Krieg als extreme Form des Theaters - Manuel Kröger - E-Book

Krieg als extreme Form des Theaters E-Book

Manuel Kröger

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2016 im Fachbereich Theaterwissenschaft, Tanz, Note: 1,0, Ludwig-Maximilians-Universität München (Theaterwissenschaftliches Institut (TWM)), Veranstaltung: Forschungsseminar: Theatrale Extremfälle (Themen und Konzepte der Theatertheorie), Sprache: Deutsch, Abstract: In dieser Arbeit wird die Frage gestellt: Kann Krieg eine extreme Form des Theaters sein? Daraus entwickeln sich weitere Fragen: Was ist Theater, Theatralität und Inszenierung? Mit welchen Mitteln und in welchen Formen kann Krieg zu einer theatralen Situation werden? Das Ziel dieser Arbeit ist es, für das Thema „Krieg“ zu sensibilisieren und Manipulationen sichtbar werden zu lassen. Um die Forschungsfrage zu beantworten, wird mit Fachliteratur über Krieg und Theater gearbeitet, außerdem werden zwei Spielfilme und eine Dokumentation analysiert. Krieg wird in westeuropäischen Ländern vor allem durch die Medien erfahrbar, anhand von Videos, Fernsehnachrichten, Bildern, Zeitungsberichten, Büchern, Filmen, Theaterstücken. Und manchmal auch durch Erzählungen von Soldaten, Politikern oder Opfern des Krieges. Was davon Wahrheit ist, was davon Übertreibung oder Untertreibung und was davon gelogen ist, kann auf den ersten Blick oftmals nichts erkannt werden. Krieg erscheint als eine Tatsache, als eine Realität, die nicht manipulierbar ist, sondern brutal und nackt, pure Wahrheit. Aber Krieg kann auch inszeniert werden. Mithilfe von Propagandafilmen oder anderen Propagandamedien wird der Krieg als ein Abenteuer voller Helden und Ruhm und Ehre dargestellt, Kriege werden aus Gründen der Profitgier begonnen, es werden aber andere Gründe vorgeschoben, die von den Menschen akzeptiert werden, zum Beispiel Verteidigung des Vaterlandes, Demokratisierung eines Landes, Suche nach Atom-, Chemie- und Biowaffen in einem Land, zum Schutz der Weltgemeinschaft. Kriege werden mit Bildern gesteuert, Politik kann mit Kriegen – oder Inszenierungen von Kriegen – gesteuert werden.

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Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhaltsverzeichnis

 

1 Einleitung

2 Theater und Film

2.1 Die Welt als Theaterbühne

2.2 Theater, Theatralität und Inszenierung

2.3 Unterschiede zwischen Theater und Film

3 Leib, Körper und Figur

3.1 Der (phänomenale) Leib

3.2 Der (kultivierte) Körper

3.3 Die (fiktive) Figur

4 Krieg

4.1 Definition des Begriffs „Krieg“

4.2 Das Genfer Abkommen – Spielregeln des Kriegs

5 Krieg als theatrale Situation

5.1 Die Kriegsikone

5.1.1 Die Rote Fahne auf dem Reichstag

5.1.2 Raising the Flag on Iwo Jima

5.1.3 Raising the Flag at Ground Zero

5.1.4 The Falling Soldier

5.1.5 The Napalm Girl

5.1.6 Aylan Kurdi

5.2 Kriegspropaganda

5.2.1 Der Informationskrieg

5.2.2 Theater und Film als Propagandainstrument der Nationalsozialisten

5.2.3 Propaganda durch die Medien im Irakkrieg

5.3 Inszenierte Kriege in Spielfilmen und in Dokumentationen

5.3.1 Inszenierung eines Krieges in dem Spielfilm Wag the Dog

5.3.2 Inszenierung einer Kriegsberichterstattung in dem Spielfilm Special Correspondents

5.3.3 Inszenierung von Kriegshandlungen in der ZDF-Dokumentation Machtmensch Putin

6 Fazit

Quellenverzeichnis

 

1 Einleitung

Krieg wird in westeuropäischen Ländern vor allem durch die Medien erfahrbar, anhand von Videos, Fernsehnachrichten, Bildern, Zeitungsberichten, Büchern, Filmen, Theaterstücken. Und manchmal auch durch Erzählungen von Soldaten, Politikern oder Opfern des Krieges. Was davon Wahrheit ist, was davon Übertreibung oder Untertreibung und was davon gelogen ist, kann auf den ersten Blick oftmals nichts erkannt werden. Krieg erscheint als eine Tatsache, als eine Realität, die nicht manipulierbar ist, sondern brutal und nackt, pure Wahrheit.

