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Eine Kinderseele heilt nur sehr schwer, wenn überhaupt jemals! Die Autorin führt Sie mit diesem Buch in die Abgründe der menschlichen Psyche. Sie bringt ihre Leser in eine Welt , die von einem „normalen Gehirn“ nicht nachvollzogen werden kann. Gleichzeitig gibt sie einen Einblick in die Gefahren, denen unsere Kinder leider sehr häufig ausgesetzt sind.
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Veröffentlichungsjahr: 2015
JO Heldt, R.D.V. Heldt
Klecksbild
Verräterische Enthüllung
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- gekürzte Vorschau -
Inhaltsverzeichnis
Titel
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Impressum tolino
Alle in diesem Buch genannten Personen und Handlungen sind frei erfunden und entsprechen nicht den Tatsachen.
Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig.
Vorwort
Mit freundlicher Genehmigung vonNORBERT VAN TIGGELEN,
dem ich dafür meinen herzlichen Dank ausspreche.
Gebranntes Kind
Gebranntes Kind, komm her zu mir!
Erzähl mir etwas mehr von dir.
Ich weiß, man hat dich sehr verletzt,
dich gnadenlos in Trance versetzt.
Gebranntes Kind, das gibt es nicht!
Dein Mund von Hass und Qualen spricht;
die Augen leer und eisig kalt,
dein Händchen sanft zur Faust sich ballt.
Gebranntes Kind, es tut mir leid!
Die Menschheit wird niemals gescheit;
wirst immer tragen diese Last -
dem Täter geht es gut im Knast.
© Norbert von Tiggelen
Über dem Wald stand der Frühnebel und hüllte die Jugendherberge ein, auf die die beiden Hand in Hand zugingen.
Das wäre eigentlich nicht ungewöhnlich, wenn es sich bei den Spaziergängern nicht um einen Mann und einen kleinen Jungen gehandelt hätte, die ein grausames Geheimnis verband.
Was war passiert?
Gemeinsam mit einigen seiner Klassenkameraden hielt der kleine Junge sich auf dem, der Herberge angrenzenden Spielplatz auf, als er von einem Mann, den er schon öfter dort gesehen hatte und der wohl zu einer anderen Gruppe Kindern gehörte, angesprochen wurde. Die anderen Kinder waren mit ihrem Spiel beschäftigt und achteten nicht auf sie, als der Mann sagte:
„Ich möchte dir gern etwas zeigen, was keiner der anderen Jungen je sehen wird. Was ist, hättest du Lust darauf?“
Natürlich wollte er als Einziger so etwas erleben, nickte darum heftig mit dem Kopf und seine großen blauen Augen strahlten.
„Gut, dann schleiche dich heute Nacht, um 1.00 Uhr, wenn alle anderen schlafen, ganz leise raus. Ich warte draußen, bei der Wippe auf dich. Achte aber darauf, dass es wirklich niemand bemerkt, denn es geht nur dich und mich etwas an.“
Ganz aufgeregt wegen dem bevorstehenden Erlebnis wartete der Kleine, bis alle eingeschlafen waren und es ganz still im Haus wurde. Kurz vor eins zog er sich schnell seine Hose und den Pullover über, schlüpfte in seine Schuhe und verließ auf Zehenspitzen das Zimmer. Im Dunkeln stieg er die Treppe hinab und erreichte den Ausgang. Entgegen den Vorschriften war die Tür nicht verschlossen, aber darüber machte er sich keine Gedanken.
An der verabredeten Stelle wurde er freundlich mit den Worten empfangen:
„Was hältst du von einer Nachtwanderung? Nur wir zwei. Ich weiß, wo es im Wald einen Hochsitz gibt, den früher die Jäger genutzt haben und wenn wir Glück haben, können wir von dort aus Wildtiere beobachten. Was sagst du, gehen wir los?“
Welcher Junge würde solch ein Abenteuer ausschlagen? Natürlich ging er mit und gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Hochsitz.
Zunächst war alles so, wie der Junge es sich vorgestellt hatte. Er durfte durch das mitgebrachte Nachtsichtgerät schauen, was er total aufregend fand und entdeckte auch tatsächlich eine Eule in einem der Baumwipfel. Es war aufregend und spannend zugleich.
Dieser Zustand sollte aber nicht lange anhalten.
