Kleine Gefallen - Jim Butcher - E-Book
Beschreibung

Magier und Privatdetektiv Harry Dresden scheint endlich zur Ruhe zu kommen. Der Krieg zwischen dem Weißen Rat und dem Roten Hof der Vampire kommt langsam zum Erliegen, niemand hat in der letzten Zeit versucht, ihn umzubringen, und sein eifriger Lehrling beginnt endlich, echte Magie zu wirken. Zum ersten Mal seit langer Zeit sieht die Zukunft rosig aus. Doch die Vergangenheit wirft einen höllisch langen Schatten. Mab, die Herrin des Winterhofes der Sidhe, fordert einen alten Gefallen bei Harry ein. Nur einen kleinen Gefallen, den er nicht ausschlagen kann - doch durch ihn gerät er zwischen einen alptraumhaften Feind und einen gleichermaßen tödlichen Verbündeten, was seine Fähigkeiten und seine Loyalität auf eine derbe Zerreißprobe stellt. Dabei lief doch gerade alles so gut ...

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Seitenzahl:716

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Sammlungen



Autor: Jim Butcher

Deutsch von: Dominik Heinrici

Lektorat: Oliver Hoffmann

Korrektorat: Julia Silber

Art Director: Oliver Graute

Umschlagillustration: Chris McGrath

© Jim Butcher 2008

© der deutschen Übersetzung Feder&Schwert 2012

E-Book-Ausgabe

ISBN 978-3-86762-130-4

Originaltitel: Small Favor

Kleine Gafallen ist ein Produkt von Feder&Schwert unter Lizenz von Jim Butcher 2011. Alle Copyrights mit Ausnahme dessen an der deutschen Übersetzung liegen bei Jim Butcher.

Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen.

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck außer zu Rezensionszwecken nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Die in diesem Buch beschriebenen Charaktere und Ereignisse sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit zwischen den Charakteren und lebenden oder toten Personen ist rein zufällig.

Die Erwähnung von oder Bezugnahme auf Firmen oder Produkte auf den folgenden Seiten stellt keine Verletzung des Copyrights dar.

www.feder-und-schwert.com

Für die Forenmitglieder auf jim-butcher.com. Ich bin ziemlich sicher, eure Chefs wären sauer, wenn sie sähen, wann und wie oft ihr postet, Leute, aber wenn ihr nichts verratet, werde ich’s auch nicht tun.

Danksagung

Wie immer verdienen viele Leute Dank, vor allem meine Familie, die meinen Wahnsinn im Angesicht eines nahenden Abgabetermins erträgt, meine Agentin Jenn, die sich immer wieder Entschuldigungen für den Verleger einfallen lassen muss, wenn ich wieder zu spät dran bin, meine Verlegerin Anne, die wiederum Entschuldigungen für mich ihren Chefs gegenüber ausknobeln muss, und das Beta Asylum, dem die verantwortungsvolle Aufgabe obliegt, all die Makel an meinen Babys aufzuzeigen. Die spinnen!

Doch diesmal muss ich ein paar weitere Leute zu dieser Liste hinzufügen – die örtlichen und auswärtigen Spieler bei NERO Central, die die Güte hatten, während diverser Rollenspiel- und Kampfaktionen einen Bogen um mich zu machen, während ich in einer Ecke der Taverne die letzten Kapitel von Kleine Gefallen fertigstellte.

1. Kapitel

Der Winter kam in diesem Jahr sehr früh; das hätte mir eine Warnung sein sollen.

Ein Schneeball flog durch die Abendluft und traf meinen Lehrling mitten im Mund. Da sie beim Aufprall gerade einen mantra-artigen Zauber murmelte, brachte ihr das einen ordentlichen Happen eisgekühlten Vergnügens ein – was sie wahrscheinlich noch um einiges heftiger zusammenzucken ließ als die meisten anderen Leute in einer vergleichbaren Situation, da eine Unzahl von Stahlpiercings plötzlich Bekanntschaft mit dem Schnee machte.

Molly Carpenter spotzte, spuckte Schnee, und ein Schwall Gelächter der Kinder um sie herum brandete auf sie ein. Groß, blond und sportlich, in Jeans und einem schweren Wintermantel wirkte sie völlig natürlich in der verschneiten Umgebung, vor allem, weil ihre Wangen und Nase wegen der Kälte rosig angelaufen waren.

„Konzentration, Molly!“, rief ich. Ich gab mir alle Mühe, das Lachen zu unterdrücken, das sich in meine Stimme schleichen wollte. „Du musst dich konzentrieren! Nochmal!“

Die Kinder, ihre jüngeren Geschwister, begannen augenblicklich, weitere Munition zu formen, um sie erneut aufs Korn zu nehmen. Der Hinterhof des Carpenterhauses hatte sich im Laufe des Nachmittages bereits in ein winterliches Schlachtfeld verwandelt, und zwei niedrige „Burgmauern“ standen einander in zehn Meter Entfernung auf dem Rasen gegenüber. Molly stand zitternd dazwischen und warf mir einen ungeduldigen Blick zu.

„Das kann doch wohl kein echtes Training sein“, schniefte sie, und ihre Stimme bebte vor Kälte. „Das machst du doch nur zu deinem kranken Vergnügen, Harry.“

Ich strahlte sie an und nahm einen frisch geformten Schneeball von der kleinen Hope entgegen, die sich augenscheinlich zu meinem Knappen erklärt hatte. Ich bedankte mich ernsthaft bei dem kleinen Mädchen und warf den Schneeball einige Male prüfend in die Luft. „Quatsch“, antwortete ich. „Das ist eine hervorragende Übung. Findest du ernsthaft, wir sollten damit beginnen, Kugeln abzuwehren?“

Molly warf mir einen entnervten Blick zu. Dann holte sie tief Luft, neigte den Kopf in meine Richtung und hob die Hände, wobei sie die Finger weit spreizte. Sie begann wieder zu murmeln, und ich spürte eine subtile Veränderung im Fluss der Energien um mich herum, als sie die Umgebungsmagie zu einer fast stofflichen Barriere zusammenzog. Ein Schild erhob sich zwischen ihr und dem drohenden Geschosshagel.

„Legt an!“, befahl ich. „Zielen!“

Alle Anwesenden, ich selbst eingeschlossen, schleuderten ihre frostigen Wurfgeschosse, bevor ich auch nur am Ende des Wortes angelangt war. Schneebälle, geworfen von einer Reihe von Geschwistern, vom ältesten, Daniel, der nun siebzehn Jahre alt war, bis zum jüngsten, dem kleinen Harry, der noch nicht groß genug war, um einen ernstzunehmenden Wurfarm entwickelt zu haben, was ihn aber nicht im Mindesten davon abhielt, den größten Schneeball zu formen, den er nur irgendwie hochstemmen konnte, sausten durch die Luft.

