Killer Girl - Martin Barkawitz - E-Book

Killer Girl E-Book

Martin Barkawitz

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  • Herausgeber: BookRix
  • Kategorie: Krimi
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2020
Beschreibung

Zwei Frauen, ein Kind - und eine Welt voller Feinde! Die deutsche Auswanderin Kea Kühn und die US-Killerin Lucia Lezzi werden durch ein erbarmungsloses Schicksal zusammengeführt. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen die brutale Kinderhändler-Mafia auf. Im Kampf gegen das unaussprechlich Böse zählen keine Gesetze mehr. Werden sie es schaffen, das Baby rechtzeitig zu retten? Killer Girl ist eine atemlose Story mit viel Blei  und noch mehr Herz! Der Autor Martin Barkawitz schreibt seit 1997 unter verschiedenen Pseudonymen überwiegend in den Genres Krimi, Thriller, Romantik, Horror, Western und Steam Punk. Er gehört u.a. zum Jerry Cotton Team. Von ihm sind über dreihundert Heftromane, Taschenbücher und E-Books erschienen.   Aktuelle Informationen, ein Gratis-E-Book und einen Newsletter gibt es auf der Homepage: Autor-Martin-Barkawitz.de     SoKo Hamburg - Ein Fall für Heike Stein:   - Tote Unschuld - Musical Mord - Fleetenfahrt ins Jenseits - Reeperbahn Blues - Frauenmord im Freihafen - Blankeneser Mordkomplott - Hotel Oceana, Mord inklusive - Mord maritim - Das Geheimnis des Professors - Hamburger Rache - Eppendorf Mord - Satansmaske - Fleetenkiller - Sperrbezirk - Pik As Mord - Leichenkoje - Brechmann - Hafengesindel - Frauentöter - Killer Hotel - Alster Clown - Inkasso Geier - Mörder Mama - Hafensklavin - Teufelsbrück Tod  Ein Fall für Jack Reilly   - Das Tangoluder - Der gekreuzigte Russe - Der Hindenburg Passagier - Die Brooklyn Bleinacht - Die Blutstraße - Der Strumpfmörder - Die Blutmoneten

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Seitenzahl: 227

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Martin Barkawitz

Killer Girl

Krimi

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

1

 

Kea Kühn lächelte die Furcht weg, als der Jet mit dem Landeanflug auf den JFK Airport von New York City begann. Gleich würde sie zum ersten Mal in ihrem Leben amerikanischen Boden betreten.

Sie gab ihr ganzes bisheriges Leben auf, ihre Familie und ihre Freunde. Ein völliger Umschwung innerhalb von vierzehn Tagen. Und das alles nur wegen ...

Tom nahm ihre Hand.

„Geht es dir gut, Schatz? Die Flugangst wird dich doch nicht noch kurz vor dem Ziel erwischt haben, oder?“

Kea schüttelte den Kopf.

„Nein, ich fühle mich wohl.“

Das war nur teilweise geschwindelt, denn sie wurde nicht von einer irrationalen Panik vor einem Absturz gebeutelt. Vielmehr begriff Kea erst in diesem Moment so richtig, dass sie schon bald ein komplett neues Leben beginnen würde. Es gab nur einen Menschen, auf den sie sich noch verlassen konnte.

Und der saß jetzt neben ihr und hielt ihre Hand, als wenn es das Selbstverständlichste auf der Welt wäre.

Nie hätte sie es für möglich gehalten, dass Tom sich in sie verlieben könnte.

„Nie wieder Kerle!“

Das hatten Kea und ihre beste Freundin Ines sich am letzten Silvesterabend geschworen, als Kea sich wegen Frank die Augen ausgeheult hatte. Und jetzt, ein halbes Jahr später, wanderte sie mit Tom nach Amerika aus.

Als sie die Linienmaschine verlassen hatten und sich auf die Einreisekontrolle zu bewegten, straffte Kea sich. Sie hatte die schlimmsten Geschichten über die USImmigration Officers gehört. Nur langsam bewegte sich die Menschenschlange auf die Abfertigungsschalter zu. Kea hatte also mehr als genug Zeit, um sich selbst innerlich verrückt zu machen.

Ob sie verdächtig wirkte? Nein, das hielt sie für unwahrscheinlich. Kea trug einen beigen Hosenanzug, in dem sie ziemlich bieder wirkte. Ihr brünettes Haar reichte ihr bis zu den Schultern, sie kam sich ordentlich und vielleicht sogar ein bisschen langweilig vor.

„Könntest du das in dein Handgepäck tun?“

Mit diesen Worten drückte Tom ihr eine kleine Ledermappe in die Hand. Sie sah aus wie ein etwas überdimensioniertes Kosmetiktäschchen.

„Warum willst du nicht selbst damit durch die Kontrolle gehen?“, fragte sie schüchtern zurück.

Tom schenkte ihr ein strahlendes Lächeln.

