Verlag: Poppy J. Anderson Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2013

Knallharte Schale – zuckersüßer Kerl E-Book

Poppy J. Anderson  

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E-Book-Beschreibung Knallharte Schale – zuckersüßer Kerl - Poppy J. Anderson

Dupree Williams ist ein knallharter Footballspieler, der bei seinen Gegnern Angst und Schrecken auslöst. Nicht umsonst gilt er als "menschlicher Bulldozer". Doch niemand kann sich vorstellen, dass Dupree unter extremer Schüchternheit leidet und nicht weiß, wie er mit Frauen sprechen soll. Zu sehr nagt ein Erlebnis aus Collegezeiten an ihm. Meistens kaschiert er seine Unsicherheit mit einer großmäuligen Art und gerät prompt an Sarah, die ihm mit einem gezielten Tritt zu verstehen gibt, dass sie arrogante, großmäulige und aufdringliche Typen nicht leiden kann. Der Spaß fängt erst an, als Sarah einen Bericht über Dupree schreiben soll, da er das Aushängeschild der New Yorker Brustkrebshilfe ist, für die sie arbeitet. Zwar mag Sarah keine arroganten, großmäuligen und aufdringlichen Typen, aber so ist Dupree ja eigentlich auch gar nicht ...

Meinungen über das E-Book Knallharte Schale – zuckersüßer Kerl - Poppy J. Anderson

E-Book-Leseprobe Knallharte Schale – zuckersüßer Kerl - Poppy J. Anderson

Table of Contents

Title Page

Impressum

Newsletter

Widmung

Prolog Dupree

Prolog Sarah

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

Epilog

Leseprobe „Kein Mann für die Ersatzbank“ (Band 6)

Die New York Titans-Reihe

Die Ashcroft-Saga

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebesroman

 

 

 

 

 

Knallharte Schale – zuckersüßer Kerl

 

 

 

Poppy J. Anderson

 

 

Band 5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Auflage Dezember 2013

 

 

Copyright © 2013 by Poppy J. Anderson

Bildnachweis: © Willee Cole – fotolia.com

Catrin Sommer – rauschgold.com

 

 

www.poppyjanderson.de

 

 

poppyj.anderson@googlemail.com

 

 

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Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin. Personen und Handlung sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.

 

 

 

 

 

 

Impressum

 

Poppy J. Anderson

c/o copywrite Literaturagentur

Georg Simader

Woogstr. 43

60431 Frankfurt

 

 

 

 

 

 

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Eure Poppy

 

 

P.S. Verpasst am Ende des Buches nicht die Leseprobe vom nächsten Band!

 

 

 

 

 

 

 

Widmung

 

 

Liebe Leserinnen,

 

 

die Geschichte über Dupree ”Dozer” Williams kam eigentlich nur zustande, weil ich ständig gefragt wurde, wann ich ihn endlich seine Liebe finden lassen würde. Anscheinend hat sich dieser große, bullige Kerl ganz schnell in viele Herzen geschlichen, was mich besonders freut. Er ist nun einmal nicht der typische Liebesroman-Protagonist, sondern stellt einen Exoten in diesem Genre dar.

Sehr überrascht war ich von meiner Mutter, die mit einem untypisch ernsten Gesicht zu mir sagte: „Dieser junge Mann verdient eine eigene Geschichte. Endlich möchte ich einmal lesen, dass auch ein nicht perfekt aussehender Adonis sein Liebesglück finden kann. Die Welt ist nicht voll von Models und Schauspielern.“

Also, Mama, dein Wunsch ist mir Befehl!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prolog Dupree

 

 

Schwarze Jungen, die in Alabama aufwachsen, fünf jüngere Geschwister haben und sich kaum an den Vater erinnern können, der mit einer Flasche Jack Daniels und der siebzehnjährigen Nachbarstochter auf dem Beifahrersitz abhaut, während die hochschwangere Ehefrau den Küchenboden putzt, haben nur eine Möglichkeit, diesem Elend zu entkommen.

Football.

Dupree Helwys Williams sollte mit Mitte zwanzig gefeierter Footballstar, berühmte Werbeikone und blutjunger Multimillionär werden, aber als Kind war er doppelt gestraft. Er kam nicht nur aus einem der ärmsten Viertel von Mobile und sah dank seiner abgetragenen Kleidung danach aus, sondern musste sich ständig den Spott über seinen Namen anhören. Sein Vater war begeisterter Blues-Fan gewesen und hatte seinen erstgeborenen Sohn nach Champion Jack Dupree, einem Blues-Sänger und Pianisten, nennen wollen. Duprees Mama als strenggläubige Baptistin hatte das gar nicht gefallen und so hatte sie ihrem Sohn den Zweitnamen Helwys gegeben – nach Thomas Helwys, dem Mitbegründer der Baptisten. Vermutlich hatte sie den Pfarrer gnädig stimmen wollen, um in einer der ersten Reihen sitzen zu können, während dieser jeden Sonntag über Sünden predigte und seine Gemeinde damit in Schach hielt. Wenige Jahre später saß Duprees Mama freiwillig in der letzten Reihe, schließlich war ihr Mann mit einer Minderjährigen verschwunden und hatte sie mit sechs Kindern im Stich gelassen. Die Blicke der anderen Gemeindemitglieder hatten sie davon abgehalten, die vorderen Kirchenbänke mit ihrem enormen Hinterteil zu beglücken.

Dass ihr Mann das junge Mädchen ebenfalls mit zwei Kindern versorgt hatte, bevor er sich aus dem Staub machte, war da kein Trost, denn die junge Frau zog mit Duprees Halbgeschwistern wieder bei ihren Eltern ein und war allgegenwärtig. Erst als der Prediger durchdrehte und in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen wurde, hatte die Gemeinde ein anderes Thema, über das sie tratschen konnte. Dupree war nicht anwesend gewesen, als der Pfarrer auf einer Beerdigung seine Kleidung von sich warf und sich für den Messias hielt, während die Witwe des Verstorbenen vor Schreck ohnmächtig wurde und auf den Sarg fiel, der dabei umkippte, was kein Wunder war, wenn man bedachte, dass die Witwe genau wie Duprees Mama ein halbes Pfund Butter in den Kartoffelstampf gab.

Die Geschichte dieser spektakulären Beerdigung hatte in ganz Mobile für hohe Wellen gesorgt. Dupree hatte das nicht verstehen können, weil er schon seit Monaten den Verdacht gehegt hatte, dass der Prediger mindestens eine Schraube locker hatte, schließlich hatte dieser begonnen, einen Co-Moderator in seine Predigten einzubauen. Dieser Co-Moderator war eine zwanzig Zentimeter große Handpuppe mit dem Namen Zioni, mit der der Pfarrer während des gesamten Gottesdienstes sprach. Zwar wurden die Bauchrednerqualitäten des Kirchenmannes immer besser, jedoch mutete es merkwürdig an, als nicht der Pfarrer, sondern die Handpuppe Zioni begann, Kinder zu taufen oder Eheschließungen vorzunehmen.

