Kooperationen im Mittelstand - Andrea Marciniak - E-Book

Kooperationen im Mittelstand E-Book

Andrea Marciniak

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Beschreibung

Bachelorarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich BWL - Unternehmensforschung, Operations Research, Note: 1,3, HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen, Sprache: Deutsch, Abstract: „Kooperationen im Mittelstand - Strategische Instrumente für gemeinschaftliche Zusammenarbeit in Konkurrenzsituationen“ Das Ziel der vorliegenden Arbeit bestand darin, neue methodische Mittel zu finden, mit denen vorwiegend mittelständische Unternehmen im vorhandenen Wettbewerb erfolgreich tätig sein können. Dabei wurde auf die kooperative Interaktion zwischen den Unternehmen eingegangen. Die Ergebnisse, die eine zukünftig wachsende Bedeutung von kooperativen Netzwerkstrukturen für kleine und mittlere Unternehmen nahe legten, zeigten, wie in vielfältigen Situationen Vorteile durch kooperatives Handeln entstehen können. Bei der Ausarbeitung erwies es sich, dass je nach Situation und Unternehmen unterschiedliche Kooperationsformen empfohlen sind. Die vielfach empfohlenen Unternehmensnetzwerke stellen nicht die effizienteste Form unternehmerischem Handeln dar. Doch die wachsende Begeisterung für Kooperationen, um den Zugang zu neuen Märkten und Technologien einfacher zu gestalten wird unerwartet durch unterschiedlich begründete Kooperationshemmnisse erschwert. Viele dieser Hemmnisse liegen in der Gründer- oder Unternehmerpersönlichkeit, durch die diese Unternehmen größtenteils gelenkt werden. Aufgrund der Barrieren hinsichtlich interorganisationalen Zusammenarbeit, integrieren mittelständische Unternehmen eine Zusammenarbeit wie Kooperation oder gar kooperative Netzwerke nicht in ihre strategische Entscheidungsfindung. Diese Kooperationshemmnisse behindern das Entstehen von partnerschaftliche Aktivitäten und die daraus resultierende Erfolge. Zum Überwinden der Hemmnisse gehört eine Sensibilisierung und Veränderung der Unternehmerpersönlichkeiten hinsichtlich ihrer Einstellung gegenüber den Kooperationsformen. Wichtig ist es dabei aufzuzeigen, dass das Einbringen in ein kooperatives Unternehmensnetzwerk sehr lohnenswert sein kann, da die damit verbundenen Wettbewerbsvorteile nutzbar gemacht werden können. Zusätzlich hat es zur Folge, dass die Überwindung der Hemmnisse des einen mittelständischen Unternehmers auch andere Unternehmer motiviert. Dies erleichtert den Aufbau eines mittelständischen Unternehmensnetzwerks. Als Resultat sind moderne Konzepte wie Coopetition Handwerkszeuge, um die strategische Ausrichtung im Unternehmen zu verändern oder gar neu zu gestalten. Das Potential solcher Theorien ist bedeutend, fordert aber einen Wandel in der unternehmerischen Selbstständigkeit.

