Beschreibung

Nach einer spektakulären Explosion, bei der ein junger Mann ums Leben kommt, ermittelt Kommissar Schröck im Tiroler Nobelort Kitzbühel. Als sich herausstellt, dass in der Wohnung des Toten Crystal Meth hergestellt wurde, und die scheinbar integren Beteiligten ihre Mitwisser zum Schweigen bringen wollen, beginnt für den Münchner BND-Agenten ein Wettlauf gegen die Zeit.

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Seitenzahl: 261

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Edwin Haberfellner wurde 1957 im oberösterreichischen Steyr geboren. Nach langjähriger Tätigkeit im Krankenhaus und einem Jura- und Datentechnikstudium ist er heute Beamter und Autor.

Dieses Buch ist ein Roman. Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind nicht gewollt und rein zufällig.

© 2015 Emons Verlag GmbH Alle Rechte vorbehalten Umschlagmotiv: photocase.com/PilzFotografie Umschlaggestaltung: Tobias Doetsch Lektorat: Susanne Bartel eBook-Erstellung: CPI books GmbH, LeckISBN 978-3-86358-803-8 Originalausgabe

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Prolog

Durch einen Schleier aus Blut und Tränen nahm er die Kuckucksuhr wahr. Das Ding, das er schon lange nicht mehr aufzog und das dennoch auf geheimnisvolle Weise mitten in der Nacht zu ticken begann und manchmal sogar seinen Bewohner mit einem grässlichen Kreischen vor das Türchen schickte. Ich bin also immer noch in meiner Wohnung, dachte er. Nicht mehr in meinem Zimmer zu Hause, sondern in der gemieteten Bleibe in Kitzbühel. Dem Himmel sei Dank! Die Jahre bei seinen Eltern hätten für mindestens zwei verpatzte Kindheiten gereicht.

Sein Blick wurde klarer. Überall im Raum lagen seine Sachen verstreut. Der Boden war mit Scherben übersät, die Laden der Anrichte waren herausgerissen worden, der Kleiderschrank durchwühlt. Jeder Knochen in seinem Körper schmerzte. Sein Gehirn unternahm den zaghaften Versuch, Ordnung in die sich überlagernden Schichten von Traum und Wirklichkeit zu bringen. Er wollte aufstehen, aber die Tatsache, dass seine Arme und Beine mit Kabelbindern an den Stuhl fixiert waren, hinderte ihn daran. Es dauerte einige Sekunden, bis er begriff, dass er gefesselt war. Mit wild hämmerndem Herzen und schmerzvoll pochenden Schläfen zerrte er an seinen Fesseln. So heftig warf er sich hin und her, dass er beinahe das Gleichgewicht verlor. Gerade noch konnte er verhindern, mitsamt seinem Stuhl rücklings umzustürzen. Er rief sich zur Ruhe. Übereiltes Handeln brachte doch nichts. Nach ein paar tiefen Atemzügen wurden die Gedanken in seinem Kopf klarer. Was war geschehen? Erinnerungsfetzen tauchten auf. Es hatte an der Tür geklopft, und als er aufgemacht hatte, war da eine grüne Lodenjacke gewesen.

Wie hatte der Mann ausgesehen? Das Bild vor seinem geistigen Auge war verschwommen. Es war alles viel zu schnell gegangen. Er sah zwei Riesenfäuste auf sich zukommen, fühlte den Schlag in seinem Gesicht, als würde er ihn in diesem Moment treffen. Der Mann hatte immer und immer wieder auf ihn eingedroschen, bis er endlich bewusstlos geworden war. So gut es mit seinen geschwollenen Augen ging, betrachtete er seine Fesseln und kam zu dem Schluss, dass er ohne fremde Hilfe vermutlich noch am Sankt-Nimmerleins-Tag hier sitzen würde. Er drehte den Kopf so weit wie möglich zur Seite, atmete auf. Die Destillieranlage und die Kolbenflaschen standen unversehrt an ihrem Platz. Seine Kochutensilien hatten den Kerl, der ihn so zugerichtet hatte, nicht gekümmert. Jeder andere in seiner Lage hätte sich jetzt ganz sicher die Seele aus dem Leib gebrüllt, damit endlich Hilfe kam, damit man ihn endlich vom Stuhl losschnitt und eine Ambulanz holte, um ihn, das bedauernswerte Opfer, zu versorgen. Aber würde er das tun, wäre er erst recht geliefert. Während er überlegte, wie er an die Schublade mit den Küchenmessern herankäme, vernahm er ein leises Zischen. Nein, er vernahm es nicht, er begriff es. Es war die ganze Zeit schon da gewesen, aber er hatte es nicht zuordnen können. Außerdem stank es nach faulen Eiern. Tetrahydrothiophen, schoss es ihm durch den Kopf. Das Zeug, das sie dem Stadtgas beimischten, um Lecks orten zu können. Das Zischen kam vom Herd. Der Kerl hatte ihn also nicht nur zusammengeschlagen, er wollte ihn auch umbringen! Deshalb hatte er das Gas aufgedreht. Er mahnte sich zur Ruhe, als die Angst ihm die Kehle zuzuschnüren begann. Er musste keine Angst haben. So ein dummer Hund, dachte er, die Kubatur des Raumes ist viel zu groß, um den Sauerstoff zu verdrängen. Keine Ahnung von Physik. Bestenfalls würde er sich die Seele aus dem Leib kotzen und ein paar Tage high sein, aber ersticken würde er nicht. Zudem waren die Fenster so undicht, dass der Wind durch die Ritzen pfiff.