„Du und ich, wir sind doch jetzt ein Team. Also tu mir bitte einfach den Gefallen.“

Kea wollte nicht zickig sein. Außerdem würde ein Streit womöglich die Aufmerksamkeit der Uniformierten erregen. Also schob Kea schnell die Mappe in ihre große Umhängetasche, obwohl sich das mulmige Gefühl in ihrem Inneren dadurch nur noch verstärkte.

Warum tat Tom das?

War es eine Art Test, um ihr Vertrauen zu prüfen?

Was befand sich in der Ledermappe?

Kea zwang sich dazu, tief durchzuatmen. Tom stand direkt hinter ihr, sie würde sich also zuerst den Einreiseformalitäten unterziehen müssen. Kea besaß nur ein Touristenvisum, während Tom ein Investorenvisum vorweisen konnte. Immerhin wollte er in den Staaten ein Unternehmen gründen.

Wenn nun etwas Illegales in der Mappe war?

Dann konnte er seine Hände in Unschuld waschen, denn auf dem Papier gab es keine Verbindung zwischen Kea und Tom. Der Plan war, dass sie in Las Vegas heiraten würden. Dann war es auch für sie kein Problem mehr, längerfristig in Amerika zu bleiben.

Das ältere japanische Ehepaar hatte nun die Kontrolle erfolgreich hinter sich gebracht. Kea war an der Reihe. Sie überreichte der jungen schwarzen Uniformierten ihren Reisepass mitsamt Visum. Keas Kiefermuskeln schmerzten schon, weil sie so verkrampft lächelte.

Es roch nach Desinfektionsmittel und Schweiß.

Angstschweiß?

„Der Zweck Ihres Aufenthalts in den Vereinigten Staaten?“, fragte der weibliche Immigration Officer. Kea fragte sich, wie oft sie diesen Satz Tag für Tag herunterbeten musste. War es angesichts dieser Routine überhaupt möglich, Gefährder aus der Menge an Passagieren herauszufiltern?

„Äh, touristisch. Also ein touristischer Aufenthalt“, stammelte Kea. „Ich möchte mir Ihre großartige Stadt anschauen, den Broadway, den Central Park, die China Town, und ...“

„Willkommen in den Vereinigten Staaten.“

Mit diesen Worten stempelte die Uniformierte Keas Pass. Ihr fiel ein Stein vom Herzen. Allerdings hatte sie nicht bedacht, dass sie auch noch die Zollkontrolle hinter sich bringen musste.

Der dortige Beamter war in den Fünfzigern, hatte einen stechenden Blick und schien Freude an der Schikane zu haben. Ein scharfer Hund, wie Keas Vater gesagt hätte. Der US Customs Officer winkte Kea gleich heraus. Sie vermied es im letzten Moment, einen verzweifelten Blick in Toms Richtung zu werfen. Kea war schließlich eine erwachsene Frau. Sie musste mit ihren Problemen allein fertigwerden.

Am meisten ärgerte sie sich über sich selbst. Kea hätte wetten können, dass der Zollheini sie sich nur vorknöpfen wollte, weil sie so unsicher wirkte. Warum konnte Kea nicht so cool und souverän wie andere Frauen sein? Vielleicht würde sie das in den Staaten endlich lernen, sozusagen als erwünschten Nebeneffekt ihres Neuanfangs an Toms Seite.

Der Uniformierte hieß laut seinem Namensschild Bradley. Und Bradley hielt sich gar nicht erst mit der Frage auf, ob er Keas Handgepäck kontrollieren durfte. Er forderte sie dazu auf, es ihm zu überreichen.

Routiniert durchforstete Bradley mit seinen behandschuhten Fingern die Umhängetasche. Und natürlich stieß er sofort auf die verflixte Mappe. Misstrauisch kniff er seine kleinen bösen Augen zusammen.

„Was ist hier drin, Miss?“

„Ich, äh ...“

Keas Atem stockte, ihr Kreislauf spielte verrückt. Woher sollte sie das wissen? Einen Moment lang wurde sie sauer auf Tom, weil er sie in diese Situation gebracht hatte. Kea sah sich schon in einem amerikanischen Gefängnis. Und sie glaubte nicht, dass es dort so unterhaltsam zugehen würde wie in der Serie Orange is the new Black.

Geduld schien nicht zu Bradleys stärksten Charaktereigenschaften zu gehören. Jedenfalls wartete er die Antwort auf seine Frage nicht ab, sondern zog den Reißverschluss auf. Tastete vorsichtig ins Innere der Ledermappe hinein. Bradley zog einen Gegenstand hervor.

Es war ein Schnuller für Babys.

Das wäre an sich nichts Ungewöhnliches gewesen, wenn Kea ein Kind bei sich gehabt hätte. In ihrer Umhängetasche fehlten auch Windeln, Feuchttücher, Puder und andere Baby-Utensilien. Das musste Bradley natürlich auch erkannt haben. Kea bemerkte an seiner Hand einen Ehering. Er war gewiss Vater vielleicht sogar inzwischen Opa.