Schneebälle prasselten auf den Schild meines Lehrlings herab, der heldenhaft die ersten ein oder zwei abhielt, wobei die eisigen Geschosse in Explosionen weißen Puders zerstoben. Der Rest jedoch fand sein Ziel ohne den geringsten Widerstand der Verteidigungsmaßnahmen Mollys, und bald war sie über und über mit mehreren Pfund Schnee bedeckt. Der kleine Harry rannte zu ihr hinüber und pflanzte mit einem schrillen Triumphgeheul seinen brotlaibgroßen Schneeball mitten auf ihren Bauch.

„Feuer!“, bellte ich verspätet.

Molly plumpste auf ihren Hintern, spotzte noch etwas und brach in ein kehliges Lachen aus. Harry und Hope, die jüngsten der Kinder, stürzten sich auf sie, und von da an artete meine schöne Unterrichtseinheit in Verteidigungsmagie in die althergebrachte Tradition der Carpenter-Sprösslinge aus, möglichst viel Schnee in den Halsausschnitt ihrer Geschwister zu schaufeln. Ich betrachtete das Schauspiel grinsend und bemerkte erst nach einigen Sekunden, dass die Mutter der Kinder neben mir stand.

Molly kam sehr nach Charity Carpenter, die ihrer Tochter ihre Haarfarbe und ihre Figur vererbt hatte. Charity und ich waren einander nicht immer ganz grün gewesen – nun ja, wenn man es genau nimmt, waren wir einander kaum jemals richtig grün gewesen –, aber aktuell lächelte sie angesichts der Faxen ihrer Kinder.

„Guten Abend, Mister Dresden“, brummte sie.

„Charity“, antwortete ich freundschaftlich. „Ist hier oft so ein Tohuwabohu?“

„Fast immer beim ersten richtigen Schneefall des Jahres“, sagte sie. „Aber für gewöhnlich eher um Weihnachten und nicht so kurz nach Halloween.“

Ich sah den Kindern beim Toben zu. Auch wenn Molly rasend schnell erwachsen wurde, und das in verschiedener Hinsicht, fiel es ihr hier leicht, das Kind herauszulassen, und es tat gut, das mit anzusehen.

Ich spürte Charitys außergewöhnlich eindringlichen Blick und linste zu ihr hinüber, wobei ich eine Augenbraue fragend nach oben zog.

„Sie hatten wohl nie eine Schneeballschlacht mit ihrer Familie?“, fragte sie sanft. „Oder irre ich mich da?“

Ich schüttelte den Kopf und widmete meine Aufmerksamkeit wieder den Kindern. „Keine Familie, mit der ich eine Schneeballschlacht hätte ausfechten können“, sagte ich. „Manchmal haben es die Kinder in der Schule versucht, aber die Lehrer haben das nicht zugelassen. Außerdem haben das die anderen Kinder meist einfach nur getan, um gemein zu sein, nicht um Spaß zu haben. Das ist nicht dasselbe.“

Charity nickte, und auch ihr Blick schweifte zu ihren Kindern zurück. „Molly. Welche Fortschritte macht ihre Ausbildung?“

„Nun, ich denke“, antwortete ich, „ihr Talent liegt nicht im selben Bereich wie das meine. Sie wird nie eine tolle Kampfmagierin werden.“

Charity runzelte die Stirn. „Warum sagen Sie das? Glauben Sie, sie sei nicht stark genug?“

„Stärke hat damit nichts zu tun. Aber ihre größten Talente machen sie in mancher Hinsicht ungeeignet dafür.“

„Das verstehe ich nicht.“

„Nun, sie ist gut bei subtilen Dingen. Komplexen Dingen. Ihre Begabung, mit fein gewobener, äußerst sensibler Magie umzugehen, ist außergewöhnlich, und sie entwickelt sich ständig weiter. Aber genau diese Sensibilität bedeutet auch, dass es ihr schwerfällt, mit dem psychischen Stress einer wahren Kampfsituation klarzukommen. Außerdem stellt deshalb rein körperliches Zeug eine wahre Herausforderung dar.“

„Wie etwa Schneebälle abzuwehren?“, fragte Charity.

„Schneebälle sind eine gute Übung“, sagte ich. „Bis auf ihren Stolz kommt nichts zu Schaden.“

Charity nickte mit gerunzelter Stirn. „Aber Sie haben es nicht mit Schneebällen gelernt, oder?“

Die Erinnerung an meine erste Lektion im Erschaffen von Schilden unter Justin DuMorne war keine besonders gute. „Basebälle.“

„Großer Gott“, sagte Charity und schüttelte den Kopf. „Wie alt waren Sie?“

„Dreizehn.“ Ich zuckte die Achseln. „Schmerz ist ein guter Lehrer. Ich habe schnell gelernt.“

„Aber Sie versuchen, meine Tochter nicht auf dieselbe Weise auszubilden“, stellte Charity fest.

„Wir haben es nicht eilig“, versicherte ich.

Der Kinderlärm ebbte zu einem verschwörerischen Flüstern ab, und ich zwinkerte Charity zu. Ihr Blick wanderte von ihren Kindern zu mir herüber, und sie gab sich keine Mühe, ihr Vergnügen zu verbergen. Keine fünf Sekunden später donnerte Molly: „Jetzt!“ Eine Kanonade Schneebälle sirrte in meine Richtung.

Ich hob die linke Hand, konzentrierte mich, bündelte meine Magie und formte sie vor mir zu einer breiten, flachen Scheibe. Sie war sicher nicht stark genug, Kugeln abzufangen, nicht einmal scharf geworfene Basebälle, aber bei Schneebällen versah sie prima ihren Dienst. Diese zerbarsten auf meinem Schild zu Pulver, und kleine Blitze blässlich blauer Energie flackerten auf, als sich eine runde Scheibe aus purer Energie um die gespreizten Finger meiner ausgestreckten Hand bildete.

Die Kinder lachten und gaben gellend ihr Missfallen kund. „Ha!“, brüllte ich und schleuderte meine Faust triumphierend in die Luft.

Dann schüttete Charity, die hinter mir stand, zwei Handvoll Schnee in den Kragen meines Mantels.

Ich schrie auf, als sich die Kälte meine Wirbelsäule entlang fraß, machte einen Satz nach vorn und führte einen Veitstanz auf, während ich versuchte, den Schnee aus meinen Kleidern zu schütteln. Die Kinder jubelten ihrer Mutter zu und begannen, mehr oder minder zufällige Ziele mit Schneebällen zu beharken. In der allgemeinen, leichtsinnigen Aufregung bemerkte ich nicht, dass wir angegriffen wurden, bis die Lichter ausgingen.

Der gesamte Straßenzug versank in Finsternis – die Flutlichter, die den Hinterhof der Carpenters beleuchteten, die Lampen in den umstehenden Häusern und die Straßenlaternen verloschen auf einen Schlag. Ein unheimliches Leuchten waberte wie Elmsfeuer über den Schnee. Schatten tanzten, wo sich zuvor keine befunden hatten, und der Gestank von etwas auf halbem Weg zwischen einem Stinktier und einem Fass voller fauliger Eier drang mir stechend in die Nase.