Er hatte Angst, viel Angst. Dabei war er doch nur mitgegangen, um vom Hochsitz aus die Tiere zu beobachten. Es war stockfinster, nur die Sterne am Himmel spendeten ein gedämpftes Licht, das ihn sein Gegenüber sehen ließ. Das Rauschen der Bäume hörte er nicht und spürte auch nicht den leichten Wind, der durch sein blondes Haar strich. Mit starrem Blick verfolgte er, wie der Mann, mit dem er vertrauensvoll mitgegangen war, langsam den Reißverschluss seiner Hose öffnete, sein erigiertes Glied in die Hand nahm und zu dem Jungen sprach:
„Schau mal, so sieht dein Penis auch einmal aus. Wollen wir die beiden einmal vergleichen, damit du den Unterschied siehst? Hol deinen doch auch heraus und fasse beide an, dann wirst du merken, wovon ich spreche.“
Der Junge zitterte am ganzen Körper, wollte nur noch weg und brachte keinen Ton hervor. Bei dem Versuch aufzustehen, wurde er mit festem Griff am Arm wieder heruntergezogen.
„Stell dich nicht so an, los, fass´ ihn mal an.“
Die Stimme wurde hektischer, denn seine Erregung stieg. Es gab keinen Ausweg, der Kleine war ihm ausgeliefert und musste sich seinem Schicksal ergeben.
Er berührte das steife Glied so lange, bis ein Orgasmus diesem Martyrium ein Ende machte.
Nach lautem Stöhnen sagte er zu dem verängstigten Jungen:
„Du darfst es keinem erzählen. Wenn du es doch machst, werde ich deiner Mama sehr weh tun und das wäre dann ganz allein deine Schuld.“
In sehr scharfem Ton ergänzte er dann noch:
„Hast du das verstanden?“
Der Kleine, der inzwischen seine Tränen nicht mehr zurückhalten konnte, nickte nur stumm. Es war zu viel für ihn und er dachte nur noch an seine Mutter.
Sein Peiniger wurde nun wieder ganz nett, lächelte ihn an, so, als wäre gar nichts passiert, und stieg die Leiter hinunter. Noch unter Schock stehend folgte der Junge ihm und wurde, unten angekommen, wieder an die Hand genommen und so gingen sie gemeinsam zurück zur Jugendherberge. Den ganzen Weg sprachen sie kein Wort. Erst als sie vor dem Eingang der Herberge standen, flüsterte er dem Jungen noch einmal ins Ohr:
„Denke immer an unsere Abmachung und an deine Mutter.“
Leise öffnete er die Tür und schob den Jungen hindurch.
Ganz allein und völlig verzweifelt stand er wie angewurzelt in dem dunklen Haus. Er durfte sich aber nichts anmerken lassen, sonst würde seiner Mutter doch weh getan und dies durfte niemals geschehen.
Er merkte auch nicht, dass seine Hose plötzlich ganz nass wurde, weil er sich eingenässt hatte. Mit letzter Kraft schlich er zurück in sein Zimmer, in dem seine Klassenkameraden noch tief und fest schliefen, denn es war 3.30 Uhr, mitten in der Nacht.
Er zog nur seinen Pullover und die Schuhe aus, bevor er sich mit der nassen Hose in das Bett legte, welches er vor zweieinhalb Stunden, voller Vorfreude auf ein Abenteuer, verlassen hatte. Schlafen aber konnte er nicht.
Früh um sieben Uhr klopfte der Lehrer an die Tür und weckte die Jungen. Alle sprangen fröhlich aus ihren Betten, nur er blieb liegen. Als er vom Lehrer gefragt wurde, ob er keine Lust hätte aufzustehen, fiel ihm gleich wieder die Drohung der letzten Nacht ein. Er durfte sich nichts anmerken lassen und antwortete darum schnell:
„Doch, doch, ich komme schon.“
Zum Glück hatten alle anderen das Zimmer schon verlassen als er aufstand und bemerkte, dass seine Hose ganz feucht war. Eine runde feuchte Stelle zeichnete sich auch auf dem Bettlaken ab. Schnell legte er die Bettdecke darüber, zog die nassen Hosen aus, stopfte sie in seine Reisetasche, schlüpfte schnell in eine frische Unterhose und folgte den anderen in den Waschraum.
Die Diplom-Psychologin, Jessica Benson, spezialisiert auf Kinderpsychologie, hatte in Koblenz ihre Praxis und war außerdem als Schulpsychologin tätig.