Auf jeden Fall war sein Misstrauen jetzt erst richtig geweckt. Das konnte Kea deutlich spüren. Anklagend hielt er ihr den Schnuller unter die Nase.

„Was soll das, Miss? Wollen Sie mich auf den Arm nehmen?“

Jetzt musste Kea sich eine überzeugende Ausrede einfallen lassen. Sie hatte kein Kind, war auch noch niemals schwanger gewesen. Ihre bisherigen Beziehungen waren nie bis ins Stadium der Familienplanung gereift. Mit Tom war das anders. Kea wollte gern von ihm schwanger werden. Doch damit das geschehen konnte, musste sie zunächst diese Situation bewältigen.

„Das ist ... ein Erinnerungsstück, verstehen Sie? Ich hatte eine Fehlgeburt.“

Sie stieß diese Sätze hervor und begann zu weinen. Kea gehörte nicht zu den Frauen, die auf Kommando Krokodilstränen hervorbringen können. Sie heulte jetzt vor Angst und nicht aus Trauer, denn in Wirklichkeit was das niemals geschehen. Die Lüge schien ihr immerhin glatt über die Lippen gegangen zu sein.

Jedenfalls glaubte sie durch den Tränenschleier zu erkennen, dass Bradleys harte Gesichtszüge weicher wurden.

Er schob den Schnuller in die Ledermappe zurück, zog den Reißverschluss zu und gab Kea ihre Tasche.

„Entschuldigen Sie meine Frage, Miss. Ich mache hier nur meinen Job, okay? Ich wünsche Ihnen einen guten Aufenthalt in unserem Land.“

Kea nickte und trocknete ihre Tränen, während sie mit der anderen Hand ihre Umhängetasche an sich presste.

Tom wartete jenseits der Sperre auf sie.

Kea lag die Frage auf der Zunge, was er sich dabei gedacht hatte. Weshalb musste sie mit dem Schnuller durch die Kontrollen gehen? War das eine Art Test? Wollte er überprüfen, ob sie würdig war, von ihm vor den Traualtar geführt zu werden?

Nein.

Wahrscheinlich machte sie nur aus einer Mücke einen Elefanten.

Tom hatte einen seltsamen Sinn für Humor. Wenn sie ihn darauf ansprach, würde er gewiss einfach nur lachen und an ihrem Ohrläppchen ziehen, wie sie das so gern hatte.

In diesem Moment sah er besorgt aus.

„Du hast geweint“, stellte er fest.

Kea winkte ab.

„Das war halb so wild, der Zollonkel ist mir zu sehr auf den Wecker gegangen. Willst du deine Mappe gleich wiederhaben?“

„Nein, das kann warten. Ich zeige dir jetzt erst mal das Apartment. Unser neues Zuhause, Kea.“

Den letzten Satz sprach er mit einem so warmen Unterton aus, dass sie die unangenehme Episode sofort vergaß.

Tom nahm ihre Hand, und wieder einmal genoss Kea das Gefühl, an seiner Seite sein zu dürfen. Er überragte sie um einen Kopf, doch nicht nur seine Größe und sein selbstsicheres Auftreten hatten Kea vom ersten Augenblick an beeindruckt. Sie hatte sich seit der Pubertät immer einen Freund gewünscht, der ihr keine Schwierigkeiten machte.

Stattdessen war sie immer nur an Problemfälle geraten.

Matthias, das Muttersöhnchen, Ralf, der Säufer, Bernd, der Psychopath ...

Ha! Kein Ex von mir hätte den Mumm für eine Auswanderung in die Staaten gehabt. Die haben es ja noch nicht einmal hingekriegt, mit mir im Sommer nach Spanien zu fliegen.

Kea verdrängte den Gedanken an die Vergangenheit, konzentrierte sich lieber ganz auf die Gegenwart.

Tom lotste sie durch die Abflughalle, die von Reisenden aus allen Teilen der Welt bevölkert wurde. Blau uniformierte Cops ließen ihre misstrauischen Blicke über die Menschenmenge schweifen. Kea führte sich vor Augen, dass diese Stadt mehrere furchtbare Terroranschläge überstanden hatte.

Tom strebte auf die Schlange von wartenden Taxis zu, hielt für Kea die hintere Tür auf und ließ sich neben ihr auf das Sitzpolster fallen. Er nannte dem indischen Fahrer eine Adresse, und der Taxler setzte das gelbe Checkers-Cab in Gang.

Kea lehnte sich an Toms Schulter und genoss den Ausblick. Sie war noch niemals zuvor in New York City gewesen.

Plötzlich klingelte Toms Handy.

Er warf ihr einen entschuldigenden Blick zu und rückte etwas von ihr ab.