Ich riss meinen Sprengstock aus seiner Halterung in der Innenseite meines Mantels und zischte Charity zu: „Bringen Sie sie nach drinnen.“

„Notfall“, sagte Charity mit einer viel ruhigeren Stimme, als ich sie zustande gebracht hätte. „Alle in den Schutzraum, genau wie wir es geübt haben.“

Die Kinder setzten sich in Bewegung, als drei Kreaturen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte, mit langen Sätzen über den Schnee gehetzt kamen. Die Zeit schien langsamer zu vergehen, als Adrenalin durch meinen Körper schoss, und es fühlte sich an, als stünde mir eine gute halbe Stunde zur Verfügung, um sie eingehend zu mustern.

Sie waren nicht ungewöhnlich groß, vielleicht so um die eins siebzig, doch waren sie muskelbepackt und mit weißem Fell bedeckt. Jede der Kreaturen besaß einen Kopf, der dem einer Ziege ähnelte, doch die Hörner waren wie bei einem Stier nach vorn gebogen, statt sich nach hinten zu krümmen. Die Gelenke unterhalb ihrer Knie wiesen nach hinten, und ihre Beine endeten in Hufen. Sie bewegten sich eher mit wilden Sprüngen als tatsächlich zu laufen. Ihre Sprünge trugen sie leichtfüßiger in die Luft als einen Basketballstar der Chicago Bulls, was bedeutete, dass ich es mit Wesen von übernatürlicher Stärke zu tun hatte.

Wenn ich mir das so durch den Kopf gehen ließ, konnte ich mich allerdings nicht daran erinnern, wann ich es das letzte Mal mit etwas zu tun gehabt hatte, dem keine übernatürliche Stärke zur Verfügung gestanden war. Das ist wohl eines der Mankos am Magiergeschäft. Ich meine, klar, manche Viecher waren stärker als andere, aber es machte im Endeffekt keinen Unterschied, ob ein übernatürlicher Schläger nun Lokomotiven stemmen konnte oder ob er nur in der Lage war, mit Kühlschränken zu jonglieren.

Ich nahm die heranstürmenden Was-auch-immers mit meinem Sprengstock ins Visier, doch dann sah ich aus dem Augenwinkel, wie etwas Schnee an mir vorbeirieselte und mit einem sanften Platschen neben mir zur Erde fiel.

Ich hechtete nach vorn, rollte mich über eine Schulter ab und kam kaum einen Augenblick später knapp neben meiner Ausgangsposition wieder auf die Füße. Gerade noch rechtzeitig war ich dem Angriff des vierten Was-auch-immers entgangen, das den Schnee losgetreten hatte, ehe es sich von dem Baumhaus herabgestürzt hatte, das Michael für seine Kinder gebaut hatte. Es stieß ein wütendes, grollendes Knurren aus.

Ich hatte keine Zeit, mich um diesen arglistigen Frechdachs zu kümmern. Also riss ich den Sprengstock hoch, aus dessen Spitze rote Flammen brachen. Ich ließ meinem Willen freien Lauf und knurrte: „Fuego!“

Eine Lanze aus reinen Flammen, so breit wie mein Handgelenk, schoss aus dem Sprengstock und verschmorte den Oberkörper des Geschöpfs zu schwarzem Fleisch. Die überschüssige Hitze schmolz den Schnee um es herum und ließ eine Säule aus sengendem Dampf gen Himmel steigen. Wenn ich mir das Gemächt, das da zwischen den Beinen des Viehs baumelte, ansah, verursachte der vom Schnee aufsteigende Dampf wahrscheinlich ebenso viel Schmerzen wie das Feuer an sich.

Das Was-auch-immer ging zu Boden, und ich hoffte inständig, es sei nicht clever genug, sich einfach tot zu stellen. Die Carpenterkinder schrien wie am Spieß.

Ich wirbelte herum und zielte mit dem Stock, hatte aber keine freie Schussbahn. Eines der weißpelzigen Lebewesen stürmte hinter Daniel, Mollys ältestem Bruder, her. Er hatte schon etwas Muskeln angesetzt und hatte seine Finger in die Mantelkrägen des kleinen Harry und Hopes gekrallt. Er schleifte die jüngsten Kinder wie Gepäckstücke hinter sich her.

Er erreichte die Tür, die Kreatur, deren bösartig gekrümmte Hörner zu einem Sturmangriff gesenkt waren, kaum drei Meter hinter ihm. Daniel hastete durch die Tür und trat sie, ohne auch nur eine Sekunde langsamer zu werden, mit dem Fuß zu. Das Wesen donnerte kopfvor dagegen.

Mir war nicht aufgefallen, dass Michael eine Sicherheitstür aus massivem Stahl eingebaut hatte, die mit einer Holzvertäfelung verkleidet war, wie auch ich eine zuhause hatte. Eine Holztür hätte die Kreatur wahrscheinlich zu Kleinholz verarbeitet. Stattdessen rammte sie ihren Kopf, Hörner voran, in massiven Stahl und hinterließ dabei einen dreißig Zentimeter langen Kratzer.

Dann stolperte sie zurück und stieß einen kehligen Schmerzensschrei aus. Rauch stieg von ihren Hörnern auf, und sie torkelte weiter zurück und schlug mit den dreifingrigen, klauenbewehrten Händen danach. Es gab nicht viele Dinge, die auf die Berührung von Stahl so heftig reagierten.

Die anderen beiden Was-auch-immers hatten inzwischen ihre Aufmerksamkeit auf zwei unterschiedliche Ziele gerichtet. Eines verfolgte Charity, die die kleine Amanda in ihren Armen trug und wie der Teufel auf die Werkstatt zuhielt, zu der Michael die freistehende Garage umgebaut hatte. Das andere stürmte auf Molly zu, die Alicia und Matthew hinter sich geschubst hatte.

Mir blieb nicht genug Zeit, beiden Gruppen zu helfen, und noch weniger, mir über das moralische Dilemma einer vertrackten Entscheidung den Kopf zu zerbrechen.

Ich zielte mit dem Sprengstock auf die Bestie, die Charity jagte, und schenkte ihr ordentlich ein. Der Flammenstoß traf sie mitten im Kreuz und riss sie von den Hufen. Sie wurde zur Seite geschleudert, donnerte gegen die Wand der Werkstatt, und Charity stürmte mit ihrer Tochter durch die Tür.

Ich riss meinen Sprengstock zu der anderen Kreatur herum, doch ich wusste bereits, dass ich es nicht rechtzeitig schaffen würde. Das Wesen senkte die Hörner und erreichte Molly und ihre Geschwister, ohne mir Zeit für einen weiteren Angriff zu bieten.

„Molly!“, donnerte ich.

Mein Lehrling packte Alicia und Matthew an der Hand, stieß schnaufend ein Wort aus, und alle drei verschwanden urplötzlich.