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Veröffentlichungsjahr: 2010

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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemerörterung
1.2 Im Fokus: der Mittelstand
1.3 Vorgehensweise
2 Anforderungen an den Mittelstand
2.1 Wettbewerbsfaktoren
2.1.1 Wettbewerbsfaktor Kosten
2.1.2 Wettbewerbsfaktor Qualität
2.1.3 Wettbewerbsfaktor Zeit
2.1.4 Wettbewerbsfaktor Flexibilität
3 Kooperationen in der Theorie
3.1 Begrifflichkeiten
3.2 Netzwerke als Voraussetzung für Kooperation
3.2.1 Ausprägungen von Netzwerken
3.2.1.1 Stabile Unternehmensnetzwerke.
3.2.1.2 Regionale Netzwerke
3.2.1.3 Dynamische Unternehmensnetzwerke
3.2.1.4 Virtuelles Unternehmen
3.2.2 Kooperationsrichtungen
3.3 Kooperation und Nutzen - die Spieltheorie
3.3.1 Spieltheoretische Grundlagen
3.3.2 Eine Geschichte
3.3.3 Die Konsequenz der Geschichte
3.4 Aufdecken von Komplementen - der Koopetitionsansatz
3.4.1 In Komplementen denken
3.4.2 Die Elemente des Spiels
4 Kooperationen in der Praxis
4.1 Kooperationsbereitschaft des deutschen Mittelstands
4.2 Ursachen von Kooperationshemmnisse
4.3 Potentiale von Coopetition zum Abbau von Kooperationshemmnissen
4.4 Lösungsansätze zum Ausschluss von Risiken bei Coopetition
5 Zusammenfassung und Fazit
5.1 Zusammenfassung: Kooperationen in der Praxis
5.2 Fazit

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AbkürzungsverzeichnisBDI Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. ECE Economic Commission for Europe ERP Enterprise Ressource Planning F&E Forschung und Entwicklung IfM Institut für Mittelstandsforschung IIG Institut für Informatik und Gesellschaft KMU klein- und mittelständische Betriebe PPS Produktionsplanungs- und Steuerungssystem

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1 Einleitung

Der mit der Globalisierung einhergehende Wettbewerbswandel zwingt auch kleinere und mittlere Unternehmen zu einem Überdenken ihrer altbewährten Strukturen. Aus der derzeitigen Marktsituation geht eine Verschärfung der Konkurrenzsituation unter den einzelnen Unternehmen hervor. Viele der kleineren und mittleren Unternehmen haben sich schon erfolgreich auf die derzeitige Wettbewerbssituationen umgestellt. Durch langfristige Zulieferverträge werden Preise gesichert, durch Just-In-Time Lieferungen werden Kundenaufträge zeitgerecht produziert und ausgeliefert.1Das Umstellen auf neue

marktorientierte Situationen scheint erfolgreich vollzogen.

1.1 Problemerörterung

Worin aber liegen die hauptsächlichen Kernelemente des Wettbewerbswandels? Gibt es weitere Wandlungsprozesse innerhalb der Wirtschaft, die den unternehmerischen Mittelstand betreffen? Welche Veränderungsprozesse sollte der derzeitige Wandel bei kleineren und mittleren Unternehmen auslösen? Welche Auswirkungen und Konsequenzen haben diese Entwicklungen für die Ausrichtung kleiner und mittlerer Unternehmen in Hinblick auf ihre Wettbewerbsfähigkeit?

Häufig werden solche Fragestellungen umgangen oder schnell abgefertigt, ohne ein eindringlicheres Hinterfragen der Kernelemente zu gewährleisten. Das Interesse liegt weitestgehend in der Modernisierung der Technologie und in der Ausrichtung auf globale Aktivität. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass die strukturellen Besonderheiten der mittelständischen Unternehmen in Beziehung gesehen werden müssen. Die Auseinandersetzung mit den wichtigsten Veränderungen des Wettbewerbsumfeldes sowie den sich daraus ergebenen Herausforderungen soll daher ein wesentlicher Teil dieser Thesis sein, bevor mögliche Handlungsalternativen fokussiert werden. Es wird darauf eingegangen, welche Möglichkeiten dem Mittelstand geboten werden, um sich auf derzeitige Entwicklungen einzustellen bzw. umzustellen. Zu der Entwicklung gehört einerseits der Trend hin zu sehr großen, global tätigen Unternehmen und andererseits Strukturveränderungen wie den neuen netzwerkartigen Organisationsformen wie zum

1Vgl. Simon, H., 1996, S. 201.

