Knowledge Management in der New Economy - Problem oder Chance? - Ralf Winter - E-Book

Knowledge Management in der New Economy - Problem oder Chance? E-Book

Ralf Winter

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Beschreibung

Diplomarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation, Note: 2,1, Universität Regensburg (Innovations- und Technologiemanagement), Sprache: Deutsch, Abstract: Aufgabe dieser Arbeit ist es, das Konzept eines ganzheitlichen Wissensmanagementsystems darzustellen und die Frage zu klären, ob Unternehmen der New Economy damit ein hilreiches Managementkonzept zur Verfügung steht. Vorreiter im Wissensmanagement waren Ende der 80er Jahre grosse Konzerne und Beratungsfirmen. Im Unterschied zu Großunternehmen bieten Unternehmen der New Economy andere Rahmenbedingungen für ein derartiges System, die sich in einem anderen Anforderungsportfolio niederschlagen. Zunächst wird im Rahmen dieser Arbeit der Begriff Wissen und die Bedeutung von Wissen auf Unternehmensebene erläutert. Vor diesem Hintergrund muss Wissen als zusätzlicher Produktionsfaktor betrachtet werden, womit dem Wissensmanagement der Status der Nutzung von Kapital zukommt. Die Betrachtungsweise als "Wissenskapital" stützen Untersuchungen über den Anteil von Wissen an der Wertschöpfung eines Unternehmens. In einer Studie nach Heisig1 gaben 36% der Befragten deutschen Unternehmen an, der Anteil des Produktionsfaktors Wissen an der Wertschöpfung betrage mehr als 60 Prozent. Aufgrund dieser Befragung wird die Problematik des entgangenen Vorteils durch nicht genutztes Wissen in Unternehmen offensichtlich. 82% der Befragten beurteilten in der gleichen Studie den entgangenen Nutzen durch "brachliegendes" Wissen mit mittel bis hoch. Ein erfolgreiches Wissensmanagement kann sich direkt auf die Wertschöpfung des Unternehmens auswirken. Komplettiert wird das Wissensmanagementsystem mit der Ausarbeitung theoretischer Ansätze und den Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis. Im Weiteren wird auf die Besonderheiten der New Economy eingegangen und auf Unternehmen der Internet-Ökonomie eingegrenzt. Zum Abschluss werden die dargebrachten Ergebnisse zusammengeführt und der Nutzen eines Wissensmanagementsystems für Internet-Unternehmen analysiert. 1 Vgl. Heisig 1999.

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Veröffentlichungsjahr: 2003

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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wissen und Wissensmanagement
2.1 Der Begriff Wissen.
2.2 Wissensarten.
2.2.1 Implizites (tazites) und explizites Wissen.
2.4.1.1 Die Wissensträger
2.4.1.2 Die Wissensverfügbarkeit.
2.4.1.3 Dynamik der Wissensbasis
2.4.1.4 Zusammenfassung
2.6.1.1 Humanorientierter Ansatz nach Nonaka/Takeuchi
2.6.1.3 Das Bausteinkonzept von Probst/Raub/Romhardt
2.6.1.3.1 Wissensziele
2.6.1.3.2 Wissensidentifikation.
2.6.1.3.3 Wissenserwerb
2.6.1.3.4 Wissensentwicklung.
2.6.1.3.6 Wissensnutzung
2.6.1.3.7 Wissensbewahrung
2.6.2 Beurteilung der verschiedenen Ansätze
2.6.3 Praktische Ansätze - Organisation
2.6.3.1 Wissensbasierte Unternehmenskultur
2.6.3.2 Organisationsform
2.6.3.3 Customer Relationship Management (CRM)
2.6.4.1 Intranet
2.6.4.2 Data Warehouse, OLAP und Data Mining
2.6.4.3 Groupware und Workflowmanagement
2.6.4.5 Customer Relationship Management System (CRM)
2.6.5 Barrieren
3. WM in der New Economy.
3.1 Evolution der Neuen Ökonomie
3.3.2 Von der Informationswirtschaft zur Internet-Ökonomie
3.4 Charkteristika der Internet - Ökonomie
3.5 Charakteristika der Internet-Unternehmen.
3.5.2 Geschäftsmodelle
3.5.3.1 Costomer Relationship
3.5.3.2 Wachstum und organisatorischer Wandel.
3.5.3.3 Management
4. Fazit