Der Schwung des Sturmangriffs trug das Wesen an der Stelle vorbei, wo sie sich eben noch befunden hatten, und etwas, das ich nicht sehen konnte, prallte gegen seinen Huf und brachte es aus dem Gleichgewicht. Ohne langsamer zu werden fuhr es herum, wobei es Schneefontänen vom Boden aufwirbelte, und ich spürte, wie in mir wilder, heißer Stolz und ein feuriges Hochgefühl aufflackerten. Der Grashüpfer war vielleicht nicht in der Lage, einen ordentlichen Schild hochzuziehen, doch sie war erste Klasse, was Schleier anbelangte, und hatte in dieser Situation einen kühlen Kopf bewahrt.

Die Kreatur wurde langsamer, und ihr Kopf pendelte hin und her, doch dann entdeckte sie, wie unsichtbare Füße, die auf das Haus zuhielten, den Schnee bewegten. Sie stieß einen weiteren unirdischen Schrei aus und hetzte ihren Opfern nach, und ich wagte nicht, ihr eine weitere Flammenlanze nachzuschicken – nicht, wenn sich das Carpenterhaus direkt in der Schusslinie befand. Stattdessen hob ich die rechte Hand und löste mit einer Willensanstrengung einen der dreifach gewundenen Ringe aus, was eine Welle purer Kraft in Richtung des Was-auch-immers fluten ließ.

Die unsichtbare Energie traf es in Höhe der Knie und riss ihm die Beine mit derartiger Wucht weg, dass es mit dem Hinterkopf in den Schnee prallte. Der Wirbel im Schnee hielt eilig auf die Vordertür des Hauses zu. Molly musste bemerkt haben, dass die Sicherheitstür so verbogen war, dass sie sich nur noch sehr schwer, wenn überhaupt, öffnen lassen würde. Erneut durchfluteten mich Stolz und Anerkennung.

Das verging aber im Nu, als das Was-auch-immer, das sich in meinem Rücken tot gestellt hatte, wie eine mit Schwefel und faulen Eiern betriebene Lokomotive in mein Kreuz rammte.

Die Hörner prallten hart auf, und es tat höllisch weh, doch die Schutzmagie in meinem langen, schwarzen Lederstaubmantel hielt sie davon ab, mich aufzuspießen. Der Aufprall trieb mir die Luft aus der Lunge und ließ meinen Kopf heftig zurückpeitschen, danach flog ich in den Schnee. Für eine Sekunde schwamm mir der Kopf, dann stellte ich fest, dass das Vieh sich über mich gebeugt hatte und mit den Krallen an meinem Nacken riss. Ich zog die Schultern hoch und rollte mich herum, nur um einen gespaltenen Huf in die Nase zu bekommen. Ein überbordende Portion Schmerz, serviert mit einer Beilage aus wirbelnden Sternchen.

Ich gab weiter mein Bestes zu entkommen, doch meine Bewegungen waren schwerfällig, und das Was-auch-immer war einfach viel schneller als ich.

Charity trat mit einem Klauenhammer mit einem Schaft aus Metall in der linken und einer schweren Nagelpistole in der rechten Hand bewaffnet aus der Werkstatt.

Sie hob die Nagelpistole und begann, aus kaum drei Metern Entfernung den Abzug zu ziehen, während sie ständig vorwärts schritt. Der Apparat gab leise ploppende Geräusche von sich, und das bereits verbrutzelte Was-auch-immer begann, vor Schmerz aufzuheulen. Es sprang wie von der Tarantel gestochen auf, schüttelte sich vor Schmerz zuckend in der Luft und stürzte schließlich um sich schlagend in den Schnee. Ich sah, dass schwere Nägel aus seinem Rücken ragten, und aus den rauchenden Wunden blutete grün-weißes Feuer.

Es versuchte zu entkommen, doch ich trat ihm die Beine weg, ehe es sich auf die Hufe kämpfen konnte.

Charity wirbelte den Hammer in einem senkrechten Hieb herab. Sie stieß einen gellenden Schrei aus, als der Stahlkopf des Werkzeugs dem Was-auch-immer den Schädel einschlug. Aus der Wunde quoll gräulicher Matsch und mehr des grün-weißen Feuers, dann zuckte die Kreatur einmal mehr auf und blieb reglos liegen, während gespenstische Flammen ihren Körper verzehrten.

Ich stand auf, den Sprengstock immer noch in der Hand, und stellte fest, dass die restlichen Viecher zwar verwundet, aber immer noch auf den Beinen waren. Ihre gelblichen Augen mit den rechteckigen Pupillen musterten mich voller Hass und Hunger.

Ich ließ den Sprengstock aus meinen Fingern gleiten und angelte mir eine Schneeschaufel mit einem Blatt aus Metall, die neben einer der Schneeburgen der Kinder lag. Charity hob ihre Nagelpistole, und wir gingen auf die Viecher zu.

Was auch immer die Dinger waren, sie hatten nicht den Mumm, sich mit Sterblichen anzulegen, die mit kaltem Stahl bewaffnet waren. Wie ein einziges Wesen zuckten sie zusammen, wandten sich ab und verschwanden mit weiten Sprüngen in der Nacht.

Ich stand keuchend da und sah mich um. Nach wenigen Atemzügen musste ich jeweils Blut spucken, das sich in meinem Mund sammelte. Meine Nase fühlte sich an, als hätte jemand glühende Kohlen mit Superkleber daran festgeklebt. Silberne Äderchen aus Schmerz zogen sich durch meinen Hals, offensichtlich ein Andenken an den Peitschenschlag, den ich mir zugezogen hatte, als die Kreatur mich von hinten umgerannt hatte, und mein Kreuz fühlte sich wie eine einzige große Schramme an.

„Sind Sie in Ordnung?“, fragte Charity.

„Feen“, murmelte ich. „Warum müssen es ausgerechnet Feen sein?“

2. Kapitel

Tja“, sagte Charity, „die ist gebrochen.“

„Meinen Sie?“, fragte ich. Die sanfte Berührung ihrer Finger auf meiner Nase war alles andere als angenehm, doch ich zuckte nicht zusammen und gab auch keinen Schmerzenslaut von mir, als sie mich untersuchte. So machen Typen das eben.

„Zumindest ist sie nicht verschoben“, sagte Michael und klopfte sich den Schnee von den Stiefeln. „Eine Nase wieder eingerenkt zu kriegen ist ein Erlebnis, das man ganz gern sofort wieder vergisst.“

„Was gefunden?“, wollte ich von ihm wissen.