Während sich Duprees Mama darüber das Maul zerriss, ignorierte Dupree dies meistens, da er damit beschäftigt war, sich um seine Geschwister zu kümmern, das Haushaltsgeld durch diverse Jobs aufzubessern und Football zu spielen. Außerdem war er nicht der geschwätzige Typ, sondern zeichnete sich eher durch seine Schweigsamkeit aus.

Schon als Kleinkind hatte Dupree gemerkt, dass er einfacher durchs Leben kam, wenn er die Klappe und sich eher im Hintergrund hielt. Durch seine Statur, die bereits als Kindergartenkind einem Rammbock ähnelte, fiel er schon genug auf, daher hatte er es sich zur Gewohnheit gemacht, sich ansonsten aus allem herauszuhalten. Die anderen Kinder bekamen schnell spitz, dass er harmlos war, und hänselten ihn gnadenlos, lachten über sein bulliges Aussehen und gaben ihm abscheuliche Spitznamen. Sie hatten schließlich nichts von ihm zu befürchten. Wenn Dupree abends im Bett lag und darüber weinte, dass niemand im Schulbus neben ihm sitzen wollte, dass er zur Geburtstagsfeier eines Klassenkameraden nicht eingeladen wurde oder dass andere Schüler Witze über ihn rissen, erzählte seine Mama ihm eine Geschichte aus der Bibel und gab ihm zum Trost einen Erdnussbutterkeks. Das wiederum führte dazu, dass Dupree zusätzlich gehänselt wurde, weil er immer dicker wurde. Da er keine Freunde hatte, verbrachte er die meiste Zeit allein, fraß seinen Kummer in sich hinein und wünschte sich nichts mehr als einen besten Freund, der ihn verstand.

Irgendwann während Duprees Zeit auf der Junior High entdeckte ihn ein Sportlehrer in der Mittagspause, als Dupree allein auf dem Schulhof saß und in einem Buch blätterte. Da seine Mom kein Geld für Pay-TV hatte und den Fernsehsendern die Schuld an der Sittenlosigkeit und dem Verfall der Gesellschaft gab, verbrachte Dupree seine Zeit damit, in die Bibliothek zu gehen und jedes Buch zu lesen, das er in die Finger bekam. Während er Moby Dick las und hoffte, dass niemand das Buch bei ihm entdeckte, da dies ganz bestimmt Vergleiche zwischen ihm und dem Wal nach sich gezogen hätte, fiel plötzlich ein Schatten auf ihn.

„Mein Junge, wie heißt du?“

Duprees Herz hatte wie wild geschlagen, weil er befürchtete, für irgendein Vergehen belangt zu werden. Mit zittriger Stimme hatte er seinen Namen genannt und Coach Madison kennengelernt, der nicht glauben konnte, dass Dupree erst 12 Jahre alt war. Für sein Alter war er nicht nur extrem kräftig, sondern überragte die anderen Kinder um zwei Köpfe. Coach Madison ließ ihn noch am gleichen Tag an einem Probetraining seines Footballteams teilnehmen und ruhte nicht eher, bis er Duprees Mama davon überzeugen konnte, ihren Sohn spielen zu lassen.

Von da an wurde Dupree zwar nicht der beliebteste Schüler der Schule und er hatte auch nicht viele Freunde, aber wenigstens respektierte man ihn nun. Komischerweise hörten auch die offenen Hänseleien auf, dennoch bemerkte Dupree, dass er immer noch nicht dazugehörte. Im Team fühlte er sich wohl, doch sobald er und seine Teamkameraden das Spielfeld verließen, beachteten sie ihn nicht mehr, sondern verbrachten ihre Freizeit mit ihren richtigen Freunden.

Auf der Highschool setzte sich dies fort, was dazu führte, dass Dupree noch schweigsamer wurde. Auf dem Spielfeld tat er das, was von ihm verlangt wurde. Er rammte seine Gegner in den Boden und half dabei mit, Spiele für sein Team zu gewinnen. Dupree war ein Teamspieler und musste doch erkennen, dass sich die Verbundenheit der Teamkollegen nur auf das Spielfeld erstreckte, da er ansonsten geschnitten wurde. Niemanden konnte er seinen Freund nennen, weil er immer noch als ein Sonderling betrachtet wurde. Dabei wünschte sich Dupree nichts mehr, als dass jemand endlich hinter seinen bulligen Körper und seine riesenhafte Erscheinung sah, um ihn – einfach nur ihn selbst – zu erkennen.

 

 

 

 

Prolog Sarah

 

 

Sarah Marianne Matthews war der Meinung gewesen, einen netten und höflichen Mann vor sich zu haben, als sie Dupree Williams das erste Mal begegnete. Vielleicht mochte er aufgrund seiner Kleidung, der unorthodoxen Frisur und den blinkenden Zahnverblendungen einen anderen Eindruck auf die meisten Menschen ausüben, aber Sarah, die schon immer sehr unvoreingenommen gewesen war, bemerkte eine gewisse Unsicherheit in seinen Augen, die ihn irgendwie liebenswert erscheinen ließ. Selbst das Shirt mit der Aufschrift Keep calm and kill zombies und abgedruckten Totenköpfen konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der groß geratene Footballspieler mit den protzigen Goldkettchen um den Hals eigentlich ein liebenswerter Bursche war.

Das kurze Gespräch, das auf seine schüchterne Begrüßung folgte, ließ sie zu der Schlussfolgerung kommen, dass man trotz der Warnungen aus ihrer kleinen Heimatstadt in Florida nette Leute in New York treffen konnte, die weder Serienmörder noch Kannibalen oder Drogendealer waren. Seine Unbeholfenheit und das Erröten unter seiner dunklen Haut waren geradezu niedlich gewesen, so dass Sarah ihm aufmerksam zugehört hatte, als er davon sprach, dass er aus Alabama kam. Der Draht, den sie von Anfang an zu ihm gehabt hatte, war sogar schon ein wenig überraschend gewesen, weil Sarah immer etwas Zeit brauchte, um sich mit Männern unbefangen unterhalten zu können.

Aufgrund ihrer Vorgeschichte fiel es ihr nun einmal schwer, locker und leicht mit Männern ein Gespräch zu führen. Doch bei Dupree war es völlig anders gewesen.

Jedenfalls so lange, bis er sich mit einem Mal in einen überheblichen Aufreißer verwandelte, der von seinem Reichtum und seiner Berühmtheit schwärmte, während er ihr seinen Superbowlring unter die Nase hielt. Als er dann auch noch stotternd erklärte, dass er normalerweise auf größere Brüste stand, aber bei ihr gerne eine Ausnahme machte, war es um ihre Fassung geschehen. Dass er ausgerechnet ihren wunden Punkt gefunden und ihn dermaßen offen aufs Tablett gebracht hatte, war für Sarah der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte.

