Krisenprävention und -intervention - Danica Lamm - E-Book

Krisenprävention und -intervention E-Book

Danica Lamm

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Beschreibung

Diplomarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Soziale Arbeit / Sozialarbeit, Note: 84 (90), Agogis - Berufliche Bildung im Sozialbereich, Sprache: Deutsch, Abstract: In dieser Arbeit wird das spannende Thema der Krisenprävention und Krisenintervention anhand des konkreten Projektes (Projekt "Inhouse-Gruppe: Soziales Kompetenztraining für Erwachsene mit übergriffigen Verhaltensweisen) innerhalb einer Institution aufgegriffen. Laufend werden theoretische Grundlagen mit verschiedenen Problemstellungen des Klientels verknüpft und aus einer systemischen Denkweise betrachtet und reflektiert. Ebenfalls werden Möglichkeiten zum Umgang mit der Thematik und Handlungsansätze aufgezeigt.

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Veröffentlichungsjahr: 2013

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Impressum:

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Inhaltsverzeichnis

 

1. Einleitung

1.1 Motivation und Begründung

1.2 Eingrenzung des Themas

1.3 Fragestellungen und Begründungen der Fragestellungen

1.4 Ziele und Begründung der Ziele

1.5 Aufbau der Arbeit

1.6 Deklaration der Schweigepflicht

1.7 Geschlechtergerechte Sprache

2. Institutioneller Kontext

2.1 Institution

2.2 Leitbild & ideelle Grundlage

3. Klärung der Begriffe

3.1 Klärung des Begriffes „Kognitive Entwicklungsbeeinträchtigung“

3.2 Klärung des Begriffes „Verhaltensstörung“

3.3 Klärung des Begriffes „Gewalt“

3.4 Klärung des Begriffes „Krise“

3.5 Klärung des Begriffes „Krisenintervention“

3.6 Klärung des Begriffes „ Therapie“ in Abgrenzung zum sozialpädagogischen Auftrag

4. Meine sozialpädagogische Haltung

4.1 Mein Menschenbild

4.2 Mein Verständnis von kognitiver Entwicklungsbeeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen

4.3 Mein Verständnis von Krise und Krisenintervention

4.4 Mein Verständnis von Begleitung

4.5 Normen und Werte einer Wohngruppe für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen

4.6 Mein sozialpädagogischer Auftrag und mein Rollenverständnis

5. Projekt „Inhouse-Gruppe“

5.1 Beschrieb der Projektidee

5.2 Teilnehmer

5.3 Mein sozialpädagogischer Auftrag und meine Funktion innerhalb der Gruppe

6. Systemischer Ansatz als Handlungsleitendes Konzept

6.1 Grundlagen der systemorientierten Sozialpädagogik

6.1.1 Das soziale System – Begriffserläuterung

6.1.2 Relevante Annahmen und Grundhaltungen in der systemorientierten Sozialpädagogik

6.2 Unterschiedliche Rollen in der systemorientierten Sozialpädagogik

6.2.1 Definition von „Rolle“

6.2.2 Meine Rolle als „Systemvernetzerin“ in Bezug auf die Gruppentherapie und die Alltagbegleitung, reflektiert in Anlehnung an die Systemtheorie

6.3 Die Gruppentherapie vor dem Hintergrund der Systemtheorie

6.4 Eigene sozialpädagogische Stellungnahme

7. Empowerment als Handlungsleitendes Konzept

7.1 Entstehung und Grundlagen des Empowerments

7.1.1 Ausgangspunkt

7.1.2 Menschenbild

7.2 Leitprinzipien des Empowerment

7.2.1 Dialogische Assistenz

7.2.2 Advokatorische Assistenz

7.2.3 Konsultative Assistenz

7.2.4 Sozialintegrierende Assistenz

7.2.5 Intervenierende Assistenz

7.3 Besondere Aspekte in der Begleitung von Klienten mit kognitiver Beeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen

7.4 Bedeutung und Auswirkung dieses Konzepts für Klienten mit kognitiver Beeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen

7.5 Eigene sozialpädagogische Stellungnahme

8. Faktoren, welche die Verhaltensweisen der Klienten mit kognitiver Beeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen beeinflussen können