„Da muss ich rangehen, Schatz. - Yeah, what‘s the matter?“

Tom benutzte nun die englische Sprache, und er wurde schlagartig aggressiv.

Diese Seite an ihm kannte sie noch gar nicht. Ihr Freund wirkte sonst stets ausgeglichen. Allerdings hatte Kea Tom bisher immer nur in seiner Freizeit erlebt. Sie wusste, dass er ein Software-Start-up gründen wollte.

Und dass in der amerikanischen Geschäftswelt mit harten Bandagen gekämpft wurde, hatte sie schon oft genug gehört oder gelesen.

Kea bekam von dem Gespräch nicht viel mit, da ihr Schulenglisch eher dürftig war.

Doch sie konnte den Hass ihres Freundes beinahe körperlich spüren.

So hatte sie Tom noch niemals erlebt.

Wer ging ihm so dermaßen auf den Wecker, dass sich sein männlich-markantes Gesicht in eine Fratze des Widerwillens und Abscheus verwandelte? Mit was für Menschen musste Tom sich in seinem Job abgeben?

In Kea regten sich leise Zweifel, während das Yellow Cab langsam auf dem vielspurigen Expressway Richtung Manhattan glitt. Und sie fragte sich, wie ihre eigene berufliche Zukunft aussehen würde. Als Grafik-Designerin hatte sie den Vorteil, überall auf der Welt Kunden gewinnen zu können. Falls sie also mit der Mentalität hiesiger Auftraggeber nicht zurechtkam, konnte sie immer noch auf ihre alten Kontakte in Deutschland und Österreich zurückgreifen. Das war ein sehr beruhigendes Gefühl.

Kea zwang sich zu ruhigem Atmen und dazu, nicht in Toms Richtung zu sehen. Allmählich ließ das unangenehme Gefühl in ihrer Magengegend nach. Plötzlich war das Telefonat vorbei. Im nächsten Moment nahm Tom ihre Hand. Sie fühlte sich warm und sanft an. So, wie sie es gewohnt war.

Er warf ihr einen Seitenblick zu, wobei er ein entschuldigendes Lächeln aufsetzte.

„Verzeih mir, Schatz. Es ist unhöflich, in deiner Gegenwart Jobgespräche zu führen. Aber manche Dinge gestatten einfach keinen Aufschub.“

„Kein Problem“, schwindelte Kea. „Ich hoffe, du hattest Erfolg.“

„Erfolg? Ja, sicher. Ich lasse mir die Butter nicht vom Brot nehmen“, murmelte Tom. Er wirkte nun geistesabwesend. Wahrscheinlich war er innerlich immer noch mit dem Gespräch beschäftigt. Kea wollte nicht nachhaken, obwohl sie sehr neugierig war.

Doch wollte sie die Wahrheit wirklich wissen?

Tom ist zu schön, um wahr zu sein.

Dieser Satz ihrer besten Freundin ging ihr nun wieder durch den Kopf. Kea presste die Lippen aufeinander. Unsinn! Nina war bloß neidisch, weil Tom nicht nur viel besser aussah als ihr Kevin, sondern auch noch im Berufsleben ein echter Siegertyp war. Während Ninas Herzblatt bei einer Krankenversicherung arbeitete und das wohl auch bis zur Rente tun würde, machte Tom sich gerade mit einem brandheißen Software-Startup in New York City selbständig.

Welche Karriere hatte wohl mehr Glamour?

Kea schob ihre Beklemmungen zurück und bestaunte die breiten Boulevards mit den typischen Hydranten, die Leuchtbänder am Times Square und die zahlreichen Wolkenkratzer von Midtown. Es war ein himmelweiter Unterschied, diese Stadt im Fernsehen oder in der Wirklichkeit zu erleben. Kea wurde umfangen von den Geräuschen und Gerüchen, diesem völlig fremden und doch so anziehenden New-York-Flair.

Das Taxi hielt an einer Adresse in der Upper West Side.

Tom bezahlte den Fahrer und nahm das Gepäck. Die Tür wurde ihnen von einem Doorman geöffnet, dessen Uniform Kea an die eines Operettenadmirals erinnerte.

Sie fuhren mit dem Lift in das elfte Stockwerk hinauf.

„Hier haben wir unsere Ruhe“, meinte Tom lässig, als er die Tür aufschloss. „Diese Etage gehört uns ganz allein, Schatz.“

Keas Atem stockte.

Sie schritt über den weichen Velours-Teppichboden, direkt auf die bodentiefen Panorama-Fensterscheiben zu.

New York lag ihr nun zu Füßen.

Natürlich war die elfte Etage für die hiesigen Verhältnisse nicht wirklich hoch, doch Kea hatte noch nie zuvor eine solche Wohnung gehabt. Sie war in einem Einfamilienhaus aufgewachsen und hatte in Deutschland zuletzt in einer Zwei-Zimmer-Wohnung am Stadtrand gelebt, bevor sie an Toms Seite in die Staaten geflogen war.