Ohne nachzudenken hatte sie ihm das Knie in die Weichteile gerammt und war davon ausgegangen, ihn nie wieder zu sehen.

Doch das stellte sich als ein Trugschluss heraus.

 

 

 

 

1. Kapitel

 

 

Immer wenn Dupree seiner Chefin begegnete, musste er daran denken, dass er sie nackt in der Wohnung seines Kumpels erwischt hatte.

Das war zwar bereits zwei Jahre her, dennoch hatte sich der Anblick einer nackten Teddy MacLachlan-Palmer, die damals jedoch nur MacLachlan mit Nachnamen geheißen hatte, in sein Gedächtnis eingebrannt. Vermutlich war es nicht nur der Schock gewesen, seine nackte Chefin im hellen Tageslicht zu sehen, sondern dass sein Freund und Quarterback hinter dem Rücken des Teams in eine Affäre mit der blutjungen Teddy, die Brian stets abfällig als Hippiebraut bezeichnet hatte, verwickelt war. Dupree hatte die Affäre der beiden geheim halten müssen und war der einzige Mensch neben Teddy und Brian gewesen, der davon gewusst hatte. Natürlich hatte er den Rand gehalten, aber ihm war die Situation nicht geheuer gewesen, da er nicht gut darin war, vor anderen etwas zu verbergen. Meistens durchschaute man ihn schnell. Jahrelang hatte ihm seine Mutter eingebläut, dass zu lügen eine Sünde sei, also bekam er schon ein schlechtes Gewissen, wenn er flunkerte – wie beispielsweise bei Liv, der er immer erzählte, dass ihr Essen schmeckte, was leider nicht der Fall war. Damals hatte das ganze Team herumgerätselt, weshalb der Kapitän schlecht gelaunt war, und Dupree, der genau gewusst hatte, dass Brian verletzt darauf reagiert hatte, als Teddy mit ihm Schluss machte, hatte geschwiegen und ständig gefürchtet, dass man ihm die Wahrheit ansah.

Auch jetzt hoffte Dupree, dass keiner seiner Kumpels spitz bekam, dass er an eine nackte Teddy dachte, als diese ihre Wohnung betrat und vier Footballspieler entdeckte, die mit einem Haufen chinesischen Essen ein Basketballspiel im Fernsehen verfolgten.

„Hi, Schatz“, schmatzte Brian mit vollem Mund und starrte weiterhin hypnotisiert auf den Bildschirm des riesigen Fernsehgeräts. „Willst du auch was haben?“

Dupree warf einen raschen Blick zur kurzhaarigen Blondine, die sich aus einer Lederjacke schälte und darunter einen langen Pulli und schwarze Leggings trug. Sie verzog kurz das Gesicht und schnitt eine Grimasse.

„Nein, danke. Ich habe im Büro gegessen.“

„Mhh“, antwortete Brian abgelenkt und verfügte über ein eklatantes Aufmerksamkeitsdefizit seiner Frau gegenüber. Jedenfalls zeigte er für Duprees Geschmack viel zu viel Interesse an einem Basketballspiel, wenn man bedachte, dass er von Beruf Footballspieler war.

„Mein Tag war absolut chaotisch. Danke der Nachfrage“, ächzte Teddy ironisch und ging in die offene Küche des Lofts, um sich eine Flasche Bananensaft aus dem Kühlschrank zu nehmen.

Da Dupree wenig Interesse an Basketball zeigte, aber zu gerne etwas über Teddys Tag gehört hätte, musste er sich zwingen, sich nicht zu ihr zu gesellen und mit ihr zu plaudern. Teddy war ein wunderbarer Gesprächspartner und hatte ihm schon oft Geschichten über ihre faszinierenden Reisen erzählt. Dupree war zwar bereits in fast allen Bundesstaaten der USA gewesen, jedoch hatte er nicht viel von ihnen zu sehen bekommen, da er zusammen mit dem Team vom Flughafen zum Hotel und von dort zum jeweiligen Stadion gekarrt worden war. Früher hatte er von Reisen nur träumen können, schließlich hatte sich seine Familie nicht einmal ein Busticket nach New Orleans leisten können, als Dupree dorthin eingeladen worden war, um eine Ehrung als talentiertester Highschool-Tackle entgegenzunehmen. Als einziger Spieler hatte er damals keinen Angehörigen dabei gehabt. Heute hatte er entweder zu wenig Zeit, um die Welt zu bereisen, oder er fand niemanden, der ihn begleiten wollte. Blake beispielsweise käme nie auf die Idee, mit ihm nach Afrika zu fahren und dort auf Safari zu gehen oder den Kilimandscharo zu besteigen. Für Blake bestand ein toller Urlaub aus möglichst viel Alkohol und möglichst vielen Affären. Beide unterschieden sich in ihren Interessen wie Tag und Nacht. Zwar mochten sie von ihrer Statur und ihrem Äußeren den typischen Vorstellungen von Footballspielern gerecht werden, jedoch war lediglich Blake versessen auf Stripclubs, Partys, Alkohol und leichtlebige Frauen. Dupree dagegen zog ein gutes Buch jedem Stripclub vor, er mochte keine Partys, auf denen man sein eigenes Wort nicht verstehen konnte, er vertrug keinen Alkohol und verstand nicht, dass Frauen Geld dafür ausgaben, sich Silikon in den Körper zu spritzen. Da er sowieso ständig von Blake damit aufgezogen wurde, dass er für einen Footballspieler völlig untypische Hobbys hatte, blieb er auf der Couch sitzen und verfolgte gequält das Spiel.

„Mhh ... schön für dich, mein Schatz“, antwortete Brian abgelenkt.

Seine Frau schnaubte und öffnete die Flasche. „Ja, wirklich schön, dass mein Tag einem Horrortrip gleichkam.“

Weder Brian noch seine Teamkollegen Blake und Eddie nahmen Teddys ironischen Unterton wahr, doch Dupree sah fragend zu ihr hinüber. Sie bemerkte seinen alarmierten Blick und antwortete ihm mit einem dankbaren Lächeln.

Dies war einer der Momente, in denen Dupree für seine dunkle Hautfarbe dankbar war, da er spürte, wie er errötete. Er konnte einfach nichts dagegen tun – wenn ihn eine Frau anlächelte, errötete er wie ein Schuljunge und wurde nervös. Es war nicht so, dass er in Teddy verliebt war, denn sie war nicht nur seine Chefin, sondern auch die Frau seines Kumpels. Aber allein die Tatsache, dass sie ihn anlächelte, ließ ihn daran denken, dass er sie nackt gesehen hatte, woraufhin seine Wangen brannten, als hätte er den ganzen Tag in der Sonne gebrutzelt.