Dann aber fiel sein Blick auf die schirmlose Stehlampe neben dem Ofen, auf die abgeschlagene Energiesparbirne und das Kabel, das zu einer Zeitschaltuhr führte. Er besaß keine Zeitschaltuhr. Der Kerl musste sie mitgebracht haben. Seine Augen weiteten sich vor Angst. Er musste diese Teufelsmaschine erreichen, bevor sie sich einschaltete, der Strom durch das Kabel floss und die Stehlampe erreichte. Ein kleiner Funken genügte, und alles würde in die Luft fliegen, und er mit. Er hakte einen Fuß um das Vorderbein des Stuhles, während er sich mit dem anderen am Boden abstützte und nach vorn ruckelte. Es funktionierte. Zentimeter für Zentimeter bewegte er sich auf die Steckdose mit der Zeitschaltuhr zu. Wenn er sie erreicht hätte, würde er sich mitsamt dem Stuhl umfallen lassen und versuchen, den Stecker zu ziehen. Sie einfach herauszuschlagen wäre viel zu gefährlich, denn dann würden ebenfalls Funken entstehen, und er wäre geliefert.

Als er auf gut einen Meter an die Zeitschaltuhr herangeruckelt war, machte er drei gezielte Hüpfer, um sich in die richtige Position zu bringen. Er wusste nicht, wie lange er bewusstlos gewesen war, aber dem bestialischen Gestank nach war die Konzentration des Gases in der Luft bereits ziemlich hoch. Immer weiter arbeitete er sich vor, der Schweiß brannte bereits wie Feuer in den Wunden seiner aufgeplatzten Augenbrauen. Plötzlich klopfte es an der Tür, und draußen auf dem Gang wurde sein Name gerufen. Es war die Stimme der Alten aus der Wohnung unter ihm. Wahrscheinlich hatte sie der Lärm des Stuhlrückens aufgescheucht. Trotz ihres Alters hatte seine Untermieterin noch gute Ohren, zu gute. Schon ein paarmal war sie bei ihm aufgetaucht und hatte sich schimpfend über zu laute Musik beschwert. Er hielt den Atem an, rührte sich nicht. Wenn er nicht reagierte, würde sie bestimmt wieder verschwinden. Doch stattdessen wurde das Klopfen lauter. Sie würde doch nicht…? Sein angstvoller Blick fiel auf die altmodische Klingel an der Mauer. Das Ding funktionierte noch mit Wechselstrom. Er starrte den silbernen Schwengel an, der über der Schelle schwebte, und betete, dass sich die Alte wieder verziehen würde.

