hätte sie Bammel davor. Deke lachte laut und herzlich, als machte er sich auf ihre Kosten lustig. »Kleines, ich glaub, die Sache wär zu hoch für dich.«

»Bitte behandle mich nicht wie ein Kind, ja? Auch wenn ich keine besonders erfahrene Frau bin! Also, was ist jetzt? Jeder fängt mal klein an. Ich versuche doch bloß zu lernen. Es geht mir nicht um eine Beziehung oder dass ich dir die Zeit stehlen will. Ich rede von einem Abend oder vielleicht auch zwei. Komm, hab dich nicht so.«

Das Kätzchen fuhr seine Krallen aus. Er fand das erregend. Sie würde super aussehen, lang hingestreckt auf dem Küchentisch, die Schenkel leicht gespreizt, ihre geschwollene Muschi bereit für seinen harten Lümmel, während sie stöhnte, einen Stoß vom Orgasmus entfernt …

Er räusperte sich, zwang sich zur Konzentration.

»Vergiss mal eine Minute, dass du nicht wirklich weißt, worum du mich da bittest. Lass uns mal die entscheidende Frage klären: Wieso? Wieso willst du das mit dem Dreier ausprobieren?«

Kimber faltete die Hände im Schoß und zögerte. Wie viel sollte sie ihm enthüllen? Sie legte sich ein paar Sätze zurecht und verwarf ihre Strategie wieder. Er wartete geduldig. Und drängte sie zu nichts. Sie war sowieso kurz davor, ihm ihr kleines, übervolles Herz auszuschütten.

»Du weißt sicher noch, dass Dad, kurz bevor du bei ihm angefangen hast, der Bodyguard von Jesse McCall war.«

»Ja, und?« Er zuckte wegwerfend mit den Achseln.

»Jesse und ich … hatten in dem Sommer was miteinander. Unsere Beziehung war was ganz Besonderes. Man könnte auch sagen, damals hat unsere Romanze angefangen. Wir hatten beide Dates mit anderen Personen, aber es war nicht das Gleiche. Und unsere Beziehung ist mit den Jahren enger geworden. Wir stehen regelmäßig in Kontakt, schreiben E-Mails und telefonieren miteinander. Wir teilen unsere Hoffnungen und Wünsche und Träume. Ich hatte jahrelang Zeit, um über ihn und über uns nachzudenken, und ich glaube, er ist der Richtige für mich.«

Deke hätte kotzen können. Nahm sie ernsthaft an, dass sie Jesse-Superstar, der einen Hit nach dem anderen landete und auf seiner Konzerttour reihenweise Frauen flachlegte, irgendetwas bedeutete? Das glaubte er erst, wenn Ostern und Weihnachten auf einen Tag fielen.

»Verstehe«, meinte er gedehnt. »Und was hab ich damit zu tun?«

»Also, vor sechs Monaten haben wir unsere Beziehung ausführlich diskutiert. Ich erklärte ihm, dass ich davon überzeugt bin, dass er der Richtige für mich ist.« Sie zog die Unterlippe zwischen die Zähne und zögerte unschlüssig. »Daraufhin meinte er, dass er mich zwar sehr gern hat, dass sein … Lebensstil mich jedoch schockieren würde.«

Las die Kleine denn keine Zeitungen? »Das kann man wohl so sagen.«

»Ich hab die Bilder von ihm mit anderen Frauen gesehen. Ich hab gerüchteweise gehört, dass er auf diese Ménage-Szene abfährt. Ich weiß, was ich machen muss, um eine Zukunft mit ihm zu haben. Er sagt, er möchte mich zu nichts provozieren, weil er denkt, ich käme damit nicht klar. Folglich muss ich ihm beweisen, dass ich genau das bin, was er braucht.«

Heilige Scheiße. War Kimber jetzt völlig durchgeknallt? Sie wollte ihn als Lehrer, der ihr beibrachte, wie sie diesen Schönling, dieses Arschloch befriedigen konnte? Vermutlich schwärmte sie wie ein Teenager für den berühmten Popstar und kreischte jedes Mal, wenn sie seinen Namen hörte. Seine Magengrube krampfte sich angewidert zusammen.

»Und jetzt denkst du, ich bring dir alles Nötige bei, dann schnappst du dir den Kerl, und alles ist Friede, Freude, Eierkuchen?«

»Ich fände es jedenfalls besser, Jesse zu treffen und ihn nach allen Regeln der Kunst verführen zu können. Um ihm zu beweisen, dass ich seine Traumfrau bin.«

»Wie eilig hast du es damit?«

»Er war die letzten Jahre in Europa. Ich hab ihn wahnsinnig vermisst. Demnächst kommt er wieder in die Staaten. Nach Texas, aber nur für ein paar Monate. Wir haben uns fest vorgenommen, einander dann zu treffen, um über unsere Beziehung zu sprechen. Es ist meine Chance, ihm zu beweisen, dass wir diese ganz besondere Beziehung immer noch haben.«

Besondere Beziehung? Verfickt, die Kleine tickte wohl nicht mehr frisch!

»Also erstens ist dieser Typ ein internationaler Popstar. Zweitens hatte er drei Nummer-eins-Alben in den letzten zwei Jahren. Und drittens liegen ihm die Weiber zu Füßen. Aber da erzähle ich dir sicher nichts Neues.«

Sie schob trotzig ihr Kinn vor. Und warf energisch ihre Haare zurück. Wieder wurde er hart.

»Genau deshalb darf ich nichts anbrennen lassen. Ich weiß selbst, dass ich mächtig Konkurrenz habe. Und dass ich nicht so locker drauf bin wie die Groupies, mit denen er sonst abhängt. Trotzdem haben wir eine Beziehung. Und die will ich auf die nächste Ebene bringen. Er sicher auch, aber er will mir nicht wehtun.«

»Für so was bist du viel zu unerfahren.«

»Deshalb brauche ich deine Unterstützung. Ich möchte kein Date mit ihm und das Risiko eingehen, dass ich wie ein schwachköpfiger Teenie dastehe. Warum die ganze Fragerei? Ist das so schwierig?«

»Du denkst, ich kann dir ein verdammtes Bild malen und dir daran erklären, was du über Sex zu dritt wissen musst?«

»Mmh, ich dachte an so was wie eine ausführliche Erklärung oder vielleicht auch an eine Demonstration am lebenden Objekt … kommt drauf an.«

Un-glaub-lich, die Kleine. »Theoretische Erklärungen bringen dir gar nichts, Schätzchen. Und eine praktische Demonstration würde dir glatt den Boden unter den Füßen wegziehen. Peng, liegst du da.«

Sie zog die Stirn in Falten, ihre Frustration wuchs vermutlich im gleichen Tempo wie seine Erektion. »Wenn das so ist, muss ich es jetzt wissen, bevor ich Jesse treffe. Eine kleine Demonstration …«

»Und du würdest schreiend und in rekordverdächtiger Zeit aus diesem Haus flüchten. Glaub mir, du würdest das nicht packen.«

»Wieso? Schließt das etwa Bondage oder Whipping mit ein?«

Dekes Augen weiteten sich vor Verblüffung. Kimber wusste von diesen Dingen?