Er mochte Teddy gerne und verspürte ihr gegenüber einen enormen Beschützerdrang, den er ansonsten nur von seinen Schwestern Mirjam und Tabitha kannte. Für ihn gehörte Teddy mit zum Team, mit zu seiner Familie, und Dupree beschützte seine Angehörigen. Doch im Gegensatz zu seinen anderen Teammitgliedern konnte sie weder einen ausgewachsenen Bullen stemmen noch eine volle Bierdose mit einer Hand zerquetschen, daher passte er auf sie auf, wenn er der Meinung war, dass sie seine Hilfe benötigte. Waren es nun aufdringliche Paparazzi oder beleidigende Fragen bei Pressekonferenzen, Dupree setzte stets seinen mörderischsten Blick auf und fixierte den Urheber, bis dieser sich vor Angst in die Hosen machte. Darin war er verdammt gut.

„Baby? Steht da irgendwo die Soja-Sauce?“

Interessiert verfolgte Dupree, wie sein Kapitän weiterhin den Fernseher anstarrte, während er seine Frau nach der Soja-Sauce fragte. Teddy verschränkte lediglich die Arme vor der Brust und presste ihre Lippen aufeinander.

„Ja, das tut sie, Baby.“

Anscheinend ging Brian davon aus, dass seine Frau ihm die Sauce bringen würde, doch das tat sie nicht, sondern blieb dort stehen, wo sie war, und beobachtete ihn.

Als die Lakers einen Korb von der Mittellinie schafften, stöhnte Eddie frustriert auf, während Blake und Brian sich über den Schiedsrichter beschwerten und wild mit ihren Armen gestikulierten. Erst als sie sich wieder beruhigt hatten, bemerkte Brian, dass er immer noch ohne Soja-Sauce war, und drehte den Kopf, um Teddy anzuschauen, die ihn böse ansah.

„Wo ist denn nun die Soja ... aua!“

Dupree boxte ihn unsanft in die Seite.

„Danke, Dupree“, schnaubte Teddy, schnappte sich die Flasche und brachte sie ins Wohnzimmer, um sie dort auf den Tisch zu stellen.

Brian funkelte ihn an, bevor er an seine Frau entschuldigend murmelte: „Tut mir leid, Liebling, aber ...“

„Ich weiß ... die Lakers spielen gegen die Knicks“, sie ließ sich auf die Couchlehne fallen und schnappte sich eine kleine Frühlingsrolle von Eddies Teller. „Schaut ihr euch ruhig das Spiel an. Wo ist eigentlich Julian? Wollte er nicht auch kommen?“

Dupree beobachtete, wie Brian seiner Frau eine Hand auf die Hüfte legte und sie liebevoll streichelte, bevor er den Kopf in die Höhe reckte und sie kurz auf den Mund küsste.

„Julian hat abgesagt“, erklärte Blake. „Er war mit Liv beim Arzt.“

„Geht es ihr nicht gut?“ Besorgt setzte sie sich aufrecht hin und starrte Brian fragend ins Gesicht. „Stimmt etwas mit dem Baby nicht?“

„Doch“, beruhigte Brian sie sofort und biss sich zögernd auf die Unterlippe. „Die beiden waren beim Ultraschall und haben erfahren, dass es ein Junge wird.“

„Oh“, auch Teddy holte zögernd Luft und fragte mit einem unbehaglichen Ton in der Stimme. „Wie geht es ihr damit?“

„Julian sagte, sie würden sich freuen ... es ist nur, dass Liv das erst einmal verdauen musste.“

Dupree wandte den Blick ab und starrte auf seine Portion chinesischer Nudeln, während die Geräuschkulisse des Basketballspiels seltsam neben der bedrückten Stimmung im Raum wirkte. Der Geruch scharfer Gewürze, deren Herkunft vermutlich nicht einmal ein Lebensmittellabor herausgefunden hätte, stieg ihm in die Nase und kitzelte seine Geruchsnerven. Er rümpfte seine Nase und sah wieder beiseite, um nicht in Verlegenheit zu kommen, durch feuchte Augen aufzufallen, die die Jungs ganz sicher für Sentimentalität gehalten hätten.

„Ein Junge“, Teddy holte tief Luft. „Das ist sehr schön ... wirklich ... aber ich kann Liv verstehen.“

„Julian hat gesagt, dass sie in Tränen ausgebrochen ist“, murmelte Brian und wirkte selbst etwas bedrückt. „Dabei beteuerte sie, dass sie sich freute ...“

„Armer Julian“, mit einem zaghaften Lächeln legte Teddy den Kopf schief und legte ihre rechte Hand auf den Oberschenkel ihres Mannes.

Dupree fing einen kurzen Blick von Eddie auf, der seine breite Stirn in Falten gelegt hatte und ebenso unschlüssig wirkte, was er zu dieser Neuigkeit denken sollte. Er war nicht der Einzige. Auch Dupree hatte keine Ahnung, was er sagen sollte.

Seit drei Jahren spielte er für die Titans. In dieser Zeit war sehr viel passiert. Die Collegezeit war nicht leicht für ihn gewesen, daher hatte er voller Sorgen in die Zukunft geblickt und Angst davor gehabt, in ein neues Team zu kommen – in ein NFL-Team. Bis dahin hatte er immer große Schwierigkeiten gehabt, seinen Platz im Team zu finden, und musste im Endeffekt bemerken, dass sich die Kameradschaft nicht auf ihn erstrecken wollte. Am liebsten hätte er das Footballspielen sein gelassen und sich einen Job gesucht, aber zwei Gründe hatten ihn davon abgehalten. Erstens verließen sich fünf jüngere Geschwister und seine Mutter auf ihn, die mit seinem ersten Vertrag für die Titans endlich aus der baufälligen Baracke ausziehen und sich ein anständiges Haus mit einem hübschen Vorgarten sowie einer funktionierenden Heizung suchen konnten. Und zweitens liebte er es, Footballspieler zu sein, denn endlich hatte er etwas gefunden, in dem er wirklich gut war. Also hatte er trotz seiner Panik die Taschen gepackt und war nach New York gegangen. Damals war er zweiundzwanzig Jahre alt gewesen und hatte eine große Klappe gehabt, um seine Angst vor einem Job in der NFL zu verbergen.

Merkwürdigerweise hatte er sich im Team sofort wohl gefühlt. Er war der jüngste Spieler, der Rookie, und wurde unter die Fittiche seiner älteren Teammitglieder genommen, was für ihn eine völlig neue Erfahrung gewesen war. In diesem ersten Jahr hatten die Titans einen neuen Wide Receiver bekommen, Julian Scott aus Florida, der über viel Erfahrung in der NFL verfügte. Für Dupree war Julian zu einem älteren Bruder geworden, da er ihn oft beiseite genommen hatte, um ihn in die Mysterien des Spiels einzuführen. Noch heute war Dupree dem älteren Spieler dankbar. Zu der Zeit hatte sich Julian mit seiner Ex-Frau versöhnt und kurz darauf die Babyplanung ins Auge gefasst. Seine Frau Liv war momentan mit dem zweiten Baby schwanger, nachdem vor zwei Jahren Brianna zur Welt gekommen war. Das Team wusste, dass Liv und Julian vor vielen Jahren einen Sohn verloren hatten, daher war es kein Wunder, dass die fünf nun bedröppelt auf den gebratenen Reis und die Krabbenchips starrten.