8.1 Emotion

8.1.1 Emotion und Verhalten

8.1.2 Emotion und Bedürfnis

8.1.3 Frustrations- & Aggressionstheorie

8.1.4 Verknüpfung zur Gruppentherapie

8.1.5 Eigene sozialpädagogische Stellungnahme

8.2 Wahrnehmung

8.2.1 Die Bedeutung der Erfahrung

8.2.2 Die Subjektivität der Wahrnehmung

8.2.3 Die soziale Wahrnehmung

8.2.4 Fehler und Störungen in der Wahrnehmung

8.2.5 Verknüpfung zur Gruppentherapie

8.2.6 Eigene sozialpädagogische Stellungnahme

8.3 Persönlichkeitsentwicklung

8.3.1 Psychosoziale Entwicklung nach Erikson

8.3.2 Verknüpfung zur Gruppentherapie

8.3.3 Eigene sozialpädagogische Stellungnahme

9. Schlussteil

9.1 Erkenntnisse und Lerngewinn der gewonnenen Perspektiven für die sozialpädagogische Begleitung von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen

9.2 Beantwortung der formulierten Fragestellungen

9.3 Überprüfung der formulierten Zielsetzungen

9.4 Aussichten und Konsequenzen / Persönliche Stellungnahme

10. Literaturverzeichnis

11. Internret-Quellenverzeichnis

12. Anhang und weitere Verzeichnisse

 

1. Einleitung

 

„Wer einsieht, dass er seine Wirklichkeit selbst konstruiert,

 

der ist wirklich frei. Er weiss,

 

dass er die Wirklichkeit jederzeit ändern kann.“

 

Paul Watzlawick

 

Mit diesen Worten, welchen ich mich anschliesse, möchte ich diese Arbeit einleiten. Der Mensch ist meines Erachtens der eigene Gestalter seines Lebens, seiner Wirklichkeit – allerdings immer auch im Wechselspiel mit seiner Umwelt dieser bis zu einem gewissen Masse ausgeliefert. Gerade Menschen mit einer Beeinträchtigung sind auf Hilfssysteme angewiesen, welche ihre Lebenswelt stark beeinflussen können.

 

Ein institutioneller Kontext kann sich für die zu betreuenden Menschen als Gewalt fördernd darstellen. An diesem Punkt müssen Massnahmen ergriffen und umgesetzt werden. Ich werde in dieser Arbeit meinen Schwerpunkt auf gezielte präventive Massnahmen - die auch intervenierende Assistenzformen beinhalten können - in Bezug auf gewalttätiges und / oder zu Übergriffen neigendes Verhalten legen und die Begleitung dieser Personen im sozialpädagogischen Alltag in Bezug auf die Umsetzung erlernter Lösungsstrategien ins Zentrum rücken.

 

1.1 Motivation und Begründung

 

Innerhalb der letzten zwei Jahre traten vermehrt Klientinnen und Klienten mit einschlägigen Vorgeschichten in die Institution, in der ich arbeite, ein. Viele von ihnen hatten zum Zeitpunkt des Eintritts ihre Problematiken in Bezug auf gewalttätiges und/oder zu Übergriffen neigendes Verhalten noch nicht bearbeitet, wodurch für die Institution ein Bedarf an Erarbeitung und Umsetzung von adäquaten Methoden und Mitteln zur Auf- und Bearbeitung dieser Thematiken zutage getreten ist. Die Institution hat auf diesen Bedarf reagiert und Anfang dieses Jahres eine Gruppentherapie installiert – das Projekt „Inhouse-Gruppe“ (siehe auch Kapitel 5). Zusammen mit einem externen Therapeuten des Forensischen Instituts Ostschweiz moderiere ich diese Therapie-Gruppe, welche aus fünf männlichen Teilnehmern besteht. Durch diese Tatsache bin ich ständig eng und praxisnah mit dem Projekt in Kontakt. Neben meiner Rolle als Co-Leitung bin ich zuständig für den Informationsfluss zu jenen Personen innerhalb (teilweise auch ausserhalb) der Institution, welche in Zusammenarbeit mit den Teilnehmern der Gruppe stehen. Dieser intensive Austausch bildet eine wichtige Grundlage für den Erfolg des Projekts. Er schafft einen berechenbaren Rahmen für die Teilnehmer. Wir können schwierige Situationen und Themen direkt innerhalb der Gruppe ansprechen, aufgreifen und mit den Klienten zusammen Lösungsstrategien erarbeiten können.