»Sieh mich nicht so an. Ich bin kein Kind mehr.«

»Das vielleicht nicht. Aber du bist noch Jungfrau. Darauf möchte ich meinen Arsch verwetten.«

»Stimmt. Na und? Ich hab mich für Jesse aufgespart.« Sie schob sich eine lockige Strähne hinters Ohr und tat so, als wäre es das Normalste auf der Welt, dass eine Frau über zwanzig noch Jungfrau war. »Deke, natürlich musst du das nicht machen, aber wenn ich dich ganz lieb darum bitte, mir ein bisschen Nachhilfe zu geben?«

»Verdammt, ist mir egal, wie lieb du mich darum bittest. Es ist und bleibt eine verdammt bescheuerte Bitte.«

»Wenn du Bammel hast, dass mein Vater sauer sein könnte …«

»Verdammt, ja, er wird sauer sein. Aber auch das wär mir egal. Ich mach da nicht mit, Kimber, weil das nicht die passende Art Sex für eine Jungfrau ist.«

Eine nachdenkliche Pause entstand. Dann stand sie auf. »Okay, ich hab’s kapiert. Ich mach dich … nicht an oder so. Auch gut. Dann muss ich mir was anderes überlegen.«

Deke hätte sie in dem Glauben lassen und vor die Tür setzen sollen, aber das brachte er nicht übers Herz. Sie sollte wissen, dass sie ihn anmachte – und dass sie mit dem Feuer spielte.

Er stand auf und trat ihr in den Weg. »Du meinst, du machst mich nicht an?« Er blickte demonstrativ an sich hinunter und auf seinen Schwanz, der sich dick und hart unter seiner Jeans wölbte. Ihr Blick folgte seinem. Ihr atemloser Japser machte ihn nur härter. »Kleines, du hast keine Ahnung, was in meinem Kopf abläuft, seitdem dir diese Bitte über deine schönen, erotischen Lippen gekommen ist, dass ich dir alles in puncto Sex beibringen soll. Ich bezweifle, dass du das alles wissen willst.«

Eine heiße Röte stahl sich in ihre Wangen. Sie spähte erneut zu seinem Penis. Biss sich auf die Lippe. Das machte sie immer, wenn sie hektisch überlegte.

»Doch, ich will alles wissen, wenn es mit Sex zu tun hat, wie du ihn magst. Oder wie Jesse ihn mag.«

Deke hätte vor Ärger platzen mögen. Wenn er Kimber jemals anrühren sollte – wenn überhaupt! –, dann würde sie bestimmt nicht an diesen arroganten Arsch von einem Popstar denken. Sie wäre viel zu sehr damit beschäftigt zu kommen.

Aber nein zu sagen war, als würde er mit seinen Eiern Harakiri veranstalten. Himmel, sie servierte sich ihm auf einem Silbertablett – für seine Lust. Lust, die er seit über fünf Jahren kanalisierte. Lust, die in seinem Schwanz pulste und ihm gleichzeitig auf den Magen schlug.

Unschuld. Jungfrau. Gefahr!

Höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen. Sie hielt sich für erwachsen genug, um einen Dreier zu bewältigen? Tja – den Zahn könnte er ihr innerhalb von zwei Sekunden ziehen. Und täte er besser, bevor er irgendetwas Verrücktes machte und sie schnappte, streichelte, scharf machte und vögelte.

»Der Sex, der mir gefällt, ist nicht sanft oder schön oder romantisch, Kleines. Ich steh auf harten Sex, das ist manchmal ein bisschen schmerzhaft für eine Frau. Da braucht man Erfahrung und Nehmerqualitäten.«

Kimber schluckte schwer und versteifte sich. Sie war nervös – und zugleich fasziniert. Neugier funkelte in ihren schönen dunklen Augen. Schließlich nickte sie. »Erzähl weiter.«

Deke trat näher. Er konnte nicht widerstehen. Jetzt konnte er sie riechen. Sie duftete nach Pfirsich und Kandiszucker und schwach nach weiblicher Erregung. Machten seine Worte sie heiß – war sie feucht?

Er drängte einen weiteren Schritt näher, brachte seine Lippen an ihr Ohr. »In meinem Schlafzimmer bedeutet eine Ménage à trois, dass zwei Männer gleichzeitig eine Frau zum Orgasmus bringen und sie so aufgeilen, dass sie nicht mehr weiß, wie sie heißt, und vor Ekstase das ganze Haus zusammenschreit.«

Deke bog den Oberkörper zurück und beobachtete ihre Reaktion. Ihr Mund öffnete sich wie zu einem leisen Stöhnen, aber es kam kein Laut. Ihre Augen weiteten sich, ihre Pupillen schwarz und starr. Oh Scheiße. Die Kleine meinte es ernst. Sein Schwanz war bereit zum Tango, sein Hirn tat alles, um die Musik auszublenden.

»Hilfst du mir mal kurz auf die Sprünge? Wieso stehst du auf einen Dreier?«, wisperte sie kaum hörbar. »Warum treibst du es nicht mit einer Frau, ich meine … nur ihr beide?«

»Zwei Männer können eine Frau so glücklich machen, dass sie so willig ist, alles für das Vergnügen ihrer Lover zu tun. Und ich will einen Platz in der ersten Reihe.«

Kimbers Gesicht lief tomatenrot an. Der Duft weiblicher Erregung hing schwer in der Luft. Ihre Nippel wurden hart, ihre Zunge tanzte nervös über ihre Lippen.

»Verstehe.«

Sein Inneres verknotete sich beim Anblick ihrer kleinen rosa Zungenspitze. »Echt?«

»Ich hab davon gehört. Und darüber gelesen. Rein theoretisch kapier ich, wie es funktioniert. Äh … was … was ist mit der emotionalen Bindung?«

»Emotionale Bindung?«

Er musste vom Mars sein, denn diese Frage kam definitiv von der Venus. Was war mit den neugierigen Fragen, die er erwartet hatte? Fragen wie: Wohin mit den beiden Schwänzen? Wie ging das, dass eine Frau zwei Männer gleichzeitig befriedigte? Die hätte er ihr locker beantworten können. Bis ins Detail. Er hätte sie sogar liebend gern darüber aufgeklärt, wo die Schwänze hinglitten, einer in ihre nasse Muschi, der andere in ihr enges Loch.