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Knowledge Management in der New Economy

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1 Einleitung

Erläuterung der Aufgabenstellung

Aufgabe dieser Arbeit ist es, das Konzept eines ganzheitlichen Wissensmanagementsystems darzustellen und die Frage zu klären, ob Unternehmen der New Economy damit ein hilreiches Managementkonzept zur Verfügung steht. Vorreiter im Wissensmanagement waren Ende der 80er Jahre grosse Konzerne und Beratungsfirmen.Im Unterschiedzu Großunternehmen bieten Unternehmen der New Economy andere Rahmenbedingungen für ein derartiges System, die sich in einem anderen Anforderungsportfolio niederschlagen. Zunächst wird im Rahmen dieser Arbeit der Begriff Wissen und die Bedeutung von Wissen auf Unternehmensebene erläutert. Vor diesem Hintergrund muss Wissen als zusätzlicher Produktionsfaktor betrachtet werden, womit dem Wissensmanagement der Status der Nutzung von Kapital zukommt. Die Betrachtungsweise als "Wissenskapital" stützen Untersuchungen über den Anteil von Wissen an der Wertschöpfung eines Unternehmens. In einer Studie nach Heisig1gaben 36% der Befragten deutschen Unternehmen an, der Anteil des Produktionsfaktors Wissen an der Wertschöpfung betrage mehr als 60 Prozent. Aufgrund dieser Befragung wird die Problematik des entgangenen Vorteils durch nicht genutztes Wissen in Unternehmen offensichtlich. 82% der Befragten beurteilten in der gleichen

1Vgl. Heisig 1999.

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Studie den entgangenen Nutzen durch "brachliegendes" Wissen mit mittel bis hoch. Ein erfolgreiches Wissensmanagement kann sich direkt auf die Wertschöpfung des Unternehmens auswirken. Komplettiert wird das Wissensmanagementsystem mit der Ausarbeitung theoretischer Ansätze und den Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis. Im Weiteren wird auf die Besonderheiten der New Economy eingegangen und auf Unternehmen der Internet-Ökonomie eingegrenzt. Zum Abschluss werden die dargebrachten Ergebnisse zusammengeführt und der Nutzen eines Wissensmanagementsystems für Internet-Unternehmen analysiert.

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2 Wissen und Wissensmanagement

2.1 Der Begriff Wissen

Bevor auf die Konzepte WM und New Economy eingegangen werden kann, muss zuerst der Begriff Wissen definiert, abgegrenzt, in verschiedenen Arten dargestellt und Möglichkeiten seiner Generierung aufgezeigt werden. Für den Begriff Wissen gibt es keine eindeutige oder allgemeingültige Definition, da man von verschiedensten Sichtweisen aus (z.B. Philosophie, Psychologie, Soziologie) Wissen interpretieren kann. Da Wissen in dieser Arbeit vor einem betriebswirtschaftlichen Hintergrund betrachtet wird, stellen folgende Definitionen einen guten Überblick dar: Wissen ist...

"... das Resultat verarbeiteter Informationen. Zum Wissen gehören Kenntnisse, Meinungen, Auffassungen, Bewertungen und Ziele"2

"... die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen. Wissen stützt sich auf Daten und Informationen, ist im Gegensatz zu diesen jedoch immer an Personen gebunden.“3"... alles, was ein Akteur zur Erzeug ung von Handlungen, Verhalten und Lösungen verwendet: Kenntnisse, Meinungen, praktische Regeln und Techniken, Patentrezepte, Weltbilder, aber auch Bräuche, Mythen und Aberglaube; ... bedeutungsvolle, kontextgebundene Information"4

2Kraak1991, S.12.