1

Jakob kniete auf der Sitzbank und schob sein Spielzeugauto, einen grün-weißenVW, über die Lehne bis zum Zugfenster. »Brrrrrrumm, brrrrrrumm, tatütata, tatütata!«

»Jakob, bitte! Mami bekommt Kopfschmerzen.« Die blonde Frau Mitte zwanzig wirkte genervt. Erst vor ein paar Minuten hatte sie die zwei großen Koffer auf die Gepäckablage gehievt, immer mit einem Auge auf Jakob, aus Angst, dass er auf den Gang hinauslaufen könnte. Sie zog die Vorhänge des Viererabteils halb zu und stellte den Beutel mit Reiseproviant auf die Sitzbank gegenüber. So hoffte sie, Mitreisende davon abzuhalten, sich zu ihnen ins Abteil zu setzen. Noch gut fünf Minuten, dann würde der Zug anfahren, und sie würden Innsbruck endlich verlassen. Die drei Tage bei ihrer Schwiegermutter waren anstrengend gewesen. Alles in allem eine Schnapsidee, zu ihr zu fahren, während ihr Mann auf Geschäftsreise war. Nie wieder, schwor sie sich, nie wieder würde sie die verhärmte Frau mit Jakob allein besuchen– und schon gar nicht für so lange. Nach drei Tagen voller Belehrungen und guter Ratschläge hatte sie jetzt wahrlich keine Lust mehr auf eine Unterhaltung. Sie wollte nur noch ihre Ruhe haben. »Jetzt setz dich endlich ordentlich hin, Jakob!«

Der Junge kniete auf dem Boden und kurvte mit seinem Spielzeugauto zwischen Papierschnipseln und Krümeln herum.

Sie zog ihn am Oberarm auf die Sitzbank zurück und strich ihm die Haare aus der Stirn. »Gleich fahren wir ab. Schau mal, ob Oma auf dem Bahnsteig steht.«

Ein langer Pfiff ertönte, und der Zug setzte sich mit einem Ruck in Bewegung. Sie schob den Vorhang zum Gang ein Stück zur Seite und spähte hinaus. Draußen war niemand. Die Chancen, dass sie das Abteil für sich allein haben würden, standen also gut. Sie atmete auf, holte die Zeitschrift, die sie sich vorhin noch schnell am Kiosk gekauft hatte, aus ihrer Handtasche und begann damit, sie durchzublättern.

»Ist hier noch frei?«

Widerwillig schaute sie auf. Ein großer dunkelhäutiger Mann in rot-weiß kariertem Hemd und Wanderhose stand in der Schiebetür und bleckte lächelnd seine perlweißen Zähne. Sie nickte, räumte wortlos Jausenbeutel und Handtasche zur Seite und warf Jakob einen prüfenden Blick zu. Doch ihr Sohn saß artig und mit halb offenem Mund auf seinem Platz und schaute dem Mann gebannt dabei zu, wie er erst seinen überdimensionalen Rucksack und dann sich selbst ins Abteil zwängte.

Wenige Minuten später waren die schmucklosen Lagerhäuser regennassen Wäldern und Wiesen gewichen. Der Zug nahm Fahrt auf, draußen versteckte sich die Herbstsonne noch immer hinter dicken grauen Wolken.

Der Riese nickte Jakob freundlich zu. »Cooles Auto, das du da hast«, sagte er.

Der Knabe versteckte sich hinter dem Rücken seiner Mutter und klammerte sich an ihren Oberarm.

»Nicht«, wies sie ihn gereizt zurecht.

»Ich wollte den Kleinen nicht erschrecken, sorry«, sagte der Mann in fast akzentfreiem Deutsch.

»Es ist nicht Ihre Schuld.« Sie lächelte gequält, während sie versuchte, ihren Sohn hinter ihrem Rücken hervorzuziehen. »Er ist heute ein wenig überdreht. Eigentlich ist er immer so, wenn er still sitzen soll. Nicht wahr, Jakob?«

»Du heißt Jakob? Ein schöner Name.« Der Mann sprach den Namen Tschäkob aus. »Ich heiße Bruce, aber auch Caleb, das ist mein zweiter Vorname. So hieß nämlich mein Großvater. Wie alt bist du denn?«

Jakob drückte sich noch weiter hinter den Rücken seiner Mutter.

»Au, du tust mir weh!« Sie drehte sich zur Seite, griff ihm unter die Achseln und hob ihn auf seinen Platz zurück. »Du bleibst jetzt sitzen!– Er ist fünf und manchmal ganz schön anstrengend.«

»Ist es nicht gut, wenn Kinder lebhaft sind? Sind sie erst einmal erwachsen, müssen sie schließlich noch lang genug still sitzen.« Er lächelte nachsichtig, dann rückte er sich auf seinem Platz zurecht – die Kopfstütze des Sitzes schloss mit seinen muskulösen Schultern ab– und schloss die Augen.