Verdammt, er musste an was anderes denken, bevor die enge Jeans seine Erektion abwürgte.

»Wie kann so eine Beziehung funktionieren, ohne dass sich Eifersucht einschleicht?«

»Da gibt es keine Beziehung. Bloß Sex … das klappt auch zu dritt.«

»Oh.« Sie blinzelte und sah weg. »Hätte mir gleich klar sein müssen … du bist nicht der Beziehungstyp.«

»Nö, ich steh mehr auf kompromisslosen Sex.« Alles andere hatte katastrophales Potenzial. Nicht auszudenken, welche Albträume sich da anbahnen konnten.

»Kein Problem, dann ist das auch okay für mich. Ich … ich möchte bloß alles lernen, was du mir beibringen kannst.«

Noch immer? »Ist das dein Ernst?«

Kimber umklammerte ihre Handtasche und straffte ihre schmalen Schultern. »Ich bin heute über hundert Meilen gefahren, um mit dir zu reden. Wir haben uns fünf Jahre lang nicht gesehen, und du hast mich offenkundig nie besonders gemocht. Ich hab mich über meinen Stolz hinweggesetzt und dir verraten, was ich von dir will und dass ich noch Jungfrau bin. Das hätte ich nie gemacht, wenn ich nicht fest entschlossen wäre, Jesse nach allen Regeln der Kunst zu verführen.«

Jesse. Schon wieder dieser Idiot. Jesse hinten, Jesse vorne. Diese verdammte Backstreet-Boys-Kopie. Jesse mit seiner blöden Falsettstimme toppte dauernd die Charts. Deke konnte sich nicht vorstellen, wieso irgendein Mann freiwillig wie eine Frau klingen wollte, und die ganze Welt war aus dem Häuschen.

»Ich bin kein Mann für diesen Job, Kimber. Ich mach’s nicht.«

Ihre Lippen wurden schmal. Ihre Finger krampften sich um den Bügel der Handtasche. »Und warum nicht?«

»Da gäb’s Millionen Gründe. Ich hab’s nicht so mit Jungfrauen. Punkt.«

»Ich hab dich auch gar nicht darum gebeten, es mir zu besorgen. In der Tat möchte ich meine Unschuld für Jesse aufsparen. Ich kapier nicht, warum du dich sträubst. Ich will doch bloß ein paar Erläuterungen zu den … interessanten Stellungen und so.«

»Erläuterungen bringen es nicht, Mädchen. Du weißt erst, was Sache ist, wenn du von zwei harten Schwänzen rangenommen wirst.«

»Wie meinst du das? Rangenommen? Wo genau? Und wie? Tut das weh?«

Seine Erklärung hatte sie nicht im Mindesten geschockt. Ihre Fragen machten ihn fertig. War sie noch ganz dicht? Er hatte die Nase gestrichen voll von dem Thema.

»Wenn du mehr über Ménages erfahren willst, dann lies gefälligst in Büchern nach.«

»Du hast vorhin gesagt, dass Worte die Live-Erfahrung nicht wiedergeben können.«

»Dann soll dein Teenie-Popper dir die Live-Erfahrung vermitteln, aber lass mich aus dem Spiel.«

»Na schön.« Sie spitzte nachdenklich die Lippen. »Wenn du mir nicht helfen willst, lass mich mal überlegen … Warst du nicht früher öfter mit diesem Adam Catrell zusammen, der auch für Dad arbeitete? Ich hab da so allerhand läuten hören. Der wohnt doch hier irgendwo, nicht? Ich werde ihn einfach mal besuchen. Und wenn er kein Interesse hat, dann war da doch noch dieser andere Freund von dir, Justin Wheeler? Vielleicht kann der mir bei meinem Problem weiterhelfen.« Sie stürzte zur Tür.

Deke fluchte stumm in sich hinein. Oh ja. Sowohl Adam als auch Justin würden Kimber mit dem größten Vergnügen aushelfen – aus ihren Klamotten und ab in die Kiste. Und beide waren nicht besonders einfühlsam. Mit Jungfräulichkeit hatten sie nichts am Hut. Sie würden frisches, schwitzendes Fleisch wittern und über Kimber herfallen wie zwei ausgehungerte Straßenstreuner.

Es ist ihre Entscheidung … ihr Problem, versuchte Deke sich einzureden.

Ja, aber wenn er sie jetzt gehen ließ, würden diese beiden gierigen Rottweiler sie vernaschen. Allein die Vorstellung war pervers. Zackzack, rein, rauf, runter, raus … Verdammt, das durfte er nicht zulassen. Aus alter Freundschaft zu ihrem Vater, dem Colonel.

Verflucht. Bevor er sie wegschickte, würde er ihr das irgendwie ausreden müssen. Er biss die Zähne zusammen und grübelte, wie er es anstellen sollte. Bislang hatte all sein Reden nichts genützt.

Zeit zum Handeln.

Deke fasste sie am Arm und zog sie an sich. Ihre süßen festen Brüste schmiegten sich glutheiß an seine Haut, als hätte er gar kein Hemd an. Er zog leise zischend den Atem ein. Fuck! Er war früher schon scharf auf die Kleine gewesen. Heute, fünf Jahre später, war sie noch begehrenswerter.

Kimber japste, als ihre Körper einander streiften. Ihr Blick senkte sich in seinen, ihre dunkelbraunen Augen entrückt, ihre Miene weich. Es war das erste Mal, dass sie Deke nicht ärgerlich anfunkelte.

Das war nicht eben förderlich für sein Vorhaben.

Es dauert höchstens drei Minuten …

»Warte.« Er lockerte seine Umklammerung. »Wie ich sehe, ist es dir verdammt ernst. Ich werde es mir überlegen, okay? Das mit der kleinen Demonstration am lebenden Objekt, meine ich. Und wenn, dann gibt es nur Handarbeit, okay?«

Sie schluckte. Ihr Puls raste. Grundgütiger, die Kleine hatte keine Ahnung, wie gefährlich nahe sie daran war, hier auf dem Küchentisch flachgelegt zu werden, als kleiner Nachmittagssnack.

»Okay, wer ist denn … noch dabei?«

Wie auf ein geheimes Stichwort hin kam Luc in die Küche geschoben, lasziv lächelnd und mit einem Steifen in der Hose, der unmöglich zu übersehen war. Hatte der liebe Cousin etwa gelauscht? Deke drehte Kimber zu ihm.

»Hi, Süße«, meinte Luc gedehnt.