3Probstet al.1997, S.44.4Preissleret al. 1997, S.2.

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"... zweckgerichtete Kompetenz der Organisation und ihrer Mitarbeiter"5"... die Gesamtheit aller Kenntnisse auf einem bestimmten Gebiet"6Wissen stützt sich bis zu einem gewissen Grad auf Daten, auf codierte Zeichen ohne Interpretation ihrer Bedeutung. Sie bilden das Rohmaterial für die Schaffung von Information, die als Nachricht einen Empfänger erreicht, für den deren Inhalt eine Veränderung (Weltbild, Selbstverständnis, etc.) bewirkt und ihm zu einer neuen Einsicht verhilft. Wissen bildet aus Erfahrungen, Wertvorstellungen, Kontextinformationen und Fachwissen einen Rahmen zur Beurteilung und Eingliederung neuer Erfahrungen und Informationen. Entstehung und Anwendung von Wissen findet im Kopf statt und ist damit direkt an die Person gebunden. Der Anwendungsbezug führt zu Könnerschaft bei der betreffenden Person, die durch Wollen zum Handeln wird. Wird kontextabhängig richtig gehandelt, dann liegt Kompetenz vor, die durch Einzigartigkeit zu Wettbewerbsfähigkeit führt. Dieser Sachverhalt wird durch die "Wissenstreppe" sehr gut beschrieben (s.Abb.1).7

Wissen befähigt Menschen mit den vorhandenen Informationsquellen intelligent umzugehen und entsprechend zu handeln. Wissen ist in seiner strukturiertesten Form in Datenbanken und Dokumenten zu finden und in Routinen, Prozessen, Praktiken und Normen enthalten. Wissen ist zugleich Prozess und Bestand. Wissen wird zu einem Drittel aus Dokumenten bezogen und zu zwei Dritteln durch persönliche Kontakte (formelle Ausbildungsverhältnisse, informelle Gespräche, etc.) vermittelt.8

5Chrobok1998, S.184.

6Heinrich1995, S.564.7Vgl.North 1999, S. 39 ff.

8Vgl.Davenport,Prusack 1998, S.32ff.

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2.2 Wissensarten

2.2.1 Implizites (tazites) und explizites Wissen

Besonders im Unternehmensumfeld ist es sinnvoll, vorliegendes Wissen gemäß den Gesichtspunkten implizites oder explizites Wissen und weiterhin personales oder organisationales Wissen weiter zu klassifizieren.

9Vgl.Drucker 1993, S. 35.

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„Ohne eine klare Einsicht in die Problematik der Übergänge zwischen implizitem und explizitem Wissen kommt nicht zum Vorschein, warum das Kernproblem von Wissensmanagement die Verknüpfung und Rekombination der personalen und organisationalen Komponente von Wissen, Lernen und Innovationskompetenz ist.“10

Explizites Wissen lässt sich im Gegensatz zum impliziten systematisch in Strukturen oder Prozessen darlegen und ist damit gut dokumentier- und vermittelbar. Derartig kodifiziert k ann es laut Weißbach einen Beitrag zur Lösung strukturierter Probleme leisten, indem der Lösungsweg zum Beispiel in einem Prozessablauf dargestellt wird. Im Resultat kann Wissen vor allem in expliziter Form physisch gespeichert und direkt verteilt werden.Implizites Wissen repräsentiert dagegen eher das subjektive Können, also Fähigkeiten und Kompetenzen, die nicht vollständig beschreibbar sind. Diese mentalen Modelle, Glaubens- und Rechtfertigungssysteme, ergeben insgesamt ein Bild von der Realität sowie Vorstellungen über die Zukunft und beinhalten so vermutete Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge. Implizite Wissensbestände sind schwer formalisierbar und können

nur indirekt, zum Beispiel über Analogien, weitergegeben werden.11Damit wird eine Problemlösung als A rbeitsergebnis auch durch die Fähigkeit des Ausführenden limitiert, neues Wissen in die eigenen Erfahrungen und Kompetenzen, also den internalisierten Wissensbestand, einzufügen und so in eigenen Tätigkeiten zu berücksichtigen.