„Ihr wollt es vielleicht nicht hören, Leute, aber es wurde Zeit, dass jemand für männlichen Nachwuchs sorgt.“

„Blake, kannst du nicht einmal die Klappe halten?“, seufzte Teddy und sah den Runningback Blake O’Neill tadelnd an.

Dieser kratzte sich verwirrt am schwarzen Haar. „Der Coach hat eine Tochter, Julian hat eine Tochter, Tom hat eine Tochter ... da wurde es Zeit, dass mal ein Junge kommt.“

Dupree konnte den Gedankengang seines Kumpels nicht wirklich nachvollziehen. Erst vor wenigen Monaten hatte das ganze Team zusammen Urlaub auf Hawaii gemacht, bei dem auch die Familien dabei gewesen waren. Die Tochter des Coachs, Jilian, sowie Brianna und Zoey, die Kleine seines Mitspielers Tom Peacock, waren absolut süße Mädchen, die die ganze Gesellschaft mit ihren piepsigen Stimmen und fröhlichen Lachen amüsiert hatten. Erst gestern hatte er auf Zoey aufgepasst, weil Tom mit seiner Freundin Erin ins Kino gegangen war. Sie hatten miteinander gespielt, ein Bild für seinen Spind gemalt und anschließend Hotdogs gegessen, wobei Dupree darauf hatte achten müssen, Zoey nicht zu verraten, dass der Hotdog einmal ein Schwein gewesen war. Die Kleine reagierte ziemlich heftig darauf.

„Darum geht es doch überhaupt nicht“, mischte sich nun auch Brian ein. „Liv und Julian sind überglücklich über das Baby, aber es ist für sie eine schwierige Situation. Das musst selbst du verstehen, Blake.“

„Was soll das denn heißen?“

„Es soll heißen, dass du nicht gerade ein Ausbund an Sensibilität bist“, warf Teddy ihm vor und verdrehte gekonnt die Augen.

Blake lief vor lauter Empörung rot an und runzelte finster die Stirn, um sie böse anzublicken. Teddy zuckte jedoch nicht zurück, sondern starrte ihn provozierend an und kaute dabei auf einer zweiten Frühlingsrolle herum, die sie vom Teller des fresssüchtigen Strong Safetys geklaut hatte, der so aussah, als wolle er sein Essen vor ihr in Sicherheit bringen.

„Ich bin sensibel“, beklagte sich nun Blake.

„Du bist so sensibel wie ein Ku-Klux-Klan-Mitglied auf Michael Jacksons Beerdigung“, grollte Eddie, während er argwöhnisch Teddy ansah, die seine Frühlingsrollen fixierte.

„Und ob ich sensibel bin!“

Die einzige Frau in der Runde schnaubte auf. „Versprich mir einfach, vor Liv die Klappe zu halten, Blake.“

„Oder was?“

Feixend lehnte sich Teddy zurück. „Oder ich werde dich zur Rückenhaarentfernung mit Heißwachs schicken, mein Lieber.“

Dupree unterdrückte ein Kichern, als Blake sprachlos seine Chefin anstarrte und anscheinend nicht wusste, was er antworten sollte. Um sich keine Blöße zu geben, blökte er Brian an: „Deine Frau hat eine viel zu große Klappe, Rabbit!“

„Das mag ich an ihr“, grinste Brian und zog sie halb auf seinen Schoß.

Als Teddy nach einer weiteren Frühlingsrolle greifen wollte, schob Eddie schnell seinen Teller beiseite. „Ich dachte, du hättest bereits gegessen!“

„Eure Anwesenheit macht mich hungrig.“

Dupree schob ihr seinen Teller über den Tisch zu. „Bitte.“

„Dupree ist der einzige Gentleman unter euch“, sie warf ihm einen imaginären Kuss zu und hob den Teller zu sich, um sich eine volle Gabel chinesischer Nudeln in den Mund zu schieben.

„Dupree ist auch noch nicht trocken hinter den Ohren ...“

„Jungs ...“, nuschelte Teddy mit vollem Mund.

Mit einem flammenden Blick sah Dupree über den Wohnzimmertisch zu Blake, der sich lässig nach hinten lehnte und ihn anstarrte. Im Gegensatz zu ihm selbst war Blake hinter jedem Rock her und ging dabei wenig subtil vor. Oft konnte man beobachten, wie er sich in Bars eine Ohrfeige nach der anderen abholte, doch häufig kam es vor, dass er mit seinen Macho-Sprüchen und dummen Auftritten Erfolg hatte. Dupree mochte Blake zwar, schließlich war er sein Kumpel, aber dessen unbedarftes Verhältnis zum anderen Geschlecht rang ihm sowohl Skepsis als auch Bewunderung ab. Skepsis, weil ihm sein Leben lang gepredigt worden war, Frauen mit Respekt zu behandeln, und Bewunderung, weil Blake anders als er selbst keine Probleme damit hatte, Frauen anzusprechen. Dupree wünschte, dass es ihm so einfach fallen könnte wie seinem Kumpel, mit jemandem zu flirten.

„Sag’ mal, Dupree“, Teddy hatte ihren Kopf schief gelegt und musterte ihn nun fragend. „Die PR-Abteilung nervt mich seit Tagen wegen eines Termins für deinen Werbeauftritt. Wann triffst du dich das nächste Mal mit Sarah Matthews?“

Bei diesem Namen legte sich seine Stirn in Falten und eine Faust schien seinen Magen zu umklammern. Sarah Matthews war ein Grund, weshalb Dupree sehr schlecht auf Blake zu sprechen war. Ein sehr großer Grund.

Der Schwachkopf Blake fing natürlich zu lachen an, sobald er diesen Namen hörte, und verschluckte sich dabei an einem Glückskeks.

Röchelnd klammerte sich Blake an die Couchlehne und griff sich an den Hals, der zugegebenermaßen wie der Hals eines Stieres wirkte, während er wenig charmante Töne von sich gab und kraftvoll hustete.

„Trink was!“, bellte Brian und reichte ihm eine Dose Bier hinüber.

Sein Teamkollege verweigerte das Bier und deutete wie verrückt auf seinen Hals, während ihm die Augen aus den Höhlen quollen.

„Blake, erstick jetzt bloß nicht!“ Teddy war abrupt aufgesprungen und hämmerte mit ihren Fäustchen auf seinem Rücken herum. „Nicht jetzt, da du einen neuen vier-Jahres-Vertrag unterschrieben hast!“

Blake schien nicht auf sie hören zu wollen, da er immer noch abartige Geräusche von sich gab und seinen Hals umklammerte.

„Lass’ mich mal“, Brian schob seine Frau beiseite und klopfte seinem Kumpel kraftvoll auf den Rücken. Dieser zuckte unter den Schlägen zusammen, röchelte jedoch immer noch, als würde ein übergewichtiger Mops nach einem Marathonlauf eine Sauerstoffmaske benötigen.