Der hochgewachsene Mann nickte und stellte ein Breitschwert in der Scheide in einer Ecke an der Wand ab. Michael war nur eine Spur kleiner als ich, wenn auch um einiges athletischer. Er hatte dunkles Haar und einen kurzen Bart, beide graumeliert, und trug blaue Arbeitsjeans, Arbeitsstiefel und ein blau-weiß kariertes Flanellhemd. „Der Kadaver ist noch dort. Er ist großteils eine verbrannte Sauerei, aber er hat sich nicht aufgelöst.“

„Ja“, sagte ich. „Feen sind nicht vollständig Wesen aus der Geisterwelt. Sie hinterlassen Leichen.“

Michael schnaubte. „Darüber hinaus waren da noch Fußstapfen, aber das war es dann auch schon. Nicht das geringste Anzeichen, dass sich diese Ziegendinger hier herumgedrückt haben.“ Er spähte ins Esszimmer, wo sich die Carpenterkinder um den Tisch versammelt hatten, aufgeregt schnatterten und die Pizza mampften, die ihr Vater für sie abgeholt hatte, als der Angriff über uns hereingebrochen war. „Die Nachbarn glauben, ein durchgebrannter Transformator sei für das Feuerwerk verantwortlich gewesen.“

„Mir ist jede Erklärung recht“, sagte ich.

„Ich danke Gott, dass niemand verletzt ist“, antwortete er. In seinem Fall war das nicht nur so dahergesagt. Er war gläubiger Katholik, und vielleicht lag es auch daran, dass er ein heiliges Schwert, in dessen Klinge einer der Kreuzigungsnägel eingearbeitet war, mit sich herumschleppte. Er schüttelte sich und bedachte mich mit einem kurzen Lächeln. „Dir natürlich auch, Harry.“

„Danke Daniel, Molly und Charity“, sagte ich. „Ich habe unsere Gäste nur beschäftigt gehalten. Deine Familie hat die Kleinen in Sicherheit gebracht, und Charity war für das eigentliche Hauen verantwortlich.“

Michaels Augenbrauen wanderten nach oben, und sein Blick schweifte zu seiner Frau hinüber. „Ach ja?“

Charitys Wangen liefen rosa an. Kurz entschlossen sammelte sie die verschiedenen Papiertaschentücher und Waschlappen ein, die ich vollgeblutet hatte, und trug sie aus dem Raum, um sie im Kamin des Wohnzimmers zu verbrennen. In meiner Branche ließ man nie Blutproben, Haare oder Fingernägel in der Gegend herumliegen, die jemand finden konnte. Ich brachte Michael auf den neusten Stand, während sie weg war.

„Meine Nagelpistole?“, fragte er grinsend, als Charity in die Küche zurückkam. „Woher wusstest du, dass es sich um eine Fee handelte?“

„Ich wusste es nicht“, gab sie zu. „Ich habe mir einfach nur geschnappt, was gerade zur Hand war.“

„Da haben wir nochmal Glück gehabt“, seufzte ich.

Michael sah mich an und hob eine Braue.

Ich funkelte ihn ernst an. „Nicht hinter jeder guten Sache steckt göttliches Eingreifen, Michael.“

„Das ist wahr“, sagte Michael. „Aber ich erweise lieber ihm die Ehre, solange ich keinen wirklich guten Grund habe, etwas anderes zu glauben. Das scheint mir einfach ehrerbietiger, als es umgekehrt zu machen.“

Charity trat an Michaels Seite. Auch wenn sie lächelten und gelassen über den Angriff sprachen, fiel mir dennoch auf, wie fest sie einander an der Hand hielten, und Charitys Blick zuckte immer wieder zu ihren Kindern hinüber, als müsse sie sich vergewissern, dass sie noch immer da und in Sicherheit waren.

Plötzlich fühlte ich mich wie ein Eindringling.

„Nun“, sagte ich und erhob mich. „Macht den Anschein, als hätte ich ein neues Projekt.“

Michael nickte. „Kennst du den Grund für den Angriff?“

„Das ist das Projekt“, sagte ich. Ich zog meinen Staubmantel an und zuckte zusammen, als ich dabei meinen rasch steifer werdenden Nacken bewegte. „Ich denke, die waren hinter mir her. Der Angriff auf die Kinder war ein Ablenkungsmanöver, um dem im Baum Gelegenheit zu bieten, mir in den Rücken zu fallen.“

„Sind Sie da sicher?“, fragte Charity ruhig.

„Nein“, gestand ich. „Es ist denkbar, dass sie wegen der ganzen Angelegenheit in Arctis Tor noch immer angefressen sind.“

Charitys Augen verengten sich und wurden hart wie Stahl. Arctis Tor war das Herz des Winterhofs, die Festung und das Allerheiligste Königin Mabs selbst. Einige fiese Typen vom Winterhof hatten Molly entführt, und Charity und ich hatten mit ein klein wenig Hilfe den Turm gestürmt und sie uns mit Gewalt zurückgeholt. Das ganze Schlamassel hatte ordentlich Staub aufgewirbelt, und wir hatten einer ganzen Nation fieser Feen ans Bein gepinkelt, um das abzuziehen.

„Halten Sie auf jeden Fall die Augen offen“, riet ich ihr, „und richten Sie Molly aus, dass ich es gerne sähe, wenn sie im Moment hierbliebe.“

Michael zog eine Braue hoch. „Glaubst du, sie braucht unseren Schutz?“

„Nein“, sagte ich. „Ich denke, ihr braucht möglicherweise ihren.“

Michael blinzelte. Charity zog ein finsteres Gesicht, zettelte aber keinen Streit mit mir an.

Ich nickte beiden zu und ging. Genau genommen rebellierte Molly im Augenblick nicht mehr aus purem Reflex gegen alles, was ich ihr sagte, aber ihr vollendete Tatsachen vor die Nase zu setzen war immer noch die effektivste Methode, Auseinandersetzungen mit ihr zu vermeiden.

Ich schloss die Tür des Carpenterhauses hinter mir, was mich jäh vom Duft frischer Pizza und den lauten, lebhaften Kinderstimmen abschnitt, die sich nach der vergangenen Aufregung schier überschlugen.

Die Novembernacht war ruhig und sehr kalt.

Ich unterdrückte ein Schaudern und eilte zu meinem Wagen, einem verbeulten, alten VW Käfer, der ursprünglich einmal leuchtend blau gewesen war, doch nun nur noch aus einer bunten Mischung aus rot, blau, grün, weiß, gelb und jetzt auch noch dem Grau von Grundierfarbe bestand, die die neue Kühlerhaube zierte, die mein Mechaniker irgendwo aufgetrieben hatte. Ein unbekannter Witzbold, der sich zu viele Disneyfilme reingezogen hatte, hatte die Nummer 53 innerhalb eines Kreises auf die Kühlerhaube gesprayt, doch der Name dieses Wagens war immer noch der blaue Käfer, und so würde es auch bleiben.

Ich saß da und stierte für einen Augenblick in das warme, goldene Licht, das aus dem Haus drang.

Dann startete ich den Käfer an und fuhr nach Hause.

3. Kapitel

Bist du dir sicher, dass es Feen waren?“, fragte Bob der Schädel.