Er trat hinter sie und berührte sanft ihre Schultern.

„Da hinten ist der East River. Den kannst du jetzt nicht sehen, weil er durch die Häuser verdeckt wird. Und da drüben beginnt Brooklyn. Bei Nacht haben wir ein Lichtermeer vor der Nase.“

„Es ist wunderschön.“

„Du bist wunderschön“, raunte Tom und küsste sie auf den Nacken.

Kea schloss die Augen. Ihr Herz klopfte lauter. Sie gab sich ganz den Gefühlen hin, die durch Toms Berührungen erzeugt wurden.

Das leise metallische Geräusch empfand sie als lästig. Tom schien es genauso zu gehen.

„Verflucht, was sind das für Töne? - Hey!“

Das letzte Wort schrie Keas Freund. Sie erschrak, schlug die Lider auf und wirbelte herum.

Zwei bewaffnete Männer waren in die Wohnung eingedrungen. Sie trugen Sturmhauben über ihren Köpfen.

 

 

 

2

Special Agent Lenita Borges saugte am Strohhalm. Doch der Rest ihres Seven Up war bereits warm. Sie stellten den Plastikbecher auf die Bodenmatte des Ford Crown Victoria und streckte ihre langen Beine aus.

Ihr Dienstpartner Chuck Jablonski hockte auf dem Fahrersitz. Er warf ihr grinsend einen Seitenblick zu.

„Sind deine Gesäßmuskeln eingeschlafen, Bellissima? Wir parken noch keine fünf Minuten hier.“

Borges schnaubte verächtlich.

„Bellissima ist ein italienisches Wort, du Trottel. Meine Großeltern sind aus Portugal hierher eingewandert, kapiert? Und ich bin wirklich immer wieder innerlich bewegt, wie viele Gedanken du dir über meinen Hintern machst. Wahrscheinlich träumst du auch nachts von meiner Kehrseite.“

„Das willst du nicht wissen. Ich stelle nur fest, dass du eine miserable Laune hast. Die musst du aber nicht an mir auslassen. Mir sind Observierungen auch ein Graus, da geht es mir nicht anders als dir. Aber wir können uns beim FBI nicht nur die Rosinen herauspicken. Der Alte wird sich schon etwas dabei gedacht haben, dass er uns auf diesen Berger angesetzt hat. Immerhin konnten wir dem sauberen Pärchen bisher unbemerkt vom JFK hierher folgen.“

Borges zuckte mit den Schultern.

„Wollen wir es hoffen. Hoffentlich funktioniert die Überwachung der Telekommunikation.“

Jablonski nickte.

„Das klappt, zumindest bei Bergers Smartphone. Jim hat mir gerade eine Textnachricht geschrieben. Berger wurde von Rossini angerufen, als er gerade im Taxi saß. Angeblich ist Berger fuchsteufelswild geworden.“

„Weswegen?“

„Keine Ahnung. Das werden wir gewiss bei der Einsatz-Nachbesprechung heute Abend gründlich durchkauen.“

„Wenn wir bis dahin nicht vor lauter Langeweile eingegangen sind wie die Primeln“, seufzte Borges. „Was ist eigentlich mit dieser blonden Schnalle? Ist sie eine Komplizin oder nur Bergers Betthäschen?“

„Laut den Kollegen vom deutschen Bundeskriminalamt hat Kea Kühn eine weiße Weste. Keine Vorstrafen, keine Verbindung zu kriminellen Kreisen.“

„Wenn man von ihrem Kontakt zu Berger absieht“, schränkte Jablonski ein.

„Also weiß sie gar nicht, was für ein hundsgemeiner Dreckskerl ihr Romeo ist? Das kann ich mir nicht vorstellen. Es sei denn, sie ist wirklich dämlich. Naja, bei der Haarfarbe ...“

Jablonski hob die Augenbrauen.

„Also wirst du dir dein Haar nicht platinblond färben? Ich hatte gehofft, dass du mich an meinem Geburtstag damit überraschen würdest.“

„Träum weiter“, gab Borges trocken zurück. „Ob ich mir wohl mal eben die Nase pudern gehen kann? Mir platzt gleich die Blase.“

„Nach nur einem Seven Up? Da merkt man, dass du lange Undercover warst und kaum Erfahrung mit Observierungen hast. Blasentraining gehört zu den wichtigsten Disziplinen, wenn es um Beobachtung von Verdächtigen geht.“

Borges öffnete die Beifahrertür.

„Du bist nicht witzig, Chuck. Tut mir leid, dir diese schockierende Neuigkeit unter die Nase reiben zu müssen. - Ich melde mich für drei Minuten ab. Wenn jemand nach mir fragt, ich bin im Ladies Restroom von dem Diner da vorn.“

Jablonski hob grüßend die Hand und schloss die Tür des Dienstwagens wieder. Borges strich die Jacke ihres taubengrauen Hosenanzugs glatt und eilte auf die Coffeebar zu.