Auch Dupree sprang nun auf und starrte alarmiert auf den rot angelaufenen Blake, dem das Lachen vergangen war. Es wäre Ironie des Schicksals, wenn er an einem Keks, der eigentlich Glück bringen sollte, erstickte.

„Kennst du den Heimlich-Griff?“

„Sehe ich so aus?“, bellte Brian zurück.

Eddie dagegen war die Ruhe in Person, hatte seine Frühlingsrollen fest im Griff und verfolgte beglückt das Spiel, da die Knicks nun in Führung lagen. Dupree wusste, dass Eddie ein paar Scheinchen auf die Heim-Mannschaft gesetzt hatte.

„Verdammt, Blake“, schimpfte Brian und schlug seinem Mitspieler heftig auf den Rücken. „Wehe, wenn du hier krepierst!“

Dupree konnte beinahe die Rippen des Erstickenden brechen hören, als Brian ihn mit Schlägen malträtierte. „Schlag etwas tiefer“, schlug er vor und warf einen erschrockenen Blick auf den Runningback.

„Tu doch was, Brian!“

„Was denn?“, fragte Brian seine Frau halb panisch, und halb verärgert.

Von der Couch kam ein desinteressiertes Seufzen Eddies. „Luftröhrenschnitt?“

Blake quiekte erschrocken auf und grunzte dabei. Gerade in diesem Moment verpasste ihm Brian einen harschen Schlag aufs Schulterblatt und konnte genauso wie Dupree und Teddy mitansehen, wie ein Stück Glückskeks aus seinem Rachen sprang, durch die Luft segelte und am Bildschirm des Breitbildfernsehers landete, auf dem er kleben blieb. Wie in Zeitlupe löste sich das angesabberte Keksstück und rutschte den Bildschirm hinunter, wobei es eine unschöne Spur hinterließ, bei deren Anblick Dupree am liebsten gewürgt hätte, da es ihn an die Spur einer Schnecke erinnerte. Wenn man mit fünf Jahren von den Nachbarskindern gezwungen wurde, eine lebendige Schnecke zu essen, bekam man zwangsläufig einen Würgereflex, sobald man an Schnecken dachte. Bis heute konnte Dupree nicht einmal in einer Bäckerei Mohnschnecken bestellen, ohne sich übergeben zu wollen.

„Na, toll“, beschwerte sich Eddie, der verpasst hatte, wie einem Knicksspieler ein phänomenaler Wurf gelungen war. „Vielen Dank, O’Neill.“

„Hey“, krächzte Blake und keuchte dabei auf.

„Blake, das hat mich gerade fünf Jahre meines Lebens gekostet“, beklagte sich Teddy und ließ sich aufgebracht auf die Couch sinken. „Weißt du eigentlich, wie viel dein neuer Vertrag gekostet ...?“

„Wer ist denn jetzt unsensibel?“, ächzte Blake und schnappte wie ein Fisch auf dem Trockenen nach Luft, während er seinen Hals abtastete und sich nach vorne gebeugt hatte.

„Beruhigt euch“, Brian hielt ihm eine Flasche Wasser entgegen. „Vielleicht war dir das eine Lehre, nicht immer wie ein Schwein zu essen.“

Bevor das Thema zurück auf Sarah Matthews kommen konnte, verabschiedete sich Dupree von der Truppe und wurde von Teddy zur Tür gebracht. Sie küsste ihn auf die Wange und verschwand wieder im Loft, doch er hatte gesehen, dass sie eine Grimasse geschnitten hatte. Er konnte es ihr nicht versehen, schließlich hatte sie einen langen Arbeitstag hinter sich und musste nun den Chaoten Blake sowie Eddie beherbergen, anstatt sich ins Bett zu legen. Er dagegen machte sich auf den Heimweg und verließ Brooklyn, um nach East Harlem zu fahren.

In seiner Wohnung zog er sich bequeme Kleidung an und schlüpfte in eine Jogginghose sowie in ein weiches Sweatshirt, das ihm seine Schwester zu Weihnachten geschenkt hatte, bevor er sich eine warme Milch machte. Da er in den nächsten Tagen kaum zu Hause sein würde, öffnete er nicht einen neuen Milchkarton, sondern gab etwas Wasser hinzu, um die bereits angebrochene Milch zu verdünnen. Auch wenn er mittlerweile genug Geld verdiente, um eine eigene Molkerei zu kaufen, ließen sich zweiundzwanzig Jahre hartes Sparen nicht so einfach abstellen. Als Kind hatte er davon geträumt, ein eigenes Bett zu haben und endlich ein Glas Vollmilch zu trinken, die vorher nicht verdünnt wurde, damit jeder seiner Geschwister etwas davon hatte.

Er leistete sich kaum eine Verschwendung, fuhr keinen teuren Sportwagen, sondern hatte sich einen verlässlichen Kombi gekauft, er gab kein Geld für Luxusgüter oder Designerkleidung aus, sondern lebte im Vergleich zu anderen reichen Sportlern relativ bescheiden. Den einzigen Luxus, den er sich geleistet hatte, waren Zahnverblendungen aus Brillanten, die er sich nach seiner Vertragsunterzeichnung bei den Titans gegönnt hatte. Bereits vor Jahren hatte er Rapper im Fernsehen betrachtet – jedenfalls dann, wenn seine Mama nicht aufpasste, da sie grundsätzlich keine Musiksender erlaubte – und hatte sich geschworen, es den bewundernswerten Musikern nachzumachen, die es geschafft hatten, berühmt zu werden, obwohl sie Afroamerikaner waren und aus ärmlichen Verhältnissen stammten. Für Dupree waren die verblendeten Zahnreihen ein Zeichen gewesen, dass er es geschafft hatte. Zwar verdünnte er seine Milch noch, um keinen neuen Karton aufzumachen, den er hätte wegschmeißen müssen, aber durch die verzierten Zähne zeigte er, dass er nicht mehr der arme Junge aus Alabama war, der sich mit zwei Brüdern ein Bett teilen musste.

Gähnend ging er ins Wohnzimmer und sah, dass sein Anrufbeantworter blinkte. Ein Blick auf die Nummer sagte ihm, dass seine Mutter angerufen hatte, was ihn nicht wunderte. Sie rief täglich an. Lächelnd drückte er auf die erste Kurzwahltaste, um sie zurückzurufen. Da ihr Sohn in New York wohnte, mehrere Flugstunden von ihr entfernt, hatte sie es sich zur Aufgabe gemacht, täglich nachzuforschen, ob es ihm auch gut ging. Dupree vermisste seine Familie, auch wenn es mittlerweile nicht mehr so schlimm war wie in seiner Anfangszeit. Während des Colleges hatte er nicht oft anrufen können, da es einfach zu teuer gewesen war, daher genoss er es nun, sich stundenlang die Probleme seiner Geschwister anhören zu können, ohne an die Telefonrechnung zu denken. Sein Leben lang war er der große Bruder gewesen und konnte sich nur schwer damit abfinden, nicht mehr immer zur Stelle zu sein, wenn seine Geschwister ihn brauchten.