Ich schaute finster drein. „Bei wie vielen anderen Dingen fängt das Blut zu brennen an, wenn es mit Eisen oder Stahl in Berührung kommt? Ja, ich glaube, ich erkenne eine Fee, wenn sie mir das Nasenbein bricht.“

Ich war unten in meinem Labor im Keller meiner Wohnung, in das man durch eine Falltür im Boden des Wohnzimmers und über eine Klappleiter gelangte. Der Raum war nur eine Betonschachtel tief unter dem Rest des Pensionsgebäudes, in dem ich lebte. Er lag tief genug, um hier ständig Kühle herrschen zu lassen. Im Sommer war das ganz nett. Wenn der Winter hereinbrach, nicht mehr so sehr.

Das Labor bestand aus einem Holztisch in der Mitte des Raumes, der an drei Seiten von Arbeitsplatten und Werkbänken umgeben war, die sich an die Wände schmiegten und einen engen Gang dazwischen freiließen. Auf den Werkbänken tummelten sich diverse Gerätschaften, die ich für meine Arbeit benötigte, und ich hatte diese weißen Drahtregaldinger, die man bei Wal-Mart so billig nachgeworfen bekam, an den Wänden über den Bänken aufgehängt, um weiteren Stauraum zu schaffen. Die Regale waren vollgestopft mit allen möglichen Behältern, von mit Blei ausgekleideten Kisten bis zu Jutetaschen, von Tupperdosen bis zu einem Beutel, der aus dem Hodensack eines afrikanischen Löwen hergestellt worden war – kein Scheiß.

Er war ein Geschenk. Bitte fragen Sie nicht.

Überall in dem Raum brannten Kerzen, was ihn ausreichend mit Licht erfüllte, das sich auf den winzigen Zinngebäuden auf der Mitte des zentralen Tisches widerspiegelte, die ein maßstabsgetreues Modell der Chicagoer Innenstadt bildeten. Ich hatte auch einen winzigen Sekretär für Molly hier heruntergeschleppt – mehr Platz hatte ich einfach nicht –, und irgendwie schaffte sie es trotz der bedrängten Verhältnisse, ihre Notizbücher und ständig wachsende Sammlung magischer Kinkerlitzchen in peinlicher Ordnung zu halten.

„Nun, sieht ganz danach aus, als würde dir jemand Arctis Tor nachtragen“, sagte Bob. Der Schädel, dessen Augenhöhlen ein oranges Flackern wie von Kerzenflammen erfüllte, die man nicht so richtig sehen konnte, thronte auf einem eigenen Regal an der nackten Wand. Ein halbes Dutzend Liebesromane im Taschenbuchformat war über das Regal verstreut, und ein siebter war zu Boden gepurzelt, wo er nun einen Teil des silbernen Beschwörungskreises verdeckte, den ich dort eingelassen hatte. „Feen vergessen so einen Groll nie, Boss.“

Ich schüttelte den Kopf in Richtung des Schädels, hob das heruntergefallene Buch auf und stellte es ins Regal zurück. „Hast du von diesen Typen schon mal gehört?“

„Mein Wissen über das Feenreich beschränkt sich fast ausnahmslos auf die Winterseite“, gab Bob zu bedenken. „Diese Kerle klingen nicht nach etwas, dem ich je begegnet wäre.“

„Warum werfen sie mir dann den Kampf von Arctis Tor vor, Bob?“, fragte ich. „Hölle, es waren ja nicht einmal wir, die damals die Hauptstadt des Winters wirklich angriffen. Wir sind nur in die Nachwehen gestolpert und haben uns mit ein paar Laufburschen des Winters angelegt, die Molly entführt hatten.“

„Vielleicht hat ja irgendein Wintersidhe den Racheakt öffentlich ausgeschrieben. Vielleicht waren das ja auch Wildelfen, du weißt schon. Es gibt um einiges mehr wilde als sonstige. Es könnten auch Satyrn gewesen sein.“ Seine Augen flackerten heller. „Hast du möglicherweise irgendwo Nymphen gesehen? Wo es Satyrn gibt, müssen auch ein oder zwei Nymphen in der Nähe herumlungern.“

„Nein.“

„Bist du sicher? Nackte Mädels, zum Umfallen hübsch, alt genug, um es besser zu wissen, aber jung genug, dass es ihnen egal ist?“

„Ich würde mich daran erinnern, wenn ich so etwas gesehen hätte“, sagte ich.

„Pah“, sagte Bob, und die Lichter in seinen Augen schrumpften enttäuscht zusammen. „Du kannst aber auch überhaupt nichts richtig machen.“

Ich rieb mir den Nacken. Das vertrieb zwar den Schmerz in keinster Weise, aber es gab mir etwas zu tun. „Ich bin schon mal über diese Ziegenkerle gestolpert oder habe etwas über sie gelesen“, sagte ich. „Zumindest über etwas sehr ähnliches. Wo habe ich noch schnell die Texte über die nahen Bereiche des Niemalslands hingelegt?“

„Nordwand, hellgrüne Plastikkiste unter der Werkbank“, tat Bob augenblicklich kund.

„Danke“, sagte ich. Ich zog die schwere Plastikkiste hervor. Sie war mit Büchern vollgestopft, die meisten davon ledergebunden, die handschriftliche Abhandlungen über diverse übernatürliche Themen enthielten. Mit Ausnahme eines Buches, eines Sammelbandes von „Calvin und Hobbes“-Comics. Wie war der wohl dorthin gekommen?

Ich griff mir einige Bücher, trug sie zu dem Teil des Tisches, den ich als Michigansee gestaltet hatte, und legte sie dort ab. Dann zog ich einen Stuhl heran und begann, sie durchzublättern.

„Wie war der Ausflug nach Dallas?“, fragte Bob.

„Hmmm? Oh, prima. Jemand ist von einem schwarzen Hund verfolgt worden.“ Ich blinzelte zur Karte der USA hinüber, die unter Bobs Regal auf einer dicken Korkmatte prangte. Geistesabwesend lupfte ich eine grüne Reißzwecke von der Matte und piekste sie dorthin, wo sich Dallas, Texas, befand, wo sie sich zu einem guten Duzend weiterer grüner und auch einiger roter Reißzwecken gesellte, bei denen es sich um Fehlalarme gehandelt hatte. „Man ist über das Paranet mit mir in Verbindung getreten, und ich habe Hasso mit einem Besen aus der Stadt gejagt.“

„Dieses Unterstützungsnetzwerk, das du und Elaine da am Laufen habt, ist wirklich eine schlaue Idee“, sagte Bob. „Lehre die Sardinen, einen Schwarm zu bilden, wenn ein großer Fisch auftaucht, um sie zu fressen.“

„Mir gefällt die Idee von Spatzen besser, denen man beibringt, sich zusammenzurotten, um einen Falken zu verscheuchen“, sagte ich und kehrte zu meinem Sitzplatz zurück.