Die junge Frau hatte nichts erwidert und vertiefte sich jetzt in ihre Zeitschrift. Erst nach einer Weile äugte sie neugierig zu ihrem Mitreisenden hinüber, dessen massiver Brustkorb sich ruhig hob und senkte. Er war bestimmt größer als zwei Meter, sein Bergsteiger-Outfit mutete ob seiner dunklen Hautfarbe und den kurz geschnittenen krausen Haaren ungewohnt an. An seinem Rucksack hingen ein Kletterseil und ein Eispickel mit gebogenem Stiel.

»Ich liebe die Berge«, sagte er unvermittelt, als hätte er ihren Blick gespürt, öffnete die Augen und schaute sie an. Sie zuckte ein wenig zusammen und errötete, als er sich zu ihr beugte und ihr seine Hand hinstreckte. »Bruce Coleman.«

»Christa Wenger.« Sie schlug ein. In seiner Pranke sah ihre Hand aus wie die einer Vierjährigen.

»Sehr erfreut. Ich verbringe meine Urlaube schon seit einigen Jahren beim Klettern, und dieses Jahr bin ich seit Langem wieder einmal in Europa. Gerade war ich für eine Woche in den Dolomiten. Eine wunderbare Gegend.« Seine Augen leuchteten. »Jetzt bin ich auf dem Weg nach Kitzbühel. Ich denke, das muss man mal mit eigenen Augen gesehen haben. Ich kenne es nur aus dem Fernsehen, von den Skirennen.«

Sie lächelte. »Ich wohne in Kitzbühel. Nun ja, ein wenig außerhalb. Bei uns ist aber auch im Sommer viel los. Darf ich fragen, wo Sie so gut Deutsch gelernt haben?«

»Oh, danke für das Kompliment. Ich hatte schon befürchtet, alles wieder vergessen zu haben. Aber was man als Kind gelernt hat, das vergisst man nicht mehr so leicht, so heißt es doch, oder? Mein Vater war Soldat bei der Army und am Chiemsee stationiert. Dort hat er auch meine Mutter kennengelernt. Sie war Deutsche, ist aber gestorben, als ich noch klein war.«

»Das tut mir leid.«

»Ist schon lange her. Später sind wir in die Staaten zurückgegangen. Jetzt wohne ich im Bundesstaat New York, da gibt es leider keine Berge. Man muss sich schon in den Flieger setzen, wenn man klettern möchte.«

»Ich war noch nie in Amerika. Ich habe Flugangst.«

»Aber Sie leben in einer wunderbaren Landschaft. Warum sollte man von hier wegwollen?«

»Da haben Sie natürlich recht«, sagte sie, aber es klang nicht sehr überzeugt.

Er nickte und schaute aus dem Fenster. Am Horizont flogen bewaldete Hügel vorbei, dahinter türmte sich der graue Fels der Berge auf. Ein Lächeln umspielte seine Lippen, als er fühlte, wie der kleine Polizeiwagen, begleitet von einem hellen »Tatütata!«, die Kuppe seines linken Bergschuhs hinauffuhr.

2

Jakob sprang aus dem Zug und lief freudestrahlend auf seinen Vater zu, während Bruce der jungen Mutter mit den Koffern half. Er winkte dem Kleinen zum Abschied, schulterte seinen Rucksack und ging dann durch die Unterführung zum Bahnhofsvorplatz. Dem Gebäude, das offenbar erst kürzlich renoviert worden war, hatte man einen blutroten Anstrich und einen modernen Glasanbau verpasst, in dem sich ein Restaurant befand. Kurz überlegte Bruce, ob er eine Kleinigkeit essen sollte – seit dem Frühstück hatte er nichts mehr zu sich genommen–, entschied sich jedoch dagegen. Erst mal würde er sich um eine Unterkunft kümmern.

Auf dem Parkplatz standen Taxis, allesamt Kleinbusse. Verständlich, denn vermutlich reisen die Touristen in der Wintersaison nicht nur mit Koffern, sondern auch mit ihrer Skiausrüstung an, dachte Bruce. Bei einem der Fahrer erkundigte er sich nach der Zimmervermittlung. Der Mann bot ihm sofort an, ihn in den Ort zu fahren, zuckte mit den Schultern, als Bruce dankend ablehnte und sagte, er wolle lieber zu Fuß gehen und ein wenig die frische Luft genießen. Es seien ohnehin nur zehn Gehminuten ins Zentrum, meinte der Taxler dann kurz angebunden, die Fahrt hätte sich sowieso nicht gelohnt. »Du musst da rüber, immer am Bach entlang, dann ist die Touristinfo gar nicht zu verfehlen.«