Heute ging nicht sofort seine Mutter an den Hörer, sondern die Stimme seines Bruders Gideon war zu hören, der gerade im letzten Highschooljahr war und ständig die Schule schmeißen wollte, um zu Dupree nach New York zu ziehen. Auch jetzt lamentierte er ewig herum, bis ihm seine Mutter den Hörer wegnahm und vernehmlich seufzte.

„Der Junge bringt mich noch um den Verstand.“

„Er ist jung, Mama ...“

„Ich weiß, aber du warst nicht so in dem Alter.“

Dupree schwieg und setzte sich in seinen Sessel. In Gideons Alter hatte Dupree zwei Nebenjobs gehabt und für den Abschluss gelernt, um die Stipendiumsbedingungen für das College zu erfüllen. Gideon musste das glücklicherweise nicht.

„Wirst du denn in diesem Jahr zu Thanksgiving nach Hause kommen?“

„Ich weiß es noch nicht, Mama. Vermutlich werden wir kurz darauf ein Spiel haben. Dann werde ich nicht kommen können.“

Wieder ertönte ein Seufzen. „Es ist nicht dasselbe, wenn du nicht dabei bist.“

„Ich weiß, Mama.“ Lächelnd lehnte er sich zurück. „Geht es euch allen denn gut?“

„Sehr gut. Wenn du zu Thanksgiving nicht herkommen kannst, solltest du vielleicht die Nichte von Reverend Sanderson einladen. Sie studiert in New York und wird sich sicher freuen, bei dir eingeladen zu werden. Wie ich höre, besucht sie eine bezaubernde Gemeinde in Queens.“

Dupree presste die Lippen aufeinander, fiel seiner Mutter jedoch nicht ins Wort. Sie fand, dass er mit sechsundzwanzig Jahren endlich eine Frau finden sollte, um diese zu heiraten und sesshaft zu werden. In der Welt, in der er lebte, war man mit sechsundzwanzig unglaublich jung, um zu heiraten. In der Gemeinde seiner Mutter feierten Sechsundzwanzigjährige nicht selten ihren achten Hochzeitstag. Stets blendete er dieses Thema aus, wenn seine Mutter ihm ins Gewissen redete, weil er ihr nicht erklären konnte, wie schwer es ihm fiel, eine Frau kennenzulernen. Schon immer hatte er Probleme gehabt, ein Mädchen anzusprechen, geschweige denn, sie um eine Verabredung zu bitten. Als bekannter Footballspieler war es noch sehr viel komplizierter, jemanden kennenzulernen.

Während seine Mutter über den Kirchenbasar sprach, blätterte Dupree in dem Buch herum, das neben ihm lag. Der Fänger im Roggen war eines seiner Lieblingsbücher, das mittlerweile total zerfleddert war, weil er es so oft gelesen hatte. Gerade anfangs, als er nach New York gezogen war und nicht gewusst hatte, was er mit sich in dieser riesigen Stadt ohne Freunde anstellen sollte, hatte er das Buch verschlungen und viele Gemeinsamkeiten zwischen sich und dem Protagonisten Holden entdeckt. Mittlerweile fühlte er sich nicht mehr so einsam wie am Anfang, schließlich hatte er Freunde gewonnen und war Mitglied des Teams. Nichtsdestotrotz hatte der Anblick des Buches stets etwas Tröstliches an sich.

Nachdem er aufgelegt hatte, die Finger über den Buchrücken wandern ließ und seine langen Beine von sich streckte, dachte er unwillkürlich über Teddys Frage nach und erinnerte sich daran, wie er vor einigen Monaten Sarah Matthews begegnet war.

Er war mit einem total betrunkenen Blake in einem Club gewesen und hatte den Superbowlsieg gefeiert. Heute könnte er sich selbst ohrfeigen, wenn er daran dachte, dass er tatsächlich auf Blake gehört hatte, als dieser ihm Flirttipps gab. Damals waren ihm Blakes Fehler gar nicht aufgefallen und er hatte ihm blind vertraut, da Blake ein ziemlicher Aufreißer war und Erfahrung darin hatte, Frauen anzusprechen. Vielleicht hatte es auch daran gelegen, dass er Blakes Tipps nicht hinterfragt hatte, weil er sich sehr einsam gefühlt und ein Blick in das Gesicht der jungen Blondine ihn geradezu umgeworfen hatte. Neben ihm war die Blondine wie ein Winzling erschienen, aber sie hatte ein tolles Lächeln und war nicht sofort weggelaufen, als er sich dazu durchgerungen hatte, sie anzusprechen. Im Gegenteil, denn Sarah hatte mit ihm geplaudert, gelacht und war erst dann merkwürdig geworden, als er Blakes Tipps anwendete, ihr voller Stolz seinen Superbowlring zeigte und von dem vielen Geld sprach, das er verdiente.

Er war sich selbst wie ferngesteuert vorgekommen, als würde ihn irgendjemand dazu zwingen, diesen Schwachsinn von sich zu geben, obwohl er eigentlich die Klappe halten wollte. Noch heute brannte sein Gesicht, wenn er darüber nachdachte, dass er ihr tatsächlich gesagt hatte, dass er normalerweise auf größere Brüste stand, aber bei ihr gerne eine Ausnahme machte. Ausgerechnet er, der sich unbehaglich fühlte, wenn ihn seine Kumpels in eine Striptease-Bar schleppten, hatte vor einem netten Mädchen über deren Brüste gefaselt!

Die Situation war eskaliert, als sie ihm ihr Knie in die Weichteile gerammt hatte und abgehauen war. Wenigstens hatte Dupree sich damit trösten können, dass er sie nicht wiedersehen musste. Falsch gedacht, denn Sarah war einige Wochen später wieder aufgetaucht, um sich als Mitarbeiterin der Brustkrebshilfe herauszustellen, für die Dupree ehrenamtlich Werbung machte. Sie war sogar seine Ansprechpartnerin und arbeitete mit ihm zusammen an der Öffentlichkeitsarbeit. Das Leben konnte so ungerecht sein!

 

 

 

 

2. Kapitel

 

Das Leben konnte so scheiße sein!

Sarah Matthews war extrem froh, dass sie in keinem Großraumbüro arbeitete, als sie die Bürotür verschloss, sich dagegen lehnte und ihren Tränen freien Lauf ließ.

Von Anfang an hatte sie gewusst, dass es hart wäre, gerade diese Stelle anzunehmen und sich tagtäglich mit Brustkrebspatientinnen und deren Angehörigen zu beschäftigen, aber sie hatte sich gesagt, dass sie Gutes tun konnte und sich selbst einfach zurücknehmen musste. Ihr Job erfüllte sie, machte sie stolz und gab ihr das Gefühl, etwas bewirken zu können. An manchen Tagen jedoch wäre sie am liebsten verzweifelt und beklagte die Grausamkeit des Schicksals. Ihre Vorgesetzte Miranda behauptete zwar, dass es mit der Zeit besser würde, und Sarah wollte ihr da nicht widersprechen, dennoch hatte sie allein in den vergangenen vier Monaten so viele schlimme Schicksalsschläge miterlebt, dass sie das nicht glauben konnte.