Deke fühlte, wie Kimber in seinen Armen erbebte, als sie Lucs Blick erwiderte. Er kämpfte den Instinkt nieder, sie auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Der Punkt war, ihr das zu zeigen, weswegen sie hergekommen war, es ihr so schnell und heftig zu besorgen, dass sie den Plan von sich aus aufgab. Das Mädchen zu trösten war das Letzte, was er wollte.

»Du und Deke teilt …?« Ihr versagte die Stimme.

»Exakt, wir teilen alles.«

Sie tat einen stockenden Atemzug. Sie war nervös. Gut. Endlich hatte sie was begriffen. Jetzt wurde es Zeit, ihr unschlüssiges Zögern in ein knallhartes Nein umzumünzen.

Deke schoss Luc einen warnenden Blick zu und nickte. Sein Cousin reagierte mit einem angedeuteten Lächeln und schlenderte zu ihnen.

2

Kimber zitterte, obwohl Dekes große Hände sie an ihren Schultern festhielten. Ihre Haut versengten.

Die Vorstellung, es mit zwei Männern zu treiben, war wild, gewagt – so was kam sonst bloß in erotischen Romanen vor. Und jetzt wurde es Realität. Könnte sie das verkraften? Könnte sie das als permanenten Teil ihres Lebens akzeptieren?

Luc kam langsam in ihre Richtung, mit wölfischem Grinsen und hungrigen Augen. Erregung und Anspannung pressten ihr die Luft aus den Lungen. Deke hatte Recht: Worte konnten die Realität nicht wiedergeben. Er hatte sie sanft berührt; Luc war noch zwei Schritte entfernt. Die geballte Ladung Testosteron, die den Raum erfüllte, lähmte ihre Sinne, ihr war ganz schwindlig. Ihre Nervenenden vibrierten so heiß, dass sie erbebte.

Sie war noch Jungfrau und ein bisschen zurückhaltend, aber nicht ängstlich. Nervös – ja, aber das hielt sie nicht auf. Sie musste wissen, ob sie die Frau war, die Jesse brauchte, ob sie in der Lage war, es mit zwei Männern gleichzeitig zu treiben. Ihre Gelassenheit hatte vermutlich damit zu tun, dass sie in einem Männerhaushalt groß geworden war, mit Männern, die Aufträge erfüllten. Angst war da keine Option. Taten zählten.

Aber neugierig … ja, sie war neugierig geworden. Wie würde das sein, Dekes raue Kraft und Lucs spielerische Finesse gleichzeitig zu spüren? Sie brannte darauf, die Antwort zu erfahren. Lust flutete wie prickelnder Champagner durch ihren Körper, Lust, Neugier und Faszination waren ein berauschender Cocktail für die Sinne.

Stopp. Sie schluckte bei dem Gedanken, weshalb sie hergekommen war. Die Antwort auf ihre Frage war irrelevant. Es spielte keine Rolle, was sie bei Deke und Luc fühlte. Sie war hier, um für Jesse zu lernen, damit der in ihr die begehrenswerte Evastochter sah. Als jemanden, den er zu seiner Frau machen konnte, wenn er sie in seinen Armen hielt und mit anderen teilte. Teilen? Mit wem eigentlich? Mit seinen Bandmitgliedern? Irgendwelchen Fans? Jesse hatte sich gesträubt, ihr Details über sein Sexleben zu enthüllen, das in der Regenbogenpresse als schamlos und schockierend dargestellt wurde.

Dann fasste Luc sie an, seine Hände glitten auf ihre Hüften. Die Frage verlor sich unter seinen heißen Fingern, als er Kimber sanft zu Deke drehte. Über ihre Schulter zurückblickend, traf ihr Blick auf Lucs. Er hielt sie fest, schmiegte ihren Rücken an seine Brust – streichelte Kimber mit seiner harten Erektion.

Ihr blieb keine Zeit, schockiert zu reagieren, denn Dekes Finger griffen zärtlich in ihr Haar, drehten ihr Gesicht zu ihm, seine Augen irisierend blau wie leicht verwaschene Jeans.

»Kimber«, stöhnte Deke. »Du spielst mit dem Feuer, Kleines. Du wirst dir die Finger verbrennen.«

Er ballte die Fäuste. Neigte impulsiv den Kopf.

Sein Mund drängte auf ihren. Es raubte ihr die Sinne, als er seine Zunge zwischen ihre Lippen schob und alles dominierte, was er berührte. Laszives Lecken, provozierendes Saugen.

Sie hatte erwartet, Dekes Kuss wäre hart und direkt, ohne Rücksicht auf ihre Unerfahrenheit. Aber gar nicht. Hungrig und fordernd, das ja, aber gut. Sündhaft gut. Ein wilder Rausch von Lippen und Atem und Hunger.

Kimber war zwar nicht mehr ungeküsst, aber so war sie noch nie geküsst worden. So spontan und lustvoll wie von Deke.

Unvermittelt bog er den Kopf zurück, hinterließ einen Schmerz, den sie fast unerträglich fand. O Gott. Und sein würzig-männlicher Geschmack machte süchtig. Kimber sehnte sich nach mehr.

Mit einem einzigen Kuss hatte er sie kampflos gemacht, ihr Innerstes nach außen gekehrt und ihre sämtlichen Kontrollinstanzen lahmgelegt.

Wieder streiften seine Lippen ihre, und Kimber öffnete sie ihm. Er tauchte ein, tiefer als zuvor. Er schmeckte, neckte, zog die Zunge zurück. Nein! Sie wollte mehr und presste ihre Handflächen auf seine trainierte Brust, fühlte sein Herz rasen.

Deke belohnte sie mit einer zarten Liebkosung seiner Lippen, die dann wild besitzergreifend mit ihren verschmolzen. Obwohl sie seinen Kuss ersehnte, rechnete sie nicht mit dem sinnlich-brutalen Anschlag seiner Zunge. Ihre Hände glitten von seiner Brust in sein Haar. Sie versuchte, die kurzen Strähnen mit ihren Fäusten zu packen und sein Gesicht dichter an ihres zu ziehen, aber seine Haare waren genau wie der Mann: eigenwillig. Sie presste sich an ihn. Klammerte. Hielt schwindlig den Atem an, als eine heiße Woge ihren Unterleib flutete. Ihre Nippel wurden hart. Es war wild. Sündhaft gut …

Eine Hand umklammerte ihren Arm, streichelte ihn zärtlich. Luc. Sie hatte ihn fast vergessen … Aber als er sich mit seinem erhitzten Körper an ihren Rücken schmiegte und seine Erektion sich an ihrem Hintern rieb, konnte sie ihn unmöglich ignorieren.