Eigentlich war Jablonski schwer in Ordnung. Es gab beim FBI weit unangenehmere Zeitgenossen als ihn. Trotz seiner bulligen Gestalt hielt er sich mit Macho-Sprüchen auffallend zurück, und im Einsatz konnte sie sich keine bessere Rückendeckung vorstellen als ihren Dienstpartner.

Borges hoffte nur, dass bei diesem spektakulären Kidnapping-Fall für sie mehr herausspringen würde als endlose Stunden auf dem Beifahrersitz eines geparkten Crown Vic.

Borges steuerte weiterhin auf das Diner zu, als plötzlich die Tür des Apartementhauses aufgestoßen wurde. Die FBI-Agentin hielt inne. Wollten Berger und seine Gespielin sich etwa schon wieder verdrücken?

Nein, sie waren es nicht, die das Gebäudes verließen.

Der Doorman kam nach draußen getorkelt. Man hätte ihn für sturzbetrunken halten können. Doch da war die heftig blutende Wunde an seiner Schläfe. Er hatte ein Taschentuch gegen seinen Kopf gepresst, doch es war ebenfalls schon rot gefärbt. Das Blut lief an seinem bleichen Gesicht und an seinem Hals hinab.

„Hilfe!“, brachte er krächzend hervor.

Da hatte Borges bereits ihre Dienstwaffe gezogen und war auf ihn zu gerannt. Auch Jablonski war ausgestiegen und eilte dem Verletzten zu Hilfe.

Borges präsentierte ihren FBI-Ausweis.

„Wir sind Bundesagenten, Sir. Was ist geschehen?“

Der Doorman starrte die Agentin an, als ob er eine Außerirdische vor sich hätte. Er stand offensichtlich unter Schock. Doch dann beantwortete er stammelnd ihre Frage.

„Zwei Gentlemen kamen in die Eingangshalle. Noch bevor sie von der Überwachungskamera erfasst werden konnten, zogen sie sich Masken über. Ich wollte den Alarmknopf drücken. Bevor es mir gelangt, flankte einer von ihnen über meinen Tisch und schlug mich mit seiner Waffe nieder. Es ging so unglaublich schnell, ich ...“

„Wir brauchen dringend Verstärkung und eine Ambulanz“, murmelte Jablonski und griff zum Funkgerät.

Borges konzentrierte sich weiterhin auf den Verletzten.

„Hilfe für Sie ist im Anmarsch, Sir. Wie lange waren Sie bewusstlos?“

„Ich weiß nicht, vielleicht nur ein paar Minuten.“

Borges überlegte. Es gab für sie keinen Zweifel daran, dass die Maskenmänner Berger einen Spontanbesuch abstatten wollten. Sie hatte die beiden „Gentlemen“ natürlich auch gesehen, als sie das Gebäude betraten. Die Kerle waren in ihren dunklen Anzügen und mit ihren Aktenkoffern in diesem Teil Manhattans höchst unauffällig. Sie hatten als Banker oder Börsianer durchgehsen können. Wer ahnte schon, dass sich in den Köfferchen Masken und Waffen befanden?

Borges schaute auf die Uhr.

Es waren keine sechs Minuten vergangen, seit die Männer das Haus betreten hatten. Obwohl Borges noch nicht über viel FBI-Erfahrung verfügte, war ihr klar, dass während dieser kurzen Zeitspanne unendlich viel geschehen konnte.

Sie wandte sich an den Doorman.

„Mein Kollege hat eine Ambulanz verständigt, sie muss gleich hier sein. Setzen Sie sich auf den Boden, Sie sind hier draußen in Sicherheit.“

Das Opfer warf ihr einen zweifelnden Blick zu, folgte aber ansonsten der Anweisung.

Eine Gaffermenge fand sich im Handumdrehen zusammen. Die Leute hielten Abstand, filmten aber ungeniert mit ihren Smartphones. Borges hatte jetzt keine Zeit, sich darüber aufzuregen.

„Wir müssen diese Maskenmänner stoppen, bevor sie zu viel Unheil anrichten!

Berger hat das Apartment in der elften Etage gemietet, nicht wahr?“

„Ja, aber wir sollten besser auf Verstärkung warten.“

Borges schaltete ihre Ohren auf Durchzug, ging in die Empfangshalle und drückte den Liftknopf. Es gab zwei Aufzüge, von denen der eine im fünfzehnten Stockwerk verharrte. Die Digitalanzeige des zweiten Lifts zeigte hingegen an, dass die Kabine sich schnell dem Erdgeschoss näherte.

„Du machst ja doch, was du willst“, murmelte Jablonski. Auch er hielt seine Pistole schussbereit in der Hand.

Borges zuckte mit den Schultern.

„Meinetwegen kannst du mich beim Alten anschwärzen.“

„Du weißt genau, dass ich das niemals tun würde.“

Sie klimperte mit den Wimpern.