„Wie auch immer, es kommt darauf an, dass sich weniger Leute Gefahren aussetzen, was wiederum auf lange Sicht weniger Arbeit für dich bedeutet. Nutzbringende Feigheit. Extrem geschickt. Ich beuge mein Haupt in Ehrerbietung.“ Seine Stimme klang verlangend. „Wie ich gehört habe, befinden sich einige der besten Stripclubs in Dallas.“

Ich bedachte Bob mit einem strengen Blick. „Wenn du mir schon nicht hilfst, könntest du bitte aufhören, mich abzulenken?“

„Oh“, sagte Bob. „Klar.“ Der Liebesroman, den ich zurück aufs Regal gestellt hatte, erbebte kurz, kippte zur Seite um und öffnete sich auf der ersten Seite. Der Schädel wandte sich dem Buch zu, und das orange Licht seiner Augen fiel auf die Seiten.

Ich ging eine der alten Schriften durch. Dann die zweite. Dann die dritte. Bei den Toren der Hölle, ich wusste, dass ich diese Viecher bereits gesehen oder von ihnen gelesen hatte.

„Reiß’ ihr das Kleid vom Leib!“, schrie Bob.

Bob nahm Taschenbuchschnulzen äußerst ernst. Die Seite blätterte sich so schnell um, dass das Papier ein wenig einriss. Bob ging noch rücksichtsloser mit Büchern um als ich selbst.

„So wollen wir das haben!“, geiferte Bob, während sich weitere Seiten wendeten.

„Das können keine Satyrn gewesen sein“, grummelte ich laut und versuchte so, meine Gedanken zu ordnen. Meine Nase schmerzte wie die Hölle und mein Nacken wie etwas mit derselben Postleitzahl. Diese Art Schmerzen kostete jede Menge Kraft, selbst wenn man ein Magier war, der die Grundlagen gelernt hat, indem man ihn mit Basebällen bombardierte. „Satyrn haben menschliche Gesichter. Bei diesen Dingern war das nicht so.“

„Werziegen?“, schlug Bob vor. Er blätterte eine weitere Seite um und las weiter. Bob war ein Geist des Wissens, und wenn er etwas draufhatte, dann war es Multitasking. Darin war er wahrscheinlich Weltspitze. „Oder vielleicht Ziegenwere.“

Ich hielt einen Augenblick inne und warf dem Schädel einen genervten Blick zu. „Ich kann gar nicht glauben, dass ich dieses Wort gerade gehört habe.“

„Was?“, fragte Bob heiter. „Werziegen?“

„Werziegen. Ich bin recht sicher, dass ich ein großartiges, erfülltes Leben hätte führen können, ohne dieses Wort jemals gehört zu haben, ganz zu schweigen von den geistigen Bildern, die es hervorruft.“

Bob kicherte. „Sternen und Steine, du bist aber zart besaitet, Harry.“

„Werziegen“, brummte ich und widmete mich erneut meiner Lektüre. Nachdem ich das fünfte Buch durchgeblättert hatte, holte ich mir einen weiteren Arm voller Folianten. Bob brüllte sein Buch an. Er jubelte bei Liebesszenen und plapperte auch beim Rest immer wieder dazwischen, ganz so, als handle es sich um eine tatsächliche Live-Show auf einer Bühne.

Was mir höchstwahrscheinlich etwas Wichtiges über Bob verraten hätte, wenn ich eine intelligente Person gewesen wäre. Im Grunde war Bob selbst ein Geisterwesen, das aus Gedankenenergie bestand. Von einem gewissen Standpunkt aus waren die Charaktere in diesen Büchern auf einer grundlegenden Ebene nichts anderes – es gab keine Abbildungen von ihnen, und man konnte sie körperlich nicht berühren. Die Bilder entstanden im Kopf des Lesers, Konstrukte seiner Phantasie und Gedanken, denen die Arbeit und das Geschick eines Autors und die Vorstellung eines Lesers Gestalt verliehen hatte.

Wenn Bob nun diese Bücher las und sich die Geschichte vorstellte, sah er diese konstruierten Wesen dann … als eine Art Geschwister an? Seelenverwandte? Kinder? Konnte ein Wesen wie Bob so etwas entwickeln wie antrainiertes Gefallen an einer eigenen Familie? Das hätte doch im Bereich des Denkbaren gelegen. Außerdem hätte das seine ständige Faszination für den ganzen literarischen Themenbereich, der die Entstehung einer sterblichen Familie anbelangte, erklärt.

Andererseits betrachtete er die Charaktere vielleicht wie manche Männer eine aufblasbare Gummipuppe. Ich war mir nicht sicher, ob ich es wirklich wissen wollte.

Wie gut, dass ich kein intelligentes Bürschchen war.

Ich fand unsere Angreifer nach der Hälfte des achten Buches, mit Skizzen, Notizen und allem drum und dran.

„Heilige Scheiße“, murmelte ich und setzte mich kerzengerade auf.

„Fündig geworden?“, fragte Bob.

„Allerdings“, bejahte ich und hielt das Buch hoch, so dass er die Zeichnung sehen konnte. Sie fing unsere ziegenhaften Feinde um einiges besser ein als die meisten Phantombilder der Polizei von irgendwelchen Verdächtigen. „Wenn das Buch recht hat, haben mich Geißlein angegriffen.“

Bobs Liebesroman kippte vom Rand des Regals. Bob stieß einen erstickten laut aus. „Äh. Hast du gerade Geißlein gesagt?“

Ich funkelte ihn bitterböse an, und er begann zu lachen. Der Schädel klapperte gegen das Regal.

„Geißlein?“, kicherte er.

„Was?“, brummte ich eingeschnappt.

„Wie in ‚Die sieben Geißlein‘?“ Der Schädel platzte schier vor lauter Gelächter. „Du hast dir den Arsch von einem Märchen versohlen lassen?“

„Ich würde nicht sagen, dass sie mir den Arsch versohlt haben“, fauchte ich.

Bob erstickte fast an seinem Lachanfall, und wenn man bedachte, dass er keine Lunge besaß, war das ganz schön eindrucksvoll. „Nur, weil du dich selbst nicht sehen kannst“, fistelte er atemlos. „Deine Nase ist ganz angeschwollen, und du hast zwei blaue Augen. Du siehst aus wie ein Waschbär. Der einen vermöbelten Arsch in Händen hält.“

„Du hast die Dinger nicht in Aktion erlebt“, sagte ich. „Die waren stark und ziemlich gerissen. Außerdem waren es vier.“

„Wie die vier Reiter der Apokalypse!“, sagte er. „Nur aus dem Streichelzoo!“

Ich versuchte, ihn mit meinem Blick zu durchbohren. „Schon gut, schon gut“, sagte ich. „Mach dich nur darüber lustig!“

„Oh, absolut“, rief Bob mit unverkennbarem Vergnügen. „Hilfe, Hilfe! Es ist ein Geißlein!“

Ich funkelte ihn an. „Dir entgeht das Wesentliche, Bob.“

„Der kann gar nicht so witzig sein wie das Vorangegangene“, sagte er. „Ich bin sicher, jeder Sidhe lacht sich den Arsch ab.“

„Das glaube ich nicht“, sagte ich. „Das ist ja der Punkt. Die Geißlein arbeiten für den Sommer. Sie gehören zu Königin Titanias Exekutoren.“

Bobs Hohngelächter erstarb abrupt. „Oh.“

Ich nickte. „Nach dem Schlamassel von Arctis Tor könnte ich es ja nachvollziehen, wenn jemand vom Winter hinter mir her wäre. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich es mit dem Sommer zu tun habe.“

„Nun“, gab Bob zu bedenken, „du hast Königin Titanias Tochter quasi dem Tod der tausend Schnitte ausgeliefert.“

Ich grunzte. „Stimmt. Aber warum schickt sie ihre Häscher jetzt? Das hätte sie schon vor Jahren tun können.“

„So ist es nun mal mit Feen“, antwortete Bob. „Logik ist eben nicht ihre starke Seite.“

Ich grunzte erneut. „Das Leben könnte so einfach sein.“ Gedankenverloren trommelte ich mit den Fingern auf ein Buch. „Da steckt mehr dahinter, da bin ich mir sicher.“

„Wie weit oben stehen die in der Hierarchie des Sommers?“, fragte Bob.