Mit einer geschmeidigen Bewegung strich er ihr die Haare aus dem Nacken. Presste seinen warmen Mund darauf, und sein heißer Atem traf wie weicher Regen auf ihre sensibilisierte Haut. Ein lustvolles Prickeln jagte über Kimbers Rücken. Sie erschauerte, und Luc machte weiter. Ihre heftige Reaktion stimulierte ihre Sinne genau wie Dekes lasziv fordernder Kuss.

Starke Hände glitten über ihren Rippenbogen. Wieder Luc. Kosende Finger rieben den sanften Schwung ihrer Brüste. Ungeahnte Wonnen schossen in ihre Nippel, machten sie noch härter. Sie stöhnte – direkt in Dekes nächsten Kuss. Er sog den Klang in seinen gierigen Mund, neigte den Kopf, presste seine Lippen auf ihre und tauchte mit seiner Zunge tief und lange in ihr feuchtes Verlies.

Kimber schmolz dahin und schnurrte wie ein Kätzchen. Sie brannte, so wie Deke sie gewarnt hatte. Lust überwältigte sie, ihr Blut kochte. Ihr Körper ächzte vor Verlangen, mehr … mehr!

Deke umschlang ihre Hüften und presste seinen beeindruckenden Ständer an Kimbers Schenkel, seine Bewegung sündhaft sexy. Kimber stöhnte unbewusst.

Er bückte sich, umklammerte ihre Schenkel und hob sie hoch. Kimber japste kurz auf, bevor er sie an Luc presste, dessen Schwanz sich noch fester an ihr rieb. Aber er war noch nicht fertig …

Deke riss ihr Hose und Tanga herunter, spreizte ihre Schenkel und hielt sie mit seinen großen Händen auseinander. Luc half ihm, indem er Kimbers Knie mit seinen Armbeugen stabilisierte, sodass sie für seinen Cousin weit geöffnet war. Mit rasendem Herzklopfen beobachtete Kimber, wie Deke sie betrachtete, vor ihm ausgebreitet wie eine lebendige, atmende Einladung, seine indigoblauen Augen dabei glutvoll schimmernd.

Er wartete. Starrte sie an. Machte sie verrückt vor Lust und Verlangen.

»Deke …«

»Halt sie weiter so«, wies er Luc an.

Dann schob er sich zwischen ihre gespreizten Schenkel und brachte seinen jeansbedeckten Schwanz an ihre nasse Muschi. Rieb sich an ihr. Bei seiner Berührung zuckte ihre Klitoris, pulste gierig. Deke packte ihre Hüften, löste sie aus Lucs Umklammerung. Er schlang ihre Beine um seine Lenden, rieb sich abermals an ihr. Kimber kreischte auf. Masturbation war nie so hart oder intensiv. Dekadent. Überwältigend.

Bevor sie einen klaren Gedanken fassen konnte, glitten Lucs Hände von ihrem Rippenbogen zu ihrem Abdomen und wieder nach oben. Er umschloss mit seinen heißen Handflächen ihre Brüste. Kimber stöhnte hingebungsvoll. Seine Daumen und Zeigefinger kniffen sie sanft, und eine Woge der Lust schoss in ihre Klitoris. Ihre Nippel erigierten unter seiner festen Berührung, und er neckte sie mit seinen Daumen.

Kimber brauchte einen Moment, um zu realisieren, dass Deke Luc dabei beobachtete, wie er sie stimulierte, seine Augen dunkel vor Hunger. Ein kurzer Blickkontakt – und sie las in seinen brennenden Augen das Versprechen, sie zu vernaschen. Heißes Verlangen flutete ihren Unterleib, scharf und erregend.

»Ich zieh dich jetzt aus, Schätzchen.« Er griff mit einer Hand nach dem untersten Knopf ihrer Bluse.

»Okay.« Luc nickte. Sie schoben Kimber behutsam auf den Küchentresen.

Einen kurzen Moment darauf fasste Luc den obersten Blusenknopf und zerrte daran. Starke Hände fingerten an den kleinen Knöpfen, fluchend, enthüllten Kimber ihren sehnsüchtigen Blicken so schnell, dass sie es kaum fassen konnte. Sie beobachtete fasziniert, wie die beiden ihr das Kleidungsstück von den Schultern streiften und ihren bebenden Leib mit Blicken vernaschten.

Intensiv. Wild. Entschlossen. Ihre Libido spielte verrückt, ihr stockte der Atem, sie konnte nicht mehr denken …

Dekes heißer Atem auf ihrem Nacken ließ sie erschauern, als er hinter sie griff und mit geübten Fingern ihren BH öffnete. Hilfe! Himmel! Sie war fast nackt. Jetzt wurde es ernst. Es war überwältigend … fühlte sich wundervoll an. Sie konnte nicht aufhören. Noch nicht. Gleich …

»Oh!«, stöhnte sie, als Dekes Mund eine Brust umschloss, und als seine Zähne sanft an ihrem Nippel knabberten, vibrierten ihre Nervenenden vor Lust … bis hin zu ihrer bebenden Klitoris. Das Gefühl verstärkte sich, als Luc ihre andere Knospe rieb und gleichzeitig ihre Lippen öffnete und Kimber küsste.

Nein, es war mehr als ein Kuss; er verführte sie ohne Worte. Luc war ein Künstler, ein Meister. Er hatte keine Eile, er forderte nichts. Er neckte, spielte, versprach mit seinem heißen Zungenschlag himmlische Wonnen, befeuerte ihr Verlangen. Sein Kuss allein genügte, dass sie den Kopf verlor und wie Wachs in seinen Händen war. Dabei fühlte sie erregend seine Erektion an ihrem Schenkel.

Deke leckte ihren Nippel, glitt zu dem anderen, schob Lucs Finger weg und saugte die sensible Knospe hart, ein zärtlicher Biss, ein Zungenschlag, dabei presste er seinen eisenharten Stab an ihre zuckende Klitoris.

Dieses Mal dämpfte Lucs Mund ihre Schreie. Sein heißer, provozierender Kuss schluckte ihr Stöhnen und bettelte um mehr. Und sie stöhnte erneut, als Deke ihren Nippel wild und hart saugte. Dann küsste Luc sie weich und fordernd, dass ihre Lippen bebten, als sie kehlig atmend nach Luft japste. Elektrisierende Lust schoss in ihre Brüste und in ihre Vagina, befeuerte ihren ganzen Körper.

»Du bist wie Zucker auf meiner Zunge«, flüsterte Luc, der ihren Nacken koste, während er mit einem Daumen ihren harten Nippel rieb, noch feucht von Dekes Saugen. »Süß und zart schmelzend.«

Sein begnadeter Mund glitt über ihr Kinn, ihre Wange, presste sich abermals auf ihre Lippen, penetrierte sie mit seiner Zunge. Er entflammte sie mit seinem Kuss, machte sie heißer, geiler, ein stummes Versprechen, dass er ihr Erfüllung schenken würde – wann es ihm gefiel. Auf seine Art.