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Beispiel das sogenannte ‚virtuelle Unternehmen‘. Ein virtuelles Unternehmen ist eine „Netzwerkorganisation, deren Mitglieder gemeinsam eine wirtschaftliche Leistung in Form eines Produktes oder einer Dienstleistung erbringen, und die gegenüber Dritten wie ein eigenständiges Unternehmen auftritt.“2Folglich steht im Fokus, Vorteile hinsichtlich

wirtschaftlicher Aktivitäten auf absatzorientierter Ebene zu filtern und somit temporäre Marktchancen schnellstmöglich zu erfassen. Dies bewirkt eine bessere Nutzung der auf dem Markt vorhandenen Kompetenzen. Speziell für mittlere Unternehmen, die hinsichtlich Großunternehmen durch ihre geringe Größe und Unabhängigkeit beweglicher sind, ist dies eine Möglichkeit kooperativ tätig zu werden und einen Nutzen aus einer solchen Konstitution zu erlangen.

Netzwerkorganisationen sind heutzutage auch schon im kleineren Rahmen zu finden - von langfristigen Rahmenverträgen bis hin zur Just-in-time-Zusammenarbeit. Demzufolge können Netzwerkorganisationsformen unter bestimmten Voraussetzungen für mittelständische Unternehmen eine strategische Antwort auf den stärker werdenden Wettbewerbsdruck der globalen Wirtschaft sein. Die seit einigen Jahren verstärkte Konzentration auf Kerngeschäfte führt seitens der mittelständischen Unternehmen zu zunehmender Auslagerung von

3Zulieferleistungen.

Daraus ergibt sich nicht nur die freiwillige Nutzung der Kooperation, sondern wie vorher angesprochen eine Notwendigkeit dieser Zusammenarbeit. Somit existiert neben der Kooperationsbeziehung auch eine Konkurrenzbeziehung. Aus dieser Form der Zusammenarbeit heraus, hat sich der Begriff ‚Coopetition‘ verstärkt durchgesetzt. Coopetition wird definiert als „Kooperation von Wettbewerbern im Sinn der Bildung von strategischen Allianzen, um durch die Bildung von Wertschöpfungsnetzen Erträge zu stabilisieren bzw. zu optimieren. Coopetition verhindert einen ruinösen Preiswettbewerb und

führt damit zu Wettbewerbsvorteilen für beide Anbieter (Win-Win-Strategie).“4

2Vgl. Schulte-Zurhausen, M., 2005, S. 2693Vgl. Simon, H., 1996, S. 201.

4http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/coopetition.html

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In den meisten Theorien wird Wettbewerb als rotierender Motor gesehen, der die Unternehmen zwingt, sich effektiv zu gestalten und Innovationen zu fördern. Adam Brandenburger und Barry Nalebuff schienen diese Theorien zu schematisch. Sie nutzten Teile der Spieltheorie, um zu erklären, dass die Wirtschaft Vorteile hinsichtlich Wachstum und Effizienz durch das Vereinen von Wettbewerb und Kooperation erlangen kann. Dieses Konzept benannten sie Coopetition (einer Mischung aus cooperation und competition) und betitelten dementsprechend ihr Buch, welches sie 1996 herausbrachten, und welches sich so erfolgreich verkaufte, dass es in die Bestsellerlisten aufstieg. Doch deren Konzept war keine neue Idee. Es wurde schon frühzeitig in der Computerindustrie angewandt, um durch strategische Kooperationen neue Produkte zwischen Hardware- und Software-Firmen zu

entwickeln.5

Den verschiedenen Formen, Vorteilen und Potentialen von unterschiedlichen Kooperations-und Netzwerkkonzepten sowie ihrer theoretischen und praktischen Relevanz gilt als weiterer wesentlicher Teil dieser Arbeit. Da viele Kooperationen eher unbewusst erfolgen, verfolgt diese Arbeit auch das Ziel herauszufinden, inwiefern Kooperationsstrategien umsetzbar und zukunftsorientiert sind. Fraglich ist inwiefern mit bestimmten Strategien Effizienzgewinne zu generieren sind und welche Barrieren in deren Umsetzung sichtbar werden.