 

Für mich ist die Bearbeitung dieses Projekts innerhalb meiner Diplomarbeit naheliegend. Mir bietet sich dadurch die Gelegenheit, mich durch das mehrperspektivische Beobachten vertieft reflektorisch mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.

 

Spannend ist für mich zu sehen, wie die Teilnehmer das Besprochene und Gelernte innerhalb ihres Alltags in schwierigen Situationen umsetzen können und wo sie diesbezüglich an ihre Grenzen stossen. Meine eigenen Beobachtungen innerhalb der Therapiestunden und die Darlegung verschiedener Situationen durch die Teilnehmer lässt auf deren individuelle Reflexionsfähigkeit schliessen – diese Erkenntnisse machen mich handlungsfähiger und ermöglichen mir, die Klienten gezielter in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

 

Ich gehe davon aus, dass die benannten Problematiken in Bezug auf gewalttätiges Klientel innerhalb des Sozialbereiches zunehmen werden und erachte es daher als sehr wichtig, mich als angehende Sozialpädagogin intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen, um meine Handlungskompetenz zu steigern.

 

1.2 Eingrenzung des Themas

 

Ich begrenze mich in dieser Arbeit auf die Begleitung von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und/oder originellen Verhaltensweisen und beziehe mich auf meine Arbeit im Wohnbereich und der Therapie-Gruppe, da ich hier den direkten Praxisbezug herstellen kann. Das Hauptaugenmerk richte ich auf die Begleitung der Teilnehmer der Gruppentherapie im sozialpädagogischen Alltag. Die Themen Gewalt, Prävention und Intervention sind zu umfangreich, um diese innerhalb meiner Arbeit genauer auszuführen und darzulegen – ich werde mich daher speziell auf die Punkte fokussieren, die in direktem Zusammenhang zu meiner Arbeit stehen.

 

Ich beschränke mich in dieser Arbeit ebenfalls in Bezug auf zwei handlungsleitende Konzepte, welche ich in den Kapiteln 6 und 7 erläutere. Mir ist bewusst, dass es noch viele mehr spannende und auch wichtige von ihnen gibt (beispielsweise der personzentrierte Ansatz nach Pörtner), konzentriere mich jedoch auf jene, die mir in der Anwendung und Umsetzung bezüglich der gewählten Thematik besonders wichtig erscheinen.

 

Trotz dieser Einschränkungen ist es mir wichtig, ein übergreifendes und breites Verständnis der Thematik und den ihr zugrunde liegenden Faktoren und Sichtweisen zu erhalten und zu erläutern. Aus diesem Grund schneide ich viele Themenbereiche und Theorien an, ohne bei diesen allzu in die Tiefe vorzustossen. Ich versuche somit, den Schwerpunkt auf ein „Gesamtverständnis“ für mich, wie aber auch für die Leser, zu setzen.

 

1.3 Fragestellungen und Begründungen der Fragestellungen

 

1) Welche Chancen bietet das Subsystem „Gruppentherapie“ den Klienten mit kognitiven Entwicklungsbeeinträchtigungen und herausfordernden Verhaltensweisen, ihre Sozialkompetenzen innerhalb des Systems „Institution“ zu erweitern und zu steigern?

 

Begründung:Für das Erarbeiten und Umsetzen der sozialen Kompetenzveränderungen, beziehungsweise -steigerungen, welche innerhalb der Gruppentherapie erlernt werden, sind klare Rahmenbedingungen unbedingt notwendig. Durch das Vernetzen aller Bereiche innerhalb der Institution wird ein umfassenderes Lernfeld für die Teilnehmer geschaffen. Dieses Netz (= Rahmenstruktur) motiviert und unterstützt diese, ihre neu erworbenen Kompetenzen auch ausserhalb der Gruppe zu „trainieren“ und durch entsprechende Rückmeldungen anzupassen oder zu verbessern. Somit stellt die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der Therapiegruppen-Leitung (Therapeut und ich) und den verschiedenen Bereichen wie Wohn- und Arbeitsbereich und Therapien innerhalb der Institution einen Grundstein dar, ohne welchen das Projekt in seiner Art nicht bestehen könnte.

 

2) Wie kann die Begleitung der Teilnehmer sowohl innerhalb der Gruppe als auch im Alltag unter Einbezug des Empowerments gestaltet werden, damit die betreffenden Klienten optimal vom sozialen Kompetenztraining profitieren?