Zu ihrer wachsenden Erregung rieb Deke ihre Muschi mit geübten, sinnlichen Fingern, befeuerte alles in ihr von der Taille an abwärts. Er kniff in ihre Nippel, rieb, drehte, streichelte, bis sie fast von Sinnen war. Als sie sich erschauernd in Dekes Arme schmiegte und keuchte, dass sie gleich kommen würde, hörte er auf. Luc auch.

Kimber kreischte frustriert auf.

Deke schoss ihr ein gnadenloses Lächeln zu und kitzelte ihren sensiblen Nippel. »Du willst mehr, Kätzchen?«

Er spielte mit ihr. Sie beide. Doch das war Kimber im Moment egal. Sie hatte noch nie so viel Begehren empfunden wie bei Luc und Deke. Die Lust war wie Treibsand, sie ertränkte Kimber. Je mehr sie sich wand, desto schneller versank sie. Und sie liebte es.

»Bitte«, kam es halb stöhnend über ihre Lippen.

Luc erstickte ihr Flehen mit einem seiner glutvollen Küsse. Deke fuhr fort, seinen Schwanz rhythmisch an ihrer Muschi zu reiben, seine gnadenlosen Lippen auf ihren Nippeln.

Jedes Mal, wenn er sie berührte, durchflutete Kimber neue Lust wie warmer Honig – wurde glutheiß wie ein Blitzstrahl. Sie schwebte, sank, bettelte …

»Mehr«, drängte sie wispernd.

Deke bahnte sich mit fedrigen Küssen den Weg von ihren Brüsten zu ihrem Nacken. Sie erschauerte unter seinem heißen Atem, und Luc überwältigte sie mit einem weiteren verzehrenden Kuss. Sein Mund schien ihr mit jedem Zungenschlag zu sagen, dass er etwas von ihr wollte, das nur sie ihm geben konnte. Verführerisch und sehnsuchtsvoll. Bei seinen Küssen schmolz jede Frau dahin, darauf wäre Kimber jede Wette eingegangen.

Das Gefühl intensivierte sich, als Deke an ihrem Ohrläppchen knabberte und seine Arme um sie schlang. Sie drängte an seine harte Brust, hasste nun sein Hemd – jedes Hemd, das zwischen seiner und ihrer Haut war.

Kimber hätte nie gedacht, dass sie einmal einen Mann so heiß begehren könnte, der sie so sehr geärgert hatte. Aber es war so. Warum?

»Was wünschst du dir noch von uns?« Dekes seidiges Flüstern vibrierte auf ihrer Wirbelsäule, koste den nassen Punkt, der sich nach ihm verzehrte.

Wie machte er das bloß? Wie kam es, dass sein Flüstern direkt in ihre Muschi zu dringen schien?

Luc hob den Kopf, gespannt auf ihre Antwort.

»Es fühlt sich so gut an …«, wisperte sie. Mehr brachte sie nicht heraus.

Sie bezweifelte, dass sie ihnen Anweisungen geben könnte, die sie nicht selbst schon wussten.

»Es kann noch besser sein«, flüsterte Luc ihr ins Ohr.

Noch besser? Grundgütiger, steh mir bei!

Normalerweise war Kimber nicht so zart besaitet. Den einzigen Wettkampf, den sie zwangsläufig noch nie gewonnen hatte, war das Weitpinkeln mit ihren Brüdern. Im Wetttrinken, in Schnelligkeit und Ausdauer machte sie den Jungs noch was vor.

Doch dieses Verlangen setzte ihren Willen außer Kraft.

»Wenn du mehr willst, besorgen wir es dir. Ich möchte, dass du dich bäuchlings auf den Küchentisch legst, und zusehen, wie Luc deine Pussi nascht, während du mich lutschst.«

Mit lustverhangenen Augen spähte Kimber zum Küchentisch. Sie konnte sich die Szene bildhaft vorstellen. Mit Leichtigkeit. Sie hatte noch nie einem Mann einen Blowjob verpasst, aber sie wollte es ausprobieren. Ehrlich gesagt brannte sie darauf, Mr. Tough weiche Knie zu verpassen. Lucs Küsse waren himmlisch, und der Oralsex mit ihm war bestimmt intergalaktisch gut.

Dekes herausfordernder Ton ärgerte sie jedoch. Glaubte er noch immer, dass sie Angst hatte?

»Okay«, hauchte sie.

»Du wartest besser, bis du alle Vorschläge gehört hast.«

»Deke«, warf Luc stirnrunzelnd ein.

Der blonde Hüne winkte ab. »Sie soll sich erst mal alles anhören.«

Deke umschloss ihre Wangen und senkte seinen Blick in ihren. »Ich möchte, dass du dich auf das Bett legst, und dann zusehen, wie Luc bis zu den Eiern in deine Muschi sinkt, während du stöhnst und schreist und kommst. Dabei arbeite ich mich in dein zweites Loch, damit wir dich beide ficken können. Zusammen. Hart. Die ganze Nacht. Bis du wund, ausgepowert und befriedigt bist.«

Lust und Furcht prickelten durch ihren Körper. Die Vorstellung war auf verbotene Weise erregend. Sie hatte es sich nie wirklich mit zwei Männern vorgestellt – aber jetzt wurde es real. Diese beiden konnten ihr erotische Vergnügen bereiten, ganz ohne Zweifel. Andererseits wollte sie ihre Unschuld aufsparen – egal, wie sehr ihr Körper sich anderes ersehnte.

Außerdem ärgerte sie sich über Dekes Kommentar. Er klang, als wollte er sie bloß … benutzen. Als wäre sie irgendeine Barschlampe, die er für einen Quickie abgeschleppt hatte.

»Danach vögeln wir dich wieder«, fuhr Deke mit rauchiger Stimme fort. »Wir schlafen eine Stunde, und dann ficken wir dich wieder, hart und tief, dass du eine Woche lang weder laufen noch sitzen kannst. Wie findest du das, Kleines? Sagst du immer noch ja?«

Seine Miene war die eines Beutejägers. Er wollte. Sie ficken. Sonst nichts. Es kümmerte ihn nicht, dass sie ihn um Nachhilfe in Sachen Sex gebeten hatte.

Sie schluckte, hin- und hergerissen zwischen Lust und Frust und Verwirrung. Du musst Fakten von Emotionen trennen. Dad hatte ihr das beigebracht. Genau genommen war Deke ein Arschloch; das bewies, dass ihr erster Eindruck zutraf.