10Vgl.Willke, H. 1998, S.17.

11Vgl.Weissbach et al. 1998

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2.2.2Personales und organisationales Wissen

Personales Wissen befindet sich nur für einzelne Individuen im Zugriff, kollektives Wissen dagegen für mehrere zur gleichen Zeit. Wenn implizites Wissen gleichermaßen in verschiedenen Köpfen vorhanden ist, so ist es organisational. Ist explizites Wissen nur durch Verschluss oder Verschlüsselung für ein Individuum erreichbar, ist es personal.12In Organisationen ist Wissen häufig in Dokumenten oder auf Speichermedien enthalten. Es erfährt ferner eine allmähliche Einbettung in organisatorische Routinen, Praktiken, Normen, Standardverfahren, Kodifizierungen, Arbeitsprozess-Beschreibungen, Traditionen und die spezifischen Kulturmerkmale einer Organisation.13

Erst personales und organisationales Wissen zusammen „bieten gegenüber den Kontingenzen und Anforderungen einer dynamischen Umwelt einigermaßen Gewähr dafür, dass die notwendigen Anpassungen gelingen, weil sich Schwächen der einen Seite durch Stärken der anderen kompensieren lassen.“14

Für Unternehmen ist letztlich das kollektive Wissen ausschlaggebend, weil es koordinierte Handlungszusammenhänge darstellen kann. Einzelne Experten genügen nicht, sofern sie ihr Wissen nicht im Umfeld mitteilen und dort adäquate Handlungen aktivieren können. Personales Wissen muss daher kollektiviert werden, d.h. ursprünglich nur wenigen zugängliches Wissen wird durch Maßnahmen mehreren zugänglich gemacht.

12Vgl.Rehäuser/Krcmar 1996, S.7.

13Vgl.Davenport/Prusack 1998, S.32.14Willke,H. 1996, S.281.

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Wettbewerbsvorteile erwachsen der Organisation aus organisationalem Wissen. Dieses ist in ein Netz von Beziehungen so eingebettet, dass es nicht in Einzelteile zerlegt und als solche imitiert oder erworben werden kann.15

2.3Theorie der Wissensschaffung in Unternehmen

Die Umwandlung individuellen, impliziten Wissens in kollektives Wissen ist Voraussetzung für eine bessere Informationsversorgung und -bearbeitung sowie für eine Wertschöpfung durch Wissen. Organisationales, d.h. kollektives Wissen ist nur das Wissen, das unabhängig von den Mitarbeitern in den Operationsformen des sozialen Systems Unternehmen gespeichert ist.16Hierzu zählen Regelsysteme, Standardverfahren, Leitlinien, Arbeitsprozessbeschreibungen, Routinen, Traditionen, Datenbanken usw. Die symbolische Kultur des Unternehmens ist ebenfalls ein Element des kollektiven Wissens; in welchem Maß sie explizierbar ist, ist freilich strittig. DieSchaffung kollektiver Wissensbeständeist also eine Hauptaufgabe des Unternehmens, bei der ein systematisches Wissensmanagement hilft. Voraussetzung hierfür ist z. B. der Austausch von Erfahrungen und Gedanken, die Individuen oder kleine Teams mit ihren Projekten gemacht haben. Sie sollten als „lessons learned“ dokumentiert und aufbereitet werden, um anderen Mitarbeitern und Teams zur Verfügung zu stehen, die ähnliche Aufgaben bewältigen müssen. Auf diese Weise wird verhindert, Fehler zu wiederholen.

15Vgl.Schneider, U. 1996, S.21.

16Vgl.Willke 1998, S.16.

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