 

Begründung:Die Teilnehmer brauchen auch im Alltag sehr viel und enge Begleitung beim Umsetzen des von ihnen in der Gruppe Erlernten. Wie bereits beschrieben, ist ständiger Austausch zwischen den Mitarbeitenden in der Arbeit und auf den Wohngruppen und den Leitern der Therapiegruppe sehr wichtig und wertvoll, damit die betreffenden Klienten gefordert und gefördert werden können und auch heikle Themen auf den Tisch gebracht werden. Im Weiteren hilft mir die genannte Fragestellung zu reflektieren, ob mein Vorgehen als Kontakt-Verantwortliche hier noch optimiert werden könnte und wie ein solches „Konzept“ genau aussehen könnte.

 

1.4 Ziele und Begründung der Ziele

 

1)Ich erarbeite Faktoren, welche die interdisziplinäre Zusammenarbeit im sozialpädagogischen Alltag beeinflussen. Ich liste dieselben auf und hinterfrage sie fachlich.

 

Begründung:Indem ich mich vertieft mit diesen Faktoren auseinandersetze, erarbeite ich mir grösseres Wissen in Bezug auf interdisziplinäre Zusammenarbeit. Dies wird mich in meiner weiteren Tätigkeit als Sozialpädagogin unterstützen. Weiterhin kann ich die Zusammenarbeit mit anderen Bereichen durch das erworbene Wissen überdenken und gegebenenfalls anpassen. Von meinem neu erworbenen Wissen werden in erster Linie auch die zu betreuenden Menschen profitieren.

 

2)Ich erarbeite Faktoren und Grundlagen, auf welche in der Begleitung von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und originellen Verhaltensweisen in der sozialpädagogischen Alltagsbegleitung unter dem Aspekt des Empowerment geachtet werden sollte.

 

Begründung:Durch diese Zielsetzung erarbeite ich mir neue Formen oder Werthaltungen in Bezug auf die Alltagsbegleitung von Menschen mit Beeinträchtigungen und originellen Verhaltensweisen. Diese werden mich ebenfalls in der weiteren Begleitung innerhalb des Wohngruppenalltags unterstützen. Durch die Auseinandersetzung mit den Faktoren und Grundlagen kann ich das Empowerment in den Fokus stellen und dieses, wie auch andere handlungsleitende Konzepte im Alltag bewusster umsetzen.

 

1.5 Aufbau der Arbeit

 

Innerhalb dieser Arbeit werde ich Theorie und Praxis laufend miteinander verknüpfen, da diese Vorgehensweise die Theorieelemente für die Leserin/den Leser veranschaulichen wie auch der Arbeit eine lebendige Dynamik gibt.

 

Die Praxisbeispiele sind immer grau und kursiv dargestellt, damit diese einfach zu erkennen sind. Sie beziehen sich ausschliesslich auf die fünf Teilnehmer der Gruppentherapie, was dem Leser/der Leserin gleichzeitig ein noch genaueres Bild der Teilnehmer verschaffen wird.

 

In Kapitel 2stelle ich die Institution, in der ich arbeite, sowie das Leitbild dieser und das ihm zugrunde liegende Handlungsleitende Konzept vor. Im Weiteren erhalten Sie Einblick in den Lebensraum der Klienten der Institution.

 

In Kapitel 3kläre ich die Begriffe, auf die ich mich im Laufe der Arbeit beziehe.

 

In Kapitel 4lege ich meine sozialpädagogische Haltung dar und stelle jeweils mein eigenes Verständnis der verschiedenen, in Kapitel 3 behandelten Begriffe, vor.

 

In Kapitel 5stelle ich fünf Klienten der Institution X vor und gebe einen Einblick in das Projekt „Gruppentherapie“. Ebenfalls reflektiere ich meinen sozialpädagogischen Auftrag und meine Rolle innerhalb der Gruppentherapie.

 

In Kapitel 6erläutere ich den Ansatz der Systemtheorie und verknüpfe diese mit der im System „Institution“ eingebetteten Inhouse-Gruppentherapie.

 

Ich schliesse dieses Kapitel mit einer sozialpädagogischen Stellungnahme ab.

 

InKapitel 7setze ich michmit den Grundlagen des Empowerment auseinander.