„Mein Held in schimmernder Rüstung!“

„Und das, obwohl du noch nicht mal platinblond bist.“

Als sich die Liftkabine öffnete, waren die Agents auf alles vorbereitet. Doch sie war leer. Nur ein Hauch von teurem After Shave hing in der Luft.

Borges und Jablonski betraten schweigend die Kabine. Der bullige Agent drückte den Knopf mit der Aufschrift 11.

Borges‘ Herz pochte schnell, als sich der Aufzug nach oben bewegte. Sie trug ihre Schutzweste und wiederholte innerlich alles, was sie in der Ausbildung über Schusswaffeneinsatz gelernt hatte. Dies war vermutlich ihre Feuertaufe, denn bisher hatte sie im Dienstalltag noch nicht schießen müssen. Und sie fragte sich, ob das Warten auf Verstärkung nicht doch sinnvoller gewesen wäre.

Jetzt war es leider zu spät.

Ein leises Glockengeräusch ertönte, als die Stahltüren sich in der elften Etage öffneten.

Die Apartmenttür stand weit offen. Die Agents gingen langsam hinein, wobei sie sich gegenseitig Deckung gaben.

3

Wenige Minuten zuvor brach Keas Welt in Zeitlupe zusammen.

Es ploppte, als ob Sektflaschen entkorkt würden. In Wirklichkeit feuerten die Maskierten mit schallgedämpften Waffen auf Tom.

Und sie trafen ihn.

Der Entsetzensschrei blieb in Keas Kehle stecken, als die Kugeln in den Körper ihres Freundes schlugen. Der größere Attentäter schoss zweimal kurz hintereinander. Ein Geschoss jagte in Toms Brust, das andere in seinen Kopf. Das Blut spritzte Kea ins Gesicht. Sie stand wie zu einer Salzsäule erstarrt neben ihm. Sie hätte sich zu Boden werfen oder anderweitig Deckung suchen müssen, doch der Schock lähmte sie.

Kea war unfähig, auch nur den kleinen Finger zu rühren.

Ihr Herz raste, der Kreislauf spielte verrückt, ihr wurde schwindlig. Vielleicht wäre sie einfach umgefallen. Doch es war, als ob jemand ihre Füße mit großen Zimmermannsnägeln am Boden befestigt hätte.

Auch der zweite Maskierte traf sein Ziel. Er betätigte den Abzug nur einmal. Seine Kugel traf Tom seitlich an der Hüfte.

Keas Freund stürzte zu Boden. Er hatte Augen und Mund weit aufgerissen.

Doch sie begriff instinktiv, dass er niemals wieder atmen würde.

Es war vorbei.

Den Grund für diesen hinterhältigen Angriff verstand sie nicht. War das hier ein Raubüberfall? Doch warum hatten die Kerle ohne Vorwarnung geschossen?

Das Masken-Duo wandte sich nun Kea zu.

Aber bevor die Männer ihre Waffen auf sie richten konnten, wurde plötzlich das Gitter des Lüftungsschachts aus der Verankerung katapultiert.

Eine Frau sprang aus der Röhre. Sie war schlank, wirkte durchtrainiert und trug einen schlichten blauen Arbeits-Overall.

Doch es handelte sich wohl kaum um eine Reinigungskraft.

Das wurde Kea klar, als die Frau ein Wurfmesser hervorzog und es auf den größeren Attentäter schleuderte. Die Waffe durchtrennte seine Kehle beinahe vom einen zum anderen Ohr. Er ließ seine Pistole fallen, während er sich röchelnd und gurgelnd an den Hals griff. Das Blut spritzte im hohen Bogen aus der großen Wunde.

„Jimmy, zum Henker ...“, begann der zweite Pistolenmann. Auch für ihn hatte die Unbekannte ein Wurfmesser reserviert. Bevor er sie niederschießen konnte, erledigte sie ihn ebenfalls. Der Messergriff blieb zitternd in seiner Brust stecken, als er genau wie sein Kumpan zu Boden ging.

Die Maskierten hörten nicht auf zu bluten.

Die Overall-Frau stieg über ihre Körper hinweg, kniete sich neben Tom und tastete nach dessen Halsschlagader. Erst jetzt fiel Kea auf, dass sie dünne schwarze Lederhandschuhe trug.

Sie war dunkelhaarig und recht hübsch, obwohl sie Kea finster anstarrte. Die Frau roch nach Schmieröl, Schweiß und billigem Parfüm. Eine penetrante Mischung. Kea wunderte sich darüber, dass sie so viele Details wahrnahm. Vielleicht lag das daran, dass ihr Verstand die wichtigste neue Information noch nicht verarbeitet hatte.

Tom war tot.

Das wurde nun von der Fremden bestätigt.