Aber Bruce hörte ihm schon nicht mehr zu. Der Regen hatte aufgehört. Ein warmer Wind trieb die Wolken vor sich her und öffnete den Blick auf die Gipfel des Kaisergebirges. Endlich, dachte Bruce. Bislang hatte er den Gebirgszug nur auf Fotos und in Filmen gesehen, doch nun stand er direkt davor. Mit einem seligen Lächeln im Gesicht stapfte er los. Erst die Schienen entlang, dann vorbei an einem Gebäude, das wie eine riesige Seilbahnstation aussah, sich aber bei näherer Betrachtung als die Niederlassung einer Bank herausstellte. Über den Grashügeln kreisten Paraglider wie Raubvögel, die nach Beute Ausschau hielten, und hinter einer grünen Wand aus Büschen rauschte vernehmlich ein Bach. Bruce wanderte an Häusern mit mächtigen Holzbalkonen und dann an einer modernen Ferienanlage vorbei und erreichte schließlich eine Straßenkreuzung mit einer Tafel, die die Richtungen zu einigen Hotels, einem Museum und der Seilbahn zum Kitzbüheler Horn wies. Doch dafür hatte er auch später noch Zeit. An einer roten Ampel nutzte Bruce die Gelegenheit und fragte einen Radfahrer noch einmal nach dem Weg.

Der Mann deutete nach rechts. »Wennscht da rübergehst, kummscht du ins Zentrum.«

Bruce überquerte die Straße, registrierte das Schild mit der Aufschrift »Polizei« und lächelte. Zum Glück hatte er noch zwei Wochen Urlaub. Die Häuser waren in Pastellfarben gestrichen, hatten Blechdächer und waren allesamt fein herausgeputzt. Es schien, als wären erst gestern die Bauarbeiter abgezogen. Apartmenthäuser, Modeläden und Immobilienbüros säumten die Straße. An einer schmalen Durchfahrt hatte man einen gläsernen Aufzug errichtet, der in den oberen Teil des Ortes hinaufführte. Bruce entschied sich für die Treppe und gelangte so endlich in den Stadtkern. An den Fassaden der Geschäfte waren die Namen von Firmen zu lesen, die man sonst nur auf internationalen Flughäfen sah. Eine steinerne Gämse stand breitbeinig auf einem der Kamine des Hotels »Weißes Rössl«. Wie es schien, war sie ganz zufrieden mit ihrem Aussichtsplatz: Unter ihr zog sich der Touristenstrom durch den kulissenhaften Ort, während Autos mit vornehmlich deutschen Kennzeichen hinter und neben den Fußgängern durch die schmalen Straßen krochen.

Bruce schloss sich dem Menschenstrom an und ließ sich in die Vorderstadt treiben. An der Katharinenkirche, einem Gebäude aus dem 14.Jahrhundert, wie er der Tafel neben dem Eingangstor entnahm, blieb er stehen und hielt Ausschau nach der Touristinfo. Dort wollte er sich einen Stadtplan und Karten von der Umgebung besorgen und sich ein Zimmer organisieren, aber bis dahin würde er sich wohl oder übel durchfragen müssen. Die Parkbänke und Gastgärten an der Straße waren voll besetzt, vermutlich alles Touristen– so wie er. Bruce wählte eine Frau mittleren Alters, die ihm mit ihrer Einkaufstasche am Arm entgegenkam, und ging auf sie zu. »Entschuldigen Sie bitte, ich suche die…« Weiter kam er nicht.

3

In Schönbergmoos herrschte moderate Aufbruchstimmung. Während Schröck im Schlafzimmer seinen Koffer packte, schrubbte Liba den Küchenboden. Nur einmal warf sie einen Blick ins Schlafzimmer und verzog missbilligend das Gesicht, weil Schröck die Bettdecke zurückgeschlagen und seinen alten Koffer auf die Matratze gestellt hatte. Er tat so, als bemerke er sie nicht, und setzte stattdessen selbst einen genervten Blick auf, der seiner Haushälterin signalisieren sollte, dass es für sie jetzt besser war, ihn in Ruhe zu lassen. Es wirkte. Liba verkniff sich die Zurechtweisung, die ihr schon auf der Zunge gelegen hatte.

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