»Ich bin hergekommen, um dich um einen Gefallen zu bitten, und du tust so, als wäre ich bloß irgendein Flittchen, das man mal eben flachlegen kann.«

Deke zuckte mit den Schultern. »Gefallen hin … Ficken her. Das ist doch in dieser Situation das Gleiche. Wenn du es mit Luc und mir eine Nacht lang treibst, weißt du alles, was du für deinen schönen Sänger wissen musst. Bist du dabei?«

»Erstens habe ich vor, meine Unschuld für Jesse aufzusparen. Das hab ich vorhin schon gesagt.«

»Schön. Schätze, dein Arsch und dein Mund werden zwar extra wund, aber ich kann ohne Muschi leben. Wie ist es mit dir, Luc?«

Kimbers Blick schoss zu dem großen, dunkelhaarigen verführerischen Mann. Er überlegte einen langen Moment. »Ich würde mir nichts nehmen, was Kimber nicht bereit ist zu geben.«

»Alles klar?« Deke grinste breit. »Dann sind wir uns ja einig. Hopp, auf den Tisch!«

Sie sah, wie er mit einer geübten Handbewegung den Knopf seiner Jeans öffnete und ein Stück nackten gebräunten Bauch enthüllte.

Kimber wurde mulmig zumute. Schöner Mist. Die beiden wollten sie wie halb verhungerte Wölfe vernaschen, das zerrte gnadenlos an ihren Nerven. Erwartete er allen Ernstes, dass sie auf den Tisch hüpfte und sich ihnen wie ein leckeres Sahneschnittchen präsentierte? Er dachte wohl, sie würde einfach ihre Beine breitmachen, sich seinen Schwanz in den Mund schieben und … Nein.

Es hatte sie viel Überwindung gekostet herzukommen. Sie hatte gedacht, er würde ihr erklären, wie diese Art von Sex funktionierte. Logo, dass das nicht ohne praktische Übungen abging, aber langsam und sensibel und so, dass sie sich dabei wohl fühlte. Dieses Vergnügen war ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Nicht brutal, rücksichtslos und abschreckend.

Kimber konnte Dekes blöde Argumentation nicht wirklich nachvollziehen. Aber nachdem sie wieder einen halbwegs kühlen Kopf hatte – Dekes Worte waren wie eine eiskalte Dusche gewesen –, setzte ihr Verstand allmählich ein.

»Zweitens«, schob sie nach, »finde ich dein Verhalten unmöglich. Du tust so, als wäre ich irgendeine bescheuerte Tussi. Irgendein nasses Loch, wo du reinkannst, und dann bist du zufrieden.«

Deke schwieg und überlegte. »Stimmt exakt. Du lernst schnell. Wir wollen schließlich alle kommen. Es ist eine Win-Win-Situation. Schwing dich auf den Tisch.«

Glaubte er etwa, er könnte sie herumkommandieren?

Kimber beobachtete, dass Deke an seinem Reißverschluss herumfingerte. Luc streifte sich das Hemd über den Kopf und warf es auf den Boden, dabei enthüllte er weiches dunkles Brusthaar und trainierte Muskeln unter olivfarbener Haut.

Ihr wildes Herzrasen und ihr aufgewühlter Atem signalisierten – Angst. O ja, sie hatte mit einem Mal Angst. Nackte, unverstellte Angst. Einerlei, was ihr Vater ihr beigebracht hatte, das Gefühl ließ sich nicht einfach ausblenden. Sie konnte der Gefahr doch nicht blind in die Arme laufen, oder? Wenn sie sich darauf einließe, würden die beiden sie bis fast zur Besinnungslosigkeit benutzen und dann ohne ein Wimpernzucken wieder wegschicken. Sie würden Kimber überwältigen und erwarten, dass sie mitmachte. Sie wären schnell und brutal. Ein schneller, geiler Fick. Luc würde vielleicht Rücksicht nehmen, weil sie noch unerfahren war; sie kannte ihn nicht gut genug, um sich darauf verlassen zu können. Deke hatte klipp und klar gesagt, dass er auf ihre Muschi verzichten und ihr anderes Loch nehmen würde.

Bastard!

Sie schnappte sich ihre Sachen von der Küchentheke, sprang in ihre Hose, zerrte sich das Hemd über die Brüste. Sie umklammerte ihre Unterwäsche wie eine Rettungsleine. »Ich bin hergekommen, weil ich dich um einen Gefallen bitten wollte.«

Verdammt, wie sie dieses Zittern in ihrer Stimme hasste.

»Und wir haben zwei harte Schwänze, die bereit sind, dir jeden Gefallen zu tun«, versicherte Deke. »Eine Hand wäscht die andere. Los, schwing dich auf den Tisch.«

»Nein, ich bin hergekommen, weil ich dachte …«, sie schüttelte den Kopf. »Du warst schon früher ein Widerling, als du für meinen Dad gearbeitet hast, ein richtiger Blödmann. Aber du schienst mir nie roh und brutal. Da hab ich mich wohl getäuscht.«

Luc machte einen Schritt vor. »Kimber …«

»Bleib, wo du bist!«, fauchte sie und wich zurück. »Er behandelt mich wie ein billiges Flittchen, und du lässt ihn gewähren.«

»Ich …«

»Du hast dich wie ein Flittchen angeboten«, unterbrach Deke. »Was hast du erwartet?«

»Verdammt, schert euch zur Hölle!« Sie kehrte ihnen den Rücken und stopfte BH und Höschen in ihre Tasche.

»Ich bin hier, Süße. Ich bin so hart und geil. Du willst doch bestimmt noch ein bisschen bleiben und mir da aushelfen, oder?«

Dieses unbeschreibliche Arschloch hatte vielleicht Nerven! »Du hast zwei gesunde Hände. Überleg dir selbst was.«

Sie marschierte zur Haustür. Das laute Zuschlagen der Tür zerriss die Stille eines friedlichen osttexanischen Nachmittags. Dann gab sie Gummi und brauste davon.

»Hast du sie entdeckt?«, fragte Luc, seine Stimme erkennbar ärgerlich. Verdammte Digitaltechnik, verdammte Handys. Bei einem guten alten Analogtelefon hätte er wenigstens so tun können, als hätte er nichts gehört.

»Ja.«

Deke hatte Kimber irgendwo an der Bar entdeckt. Und genau wie damals mit siebzehn verknotete sie ihm nun wieder den Magen, dass nicht mal ein Zauberkünstler wie Houdini ihn wieder aufbekommen hätte.

»Du entschuldigst dich bei ihr, ist das klar?«, redete Luc ihm ins Gewissen.