„Mist, ich bin zu spät gekommen. Diese Trottel haben Tom abgeknipst. - Wo ist Adrian?“

Die Frage war an Kea gerichtet. Die Unbekannte sprach ein gut verständliches Englisch. Trotzdem konnte Kea nicht antworten. Sie hatte keine Ahnung, um was es ging.

Immerhin kamen ihr nun die Tränen. Die erste normale Reaktion, seit die Metzelei begonnen hatte.

Die Frau packte sie hart am Handgelenk.

„Hör mit der Heulerei auf! Wenn ich mit dir fertig bin, dann wirst du erst recht allen Grund zum Flennen haben. Komm mit, wir müssen fort. Ich wette, dass das FBI Tom schon im Visier hatte. Die Feds werden jeden Moment hier sein.“

Kea verstand immer noch nichts.

Doch sie fürchtete sich viel zu sehr, um Widerstand zu leisten.

Die Fremde zerrte Kea hinter sich her. Sie öffnete die Tür zum Not-Treppenhaus. Dort war die Luft abgestanden, und flackernde Neonröhren stellten die Lichtquelle dar.

Kea musste sich konzentrieren, um auf den steilen Stufen nicht zu stürzen. Einen vernünfitgen Gedanken konnte sie momentan sowieso nicht fassen.

Ihr Verstand wiederholte stets dasselbe Mantra:

Tom ist tot! Tom ist tot! Tom ist tot! Tom ist tot!

Und - diese messerschwingende Furie kannte seinen Namen. Das war schlimm genug.

Kea bekam Atembeklemmungen. Sie wusste, dass es am Stress lag. Doch diese Erkenntnis nutzte nichts. Ihr Körper war trotzdem der Meinung, ersticken zu müssen. Sie rang röchelnd nach Atem.

Die Fremde hielt inne, drehte sich zu ihr um.

„Ist das ein mieser Trick von dir?“

„N-nein, ich ...“

Kea riss ihre verweinten Augen auf, ihre Flanken bebten. Es wollte einfach keine Luft in ihren Lungen ankommen.

„Das haben wir gleich“, kündigte die Unbekannte an.

Sie boxte Kea in die Magengrube. Der plötzliche Schmerz zuckte wie ein Blitz durch ihren Körper. Aber die reale Pein überlagerte den eingebildeten Erstickungstod. Kea hustete, doch nun waren ihre Lungen wieder frei.

„Du kannst mir später danken“, sagte die Fremde und zwang Kea dazu, die letzten Stufen zu bewältigen.

Die Frau stieß eine Metalltür auf. Die Hinterfront des Wohngebäudes sah ziemlich bescheiden aus. Auf dem Hof roch es nach Müll und Rattenkot. Die Unbekannte öffnete den Kofferraum eines alten zerschrammten Chevrolets. Plötzlich hatte sie eine kleine Pistole in der Hand.

„Rein da!“

Keas Herz krampfte sich zusammen. Als Tom starb, hatte sie im ersten Moment ebenfalls nicht mehr leben zu wollen. Doch nun war Kea bereits wieder anderer Meinung.

Sie wollte nicht in einem dreckigen Hof enden, ohne Antworten auf ihre Fragen gefunden zu haben.

Also kletterte sie in den Kofferraum.

Die Fremde schlug den Deckel zu.

4

Borges und Jablonski benötigten keine drei Minuten, um das Apartment zu checken. Der bullige Agent deutete mit einer Kinnbewegung auf die angelehnte Tür zum Nottreppenhaus.

„Auf diesem Weg dürfte der Killer verschwunden sein. Glaubst du, dass Kea Kühn an diesem Massaker beteiligt war?“

Borges schüttelte den Kopf. Sie ging zwischen den Leichen der beiden Maskierten und dem toten Tom Berger hin und her, den Blick auf den Boden gesenkt.

„Wir haben ein Zeitfenster von nur wenigen Minuten, Chuck. Die Kollegen in der Zentrale sollen sämtliche Verkehrsüberwachungskameras im Umkreis von zwanzig Blocks checken. Noch wissen wir nicht, ob der Mörder mit einer Karre flieht. Davon gehe ich erst mal aus. Er wird nämlich Kea Kühn als Geisel genommen haben. Und die kann er sich ja nicht gut unter den Arm klemmen. Wenn es die Glücksgöttin gut mit uns meint, fällt der Verbrecher durch seinen Fahrstil auf.“

Jablonski nickte und griff zum Hand-Funkgerät. Er gab die Informationen durch. Wenig später kam die Bestätigung von der Federal Plaza.

„Die Kollegen tun, was sie können.“

„Dann wollen wir das auch mal versuchen“, murmelte Borges. „Ich glaube übrigens nicht, dass wir es mit einem männlichen Täter zu tun haben. Vermutlich wurden die beiden Maskierten von einer weiblichen Hand gekillt.“

Jablonski hob seine Augenbrauen.

„Wie kommst du darauf?“

Borges kniete sich neben eine Leiche.