Irgendwann wollte sie ihre Doktorarbeit schreiben, aber momentan hatte sie noch kein Thema und ein Titel war ihr auch nicht so wichtig. Für sie war die Hauptsache, sie konnte Kindern helfen und dies ging auch ohne Doktortitel.
Ihre Klientel waren Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.
Sie hatte eine offene und gutmütige Art, die es ihr leicht machte, Kontakt zu den kleinen Patienten herzustellen.
Viel Einfühlungsvermögen war nötig, denn wenn ein Kind zu ihr gebracht wurde, gab es immer einen triftigen und manchmal auch schwerwiegenden Grund.
Da gab es Kinder, die so verschlossen waren, dass sie selbst auf einfachste Fragen nicht reagierten und wiederum andere, die Wutausbrüche bekamen und dabei wild um sich schlugen.
Um sich sachte den kleine Patienten zu nähern und ihr Vertrauen zu gewinnen, setzte Jessica eine Art Spiel ein, welches sie gleichzeitig als Test ansah, da sie so von den Kindern Antworten erhielt, ohne sie einer unnötigen Stresssituation auszusetzen, was der Fall wäre, wenn ihnen eine Menge an Fragen gestellt würden.
Sie wendete den sogenannten Rohrschach-Test an.
Hierbei ließ sie die kleinen Patienten Klecksbilder herstellen.
Dazu wurde ein weißes Blatt Papier in der Mitte gefaltet und wieder geöffnet. Auf den entstandenen Papierfalz tropften sie nun, mit Hilfe eines, mit Wasserfarbe getränkten Pinsels, einen Farbklecks, legten das Papier an der Knickstelle wieder zusammen und strichen mit den kleinen Händchen fest über das gefaltete Blatt.
Wenn man nun das Papier wieder öffnete, erkannte man eine Silhouette.
Jessica ließ sich von den kleinen Künstlern erzählen, was sie in dem Abdruck sahen. Da kamen Antworten wie Engel, Hunde, Häuser, Blumen und viele andere Dinge, der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Das Eis war gebrochen und durch weitere Fragen, bei denen immer ein Bezug zum Bild hergestellt wurde, gelang es Jessica eine Ursachenforschung zu betreiben und letztendlich ihren kleinen Patienten zu helfen.
Sie hatte viel zu tun, freute sich über eine gut gehende Praxis und dass ihr so viel Vertrauen entgegengebracht wurde, wünschte sich aber manchmal weniger Arbeit zu haben, weil dann nicht so viele Kinder ein Problem hätten.
„Guten Morgen, Tina“, begrüßte sie ihre Mitarbeiterin, als sie an einem Montagmorgen im Februar, um 8.10 Uhr, ihre Praxis betrat.
„Was liegt heute an? Sind es viele Termine?“
„Morgen, Frau Benson. Ja, es fängt gleich um 9.00 Uhr an. Da kommt Frau Meyer mit Lukas und dann geht es kontinuierlich weiter. Der letzte Termin ist für 19.00 Uhr eingetragen.“
Mit diesen Informationen ging Jessica in ihr Sprechzimmer, legte ihren braunen Schal ab, zog ihren kamelhaarfarbigen Wollmantel aus, hängte ihn sorgfältig auf einen Bügel und verstaute ihn im Garderobenschrank.
Nun noch ein Blick in den Spiegel, der über dem, im Raum befindlichen Waschbecken hing und nachdem sie festgestellt hatte, dass ihr langes, kastanienbraunes Haar in einwandfreiem Zustand war, setzte sie sich hinter ihren Schreibtisch. Sie sah ihre Berichte vom Freitag noch einmal durch und gab diese anschließend an Tina zur Reinschrift weiter.
Zwischenzeitlich hatte Tina Kaffee gekocht und brachte Jessica eine Tasse dieses aromatisch duftenden Getränks.
„Oh, das tut gut“, äußerte Jessica, nachdem sie einen ersten Schluck genommen hatte.
Zehn Minuten vor neun betrat Frau Meyer mit ihrem Sohn Lukas die Praxis.
- Ende der Buchvorschau -
Texte © Copyright by Autor: R.D.V. Heldt Kontaktmöglichkeit: [email protected] Der Text aus diesem Buch darf nicht ohne Genehmigung vervielfältigt werden. Covergestaltung: Beim Autor Copyright © 2011 by R.D.V. Heldt
Bildmaterialien © Copyright by Rita Heldt
Alle Rechte vorbehalten.
ISBN: 978-3-7393-1336-8