Dazu hatte Deke natürlich überhaupt keine Lust. Außerdem war das Problem damit längst nicht aus der Welt. Er kannte Kimber gut genug, um zu wissen, dass sie nicht einfach aufgeben würde. Sie würde jemand anderen finden, der ihr bei Jesse McCall auf die Sprünge half – jemand, der ihr bestimmt wehtun würde, weil er nicht wirklich wusste, was überhaupt Sache war. Schlimmstenfalls käme sie an zwei Typen, die sie ausnutzen und demütigen würden.

Der Colonel würde ihn eiskalt umbringen, wenn er wüsste, wo Deke seinen Schwanz hingesteckt hatte. Ihr alter Herr war da knallhart. Wenn er wüsste, dass Deke und Luc sein Baby in die Freuden des Analsex einführen wollten … Na, besser er und sein Cousin als zwei wildfremde Typen, die Kimber an der Bar aufriss. Er umklammerte die dünne Tischplatte, bis das Holz leise knackte.

Dabei ging es ihm gar nicht um ihren alten Herrn. Ihm ging es um Kimber. Seit dem betreffenden Nachmittag geisterten ihm dauernd erotische Fantasien durch den Kopf. Und die Realität war weitaus stärker, tobte wie ein Hurrikan durch seine Gehirnwindungen. Sie hatte wie süße Unschuld geschmeckt. Süß in seinem Mund. Verdammt perfekt. Strahlend in seinen Armen gelegen, wie ein Sommertag. Sie war sündige Glut und weiche Haut und …

O Gott. Er wurde verdammt pathetisch bei der Kleinen, wie ein verkrachter Poet. Verdammt.

Eines war klar: Kimber war die einzige Versuchung, die stärker war als seine Selbstkontrolle. Besser, er schlug sich die Kleine aus dem Kopf, bevor er ihr mit Haut und Haaren verfiel. Und sie verschlang, wie eine Schlange ihre Beute. Bevor er sie zerstörte. Trotzdem würde er sie nicht aufgeben und nicht zulassen, dass sie sich einen anderen Lehrer nahm.

Deke stieß einen kurzen, hässlichen Fluch aus und reckte den Kopf. Er schluckte schwer.

Kimber war auf der Tanzfläche in Adam Catrells Bar, The Hang Out, und schwang ihre süßen Hüften zu dem Shakira-Song »Hips don’t lie«. In einem schamlos kurzen Rock, bauchfrei, tanzte sie – ein Sandwich zwischen Adam und dessen Bruder Burke. Der Club war rauchig und voll, und es war laut. Trotz allem entdeckte Deke unverstellte Lust in den Mienen der beiden Brüder.

»Hörst du mir überhaupt zu?«, knirschte Luc in sein Handy.

»Du hast dich gestern Abend klar ausgedrückt, Cousin. Ich soll Sir Galahad spielen und uns den Tag retten.«

»Denk dran, dass du dich lang und breit entschuldigst.«

»Okay, mach ich.«

Luc seufzte. »Sag ihr, dass wir ihr bei ihrem Problem helfen werden. Sei nett zu ihr. Erwähn bloß nicht noch mal, dass du sie so hart rannehmen willst, dass sie eine Woche nicht mehr sitzen kann.«

Deke stöhnte. Er hatte sie mies behandelt, weil er sie von ihrer bescheuerten Idee abbringen wollte. Luc wusste das, hätte das aber nie eingeräumt. Sein Cousin tat so, als wäre er einer von den Guten, hahaha …

»Du übertreibst mal wieder schamlos.«

»Du hast es übertrieben. Du vergraulst Kimber, dabei hat sie uns bloß um einen kleinen Gefallen gebeten. Zudem sind wir beide absolut scharf darauf, ihr den kleinen Gefallen zu tun.«

»Verdammt, ja. Ich hab sie vergrault. Immerhin ist sie noch Jungfrau.«

»Sie ist aber nicht wie Heather.«

Damit hatte er einen wunden Punkt getroffen. »Das hat damit nichts zu tun. Kimber ist eben nicht mein Typ.«

Luc lachte ihm ins Ohr. »Ach ne? Wer ist denn dein Typ?«

Eine Pause entstand. Deke überlegte, seine Gedanken kreisten jedoch weiter um Kimber. »Alyssa Devereaux.«

»Die blonde Stripbar-Besitzerin mit den Tupperware-Brüsten?«

»Sie ist keine Nutte«, protestierte Deke, weil Luc exakt das dachte.

»Mag sein, trotzdem bist du nicht wirklich scharf auf Alyssa. Außerdem will sie dich nicht.«

»Stimmt, sie will dich.« Diese Tatsache hatte Deke mächtig verstimmt, als er Alyssa vor ein paar Monaten zuletzt gesehen hatte.

»Und ich bin nicht interessiert. Du willst sie doch bloß, weil du denkst, sie ist reif und erfahren.«

»Ich bin scharf auf sie, weil sie heiß ist und weil ich vom Hörensagen weiß, dass sie einen mörderischen Blowjob macht.«

Luc schnaubte in sein Handy. »Du bist sooo scharf auf Alyssa, dass du heute Nacht Kimbers Namen gestöhnt hast. Ich hab dich durch die Wand gehört.«

Deke fühlte, wie er rot wurde. »Nimm endlich Ohropax. Okay, Kimber hat mich heiß gemacht. Na und? Sie ist noch Jungfrau. Mann, ich sag dir was, das ist Scheiße.«

»Ich hatte schon mal eine Jungfrau. Es war eine schöne Erfahrung. Sie muss nicht immer schlecht sein, so wie mit Heather.«

»Lass Heather aus dem Spiel.«

»Nein! Du hast Kimber gestern mit deinem bescheuerten Blödsinn vergrault, wegen Heather. Deke, du warst damals nicht verantwortlich …«

»Doch. Verdammt, mit dieser Tatsache muss ich leben. Vergiss es«, knurrte er. »Auf der Stelle.«

»Du irrst dich, ganz bestimmt.« Luc seufzte. »Okay, geh zu Kimber. Entschuldige dich. Sag ihr, dass wir ihr helfen werden.«

Er nahm einen langen Schluck Bier und beobachtete dabei, wie Burke Catrell Kimber von hinten an den Hüften fasste und seinen Schwanz an ihrem knackigen Hintern rieb. Der Bastard war vermutlich ganz heiß auf eine blutige Nase. Wenn er seine Pfoten nicht bald von Kimber nimmt, grummelte Deke im Stillen, dann werde ich ihm eine verpassen. Sein Blut kochte, hinter seinen Augäpfeln zuckten zornesweiße Blitze, und er ballte die Fäuste.

»Sie ist anderweitig beschäftigt«, schnaubte Deke in den Hörer.

»Immerhin ist sie zuerst zu dir gekommen.«