„Ganz oben“, antwortete ich. „Zumindest als Gruppe. Sie haben einen erstaunlichen Ruf als Trolltöter. Daher kommt auch zumindest die norwegische Version des Märchens mit den Geißlein.“

„Trolltöter“, sagte Bob. „Trolle. Wie Mabs Leibgarde, deren Stücke du über ganz Arctis Tor verteilt gefunden hast?“

„Exakt“, sagte ich. „Aber was ich dort angestellt habe, hat den Winter auf die Palme gebracht, nicht den Sommer.“

„Ich habe dich immer für deine Gabe bewundert, alle gleichermaßen zur Weißglut zu treiben.“

Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Ich muss etwas getan haben, das dem Sommer irgendwie geschadet hat.“ Ich runzelte die Stirn. „Oder dem Winter geholfen. Bob, weißt du …“

Das Telefon begann zu klingeln. Ich hatte ein Verlängerungskabel von der Buchse im Schlafzimmer verlegt, nachdem sich Molly fast das Genick gebrochen hatte, als sie die Klappleiter hinaufgewieselt war, um einen Anruf entgegenzunehmen. Die alte Aufziehuhr auf dem Regal verriet mir, dass es nach Mitternacht war. Niemand rief mich so spät an, außer es war etwas Schlimmes.

„Erinnere mich später an den Gedanken“, trug ich Bob auf.

„Ich bin’s“, sagte Murphy, als ich abhob. „Ich brauche dich.“

„Sergeant, ich bin äußerst gerührt“, antwortete ich. „Endlich gestehen Sie sich die Wahrheit ein. Stichwort Kuschelrock.“

„Ich meine es ernst“, entgegnete sie. Etwas in ihrer Stimme klang angestrengt und müde.

„Wo?“, fragte ich.

Sie gab mir eine Adresse, und wir legten auf.

Ich bekam kaum noch Arbeit von der Polizei von Chicago, und wenn man noch meine dauernden Reisen in andere Städte und meine Pflichten als Wächter ins Kalkül zog, hatte ich mich in der letzen Zeit als Privatermittler nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die Unterstützung, die mir als Wächter des Weißen Rates zustand, hatte mich vor dem Bankrott bewahrt, doch war mein Konto auf einen Stand zusammengeschmolzen, bei dem ich mir alle Mühe geben musste, damit keiner meiner Schecks platzte.

Ich brauchte Arbeit.

„Das war Murphy“, sagte ich, „die mich zur Pflicht rief.“

„So spät in der Nacht hätte ich nichts anderes erwartet“, pflichtete Bob bei. „Pass noch etwas mehr als sonst auf deinen Allerwertesten auf, Boss.“

„Warum sagst du das?“, wollte ich wissen, während ich in meinen Mantel schlüpfte.

„Ich weiß nicht, ob du das norwegische Märchen gelesen hast“, erklärte Bob, „aber wenn du dich daran erinnern solltest, vergiss nicht, dass dort die Geißlein eine ganze Reihe von Brüdern waren.“

„Oh ja“, seufzte ich, „und jeder davon größer und gemeiner als der letzte.“

Ich fuhr los, um Murphy zu treffen.

Werziegen. Mein Gott.

4. Kapitel

Ich stand mit allen anderen herum und sah mir die Flammen an, als der Streifenpolizist Murphy zu mir führte.

„Wird auch langsam Zeit“, stieß sie mit angestrengter Stimme hervor. Sie hob das Absperrband an und gab mir ein Zeichen, darunter hindurchzuschlüpfen. Ich hatte längst meinen kleinen, laminierten Beraterausweis an das Revers meines Staubmantels geklemmt. „Warum hast du so lang gebraucht?“

„Der Schnee ist fast dreißig Zentimeter hoch, und es macht nicht die geringsten Anstalten, zu schneien aufzuhören“, erwiderte ich.

Sie sah zu mir auf. Karrin Murphy war ein winziges Persönchen, und der schwere Wintermantel, den sie trug, ließ sie noch kleiner aussehen. Die riesengroßen Watteschneeflocken, die nach wie vor herabrieselten, hafteten an ihrem goldenen Haar und glitzerten an ihren Wimpern, was ihren Augen einen gletscherblauen Ton verlieh. „Ist dein Spielzeugauto etwa in einer Schneewehe hängen geblieben? Was ist mit deinem Gesicht passiert?“

Ich ließ meinen Blick über die Normalsterblichen schweifen. „Ich hatte eine Schneeballschlacht.“

Murphy grunzte. „Ich schätze, du hast verloren.“

„Du hättest den anderen Kerl sehen sollen.“

Wir standen vor der Vorderfront eines kleinen, fünfstöckigen Wohngebäudes, das jemand in die Luft gejagt hatte.

Die Fassade des Gebäudes war einfach verschwunden, als hätte sie jemand mit einer gigantischen Axt abgetrennt. Man sah die verschiedenen Stockwerke und das Innere mehrerer leerer Wohnungen, wenn man es schaffte, die Nebelwand aus Staub, Rauch und fallendem Schnee mit seinem Blick zu durchdringen. Im Haus loderten mehrere Brände, die aber durch den Dunst aus Rauch und dicht fallendem Schnee kaum auszumachen waren. Trümmer hatten sich über die Straße ergossen und selbst die Häuser auf der anderen Seite beschädigt, und die Polizei hatte einen gesamten Straßenblock abgeriegelt. Zerborstenes Glas und Ziegel waren überall verstreut. Der Mief brennender Materialien, die nie dazu gedacht gewesen waren, ein Feuer zu speisen, hing stechend in der Luft.

Trotz des Wetters hatten sich einige hundert Leute an der Polizeiabsperrung versammelt. Eine geschäftstüchtige Seele verkaufte Kaffee aus einer riesigen Thermoskanne, und ich war nicht zu stolz, ein paar Dollar für einen Becher brodelnden Göttertrankes, etwas Kaffeeweißer und ein Päckchen Zucker auszuspucken.

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