Mit zittrigen Händen wischte sie sich die Tränen beiseite und starrte unglücklich auf die wunderschöne Geburtsanzeige eines kleinen Mädchens. Sarah hatte die rosafarbene Karte erst vor fünf Wochen an ihre Pinnwand geklebt und ständig lächeln müssen, wenn ihr Blick darauf gefallen war. Das Mädchen mit dem zerknautschten Gesicht und dem winzigen Mützchen auf dem Kopf trug den Namen Sophie und war zusammen mit ihrer Mutter Mary Sarahs erste Initiative in diesem Job gewesen. Zu dieser Zeit war Sophie nicht einmal geboren und doch der Grund gewesen, weshalb Sarah einen langen Bericht über sie und ihre dreiunddreißigjährige Mutter veröffentlichte. Mary hatte am Anfang ihrer Schwangerschaft die Diagnose Brustkrebs erhalten und sich gegen eine Chemotherapie entschieden, um den Fötus zu schützen. Sie hatte gewusst, dass die aggressive Therapie, die bei ihr nötig gewesen wäre, das Baby höchstwahrscheinlich geschädigt hätte. Im Gegensatz zu ihr, die sich keine Illusionen über ihre Krebserkrankung gemacht hatte, war ihr Mann sehr hoffnungsvoll gewesen, dass Mary gleich nach der Geburt den Krebs besiegen könnte, wenn sie sofort mit der Therapie begann. Fünf Wochen später war Mary nun tot.

Sarah stieß sich von der Tür ab und ging um ihren Schreibtisch herum, bevor sie nach ihrem Handy griff. Sie fühlte sich hilflos und rief den einzigen Menschen an, der sie jetzt aufmuntern könnte.

„Hallo, Mom ... ich bin’s.“

„Liebling“, erklang die tröstliche Stimme ihrer Mutter. „Geht es dir nicht gut? Du klingst schrecklich.“

Mit wackligen Beinen setzte sich Sarah in ihren Sessel und schluckte. „Ich habe dir doch von Mary erzählt – der schwangeren Frau mit dem inflammatorischen Karzinom.“

Ihre Mutter schwieg einen Moment, bevor sie leise erklärte: „Ja, das hast du. Sie hat ein kleines Mädchen bekommen, richtig?“

„Ja“, mit einem Kloß im Hals flüsterte sie. „Mary ist gestern gestorben. Gerade eben hat ihr Mann angerufen.“

„Das tut mir sehr leid.“

„Mir auch.“

Eine kurze Zeit herrschte Stille am anderen Ende, bevor ihre Mom mit sanfter Stimme erklärte: „In der nächsten Woche kann ich mir freinehmen, Schatz. Möchtest du, dass ich dich besuchen komme? Du weißt, dass ich dich vermisse und mir sehr gerne deine neue Wohnung anschauen würde.“

„Ich vermisse euch auch, aber du musst nicht extra von Florida nach New York fliegen und meine Wohnung vorschieben, um mich zu trösten, auch wenn ich das sehr lieb finde und dich sehr gerne sehen würde.“

Ein tiefer Seufzer war die Antwort. „Ach, Sarah ...“

„Nein, wirklich. Weißt du, ich bin mittlerweile erwachsen“, erklärte sie amüsiert.

Dieses Mal antwortete ihre Mom mit einem Schnauben. „Auch wenn du erwachsen bist, bleibst du mein Baby.“

Lächelnd lehnte Sarah den Kopf zurück. „Du hast gar nicht die Zeit, um mich zu besuchen, Mom. Wie soll Jamie denn seine Collegebewerbung fertigbekommen ...?“

„Dein Bruder wird sicherlich ohne mich diese Bewerbung schreiben können. Außerdem ist dein Vater auch noch da und kann ihm helfen.“

Mit einem kleinen Lachen stellte sich Sarah vor, wie ihr Dad und ihr Bruder zusammen über der Bewerbung fürs College hingen und sich vermutlich nach wenigen Minuten vor den Fernseher setzten, um Sportnachrichten zu schauen und sich eine Pizza zu bestellen. Sobald ihre Mom das Haus verließ, herrschte daheim in Pensacola Anarchie. Sarahs zwei Brüder, die beide um ein paar Jahre jünger waren, tanzten ihren Eltern auf der Nase herum.

„Danke, Mom. Du musst wirklich nicht kommen.“

„Wenn du meinst ...“

„In der nächsten Woche habe ich außerdem einige Termine, die ich nicht verschieben kann.“

„Mit dem Footballspieler?“

Sarahs Gesicht verschloss sich für einen Moment, als sie an das gestrige Telefonat mit dem wortkargen Dupree Williams dachte. In der nächsten Woche würde sie ihn treffen und sah dieser Begegnung mit Magenschmerzen entgegen.

„Frag’ ihn doch bitte nach zwei Autogrammen für deine Brüder. Die beiden sind große Fans und bekommen sich vor lauter Aufregung, dass du ihn kennst, gar nicht mehr ein.“

„Ich kenne ihn nicht wirklich ...“

„Du erstellst seine Werbekampagne, Schatz.“ Mit einem amüsierten Laut kicherte ihre Mom in den Hörer. „Das ist doch schon etwas.“

„Natürlich frage ich ihn nach den Autogrammen“, entgegnete Sarah, da sie keine Lust hatte, ihrer Mom erklären zu müssen, weshalb sie auf den Star-Tackle der New York Titans nicht gut zu sprechen war. Nachdem sie versprochen hatte, sich in den kommenden Tagen wieder zu melden, legte sie auf und griff nach einem Stift, um sich ein paar Notizen zu ihren kommenden Terminen zu machen, doch schon bald schweiften ihre Gedanken ab. Beinahe nervös kaute sie auf dem Stift herum und fixierte den Computermonitor, bevor sie sich unwirsch durch ihren blonden Pony fuhr.

Dupree Williams hätte ihr gestohlen bleiben können, wenn nicht er ausgerechnet das Aushängeschild der New Yorker Brustkrebshilfe gewesen wäre. Vor zwei Jahren war er als einziger Spieler mit einem T-Shirt, auf dem die rosafarbene Schleife der Brustkrebshilfe abgedruckt gewesen war, zum jährlichen Spendenlauf erschienen und hatte die Herzen der New Yorker Frauen im Sturm erobert. Jedenfalls wurde es sich genauso erzählt. Seitdem war er der Pate ihrer Organisation und machte ehrenamtlich Werbung, was zwar lobenswert war, Sarah jedoch nicht beeindruckte, da sie ihn auch anders kannte.