Aber Krieg kann auch inszeniert werden. Mithilfe von Propagandafilmen oder anderen Propagandamedien wird der Krieg als ein Abenteuer voller Helden und Ruhm und Ehre dargestellt, Kriege werden aus Gründen der Profitgier begonnen, es werden aber andere Gründe vorgeschoben, die von den Menschen akzeptiert werden, z. B. Verteidigung des Vaterlandes, Demokratisierung eines Landes, Suche nach Atom-, Chemie- und Biowaffen in einem Land, zum Schutz der Weltgemeinschaft. Kriege werden mit Bildern gesteuert, Politik kann mit Kriegen – oder Inszenierungen von Kriegen – gesteuert werden.

In dieser Arbeit wird die Frage gestellt: Kann Krieg eine extreme Form des Theaters sein? Daraus entwickeln sich weitere Fragen: Was ist Theater, Theatralität und Inszenierung? Mit welchen Mitteln und in welchen Formen kann Krieg zu einer theatralen Situation werden?

Das Ziel dieser Arbeit ist es, für das Thema „Krieg“ zu sensibilisieren und Manipulationen sichtbar werden zu lassen.

Um die Forschungsfrage zu beantworten, wird mit Fachliteratur über Krieg und Theater gearbeitet, außerdem werden zwei Spielfilme und eine Dokumentation analysiert. Weitere Quellen sind Internetquellen, Zeitungsartikel und Fotos.

Im zweiten Kapitel werden die Begriffe „Theater“, „Theatralität“, „Inszenierung“ definiert und die Unterschiede zwischen Theater und Film herausgearbeitet. Das Kapitel 3 beschäftigt sich mit dem Leib, dem Körper und der Figur. Kapitel 4 definiert die Begriffe „Krieg“ und „Genfer Konventionen“, das Kapitel 5 untersucht Kriegsikonen, verschieden Formen von Kriegspropaganda, zwei Spielfilme und Dokumentationen danach, wie sie Krieg inszenieren bzw. als theatrale Situation darstellen. Das sechste Kapitel schließlich zieht ein Fazit aus den Erkenntnissen der Kapitel 2 – 5.

2 Theater und Film

 

2.1 Die Welt als Theaterbühne

 

Im Barock wurde das Geschehen auf der Welt vorgestellt, als sei die Welt eine Theaterbühne und die Menschen die Akteure eines kosmischen Schauspiels. Diese Vorstellung wurde „Welttheatermetapher“ genannt, die Metapher des „theatrum mundi“. Viele Gesetzmäßigkeiten aus der Welt des Spiels reichen hinein in die Welt der Wirklichkeit. Dabei muss unterschieden werden zwischen der Metapher „Spiel“ und dem Begriff „Spiel“. Beim Spiel als Begriff wird eine zweite, eine fiktive Wirklichkeit erschaffen, so auch im Theaterspiel. Es wird vom „Simulations-Modus des Als-ob“[1] gesprochen. Außerdem besitzt ein Spiel bestimmte Regeln, die von den Spielenden eingehalten werden müssen, damit das Spiel funktioniert. Für das Schauspiel führt Tine Koch die Regel an, dass es eine Wiederholbarkeit enthalten und gewährleisten muss.[2] Jedoch gilt das für viele moderne Formen des Theaters nicht. Einige dieser Formen werden im folgenden Kapitel 2.2 näher beleuchtet. Trotzdem besitzen auch diese Theaterformen Regeln. Selbst der Krieg besitzt Spielregeln: die Genfer Konventionen. Wie sich der Krieg und mit ihm die Regeln des Krieges entwickelt haben, wird in Kapitel 4 näher erklärt.